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Twilight & Harry Potter Crossover
 


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 Thronsaal

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Aro
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Do Sep 20, 2012 10:10 am

Aro wartete geduldig, bemerkte Felix der den Saal mit einem kurzen Nicken verließ und strich Jane liebevoll über ihren Rücken. Der Volturimeister war gespannt auf das Eintreffen seines Trackers, seines Juwels. Demetri war ein schwieriger Charakter, strebte nach Unabhängigkeit und danach seinen Status innerhalb der Wache noch zu stärken. Er war ein Einzelgänger, hasste es wenn er sich rechtfertigen musste und ganz besonders, wenn er gezwungen wurde Rücksichten zu nehmen, auf wen und auf was auch immer. Doch genau diese Eigenart, dieser Charakterzug beeindruckte Aro.
Demetri ließ sich nur schwer leiten, wenn überhaupt. Er war ein wahrer Volturi, dachte wie ein Volturi und wusste absolut treffsicher, was und warum es von ihm erwartet wurde.

Die Tür öffnete sich und genau wie Aro es erwartet hatte trat Demetri demutsvoll aber nicht schwach oder unterwürfig ein, gefolgt von Felix und Letizia. Er zollte den Meistern den nötigen Respekt, nicht mehr und nicht weniger. Aro nickte ihm anerkennend und erwartungsvoll zu. Caius setzte sich zum ersten Mal an diesem Abend aufrecht und in seinen Augen strahlte etwas auf, wie sie es immer taten, wenn Caius Demetri begegnete. Die beiden hatten wahrhaft viele Komponenten, die sie einten.
Aro lächelte, wie er es immer tat, zur Begrüßung seiner Treuen und erwiderte stumm Demetris Gruß. Entspannt lauschte er seinem Bericht, der Verfolgung eines dieser Neugeborenen und dessen Tötung, seine Absicht gleich zurück in die Stadt zu gehen und das er etwas gespürt habe. Aros Blick lag aufmerksam auf dem angespannten Antlitz des Griechen. Diese kleine Pause war effektvoll gewählt, doch beantwortete sie weder die Frage, warum er aus Respekt nicht doch zum Kampfplatz zurückgekehrt war, noch was er gespürt hatte.
Was konnte in der Stadt vor sich gehen, was Caius und Marcus nebst den im Palazzo verbliebenen Wachen nicht hätten merken sollen.
„Unsere Feinde waren restlos besiegt, doch es gab etwas in der Stadt was mich stutzig machte. Doch ich wollte mich zuerst vergewissern, dass mich mein Gefühl nicht trog, bevor ich Euch dies mitteilte.“
Erneut eine Pause, doch nicht absichtlich platziert sondern um Aufschub bittend. ‚Du versuchst mich zu täuschen – Warum Demetri?’ Und als wollte er Aros Argwohn bestätigen senkte sein Gegenüber den Blick und unterbrach damit ihren Blickkontakt. Aro spannte sich leicht und unmerkbar an.
„Meister, einer unserer Wachen, die am östlichen Stadttor positioniert war, wurde getötet.“ Der Volturimeister erstarrte und hörte ein aufgebrachtes Fauchen seines Bruders. Doch bevor er reagieren konnte sprach Demetri weiter.
"Meister, die Cullens sind in unsere Mauern eingedrungen und haben den Halbling und den Wolf geholt. Sie sind fort.“
Keine Erklärung, keine weiteren Ausführungen, Versuche sich zu rechtfertigen – Nichts. Demetri wusste genau – es gab keine Entschuldigung – es gab keine Rechtfertigung für ein derartiges Versagen. Aro richtete sich in seinem Sessel auf, erwartete das der Grieche ihm in die Augen sah und sich ihm unaufgefordert völlig ausliefern würde. Aro würde ihn nicht bitten – Nein! Aro spürte ein unbändiges Feuer, das sich in seinem Innern ausbreitete. Das Feuer der Wut, wie er es immer verspürte, wenn man versuchte ihn zu hintergehen, ihm versuchte etwas zu beschönigen oder gar zu verheimlichen. Es drängte ihn Demetri sogleich zu disziplinieren, zu strafen und zu erniedrigen.
Die Cullens hatten das Pfand, welches Aro mit so viel Bedacht, mit so viel Geduld über Jahre planend ihnen entrissen hatte also zurückerobert.
‚Interessant! Das hätte ich dir gar nicht zugetraut Carlisle. Die Talente in deiner Familie werden immer stärker. Du wirst gefährlich mein alter Freund – oder hattest du unverhoffte Hilfe?’
Aros Blick glitt blitzschnell an seine Seite. Caius Mine schäumte vor Wut, doch das war zu erwarten. Viel interessanter war Marcus Reaktion. Aro beobachtete ihn mit bitterem Interesse. Marcus schien mehr als überrascht zu sein, geradezu getroffen, oder sah er da ein erleichtertes Bedauern. Dies alles registrierte Aro in weniger als einem Wimpernschlag und sogleich wendete er sich erneut Demetri zu. Er hatte seine Hand von Jane weggezogen und legte sie beherrscht aber ruhig auf die Lehne seines Stuhles. Der Grieche hob seinen Blick und sah ihn offen, kalt und gefasst an. Er wusste, was auf dem Spiel stand und reichte ihm sogleich seine Rechte.
Aro ergriff die Hand, ohne auf die leisen Worte Demetris zu achten.
Die Flut der Gedanken, Visionen und Mutmaßungen des Trackers durchflutete ihn.

Ein Ablenkungsmanöver der Rumänen also. Hatte Aro seinen alten Widersacher tatsächlich so unterschätzt? Aber vor was sollte der Mord an einer einfachen Wache ablenken? Leise knurrend sammelte sich Aro und hörte Demetris Selbstanklage und auch seinen Versuch ihm einen Brocken zur Wiedergutmachung zu offenbaren. Er hatte also Bekanntschaft mit Zauberern gemacht, dort wo die Cullens jetzt wohnten.
Aro wusste seit Jahrhunderten, dass es sie gab und er wusste um ihre gefährlichen Fähigkeiten. Diese Mutanten hatten beschlossen ein verborgenes Leben zu führen und Aro war sehr froh, dass sie die Vampire nicht mehr – wie in früheren Dekaden – offen jagen durften.
Aros Augen verengten sich und er ließ Demetris Hand fallen, als sei sie wertlos, so wertlos wie diese Information mit der er sich von seinem Versagen reinzuwaschen versuchte.

