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 Der Krankenflügel

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Remus Lupin
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BeitragThema: Der Krankenflügel   Sa Nov 10, 2012 3:16 am

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BeitragThema: Re: Der Krankenflügel   Sa Nov 10, 2012 3:56 am

cf: Haus Gryffindor ; Gryffindor Gemeinschaftsraum

Als Remus den weiten, hellen Raum betrat, knüllte er James Tarnumhang in seine Umhangstasche und suchte den Raum nach Madam Pomfrey ab.
Er hatte nichts dagegen das die Krankenschwester in an jedem Vollmond zur Peitschenden Weide geleitete, damit er rechtzeitig dort ankam, doch hatte er heute die Befürchtung das seine Freunde ahnen würden das er hier war und er wollte auf gar keinen Fall das Risiko eingehen das sie ihn fanden. Er musste also so schnell wie möglich eine Lösung finden, wie er es schaffen würde das Madam Pomfrey ihn früher in die Hütte brachte.
Es war ihm egal wenn seine Freunde sauer waren und sogar nicht mehr mit ihm befreundet sein wollten, wenn sie heute nur in Sicherheit waren. Er würde dafür alles auf sich nehmen, doch er wusste dass sie enttäuscht sein würden. Sie hatten ein so hohes, unzahlbares Risiko auf sich genommen und er stieß sie von sich. Er war ihnen so dankbar, doch er konnte ihren Worten einfach nicht trauen, er konnte ihnen nicht glauben wenn sie sagten dass nichts schief gehen würde.

Leise klopfte Remus an Madam Pomfreys Bürotür, diese öffnete Remus einhändig die Tür, in der anderen Hand ein Berg aus Bandagen und anderem Verbandszeug.
Sie zog überrascht ihre Augenbrauen hoch als sie Remus vor ihrer Tür stehen sah.
„Remus! Geht es dir nicht gut?“, fragte sie mit dem besorgten Ton einer Mutter und Remus konnte es ihr nicht verdenken das sie überrascht war, denn normalerweise kam er nicht früher als gerade rechtzeitig in den Krankenflügel. Er hasste diesen Ort beinahe ebenso sehr wie er die Heulenden Hütte verabscheute, alles hier – die weißen Betten, die Vorhänge die ihn verdecken sollten – alles, erinnerte ihn daran das er nicht normal und das er es niemals sein würde.
Remus stockte für einen kurzen Augenblick der Atem, der er hatte sich keine Sekunde Gedanken darüber gemacht was er Madam Pomfrey sagen sollte, sie kannte ihn zu gut, es hätte ihm eigentlich klar sein sollen das sie sich wunderte das er schon hier war.
„Ich … mir … mir geht es furchtbar schlecht …“, stammelte Remus unbeholfen und er bemerkte zu seinem Leidwesen wie die Krankenschwester misstrauisch eine Augenbraue hochhob. Vielleicht war es nicht die beste Idee zu schauspielern, seine Freunde sagten schon immer dass man jede Lüge aus seinem Gesicht lesen konnte wie in einem offenen Buch.
Doch letztendlich war es nur eine halbe Lüge, ihm ging es wirklich schlecht, also verfrachtete Madam Pomfrey ihn in eines der Betten und zog mit einem lauten Ratsch einen der gelblich-weißen Vorhänge um sein Bett herum.
Mit sorgenvoller Miene setzte sie sich auf den Rand des Bettes. Remus lächelte leicht, er wusste das die Heilerin das Vertrauen der Schülerschaft genoss und das sie sich gerne von ihr behandeln ließen, weil sie wussten das sie sie nicht verriet wenn sie verbotene Zauber ausprobiert hatten und nun die Folgen behandeln lassen mussten, doch nicht selten war sie etwas gereizt und tadelte die Schüler. Doch Remus wusste das sie auch eine ganz liebevolle und fürsorgliche Ader hatte. Und über die Jahre schien sie Remus ins Herz geschlossen zu haben … so unverständlich das auch für ihn war.
„Was ist den los?“, fragte Madam Pomfrey sehr leise, denn sie schien zu wissen dass er nicht wegen zu übermächtigen Schmerzen frühzeitig in den Krankenflügel gekommen war.

