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Twilight & Harry Potter Crossover
 


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 Thronsaal

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Alec the first
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Feb 03, 2012 7:47 am

Einige Zeit blieb Alec einfach starr stehen. Er war es gewohnt zu warten, es machte ihm nichts aus.
Trotzdem hoffte er, dass Jane bald wieder kommen würde. Vielleicht hatte Aro auch einen Auftrag für sie.
Sie hatten schon so lange nicht mehr einen kleinen 'Ausflug' unternommen.
Plötzich ging die Tür auf, und herien kamen die Neue Letizia, Jules, Chelesa und eine blonde Vampirin, die Alec nicht kannte.
Das wird doch nicht... das kann doc nicht war sein! Nicht noch eine!
Dennoch ließ sich Alec nichts anmerken. Endlich schien mal wieder etwas zu passieren, oder warum sonst kamen plötzlich alle in den Thronsaal?
Und tatsächlich sagte Aro, der als Letzter hinzukam:„Alec, Chelsea und Letizia! Ihr Drei werdet nach Fort Williams gehen oder wo immer Demetri sich gerade genau aufhielt. Chelsea du wirst das in Erfahrung bringen. Geht zu ihm und helft ihm, bei den Dingen die er gerade macht. Mit euch zusammen wird es ihm sicher leichter fallen. Sobald ihr angekommen seid und ihn gefunden habt wirst du dich melden Chelsea und Bericht erstatten. Je nach Lage werde ich euch neue Instruktionen geben. Ich begleite euch noch raus.“
Was ist mit Jane?,
war Alecs erster Gedanke Warum darf sie nicht it, aber Letitzia schon?
Aber Aro wird schon seine Gründe haben. Wahrscheinlich soll sie zeigen was sie kann.

Dann folgte er Aro zur Thronsaaltür.
„Alec, hilf Letizia beim packen und zeig ihr was wichtig ist auf dieser Reise.“ Damit entfernten sich die Beiden und Aro umging die Möglichkeit
für beide Fragen zu stellen.

Bitte was? Kann sie nicht selber packen? Sie ist eine F r a u.
Alec musste grinsen, als er Letitzias Gesichtsausdruck sah.Was würde sie wohl sagen, wenn er ihr sagte, was sie mitnehemen muss?Ihm war klar, was Aro wirklich bezwegte. Er und Letizia sollten gehen und keine fragen stellen. Also drehte sich Alec ohne einen weiteren kommentar um und ging aus dem Thronsaal.
Letitzia schien nicht so recht zu wissen wohin, also ging Alec voraus. Sollte nicht Felix ihr ein Zimmer zeigen?
Gedankenversunken lief er weiter, nicht auf das achtend, was letizia redete. Er war zu gespannt darauf, was Demetri eigentlich genau machte.
In einem freien Zimmer angekommen öffnete es etizia die Tür und sagte ihr, dass sie ein handy mitnehmen sollte. Wenn sie sonst noch was brauchte würde sie das hoffentlich alleine schaffen. Letizia schien kein handy zu besitzen, denn sie nahm eines, dass bereits im Zimmer lag. Das war absichtlich, den kau einer der neuen besaß eines.
Belustigt sah Alec Letizia zu, wie sie eine kleie Tasche packte und auch noch andere Schuhe anzog.
Mann, waren solche Mädchen immer kompliziert.
"Bist du endlich fertig? Wir sollten uns beeilen.", sagte er, dann rannten sie Richtung Vorhalle, mit einem kleinen Umweg über sein Zimmer, in dem er sich nur selbst noch ein Handy holte. Mehr brauchte er nicht.
Auch Chelesa schien schon ungeduldig zu warten:„Beeilt euch ein bisschen! Wir haben nicht ewig Zeit! Je früher wir bei Demetri ankommen, desto eher sind wir wieder hier.“
Seufzend warf alec Chelesa einen Blick zu und verdrehte die Augen. Sie war eigentlich immer seiner und Janes Meinung.
Los jetzt, worauf warten wir noch?

tbc: England-Ländereien


Zuletzt von Alec am Fr Feb 03, 2012 11:42 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet (Grund : Edit by Demetri - Formatierung)
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Caius the first
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Feb 03, 2012 8:28 am

Während er neben dem atemberaubenden Aussehen Aros gegenüber der Schmalzlocke Edward Cullen noch weitere detaillierte Unterschiede erfasste, wurde es wie so oft still in der großen Halle. Viele würden sich jetzt wohl ungemütlich auf den Thronen hin und herlehnen und hoffen, dass die Stille bald beerdigt werden würde, doch Caius empfand diese Situation – wie Du, lieber Leser, wahrscheinlich schon ahnst – als durchaus angenehm. Mehr noch. Denn diese Ruhe, diese gähnende Leere, erfüllte den alten Vampir mit einem uralten tranceähnlichen Zustand, in dem er schon unendlich viele Stunden hinter sich gebracht hatte. Es war kein wirkliches Nachdenken, wenn er all die Zeit bewegungslos aus seinem Thron verweilte, fast schon so, als sei er mit dem kalten Marmor vereint, denn wenn er daraus erwachte war es meistens so, dass die Gedanken zu keinem wirklichen Ziel gekommen waren. Gleichzeitig durfte man es sich auch nicht so vorstellen, als würde er an gar nichts denken, sondern ganz im Gegenteil einfach vor sich hinvegetieren. Vielmehr ließ der alte Vampir das Geschehene Revue passieren, betrachtete das, was jetzt bereits der Vergangenheit angehörte, noch ein mal als wäre er eine Person, die von außen auf dieses Geschehen blickt. Von oben herab, allwissend, wie es ausgeht und welche Auswirkungen das Gesprochene und das Handeln der Personen hat. In solchen Situationen fühlte Caius nicht nur mächtig, sondern lernte quasi aus den Fehlern anderer Personen. Er perfektionierte seine Denkweise, damit sie eine prozentualhochwertige Einschätzung treffen konnte. Nun ja, zumindest halbwegs, denn der Hang zum Quälen überwog trotz all der Jahre des stillen Fortbildens. Aber das war immerhin etwas Nützliches. Denn was sollte er sonst machen? Einfach nur herumsitzen – prinzipiell tat er das ja auch während der Trance, aber … das mit dem Herumsitzen war buchstäblich gemeint, natürlich. Er könnte natürlich auch andere Dinge tun. Handarbeiten. Aro einen roten Socken stricken oder eines von Marcus’ Taschentüchern besticken oder so. Aber das wäre ja lächerlich, so befasste sich der alte Vampir lieber mit etwas Intellektuellem, wodurch ja auch den Volturi geholfen wurde.
Denn was wären sie ohne sein Wissen!
Jämmerliche Straßenköder. Ungebildet und ohne Anforderungen, wahrscheinlich. Caius war sich vollkommen sicher, dass die Volturi ohne ihn ein chaotischer Haufen geworden wäre – wenn sie überhaupt entstanden wären. Diese Wahrscheinlichkeit strebte allerdings wie so oft gegen null. Caius lächelte grimmig, während er schon längst aus der Trance, in der er sich mit dem zurückliegendem Gespräch mit der neuen, schönen Vampirin auseinander gesetzt hatte, erwacht war. Er fragte sich, wo Aro so lange blieb, was er mit Jane angestellt hatte und wo Athenodora war.
Als habe Aro seine Gedanken gelesen (haha, das entsprach ja fast einem Witz!!), betrat er gelassen wie eh und je in diesem Moment den Thronsaal. Caius brachte seinem Bruder gegenüber nur einen Bruchteil der Aufmerksamkeit, die dieser wohl eigentlich von ihm forderte, doch wie immer kümmerte diese Tatsache den Kaltblütigen nicht im Geringsten. Kaum hatte der Braunhaarige sich auf dem mittleren Thron nieder gelassen, erhob er das Wort – das mit dem Schweigen war nicht ganz so Aros Ding, wusste Caius *mittlerweile*. Ein amüsiertes, aber humorloses Grinsen bildete sich für einen winzigen Sekundenbruchteil, sodass es wohl keiner sehen würde, da generell alle Aro anstarrten, als sei er eine Gottheit oder etwas derartig Überflüssiges, ehe es nach dem nächsten Wimpernschlag bereits verschwunden war. So wandte auch der Meister seinem Bruder seine wertvolle Aufmerksamkeit zu und nickte, als Zeichen, dass er in diesem Punkt halbwegs zustimmte. Immerhin sind wir sie dann zumindest für eine gewisse Zeitperiode los, dachte Caius und berührte in dem Moment des Denkens für einen kurzen Moment Aros Hand. Lange genug, um seinem Bruder besagte Botschaft zu übermitteln, aber nicht lang genug, dass dieser seine gesamten Gedanken erforschte. Das hätte ihm zwar nichts ausgemacht – Aro kannte ihn eh bis ins Innere, und er ihn auch (und das, obwohl *er* nicht Gedanken lesen konnte) und Caius war es gewohnt, seine Gedanken stets mit jemand anderen zu teilen. Und schon ließ der Meister seinen Blick über die Wachen gleiten, bemerkte Sofibels Resignation, Letizias Überraschung und zuletzt Chelseas Ärger. Er schmunzelte kurz, denn es gefiel ihm, dass die Vampirin die Neue ablehnte – besser als wenn sie sie mit offenen Armen begrüßte. Denn immerhin war man angreifbarer, wenn man mit weitgespreizten Armen vor dem Gegner stand, als wenn man angriffslustig vor ihm hockt. Logisch, nicht wahr? Dennoch wusste Caius, dass sich Chelsea wohl irgendwo ganz tief in sich drin über diesen Auftrag freute – Letizia hin und Letizia her. Denn immerhin würde sie den Tracker bald wieder sehen und käme endlich mal raus aus Volterra. Denn das war wohl so ein grundsätzliches Problem der Volturi: Die Tristesse des abgeschiedenen Lebens der Volturi. Auch in der Ökologie war vollkommen klar: Wenn Arbeitnehmer sich langweilte und unter schlechten Bedingungen arbeitete, würde er bald kündigen, wenn der Arbeitgeber ihm nicht einen Anreiz böte, zu bleiben. Eben dieser Anreiz bestand bei den Volturi aus dem Jagen, dem Morden und den anderweitigen Aufträgen, wobei natürlich vor allem das zweite Etwas war, was der Meister gerne mal selbst erledigen würde beziehungsweise es hin und wieder auch tat.
Kaum hatte Aro das gesagt, war er auch schon wieder aufgestanden und sauste hinaus. Satan, würde sein Bruder jemals zu der Ruhe gelangen, die ihn, Caius, schon so lange erfüllte? Kaum. Denn der andere Meister redete schon wieder weiter. „Alec hilf Letizia beim packen und zeig ihr was wichtig ist auf dieser Reise.“ Darauf folgte, wie immer Schweigen. Zumindest einen Moment, ehe Caius ein Prusten entfuhr. „Und danach wird Alec ihr dann den Allerwertesten mit goldenem Papier abwischen.“, säuselte er zynisch, und ahmte Aros Tonfall nach. Warum in Satans Namen sollte Alec der Neuen beim Packen helfen? Waren sie hier denn nicht alle halbwegs erwachsene Vampire, die theoretisch eigenständig sein sollten? Herablassend lachte er Letizia ohne jegliche Zurückhaltung für ganze sechs Sekunden aus, ehe er verstummte, das Gesicht zu einer Steinfassade verzogen und nur ein gewisses Funkeln in seinen Augen und eine hochgezogene Braue verrieten sein Amüsement, das er vor wenigen Sekunden offen zur Schau gestellt hatte – etwas, das vielleicht einmal in einem halben Jahrtausend passierte; also durften sich die Anwesenden quasi geehrt füllen.
Als Aro sich dann erkundigte, ob es noch Fragen gäbe, und Chelsea Satan sei Dank eine passende Antwort erwiderte, räusperte sich Caius vernehmlich. „Nun denn. Viel Erfolg, seht zu, dass kein Volturi zu Schaden kommt!“, meinte er ernst und entließ sie mit einer Handbewegung.
Und kaum waren sie alle wieder in den Thronsaal zurückgekehrt wie Ameisen zu ihrem Haufen, entschwanden sie auch wieder, alle in einem raschen, aber dennoch angemessenen Tempo. „Und was tun wir zwei nun, werter Bruder?“, fragte er leise, sodass es nur Marcus neben ihm verstehen würde. Doch er wartete gar nicht auf dessen Antwort sondern schloss die Augen und sinnierte vor sich hin. Nicht die Trance, wie wenige Augenblicke zuvor, sondern viel mehr suchte er Satans drei goldene Haare. Warum auch immer, denn Caius' Gedankengänge verstand niemand. Manchmal wohl nicht mal er selbst.
Seine eigenen Worte - die rhetorische Frage an Marcus - klangen noch in seinem Kopf nach, als er bereits den Kopf schief legte und die fremde Nomadin musterte. "Also, Weib, tritt vor und zeig uns die Gabe, die du meinst zu haben!"
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Marcus the first
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Sa Feb 11, 2012 5:51 am

Seine Aufmerksamkeit ruhte immer noch in einer fremden Welt, dennoch bemerkte Marcus nebenher selbstverständlich, was hier im Thronsaal vor sich ging. Aro sandte drei Vampire aus. Hm. Die wahre Botschaft hinter seinen Worten zu Chelsea war für ihn selbst nur zu deutlich und er war sich sicher, dass es den anderen ebenso ging, doch aussprechen würde - durfte - es keiner hier, wenn sie es verhindern wollten, dass diese Alice etwas davon erfuhr. Das war nicht sein Problem. Natürlich war dem Volturi aufgefallen, wie sehr sein Bruder sich für die vegetarischen Vampire um Carlisle interessierte, besonders für jene mit so außergewöhnlichen Gaben. Ja, die Zukunft zu kennen war wohl ein Vorteil für jene, die sich dafür begeistern konnten, was geschehen würde. Für ihn, dem Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart gleich waren, bot diese Gabe keinen Reiz. Ihn langweilte es schon, die Wiederholungen der Gegenwart beobachten zu müssen. Die bloße Vorstellung, sich auch noch von der Zukunft anöden zu lassen, und sich wie in einer Zeitschleife zu fühlen, das kam einem Albtraum der schlimmsten Sorte recht nah. Wie gut, dass er nicht Aro war, nicht die Last mit sich tragen konnte, auch alle Gedanken zu kennen. Wobei dieser es keineswegs als Belastung empfand. Tatsächlich war Aros Begeisterung... einfach vollkommen unverständlich für ihn. Fremd. Wie konnte man sich darüber freuen, nicht nur sein eigenes, furchtbares und langweiliges Leben, sondern zusätzlich noch das aller anderen. Wie furchtbar. Unmenschlich. Haha, ja, unmenschlich, das war Aro gewiss. Immerhin war er ja gar kein Mensch, sondern ein Vampir, und wäre ein Vampir menschlich, so wäre dies doch außerordentlich paradox. Menschliche Vampire... das gab es, diese Vegetarier, die so friedlich zu sein schienen. Sein Bruder als einer von ihnen... das stellte sicher den Witz des Jahrhunderts da. Ob ihm goldene Augen wohl standen?
Auch gab es 'vampirische' Menschen, die sogar blutrünstiger waren als manche seiner eigenen Art. Allerdings empfand er jenen gegenüber eher Verachtung als Bewunderung. Seine eigene Rasse zu schlachten, nur weil man psychisch gestört war, was war denn das für ein Benehmen? Oh, und schon hatte er die Parallele zu Caius gefunden. Ob der wohl eigentlich ein sonderlich grausamer Mensch war? Oder zumindest zu Lebzeiten gewesen war? Wie gut, dass er ihn lediglich zu seinen untoten Zeiten kannte, und dass er mehr oder weniger auf seiner Seite stand.
Wenn man vom Teufel sprach - oder nur über ihn nachdachte. Ja, Caius kam der gemeinen Vorstellung von Satan wirklich recht nah. Ihm fehlten lediglich die Hörner und ein roter Umhang. Ziegenbeine wäre auch keine schlechte Idee. Vielleicht sollte er mit Athenodora mal darüber reden, die freute sich immer über kreative Faschingskostüme.
„Und was tun wir zwei nun, werter Bruder?“
Erwartete er eine Antwort von ihm? Ernsthaft? Wo doch allgemein bekannt war, dass sie beide nicht die Aktivsten unter den Dreitausendjährigen waren - es war einfach ein kompliziertes Alter. Aber ihm schien es wirklich nicht allzu ernst gewesen zu sein mit seiner Frage, denn gleich darauf wandte sein blonder Bruder sich an eine junge Vampirin, die ihm zuvor nicht aufgefallen war.
"Also, Weib, tritt vor und zeig uns die Gabe, die du meinst zu haben!"
Marcus musterte die Frau desinteressiert, einfach aus dem Bedürfnis heraus zu erfahren, wer sie war. Hatte er nicht eben noch über menschliche Vampire nachgedacht? Denn genauso wirkte sie. Wenngleich ihre Augen in dem typischen Rotton gefärbt waren, so wirkte sie eher wie ein liebes Mädchen, das unterwegs war ihren Freund zu besuchen, als eine Unsterbliche, die sich der königlichen Wache anschließen wollte. Allerdings wusste er seit Jane und Alec, dass das Äußere einen furchtbar täuschen konnte. Die zwei wirkten wie unschuldige Kinder, doch sie waren tödliche Waffen. Womöglich verhielt es sich bei dieser Fremden ja ähnlich. Oder sie dachte, das hier sei ein netter kleiner Zirkel, der für Recht und Ordnung sorgte. Hah! Obwohl der Volturi die Machenschaften seiner beiden Brüder oft nicht - oder nicht gänzlich - billigte, so war ihm selbstverständlich klar, wie die Dinge hier liefen, und er wusste auch, dass für Aro die Erweiterung seiner Sammlung höher stand als Gerechtigkeit, ebenso wie Caius eine nahezu krankhafte Begeisterung für die Folter und das Quälen von Unschuldigen hegte. Na, mal sehen was dieses Mädchen davon hielt. Marcus legte den Kopf schief und betrachtete sie, ob sie der Aufforderung des Anführers nachkommen würde und vor allem, in welcher Weise.
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Sofibel
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Sa Feb 11, 2012 8:26 am

Sofia-Isabella wartete darauf, dass die massive Holztüre aufgehen würde, doch nichts, es dauerte und ihr Blick verblieb auf dem leeren Thron. Im Moment waren wenige hier, nur Caius, Marcus, Alec und sie... Jane musste noch im Schloss unterwegs sein... Die Nomadin verlor langsam die Lust daran zu warten und schaute nun die verbliebenen Meister an. Der gelangweilte Marcus stützte seinen kopf auf seinen Arm und sein Gesicht zwigte eine Mimik. Caius hingegen schien fast zu Meditieren, doch gerade hatte er etwas Marcus zugeflüstert! Hatte das was zu bedeuten? Als Mensch hätte sie die Ohren gespitzt, doch er hatte so leise gesprochen, dass sie nicht annähernd etwas verstehen hätte können. Fast schon herablassend meinte er nun zu ihr: „Also, Weib, tritt vor und zeig uns die Gabe, die du meinst zu haben!“

Sofibel hatte nichts anderes erwartet und trat nun sehr elegant weit auf die Meister zu. Sie konzentrierte sich auf Caius und sah etwas vor ihrem gestiegen Auge: Caius wanderte durch Osteuropa, gerade hatte ihm ein anderer Vampir erzählt, dass das Jahr 946 so schrecklich langweilig wäre, doch der Meister tötete ihn um ihm diese Langeweile zu ersparen, doch eigentlich liebte er es jemanden so zu quälen. Plötzlich sah er eine wunderschöne Vampirin, sie lebte hier: Jekaterina Wladimirowna Kolesnikow! Durch ihr abweisendes, hochnäsiges Auftreten verführte sie ihn! Sie verbrachten den Tag mit Sex, Sex und noch mehr Sex. Am Morgen ging sie, lies ihn zurück, verletzte ihn. Als er wieder zurück war, erfuhr Aro das Ganze. So konnte sich die Halbdeutschte/Halbitalienerin auch die Frauenfeindlichkeit des Meisters erklären.

Leise, mit einer sehr ruhigen und beherrschten Stimme sagte sie: „Jekaterina hat es bestimmt gefallen!“ Das reichte, damit er wusste, dass ihre Gabe etwas mit der Vergangenheit zu tun hatte. Wenn er mehr wissen wollte und die meisten Vampire waren bei ihrer Gabe neugierig, dann würde er schon nachfragen. Von einem verrückten Nomaden, der sich nicht an seine Vergangenheit als Mensch erinnern konnte, hatte sie erfahren, dass es Caius genauso ging wie ihm. In einer Vision hatte sie etwas über seine Vergangenheit heraus finden können, vielleicht würde das auch bei Caius funktionieren, natürlich nur unter der Voraussetzung er könnte sich nicht erinnern, denn sonst wäre er ja wie bei jedem anderen Wesen... Entspannt wartete sie auf die Antwort eines der Meister.
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Caius the first
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Feb 12, 2012 3:16 am

Sprachlosigkeit. Ein Gefühl, dass der Meister vielleicht einmal in seinem menschlichen Leben oder seinen Anfängen erlebt hatte, aber seit er die Volturi leitete, war es sehr selten oder wohl eher nie vorgekommen. Aber jetzt öffneten sich seine Pupillen und aus seinem Mund entfuhr ein Stöhnen, als wäre plötzlich schlagartig sämtliche Luft aus seinen Lungen gewichen. Jekaterina. Kaum hörte er den Namen aus dem Mund von dem Nomadenbastard vor ihm erschien ihr lupenreines Antlitz auch schon vor seinem inneren Auge. Ihre abweisende, hochnäsige, emotionslose und kalte Art, die genau das gewesen war, was ihn angezogen hatte. Damals, als er noch einmal durch die kalten Wälder Sibiriens gestreift war – warum wusste er heute selbst nicht mehr. Es war ein Abschnitt seines Lebens, den er geflissentlich verdrängte, wie es wohl alle Menschen und Vampire taten, wenn sie etwas Schmerzliches erlebt hatten. So war es auch bei ihm gewesen, obwohl er das natürlich niemals zugeben würde. Unfassbar, dass er jetzt … nach alle der Zeit. Sprachlos und für einen Moment vollkommen unkontrolliert starrte er das Weibsbild an. Satan., dachte Caius, fast flehend, als würde dieser den tief sitzenden Schmerz verringen können.