Niemand der Wachen rührte sich, alle Augen waren auf den Griechen und den Meister gerichtet. Caius warf Aro einen aufgebrachten, auffordernden Blick zu. Er wollte, dass er handelte oder er würde es selbst tun.
Aro erhob sich langsam und drohend. Demetri war zurückgetreten und erwartete nun, was auch immer die Meister als seine gerechte Strafe erachteten.

„Soso, das Töten einer unserer Torwachen ist also belanglos. Sie sind nichts wert in deinen Augen – hmmm?“ Aros Stimme war wie ein leiser Windhauch, fast zu flüsternd, zu fragil und doch konnten alle Anwesenden ihn deutlich hören.
„Die kleine Cullen ist also wieder bei ihrer Familie, die einfach mal so quer durch unsere Lande laufen, höflich geklopft haben und ihr Kleinod mitsamt seinem Kuscheltier mitgenommen haben, ohne dass du es bemerken konntest.“ Aro lachte bitter und klatschte in seine Hände, während er Demetri langsam umkreiste. „Was für ein mieser Tag Demetri! Erst währest du um ein Haar dieser Rädelsführerin im Kampf unterlegen gewesen, so dass sie dich markieren konnte und dann scheiterst du an dieser verweichlichten, ihre Stärke und Natur ablehnenden Cullen, die diesen Burschen zum Gefährten gewählt hat, der noch vor kurzem hier kniete und um seinen Tod bettelte. Hmmm – wie ausgesprochen enttäuschend – wie überaus UNBEFRIEDIGEND und ANMAßEND!“ Aros Stimme kreischte die letzten Worte voller Wut.
Er hatte hinter dem Tracker gestanden und attackierte ihn in Sekundenschnelle.
In einer fließenden, berechnenden Bewegung, die man seinem ansonsten so zerbrechlich wirkenden Wesen nicht zutraute, sprang er auf den Wartenden zu, ergriff mit der Rechten dessen Haarschopf, den er brutal zur Seite riss und dessen Hals bar legte und bemächtigte sich gleichzeitig Demetris rechtem Arm, den er gewaltsam mit seiner Linken nach hinten zog, um ihn, ihn brachial mit dem Knie in den Rücken tretend halb auf den Boden zwang.
Demetri leistete keinerlei Widerstand und auch keiner der Umstehenden wagte es einzugreifen.
Aros Zähne lagen an dem Hals des Griechen, während er in sein Ohr zischte.

„Deine Schwäche erwächst aus deiner Arroganz, deinem Hochmut, der dich verblendet hat. Keiner – hörst du – keiner unserer Wachen ist unwichtig und DU bist nicht wichtiger, als der Geringste unter Ihnen. Du bist NICHTS ohne uns. Wir sind eine Gemeinschaft, eine Armee, die sich selbst stützt indem jeder jeden respektiert und von jedem Einzelnen lernt. DU bist wertloser als diese Wache, die du so gering schätzt, denn sie gab alles bevor sie hinterhältig ermordet wurde. Sie hatte kein Talent, dass sie hätte schützen können – es war deine Aufgabe dein Talent zu ihrem Schutz zu nutzen, doch du hast es nicht getan – DU hast diese Wache umgebracht! DU warst so beschäftigt mit deiner Überheblichkeit, mit deinem Selbstmitleid, dass du keinerlei Gedanken auf die Cullens verschwendet hast. Was hattest du den geglaubt, was sie tun würden – uns um ERLAUBNIS fragen?“ Aro gab Demetri einen Stoß, der ihn noch vorne auf die Stufen vor den Stühlen der Meister schleuderte.

„Du kommst hier hinein, grußlos deinen Gefährten und Brüdern gegenüber. Du glaubst mich mit Ablenkungsmitteilungen von deinem Versagen einlullen zu können. Aber das kannst du nicht, denn es interessiert mich nicht! Nicht jetzt – nicht heute!“

Aro sah auf den Griechen herunter und zischte laut, dann schlich sich ein süßes, amüsiertes Lächeln auf sein Gesicht und er wendete sich Caius zu.
„Mein Lieber findest du nicht auch, das unsere alten Feinde in Rumänien für den Mord an dieser Wache und nicht zuletzt für diesen zwar amüsanten aber doch recht niederträchtigen Angriff auf uns zur Rechenschaft gezogen werden sollten?“ Caius lachte schallend. Aro wusste, das war ganz nach seinem Geschmack. Er drehte sich aufgekratzt zu Demetri, reichte ihm seine Hand und erlaubte ihm aufzustehen.

„Demetri, verzeih mir meine Unbeherrschtheit, die wie ich dir versichere nur aus einem tiefen Gefühl der Enttäuschung erwachsen ist. Ich möchte dir helfen, dich zu verbessern, an dir zu arbeiten und dich zu schulen, damit du deine Gabe noch effektiver beherrschen kannst. Was dir fehlt Demetri ist ganz klar eine tiefere Demut gegenüber dem was und wer wir sind. Sieh nur unseren Neuzugang Seto. Er wuchs in dem Bewusstsein auf Nichts zu sein, seinem Stand als Samurai und seinem Meister gegenüber verpflichtet zu sein, bis in den Tod. Er lernte, das er nichts zählt sondern nur seine Mission.“ Aro ging wohlwollend lächelnd auf Seto zu.
„Ich möchte, dass du eine Vergeltungsmission anführst Demetri. Besprich es mit Caius und suche dir eine effektive Schar von Wachen aus, die du nach Sibiu in Rumänien führen wirst. Unsere Artgenossen dort bedürfen eines Denkzettels. Ich erwarte von dir, dass dich Seto als dein persönlicher Partner begleiten wird. Beobachte ihn wohl Demetri und lerne von ihm. Du wirst sehen, du kannst sehr Viel von ihm lernen und Seto wird sehr viel von dir lernen. Ja, ich bin mir sicher, das wird der Beginn einer sehr wirkungsvollen Allianz sein.“