Völlig unerwartet schluckte Remus schwer und spürte wie seine Augen brannten.
Madam Pomfrey war so fürsorglich, und sie akzeptierte ihn und mochte ihn obwohl sie genau wusste was mit ihm nicht stimmte, obwohl sie – wahrscheinlich mehr als jeder andere an dieser Schule – sah welche Auswirkungen es hatte eine Bestie zu sein. Doch trotzdem sorgte und kümmerte sie sich um ihn … wie seine Mutter es tat. Und noch niemals zuvor hatte Remus sie so sehr vermisst. Der Mensch der ihm normalerweise so fremd war wie kein anderer, der ihn jedoch mehr und bedingungsloser liebte als jeder andere und der ihn nahm wie er war ohne im Vorwürfe zu machen.
Remus spürte wie salzige Tränen über seine Wangen liefen und er vergrub seine Finger in dem weißen und weichen Kissen unter seinen Händen. Ein leises Schluchzen drang aus seiner Kehle und die Angst in seinem Inneren schnürte ihm die Kehle zu und ließ ihn unregelmäßig, heftig atmen. Er hatte so furchtbare Angst das zu verlieren was er am meisten liebte und was er sich am meisten gewünscht hatte – seine Freunde.
Er würde sie verletzten wenn sie im folgten und sicherlich würden sie ihn verlassen wenn er sie nun von sich stieß, nachdem sie so viel für ihn getan hatten. Doch er musste nun an sie denken und nicht an sich selbst. Er musste sie los lassen. Er war ein Werwolf, vermutlich war er niemals für Freundschaften gemacht, wie Dumbledore ihn gewarnt hatte.
Er musste dafür sorgen dass er niemanden verletzte, wie er es sich etliche Male geschworen hatte und er musste diesen Vollmond überstehen, der wie ein schwarzes Ohmen über ihm schwebte. Er musste es überstehen und dann würde er James, Sirius und Peter alles erklären können. Er würde ihnen sagen dass er Angst gehabt hatte, mehr als sie ahnen konnten.
Remus zuckte zusammen als er Madam Pomfreys Hand auf seinem Rücken spürte, die langsam über seinen Umhang strich und sein Haar hinter seine Ohren steckte.
In seinem Inneren fühlte es sich an als würde der Wolf vor lauter Hass explodieren. Er hasste es wenn man Remus anfasste, wenn man … ihn anfasste.
„Nicht!“, zischte Remus mit letzter Willenskraft und schnell zog die Krankenschwester ihre Hand zurück, mit einem sehr unzufriedenen Ausdruck auf ihrem Gesicht, da sie es eigentlich besser wusste.
Kurz herrschte Schweigen, doch dann schluchzte Remus abermals leise und sein Magen zog sich krampfartig zusammen.
„Ich bin es leid jedes Mal zu kämpfen und doch zu verlieren … Ich bin es so Leid“, flüsterte Remus leise, er hörte wie Madam Pomfrey zu einer Erwiderung ansetzte, doch er hatte nicht das Gefühl das er ihr Mitleid ertragen konnte.
Was er brauchte wäre nun eine gute Entschuldigung um früher in die Heulende Hütte zu kommen, damit seine Freunde ihm nicht mehr folgen konnten. Damit sie sicher waren.