Es dauerte insgesamt ganze zwei Sekunden, bis sich der alte Meister wieder gefasst hatte. Für einen Vampir eine vergleichsweise lange Zeit, besonders für ihn selbst. Dass die Nomadin ihn so bloß gestellt hatte – obwohl nur er wusste, was sie damit meinte – förderte seine Sympathie für sie allerdings nicht. Ganz im Gegenteil. Als er sich wieder unter Kontrolle hatte, hob er gewinnend, und nach außen hin ruhig und gefasst wie immer eine Braue, ehe er leicht nickte.
„Das denke ich auch.“ Seine Stimme war tief und voll und gleichzeitig eindringlich und hart. Wegen dem Chaos, was in ihm herrschte, konnte er nicht einfach nur dasitzen, sondern erhob sich und ging gemächlich die Stufen hinunter. „Und du glaubst, mich damit beeindrucken zu können?“ Verächtlich schüttelte er den Kopf und hielt sich die Hand vor dem Mund, um ein Lachen zu unterdrücken. Der perfekte Lügner. „Und wie meinst du, uns damit weiterhelfen zu können?“, fuhr er fast schon gelangweilt vor, ehe er wenige Meter vor ihr stehen blieb. „Das was du scheinbar kannst, kann jedes Waschweib in Volterra.“ Höhnisch und alles andere als freundlich starrte er auf sie hinunter. Gut, sie hatte gewisse Züge von Charakterstärke, aber das allein reichte nicht, um Caius von sich zu überzeugen. Selbstbewusstsein und Furchtlosigkeit reichte hier gerade einmal dazu aus, nicht auf der Stelle umgebracht zu werden. Und selbst das war keine Garantie. „Außerdem bist du auch nicht unbedingt die Schönste.“, meinte er herabwürdigend, ehe er sich umdrehte und gemächlich zurück zu seinem Thron ging. Während er das tat, warf er Marcus einen langen Blick zu, um herauszubekommen, was er davon fand. Wenn er überhaupt zugehört hatte, worüber sich Caius nicht unbedingt sicher war. Die Zeit, in der er Sofibel den Rücken zuwandte nutzte er aus, um jegliche Aufgewühltheit aus seinem Inneren zu verbannen. Da der Meister darin wohl meisterhaft war – welch Wortspiel! – waren sämtliche Gefühlsregungen nicht nur aus seinem emotionslosen Gesicht sondern auch aus seinem Denken verschwunden – Jekaterina gehörte wieder der Vergangenheit an. Der Vergangenheit, die hinter einem lag – für jemanden wie Caius, der stets nach vorne blickte, vollkommen gleichgültig. „Also, warum sollen wir dich nicht auf der Stelle töten?“, fragte er resigniert und hart und schaute sie an.
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Felix the first
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Feb 12, 2012 9:55 am

cf: Volterra :: Restliche Räume :: Gänge

Felix stand im Thronsaal wieder auf seinem Platz und konnte alles verstehen was Alec sagte, auch wenn er seine Lippen nicht bewegte. Allein sein Blick schien Baende zu sprechen. Der grosse Volturi laechelte ihn an und nickte. Als Alec dann an ihm vorbei schritt, wuenschte Felix ihm noch viel Erfolg. "Viel Erfolg.", meinte er und sein Blick verriet Alec, dass sich Felix spaeter auch um Jane kuemmern wuerde. Wenn diese sich etwas beruhigt haette, denn er hatte keine so grosse Lust gefoltert zu werden.
Sofia-Isabella suchte sich Caius aus, um ihre Gabe ihnen vor zu fuehren. Felix stand nur da und sah sie an. Er war froh, dass es dieses Mal nicht ihn erwischt hatte. Denn er wusste auch, dass wenn sie ihn aus gesuchte haette, er es nicht ohne Alecs spaetere Hilfe schaffen wuerde. Waehrend Isabellas ganzer Aufnahmepruefung verhielt Felix sich ruhig. Nur Caius letzte Bemerkung liess ihn auf horchen.
„Also, warum sollen wir dich nicht auf der Stelle töten?“ Meinte der das wirklich Ernst. Nicht das Felix die Entscheidungen seiner Meister jemals anzweifeln wuerde,
doch diese Entscheidung kam etwas ploetzlich fuer ihn. Er sah seinen Meister an und ein leuchten zeigte sich, nur fuer Caius sichtbar, in seinen Augen.
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Sofibel
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Di Feb 14, 2012 5:39 am

Sofibel stand stabil, als Caius sich gefasst hatte. Er hatte einige Zeit gebraucht, wahrscheinlich fast solange wie ein Mensch! „Das denke ich auch.“, meinte er gleichgültig. Er muss sich erinnert haben, dass machten die Meisten in der Zeit, direkt nach dem Ansprechen. „Und du glaubst, mich damit beeindrucken zu können?“, fragte er, doch er meinte das nicht wirklich ernst, da war sich die junge Vampirin sicher. Ruhig, gelangweilt fuhr er in seiner alteingesessenen Art fort: „Und wie meinst du, uns damit weiterhelfen zu können? Das was du scheinbar kannst, kann jedes Waschweib in Volterra.“ Er wollte sie fertig machen, doch sollte ihr das was ausmachen? Nein! Sie blieb ruhig und standhaft stehen. Der Meister war um einiges Größer als sie und schaute abwertend auf sie heraus. Eigentlich sah sie es nicht ein aufzusehen, um Blickkontakt zuhalten, aber sie hatte Benehmen gelernt und würde es wahrscheinlich immer aufrecht erhalten. „Außerdem bist du auch nicht unbedingt die Schönste!“, meinte er herab wertend... Die Halbdeutsche hätte darüber lachen können, doch sie tat es nicht, sie lies es einfach an sich abprallen. Ein Motivationscoach hatte mal zu ihr gesagt, dass nur Leute die unter einem sind, versuchen einen runter zu ziehen, welche die über einem sind, würden einem immer hochziehen! Das musste wohl heißen, dass sie über Caius war. Sie strahlte innerlich, während der gebrechliche Mann zurück zu seinem Thron schritt. „Also, warum sollen wir dich nicht auf der Stelle töten?“, fügte er hinzu, als er sich herum gedreht hatte und endlich wieder die Kontrolle über seine Gefühle besaß. Sie versuchte noch nicht einmal sich Worte zurecht zu legen, denn für das, was sie sagen wollte, reichte ihr Standartwortschaft völlig aus. So fing sie monoton an zu Sprechen: „Zu 1. Bestimmt! Zu 2. Denke ich schon, dass habe ich ja auch. Zu 3. Sobald man jemanden auch nur mit der Vergangenheit von vor 1 Sekunde konfrontiert, ist er über das Wissen schockiert – ein Moment der Unachtsamkeit – ein Moment in dem man ihn problemlos töten kann. Und wenn es jedes Waschweib in Volterra könnte, dann würden Sie ihre menschliche Vergangenheit schon lange kennen, nicht? Außerdem muss ich mindestens so schön sein, dass man mich ansehen kann, sonst wären ja alle in meinem Umfeld schon längst tot umgefallen, und ja, dass wäre bestimmt eine tolle Gabe oder Ausstrahlung.“ Mit den letzten Wörtern wollte sie eigentlich nur etwaigen Rückkommentaren vorbeugen. Nun setzte sie zu ihrer letzten Antwort an: „Und wenn ihr mich töten gewollt hättet, dann hättet ihr es schon lange getan!“ Es war so etwas wie der Todesstoß, er beendete das Gespräch im Großen und Ganzen, danach würden nur noch ungebrauchte Wortwechsel stattfinden.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Di Feb 14, 2012 12:00 pm

Es war immer wieder interessant, das Herein und Herausströmen der Wachen zu beobachten – obwohl die Definition von »interessant« natürlich gänzlich unterschiedlich waren; galten für einen Jäger, der vierundzwanzig Stunden lang auf Jagd war andere Lebensinhalte als interessant, als jemanden der ewig in einem einzigen Raum verweilte, auf einem steinernem Thron hockend, durch unsichtbare Bande gefesselt, die man wohl Loyalität und Treue nannte. Damit wollte Caius natürlich nicht im Geringsten sagen, dass er – den auf ihn bezog sich ja die Beschreibung mit dem Thron und den Fesseln – nicht gleichzeitig ein Jäger war. Nein, genau das Gegenteil war der Fall. Daher sollte man den Meister der Volturi niemals, nicht mal einen sekundenbruchteillang, unterschätzen, denn sonst sah sich Caius mit Vergnügen dazu gezwungen, denjenigen auf der Stelle umzubringen. Und genau auf Letzterem lag die Betonung: Umbringen. Caius würde es selbst machen und dieses Mal nicht die Wachen für sich arbeiten lassen. Ohne zu zögern mit einer Miene, die wohl Freude sehr nahe kam.
Überraschend war allerdings, dass musste er diesem Balg lassen, dass sie nicht sofort auf das, was er sagte, einging, sondern ruhig und geduldig abwartete, bis er fertig war – und das, obwohl er wohl nie gänzlich fertig sein würde mit ihr, oder sonst jemanden. Dennoch war es ihm gleich, dass dem so war, es änderte nichts an der Tatsache, dass er überdurchschnittlich große Zweifel an einer Aufnahme hatte; also mehr als im Normalfall eh bereits. Amüsant war hingegen auch Felix’ Reaktion auf seine Frage, warum die Volturi die Nomadin nicht auf der Stelle töten sollten. Es war doch eine berechtigte Frage, oder etwa nicht? Außerdem war es eine sehr caiustypische Frage, wer sonst hätte auch den Mut, sie so offen und direkt zu stellen? Caius gönnte sich ein selbstgefälliges Grinsen, während er die fremde Vampirin einmal mehr musterte. Ihm missfiel ihre hochnäsige Art – was er keinesfalls verbarg – und gleichzeitig beging sie den gravierenden Fehler zu glauben, dass ihren trotzigen Antworten irgendeine Wirkung auf ihn hatten. Ganz im Gegenteil. Im Laufe der Jahrhunderte gab es unzählige Vampire, die oberflächlich betrachtet genauso waren wie der Nomadenbastard, der nun vor ihm stand und ihr Kinn buchstäblich in die Lüfte streckte. Da viele ihrer Antworten leeres Geschwätz waren, überging Caius diese und meinte trocken und mit erhobener Braue: „Nun gut, dass deine Gabe überrascht mag wohl der Wahrheit entsprechen. Aber Ablenken tun viele Gaben, meine Kleine.“, säuselte er aro-like, noch immer erniedrigend, und mit einem Hauch eines Lächelns auf den Lippen. Dieses Kind nervte ihn.
Doch als sie meinte, dass er sie schon längst hätte töten lassen, wenn er es gewollt hätte, entfuhr ihm ein Lachen, schallend und laut für einen Moment. „Nun, dann kennst du mich wohl besser als ich selbst.“, spottete er und deutete auf Felix und die anderen Wachen, „selbst sie wissen, dass nur Aro und vielleicht auch Marcus mir im Weg stehen, Möchtegerne wie dich auszulöschen.“ Während er sie nieder starrte, jener Blick, der außer Aro und Marcus vielleicht, jeden Vampir innerlich einschüchterte oder zumindest ein Gefühl des Unbehanges auslöste, fest auf ihren Augen gerichtet, verdunkelten sich Letztere um einige Nuancen und wurden eisig. „Ich würde mir also an deiner Stelle, Mädchen, gut überlegen, wie du etwas formulierst. Und wen du dir zum Feind machst.“ Spott knisterte förmlich in der Luft, „denn sollte Aro für eine Aufnahme sein – und er hat schon Wesen wie Afton aufgenommen – wäre es doch zu schade, wenn du nach wenigen Tagen vernichtet werden würdest.“
Dass er das alles andere als schade fänden würde, zeigte sein Blick.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Di Feb 14, 2012 9:23 pm

Seine Reaktion schien seinen Meister in irgendeiner Weise zu amuesieren. Doch noch wusste Felix nicht in welcher Weise. Aber er konnte sich es sehr gut vorstellen, da Isabella ihn durch ihre Redensart sehr nervig fand. Sie wollte ihn kennen?
das bezweifelte Felix sehr, denn wenn sie ihn kannte, wuerde sie sich nicht so benehmen, wie sie sich nun benahm. Felix blickte von Santiago wieder zu Caius und verdrehte seine Augen, um ihm einfach nur zu sagen, dass ihm Isabellas Gerede genau wie ihm auf die Nerven ging.
„Nun, dann kennst du mich wohl besser als ich selbst.“, meinte seine Meister zu ihr.
„selbst sie wissen, dass nur Aro und vielleicht auch Marcus mir im Weg stehen, Möchtegerne wie dich auszulöschen.“
Felix laechelte und nickte, als Caius meinte, dass selbst die Wachen es wussten, wie man sich zu benehmen hatte. Und wie die Autoritaeten gesetzt waren.
„Ich würde mir also an deiner Stelle, Mädchen, gut überlegen, wie du etwas formulierst. Und wen du dir zum Feind machst.“
Ja das stimmte Isabella sollte es sich wirklich noch einmal genau ueberlegen, wie sie mit Caius sprechen sollte.
Felix hatte ihm auch schonmal gesagt was ihm gefiel und was ihm missfiel, doch Felix hatte sich sein Worte sehr gut heraus gesucht und zu recht gelegt.
„denn sollte Aro für eine Aufnahme sein – und er hat schon Wesen wie Afton aufgenommen – wäre es doch zu schade, wenn du nach wenigen Tagen vernichtet werden würdest.“
Bei Caius letztem Kommentar, verhielt sich Felix wieder ruhig und wartet bis Aro kam um eine Entscheidung ueber diese Nomadin zu faellen.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Sa März 03, 2012 12:20 pm

Warum konnten Vampire eigentlich nicht einschlafen? Menschen beschwerten sich so oft darüber, dass sie einen Großteil ihres begrenzten Lebens mit Schlaf vergeudeten, dabei wussten diese naiven Sterblichen nicht einmal, wie gut sie es eigentlich hatten. Konnten einfach abschalten, für ein paar Stunden der grausamen Realität entfliehen und ihren Gedanken freien Lauf lassen. Wie sehr sehnte er sich doch danach, es ihnen gleich tun zu können! Aber nein, sie jammerten und nahmen merkwürdige Mittelchen, um länger wach bleiben zu können, um ihre natürlichen Bedürfnisse zu unterbinden. Hm. Vielleicht könnte man ja derartige Stoffe für Vampire herstellen? Er würde sicher nicht nein sagen.
Aber selbstverständlich war diese Vorstellung unsinnig. Untote hatten keinen funktionierenden Blutkreislauf, der derartige Dinge transportieren konnte und soweit er wusste waren vampirische Zellen nicht in der Lage, irgendetwas aufzunehmen. Wie schade, das wäre sicher eine gewaltige Marktlücke.
Nur nebenbei bemerkte Marcus das Geschehen um ihn herum. Wenngleich seine Augen die ganze Zeit auf die Blonde vor ihm gerichtet waren, so sah er sie nicht wirklich. Natürlich konnte er sie sehen. Und natürlich hörte sie auch, was sie sagte. Doch er nahm es nicht wirklich wahr. Alles fand seinen Weg in sein Gehirn und später würde er es sicher wiederholen können, doch im Moment interessierte es ihn nicht und er blendete das kleine 'Duell' aus. Erst als Caius irgendetwas von töten erwähnte - und dabei mehr als ernst klang - löste das irgendeine Alarmglocke in seinem Kopf. "Immer mit der Ruhe, Bruder," meinte er mit monotoner Stimme, während sein Blick zu dem Angesprochenen wanderte. "Lass sie erst mit Aro reden, bevor du irgendwas anderes tust. Danach darfst du sie gerne töten... nachdem er es abgesegnet hat." Ihm war freilich klar, wie sehr Caius solche Vorschriften verabscheute und noch mehr verabscheute er jene, die versuchten ihm die Vorschriften machten. Zum Glück war er einer von vieren, die der Unsterbliche nicht dafür bestrafen konnte - hassen, ja, doch das störte ihn in keinster Weise. Und es wäre sicherlich unangenehmer, wenn Aro hier eine spezielle Gabe entging. Auch wenn er diesen Sammeltick seines Bruders nicht nachvollziehen konnte. Ihn würde es auch nicht stören, wenn Caius dieses Mädchen hier und jetzt töten würde, genauso wenig wie er etwas dagegen einzuwenden hätte, wenn er es nicht täte. Nur die Frage, warum manche sich den Volturi so unbedingt anschließen wollten, beschäftigte ihn noch.
Ja, sie waren der bekannteste Zirkel der Welt. Sie hatten einen gewissen Ruf. Wer ein Teil der Volturi war, strahlte Macht aus. So vieles gab es, das Unsterbliche gewiss anzog.
Für ihn waren die Wachen nichts weiter als Sklaven, als Bedienstete, als Aro's Spielzeuge. Für ihn hatte es nichts Ehrenvolles in diesem Zentrum der Kälte - und das im sonnigen Italien! - in dieser Burg aus Einsamkeit unter lauter anderen festzusitzen. Für ihn stand seine Zugehörigkeit zu diesem Zirkel auf der Liste der Dinge, die er hatte aber nicht wollte, ganz weit oben. Genau genommen auf dem zweiten Platz, direkt nach seinem Leben. Vor vielen, langen Jahrhunderten hatte es eine Zeit gegeben, in der es anders war. Damals, noch bevor die ewige Stadt Rom gegründet worden war, als Griechenland noch das Zentrum der Weisheit, der Kunst, der Philosophie und der Macht war - nicht so wie heute, wo die Menschen sein Heimatland zugrunde richteten - damals hatte es eine Zeit gegeben, in der er gerne dazu gehörte. Zunächst hatte er gezweifelt, war er doch nicht gerade der Zutraulichste, aber Aro hatte ihn überzeugt. Es war der erste Schritt gewesen, der sein schreckliches Schicksal besiegelt hatte.
Und es war der erste Schritt zu den glücklichsten fünfhundert Jahren seines Lebens gewesen. Denn nur weil er Aro gefolgt war, hatte er sie kennengelernt. Didyme. Wenngleich so vieles aus dieser Zeit in Vergessenheit geraten war, so war ihr Gesicht geblieben. Immer noch, selbst nach anderthalb Jahrtausenden sah er sie vor sich, als wäre sie eben erst bei ihm gewesen. Ihr Lächeln, wenn sie wieder einmal darüber sprach, wie besessen ihr Bruder sein konnte. Ihre strahlenden Augen, denen nicht einmal das vampirische Rot etwas anhaben konnte. Ihre Ausstrahlung, wie sie ihn in ihren Bann zog, einfach indem sie mit ihm sprach oder nur vor ihm stand. Nein, nicht einmal das. Er musste nur an sie denken, um gefangen zu sein in ihrer Vollkommenheit. Ja, Didyme war vollkommen. Ihre Stimme, wie die eines Engels, so stellte er sich den Gesang der sagenumwobenen Sirenen vor, die so viele Männer in den Tod gelockt hatten. Ihre Bewegungen, so unterschiedlich wie sie nur sein konnten - zum einen ihr starkes, selbstbewusstes Auftreten, wenn sie die Frau war, die nicht so leicht nachgab, die jahrelang Bewunderern getrotzt hatte und sie auf Abstand gehalten hatte, die Frau, die genauso stur war wie ihr Bruder, genauso auf ihre eigenen Ziele fixiert wie er. Und dann die Frau, die er kennenlernen durfte, wenn sie alleine waren. Die sanfte, zärtliche Frau, die noch fast ein Mädchen war. Die ihr sterbliches Leben verloren hatte, die sich immer einsam gefühlt hatte, eben weil sie niemanden an sich heran ließ. Die ihm nachts, bei ihren Spaziergängen ins Ohr flüsterte, dass sie sich in ihn verliebt hatte und ihn nie wieder würde gehen lassen.
Aber sie war gegangen.
Sie war fort.
Unwiederbringlich.
Verloren.
Aros Ankunft im Thronsaal schreckte Marcus aus seinen wehmütigen Gedanken auf. Er kannte die Prozedur bereits, die nun beginnen würde: dieses Mädchen würde Aro die Hand reichen, er würde ihre Gedanken lesen und sie dann auf später vertrösten, damit die drei Anführer sich beraten konnten. Wie immer eben. Dieser gewohnte Ablauf war nichts Neues, und er würde es auch nicht schaffen, ihn von seinen Erinnerungen abzulenken.
Wie immer eben.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Di März 06, 2012 6:56 am

Sofibel wartete auf die Antwort des ach zu arroganten und eingebildeten Caius – er war Mitglied der Volturi, obwohl er noch nicht mal eine Gabe hatte. Hätte sie es hier nicht ernst gemeint, dann hätte sich sich wahrscheinlich verzogen, doch sie war von manch einer Gabe in der Reihe der Wachen beeindruckt und wollte sie näher kennen lernen. Langsam säuselte der 'Greis': „Nun gut, dass deine Gabe überrascht mag wohl der Wahrheit entsprechen. Aber Ablenken tun viele Gaben, meine Kleine.“ Er nannte sie klein, obwohl er gerade eben noch so klein war – zumindest innerlich, denn äußerlich würde er immer den erfahrenen Macker machen. Sie lauschte ihm nicht mehr wirklich, es interessierte sie nicht mehr, sie wartete auf Aro und als Caius's Lippen sich endlich nicht mehr bewegten und Marcus ihn beschwichtigt hatte, trat der beschäftigte Meister ein.
Mit voller Konzentration stellte er sie vor sie und bat sie darum, ihm ihre Hand zu geben. Ohne eine Regung legte sie ihre Hand in seine. Etwas gierig zog er sie(die Hand) an sich und wirkte abgelenkt, er schaute in die Ferne. Sofia-Isabella schaute leer, sie kam sich vor als würde sie gelesen werden, wie ein Buch, dass danach keine Bedeutung mehr hatte. Aro musste auch Visionen von ihr gesehen haben, er musste sich vorstellen können, wie es war eine Vision zu bekommen. Es war nicht einfach, da ist sie, nein, es war komplizierter, sie konnte sich langsam ankündigen, sodass dein Blick etwas neblig wurde, sie konnte aber auch so plötzlich kommen, dass du kurze Zeit nicht zwischen Realität und Vision unterscheiden kannst. Leicht lächelnd lies er ihre Hand los, drehte sich um und ging auf seine Brüder und seinen Thron zu. Er bat die Vampirin in zwei Tagen wieder zu kommen, bis dahin hätten sich die Meister beraten und sie würde die Entscheidung erfahren. Angemessen bedankte sich das Mädchen drehte sich um und verließ das Schloss.