Aro lachte erneut laut und ließ sich zufrieden auf seinen Stuhl fallen.
Die Cullens hatten Zeit, sie liefen ihm nicht weg und während der Abwesenheit einiger Wachen und sicher auch von Caius, denn er würde es sich nicht nehmen lassen, diese Mission zu begleiten – hätte er Gelegenheit mit Marcus zu plaudern.
Ja – die folgenden Tage würden sicher sehr anregend werden.
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Alec the first
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Sep 21, 2012 6:27 am

Endlich trat Aro ein, schnellen und würdevollen Schrittes, und wandte sich sogleich an Claire.
„Würde es dich freuen, wenn auch ich dich Cece nenne mein liebes Kind?“
Er hatte sie gehört. Es war nicht Alecs Problem, doch er hatte sie gewarnt und für sie gehofft, dass es ohne große Konsequenzen ablaufen würde. Aber wie es aussah, schien es eher andersherum zu kommen. Nicht gerade angenehm, vor den Neuen – auch wenn zumindest einer einigermaßen in Ordnung war.
„Nur wenn es euch beliebt, Meister.“
Alec verriet nichts seiner Gedanken nach außen hin, aber er konnte kaum glauben, dass Claire noch immer nicht eingeschüchtert war.. Wusste sie nicht, was sie erwartete?
Wie auch immer, kein Grund sich selbst ebenfalls etwas anhängen zu lassen. Und Aro würde es nicht schätzen, wenn er nun hochmütig gegenüber diversen Leute war, ja, er gab sich Mühe, die letzte Unterweisung Aros zu befolgen. Alec verzog seine Lippen zu einem leichten Lächeln, dann deute eine leichte Verbeugung gegenüber Aro an.
„Alec mein Lieber, wie schön, dass du Claire in ihren Bemühungen unterstützt. Sie lernt so gerne, nicht war Cece.“ Alec nickte leicht. Es sah nicht gut für Claire aus, anscheinend war Aro im Moment auch nicht besonders gut gelaunt – dass machte es nicht gerade besser. Der Volturi konnte sich nur allzu gut denken, wie Claire sich fühlte, als Aro ihr mit einer Geste zu verstehen gab, dass sie jetzt still zu sein hatte.
Dann wandte sich der Meister der andern Anwärterin zu.
„Ahh noch eine Neue. Meine Brüder werden bald eintreffen. Kein Grund zur Besorgnis Schätzchen. Sag mir doch: Wie ist dein Name meine Liebe?“, sagte er und nahm ihre Hand.
Alec ließ seinen Blick schleifen, das Gedankenlesen war für ihn nicht interessant, wie faszinierend es wohl auch auf Außenstehende wirkte. Marcus und Caius hatten beide ihren Platz eingenommen. Es war wohl Zeit für eine weitere Aufnahmeprozedur. Gerade noch konnte Alec sich einen Seufzer verkneifen.
Wo war eigentlich Jane? Ale suchte mit seinen Augen schnell den ganzen Raum ab, obwohl er wusste, dass es sinnlos war. Er hätte sie gespürt, wäre sie hier. Also wo war sie?
Wieder wandte Alec sich Aro zu, als er zu reden begann, er hatte wohl genug gesehen.
Zuerst erklärte er so einiges über Seto, und er schien sehr zufrieden mit dem Anwärter. Schon ein Volturi mehr. Aber er schien eine recht brauchbare Vergangenheit zu haben, und so nahm sich Alec noch einmal vor, ihm mit nicht allzu vielen Vorurteilen zu begegnen.
Ganz anders bei Ciara. Hatte sie wirklich eine so wichtige Gabe, dass man sie brauchte. Sie hatten doch schon alles! Alec spürte, wie er eifersüchtig wurde. Mit Jane würde die Neue schon mal keinen Spaß haben, Alec würde sie zügeln müssen.
Die große Tür flog auf, und Sofibel kam herein. Auch sie wurde sogleich zur Rechenschaft gezogen. Alec war nur allzu froh, dass er sich nichts zu schulden hatte kommen lassen, Aro schien heute wirklich nicht in guter Stimmung zu sein.
Wenigstens trat auch Jane endlich in den Thronsaal, und kam strahlend auf ihn zu. Alec lächelte ihr entgegen und wartete, bis sie herangekommen war. Doch er hatte sie kaum angemessen begrüßt, als Aro schon nach ihr verlangte.
„Hmm Ciara, auch du solltest lernen, wo in dieser Welt dein Platz ist, nicht wahr Jane mein Schatz. Willst du mir nicht behilflich sein, der lieben Ciara ihre Frage zu beantworten – Hmmm? Nimm dir viel Zeit mein Liebes und genieße es.“, erklärte Aro.
Alec war nicht allzu begeistert, dass Jane sich schon wieder von ihm trennte, aber seine Schwester war begeistert, und augenblicklich lächelte sie Ciara an. Alec hätte gern geholfen, aber auch ihn freute es, dass seine Schwester einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen nachgehen konnte. Der Glanz in ihren Augen erfüllte auch ihn, und er legte ihr eine Hand auf die Schulter.
Aro dagegen hatte den Blick nicht von Ciara genommen. Er ließ Felix Chelea holen und sagte den traditionellen Satz an solch einer Stelle.