Einen Augenblick später hatte Remus seinen Entschluss gefasst. Doch er musste die Krankenschwester austricksen, sie würden ihn nicht früher als nötig in die Hütte schicken, denn sie wusste wie unwohl er sich dort fühlte und sie hatte strikte Anweisungen von Dumbledore … Deswegen musste Remus etwas tun, was er noch niemals getan hatte.
Er musste dem Wolf freien Lauf lassen, er musste dafür sorgen das Madam Pomfrey den Wolf in seinem Gesicht sehen konnte, damit sie ihn zur Hütte brachte – zur Sicherheit aller.
Alles in Remus verkrampfte sich, doch dann dachte er an seine Freunde und er wusste das er für sie und ihrer Sicherheit alles tun würde.
Remus schluckte und versuchte möglichst mitgenommen auszusehen, dann schenkte er Madam Pomfrey einen Blick und schluchzte leise … „Manchmal vermisse ich meine Mutter. Ich vermisse ihre mütterlichen Um … Um-armungen und das Gefühl das mich jemand l-liebt …“, stammelte er leise und schaute die Krankenschwester mit einem so schmerzhafter Miene an, dass er sah wie ihre Miene sofort traurig und mitleiderregend wurde.
Langsam zog sie ihn in eine unbeholfene Umarmung, obwohl sie wusste wie er darauf reagierte, doch sie war eine ausgebildete Pflegerin und sie hatte jahrelanger Erfahrung und dachte wohl sie könne damit umgehen, aber vielleicht war sie einfach etwas töricht und sah in Remus auch nur den kleinen, hilflosen, weinenden, süßen Jungen. Zuerst versuchte sich Remus zusammen zu reißen, doch dann ließ er den Wolf soweit hervor kommen, dass ein tiefes Knurren aus seiner Kehle drang, doch er zog sich aus der Umarmung bevor er die Kontrolle verlieren konnte. Etwas geschockt sah Madam Pomfrey ihn an.
Der Lupin spürte die unaufhörliche Wut in sich aufsteigen und das tiefe Grollen aus seiner Kehle war nicht zu überhören. In einem trüben Spiegel an der Wand, sah er seine gelben, stechenden Augen – die Augen des Wolfes – wütend und unaufhaltbar.
„Ich muss … in die Hütte … Jetzt“, stieß Remus mit zerbrechlicher Stimme aus und er nahm die Welt nur noch verschwommen war. Egal wie viel Freiraum er dem Wolf gab, er würde sich erst verwandeln wenn der volle Mond aufging, doch konnte er als Mensch ausrasten und er wusste das Madam Pomfrey dieses Risiko nicht eingehen wollte.
Mit geübten Bewegungen führte sie Remus aus dem Krankenflügel und lief mit ihm durch die Gänge, die meisten Schüler waren bereit in ihren Gemeinschaftsräumen, oder in der Großen Halle um zu essen.
Noch immer spürte Remus die Wut in sich brodeln, doch spürte er nun auch ein schreckliches, menschliches Schamgefühl in sich aufsteigen, da er Madam Pomfreys Fürsorge ausgenutzt hatte, damit sie das tat was er wollte. Er hatte sie in Gefahr gebracht, weil er mal wieder nur an seine Freunde gedacht hatte. Doch er hatte keinen anderen Ausweg gewusst, er musste in die Hütte und zwar so schnell wie möglich, damit seine Freunde ihn nicht fanden und es zu spät war um ihm zu folgen.
Als sie das Tor zum Schlossgelände durchquerten, waren sie beinahe alleine den nur noch wenige Schüler waren bei dem kühlen Wetter am See.
Deswegen verhexte Madam Pomfrey ungesehen die Peitschende Weide um sie zum Stillstand zu bringen, die Heilerin wollte Remus noch in die Hütte begleiten, doch Remus drehte sich schnell um, um sie aufzuhalten. „Alleine komm ich schneller voran“, sagte Remus leise. Madam Pomfrey nickte leicht und sah Remus verwundert an. Remus wusste das sie ahnte das etwas nicht stimmte und das er sie ausgetrickst hatte, sie wusste nur nicht wie und vor allem nicht warum.
„Es tut mir Leid“, flüsterte Remus leise, denn die frische Luft hatte ihn wieder klarer denken lassen und innerlich ahnte der Wolf das seine Zeit noch nicht ganz gekommen war.
Madam Pomfrey nickte leicht lächelnd und mit einem tiefen Seufzen kletterte Remus in den Geheimgang zur Heulenden Hütte.

tbc: Außerhalb ; Die Heulende Hütte

xxxx

Sorry for that :/ Ich bin froh wenn Remus wieder einigermaßen glücklich sein kann o.O
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BeitragThema: Re: Der Krankenflügel   So Mai 19, 2013 4:53 am