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BeitragThema: Re: Thronsaal   Mi März 21, 2012 7:35 am

ZEITSPRUNG


Schlafen.
Es war ein naiver, vollkommen lächerlicher Wunsch, aber mit einem Mal überkam er den altehrwürdigen Meister der Volturi. Einfach die Lider zu schließen und sich den Träumen hinzugeben. Das Gefühl, das man hatte, wenn man morgens gut ausgeschlafen aufwachte, gemütlich eingekuschelt in Tonnen von weichen, weißen Daunen, hatte Caius natürlich schon lange vergessen. Nun war er gänzlich erfühlt von der jahrtausendlangen Ruhe. Man könnte durchaus behaupten, dass der Leader seinen inneren Frieden gefunden hatte. Die persönliche Balance, die jeder Vampir wohl brauchte, um all die endlose Zeit nicht nur durchzuhalten, sondern auch zu genießen. Und das tat er, natürlich. In vollen Zügen. Allerdings unterschied dieser innere Frieden (dessen Bezeichnung nur so vor Naivität strotzte – jedoch gab es keine Alternative, die die gleiche tiefere Bedeutung hatte) sich von Vampir zu Vampir. Das war selbstverständlich, genauso wie die Tatsache, dass Marcus seinen eigenen Frieden wohl noch nicht gefunden hatte. Und auch wohl nie finden würde. Da war sich Caius vollkommen sicher – genauso wie das wohl auch zumindest alle Volturi ahnen dürften. Und die Cullens, durch Charlisle. Es war eine wirkliche Schande, dass er einfach so davon gelaufen war und seine eigene Familie aufgebaut hatte. Und überhaupt war es eine Schande für die gesamte Rasse der Vampire. Denn sich auf minderwertiges Blut von Tieren zu beschränken zeugte davon, dass man nicht einverstanden war, ein Vampir zu sein. Das man nicht das Ding hatte, durchzuhalten.

Schwach, dachte Caius resigniert und schüttelte leicht den Kopf, noch immer mit geschlossenen Augen. Der Anblick, den er vor sich wahrnahm, ermüdete ihn, war es doch das Bild, was sich ihm in 99% der Zeit bot. Der Thronsaal, mit einigen offensichtlich gelangweilten Wachen. Wenn man das Geschehen mit einem dieser neumodischen Fotograpfieapparaten oder wie auch immer man sie nun schimpfte aufnehmen würde, also, einen kleinen Film machen würde, käme man wohl auf das gleiche hinaus, wenn man den Film oder ein Porträt verwenden würde, so bewegungslos verharrten alle auf ihren Plätzen. Es war schlichtweg geordnet – jeder hatte seinen Platz, seine Aufgaben und darüber hinaus sogar seine Bestimmung. Sie alle waren hier, weil sie ein unglaubliches Talent hatten. Eine Gabe, die außer ihnen wohl niemand in vergleichbarer Stärke besaß. Bei den einen war es wohl eine offensichtliche Gabe, bei den anderen eine, bei der man genauer hinschauen musste – als bestes Beispiel war natürlich er selbst anzuführen. Aber wenn man die Gabe auf den ersten oder noch auf den zweiten Blick erkennen konnte, war die gesamte Angelegenheit ja langweilig und uninteressant. In der Tiefe lag die Würze. Außerdem war es ein ungemeiner Vorteil in einem Kampf, wenn der Gegner nicht alles wusste. Man konnte ihn überraschen. Zu Fall bringen. Töten. Eiskalt, und schneller wie man „Volturi“ sagen konnte – oder so. Mit einem leichten Grinsen genoss er es für einen kurzen Moment, an seinen letzten Mord zurück zudenken. Und die Süße des Blutes seines Opfers. Hach, es war eigentlich viel zu einfach gewesen: Nachts, in den äußeren Vierteln von Volterra, ein junges Ding. Vollkommen allein. Sie hatte Angst, ein uralter Instinkt, wenn sich ein Vampir näherte – sehr ausgeprägt bei den italienischen Frauen. Er genoss den Moment, in dem sich eine Gänsehaut über ihren gesamten Körper zog. Die Sekunde, bevor er von hinten seine Hand um die blasse Haut ihres Halses schlang und seine Zähne in ihren Körper bohrte. Hmmm. Mit einem matten Grinsen sann er noch über das folgende Geschehen nach, ehe Aros Stimme ihn in die Wirklichkeit zurückholte. Er fokussierte seinen Bruder im Geiste und nickte leicht, zustimmend, denn immerhin hatten sie bereits alles besprochen. "Wir haben lange darüber nachgedacht, ob wir dich endgültig privilegieren, dich uns anschließen zu dürfen. Am Ende waren wir uns einig, dass du eine Bereicherung wärst, die wir uns nicht entgehen lassen dürfen.", schnarrte Aro in seinem üblichen Tonfall, während Caius innerlich genervt aufseufzte - sein Bruder musste immer um den heißen Brei herumreden, was auf Dauer regelrecht nervig war. "Daher bist du ab diesem Zeitpunkt eine vollwertige Volturi!" Das Lächeln, das sich auf Aros Lippen bildete, wirkte freundlich und erfreut. Doch Caius wusste, dass dieses verdammte Lächeln von Aro Tiefgang hatte - und, dass es nicht das war, was es vorgab zu sein, vergleichbar mit der Ruhe vor dem Sturm, der alles zerstören würde.
Erneut erschien ein flüchtiges, sadistisches Grinsen auf den Zügen des blonden Meisters – das war das, was sie der Öffentlichkeit bekannt gaben, sozusagen. Das, was dahinter steckte, war das eigentlich raffinierte. Aber das verkündete Aro nun natürlich nicht – immerhin gab es lediglich drei Eingeweihte. Ihn, Aro und Marcus. Diese sollte nämlich die Beziehung von ihrem Neuzugang zu den Volturi verfestigen und fundamental sichern. Denn nur dadurch waren sich Aro und er sicher darüber, dass sie sich den Volturi als nützlich herausstellen würde. Mit einem leichten Seufzer lehnte sich der Meister zurück, um Sofibel wie immer munter nieder zustarren. Er war ob der Entwicklung dieser neuen Wache sehr interessant. Ein anzügliches Grinsen erschien auf seinem Gesicht. Man wusste ja nie, wohin der Weg letztendlich führte.
"Bald werden Demetri, Letizia, Chelsea und Alec zurückkehren.", verkündete der weißhaarige Vampir neben ihn, dem Caius nun den Kopf und auch seine Aufmerksamkeit zu wandte.
"Und vielleicht sind sie ja nicht alleine.", säuselte Caius gedämpft, jedoch so, dass jeder der anwesenden Wächter ihn hören konnte.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So März 25, 2012 2:24 am

Cf.: Fort William – Außerhalb – Wald

Der Tracker hörte noch das leise gewisperte ‚Danke’ von der Vampirin neben ihm, dann schlossen sie auch schon zu den anderen auf. Demetri war es inzwischen gewohnt solcherlei Formationen zu bilden. Sie waren eine perfekte Einheit, niemand tanzte aus der Reihe, genau so, wie es sein sollte. Schließlich waren die Volturi unfehlbar. Ein nur kurz währendes Grinsen huschte über sein Gesicht. Ja, so hätte es sein sollen. Vor der Ära der Cullens hatte man sie als solche angesehen. Als zwar grausame, aber dennoch gerechte Herrscher der Vampirwelt. Niemand hatte die Frage nach ihrer Legitimation gestellt, nach dem Grund, weshalb sie so handelten, wie sie es taten. Keiner hatte aufbegehrt, bloß die Rumänen, doch diese waren selber Schuld. Sie hatten es verantwortet, dass die Menschen von ihnen erfuhren, hatten wie Könige gelebt, die sich an ihren Opfern labten, hatten Menschen als Sklaven benutzt. Und da sollten die Volturi die Grausamen sein? Schnell schüttelte der Tracker den Kopf und betrachtete Letizia. Auf ihren Lippen lag ein dunkles, aber auch freudiges Lächeln. Es gab immer noch Vampire, die freiwillig zu ihnen kamen. Was maßten sich die Cullens also an, zu zweifeln? Sie würden schon bald bemerken, wie töricht es war, sie zu unterschätzen, zu provozieren. Denn mit dem kleinen Halbwesen war auch ihre Sicherheit genommen worden. Die kleine, wundervolle Familie war zerrissen, ihr liebster Schatz war ihnen geklaut. Sie hatten Hinterlistigkeit gewollt und nun mussten sie mit den Konsequenzen leben. Anfangs war Demetri skeptisch gewesen. Hatten sie ihn doch gesehen, gewusst, dass er sich bei ihnen herumtrieb. Und da ließen sie das kleine Mädchen ganz allein hinaus? Beschützten es nicht vor den großen bösen Vampiren? Wie töricht, wie unglaublich töricht. Und da hatte er ihnen zugetraut, die Volturi in eine Falle zu locken. Wieder einmal wurde ihm bewiesen, dass er sie immer wieder überschätzte. Sie waren dumm, naiv und einfach ein Schandfleck auf der Landkarte. Außerdem konnten sie ihn nicht übertrumpfen. Seine Gabe war zu mächtig, zu stark. Und selbst der Schutzschild der lieben Isabella war mit viel Konzentration zu knacken. Vielleicht war sie ihm ebenbürtig, denn auf lange Distanzen war es unmöglich, sie und alle, die sie schützte zu erkennen, doch wenn er ihr nahe war, so bemerkte er eine Veränderung. Er musste nur gezielt nach ihr suchen, nach ihrem Duft, ihrer Persönlichkeit und er fand sie. Nicht direkt, aber Nuancen ihrer Spur. Und das war es, was sie immer verrat. Niemand konnte vollkommen verschwinden. Das war unmöglich. Und irgendwann, mit genug Übung, würde er es schaffen, sie auch über längere Distanzen auszumachen. Er konnte sich noch genau daran erinnern, wie es war, als er sie das erste Mal getroffen hatte. Dieses kleine, wehrlose Etwas, mit schlagendem Herzen und so süßem Blut, dass es wirklich erstaunlich war, wie Edward Cullen dem hatte standhalten können. Erstaunlich dumm! Denn jetzt hatte er dieses lästige Mädchen zu einem von ihnen gemacht und sie war der Grund, weshalb sie den ganzen Ärger hatten. Wenn Aro sie doch nur getötet hätte… und Cullen gleich mit. Jedes Mal würde er so viel darum geben, sie einfach zu zerfleischen. Denn sie war ein Nichts. Sie konnte rein gar nicht kämpfen und in einem Zweikampf wäre sie so wehrlos, wie ein einfacher Mensch. Sie bildete sich etwas auf ihr Talent ein, doch wenn es wirklich darauf ankäme, so hätte sie immer jemanden, hinter dem sie sich verstecken konnte.
Jetzt aber konnte sie sich nicht verstecken. Schließlich musste sie ihre liebreizende Tochter retten. Ihre Tochter, die ein Lächeln auf den Lippen hatte, dessen Augen loderten und einen inneren Kampf offenbarten, welcher Demetri zum Schmunzeln brachte. Chelseas Gabe war nicht start genug, um die festen Bande zwischen dem Halbwesen und ihren Eltern vollkommen zu trennen, doch das Gefühl, zu den Volturi zu gehen, war stärker. Ihre Gedanken mussten ein wahres Vergnügen sein und Demetri hätte gerne einmal Aros Gabe gehabt, um zu wissen, was in ihr vorging. Der Widerstreit zwischen dem Falsch und dem Richtig, der Versuch zu verstehen, was gerade geschah, es war wundervoll mit anzusehen. Und das anerkennende Lächeln, welches sie ihm zuwarf, ließ ihn nur noch breiter Grinsen. Sie hatten sie in ihrer Gewalt und sie konnte rein gar nichts dagegen tun. Selbst die stärksten Vampire waren nicht stark genug, um Chelseas Gabe zu entgehen. Das konnte niemand. Der Tracker konnte sehen, wie sich Renesmee mit dem Gedanken anfreundete, nach Volterra zu kommen. Der Hass und die Wut auf die Volturi war verschwunden, das wusste Demetri ganz genau.
Schnell jedoch verschwand das Lächeln. So grausam es gewesen war, es gehörte nicht hierher.

Schnell liefen sie in Richtung Heimat. Und doch nicht schnell genug. Die beiden Halbmenschen hielten sie in ihrem Tempo auf. Auch wenn man sie kontrollierte, so kamen sie doch an ihr Limit, welches die Vampire locker mithalten konnten. Sollten die Cullens ihre Spur aufnehmen, würden sie schnell aufholen. Trotz diesem Wissen zuckte Demetris Kopf in die Höhe, als Alec verkündete, dass er das Halbwesen tragen würde. Kalt blickte er den jüngeren Vampir an. Was war in ihn gefahren? Selbst wenn sie dadurch schneller wurden – denn so erklärte er es ihnen – so würde sich doch normalerweise niemand dazu herablassen, dieses … Etwas zu tragen. Das war unter ihrer Würde! Doch Alec ließ sich nicht beirren und hob Renesmee hoch. Ungläubig schüttelte der Volturi den Kopf. Mit einem herablassenden Blick beobachtete er, wie die Kleine ihre Hand auf den Arm des jungen Vampirs legte – denn das war er im Vergleicht zum Tracker – und wohl ihre Gedanken mit ihm teilte. Demetri schüttelte den Kopf und setzte sich an die Spitze der Truppe, zusammen mit Chelsea. Wenn Alec es so wollte, so musste er sich hinten anschließen.

Endlich kam die Stadt in Sicht. In der Dunkelheit lag sie beinahe friedlich da, vereinzelte Lichter blitzten hier und da hervor, wirkten einladend und vertraut. Doch die Stadtmauern sagten etwas ganz anderes aus. Sie sprachen von Gefangenschaft, von Abschottung und doch sah es aus wie eine altertümliche Burg, die zugleich Gefängnis, als auch schützender Zufluchtsort war. Die Menschen jedoch sahen all das nicht. Für sie war es ihr zu Hause, für die Touristen irgendeine berühmte Stätte, von der man Fotos machen konnte, um sie später irgendwo vergammeln zu lassen. Die Pracht erblickte niemand.
Demetri jedoch schloss die Augen und sog tief die nächtliche Luft ein, welche so wunderbar warm und einhüllend war. Ein kurzes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. Endlich waren sie angekommen. Fort von dem ewig währenden Regen Schottlands, fort von den grauen Wolken und vor allem fort von den Cullens.
Schnell bahnten sie sich einen Weg durch die engen Gassen, huschten ungesehen an den Häusern vorbei, bis sie an einem unscheinbaren Gullydeckel angekommen waren. Ohne Probleme hob Demetri ihn an und verschwand in den Tiefen. Leichtfüßig kam er auf dem harten Boden an, allein das Krachen des Aufpralls hallte in den langen Gängen wider. Er wartete nicht, bis die anderen nachgekommen waren. Sie kannten den Weg gut genug.
Schnellen Schrittes lief er durch das gewundene Labyrinth, sich das Klackern der Schuhe seiner Gefährten hinter ihm bewusst. Er öffnete lautlos das Tor, welches sie in die Schlosskatakomben führte, lief hinauf, bis er vor der schweren Doppeltür zum Thronsaal stoppte. Sie waren alle dort. Die Meister, einige Wachen, Jane und jemand ihm vollkommen Unbekanntes. Er hatte diesen Duft, diese Note schon wahrgenommen, als er Chelsea und Alec begegnet war. Es war eine Vampirin, ihren Namen kannte er nicht. Doch sie musste auch eine dieser Neuen sein…
Doch er verbannte alle Gedanken aus seinem Kopf, reckte das Kinn und ließ ein eisiges Funkeln in seinen Augen erscheinen. Dann stieß er die Türen auf, richtete seinen Blick sofort auf die Meister, ohne auch nur einmal die Augen nach irgendjemandem umzuwenden. Zielstrebigkeit war hier verlangt, man brauchte keine Vampire, die sich allzu schnell ablenken ließen. Nur der eiskalte Wille führte zur Perfektion.
Vor den Thronen der drei angekommen, verbeugte er sich rasch und respektvoll, blickte jedem einzelnen in die Augen. Erst Marcus, dann Caius und schließlich Aro. Dort verweilte sein Blick und er erkannte Erwartung, aber auch Ungeduld. Niemand musste aussprechen, dass Demetri nun das Wort erheben sollte. „Meister, wie ihr unschwer erkennen könnt sind wir zurück. Und wir haben Euch ein kleines … Präsent mit gebracht.“ Normalerweise hätten nun seine Mundwinkel gezuckt, doch er beherrschte sich. Warum alles mit einem Scherz auflockern? Hier herrschte die wahre Hierarchie. Er musste sich die Gunst der Meister nicht erkämpfen. Er hatte sie bereits. Und wenn dem nicht so wäre, so würde er zu spät damit anfangen, sich um sie zu bemühen. Schnell trat er zur Seite und gab den Blick auf die kleine Renesmee frei, die nun wieder auf ihren eigenen Beinen stand und wieder Herr ihrer Sinne war. Man konnte ein wenig Angst in ihren großen Augen erkennen, aber auch Faszination, Sympathie und Zufriedenheit. Neben ihr stand Jacob Black, dessen Kampf wohl nicht so groß war, denn Angst konnte Demetri nicht erkennen.
Abwartend zog er sich zurück und blickte die Meister an. Seine Geschichte würde er später erzählen. Sie war nicht wichtig genug, um ihre kleine Errungenschaft in den Hintergrund zu drängen. Und wenn Demetri ehrlich war, so fand er dies auch ganz gut.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So März 25, 2012 6:58 am