„Du solltest nie vergessen Ciara – die Volturi geben keine zweiten Chancen. Niemals!“
Auch Claire strafte er ein weiteres Mal, bis Chelesa eintrat, und sie die Aufgabe bekam, Ciara an die Volturi zu binden. Dann war es wohl offiziell. Alec schürzte die Lippen, bekam sich aber schnell wieder in den Griff.
„Jane, mein Schatz, komm an meine Seite. Und wäre bitte jemand so nett und suchte Demetri in seinem Gemach auf. Ich erwarte ihn hier. Wir müssen wichtige Dinge erörtern, seine Anwesenheit ist zwingend erforderlich.“ , ertönte wiederum Aros Stimme. Missmutig ließ Alec Jane los, ließ sie aber spüren, dass er stolz auf sie war – er wusste, wie gerne sie das nun hören wollte. Und auch Aro sparte nicht an Lob.
Wieder ging die Tür auf, und Felix kam mit Demetri zurück. Alec musterte ihn verblüfft, denn er ging zielstrebig auf Aro zu, ohne einen von ihnen nur eines Blickes zu würdigen. War etwas passiert?
„Meister, einer unserer Wachen, die am östlichen Stadttor positioniert war, wurde getötet.“
Ja, es war tatsächlich etwas passiert, doch es war zu verkraften. Nicht dass Alec nicht erschrak, dass eine Volturiwache starb, doch selbst wenn es nicht oft passierte, es konnte vorkommen – gerade in einem Kampf wie dem heute Nacht. Demetris zweite Mitteilung dagegen war um einiges wichtiger, empörender.
"Bei diesem Rundgang machte ich jedoch noch eine andere Entdeckung. Meister, die Cullens sind in unsere Mauern eingedrungen und haben den Halbling und den Wolf geholt. Sie sind fort.“ Sie hatten sich die Mühe gemacht und waren bis nach Schottland gelaufen, nur dafür, dass sie wieder weg waren? Heute hatten anscheinend mehrere Leute einen schlechten Tag.
Umso mehr erstaunte es Alec, als Demetri Aro trotz allem seine Hand hinstreckte.
„Wenn Ihr erlaubt, würde ich Euch gerne zeigen…“
Anscheinend hatte er sich noch etwas aufgehoben, etwas, was ihn besser dastehen ließ. Demetri war in solchen Fällen schon immer taktisch vorgegangen.
Doch Aro schien nicht sonderlich erfreut, als er Demetris Hand wieder losließ. Er machte ihn ebenso nieder wie alle anderen zuvor. Claire, Ciara, Sofibel und jetzt Demetri. Für Alecs Geschmack war das genug für den heutigen Tag.
„Demetri, verzeih mir meine Unbeherrschtheit, die wie ich dir versichere nur aus einem tiefen Gefühl der Enttäuschung erwachsen ist. Ich möchte dir helfen, dich zu verbessern, an dir zu arbeiten und dich zu schulen, damit du deine Gabe noch effektiver beherrschen kannst. Was dir fehlt Demetri ist ganz klar eine tiefere Demut gegenüber dem was und wer wir sind. Sieh nur unseren Neuzugang Seto. Er wuchs in dem Bewusstsein auf Nichts zu sein, seinem Stand als Samurai und seinem Meister gegenüber verpflichtet zu sein, bis in den Tod. Er lernte, das er nichts zählt sondern nur seine Mission.“ , sagte Aro gerade, und Alec riss die Augen auf. War das sein Ernst?
Aro verglich Demetri mit einem der Neuen? Sicher mochte der Neue jemand sein, den man akzeptieren konnte, aber so lange wie Demetri schon hier war... Alec bekam sein Gesicht unter Kontrolle. Aber ein Blick zu Jane bestätigte, dass auch sie das nicht erwartet hatte. Und begeistert schien sie nicht gerade. Er lächelte ihr beruhigend zu. Seto würde schon nicht ihren Platz einnehmen. Was Alec daran erinnerte, dass er seiner geliebten Schwester genau das noch von Aro ausrichten sollte. Niemand würde ihren Platz einnehmen.
„Ich möchte, dass du eine Vergeltungsmission anführst Demetri. Besprich es mit Caius und suche dir eine effektive Schar von Wachen aus, die du nach Sibiu in Rumänien führen wirst. Unsere Artgenossen dort bedürfen eines Denkzettels. Ich erwarte von dir, dass dich Seto als dein persönlicher Partner begleiten wird. Beobachte ihn wohl Demetri und lerne von ihm. Du wirst sehen, du kannst sehr Viel von ihm lernen und Seto wird sehr viel von dir lernen. Ja, ich bin mir sicher, das wird der Beginn einer sehr wirkungsvollen Allianz sein.“
Etwas von ihm lernen. Das klang doch … sehr interessant. Allmählich kamen Alec schon Zeifel, as sich Aro eigentlich gerade dachte.
Einzig.. eine Vergeltungsmission klang ziemlich gut, so ein Ausflug war erwartungsweise wesentlich spannender als einen Halbvampir von Schottland nach Volterra zu transportieren.
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Chelsea
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Sa Sep 29, 2012 1:49 am