cf: Außerhalb ; Die Heulende Hütte

Langsam lief Remus die wandelnden Treppen hoch um den Krankenflügel zu erreichen. Seine drei Freunde standen noch immer unterhalb der Treppen und schienen sich zu unterhalten, vermutlich planten sie so etwas wie eine ‚Remus-hat-uns-nicht-zerfleischt-und-aufgegessen-Party’. Der Junge lächelte bei diesem Gedanken, selbst wenn er so eine Feier alles andere als erstrebenswert fand.
Aber merkwürdigerweise war er ... glücklich. Diese kitzelnde Gefühl in seinem Magen, dass ich als lächeln ließ kannte er kaum, vor allem nicht am Morgen nach dem Vollmond. Da war er meistens kaum ansprechbar, verbrachte den gesamten Tag im Krankenflügel unter Madam Pomfreys Fittichen und ertrank in Selbstmitglied und Hass auf die Welt und vor allem Hass auf sich selbst.
Seine Freunde hatten es wirklich geschafft, sie hatten dies all die Jahren geplant und überraschenderweise war es kein besonders bescheuerter Plan – riskant, natürlich – aber ihre Mühen hatten sich letztendlich bezahl gemacht, es war gelungen.
Mit viel Bedacht versuchte Remus die Treppen zu erklimmen, ohne sein verletztes Bein hinter sich herzuziehen, er wollte kein Aufsehen erregen. Und ein offensichtlich verletzter Rumtreiber der in der Morgendämmerung alleine im Schloss unterwegs war verursachte diese Art von Aufmerksamkeit die sich wie von selbst in rasender Geschwindigkeit in Hogwarts verbreite, die Art von Aufmerksamkeit die er momentan gar nicht gebrauchen konnte.

So schnell wie es ihm möglich war bog Remus nach links ab, mit einem letzten Blick hinter sich sah er seine Freunde noch immer am unteren Rand der Treppe stehen, der Tarnumhang befand sich nun in James Händen und Remus konnte sehen wie sich Sirius gedankenverloren die Haare aus den Augen wischte. Selbst wenn Remus niemals die Ambition für nur den Hauch von etwas, dass man wohl eine gesunde Gesichtsfärbung nannte besaß, spürte er nun trotz allem verschämt wie sich seine Wangen rot färbten. Merkwürdigerweise bekam er das Bild von Sirius am unteren Rand der Treppe nicht mehr aus seinem Kopf. Wie ein verbildlichtes Mantra lief es wieder und wieder in seinem Kopf ab, sehr zu seinem eigenen Leidwesen.
Das war schon eine komische Sache, all die Jahre war Sirius immer nur ein Freund gewesen und nun bedeutete er ihm auf einmal so viel mehr. Trotzdem stellte er das nicht in Frage, dieses ‚Gefühl’ war wohl plötzlich gekommen, aber es war so selbstverständlich gewesen und das war es noch immer. Vielleicht hatte es immer so sein sollen, vielleicht war es auch immer so gewesen, vielleicht hatte er es nur nicht gemerkt ... weil Sirius so vielschichtig ist und oftmals hatte Remus das Gefühl das er nur die Hälfe des Buches verstehen konnte welches Sirius war. Aber das war in Ordnung so, er dachte nicht das er jemals mit diesem Buch abschließen wollte und Sirius selbst scheiterte vermutlich schon bei der ersten Seite.
Die meisten Schüler würden wohl sicherlich sagen dass der Black einfach gestrickt war:
Beliebt war er auf alle Fälle, ein Mädchenheld und Angeber. Oftmals ein ziemliches Arschloch wenn es um die Slytherins ging – aber wenn er nicht gerade aggressiv war und irgendetwas zertrümmerte war er immer lässig, ein netter Zeitvertreib, jemand der einen zum lachen bringen konnte aber niemand mit dem man ein längeres, tiefsinnigeres Gespräch führen konnte, niemand der einen nah an sich heran ließ.
Das war der Sirius Black den jeder kannte, den jeder liebte oder fürchtete. Das war der Sirius, der Remus gerne einmal dumm von der Seite anmachte, wenn er genervt war und der nur mit James richtig glücklich schien. Doch nachts ... nachts gehörte Sirius Remus.
Wenn James friedlich in seinem Bett schlief und Sirus und Remus schlaflos waren, beide mit ihren eigenen Problemen beschäftigt die sie wach hielten. Beide so voller Abscheu vor sich selbst, das es ihnen unmöglich war Ruhe zu finden. Oftmals hatte sie auf dem Astronomieturm zusammen gestanden, in den Himmel gesehen – meistens wortlos, doch manchmal hatte Sirius Remus etwas mehr an sich heran gelassen, so sehr das Remus manchmal erahnen konnte was eigentlich wirklich mit ihm los war. Das er sich verabscheute, weil seine Familie ihn nicht akzeptierte und vermutlich glaubte er mittlerweile das er so etwas Akzeptanz oder Liebe gar nicht verdiente. Remus wusste das Sirius nicht wollte dass er etwas über ihn erfuhr, etwas das tiefer ging als das was er tagsüber war. So hatten sie doch beide ihre Lasten zu tragen. Und vielleicht war das einfach leichter wenn man es zusammen machte.