c.f.: Fort William – Außerhalb – Wald

Alec rannte weiter, vorbei an dunkelgrünen Wäldern, frischen, viel zu nassen Wiesen und allem möglichem anderen, das viel zu grün war, mit Renesmee auf den Armen. Es wurde Zeit, wieder mehr Braun zu haben, im warmen Italien. Das gefiehl Alec einfach besser, obwohl sie dort aufpassen mussten, nicht öffentlich ins Sonnenlicht zu treten. Wenigstens kamen sie nun tatsächlich um einiges schneller voran, aber Alec merkte, dass Demetri und Chelesa ihn trotzdem skeptisch anblickten. Er seufzte und verdrehte gleichzeitig die Augen, als er zwischen ihn und Chelesa trat und somit klar stellte, dass er nach hinten gehen sollte. Das störte ihn nicht großartig, er war viel zu beschäftigt damit, darüber nachzudenken, warum er sich um Renesmee sorgte, nicht sehr, aber dennoch eindeutig, deshalb wartete er einige Momente, bis er neben Letizia stand. „Interessanter Ausflug, nicht wahr? Deine Gabe hat sich aber auch ganz gut gemacht.“, sagte er leise zu ihr, wurde dann aber so abgelenkt, dass er ihrer Antwort keine Aufmerksamkeit schenken konnte. Vor ihm sah er auf einmal Bella und Edward, aber gleichzeitig auch den Weg vor ihm. Erschrocken keuchte er auf. „Was machen sie hier?“, flüsterte er leise. Es dauerte eine Weile, bis er bemerkte, dass die beiden ihn nicht bemerkten. Was ist das? Wieso sind sie hier, und doch wieder nicht. Eine Millisekunde später war ihm klar, was das war. Aro hatte ihm einmal erklärt, das Renemees Gabe das Gegenteil von Bellas und Edwards ist. Sie konnte anderen Leuten ihre Gedanken zeigen, wenn sie sie berührte. Alecs Blick fiel auf seinen arm, auf dem nun Renesmees Hand lag. Vielleicht hatte sie gar nicht beabsichtigt, ihm ihre Gedanken zu zeigen. Genauso schnell, wie sie gekommen waren, verpufften die beiden Cullens plötzlich und an ihrer statt trat ein Bild von Aro, Caius und Marcus, das sich dann ihn ihn und Jane verwandelte, nur dass er irgendwie anders, genauer gesagt, spiegelverkehrt erschien. Nach kurzer Zeit verstand er, das das Bild nicht gespiegelt wurde, sondern richtig war. Natürlich, wenn er in eine Spiegel sah, sah er sich verkehrt herum, un nicht die anderen. Alec seufzte nochmal. Er würde bald einen Drehwurm im Kopf bekommen, so verwirrte ihn das ganze Durcheinander an 'Spiegelverkehrt' und 'verkehrt herum'.
Mit einer Mischung aus Begeisterung und Mitleid ah Alec mit an, wie der Halbvampir in seinen Armen sich selbst quälte, ein innerer Kampf zwischen den Volturi und den Cullens, zwischen Chelesas Gabe und ihren Schwachstellen, denn die Bande zu ihren Eltern und Jacob konnte sie nicht durchbrechen. Schade. Und irgendwie auch nicht. Ihr Wille sollte ihr bleiben... aber eigentlich war es besser so. Sie sollte mit ihnen mitkommen, aber sollte es nicht ihre eigene Entscheidung sein? Mit ein bisschen Überredungskunst... nein, sie würde nie mitgehen, es war also nötig.
Aber andererseits, wieso musste sie unbedingt mit? Sie war ungefährlich, und auf weitem Wege ging es doch viel mehr um Alice, oder nicht? Sie hatte im Grunde nichts damit zu tun.
Verärgert merkte Alec, dass es ihm genauso ging wie Renesmee. Zwar nicht, für was er sich entscheiden sollte, aber ob es richtig war, was sie da taten. Natürlich ist es das, Alec, du bist ein Volturi, einer der beiden gefürchteten, außerordentlich begabten Zwillinge. Was ist nur los mit dir? Wieder sah Alec Bilder aus Renesmees Kopf. Beim Jagen. Mit ihrer Mutter.Wie sie im Wald vor sie getreten sind. Alec bemerkte, wie kraftloser Renesmee mit jedem Bild wurde. Er wollte ihr helfen, aber er wusste nicht wie, bis der Halbvampir sich schließlich tief in seine Arme sinken ließ, völlig erschöpft von ihrem inneren Kampf auf der ganzen reise zurück. Doch als er ihre Frage im Kopf sah, wie sie sich verhalten sollte, kam ihm der Gedanke, dass er wohl zumindest dabei ein bisschen helfen kann. Deshalb flüsterte er so leise, das sie es wohl gerade noch hören konnte, aber kein anderer: „Es ist deine Entscheidung. Aber wenn ich du wäre, würde ich zumindest so tun, als wäre ich vollkommen oder so gut wie uns, den Volturi, zugetan, dann musst du wohl mit weniger Schmerzen klarkommen.“ Es war ein Tipp. Sie musste ihn nicht annehmen, und er hatte auch nicht den Plan gestört, so wäre es nur angenehmer für Renesmee.
Endlich kam die Stadt näher. Volterra. Alec brachte hin und wieder einen 'Ausflug', aber auf Schottland konnte er vorerst verzichten. Volterra war um einiges... gemütlicher, bequemer und einladender.
Schnell rannten sie alle durch die engen Gassen, inzwischen ging Demetri voraus. Anscheinend konnte er es noch weniger abwarten, nach Hause zu kommen. Sie folgten ihm durch das Schloss, bis zum Thronsaal, wo Alec erst einmal innerlich aufstöhnte. Letizia war ja noch ganz in Ordnung, aber das diese Vampirin aufgenommen wurde, hätte er nicht gedacht. Immerhin gibt es keine Gefahr, sie könnte einen ihrer Plätze einnehmen, dachte Alec und grinste hämisch, bekam seine Gesichtszüge aber gleich wieder unter Kontrolle, als Demetri vor de Meister trat und bekannt gab, das sie zurückgekehrt waren, und das erfolgreich.
„Schön, schön, schön! Renesmee und Jacob, willkommen in Volterra! Schön, dass ihr euch so schnell bereit erklärt habt, mit meinen werten Freunden mitzukommen…“, begrüßte Aro gespielt freundlich die Neuankömmlinge.
Sowohl Renesmee als auch ihr Hund hatten ihren Willen wieder, das heißt, natürlich bis auf die Tatsache, das ihre Gefühle manipuliert wurden, aber Letizia und er hatten immerhin die Gaben zurückgezogen. Der Hund konnte sich also nicht beklagen, er hatte alles, was er wollte. Oder zumindest, was er dachte, das er wollte. Renesmee dagegen, die hatte eher einen Grund dafür.
Blitzartig hob Alec den Blick, den er spürt, dass sein Schwester ihn anstarrt. Nicht so wie sonst, erfreut, ihn wiederzusehen, sondern … es sah fast aus als sei sie enttäuscht? Flink lief er zu ihr.
„Jane, meine geliebte Schwester, was ist los mit dir?“, sagte er, während er sie zur Begrüßung umarmte. „Was mit mir los ist? Fragst du mich das im ernst? Sie dich doch mal an!“, zischte sie. Erschrocken wich Alec zurück. „Wieso? Was habe ich den getan?“ Er legte ihr die Hand auf die Schulter. „Und jetzt beruhige dich mal. Die neue Vampirin ist bestimmt nicht so schlimm, wie es jetzt scheint. Und ansonsten können wir sie immer noch loswerden.“ Natürlich konnte Alec spüren, das dies der Hauptgrund Janes Ärgernis war, und wie immer konnte er sie auch beruhigen. Aber dennoch erklärte es nicht, warum Jane so wütend auf ihn war.
„Gut, das mag wahr sein.“, sagte sie, immerhin etwas besänftigt, „Aber warum hast du bitte diese Gör' hier reingetragen? Warum hast du Mitleid mit ihr?“ .
Als Alec nicht antwortete, redete sie weiter. „Warum? Erklär' mir das. Und ja, ich bin eifersüchtig.“, fauchte sie, vermutlich, weil sie seinen Blick sah. Immerhin sagte sie es geradeheraus. Aber warum fragte sie so etwas? War das nicht normal? Renesmee musste man einfach gern haben. Nein, das ist nicht normal. Zumindest nicht für dich. Verdammt, reiß' dich zusammen und nimm dir ein Beispiel an Jane!, flüsterte ihm ein leises Stimmchen zu. Ein Stimmchen in seinem Kopf, das sehr lange still gewesen ist, wie es aussieht. Zu lange. Zum Glück hatte Jane es wieder zurückkgeholt. „Tut mir leid.“, sagte er leise zu ihr. „Und danke.“ Gegnüber jemand anderem hätte er sich niemals entschuldigt oder gar bedankt. Außer Aro vielleicht. Jedenfalls war er es seiner Zwillingsschwester gegenüber schuldig. Traurig über seine eigene Naivheit sah er hinüber zu dem Halbvampir, der vor Kurzem noch in seinem Armen gelegen hatte. Was hatte sie mit ihm angestellt? Wie hatte sie ihn dazu gebracht, an seiner Bestimmung zu zweifeln? Er gehörte zu den Volturi. Zu Aro, Caius, Marcus, den wachen und vor allem natürlich Jane. Und dorthin würde er immer gehören.
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Sofibel
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So März 25, 2012 8:38 am

Sofibel war zwei Tage durch das erstrahlte Volterra gelaufen, in die Wälde gerannt und ein paar Camper außerhalb des Gebietes gejagt. Um noch ansehnlicher zu wirken hatte sie sich neue Kleider gekauft, auch wenn sie davon ausgehen konnte, das Schloss in der nächsten Zeit nicht mehr zu verlassen – vielleicht, weil sie getötet wurde, oder weil sie aufgenommen wurde. Mit einem leichten Lächeln lief sie wieder in das uralte Anwesen, vorbei an der Empfangsdame hinein in den Raum des Todes – den Thronsaal. Felix stand noch genau an der gleichen Stelle, an der er gestanden hatte, als sie das Gebäude verlassen hatte. Bei den Meistern schien es gleich und Aro legte eines dieser unergründlichen Facetten auf, äußerlich grinste er leicht unheimlich, aber innerlich musste es viel heimtückischer sein, wie alle Meister. „Wir haben lange darüber nachgedacht, ob wir dich endgültig privilegieren, dich uns anschließen zu dürfen. Am Ende waren wir uns einig, dass du eine Bereicherung wärst, die wir uns nicht entgehen lassen dürfen.“, meinte der Mann, jedoch erkannte sie die Wahrheit der Worte, sie hatten Angst, dass sie das Geschehene erzählen würde, dass ihr jemand glauben schenken würde und sie jemand angreifen würde. Endgültig erklärte er nochmal: „Daher bist du ab diesem Zeitpunkt eine vollwertige Volturi!“ Ohne eine Regung in ihrem Gesicht verneigte sie sich dankend, sie bräuchte keine Worte um den Meistern zu sagen, dass deren Entscheidung gut war. Die Vampirin hatte sich schon darauf eingestellt, dass sie hier mit einem hohen Konkurrenzkampf rechnen musste und auch, dass sie hier durch manche Gaben kontrolliert werden würde – doch wenn man etwas forderte, musste man auch etwas geben, wenn es auch ein Teil der eigenen Meinung war.
Sie wurde von einer fremden Wache geholt und bekam ein Zimmer zugeteilt, darin fanden sich schon einige dieser Umhänge. Ihre Jacke hing sie in den Schrank und zog eine Uniform an. Die Kapuze legte sie ordentlich auf ihren Rücken. Die Kleidung war am Oberkörper etwas enger und fiel weiter unten locker. Alleine ging sie abermals zurück in den Saal, ganz ruhig ging sie auf die Seite und stellte sich an die Wand, da sie nahende Schritte gehört hatte. Des weiteren hörte sie ein leises Seufzen von Caius, schaute aber nur unauffällig mit einem Auge hin. Er versuchte sie zurück gelehnt in seinen Holzstuhl nieder zu starren, doch auf seinen Lippen bildete sich nun ein anzügliches Grinsen. Sofia konnte sich nur vorstellen, was er dachte, doch die Richtung kannte sie. Er war eben offen für 'alles', dass hatte sie ja schon gewusst, auch für seine Wächterinnen.

Die Tür flog förmlich auf und sah Demetri, Chelsea, Alec, Letizia und zwei weitere Personen. Demetri sprach mit den Meistern und Alec ging zu seiner Schwester. Als sie die zwei Fremden näher anschaute, hatte sie eine Vision. Die beiden waren nicht freiwillig hier, wer würde auch schon freiwillig mit einer Wachen Eskorte hier her kommen. Gespannt wartete sie darauf, was der Grund für das Erscheinen der Beiden war.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So März 25, 2012 10:01 am

Felix schien die ganze Zeit, weahrend Demetris Abwesenheit so Lustlos. Er wollte nichts machen und auch niemanden bei sich haben. Felix Alexsander wollte einfach nur seine Ruhe haben. Nur mit aeusserstem Widerwillen, hatte er sich von Caius dazu ueberreden lassen, mit in den Thronsaal zu kommen. Nun stand Felix neben Caius am Thron und wartete, dass etwas passierte.
Er befand sich gerade gedanklich bei seiner eigenen Familie, die seine jetzigen Meister getoetet hatten. Seine Schwester hingegen war diesem Tode entgangen. Doch war sie mit der Zeit sicher schon an irgend einer Krankheit verstorben. Wer wusste dies schon. Felix nicht und doch vermisste er sie immer noch sehr.
Demetri, Letizia, Chelsea und Alec zurueckkehren, verkuendete Caius im Thronsaal. Demetri wuerde Felix's ganzen Frust abbekommen, der sich waehrend seiner Abwesenheit in Felix angesammelt hatte. Er schnaubte veraechtlich und gelangweilt. Ihm war es zu langweilig immer nur zu warten. "Vielleicht sind sie ja nicht alleine." Ja vielleicht waren sie nicht alleine, wenn sie wieder kamen. Aber wer sollte das wissen. Heidi kam zu Felix und nahm seine Hand. Er zog diese weg und sah Caius mit leerem Blick an.
„Meister, wie ihr unschwer erkennen könnt sind wir zurück. Und wir haben Euch ein kleines … Präsent mit gebracht.“

Demetris Worte gingen wie ein nicht spuerbarer Windstoss an Felix vorbei. Obwohl er wissen wollte was das Praesent sein sollte, veraenderte sich ueberhaupt nichts an seinem Ausdruck.
Als Demetri den Blick auf sein so genanntes Praesent frei gab haette Felix, waere er nicht schon laengst tot, einen Herzinfarkt erlitten. Vor ihm stand Renesmee die Tochter von Bella und Edward. Felix knurrte Demetri wahrnend an. Was hatte dieses Kind getan, dass es jetzt hier sein sollte und was wuerde mit ihr passieren? Diese und viele weitere Fragen draengten sich in Felix's Kopf auf. Felix verstand nicht was sein Freund sich dabei gedacht haben musste. Er wollte es eigentlich auch gar nicht wissen und doch irgendwie schon. Er war in einen Zwiespalt von Entscheidungen gefangen.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Mo März 26, 2012 3:33 am

Zwei Tage waren vergangen, doch sie kamen ihm nicht länger als ein paar Minuten vor. Die Beratung, die einberufen worden war, um über das Schicksal des blonden Vampirmädchens zu entscheiden, hatte er nur nebenbei wahrgenommen und ab und an genickt, um den Anschein von Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten. Als würde es tatsächlich irgendwen interessieren, wenn er nicht mehr hier wäre! Aro allerdings war sein Ruf, der Ruf der Volturi, zu wichtig, als dass er ihn gehen lassen könnte, selbst wenn er hier nicht mehr zu tun hatte als eine der vielen Statuen. Im Grunde hatte er nur noch eine repräsentative Funktion - fast so wie die Queen. Sollte er jemals ernsthaft widersprechen, würde ihn jedoch vermutlich niemand wirklich beachten. Nicht, dass er einen Grund dazu hätte.

Nun saß Marcus also unbewegt wie eh und je auf seinem Thron, betrachtete das Kommen und Gehen der Wachen um ihn herum und auch wieder nicht, als sich die Tür öffnete und die vier Vampire zurückkehrten, die Aro vor wenigen Tagen erst auf eine Mission geschickt hatte - welche offensichtlich erfolgreich verlaufen war, traute man den selbstsicheren Gesichtsausdrücken. Wobei selbstsicher vielleicht das falsche Wort war. Freilich schafften sie es, mit dem nötigen Respekt aufzutreten, und nicht alle schienen wirklich zufrieden - ob mit sich oder etwas anderem, das sei an dieser Stelle nur von minderwertiger Bedeutung - aber Marcus kannte die Mienen jener, die versagt hatten und sich nun vor dem Zorn ihrer Anführer fürchteten. Jetzt konnte er davon nichts sehen. Mission erfolgreich beendet. Etwas anderes hatte höchstwahrscheinlich auch keiner der Anwesenden erwartet, schließlich waren mit Chelsea, Demetri und Alec drei der besten Wachen unterwegs gewesen. Eigentlich war diese Angelegenheit keines weiteren Gedanken würdig.
Wäre da nicht die Tatsache, dass die vier Vampire zwei weitere Gestalten eskortierten. Er benötigte nicht lange, um den beiden Gestalten auch Namen und einen Hintergrund zuzuorden. Renesmee Cullen, Halbvampir, und Jacob Black, Gestaltwandler.
Natürlich hatte Marcus um den geheimen Auftrag gewusst, den niemand in Gedanken formulieren durfte. Wozu sonst hätte sein Bruder so viele aussenden sollen? Doch es war etwas vollkommen anderes, das Ergebnis nun vor sich zu haben.
Der Junge war sein Interesse nicht wert, ein halbstarker Mensch mit einer zufälligen Genkombination, die bewirkte, dass er sich in einen Wolf verwandelte, sobald er Vampiren ausgesetzt war. Das war etwas für Forscher wie Aro oder Carlisle, die nach dem großen Zusammenhang suchten und ihre Herkunft, die Herkunft des Übernatürlichen verstehen wollten. Ihn konnten solch wissenschaftliche Dinge schon lange nicht mehr begeistern. Nein, was seine Aufmerksamkeit fesselte, war das Mädchen, welches Alec hereingetragen hatte. Gewiss war sie auch was eine mögliche Forschung anging nicht zu verachten, immerhin war sie lediglich ein halber Vampir, und wenn er darüber nachdachte, das war sicherlich auch Aros Idee hinter der ganzen Aktion, doch ihn selbst brachte etwas anderes dazu, jede noch so kleine Bewegung von ihr mit Blicken zu verfolgen. An dieser Kleinen haftete eine Unschuld, wie er sie in diesen alten Mauern seit einer halben Ewigkeit nicht mehr gesehen hatte. Selbst der neueste Zuwachs, die blonde Vampirin, die so nett und überhaupt nicht bösartig wirkte, war im Vergleich zu der Cullen der reinste Satan. Vielleicht lag es daran, dass sie die Einzige seit Urzeiten war, die keine Unsterbliche war. Der Tod verdarb einen, zwang einen nahezu dazu, finster zu werden. War es nicht die grundlegendste Bedingung ihrer Existenz, dass sie mordeten? Da war es egal, wie nett man aussah, man war dennoch ein Mörder, ohne Reue, ohne Strafe, sogar ohne ein Gewissen. Seine Gedanken huschten weiter und plötzlich fiel Marcus auf, dass er sehr wohl einen unschuldigen Vampir kannte, vermutlich den unschuldigsten, den es je gab. Carlisle.

Kaum merklich schüttelte der uralte Jüngling sein Haupt. Als hätten all diese Überlegungen auch nur den Hauch eines Sinns. Er war hier, er würde hier bleiben, mit der Hoffnung, dass ihr unsterblich scheinendes Leben womöglich doch ein Ende hatte, auch wenn der Funken Hoffnung, den er in dieser Hinsicht hegte, kurz vorm Verglühen war. Sein Blick streifte erneut das Mädchen - Renesmee - und unwillkürlich fragte er sich, wie lange sie bereits auf der Erde weilte. Er erinnerte sich an den Tag, als er sie das erste Mal gesehen hatte, auf dieser verschneiten Lichtung nahe dem Haus des vegetarischen Clans...

Lange waren sie gelaufen, eine unmenschlich erscheinende Strecke hatten sie an nur einem Tag zurückgelegt. Wie gut, dass sie keine Menschen waren. Nicht die ganze Zeit waren sie in jener disziplinierten Form gelaufen, wenngleich sie sie zugleich nie vollständig aufgelöst hatten. Wichtig war, dass die Meister geschützt waren - wie egal ihm das doch war! Zumal er sich gewiss selbst gut verteidigen könnte... wenn er wollte. Gut, vielleicht hatte Aro nicht ganz Unrecht mit dieser Taktik. Der 'Bann' von Chelsea unterband jegliche Fluchtversuche, aber er konnte nie garantieren, dass er sich nicht doch von anderen töten ließ.
Und natürlich hatten sie diese Formation auch für die zwei Frauen. Er konnte immer nur kurze Blicke auf Sulpicia und Athenodora erhaschen, so viele Wachen waren um sie herum positioniert, direkt zwischen ihnen lief Corin. Bei dem Namen dieser bestimmten Wache zuckte Marcus innerlich zusammen, in Erinnerung daran, wie er ihr einst beinahe den Kopf abgerissen hätte, weil sie ihm wie ein Schatten folgte. Er wollte keine künstliche, manipulierte Freude, er brauchte niemanden der ihn aufheiterte. Er war zufrieden mit seinem Kummer. Nur hatte dieses lästige Weibsbild das nicht verstehen wollen... bis er sie fast getötet hätte eben. Aro hatte gelacht, als er von der Reaktion seines Bruders erfuhr. Aro lachte viel zu viel, irgendwann verlor es seinen Sinn als Ausdruck von Freude und wirkte einfach nur noch verrückt, nahezu psychopathisch.
Wie es für die beiden Vampirinnen wohl sein mochte, nach so langer Zeit endlich wieder ihr Gefängnis zu verlassen? Beinahe schmerzhaft schoss ein Gedanke durch seinen Kopf. Nie hätte Aro es gewagt, seine Schwester auf die gleiche Weise einzusperren, wie er es nun mit seiner Frau tat. Er hatte Didyme nahezu verehrt und konnte seiner kleinen Schwester keinen Wunsch abschlagen. Und selbst wenn nicht, sie hätte einen Weg gefunden, ihre Freiheit weiterhin zu behalten.
Eine leichte Berührung schreckte ihn auf. Aro. Das Gesicht seines Bruder verzog sich zu einem traurigen Lächeln. "Ich weiß genau, wie du dich fühlst. Ich vermisse sie auch." Zu gerne würde er ihm Recht geben, doch Marcus wusste, dass Aro nicht einmal
annähernd wusste, wie er sich fühlte. Er konnte es nicht nachvollziehen, nicht solange Sulpicia am Leben war, und selbst wenn sie sterben sollte, war er sich nicht sicher, dass es das Gleiche sein würde. Ja, er hatte seine Schwester verloren und das war gewiss tragisch für ihn. Doch er, Marcus, hatte seinen kompletten Lebensinhalt verloren, seine Frau, beste Freundin, sein Glück, seine Liebe... sein ganzes Leben. Vielleicht sollte er Aro die Hälfte seines Körpers nehmen, um ihm das zu verdeutlichen. Wobei die Hälfte bei weitem nicht ausreichend war. Er müsste ihm schon alles nehmen, und nur den Teil des Gehirns übrig lassen, der für das rein rationale Denken verantwortlich war, und selbst dann hätte er höchstens einen kleinen Einblick in das, was sein Leiden ausmachte.
Aber er schwieg, wie er es bereits seit Jahrhunderten tat, zeigte keinerlei Reaktion auf die mitfühlenden Worte. Mitgefühl gehörte zu dem Teil, der ihm gemeinsam mit Didyme genommen worden war.
"Wir sind gleich am Ziel." Auf dieses Kommando hin, das eigentlich keines war, festigten sämtliche Wachen augenblicklich ihre Formation. Die Prozedur, die nun folgen würde, war allen bestens bekannt. Es bedurfte kaum noch irgendwelcher Signale, dieses selbstsichere, gleichmäßige Auftreten, das den meisten ihrer Gegner bereits eine Höllenangst einjagte, noch ehe sie sich überhaupt richtig gegenüber standen. Wie in Trance schritt Marcus langsam fortwärts, als wäre sein Geist gar nicht anwesend. Nur sein Körper war auf der schneebedeckten, weiß leuchtenden Lichtung im Nordwesten der Vereinigten Staaten, der Rest verweilte irgendwo um das Jahr tausend vor Christus herum im südlichen Europa. Dennoch sah er alles, was um ihn herum geschah.
Es war nichts anders als sonst. Aro wollte etwas haben. Also zog er los, um es sich zu holen. Weigerte es sich, zu ihm zu kommen... nun ja. Wie gesagt, nichts Ungewohntes.
Abgesehen von dem Mädchen. Es hieß, sie sei ein unsterbliches Kind. Mit diesem Vorwurf war die Zeugin bei ihnen aufgetreten. Doch nun, als er sie vor sich sah... ließ man ihre Schönheit außer Acht, konnte er beim besten Willen nichts Unsterbliches an ihr erkennen. Die rötlichen Locken, die ihr zartes Gesicht umrahmten, glänzten in der Wintersonne. Sie sah aus wie ein kleiner Engel eines bekannten Kunstwerks.
Wie töricht er geworden war mit den Jahren. Wie oft hatte er in seiner Existenz nun schon eines jener Monster gesehen? Sie alle schienen wie das Wundervollste, das es überhaupt geben konnte, und sie alle waren tödlich und gefährlich.