Chelsea starrte Ciara an, beobachtete, wie sich in ihr der Widerstand verringerte – doch da war noch ein kleiner Funken. Natürlich. Einen kleinen Funken hatte jeder behalten, irgendwo tief in sich drin. Doch es brachte ihnen rein gar nichts. Sie schüttelte den Kopf und wandte sich von ihr ab. Nur halb bekam sie mit, wie Felix in den Vorraum trat und kurze Zeit später mit Demetri und Letizia, Letizia Donna-Ferro in den Thronsaal kam. Keine der drei sahen sonderlich glücklich aus, was auch Chelsea etwas beunruhigte. Solch eine Stimmung war nicht gut, absolut nicht.
Still beobachtete sie, wie Demetri voranschritt, mit hoch erhobenem Kopf. ‚Scheiße Demetri. Zügle deine Arroganz vor Aro‘, dachte sie. Sie ahnte Schlimmes, als er schließlich vor Aro stehen blieb. Er erzählte, warum er verfrüht vom Kampffeld weggegangen war – er hatte einen Vampir getötet, der sich unbemerkt von der Menge gelöst hatte und verschwinden wollte, dann wollte er sich direkt zum Schloss aufmachen, doch er bemerkte, dass etwas nicht stimmte. Da stockte er, eine kurze Pause, die Chelsea aufhorchen ließ. Argwöhnisch blickte sie ihn an. Sie kannte ihn. Demetri war nicht der Typ, der davor scheute, andere anzuschwärzen, wenn es ihm nicht schadete. Aber er zögerte. Es hatte etwas mit ihm zu tun. Ein Teil in Chelsea hoffte, dass Aro ihn bestrafen würde, doch der weitaus größere Teil in ihr hoffte, er würde es nicht tun. Sie widersprach sich selbst, ihre Gefühle für ihn standen ihr im Weg und doch waren sie irgendwie… richtig. Sie lebte schon so lange mit ihnen, dass sie ein Teil von ihr geworden waren. Und dann wieder ein Zögern. Anders als das letzte. Chelsea schluckte und lauschte seiner leisen Stimme. Immerhin hatte er jetzt genug An- und Verstand den Blick zu senken. „Meister, einer unserer Wachen, die am östlichen Stadttor positioniert war, wurde getötet. Alles, was wir fanden, war ein Häufchen Asche, fast gänzlich fortgetragen durch den Wind.“ Er klang so sachlich wie er draußen in den Gassen gewesen war. Nicht gut, Demetri. Aro war jeder seiner Wachen lieb, eine zu verlieren war schlimm. Auch wenn es für sie eine belanglose, namenlose Wache gewesen war – für Aro war sie das sicherlich nicht gewesen. Und dass Demetri nun so von ihr sprach konnte nicht gut sein. Chelseas Blick huschte zu Aro. Wenn er zornig war, konnte er es gut verstecken – doch wenn sie ehrlich war, war alles, was Aro war, eine gut arrangierte Maske der Lüge.
Dann fuhr er fort, und das, was er sagte, war die bekannte Spitze des Eisberges. Und vielleicht war dieser Eisberg der, der die Titanic zum Sinken gebracht hatte. „Bei diesem Rundgang“, sagte Demetri langsam, „machte ich jedoch noch eine andere Entdeckung. Meister, die Cullens sind in unsere Mauern eingedrungen und haben den Halbling und den Wolf geholt. Sie sind fort.“
Chelsea hörte kollektives Luftschnappen, sie zog scharf die Luft ein, dann Totenstille. Nun traute sie sich nicht mehr, in Aros Gesicht zu blicken. Auch seine Maske hatte Grenzen. Und ganz sicher wurde diese Grenze gerade überschritten. Renesmee und den Hund zu entführen war sein Masterplan gewesen, alles, was er seit langem wollte. Und Demetri hatte es versaut.
Doch er war mutiger als Chelsea. Er hob den Blick, sah Aro direkt in die Augen. Und dann bat er ihn, es ihm zeigen zu dürfen. So schnell wie ein Blitz ergriff Aro Demetris dargebotene Hand. Chelseas Augen weiteten sich einen Augenblick vor Schock; Aro würde all ihre Streitereien mitkriegen, all ihre Gefühle. Doch dann wurde ihr klar, dass Aro das gar nicht interessieren würde, im Angesicht dessen, dass Demetri den schlimmsten Fehler seit Anbeginn der Menschheit begangen hatte.
Eine Weile herrschte wieder diese drückende Stille, wegen der Chelsea am liebsten schreien würde. Doch dann ließ Aro Demetris Hand los, und er trat einen Schritt zurück. „Soso, das Töten einer unserer Torwachen ist also belanglos. Sie sind nichts wert in deinen Augen – hmmm?“ Aros Stimme war leiser als ein Windhauch, und doch konnte sie jeder klar und deutlich hören. Nun konnte Chelsea nicht anders, als ihren Meister anzusehen. Die eiskalte, alles vernichtende Wut flammte in seinen Augen, gefährlicher als alles was sie je gesehen hatte. „Die kleine Cullen ist also wieder bei ihrer Familie, die einfach mal so quer durch unsere Lande laufen, höflich geklopft haben und ihr Kleinod mitsamt seinem Kuscheltier mitgenommen haben, ohne dass du es bemerken konntest.“ Aros Lachen war bitter und höchst beunruhigend, Nuancen des Wahnsinns waren mehr als deutlich herauszuhören. „Was für ein mieser Tag Demetri! Erst währest du um ein Haar dieser Rädelsführerin im Kampf unterlegen gewesen, so dass sie dich markieren konnte und dann scheiterst du an dieser verweichlichten, ihre Stärke und Natur ablehnenden Cullen, die diesen Burschen zum Gefährten gewählt hat, der noch vor kurzem hier kniete und um seinen Tod bettelte. Hmmm – wie ausgesprochen enttäuschend – wie überaus UNBEFRIEDIGEND und ANMAßEND!“ Aro kreischte die letzten Worte, und nun waren nicht nur seine Augen voller Wut. Wer auch immer gesagt hatte, die kalte Stille der Wut wäre am schlimmsten, hatte wohl noch nie Aro wütend erlebt! Chelsea wich unmerklich zurück, nur wenn Aro beschließen sollte, ein Chaos zu veranstalten. Und so war es auch. Aro stürzte sich auf Demetri, riss seinen Kopf zur Seite und legte seinen Hals frei. Dann zwang er ihn, einen Fuß in seinem Rücken, brutal zu Boden. Demetri widersetzte sich nicht.
Und in dem Moment hasste Chelsea Aro. Mit allem, was sie hatte. Den so stolzen Tracker am Boden zu sehen, bewegungsunfähig und scheinbar unterwürfig, war niederschmetternder als sie gedacht hätte.
Dann zischte er ihm etwas ins Ohr, was sie nicht verstehen konnte. Doch es schien natürlich nichts sonderlich angenehmes zu sein.
Und dann, ganz ohne Vorwarnung, stieß Aro Demtri von sich, sodass er mit einem gewaltigen Krachen auf den Stufen zu den Thronen aufschlug. Das Zerbersten der Stufen hallte hundertfach wider. „Du kommst hier hinein, grußlos deinen Gefährten und Brüdern gegenüber. Du glaubst mich mit Ablenkungsmitteilungen von deinem Versagen einlullen zu können. Aber das kannst du nicht, denn es interessiert mich nicht! Nicht jetzt – nicht heute!“, rief Aro ihm zu. Dann, als wäre nichts gewesen, schlich sich wieder dieses grässliche, falsche Grinsen auf sein Gesicht. Zum ersten Mal in ihrem Dasein als Vampir machte ihr Aro Angst. Seit einem Jahrtausend hatte sie ihn nicht mehr so erlebt. Als er sagte, dass die Rumänen für den Tod der wache bezahlen sollten, klang er fast wieder wie der alte Aro, doch Chelsea traute ihm keine Sekunde lang.
Aro wandte sich zu Demetri und half ihm aufzusetzen, eine recht verstörende Geste nach alldem. Als sie in Demetris Gesicht sah, bemerkte sie wieder seine eiskalte Maske, die in den vergangenen Jahrhunderten zu seiner normalen Mine geworden war. Aro entschuldigte sich und sagte ihm, dass er das alles nur aus Enttäuschung getan hätte und dass er nur wollte, dass sich Demetri verbesserte. Und, dass Demetri die Vergeltungsmission anführen sollte. Seto solle er vor allem mitnehmen, ihn als Vorbild ansehen. Chelsea konnte nur sachte den Kopf schütteln. Als würde Demetri sich jemals ändern oder jemand anderen als sich selbst als Vorbild nehmen.
Mit einem lauten Lachen setzte sich Aro wieder in seinen Thron und tat so, als wäre nichts geschehen. Chelseas Wut auf ihn war nur noch größer als davor schon, und sie atmete tief durch. Auch sie hatte ein Pokerface. Doch als sie nun zu Demetri blickte und sich ihre Blicke trafen, verschwand es. Sie presste die Lippen zusammen und versuchte ihm zu vermitteln, dass es ihr leid tat. Auch wenn er ihr Mitleid sicher nicht wollte… Das hatte er nicht verdient. Endlich wusste Chelsea sicher, dass ihre Liebe zu ihm größer war als ihr Hass auf ihn. Nur ob das gut oder ob es schlecht war wusste sie noch nicht.
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Letizia Donna-Ferro
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Sa Sep 29, 2012 5:56 am