So in Gedanken versunken wäre der Lupin beinahe am Eingang des Krankenflügels vorbei gelaufen. Sicherlich würde Madam Pomfrey einen Herzinfarkt bekommen wenn er gleich vor ihrer Tür stand, er hatte noch niemals selbstständig die Heulende Hütte verlassen.
Nun mit einem etwas flauem Gefühl im Magen, da er wirklich nicht wusste was er sagen sollte, klopfte Remus an die schwere Holztür um sich anzukündigen und trat dann ein.
„Um Himmels willen Remus!“, kreischte die Krankenschwester beinahe und Remus kneifte schmerzhaft die Augen zu, denn so wirklich konnte sein schmerzender Kopf diese Lautstärke gerade nicht vertragen.
„Was machst du den hier? Ich wäre die gleich abholen gekommen ...“ sagte Madam Pomfrey, ihre Hand überrascht an ihr Herz gedrückt und noch immer mit etwas erhöhter Stimme.
Remus zuckte mit den Schultern. „Ich bin aufgewacht und ich bin kaum verletzt und dann ... ähm, war mir langweilig? ... Und dann hab ich gedacht ich kann mich ja alleine auf den Weg machen. Es war ja noch niemand wach.“ Remus Wangen färbten sich rot und er senkte den Blick. Er war schon immer ein miserabler Lügner gewesen, seine Mutter hatte immer gesagt in ihm konnte man lesen wie in einem aufgeschlagenen Buch.
Zweifelnd schaute Madam Pomfrey ihn an, eine Augenbraue misstrauisch nach oben gezogen, doch nach kurzer Überlegung schien ihr kein anderer Grund einzufallen warum Remus hier war und sie wies ihn hektisch an sich auf ein Bett zu setzen, damit sie ihn untersuchen konnte. Schnell ließ sich Remus auf das Bett plumpsen, erleichtert das sie keine weiteren Fragen stellte.
Ohne das Remus etwas sagen musste, krempelte Madam Pomfrey behutsam das Hosenbein hoch und legte seine Verletzung frei. Übelkeit überkam Remus bei dem Gedanken dass er diese Wunde mit seinen eigenen Zähnen verursacht hatte und als ihm der Geruch des Blutes in die Nase stieg drehte er schnell den Kopf zu Seite – er hatte das Gefühl das sich alles drehte und als hätte sich sein Magen einmal überschlagen.
„Uuuurgh ...“ Ein Werwolf, dem schlecht wurde wenn er Blut sah. Remus hätte über diese Ironie lachen können, aber er hatte gerade Angst seinen Mund aufzumachen.
Schnell aber sorgfältig klatsche Madam Pomfrey ihm eine Salbe auf sein Bein und verband es ihm, ehe sie sein Hosenbein darüber zog.
„Noch andere Verletzungen?“
Remus schüttelte leicht den Kopf, über die Kratzer redete er nicht, auch wenn einige davon sicherlich einen Zentimeter tief waren, waren sie für ihn nur wie lästige Mückenstiche. Der Gryffindor hörte wie Madam Pomfrey leise „Verwunderlich ...“ sagte, sich ihre Stirn abwischte und das Verbandzeug wegpackte.
„Ähm, Madam Pomfrey?“, fragte Remus auf einmal aus heiterem Himmel und überraschte sich selbst damit. „Wissen Sie eigentlich viel über ... über W-Werwölfe?“, fragte er unsicher und mit gesenktem Blick.
„Sicherlich nicht so viel wie Professor Raue-Pritsche, aber ich weiß wie man sie behandelt.“, sagte sie lächelnd und tippste ihm auf die Nase. Remus unterdrückte ein Augenrollen, einerseits weil er solche nebensächlichen Berührungen hasste und andererseits hasste er es wenn man ihn als Werwolf betitelte, er bevorzugte es wenn man mit ihm darüber sprach als wäre er nur ein zufälliger Außenstehender.
„Glauben Sie dass sie voneinander unterscheiden? Also die Werwölfe ... das sie andere ihrer Art mehr bevorzugen als andere?“
Madam Pomfrey zog kurz die Stirn kraus. „Ich denke schon Remus. Es ist ein Rudel – ein Rudel mit Anführer und klarer Randordnung. Und so ein Rudel basiert in gewisser Weise auch auf Sympathie und Paare bilden sich nicht wahllos ...“
Okay, dass war bisher nicht mehr als er bereits wusste. Remus begann zu zweifeln ob die Krankenschwester wirklich eine Antwort für ihn hatte die ihm weiterhelfen konnte, die das Gedankenchaos in seinem Kopf etwas aufräumen konnte. Oder war sie nur wie all die Heiler im St. Mungo – die ihn einfach nur abfertigten? Und keine Antworten für einen Jungen hatten, der irgendwann erwachsen, gefährlich und aussätzig sein würde ... Trotzdem musste er es versuchen, vielleicht konnte Madam Pomfrey ihm einen Denkanstoß geben, irgendetwas das ihm half zu verstehen warum der Wolf so auf Sirius reagiert hatte.
Remus nickte in Madam Pomfreys Richtung, er biss sich auf die Innenseite seiner Wange als er die nächste Frage stellte. Ihm waren diese Fragen alle unfassbar peinlich.
„Und diese Paare ... l-lieben die sich? Ich meine als ... Menschen? Können sie nur zusammen sein, wenn der Mensch und der Wolf den Gegenüber akzeptieren und lieben, falls ... falls der W-wolf überhaupt dazu fähig ist zu lieben.?“
Betroffen schloss Remus den Mund und schaute Madam Pomfrey gespannt ins Gesicht. Diese setzte sich neben Remus aufs Krankenbett und der Junge bewegte sich unruhig als sich die Matratze senkte. Remus war froh das sie etwas Abstand hielt, trotzdem verspannte sich sein Körper bei dieser Nähe, ohne das er etwas dagegen tun konnte.