...und wie sonderbar erleichtert er doch war, als sich das Ganze als Irrtum herausstellte...


Die Stimmen im Thronsaal rissen Marcus abrupt aus seinen Erinnerungen. Renesmee hatte sich sehr verändert, in dieser kurzen Zeit. Mehr als es Vampire je könnten, mehr als es Menschen je tun würden. Ein weiterer Beweis für ihre Einzigartigkeit.
Ihre Emotionen mussten verrückt spielen, wenn er sich ansah, was Chelsea so angerichtet hatte. Normalerweise handelte sie sehr zuverlässig und sicher, wofür er selbst das beste Beispiel war, doch die Beziehungen in diesem Zirkel waren anders, fremdartig. Eng. Der Junge schien keine Probleme zu bereiten, allem Anschein nach war er ohnehin nur wegen Renesmee dabei, aber sie war sehr stark an ihre Familie gebunden, etwas, was er bereits festgestellt hatte, als er sie zum ersten Mal gesehen hatte. Die Meisterin der Manipulation hatte nun versucht, diese Bindungen zu lockern, was ihr mehr oder weniger misslungen war. Allerdings hatte sie gleichzeitig Neue hinzugefügt, Liebe und Zugehörigkeit zu den Volturi, die jene Alten überlagerten. So gut es eben möglich war. Vermutlich war es die beste Lösung, wenn man sie nicht irgendwo anketten wollte, aber auf Dauer würde es kompliziert werden.
Er kannte Aros Ziele, zumindest einen gewissen Teil, und über den Rest konnte er mittlerweile recht treffende Vermutungen anstellen. Dennoch, obwohl sein Verstand es ihm erklären konnte, konnte er nicht nachvollziehen, warum sein Bruder das Mädchen hatte entführen müssen. Hätte er sich nicht mit einem anderen der Cullens begnügen können, zum Beispiel mit dieser Alice? Warum hatte es ausgerechnet die Kleinste von ihnen sein müssen? Wie alt war sie wohl... doch sicher nicht älter als fünf Jahre, obwohl sie vom Aussehen her eine Jugendliche war.

Marcus erinnerte sich an die Worte, die ein Nomade ihnen einst entgegen geschleudert hatte, an jenem Tag um genau zu sein. "Bist du etwa mein König?"
Manchmal führten sie sich so auf, als wären sie es. Wobei er auch von der Bezeichung als Götter bereits gehört hatte. Die zweite Variante fand er passender, nicht etwa weil es ihm besser gefiel, sondern aufgrund der vielen Parallelen. Natürlich waren sie unsterblich - und ebenso jeder andere Vampir - doch das war noch lange nicht alles. Sie waren gefürchtet und gehasst, und ab und an bildete er sich sogar ein, dass es manche gab, die sie liebten, woher sonst kamen ihre ganzen Neuzugänge? Sie griffen in das Geschehen ein, in die Kämpfe zwischen jenen, die ihnen unterlegen waren, aber immer in einer unantastbaren, übergeordneten Rolle als die Unbesiegbaren. Sie spielten beinahe mit ihnen. Und sie erwarteten Respekt. Man konnte die Volturi hassen, doch man musste ihnen mit dem nötigen Respekt begegnen.

Zum ersten Mal seit Jahrhunderten wartete der Untote wieder halbwegs gespannt auf den Ausgang der aktuellen Ereignisse.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Mo März 26, 2012 6:47 am

cf.: Fort William - Außerhalb - Der Wald

So liefen sie ziemlich lange und sie merkte förmlich, wie sehr ihr totes Herz nach ein bisschen Sonne sehnte. Immer noch waren sie auf der regnerischen Insel, die anscheinend nicht enden wollte. Der Hinweg schien wesentlich kürzer gewesen zu sein. Bald hatten sie endlich die schottische Grenze erreicht und dann tat sich etwas. Der Schild vibrierte bei dem kleinen Mädchen, das hieß, dass es sich versuchte zu bewegen, was natürlich total vergeblich war. Der große Junge neben ihr blieb aber still.
Was war passiert? Immer mehr versuchte sie sich zu wehren, aber die einzige Bewegung zu der sie fähig war, war das Laufen zu dem Leti sie zwang. Auch Alec schien irgendwie unruhig zu sein. Hatte er ein Problem mit seiner Gabe? Plötzlich sagte er: „Ich trage sie.“ Was war denn jetzt mit ihm los? Als er sein Gesicht nach hinten drehte, sah man dass er selbst verwirrt von sich war. „Sie ist nur ein Halbvampir. Überlegt doch mal, wie langsam sie selbst ist, wenn sie rennt. Ich will nicht, dass wir Jahre brauchen, bis wir wieder in Volterra sind“, erklärte der Junge dann.
Für Leti klang das zwar nicht gerad überzeugend, aber wenn es dazu beitragen würde schneller nach Hause zu kommen, war es ihr recht. Sie ließ die beiden anhalten und lockerte die Hülle, um das Mädchen ein bisschen. Alec hob sie ohne Mühe hoch und dann liefen sie weiter. Diesmal trat jedoch Demetri mit an die Spitze und Alec bildete mit ihr das Schlusslicht. Jedoch behielt sie den dunkelhäutigen Jungen zwischen den Volturi laufend. Kurz wandte auch er ein paar Worte an sie: „Interessanter Ausflug, nicht wahr? Deine Gabe hat sich aber auch ganz gut gemacht.“ „Ja, kann schon sein, aber ich wäre trotzdem lieber in Volterra ... Danke“, war das Einzigste, was sie darauf antwortete, da sie merkte, dass er eh geistig abwesend war. Da sie davon ausging, dass Alec schon darauf aufpassen würde, dass die Kleine nicht abhauen würde, ließ sie ihren Schild von ihr los, behielt ihn aber stets um den Jungen. Er hatte seinen Willen nicht wieder bekommen – zumindest hatte er sich noch nicht gewehrt – und deshalb würde er vermutlich, wie ein Plumpsack zu Boden fallen ohne ihre „Stütze“.

Als sie wieder auf dem Festland waren, wurde es bereits wärmer und die Nässe hatte sie hinter sich gelassen. Ab Frankreich blickte Leti immer wieder hinüber zu den beiden. Auch wenn die Italienerin es nicht glauben wollte, aber es wirkte, als würde das Mädchen es genießen und keine Angst haben, obwohl sie ihren Willen wiederhatte. Das kleine Mädchen schien zufrieden, hatte ihr Los akzeptiert. Man sollte meinen sie würde traurig sein, weil sie ihre Familie „verlassen hatte“, wenn die Bande zwischen den Cullens wirklich so stark war, wie die Volturi annahmen.
Aber bald befasste sie sich lieber damit, dass sie Volterra immer näher kamen. Als die kleine Gruppe die italienische Grenze überquerten und Leti somit wieder in der Heimat war, machte ihr nicht schlagendes Herz einen freudigen Sprung. Endlich daheim!

Als sie die Mauer Volterras durchschritten, war es bereits dunkel. Die Sonne, die sie so vermisst hatte, begrüßte sie nicht. Stattdessen hingen die Sterne und der Vollmond am Himmel, der die Haut der Vampire leicht zum Glitzern brachte. Einige Touristen befanden sich noch in den Gassen und die Einwohner saßen in ihren kleinen Häusern und verbrachten die Zeit mit ihren Familien.
Sofort erinnerte sie sich an die warmen Sommerabende mit den wichtigsten Menschen ihres Lebens, damals als sie noch ein kleines Kind war. Mia und sie lagen bis es dunkel wurde immer im Pool, weil es die einzige Möglichkeit war, die Hitze zu überleben. Danach sind sie in Haus gegangen und haben mit ihren Eltern und Davide Brettspiele gespielt. Es kam ihr vor, als wäre es erst gestern gewesen, wie ihr Bruder beleidigt ins Zimmer ging, weil er verloren hatte und alle über seinen Gesichtsausdruck gelacht haben, wie ihre herzliche Mutter ihm kurz darauf gefolgt war, um ihn zu trösten.
Mit einem Seufzen riss sie sich aus den Gedanken und konzentrierte sich darauf unerkannt durch die dunklen Gassen zu laufen. Immer dem Tracker hinterher, der plötzlich neben einem Gullideckel anhielt und ihn aus dem Loch hob. Kurzerhand sprang er hinein und verschwand in der Dunkelheit. Sofort hörte sie die hohlen Schritte im Untergrund, die sich weiterbewegten. Chelsea sprang hinterher und Leti ließ zuerst den stinkenden Jungen springen. Danach ließ auch sie sich von der Dunkelheit verschlucken.
Unten roch sie die leichten Noten vieler verschiedener Vampire. Vermutlich war dies eine Untergrundlabyrinth, welches den Volturi erlaubte sich schnell, aber ungesehen durch die Stadt zu bewegen. Ein Lob an den Erfinder. Leti hielt das für eine sinnvolle Idee, denn so mussten sie nicht im Sommer mit etlichen Schichten an Kleidung durch Volterra laufen.
Schnell fasste sie sich wieder und folgte den beiden Volturi vor ihr. Nur wenige Sekunden später konnte sie auch das Klackern von Alec Schuhen hören. Ein kleiner Blick nach hinten verriet ihr, dass er das junge Ding immer noch trug. Warum trug er sie immer noch? Warum hatte er das überhaupt getan? Das Verhalten passte so gar nicht zu einem eingebildeten Volturi. „Alec, ich bin mir sicher, dass die Kleine auch alleine laufen kann. Wir stehen nicht mehr unter Zeitdruck“, wandte sie sich mit monotoner Stimme an Alec, behielt ihren Blick aber auf die Vampire vor ihr gerichtet, „ach, und wenn du schon dem bedürftigen Mädchen ihren Willen schenkst, dann kannst du Stinker doch auch den Gefallen tun. Weglaufen kann er eh nicht.“ Die Cullen ließ er runter, aber der Junge blieb bewusstlos.
Kurz darauf kamen sie bei den Schlosskatakomben an und bald darauf standen sie vor der großen Doppeltür, der in den Thronsaal führte. Demetri hielt kurz inne und auch sie lauschte. Es schienen alle dort zu sein. Die Meister, die Wachen und Sofibel, was wohl bedeutete, dass die Scheinzerbrechliche es geschafft hatte aufgenommen zu werden. Ein freudiges Lächeln bildete sich auf dem wunderschönen, italienischen Gesicht und konnte selbst von dem Anblick Janes, der sich ihr bot, als sie durch das Tor schritten, nicht ruiniert werden.
Demetri führte die Gruppe zielgerichtet direkt vor die Throne. Dort blieb er stehen und verbeugte sich ehrfurchtsvoll. Chelsea nur wenige Schritte hinter ihm, tat es ihm nach und dann Leti und Alec gleichzeitig. Die kleine Cullen ging vorsichtig zu ihrem Partner und nahm seine Hand. Das Bild war auf eine gewisse Weise rührend, aber Leti konnte nur mit den Mundwinkeln zucken. Was glaubte das kleine Ding denn, was passieren würde? Dass ihr Schatz durch ihre Berührung aufwachen würde? Erst wenn die Volturi es wollten, passierte etwas in Volterra, nicht, wenn so ein unbedeutendes kleines Mädchen es wollte. Aber doch war in ihrem Gesicht keine Angst zu sehen, sondern Faszination, Sympathie und … Zufriedenheit.
Plötzlich pochte es wieder unter ihrem Schild. Die neue Volturi blickte zu Alec, der ihr bedeutungsvoll zu nickte. Ihr Blick abwendend löste sie vorsichtig ihren Schild von dem großen Jungen, sodass er sich höchstens ein Stück bewegen konnte und die erste Handlung war, dass er den Händedruck erwiderte. Wie rührend, dachte die Italienerin sarkastisch.
Demetri hatte gerade eben das Wort an die Meister erhoben: „Meister, wie ihr unschwer erkennen könnt sind wir zurück. Und wir haben Euch ein kleines … Präsent mit gebracht.“ In seiner Stimme lag eine widerliche Arroganz und Leti konnte ihr Temperament nur noch gerade so beherrschen, sodass sie ein Schnauben unterdrücken konnte. Wir? Alec, Chelsea und sie hatten doch die wichtigste Arbeit erledigt und er lobte sich mit einem Wir?!, dachte sie sich scharf, dabei sollte sie es nicht überraschen. Bei den Volturi kämpfte jeder für sich und klaute sich so viel Lob, wie möglich.
Nun lenkte Demetri die Aufmerksamkeit auch noch geschickt auf die anderen, in dem er zur Seite ging. Der Stinkende hatte nun eingesehen, dass er keine Chance hatte und deshalb ließ sie ihren Schild sich zurück ziehen, ließ ihn aber noch im Raum stehen, damit sie im Notfall sofort bereit war einzugreifen. Zum Beispiel, wenn einer der naiven Cullens glaubte doch eine Chance auf Flucht zu haben.
Dann richtete sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Meister. Aro war voller Euphorie aufgestanden und klatschte in die Hände, während er sagte: „Schön, schön, schön! Renesmee und Jacob, willkommen in Volterra! Schön, dass ihr euch so schnell bereit erklärt habt, mit meinen werten Freunden mitzukommen…“ Der Obermeister versteckte den Sarkasmus ziemlich gut, aber einen leichten Hauch konnte man doch erkennen, den er aber schnell mit dem fröhlichsten und glaubwürdigen Lächeln wettmachte. Sein Blick ruhte auf den beiden Kindern. Jetzt hieß es wohl warten, bis der Rest der unachtsamen Vampire kamen, um die beiden in einem vermeintlichen Versuch retten zu wollen.
Nebenbei bemerkte sie, wie Alec zu Jane lief und da plötzlich fiel ihr die unübersehbare Ähnlichkeit auf. Sie waren definitiv Geschwister. Gleichzeitig hatte das vor und Nachteile. Einerseits schien Alec nicht mehr ganz so angewidert von ihr und konnte Jane vielleicht ein bisschen umstimmen, aber wo blieb da denn der Spaß?
Ihr Blick wanderte durch den Saal und blieb bei Sofibel hängen, die bereits ihren grauen Volturiumhang anhatte. Leti spielte mit dem Gedanken sich vielleicht ebenfalls neue Klamotten zu zulegen.
Es freute sie wirklich, dass Aro ihre Gabe mehr schätzte, als ihren zu lieben Charakter. Doch die blonde Volturi schaute in eine andere Richtung. Leti folgte ihrem Blick und traf auf eine wütende Chelsea. Da hatte die Neue schon Ärger mit Jane und Chelsea gehabt? Da war sie vermutlich auf eine „Freundin“ angewiesen. Auch wenn Leti gerne mit ihr befreundet sein würde, so wäre das bei den Volturi wohl schwer, denn die Königsfamilie war keine Familie, so wie Sofibel es annahm. Die Volturi waren ein mächtiger Clan bestehend aus lauter Einzelgängern, die lieber einen unter ihnen töten würde, als ihren Posten als angesehene Wache zu verlieren. Entweder man tötet oder man wird getötet, so spielte das Leben.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Do März 29, 2012 7:17 am

Nasser Hund. Schon lange bevor Demetri die Pforte des Thronsaales von außen öffnete, drang der Gestank in Caius Nase, weshalb er angewidert die Lippen kräuselte. Das war ja auf eine halbe Meile nicht auszuhalten! Resigniert seufzend winkte er das neuste Mitglied der Volturi ungeduldig beiseite, da sie im Weg stand, Verbeugung hin oder her. Erwartungsvoll schaute er auf die Tür, die im selben Moment aufging, ehe sein Blick auf Demetri fiel. Dessen Mimik war wohl fast so exzellent kalt und gefühlsstarr wie seine eigene, doch nur fast. Sie hatte noch immer nicht den Tiefgang, daran musste der Tracker wohl noch ein bisschen üben – aber dafür hatte er ja noch viele Jahrtausende Zeit. Viel interessanter als der große, hagere Vampir waren jedoch die zwei Wesen, die sich hinter Demetri verbargen. Dem durchaus um einiges wichtigerem, dem Halbvampir, wünschte er den Tod. Sie Es sollte nicht existieren. Es war eine Missgeburt. Ein Fehlerhaftes Objekt. Und so etwas konnte die Welt der Volturi und auch die gesamte Welt der Vampire nicht dulden. Es war eine Schande, eine verdammte Schande! Ein Hohn für jeden verdammten noch existierenden Vampir. Die ach so geniale Familienbande der Cullens war ja bereits eine Schande, ein Dorn in Caius’ Auge, denn immerhin weigerten sie sich anzunehmen, was sie waren. Sie weigerten sich, die Gabe, die ihnen gegeben wurde, zu akzeptieren. Wahrlich eine Schande! Aber noch viel ekelerregender war es, dass sich ein Vampir mit einem Menschen gepaart hatte. Und das, obwohl der Vampir der natürliche Todfeind der Menschen war! Das war ja so, als würde das Karnickel den Wolf lieben und mit ihm ein Junges zeugen. Das war ja widerwärtig.
Der Ekel, den er innerlich empfand, trug Caius natürlich nicht nach außen weiter. Er wirkte wie immer entspannt, emotionslos, fast wie eine Statue. Doch als er Aros schleimige Worte hörte, unterdrückte er gerade noch so einen tiefen, resignierten Seufzer. Auch nach den Jahrtausenden schien sein Bruder noch immer nicht verstanden haben, dass man mit um den Brei Herumreden nicht zum Ziel kam. Aber gut, vielleicht musste er selbst Aro nur ein paar weitere Jahrtausende geben, bis er es endlich einsehen würde. Wenn er es wirklich tat, würde sich Caius sogar zu etwas sehr Humorvollem erniedrigen. Kuchenbacken, oder etwas Derartiges.