cf.: Volterra - Restliche Räume - Vorraum der Halle/Gänge

Letizia konnte seine Reaktion nicht sehen, da ihr Blick weiterhin auf die Tür gerichtet war, aber seine Worte waren deutlich. „Glaube mir, Letizia, du kennst mich nicht gut genug, um darüber urteilen zu können wann ich aus der Haut fahre und wann ich lediglich angewidert bin.“ Seine Schritte entfernten sich, während seine Stimme erneut zu ihr drangen: „Ich werde mir jetzt einen neuen Umhang holen. Ist es mir erlaubt, dies allein zu vollbringen, oder wurde dir befohlen, mir auch in solchen Situationen zu folgen?“ Der Sarkasmus war nicht zu überhören. Letizia blieb aber stehen, Demetri wollte sie bestimmt nicht bei sich haben. Aber Leti war selbst schuld, seine Reaktion war ja nun nicht gerade überraschend. Sollte er sich in Ruhe abregen. Die Italienerin würde schon früh genug erfahren, worum es ging.
Die Idee einen neuen Umhang anzuziehen, war aber gar nicht so schlecht. Ihre Klamotten waren ziemlich dreckig von der Reise und dem Kampf. Sie musste sich echt neu ankleiden. Sofort kamen ihr die etlichen Boutiquen in Volterra ins Gedächtnis. Vielleicht konnte sie diesen ja in den nächsten Stunden mal einen Besuch abstatten.
Nachdem sie bereits ein paar Outfits in Gedanken zusammengestellt hatte, tauchte Demetri mit einem sauberen, dunkelgrauen Umhang wieder auf. Schweigend stand sie nebeneinander und warteten darauf, dass die Aufnahme endlich geregelt wurde. Die Zeit schien kaum zu vergehen. Das Stillschweigen schien Leti beinahe zu töten. Es kostete ihr viel Kraft nicht weiter nach zu fragen, aber sie wollte es sich nicht noch mehr vermasseln.
Plötzlich ging die Tür auf und Felix, der hinaustrat, rettete sie, indem er die beiden endlich in den Thronsaal holte. Sie bekam noch mit, wie der Zweimetervampir dem Tracker noch was ins Ohr flüsterte, bevor die drei Volturi in den Thronsaal traten. Während Demetri arrogant, wie immer, weiter auf die Meister zu lief, verbeugte sie sich vor ihnen und gesellte sich dann zu den weiteren Wachen, an der Seite. Nachdem auch er sich ehrfurchtsvoll vor den drei Oberhäuptern verbeugt hatte, rückte er mit gesengtem Blick mit dem Problem heraus.
„Verzeiht mir, Meister, dass ich mich im Kampfe so unerlaubt von dem Feld entfernt habe. Anfangs jedoch war es von Nöten, dass ich es tat. Ich spürte einen unserer Feinde auf, der versuchte, durch den Wald zu entkommen. Einige unserer Kämpfer konnten Komplizen von ihm aufhalten, jedoch bemerkten sie ihn nicht. Ich sah es in meiner Pflicht, ihn zu verfolgen und zu töten – was mir auch gelang.“ Nach einem bestätigenden Nicken von Aro, fuhr Demetri vor.
„Als ich mich auf den Rückweg machte, war der Kampf vor der Stadt jedoch schon geschlagen, also wollte ich mich auf direktem Wege zurück zum Schloss machen, als ich jedoch … etwas spürte.“ Er machte eine Pause, ob echt oder falsch, war egal, denn erzielte den gewollten Effekt. Die meisten der Volturi hingen gebannt an seinen Lippen. Doch Leti wusste bereits, was passiert ist: er fand die tote Wache.
„Meister Aro, Ihr wisst, wie meine Gabe zum Einsatz kommt, Ihr habt es selbst in meinen Gedanken gesehen. Deswegen zweifle ich nicht daran, dass Ihr auch versteht, wenn ich sage, dass ich spürte, dass etwas nicht so war, wie es sein sollte. Unsere Feinde waren restlos besiegt, doch es gab etwas in der Stadt was mich stutzig machte. Doch ich wollte mich zuerst vergewissern, dass mich mein Gefühl nicht trog, bevor ich Euch dies mitteilte.“
Ein erneutes Stocken. Diesmal länger, authentischer, sodass sogar Leti ein kleiner Schauer über den Rücken lief. Demetris Stimme konnte echt eisig werden. „Meister, einer unserer Wachen, die am östlichen Stadttor positioniert war, wurde getötet. Alles, was wir fanden, war ein Häufchen Asche, fast gänzlich fortgetragen durch den Wind.“ Seine Stimme war nicht mal mehr ein Flüstern und doch lag so eine Gleichgültigkeit darin. Der Tod der Wache kümmerte ihn nicht und doch irgendwas beschäftigte ihn sehr, ließ ihn ein klitzekleines bisschen weniger monströs wirken.
Dann fuhr er ruhig fort und verkündete sein Versagen, den Grund für seine Ausraster: die Cullens waren unbemerkt in Volterra eingedrungen und hatten diese Kreatur mitgenommen. Die Italienerin musste stark an sich halten, sodass sie nicht wütend aufschrie. In ihr flammte das Bedürfnis in etwas hinein zu hauen. Beinahe wäre sie hinausgestürmt, um irgendwas töten zu gehen. Nun war sie dazu gezwungen diese lieblichen Vampire ziehen zu lassen, ihnen nicht die Strafe zu geben, die sie verdienten. Erneut kamen sie unbestraft davon! All die Arbeit, die widerliche und unangenehme Reise nach Schottland umsonst!
Der ganze Thronsaal war erfüllt von scharfeingezogener Luft, von Unglauben und Wut. Man konnte Demetri ansehen, dass er wusste, dass er es vermasselt hatte. Man konnte ihm ansehen, wie sehr ihn diese Niederlage am Ego kratzte. Man konnte sehen, wie zuwider es ihm war seinen Fehler vor der ganzen Garde der Volturi preiszugeben. Die Meister vor ihnen blickten auf ihn hinab, ließen aber keine Regung zu. Erneut erhob der Tracker den Kopf, blickte Aro direkt ins Gesicht und bat ihn seine Gedanken zu lesen. Sofort ergriff Aro seine ausgestreckte Hand.