„Wie du weißt, Remus, gibt es nicht besonders viele Zauberer die sich mit dem Wesen und Verhalten von Werwölfen auseinander setzen, stattdessen behaupten die meisten das sie nur blutrünstige Monster sind, viele glauben auch das sie in der Zeit der unterschiedlichen Mondphasen, also als Mensch überaus gefährlich sind –“
„ ... verständlicherweise“, murmelte Remus leise. Madam Pomfrey schüttelte bekümmert den Kopf.
„Nein, denn so ist das nicht. Du hast es mir bewiesen Remus. Lass es endlich zu das du es selbst glaubst. Du siehst den besten Beweis wenn du in den Spiegel schaust und manchmal hasst du die Werwölfe am aller meisten ... Akzeptiere es und es wird dir besser damit gehen.“
Remus konnte sich ein Augenverdrehen gerade noch verkneifen, er war sich sicher das er am aller besten wissen musste wovon er sprach und er hatte es satt solche Reden zu hören, etliche hatten ihm genau das gesagt, was ihm Madam Pomfrey gerade vorgehalten hatte: Der Stationsheiler im Mungo, Professor Dumbledore, seine Freunde in Dauerschleife und nun auch Madam Pomfrey – warum konnten sie nicht verstehen, das er ihnen nicht glauben konnte? Sie wussten doch überhaupt nicht wie es wirklich war ... wie zwiegespalten er manchmal war.
„Wie auch immer“, warf Madam Pomfrey schnell ein noch bevor Remus ihr nochmals wiedersprechen konnte.
„Wo war ich stehen geblieben ...  – ach, ja. Diese Wissenschafter behaupten also das Werwölfe immer, egal zu welcher Mondphase gefährlich und nicht einschätzbar sind. Trotzdem haben die wenigen Wissenschaftler die sich ernsthaft mit dieser Thematik beschäftigt haben heraus gefunden dass in Werwolfsrudeln oftmals tiefgehende Verbindungen eingegangen werden. Doch zu deiner Frage, ob ein Mensch den anderen Menschen und ein Wolf den anderen Wolf lieben muss, damit sie sich überhaupt erst lieben können ... Ich weiß nicht ob ich dir oder überhaupt jemand darauf eine Antwort geben kann.“
Etwas enttäuscht neigte Remus seinen Kopf. Was hatte er eigentlich erwartet? Wieso sollte Madam Pomfrey auf seine Frage eine Antwort wissen, Erwachsene hatten meistens nicht die Lösungen die man von ihnen erwartete – er hatte das besonders früh gelernt. Trotzdem wollte das Gefühl der Enttäuschung nicht ganz aus seinem Körper weichen, er hätte zu gerne eine Antwort darauf gehabt warum er auf einmal so für Sirius empfand.
„Aber ich denke diese Frage kannst du dir selber beantworten. Du magst es nicht wenn ich – wie jetzt – neben dir sitzen ...“, sagte Madam Pomfrey und damit überrumpelte sie Remus etwas, er hatte immer gehofft diese Abneigung verstecken zu können, denn er wollte nicht unhöflich sein und den Wolf nicht gewinnen lassen.
„ – aber ist das bei jedem so? Akzeptiert der Wolf die Personen den du näher stehst mehr? Vielleicht deine Eltern?“
Remus schüttelte seinen Kopf, seine Gedanken bei den vielen Malen als seine Mutter ihn umarmte und er sie am liebsten von sich gestoßen hätte.
Doch bei Sirius war das anders, Sirius Nähe hatte der Wolf schon immer leichter ertragen können. Und in der letzten Nacht hatte er ihn ihm einen Gefährten gefunden, jemand der ihm ähnlich war, jemand der ihm seine fehlenden Rudelmitglieder ersetzen konnte. Und heute morgen als er wieder zu sich gekommen war, war diesen Gefühl der Verbundenheit nicht verschwunden – und diesen Gefühl war nicht alleine von ihm gekommen - sondern auch von dem Wolf.
Noch niemals in seinem Leben hatte Remus sich mit dem Wolf in sich selbst so vertraut gefühlt.
Moony akzeptierte Sirius, Moony ... liebte ihn.
Deswegen hatte er diese Gefühle. Er, Remus hatte vermutlich schon immer so für Sirus empfunden, doch nun hatte auch der Wolf diese Empfindungen – und durch seine Unbändigkeit ist es dem Gryffindor nun erstmalig bewusst geworden.
Remus sah vermutlich gerade so aus als hätte er einen Geist gesehen. Er war sich nicht ganz sicher ob er weinen oder lachen sollte.
„Ich denke der Wolf akzeptiert meine Eltern nicht, weil sie Menschen sind. Er sieht in ihnen keine Gefährten. Vermutlich kann er nur die akzeptieren die wie er sind ... oder die ihm zu mindestens ähnlich sind“ sagte Remus und Madam Pomfrey nickte.
„Da könntest du Recht haben ... Stellst du aus einem bestimmten Grund all diese Fragen Remus? Hast du vielleicht jemanden kennengelernt, eine Schülerin?“
Remus wurde wie auf Knopfdruck rot.
„Nein, ähm nein ... auf keinen Fall, nein.“
Die Krankenschwester lächelte stumm in sich hinein und Remus fragte sich ob sie ihm glaubte.
„Selbst wenn, würde das nichts ändern“, fügte Remus hinzu und bemerkte wie Madam Pomfreys Augen etwas trauriger wurden, sie wusste das Remus es sich niemals erlauben würde jemanden zu lieben und diese Person in Gefahr zu bringen oder sie ebenfalls zu einem Aussätzigen zu machen.