Zurück also zu der fröhlichen Veranstaltung im Thronsaal, die Teil des Wachsfigurenkabinetts sein könnten, so leblos schienen sie alle zu sein. Caius seufzte genervt, ehe Aro verkündete, dass er etwas “äußerst wichtiges“ mit Chelsea zu besprechen. Elegant schwebte der Meister förmlich die Treppen zu ihren Thronen hinab und verließ, gefolgt von Chelsea, die große Halle.
„Nun, kleine Renesmee.“, schnurrte Caius und imitierte humorlos das schleimige Verhalten Aros, „dann zeig uns mal, was du kannst.“ Vielleicht wird sie ja in dem Kampf aus Versehen getötet. Oder mindestens mal schwer verletzt. Wie schade für die Cullens, wenn ihr Smaragd einen Einschuss bekäme., dachte bei sich, während sich ein herausforderndes, herabwürdigendes Grinsen auf seinem Gesicht breit machte. „Jane, Alec?“, wandte er sich mit einem leichten Kopfnicken an die Besagten, als wären die zwei seine absoluten Lieblingswachen, wobei allerdings eher das genaue Gegenteil der Fall war, „wäret ihr so freundlich?“ Satan, diese Freundlichkeit hing ihm ja nun bereits zum Halse heraus – wie zur Hölle ertrug Aro dies so lange? Aber gut, zusammenreißen, weiter machen. Außerdem wäre ein Kampf zwischen dieser Halbvampirin und den Zwillingen wohl durchaus interessant. Während Jane und Alec sich also in die Mitte des Thronsaales bewegen sollten, wandte sich Caius mit seiner Aufgabenverteilung munter weiter an Letizia, Sofia-Isabella und Felix und starrte sie für einen Moment nieder, ehe er anfing zu sprechen. „Und Felix, Letizia, seid doch so gut und zeigt unserem neusten Mitglied unser Domizil. Und sucht bitte nach Heidi. Es ist wohl an der Zeit, das einige weitere neugierige Touristen unsere mächtigen Hallen bewundern können.“ Ein leicht anzügliches Grinsen entstand für einen Sekundenbruchteil auf seinem Gesicht, ehe er sich dem schwarz gekleideten Mann zuwandte. „Komm her.“, forderte ihn leise aber eindringlich auf und zeigte dabei in keiner Weise, dass Demetri in Caius Augen der mächtigste und zugleich zuverlässigste der Wachen war. Während sich alle möglichen Vampire also auf den Weg machen winkte er den beiden Volturi und dem Halbvampir zu, dass sie endlich anfangen sollten. Nachdem die drei besagten Volturi auf der Suche nach Heidi und einer persönlichen Führung – die Caius natürlich nur angeordnet hatte, um Sofia-Isabella nicht von Anfang an überdrüssig zu sein (was womöglich zu spät war) – den Thronsaal verlassen hatten, wandte sich der Meister an den nebenstehenden Demetri. „Nun denn, berichte.“, forderte er ihn kühl auf und so leise, dass nur er es hören konnte, „und wie sie sich geschlagen?“ Währenddessen wanderte sein Blick zu den Kämpfenden, ehe er auf dem etwas verunsicherten Wolf liegenblieb. Bevor er sich gänzlich dem Bericht Demetris widmete, erhob er noch einmal die Stimme, begleitet von einem Kopfnicken in die Richtung besagter Ecke:
„Geh dort drüben in die Ecke und mach Sitz!“
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr März 30, 2012 8:23 am

cf.: Fort William - Außerhalb - Der Wald

Volterra.
Eine kleine Stadt in mitten Italiens, und doch war sie der sicherste und begehrenswerteste Platz, den sich ein Vampir nur wünschen konnte. Ihn betreten zu dürfen, zu den drei großen Volturi vorgelassen zu werden, geschweige denn ihnen zu dienen war die größte Ehre, die einem von ihnen in irgendeiner Weise zuteil werden konnte.
Doch es waren die Stadt und ihre Bewohner, vor denen man die kleine Renesmee Cullen schon immer gewarnt hatte. Die Halbvampirin verspürte tief in ihrem Inneren leichten Unmut aufsteigen , doch sie konnte nicht anders als die Stadt zu bewundern. In der Dunkelheit, von den Augen der Menschen ungesehen, bewegte sich die Formation durch die Straßen des nächtlichen Italiens. Doch Renesmee sah sie. 2 Menschen – eine Frau und ihre Tochter und dieses Bild setzte sich für einige Minuten in ihrem Kopf fest. Prompt flogen ihre Gedanken zurück nach Hause , nach Fort William. Sie dachte daran wie ihre Familie wohl reagierte , wenn sie herausfand das sie und Jake auf einmal weg waren. Gewiss mussten sie nur eins und eins zusammenzählen und wussten wer hinter dieser Entführung steckte. Renesmee merkte wie ihr in Alecs Armen alle Farben aus dem Gesicht wichen. Der Halbvampir dachte an ihre Mutter und wie die Sorge um ihre Tochter sie quälen würde. Ihr Vater würde womöglich alle Schuld auf seine Schultern laden. Die Cullen kam nicht drum herum ein schlechtes Gefühl zu bekommen , schweiften ihre Gedanken auch nur eine Sekunde zu ihrer Familie ab. Doch dann blickte sie wieder in die Gesichter von Demetri und Chelsea und die Cullens waren vergessen. Es quälte Nessie innerlich , dieser Zwiespalt , sie konnte ihn nicht lange ertragen. Von innen heraus zu sterben , alle glücklichen Gefühle zu begraben , ihrer ganzen Persönlichkeit für immer auf Wiedersehen zu sagen – all das schien ihr die beste Lösung um ihren Aufenthalt hier zu überleben. Langsam drängte sie ihre Familie aus ihren Gedanken und dachte an die Volturi , denen sie gleich begegnen würde. Die Königsfamilie löste in ihr ein nie gekanntes Gefühl der Zugehörigkeit aus , was sie jetzt schon nicht mehr missen wollte. Man hatte ihr berichtet von den großen Volturi, ihren prachtvollen Festen, ihren glorreichen Schlachten, ihren, so wie die Cullens fanden, unglaublich furchteinflößenden Wachen. Die junge Halbvampirin fand sie zum jetzigen Zeitpunkt eher… besonders. Großartig. Je mehr sie über diesen fremden Clan, von dem sie doch fast nichts wusste, bis auf die Tatsache, dass diese ihre Familie hassten, hörte, desto mehr wurde sie in deren Welt hinein gezogen, und desto mehr wollte sie dazu gehören, auch wenn sie selbst ihr Talent eher langweilig fand. Doch würden die Volturi sie wirklich akzeptieren oder war sie nur ein Mittel zum Zweck? War sie überhaupt für jemanden nützlich? Renesmee schüttelte den Kopf – sie gehörte , wenn auch nur für kurze Zeit , zu den Volturi. Doch Aro würde sie wollen. Nicht zu vergessen war , das Nessie Alice Gabe komplett wirkungslos erscheinen ließ. Das war doch schon einmal etwas.
Als sie schließlich die Tore der alten und ehrwürdigen Stadt hinter sich gelassen hatte, gönnte sie sich zum ersten Mal in den letzten Stunden einen ruhigen Atemzug. Zum ersten Mal dachte sie wirklich daran, dass sie nun frei war, frei und sicher. Und ihre Familie? Sie würden Nessie nicht folgen. Diesen Kampf würden sie dieses Mal verlieren, und das würde dann doch keiner von ihnen riskieren. Und irgendwie beruhigte das die Cullen. Ich bin frei , dachte sie immer noch ungläubig und doch mit Freude und großen Erwartungen im Bauch. Renesmee wollte Freiheit, Kraft, und ihren eigenen Willen. Die Volturi konnten ihr das geben , sie und niemand anderes. Auch, wenn das bedeuten würde, dass ihre Familie nun einmal ganz hinten anstehen würde. Für eine ziemlich lange Zeit. Vielleicht auch für immer, wer wusste das schon? Doch eines konnte sie nicht abstellen. Das Herz der Halbvampirin schmerzte , als beginge sie einen großen Fehler. Und als sie sich auf den Weg zum Thronsaal machten , durch die Gänge der Volturi Hochburg gingen , schien es fast so als lege sich eine eiserne Hand um ihr Herz um es für immer zu Stahl verwandeln.
Was würde sie erwarten? Sie war eine Cullen , ob es ihr gefiel oder nicht. Viele Volturi würden sie nicht akzeptieren , doch sie würde es ihnen allen beweisen. Doch hatte sie dazu überhaupt eine Chance? Kurz flammte in ihrem Kopf der Gedanke auf das sie nur nach Volterra gebracht wurde , um die Cullens hier her zu locken. Würde man Nessie und Jacob in einen Keller sperren , sie foltern? Doch ihr blieb keine Zeit länger darüber nachzudenken. Es dauerte nur wenige Augenblicke, dann wurde die riesige Tür des Thronsaales aufgetan und langsam traten alle ein – Alec , Letizia , Demetri und Chelsea. Zögerlich schaute Renesmee sich um. Es sah aus wie der Thronsaal, den sie aus den Beschreibungen ihrer Verwandten kannte. Es war ein weiter, prunkvoller Raum , der an fremde, prächtige Zeiten erinnerte, in denen noch Könige und Kaiser über das Geschehen in der Welt herrschten. Die Volturi hatten es alle gesehen, alles miterlebt. Vielleicht war einer von ihnen dabei gewesen als Marie Antoinette ihr Leben verlor oder Henry der Achte in England herrschte. Sie alle waren Teil des Geschichtsunterrichts, den Carlisle ihr erteilt hatte (natürlich hatte er sie nicht auf eine normale Schule geschickt, damit sie ja nicht vergessen konnte, dass sie etwas ach so besonderes war)genauso wie ein weiterer, unsichtbarer Teil, von dem die Menschen nie etwas mitbekommen hatten. Und doch hielten die Volturi alle Fäden in der Hand. Egal worum es ging, ob Angelegenheiten in der Vampir- oder Menschenwelt, an den Volturi war es, sie zu regeln, denn allein dieser Clan hatte die Macht dazu. Die Last einer ganzen Welt, vielleicht sogar zwei ganzen Welten lastete auf ihren Schultern und bis jetzt hatte sich in der Vampirgeschichte niemand jemals so würdig dazu bewiesen wie die Volturi. Niemand anderes wäre dazu imstande.

Als nächstes fielen der Halbvampirin drei Kreaturen ins Auge, die in der Mitte des Podests standen. Renesmee wusste bereits, wer die drei waren. Aro, Marcus und Caius. Die drei Volturi, die Königlichsten unter den Vampiren dieser Welt. Trotz allem, was sie über das Trio gehört hatte, nichts hätte sie auf diesen Anblick vorbereiten können. Sie waren so erschreckend und wunderschön zugleich, wie sie da saßen, mit aller Eleganz, die sie ausstrahlten und der Macht, die von ihnen auszugehen schien. Ihre Haut schien durchsichtig und doch fest, ihre Augen schimmerten leicht unter dem dünnen Film, der diese zu belegen schien. Nessie fand schlichtweg keine Worte für die Volturi. Sofort fiel ihr der größte von ihnen, ein schwarzhaariger Vampir mit einem überglücklichen Gesichtsausdruck ins Auge – Aro, kein Zweifel. Alec ließ sie sanft aus seinen Armen gleiten und ging dann auf einen blonden , kleinen Vampir zu. Jane , hauchte eine Stimme in Nessies Gedanken. Unweigerlich überzog Nessie eine Gänsehaut. Die Augen , die zu Schlitzen verengt waren und der Blick , indem nur Hass und Verachtung zu erkennen war. Für einige Momente wurde die Cullen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Sie war hier nicht Willkommen und Jane würde keine Chance auslassen ihr das auch deutlich zu machen. Eh Renesmee den Blick von den Zwillingen abwandte , bemerkte sie noch wie die zwei in eine Diskussion verfielen. Und die Cullen glaubte den Grund zu kennen. Alecs Sorge um sie war ehrlich gewesen , keine Hinterhältigkeit hatte sie an ihm erkennen können. Man sah es ihm an. Sein Blick hatte nicht die Kälte und Härte wie der seiner Schwester. Wenn es einem Halbvampir auffiel , der Alec seit Jahren nicht gesehen hatte , dann fiel seiner Zwillingsschwester gewiss auf. Sie wusste nicht warum der Vampir ihr gegenüber ein wenig Güte gezeigt hatte , doch glauben wollte und konnte sie nicht das sie das eiskalte Herz eines Volturi Kriegers für einige Stunden berührt hatte. Sein Blick wurde einen Moment glasig und Renesmee wusste , er würde in wenigen Minuten wieder Janes Ebenbild sein. Eine Marionette der Volturi. Nein , das kann nicht sein. Hier sind alle frei und glücklich , weil sie Macht haben. Sie sind keine Marionetten. Ich war eine bei meiner Familie. Aber … sie lieben mich doch , hier hassen mich alle aufgrund meines Namens...Nein , das...ich weiß nicht..

Renesmee vernahm am Rande ihres Bewusstseins wie Demetri zu den drei Meistern vorging und ihnen das erklärte was jeder im Raum sehen konnte – ihre Mission war erfolgreich. Für einige Sekunden bewunderte Nessie das Selbstbewusstsein in Demetris Stimme und seinem Auftreten. Furcht war darin nicht zu erkennen , obgleich er vor den drei mächtigsten Vampiren der Welt stand. Renesmee hatte ihren Willen wieder , ihre Gefühle zu den Volturi wurden weiterhin manipuliert. Doch ahnen konnte das der Halbvampir nicht. Sie schaute sich kaum merklich im Raum um und musterte die restlichen Volturi. Da waren Felix , dessen bullige Gestalt Nessie einen kurzen Schauer über den Rücken jagte. Jane und Alec , die sich immer noch leise unterhielten. Als ihr Blick über die beiden streifte bemerkte Nessie wie der Blick des braunhaarigen Vampirs unruhig zu ihr hinüber huschte. Dann war da noch eine Vampirin , deren blonde Locken ihr sanft über die Schulter fielen. Nessie konnte sich nicht an sie erinnern , dies ließ darauf schließen , das sie erst neu in der Königsfamilie war. Die Cullen hatte das Gefühl als wüsste diese Fremde mehr über sie , als sie selbst. Es war , als könnte die Blondine in ihrem Gesicht lesen.

„Schön, schön, schön! Renesmee und Jacob, willkommen in Volterra! Schön, dass ihr euch so schnell bereit erklärt habt, mit meinen werten Freunden mitzukommen…“. Eine überaus freundliche Stimme riss sie aus ihren Gedanken und Nessie blickte nun wieder interessiert in das Gesicht des Volturi Leaders. Ein stummes Lächeln umspielte ihre Lippen. Sie erinnerte sich nur wage an die erste Begegnung mit den Volturi, doch sie wusste, Aro hatte sich kein Stück verändert. Auf seine eigene Weise war er der gefährlichste der Volturi, noch mächtiger als der impulsive Caius, der von der Angst, die die Wachen vor ihm hatten, lebte. Caius war ein Sadist , keine Frage , aber er würde sich seinem „Bruder“ Aro fügen – wenn auch widerwillig - , dessen war sich Renesmee sicher. Wenn Aro Nessie hier haben wollte , dann würde sie hier bleiben. Der weißhaarige Vampir würde mitmachen , denn es war offensichtlich das er nichts anderes wollte als Nessies liebenswürdige Familie in den Boden zu stampfen. Noch immer beobachtete Nessie den Caius dabei, wie er sie eingängig musterte. Sie hatte so einiges über ihn gehört, über seine Wutanfälle und über seinen erbitterten Hass gegen die Cullens und die Werwölfe. Irgendwie konnte sie ihm das nicht übel nehmen. Nessie , die die ganze Zeit Jacobs Hand hielt , richtete sich nun ein wenig auf und behielt ihr kleines Schmunzeln bei. Ihre Haltung zeigte keine Angst sondern nur Willensstärke und Selbstbewusstsein. Wenn sie eines nicht wollte , dann war es in den Hallen der Volturi wie ein verängstigtes Mäuschen auszusehen. Aro schenkte sie ein stolzes Lächeln. Doch als sie wieder zu Caius blickte , schaute sie in ein lächelndes Gesicht. Ein Lächeln voller List und Sadismus.
Dann erhob er das Wort an die Cullen: „Nun, kleine Renesmee. Dann zeig uns mal, was du kannst.“ Nessie biss die Zähne unweigerlich zusammen , als sie erahnte was nun kam. Jane und Alec begaben sich zu ihr und schauten sie an. Ein Kampf. Natürlich. Doch konnte Caius so etwas einfach anordnen? Sicher , außerdem traute er der Cullen keinen Zentimeter über den Weg. Sie sollte sich beweisen. Im Unterbewusstsein nahm Renesmee nach wahr , wie der Meister Aufgaben an seine Wachen verteilte und kurz darauf Demetri zu sich rief , um sich über die Mission zu erkundigen. Erst ein Satz aus Caius Mund ließ Nessie aus ihrer Trance erwachen: „Geh dort drüben in die Ecke und mach Sitz!“ Es gab keinen Zweifel daran an wen dieser Satz gerichtet war.

Nessie kämpfte sich durch den Schleier , der ihre Gedanken umgab. Sie würde alles ertragen , doch Jacob sollte kein Leid erfahren. Alec warf sie einen Blick zu der verachtend und doch enttäuschend war. Es war armselig wie sie sich hier alle verhielten. Es waren am Ende doch nur Heuchler , auf ihren Vorteil bedacht. Vampire wie Demetri und Felix hatten den Bezug zu einem wirklichen Leben längst verloren , nichts berührte sie mehr. Doch von Alec hatte sie anders gedacht. Doch auch hier hatte sie sich getäuscht. Wie konnte sie nur so naiv sein und denken ein Volturi kannte Gefühle? Mit erhobenem Kopf riss sie ihren Blick von Alec los und wandte sich an Caius. Am Rande ihres Bewusstseins kamen wieder Gefühle wie Bewunderung , Zufriedenheit und Sympathie hervor. Es würde nicht lange dauern , eh sie die Cullen wieder überwältigten.
Mit einer ungewohnten Härte in der Stimme begann sie zu reden: „Nein. Ihr werdet ihm kein Leid zufügen Caius. Meinetwegen lasst mich gegen Alec kämpfen , wenn ihr es für notwendig haltet. Doch Jacob wird nicht euren Schoßhund spielen. Ich ertrage alles , doch lasst ihn aus dem Spiel. Aber glaubt nicht das ich keinen Respekt vor euch habe. Ihr seit es die die Fäden der Welt in der Hand halten , das ist mir durchaus bewusst. Doch Aro kann sehen , das ich euch anders gegenüber stehe als meine Gefängniswerter , die Cullens. Ich erkenne eure Taten durchaus an. Ich bin zufrieden hier zu sein , das könnt ihr mir glauben. Wenn ich etwas für euch tun kann , dann müsst ihr nur ein Wort sagen und ich werde eurem Befehl Folge leisten. Nun denn.“ , sie zwang sich ein überzeugendes Lächeln auf , "dann werde ich auch beweisen das ich nicht der kleine Halbvampir bin , für den ihr mich haltet. Ich bin mehr als ein schwächlicher Mischling."
Doch kaum hatte sie ihre Worte beendet spürte sie förmlich die Blicke aller auf sich wie Messer. Was hatte sie hier gerade getan? Hatte sie sich zu weit aus dem Fenster gelehnt? Ihre Worte waren aufrichtig gemeint , doch für nichts in der Welt würde sie Jacob verlieren wollen. Wenn ihm Leid angetan wurde , dann fühlte sie den Schmerz in ihrem Herzen. Er war ein Teil von ihr , unwiderruflich. Auch Chelseas Gabe konnte dagegen nichts ausrichten. Sympathie für die Volturi hin oder her. Jake war ihr Ein und Alles. Ihr Blick heftete sich auf Marcus , der sie interessiert anblickte. War er nicht der , der seit Jahrhunderten leblos auf seinem Thron saß? Sie wusste nicht ob er den Schmerz , die Verzweiflung , das Chaos ihrer Gefühle erkennen konnte. Gab es denn niemanden hier in diesem Raum , der sie davor bewahrte gegen einen viel stärken , viel trainierten Vampir anzutreten? Sie wusste nicht ob sie dieser Prüfung mit Stolz entgegen treten sollte , doch im Moment hatte sie nur panische Angst um Jacob. Schmerz lag in ihrem Blick als sie Marcus ansah. Hatte er nicht damals seine Liebe – Didyme – verloren? Er musste doch nachvollziehen können , wie der Verlust dieser Person einem die Lebenskraft rauben konnte. Oder hatte er keine Gefühle mehr? War es naiv zu hoffen , das er das Wort gegen Caius erheben würde? Noch einmal schluckte Renesmee schwer , wartete auf irgendetwas , mochte es ein Wutanfall von Caius sein , der Schmerz den Janes Gabe hervorbrachte oder ein rettendes Wort von Aro oder Marcus.

Dann fing Nessie an ihr Schicksal in Kauf zu nehmen , hörte auf sich zu wehren. Sie würde hier in Volterra leben – für immer , als Gefangene oder Sklavin der Volturi. Und ein Teil von ihr zerbrach unwiederbringlich. Renesmee schaute auf die Trümmer ihres Ichs zurück und ihr Gesicht wurde zu einer glatten Maske ohne Emotion. Der Kampf in ihrem Inneren fraß sie schon jetzt auf. Wie erging es dann wohl Marcus , der hier seit Tausenden von Jahren ohne wirklichen Grund lebte? Es waren nur Sekunden vergangen , immer noch blickte sie Caius an , doch in Gedanken war sie schon bei ihrem Kampf mit Alec. Sie war unterlegen - eigentlich. Doch sie hatte die Wendigkeit und Schnelligkeit von ihrem Vater. Carlisle hatte sie gelehrt hinter das Offensichtliche zu blicken und das tat Nessie nun auch. Alec war stärker als sie aber er war im Moment nicht er selbst , wenn man es nüchtern betrachtete. Das würde sie ausnutzen , wie leid es ihr auch tat. Wenn man auch ihm nur ein wenig Güte herauskitzeln konnte , dann würde Renesmee es schaffen. Sie musste es schaffen , sonst würde sie nie die Anerkennung der Volturi und am allerwenigsten die von Caius haben.