In dem Moment der Berührung wurde der Thronsaal in eine gähnende Stille gehüllt. Genau dieselbe Stille, die den Saal bereits erfüllt hatte, als Aro ihre Hand genommen hatte. Nach einigen Sekunden ließ Aro die Hand des Trackers wieder los. Erst da merkte Leti, dass sie die Luft vor Spannung angehalten hatte. Erleichtert atmete sie leise aus. Demetri war wenige Schritte zurückgetreten, bereit für seine Strafe, denn eines war klar. Ungeschoren würde er dafür nicht davon kommen. Der Grieche hatte den Hauptmeister enttäuscht, indem er seine Rache an die Cullens vereitelt hatte.
„Soso, das Töten einer unserer Torwachen ist also belanglos. Sie sind nichts wert in deinen Augen – hmmm?“ Trotz der ruhigen, leisen Stimme konnte man Aro die Anspannung anhören. „Die kleine Cullen ist also wieder bei ihrer Familie, die einfach mal so quer durch unsere Lande laufen, höflich geklopft haben und ihr Kleinod mitsamt seinem Kuscheltier mitgenommen haben, ohne dass du es bemerken konntest.“ Ein sarkastisches, bitteres Lachen. Applaudierend wurde Demetri von seinem Meister umkreist. Es war beinahe, wie ein Autounfall: Du willst nicht hinsehen, aber du musst. Es war ein demütigender Anblick.
Doch das war noch lange nicht alles, da Aro seine Gefühle nun offen zur Schau stellte: „Was für ein mieser Tag Demetri! Erst währest du um ein Haar dieser Rädelsführerin im Kampf unterlegen gewesen, so dass sie dich markieren konnte und dann scheiterst du an dieser verweichlichten, ihre Stärke und Natur ablehnenden Cullen, die diesen Burschen zum Gefährten gewählt hat, der noch vor kurzem hier kniete und um seinen Tod bettelte. Hmmm – wie ausgesprochen enttäuschend – wie überaus UNBEFRIEDIGEND und ANMAßEND!“ Die letzten Worte kreischte er förmlich. Es war angsteinflößend, so etwas hatte sie von Caius erwartet, aber von Aro. Und wieder einmal bestätigte sich ihre Annahme, dass stille Gewässer tief waren.
Sofort nach diesem Gedanken, wurde sie auch schon wieder in die Gegenwart gerissen, als Aro Demetri packte und sekundenschnell zu Boden warf. Leti zuckte zusammen. Ihr Schild sprang hinaus und umspannte die beiden Ringenden, um, falls es hässlich wurde, die beide auseinander zu reißen. Demetri allerdings ließ alles mit sich machen, wehrte sich nicht.
Aro hatte sich nach vorne gebeugt und flüsterte etwas in sein Ohr, wovon die Italienerin nur ein paar Floskeln verstand: „Deine Schwäche ... Keiner… ist unwichtig … Du bist NICHTS … eine Gemeinschaft, eine Armee … Du … Sie hatte kein Talent … deine Aufgabe … diese Wache umgebracht … deiner Überheblichkeit … du den geglaubt … um ERLAUBNIS fragen?“ Es klang schrecklich. Aro schubste ihn von sich weg auf die Stufen vor seinem Thron, sodass die Marmorstufen laut zerbersten. „Du kommst hier hinein, grußlos deinen Gefährten und Brüdern gegenüber. Du glaubst mich mit Ablenkungsmitteilungen von deinem Versagen einlullen zu können. Aber das kannst du nicht, denn es interessiert mich nicht! Nicht jetzt – nicht heute!“, fuhr Aro fort. Noch hatte er seiner Wut keinen Platz gemacht. Er zischte den Tracker von oben her an.
Doch sofort darauf bildete sich dieses falsche, zuckersüße Lächeln auf seinem Gesicht und er blickte zu Caius, der immer noch wutentbrannt und enttäuscht auf Demetri hinabblickte. „Mein Lieber findest du nicht auch, das unsere alten Feinde in Rumänien für den Mord an dieser Wache und nicht zuletzt für diesen zwar amüsanten aber doch recht niederträchtigen Angriff auf uns zur Rechenschaft gezogen werden sollten?“, wandte er sich an seinen Bruder, der in begeistertes, schallendes Gelächter fiel und ein angsteinflößendes Blitzen in den Augen bekam.
Aro wandte sich erneut an Demetri, half ihm auf, was total paradox in dieser Situation war, und erteilte ihm seine Strafe. Er sollte einen Rache Zug an die Rumänen leiten, sollte den asiatischen Neuen, Seto, mitnehmen um von ihm zu lernen. Das war womöglich die schlimmste Strafe, die Aro ihm auferlegen konnte. Der Meister schien seine Wachen gut zu kennen. Der Grieche musste sich seine Wachen zusammenstellen und hatte freie Hand, wobei Caius auf ihn Acht geben würde und dies nicht auch noch versaute.
Letizia war sich sicher, dass sie hier bleiben würde. In den letzten Tagen war sie ihm vermutlich schon genug auf die Nerven gegangen, als das er sie noch länger freiwillig ertragen würde. Ehrlich gesagt wollte sie auch nicht mit. Die letzten Tage waren anstrengend und Leti brauchte ein bisschen Ruhe vor dem ganzen Terror. Ihr kam wieder die Idee von einer schönen Shoppingtour und vielleicht konnte sie so den Palazzo und einige der anderen Wachen näher kennen zu lernen. Nein, Leti wollte lieber in der schönen, warmen Heimat bleiben. Mehr von dem schlechten, nordischen Wetter würde sie nur depressiv machen.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Sa Sep 29, 2012 9:21 am