„Mit Sirius ist das aber etwas anderes“ läutete eine kleine Stimme in Remus Hinterkopf, der unbedeutsame Teil seines Seins der sich nicht damit abfinden wollte sich selbst für etwas zu bestrafen für das er nichts konnte, wenn doch bereits die gesamte Welt und Gesellschaft ihn bestrafte und er eigentlich nur ein kleines bisschen anders denken müsste wie diese vorteilbehafteten Menschen.
Doch vielleicht wäre es mit Sirius wirklich etwas anderes. 
Sirius wusste was er war, er akzeptierte ihn. Manchmal glaubte Remus sogar das dies der einzige Grund war warum sie überhaupt befreundet waren, weil Sirius in seinem verqueren Denken sicherlich der Annahme war das es irgendwie ‚cool’ sei einen Werwolf als Freund zu haben, zu mindestens war das sicherlich das einzige was interessant an Remus war, der doch ansonsten immer versuchte nicht aufzufallen.
Doch trotzdem, dass durfte nichts ändern. Er hatte es sich geschworen, damals als er ein kleiner Junge war und eine Katze ihn angefaucht hatte – er wollte nicht noch mehr Menschen verletzten. Nichts desto trotz hatte er noch immer dieses Kitzeln in seinem Magen wenn er an Sirius dachte und daran was er zusammen mit James und Peter für ihn getan hatten.
„Ich denke ... Ich gehe jetzt in den Gemeinschaftsraum“, sagte Remus leise unter dem wachsamen Blick von Madam Pomfrey der nun schon viel zu lange abschätzend auf ihm lag. Natürlich fragte sie noch besorgt nach ob er sich sicher sei nicht die Nacht im Krankenflügel zu verbringen – so wie jedes Mal nach Vollmond seit dem er elf Jahre alt war. Remus schüttelte seinen Kopf, denn ihm ging es wirklich gut ... Ein Lächeln legte sich wieder auf seine Lippen, als er vom Bett hopste und versuchte keine Grimasse zu verziehen als sein Bein bei dieser Belastung schmerzte. Madam Pomfrey warf ihm einen warnenden Blick zu, sie wusste anscheinend ganz genau wann Remus ihr irgendetwas verschleierte und sei es nur ein schmerzendes Bein.
Schnell verabschiedete sich der Lupin bei der Krankenschwester, bevor sie ihn packen und doch noch ins Bett verfrachten konnte. Remus lief die wandelnden Treppen hinauf um zum Gryffindorturm zu gelangen.
Er konnte es kaum fassen, Monat um Monat seit seinem ersten Schultag hatte er manchmal tagelang im Krankenflügel gelegen und Madam Pomfrey hatte damit gekämpft seine Wunde zu schließen, ein mühseligen Unterfangen den Werwolfsbisse konnte man nicht mit Zauberei heilen, da half nur Zeit – und nun konnte er bereits am nächsten Morgen wieder laufen. Er hatte das plötzliche Gefühl sich abermals bei seinen Freunden bedanken zu müssen, höchstwahrscheinlich täglich bis zum Ende seines Lebens.