Doch Respekt konnte man eben nicht erzwingen.
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Letizia Donna-Ferro
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Di Apr 03, 2012 11:26 pm

Nach einem Moment der Stille verkündete Aro, dass er etwas mit Chelsea zu besprechen hatte, sodass die beiden kurzerhand den Thronsaal verließen. Automatisch übernahm Caius nun die Leitung des kleinen Meetings, was Leti schon etwas weniger mochte, da Caius eine eher negative Haltung gegenüber ihr hatte, eher gegen alle hatte. Doch glücklicherweise stand sie diesmal nicht im Mittelpunkt, sondern die beiden Cullens vor ihr. Mit einer schleimigen Stimme wandte sich der blonde Meister nun an das Mädchen: „Nun, kleine Renesmee dann zeig uns mal, was du kannst.“ Renesmee also … wer zum Henker hatte sich denn diesen bescheuerten Namen ausgedacht? Und was sollte dieses Getue von Caius Seite? Spielten hier denn jetzt alle verrückt? Als erstes Alec, dann Caius und offensichtlich hatten die Cullens wirklich einen an der Klatsche, aber das wusste sie ja schon vorher. Verwirrt entfernte sie sich aus dem Hauptgeschehen und stellte sich weiter außerhalb zu Sofibel.
Caius hatte gerade Alec und Jane mit einem Nicken angewiesen sich um das Mädchen zu kümmern. Diese traten in die Mitte der Halle und Leti war gespannt darauf, welche Gabe sich bei Jane entpuppte, da sie Alecs ja bereits kannte. Doch dies war ihr nicht erlaubt, da Caius sich nun mit einem Befehl und – glücklicherweise – einer weniger netten Stimme an Leti und Felix wendete: „Und Felix, Letizia, seid doch so gut und zeigt unserem neusten Mitglied unser Domizil. Und sucht bitte nach Heidi. Es ist wohl an der Zeit, das einige weitere neugierige Touristen unsere mächtigen Hallen bewundern können.“
Es folgte noch ein leicht anzügliches Lächeln auf dem Gesicht des Meisters, dann wollte sich Letizia gerade auf den Weg machen, als Renesmee das Wort erhob: „Nein. Ihr werdet ihm kein Leid zufügen Caius. Meinetwegen lasst mich gegen Alec kämpfen , wenn ihr es für notwendig haltet. Doch Jacob wird nicht euren Schoßhund spielen. Ich ertrage alles , doch lasst ihn aus dem Spiel. Aber glaubt nicht das ich keinen Respekt vor euch habe. Ihr seit es die die Fäden der Welt in der Hand halten , das ist mir durchaus bewusst. Doch Aro kann sehen , das ich euch anders gegenüber stehe als meine Gefängniswerter , die Cullens. Ich erkenne eure Taten durchaus an. Ich bin zufrieden hier zu sein , das könnt ihr mir glauben. Wenn ich etwas für euch tun kann , dann müsst ihr nur ein Wort sagen und ich werde eurem Befehl Folge leisten. Nun denn. Dann werde ich auch beweisen das ich nicht der kleine Halbvampir bin , für den ihr mich haltet. Ich bin mehr als ein schwächlicher Mischling."
Sofort lagen alle Blicke auf dem jungen Ding und Leti war sich sicher, dass sie das auch merkte. Alle Wachen starrten sie erschrocken und überrascht an und auch die Italienerin kam nicht darum rum. Doch, wie so einige andere Wachen, dauerte der Gefühlsausbruch nur eine Sekunde – höchstens – danach wich der Überraschung wieder die emotionslose Maske. Doch innerlich dachte sie noch weiter. Die beiden Cullens vor ihr hatten beide etwas Menschliches an sich, aber auch Übernatürliches. Renesmee hatte einen vampirischen Teil, während ihr großer Freund, was anderes in sich hatte. Etwas, was sie noch nie zuvor gesehen hatte.
Das Mädchen hatte ja auch zugegeben ein „Mischling“ zu sein, aber das hieß ja … Letizia konnte und wollte diesen Gedanken nicht zu Ende führen. Allein die Vorstellung, dass ein Vampir Geschlechtsverkehr mit einem Menschen gehabt hatte, war zu grotesk, zu abstoßend. So gerne würde sie nicht daran glauben, doch gab es keine andere halbwegs logische Erklärung für diese Missgeburt, dieses Scheusal. Das junge Mädchen … Ding war mehr Monster, als sie alle. Sie ist ein noch unnatürlicheres Wesen, als die Vampire es waren. Menschen sind keine Lustobjekte für Vampire, auf keinen Fall. Für Leti hatten Menschen immer nur eine Funktion: den Durst zu stillen. Es war überhaupt nicht nachvollziehbar, wie ein Vampir sich dazu abringen kann etwas derart unmenschliches und groteskes erschaffen zu wollen. Man sollte diesen Vampir töten dafür, dass er etwas so Abartiges in die Welt gesetzt hat. Kein Wunder, dass die Cullens so verhasst bei den Volturi waren. Sie waren eine Schande für die Vampirwelt und erschufen abstruse Kreaturen, dessen Erschaffung verboten gehören sollte. Je länger die Volturi darüber nachdachte, desto widerlicher fand sie die Vorstellung, Renesmee, die Cullens.
Länger hielt die Italienerin es nicht im Thronsaal aus, denn mittlerweile konnte sie für nichts mehr garantieren, und glücklicherweise erlaubte der Befehl von Caius ihr die Halle zu verlassen. Hoffentlich nahmen sich die beiden Geschwister das Monster richtig dran. Noch ein letzter Blick auf Alec, der anscheinend Mitleid mit dem Mädchen gehabt hatte, verriet ihr, dass seine Schwester ihn wahrscheinlich wieder zur Vernunft gebracht hatte. Sein Gesichtsausdruck war wieder hart und gefühlslos. Auch wenn er trotzdem weich werden würde, gäbe es immer noch die gnadenlose Jane, die dem Mischling schon zeigen würde, wie es sich gehörte mit den Volturi zu reden. Zwar hatte das Ding keine wirkliche Chance gegen die beiden, aber hatte es überhaupt eine verdient? Der Fehler lag zwar in ihren Eltern. Schließlich hatten sie zu viel Spaß gehabt. Doch war Renesmee das abscheuliche, widerliche Ergebnis des Fehlers. Das Resultat, wofür ihre Eltern bezahlen würden, sobald sie hier ankamen. Vielleicht würde sie selbst dafür sorgen, dass die beiden dummen Vampire diesen Fehler nie wieder begangen. Dann richtete sie ihren Blick nochmal auf die beiden Meister und nickte diesen unterwürfig zu.
Mit schnellen, bestimmten Schritten verschwand sie durch die Doppeltür in dem Wissen, dass Sofibel, die zuvor neben ihr gestanden hatte, ihr folgte. Draußen warteten die beiden neuen Volturi noch auf Felix, der ebenfalls kurz nach ihnen den Saal verließ. Von Aro und Chelsea war keine Spur, nur ihre Gerüche hingen noch leicht in der Luft. Im Hintergrund hörte sie noch, wie Caius Demetri zu sich holte, aber Leti beschäftigte es mehr, dass sie nicht wusste, wer Heidi war. Ein Glück wurde Felix auch diese Aufgabe erteilt, sodass wenigstens einer wusste, was zu tun war. Vermutlich wusste Sofibel sogar selber, wer Heidi war, aber sie hatte ja auch schon zwei Tage Zeit sich hier umzugucken.
Zu dritt folgten sie dem Gang wieder zur Vorhalle, wo ihnen gerade eine Volturi im grauen Umhang entgegen kam. Darunter schien ein rotes Kleid hervor und unter der Kapuze sah man volle, dunkelbraune Haare. Als auch sie die kleine Gruppe sah, legte sie ihre Kapuze mit einem Lächeln wieder auf ihren Rücken, sowie Sofibel neben ihr es trug. „Hallo Felix! Wie ich sehe führst du unsere Neulinge rum“, wandte sie sich lächelnd an Felix, während die beiden Neuen neugierig, aber nicht angewidert musterte. Ob das wohl Heidi war? Felix gab ihr die Antwort, als er sie bei ihrem Namen begrüßte und ihr erzählte, dass die Meister durstig waren. „Natürlich, ich war gerade auf den Weg in den Thronsaal, aber dann werde ich mich gleich wieder unters Volk mischen“, antwortete die Schönheit. „Also ich würde nicht in den Thronsaal gehen. Viel zu überfüllt. Oh, entschuldige, Letizia“, stelle sich die Italienerin vor, nachdem sie sich geschickt ins Gespräch gemischt hatte. Und auch Sofibel stellte sich Heidi vor. „Nun denn, ich werde jetzt mal meine Aufgabe erfüllen. Nett euch beide kennengelernt zu haben … Felix“, verabschiedete sich Heidi und stolzierte zum Ausgang. Kurz vor der Tür setzte sie wieder ihre Kapuze auf.
Nachdem die Dreiergruppe kurz unschlüssig in der Vorhalle rumgestanden hatte, unterbrach die Italienerin die Stille: „Und was besichtigen wir als Erstes?“ „Wie wäre es mit dem Schlossgarten? Dort könnten wir ein bisschen trainieren“, schlug die deutsche Volturi vor. Leti fand die Idee gut und stimmte deshalb zu. Mit Felix würde sie gut üben können. Ihr richtiges Kämpfen war zwar nicht so, aber wenn sie dieses mit ihrer Gabe verband, hatte sie schon einiges drauf. Auch Felix schien ein wenig Feuer und Flamme. Schließlich hatte er jetzt die Möglichkeit sich für die Vorstellung im Thronsaal zu rächen, wenn er sehr nachtragend war. Mit einem Lächeln voller Vorfreude folgte sie Felix in den Schlossgarten.
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Sofibel
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Do Apr 05, 2012 12:05 am

Sofibel hatte sich umentschieden, sie interessierte sich nicht für diese zwei seltsamen Wesen. Sie hörte die Pulse der Beiden und doch schienen sie anders zu sein. Allein schon durch die Visionen, die die Beiden auslösten, war ihre Neugierde gedeckt. Ein 'Werwolf', sie lachte innerlich, war eine ganz andere Kreatur als das was vor ihr stand. Dieser Jacob, was für ein schrecklicher englischer Name, war ein Gestaltenwandler, er konnte sich in einen Wolf verwandeln. Sie hätte fast schon Wölfchen gedacht, doch sie wollte ihn nicht unterschätzen. Wäre seine Art ungefährlich, hätten die Meister ihn nicht hier her gebracht und wäre seine Art so leicht auszulöschen, würde er heute nicht mehr hier sein. Ihre innere Stimme dachte nun über das Mischlingskind nach, eine Menschenfrau und ein männlicher Vampir – sie wollte sich wirklich nicht vorstellen, wie das funktioniert hatte. Auf jeden Fall hatte sie jedoch eine interessante Gabe: Sie kann sich anderen durch Berührung mitteilen und das auch bei Personen mit mentalen Schutzschildern. Interessant, dachte sie, aber solch ein mentales Schutzschild zu umgehen gelang auch bei ihrer Gabe, da sie ja nicht wirklich die direkten Gedanken benutzt, sondern vergangene Momente... Nebenbei bekam sie den Namen des Hybriden mit – Renesmee. Sie zuckte fast zusammen, dass war noch schlimmer als das, was ihre Eltern getan hatten. Renesmee, durch eine Erinnerung des Wolfes bekam sie mit, dass es eine Mischung aus Renee und Esme sein sollte, doch, es hörte sich einfach schrecklich an. Sie schüttelte den Kopf, was manchen Eltern durch den Kopf geht... Die neue wurde hell höhrich, als man über sie sprach. Caius versuchte sie mit seinem Blick nieder zu drücken, doch sie lächelte ihn nur leicht anzüglich an. Stille Wasser sind tief Junge, sehr tief, auch wenn sie nicht immer still sind! Er versuchte seine Worte so klingen zu lassen, als versuche er nicht gleich zu sagen, dass er sie nicht leiden konnte, aber dafür war es eigentlich zu spät: „Und Felix, Letizia, seid doch so gut und zeigt unserem neusten Mitglied unser Domizil. Und sucht bitte nach Heidi. Es ist wohl an der Zeit, das einige weitere neugierige Touristen unsere mächtigen Hallen bewundern können.“ Sie ließ sich nichts anmerken und warf ihm noch einen vielsagenden Blick zu, bevor sie den Thronsaal verließ. Man wusste ja nie, wie das noch enden konnte...

Die drei liefen durch die Gänge und dann fanden sie Heidi – der Köder der Volturi. Die halbe Deutsche/Italienerin wartete, bis die Dame alles erklärt bekam und sie sich ihr vorstellen konnte. „Sofibel.“, sagte sie chamant und blickte sie passend an. Die junge Dame hing ihren Gedanken nach, sie war ebenfalls ein 'Mischling', wenn auch einer anderen Art – etwas Deutsch, etwas Italienisch, keine ungewohnte Mischung, doch man sah es ihr an. Sie besaß eine etwas andere Gesichtsfarbe als die meisten, es gab die normal blassen Vampire, diese stammten meist von den hellen Europäern ab und welche mit einem Olivton, diese kamen aus den südlicheren Ländern oder waren gänzlich Dunkelhäutig gewesen. Andererseits gab es noch blässere Vampire, diese kamen meist aus den nördlicheren Gefilden. Sie jedoch war eine Mischung aus blassem Europäer und den Olivfarbenen Südländern. Letizia fragte, was sie als nächstes machen könnten und mit ihrem Vorschlag, im Schlossgarten zu trainieren, waren alle einverstanden. Felix ging voran und die Beiden Damen folgten ihm auf das Freigelände der Volturi. Sofia freute sich, sie konnte wahrscheinlich nicht so gut kämpfen wie Felix, doch sie hatte ebenfalls ein paar Tricks. Sie nutzte viel Akrobatik, benutzte ihren Körper und versuchte meist von oben, oder hinten anzugreifen. Gespannt wartete sie darauf, was sie lernen könnte.

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Demetri
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Apr 06, 2012 1:32 am

Stille. Wundervolle, alles umfassende Stille war im Thronsaal eingekehrt. Man könnte keine Stecknadel fallen hören, wären da nicht die flatterhaft pochenden Herzen ihrer beiden Gäste. Ihr Puls war das einzige, was den Raum erfüllte, fast unerträglich laut und schmerzhaft. Was würde Demetri nicht dafür geben seine eiskalte Faust um ihre Herzen zu schließen und zuzudrücken, fest und unbarmherzig, so lange, bis sie ihren letzten Atemzug getan hatten, bis der lästige Trommelschlag des Herzens verstummte. Er wollte Blut sehen, Schmerzen in den Augen des kleinen Halblings, wollte sehen wie das Feuer der Aufmüpfigkeit in ihren Augen erlosch. Einmal wollte er sehen, wie sie litt. Ihr ach so perfektes Leben wollte er zerstören, mit einem einzigen Handgriff. Er wollte ihr das Teuerste nehmen, was sie hatte. Ihren wunderbaren Jacob. Er sah, wie sehr sie ihn liebte. Und das war es, was ihn so anwiderte. Wenn er starb, so würde etwas in ihr zerbrechen. Und dieses Ausmaß von Schmerz zu sehen, das war es, wonach er verlangte, wonach er dürstete. Er hätte die Macht, ihren Willen zu brechen, würde man ihn lassen. Doch faktisch tat man das nicht. Weswegen der Tracker seine unergründliche Miene beibehielt, gemischt mit einem Hauch von Sadismus und stumm an der Seite stand, seine Umgebung beobachtend.
Während Aro die zwei Neuankömmlinge mit seinem üblichen überschwänglichen Lächeln begrüßte, blickte der Tracker sich unauffällig im Saal um. Er konnte Chelsea beobachten, wie sie der Neuen giftige Blicke zuwarf. Sie schien sich also nicht gerade beliebt gemacht zu haben. Wenn er sie betrachtete, so kam ihm ein Bild eines Schaufensterpüppchens in den Sinn. Nicht, weil sie die gleiche makellose Schönheit besaß, wie sie alle, sondern weil sie so zerbrechlich wirkte. Wie ein dünnes Marmorgefäß, welches man mit einem Fingerschnipsen zerstören könnte und in tausend winzig kleine Teile zersprang. Vielleicht war das nur eine Maske, die sie aufrecht erhielt, doch sollte der erste Eindruck sich bewahrheiten, so würde sie nicht lange bei den Volturi überleben. Jeder hier hatte seine ganz eigenen Gründe, weshalb er bei der königlichen Familie verweilte, doch man durfte keinen von ihnen unterschätzen. Sie mochten als kalt und unnahbar erscheinen – zumindest einige von ihnen – doch wenn man die falschen Worte fallen ließ wurde der Aufenthalt bei den Volturi der reinste Höllenritt. Also sollte sich das Blondchen wohl in Acht nehmen. Vor allem vor ihm, denn langsam aber sicher kroch eine unbändige Wut in ihm hinauf, die sich die letzten Stunden, die letzten Tage angestaut hatte und nur darauf wartete, herauszubrechen. Ja, er wollte jemanden leiden sehen, ihn am Boden sehen, um Gnade winseln wie ein kleines, schwächliches Wesen, was sie doch alle waren. Sie waren anmaßend und arrogant. Ja, zugegeben, das war er auch. Doch er konnte es sich erlauben. Er und wenige andere unter den Wachen hier. Sie waren lange genug hier, um sich etwas auf ihren Stand einbilden zu können. Und er selbst war einer derjenigen, die ihre Nase am höchsten reckten. Er strotzte nur so vor Selbstbewusstsein und brachte anderen meist nichts als Hohn und Spott entgegen. Was ihm einiges an Bewunderung einbrachte. Bewunderung und Respekt. Aber auch Hass, dessen war er sich bewusst. Jedoch würde niemand es wagen, öffentlich ein Wort gegen ihn zu erheben. Denn schließlich hatte er hier eine Position inne, für die andere ihr Leben geben würden. Vielleicht stand er nicht so hoch wie Jane und Alec oder Chelsea, doch er kam ziemlich direkt hinter ihnen. Er war ein Schatz für die Volturi, einzigartig in seinem Talent. Ja, es gab etliche Vampire, die sich als ‚Tracker’ schimpften, doch wäre er nicht hier, wenn er nicht der Beste unter ihnen wäre. Seine Gabe überstieg die Fähigkeiten vieler hier. Und ohne ihn wüssten die Volturi nun nicht einmal, dass die Cullens das wunderschön eklige Forks verlassen und sich einen neuen Wohnsitz erbaut hatten. Ohne ihn hätten sie nicht den richtigen Moment erwischt, um die kleine Renesmee und ihren tierischen Begleiter abzupassen und mitzunehmen. Ohne ihn wären sie nichts. Machtlos. Unbedeutend. Ein kurzes, aber diabolisches Grinsen schlich sich auf seine Lippen. Er ignorierte die wütenden Blicke einiger unbedeutender Vampire, darunter auch Letizia, und wandte seinen Blick wieder nach vorne auf das Geschehen. Aro hatte verkündet, dass er etwas mit Chelsea zu bereden hatte, vermutlich ging es wieder um den Einsatz ihrer Gabe, vielleicht bei der Neuen, wer wusste das schon. Es war nur ein weiterer Job, den sie zu erledigen hatte, so wie immer. So wie jeder von ihnen, war auch sie dazu da, das System zusammen zu halten. Vermutlich war sie sogar der Schlüssel des Ganzen, schließlich liefen hier einige Vampire herum, die so gar nicht bei den Volturi wären, wenn Chelsea sie nicht an sie band. Unter anderem sogar ihr großer Meister Marcus. Demetri empfand kein Mitleid für ihn. Er hatte seine Frau verloren, die er innigst geliebt hatte. Na und? Das hatte er schließlich auch. Doch im Gegensatz zu seinem Meister hatte er den Kummer in Hass und Verachtung gewandelt. Er wandelte als tickende Zeitbombe durch die Welt und jeder, der ihm zu nahe trat, bekam eine Kostprobe seiner zerstörerischen Wut. Er war nicht so verbittert wie Jane, nicht so rührselig wie Alec und besaß schon gar nicht die falsche Freundlichkeit und Euphorie von Aro. Er hatte seine ganz eigene Art. Eine Falschheit, in der ihm niemand nachstand. Ihn umgab eine Kälte, die nur selten jemand durchbrach. Freundlichkeit schien ein Fremdwort für ihn und er schenkte nur wenigen Vampiren seine Hochachtung. Sah man ihn lächeln, so war es immer begleitet mit einer Spur von Sadismus. Keiner war emotionsloser, als er. Bis auf Caius vielleicht. Doch man konnte diese beiden Volturi nicht miteinander vergleichen. Der Meister hatte eine ganz andere Weise, seine Persönlichkeit nach außen schimmern zu lassen. Er war undurchschaubar und hatte immer eine perfekte Maske aufgelegt. Und doch war er so wandelbar, wie niemand anderes. Sein Gesichtsausdruck wechselte in Sekundenbruchteilen von einem breiten Lächeln, welches dem von Aro zu ähnlich sah, zu einer nachdenklichen Miene bis hin zu einem anzüglichen Blitzen seiner blutroten Augen. Das verlieh ihm eine gewisse Unberechenbarkeit. Demetri dagegen war schlichtweg unergründlich. Er gab sich freundlich, wenn er es musste, respektvoll gegenüber den Meistern und eiskalt, wenn er mit niederen Wachen redete. Jedoch konnte er genauso ehrlich sein, wenn er es denn wollte. Tatsache war bloß, dass es nur wenige gab, die ein solches Vertrauen seinerseits genießen durften.

Endlich, nach minutenlangem Schweigen erhob schließlich Caius das Wort, leise und schleimig, so wie Aro es nicht besser hätte machen können. Er forderte den Halbvampir auf, ihr Können unter Beweis zu stellen, indem sie mit Jane und Alec kämpfte. Jeder hier – Caius vorangestellt – wusste, dass es für das Halbwesen unmöglich war, auch nur gegen einen von ihnen zu gewinnen. Und dann die beiden Horrorzwillinge auf sie loszuhetzen war ein noch grausameres Unterfangen. Aber seit wann ging es hier fair zu? Jeder von ihnen wollte das kleine, perfekte Ding leiden sehen. Und selbst wenn nicht – keiner würde es wagen auch nur einen Laut des Widerworts zu äußern. Außer ihm wäre sein Kopf nicht heilig.
Am Rande bemerkte der Tracker wie Letizia, Felix und die Neue von seinem Meister herausgeschickt wurden, um Letzterer alles zu zeigen und natürlich um Heidi zu suchen, die einmal wieder für frisches Blut sorgen sollte. Demetri missfiel diese Art von Ernährung. Es war zu einfach. Wahllos ausgewählte Touristen wurden in den großen Thronsaal geschmissen, die Türen verschlossen und den Rest überließ man den Vampiren. Der Tracker spielte lieber mit seinen Opfern, hielt sich im Verborgenen, jagte ihnen Angst ein und beobachtete genüsslich, wie sich ihre Selbstüberzeugung in Todesangst wandelte. Nichts war genugtuender als zu sehen, wie das lebhafte Funkeln zweier Augen ausgelöscht wurde. Von ihm. Offensichtliche Angst war ihm nicht genug. Sie sollten alle leiden, ihre kleinen Vergehen bereuen, wenn sie in seinen Armen starben. Erst dann bekam man das Gefühl unumstrittener Macht zu spüren. Doch manchmal konnte man sich dem allgemeinen Mahl nicht entziehen. Es war nur ein kleiner Kompromiss, den man von Zeit zu Zeit eingehen musste…
„Komm her.“, hörte er nun seinen Meister zu ihm sagen und so ging er langsam und beinahe lautlos auf ihn zu, stellte sich neben Caius und wartete auf einen weiteren Befehl, der auch sogleich folgte. Mit kühler, flüsternder Stimme forderte er Demetri auf zu erzählen, was sich in Fort William zugetragen hatte. Schließlich war Aro fort und konnte die Gedanken des Volturi nicht erfassen. Und es aus erster Hand zu erfahren war dem blonden Vampir wohl auch lieber.
Bevor Demetri jedoch zu einer Antwort ansetzen konnte, erhob Caius noch einmal das Wort an Jacob Black. Mit einem offensichtlich amüsierten Grinsen forderte er ihn wie einen Hund auf, der er war, sich in eine Ecke zu verziehen. Geleitet durch die Manipulation von Chelsea bewegte er sich mit unergründlicher Miene. Was wohl in ihm vorging? Ob er einen ähnlichen Kampf wie die kleine Renesmee zu kämpfen hatte? Oder realisierte er nicht, was mit ihm geschehen war? Letzteres war wohl der Fall. Er hatte keine engen Bindungen zu den Cullens gehabt, allein seine kleine, süße Nessie liebte er. Wie wundervoll perfekt sein Leben doch gewesen sein musste. Sein gesamtes Leben war von dem Moment an vorbestimmt in dem er das Halbwesen erblickt hatte. Fast hätte der Tracker gelacht. Wie armselig das doch war!
Auf das Folgende jedoch war niemand vorbereitet. Hätte sein Blick nicht zufällig den des besagten Halblings gestreift, so wäre ihm die Veränderung kaum aufgefallen. Es kehrte Leben in ihre Augen zurück, der Widerstand war zwar kaum zu sehen und doch deutlich da. Sie reckte ihr Kinn und funkelte den Meister an.
„Nein. Ihr werdet ihm kein Leid zufügen Caius. Meinetwegen lasst mich gegen Alec kämpfen, wenn ihr es für notwendig haltet. Doch Jacob wird nicht euren Schoßhund spielen. Ich ertrage alles, doch lasst ihn aus dem Spiel.“ Der Volturi funkelte sie verächtlich an. Was erlaubte sie sich? Dachte sie, sie wäre hier genauso geliebt und geachtet wie bei ihrer perfekten Vegetarierfamilie? Glaubte sie wirklich, dass sie nun auch nur die geringste Chance hatte, dass ihr irgendjemand entgegenkam? Selbst Alecs seltsames Verhalten war verschwunden, das Mitleid aus seinen Augen gewischt. Hier war *jeder* gegen sie. Damit sollte sie sich abfinden. Und dann auch noch mit einem Meister so zu sprechen, der mit einem einzigen Fingerschnipsen ihr armseliges Leben beenden könnte. Das grenzte an Selbstmord. Aber was hatte er erwartet? Wie der Vater, so die Tochter.
„Doch Aro kann sehen, das ich euch anders gegenüber stehe als meine Gefängniswerter, die Cullens. Ich erkenne eure Taten durchaus an. Ich bin zufrieden hier zu sein, das könnt ihr mir glauben.“ Ein Stirnrunzeln seitens des Trackers folgte ihren Worten. Die Gefängniswärter Cullens? War das wirklich *sie*, die da sprach? Oder etwa die manipulierte Form ihrer selbst? Schließlich war ihr in eine rosarote Seifenblase verpacktes Leben doch perfekt. Sie war der kleine Goldschatz der Familie, wurde behütet und beschützt vor allen Gefahren. Ein wissendes Grinsen schlich sich auf die Lippen des Volturi. Ja, auch er könnte mit diesem Leben rein gar nichts anfangen. Eingepfercht zwischen etlichen Vampiren, die jeden einzelnen Schritt von einem überwachten. Oho. Also war dieses Leben doch nicht so toll, wie man immer dachte? Was eine Überraschung!
Sollte es den Cullens jemals gelingen die kleine Nessie wieder zurück zu holen, so hätte sie es noch schwerer als zuvor. Von diesem Tag an – der vermutlich niemals kommen würde – wäre sie wirklich eine Gefangene in ihren eigenen vier Wänden. Diese Vorstellung milderte die Tatsache ab, dass er den Cullens die Pest an den Hals wünschte, würden sie es in ihrem Übermut wirklich schaffen, ihren Schatz zurückzuholen. Aber warum sollten sie das bewerkstelligen? Es war unmöglich jemanden aus der Festung der Königsfamilie zu befreien. Das mussten selbst die Märtyrer Cullens einsehen. Und wie Demetri nun spürte waren sie noch immer in Fort William. Vielleicht waren sie klug genug, es bleiben zu lassen. Es wären zu viele Opfer, die gebracht werden mussten.
Demetri beobachtete, wie der Halbmensch dem dritten Meister einen Blick zu warf, flehentlich und hoffnungsvoll. Was glaubte sie? Dass er sie aus dieser Ungerechtigkeit befreite? Marcus mochte in seiner Trauer versunken sein, aber er war nicht dumm. Bei weitem nicht. Seinen Blick weiter auf Renesmee gerichtet sah der Tracker, wie ihr letzter Hoffnungsschimmer erlosch und sie sich wieder von Chelseas Gabe einlullen ließ, sich auf den bevorstehenden Kampf vorbereitete.

„Meister… wenn Ihr erlaubt?!“, fragte Demetri nach einer Weile, als er Kampf schon begonnen hatte. Er wartete auf das Nicken von Caius und fuhr dann fort. „Es verlief alles planmäßig. Zwar wurden die Cullens schnell auf mich aufmerksam und beinahe wäre es mir gelungen, sie zu einem Kampf zu provozieren – wären wir nicht unterbrochen worden, so hätten wir sie auslöschen können. Jedoch waren sie in ihrer Naivität so dumm und leichtgläubig, dass sie meinem Besuch wohl keinerlei Bedeutung zumaßen. Was natürlich zu ihrem Verhängnis wurde. Jedenfalls haben sie nun noch keine Ahnung, dass ihr kleiner Schatz gestohlen wurde.“ Er grinste kurz schief, jedoch ließ er diese kleine Gefühlsregung sofort wieder verschwinden. „Letizia hat sich erstaunlich gut geschlagen. Ihre Gabe scheint stark, sie hat sie den ganzen Weg über unter Kontrolle gehabt. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob sie ihre Gefühle immer unter Kontrolle halten kann. Jedoch bin ich mir – wenn ich denn darüber urteilen darf - ihrer Loyalität sicher.“ Mit diesen Worten zog er sich einen Schritt zurück und wartete darauf, dass eine Frage ihn zum Antworten zwang oder aber dass Caius ihn entließ, weil er gehört hatte, was er hören wollte.
Seine Gedanken schweiften wieder zu den Cullens ab. Genauer: zu Isabella Cullen. Er hatte sie nicht angetroffen, was wohl ihr Glück war, denn sie war wohl der einzige dieser Brut, bei dem er nicht hätte ruhig bleiben können. Sie war die Schlimmste von ihnen. Sie bildete sich nicht nur etwas auf ihre Herkunft und Ernährung ein, nein. Sie glaubte auch noch, der größte Vampir auf Erden zu sein. Weil sie diese ach so tolle Gabe hatte, weil sie einen Bastard geboren hatte, weil sie Menschenblut widerstehen konnte. Ja, sie war eine Heilige, diese Isabella. Früher hätte man sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Warum hatten sie nicht die erste Gelegenheit genutzt sie zu töten? Zu gerne hätte er ihr Blut auf seiner Zunge geschmeckt, das Leben aus ihr herausgesaugt. Und nun wollte er ihren Kopf. Von ihm aus konnte Aro ihn auch in eine Vitrine in seinem Gemach stellen, Hauptsache er musste dieses wissende Lächeln nie wieder sehen. Sie war eine Missgeburt der Vampirwelt, unwürdig auf der Erde zu leben. Wäre sie nicht, so hätten die Volturi diese Scherereien nie gehabt. Das Gefüge drohte nicht auseinander zu brechen. Alles nur wegen einem kleinen, arroganten Mädchen, welches sich die Liebe eines Vampirs erstohlen hatte. Edward Cullen war ein Narr. Er hatte sie verwandelt in dem Glauben, er könne nun auf alle Ewigkeit mit ihr zusammen leben. Dabei ging es nicht um die Liebe. Es ging um die Unsterblichkeit. Die Vorstellung nie mehr altern zu müssen war verlockend, sie war berauschend. Einen ewig jungen Körper zu haben, unantastbare Schönheit. Wer gab dafür nicht gern sein Leben? Liebe… was war das schon? Viel zu schnell war diese wunderschöne Blume verwelkt, wurde fortgeschmissen. Ja, man sprang viel zu leicht mit diesem Wort um, diesem unvergleichlichen Gefühl. Man verschenkte sein Herz leichtsinnig an jeden, der einem über den Weg lief, gerade wenn es ein unvergleichlich schöner Vampir war. Aber wenn man jemanden fand, der noch mehr Macht und Schönheit ausstrahlte? Dann war der vorherige schnell vergessen. Und man zerstörte denjenigen damit.
Knurrend schüttelte der Tracker den Kopf. Ihm gefiel es nicht, in welche Richtung seine Gedanken abdrifteten. Er hatte mit der Vergangenheit abgeschlossen! Mit Chelsea abgeschlossen. Sie musste mit ihrem Schmerz klar kommen. Er hatte ihn schon lange aus seinem toten Herzen verbannt. Was war schon Schmerz, wenn man fast 2.000 Jahre auf der Erde wandelte?
Was redete er sich da ein? Es war auch nach so langer Zeit immer noch, als fräße einen das giftige Leid von innen heraus auf. Er sollte das am Besten wissen. Und doch hatte er in wenigen Sekunden ein Leben zerstört. Ja, er hatte seine Gründe gehabt, er hatte sich verraten gefühlt, ungeliebt und benutzt. In seinem Hochmut hatte er nicht darüber nachgedacht, dass sie es nie beabsichtigt hatte, so zu erscheinen. Er hatte es einfach vorausgesetzt, dass es ihr Freude bereitete, ihn so zu sehen. Dass für sie alles nur ein Spiel war. Und das hatte ihn zu dieser höchst dummen Tat verleiten lassen.
Heute wusste er es besser. Er hatte ihren Kummer gesehen, ihr gebrochenes Herz, die unendlichen Abgründe in ihren dunklen Augen. Wie Dolche bohrten sie sich in die Seele eines jeden, der sie anblickte. Nur Demetri wusste, wie viel Schmerz darin lag. Was er ihr angetan hatte, war schlimmer als alles, was er jemals gewagt hatte zu tun. Ja, auch sie hatte Fehler gemacht. Jedoch war er stark genug, darüber hinwegzusehen. Sie war es nicht. Eine Erinnerung blitzte vor seinen Augen auf, die ihn beinahe zum Lächeln brachte, welches jedoch niemand jemals zu Gesicht bekommen würde.
Chelsea in einem langen, roten Kleid mit Edelsteinen besetzt. Um ihren schlanken Hals trug sie eine schwere Goldkette, die im schummrigen Licht funkelte. Ihr Lachen erfüllte den Raum und zog die Blicke der jungen Männer auf sich. Ihre sanften Schritte, wenn sie sich zur leisen Musik bewegte, das leise Rascheln des samtenen Kleides, welches ihre perfekte Figur schmeichelnd umspielte. Ihre Augen, die neckisch funkelten und von denen man nie wusste, ob sie die Wahrheit sprachen oder dich mit einer Lüge in ihren Bann zogen. Zu dieser Zeit war er ihr verfallen. Es war eine gefährliche Leidenschaft gewesen, die sie verbunden hatte. Ja und vielleicht auch Liebe. Wenn sie heute die Wahrheit sprach, so hatte sie ihn geliebt. Und doch war es nicht genug gewesen, um ihn von seinen Taten abzuhalten. Mit seiner Macht, die er über sie gehabt hatte, hatte er sie zerstören können. Und er hatte es geschafft. Damals hatte er es gewollt, hatte sie am Boden sehen wollen. Heute jedoch würde er diese eine Nacht rückgängig machen, wenn er dazu imstande wäre. Er hatte sie gesehen, wie sonst niemand, war ihr so nahe gewesen, wie es vielleicht niemand jemals wieder sein würde. Durch ihn war sie noch abweisender geworden, als zuvor schon.
Und das erste Mal seit Jahrhunderten fing Demetri an, zu bereuen.

Die Geschehnisse im Thronsaal drangen langsam wieder an sein Bewusstsein. Mit einem wütenden Blick riss er sich von seinen Gedanken los. Die Vergangenheit lag begraben und er würde keine Möglichkeit haben, seine Taten wieder gut zu machen. Warum also längst vergessenen Zeiten nachtrauern? Es war vorbei, zerstört, zerflossen. Er konnte nichts daran ändern, also würde er es auch nicht versuchen. Es wäre ohnehin ein sinnloses Unterfangen. Der Volturi konnte ein bitteres Lachen gerade zurückhalten. Er hatte Macht, Wissen und das Talent, Leben zu vernichten. Gefühle machten bloß schwach. Sie ließen einen weich werden und das sah man am Beispiel der Cullens nur allzu deutlich. Warum sollte er wieder der Liebe erlegen, sie war doch ohnehin eine einzige Enttäuschung. Liebe ließ Menschen sich zu allerlei dummen Sachen bewegen, sie in einem Desaster endeten.
Mit dieser Überzeugung und einem vernichtendem Lächeln wandte er sich schließlich wieder seinem Meister zu.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Sa Apr 07, 2012 5:06 am

Alec fühlte sich wieder wie immer. Stolz, begabt, und ermutigt durch seine Schwester. Es war richtig so zu denken. Ohne jegliche Gewissensbisse sah er sich im Thronsaal um, während er mit Jane redete und ihr von ihrer Reise erzählte. Er blickte Renesmee kalt an, immer noch ein wenig sauer auf sie, dass sie ihn – wie auch immer – weich gemacht hat. Er wusste nicht, was sie mit ihm angestellt hatte. Und genau dass störte ihn. Vermutlich war es besser, dass sie den blick nicht erwiderte, denn sonst wäre sie wohl zu Tode erschrocken.
Alec wandte den Blick ab, als Aro zusammen mit Chelesa den Saal verließ und Caius das Wort erhob: „Nun, kleine Renesmee. Dann zeig uns mal, was du kannst.“
Dann nickte er ihm und seiner Zwillingsschwester zu. „Wäret ihr so freundlich?“, fragte er mit einem Klang in der Stimme, den Alec noch nie aus Caius' Mund gehört hatte.
Verdutzt blickte er Jane an, die mit dem gleichen Blick zurück starrte. Wenn Caius so höflich war, musste etwas passiert sein. Versuchte er etwa Aro zu ersetzten? Eher unwahrscheinlich. Das war rein gar nicht seine Art. Alec schüttelte nur nur kurz den Kopf, dann nickte er Jane zu, und gerade als er auf Renesmee zutreten wollte, sprach Caius weiter, wenn auch nur an eine – wenn man es denn so nennen möchte – Person.
„Geh dort drüben in die Ecke und mach Sitz!“
Alec lächelte leicht. Er hatte ganz anderes von Caius erwartet, denn im Gegensatz zu Aro wollte er die Hunde nicht als Wachhunde benutzen. Und Alec auch nicht. Renesmee jeden falls schien nicht besonders begeistert, so schien es Alec. Und als sie dann anfing zu reden, musste sich Alec eingestehen, dass er sie wohl unterschätzt hatte.
„Nein. Ihr werdet ihm kein Leid zufügen Caius. Meinetwegen lasst mich gegen Alec kämpfen , wenn ihr es für notwendig haltet. Doch Jacob wird nicht euren Schoßhund spielen. Ich ertrage alles , doch lasst ihn aus dem Spiel. Aber glaubt nicht das ich keinen Respekt vor euch habe. Ihr seit es die die Fäden der Welt in der Hand halten , das ist mir durchaus bewusst. Doch Aro kann sehen , das ich euch anders gegenüber stehe als meine Gefängniswerter , die Cullens. Ich erkenne eure Taten durchaus an. Ich bin zufrieden hier zu sein , das könnt ihr mir glauben. Wenn ich etwas für euch tun kann , dann müsst ihr nur ein Wort sagen und ich werde eurem Befehl Folge leisten. Nun denn. Dann werde ich auch beweisen das ich nicht der kleine Halbvampir bin , für den ihr mich haltet. Ich bin mehr als ein schwächlicher Mischling."
Zunächst blickte Alec sie noch erschrocken an, dann wurde sein Gesicht wieder emotionslos, aber unter dieser Maske dachte er belustigt an diese kleine Rede. Sie wollte ihnen zeigen, dass sie kein schwächlicher Mischling ist? Wie alt ist sie doch gleich? Fünf. Und ihre Gabe besteht darin, anderen Leuten ihre Gedanken zu zeigen. Nein, sie hat nicht die geringste, noch so minimale Chance. Selbst die normalen Vampirfähigkeiten hat sie nicht.
Mit leichtem Kopfschüttelnd, aber mit kaltem Gesichtsausdruck, gingen Jane und er in die Mitte des Saals und traten vor Renesmee.
Als er sie ansah, stellte er fest, dass er immer noch sauer auf sie war. Und ohne zu zögern schnappte er sie sich, und warf sie einige Meter vor sich, bevor sie überhaupt reagieren konnte.
Es war einfach nur zu leicht.

Tbc.: Außerhalb – Vor der Stadt


((Es tut mir leid, dass er so kurz und so schlecht ist und erst so spät kommt, aber ich wusste einfach nicht, was ich schreiben sollte.))


Zuletzt von Alec am Di Apr 17, 2012 9:00 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Mi Apr 11, 2012 6:36 am

Cf.: Fort William - Außerhalb - Der Wald

Chelsea zuckte zusammen, als Aro mit einem gefährlichen Lächeln verkündete, dass er etwas äußerst wichtiges mit ihr zu besprechen hätte. Für einen Moment weiteten sich erschrocken ihre Augen, dann nickte sie, und ging mit erhobenem Haupte hinter dem Volturi-Leader aus dem Thronsaal, hinaus in die Vorhalle. Den dort stehenden Wachen warf Aro einen missfallenden Blick zu, machte sich aber nicht die Mühe, sie wegzuschicken, sondern bog nach einem kleinen Zögern links in einen Gang ab. Chelsea folgte ihm stumm, überlegte fieberhaft, wieso gerade sie Bericht erstatten musste und nicht Demetri oder Alec. Oder warum nicht Letizia?
Weil er mir am meisten vertraut. Das wäre zumindest der schönste Grund gewesen, der, von dem sie sich am wenigsten fürchten musste.
Schließlich stoppte er vor einer schmalen, alt wirkenden Tür, und öffnete sie. Er bedeutete ihr mit einer kleinen Kopfbewegung, zuerst hineinzugehen, folgte ihr und schloss sie dann hinter ihnen. Sie waren nicht weit weg vom Thronsaal, doch in diesem Moment alleine mit Aro zu sein, war auf jeden Fall nicht auf der Liste, was sie gerade gerne tun wollte. Trotzdem sah sie ihm in die Augen, als er sich ihr gegenüber stellte, das Lächeln immer noch auf den Lippen. Das Lächeln hätte alles bedeuten können, und das war das Problem. Aro konnte seine Gefühle hinter einer Maske des netten Onkels verbergen, wann immer er es wollte. Doch selbst dann wusste man, dass er gefährlich war. Und als er gerade jetzt den Netten-Onkel-Ton anschlug, wurde Chelsea innerlich eiskalt. „Chelsea“, fing er an, und seine Augen blitzten vor Freude. „Es gibt mehrere Gründe, warum ich dir hierher gebracht habe. Der erste wäre die Sache mit der jungen Sofia-Isabella… Du weißt, was deine Aufgabe ist, nicht wahr?“ Chelsea nickte resigniert. Sie wollte diese kleine aufmüpfige Jungvampirin nicht bei den Volturi haben, nicht einmal, wenn sie die Erdrotation zum Stilstand bringen könnte. „Du musst lernen, deine Gefühle unter Kontrolle zu haben, Chelsea.“, sagte er scharf. „Ich habe Jane dafür schon gemäkelt, ich will es nicht auch noch bei dir tun müssen. Ich will nicht, dass irgendjemand angelaufen kommt und mir erzählt, dass du sie zusammen mit Jane quälst, hast du mich verstanden?“ Chelsea nickte, erschrocken über die Heftigkeit in seinen Worten. Vielleicht würde sie sie ja nicht mehr quälen, aber mögen würde sie sie nicht, erst recht nicht nach dem hier. Und Sofibel musste sich erst einmal Chelseas Respekt verdienen. „Ihr hattest noch gar keine Gelegenheit, zu erzählen, wie euer kleiner Ausflug gelaufen ist. Gab es irgendwelche Komplikationen?“, fragte Aro wieder lächelnd. Das war eine rein rhetorische Frage, er wollte darauf keine Antwort. Er wollte Taten. Chelsea presste die Lippen aufeinander, hob aber ihre Hand und legte sie in Aros, die er in Erwartung ausgestreckt hatte. Zuerst geschah nichts, doch dann wurden die Augen des obersten Volturimeisters glasig, und das Lächeln in seinem Gesicht vertiefte sich. Dann fixierte er sie wieder und Chelsea nahm ihre Hand wieder aus seiner, wartete nervös darauf, wie Aro reagieren würde. Der hatte jetzt ein nachdenkliches Gesicht aufgesetzt und nickte ein paar Mal gedankenverloren. „Sehr schön, also keine weiteren Komplikationen... Ihr habt eure Arbeit gut gemacht. Es freut mich, dass ihr mich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht habt.“ „Ihr könnt uns immer vertrauen, Meister.“, beeilte sich Chelsea zu sagen, und senkte in einer unterwürfigen Geste kurz den Kopf. Sie sah Aro noch nicken und dann die Tür wieder aufmachen. Wieder die kleine Geste, die ihr sagte, sie solle zuerst hindurchgehen. Gerade, als sie einen Fuß auf den Gang gesetzt hatte, ertönte Aros Stimme wieder, diesmal mit einem gefährlichen Unterton. „Ach, und Chelsea? Sorg dafür, dass die kleinen Streitereien mit Demetri aufhören.“ Alle Härchen stellten sich bei ihr auf, bevor sie zaghaft nickte, sich aber nicht umdrehte. „Natürlich.“ „Das wäre dann alles…“, sagte Aro großzügig. Chelsea ließ sich das nicht zweimal sagen und ging schnellen Schrittes den Gang entlang zurück. Vor der Tür des Thronsaals zögerte sie kurz, bevor sie die Tür öffnete und den Saal betrat, hinter ihr konnte sie Aro hören, wie er dasselbe tat.
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