Er bekam das doofe Grinsen gar nicht mehr aus seinem Gesicht. Er hatte einen freien und unbeschwerten Tag vor sich und sein Bauch produzierte ein Fallgefühl wenn er an Sirius dachte und daran wie er nun für seinen Freund empfand.
Vor der Fetten Dame angekommen, nannte Remus das Passwort (jedoch erst nachdem die Dame ihn mit heimlichtuerischer Stimme gefragt hatte warum er so blass sei – sie versuchte schon seit dem ersten Schuljahr zu erfahren was mit ihm los war) und trat ein.
In den Sesseln um den Kamin fläzten seine drei Freunde. Peter war bereits in einer Position eingeschlafen, bei der Remus bereits der Rücken schmerzte wenn er nur hinsah. James und Sirius saßen nebeneinander und die Müdigkeit war ihnen förmlich ins Gesicht geschrieben – ein Mädchen aus der vierten Klasse redete mit ihnen, Remus meinte Wörter wie ‚Qudditch’ heraus zu hören und hatte die wage Vermutung das dies sicherlich eines der Mädchen war die alles dafür tun würde um mit James oder Sirius auszugehen. Er verdrehte genervt die Augen.
Er sah wie Sirius irgendetwas erwiderte und wie das Mädchen aufgesetzt lachte.
„So witzig war es sicherlich auch wieder nicht ...“ schoss es Remus durch den Kopf. Noch immer stand Remus am Eingang zum Gemeinschaftsraum als er sah wie Sirius dem Mädchen zweideutig zuzwinkert und danach das Mädchen mit roten Wangen und einem Lächeln auf den Lippen davon lief.
Remus fühlte sich so als hätte sein Magen aufgehört Purzelbäume zu schlagen, ehrlich gesagt fühlte er sich so als hätte er garkeinen Magen mehr.
Als er Sirius beobachte wie er seine Augen kaum noch aufhalten konnte, wurde ihm erstmals bewusst wie naiv er war diese Gefühle für seinen Freund zuzulassen. Er würde niemals – niemals! – das selbe für ihn empfinden.
Wie konnte er nur so dumm sein und so schrecklich naiv? Sirius konnte jede an dieser Schule haben. Und er nahm sich was er wollte und brauchte, was meistens auf nur eine einzige Nacht hinaus lief. Er war nicht an tiefer gehenden Gefühlen interessiert. Und es war ganz, ganz, ganz bestimmt nicht an einem Jungen interessiert und vor allem nicht an ihm, Remus Lupin.

tbc: Haus Gryffindor ; Gemeinschaftsraum Gryffindor

EDIT:

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