Man konnte die Stille im Saal nahezu greifen. Schneidend scharf hatte sie sich um Demetris Kehle gelegt, schnürte ihm die unnötige Luft zum Atmen ab. Keiner sprach. Nicht einmal einen Atemzug konnte man hören. Nichts. Es war, als wäre alles Leben mit einem Mal verstummt. Und das schlimmste war, dass Demetri sich in diesem Moment so unglaublich menschlich fühlte, dass es schon fast schmerzhaft war. Er hatte sich wissentlich seinem Meister ausgeliefert. Wenn Aro sich nun nicht unter Kontrolle hatte könnte er mehr verlieren als nur seine hohe Stellung bei den Volturi, dessen war er sich bewusst. Er hatte soeben sein letztes Ass verspielt – und es hatte sich als absolute Niete herausgestellt. Er hatte verloren. Das Geheimnis um die Zauberschüler hatte Aro nicht beeindruckt, das spürte er. Das sah er. Es war vorbei. Jetzt war er nicht mehr als ein Sklave von Aros Entscheidungen. Nicht mehr als jeder andere Vampir, der diese Hallen betrat, um seinem sicheren Tod ins Auge zu blicken. Er hatte nichts mehr in der Hand, was ihn noch retten konnte. Jetzt wusste er, wie man sich fühlte, wenn man nichts mehr zu erwarten und alles zu verlieren hatte. Es war ein schreckliches Gefühl und Demetri wollte nichts lieber, als es loswerden. Er wollte seine Unabhängigkeit zurück. Und für eine kurze Sekunde sah er sein Dasein, wie es hätte verlaufen können, wenn er den Volturi niemals begegnet wäre. Er hätte durch die Länder ziehen können, zu leben wie es ihm gefiel. Keine Regeln, keine Sitten – nur Freiheit und Endlosigkeit. Ein Leben als Einzelgänger, als Kämpfer. Vielleicht hätte er jemanden gefunden, der ihn geliebt hätte, vielleicht hätte er lieben können. Er musste an Chelsea denken und auf einmal tat es ihm leid. Ein kleiner Teil in ihm fühlte sich wirklich verantwortlich für all das, was er ihr angetan hatte. Ein kleiner Teil wollte seine Taten wiedergutmachen…
Plötzlich wurde er aus seinen Gedanken gerissen, als Aro sich auf seinem Thron regte. Mit festem Blick, der alles andere als ruhig und gelassen war, wie er sich sonst immer gab, stand er auf und schlich auf den Tracker zu, als wäre er ein Jäger und Demetri seine Beute. Der Volturi senkte seinen Blick, schloss seine Augen beinahe und hoffte nur, dass Aro, was auch immer er nun tun würde, es schnell hinter sich brachte. Ihm stand die Rolle des Opfers nicht. Ganz und gar nicht. Er stand lieber über den anderen, blickte mit einem grausamen Lächeln auf sie herab und flüsterte ihnen ein letztes Wort zu, bevor er sie in ihr Verderben schickte. Er genoss lieber den Rausch der Macht, der ihn durchflutete, wenn er einem Wesen das Leben nahm. Er fühlte sich lebendiger, wenn er kämpfen konnte, wenn er eine Siegesschance hatte und gegen seinen Feind mit meist unschönen Methoden vorgehen durfte. Die Situation in der er sich jedoch nun befand ließ nichts davon zu. Wenn er auch nur einen Hauch des Widerstandes leistete ritt er sich viel schneller ins Verderben als ihm lieb wäre. Wenn er den Eindruck machte, dass er diese Strafe, die er nun bekam, für ungerecht erachtete, würde Aro noch schlimmer mit ihm umspringen.
All das wäre nicht schlimm, wenn er wenigstens wüsste was ihn erwartete.
Der Blick mit dem Aro ihn bedachte sagte all das aus, was gerade in Demetris Kopf vorging. Versager, schrien seine rotglühenden Augen Elender, nichtswürdiger Versager! Und das erste Mal seit Jahrhunderten fürchtete sich Demetri. Er wusste, dass er alles verloren hatte, was er nur hatte verlieren können. Er war sich zu sicher gewesen und musste nun bezahlen. Mit einem Preis, der weitaus höher war, als er sich wünschte. Jedes Wort, weniger als ein Windhauch, stach in sein totes Herz. Jede Silbe verbrannte ihn innerlich und erinnerte ihn daran, dass er niemals sicher sein konnte. Nach dem Hochmut kam der Fall und er fiel geradewegs in eine bodenlose Schlucht, an einen Ort, wo ihn kein Lichtstrahl mehr erreichen konnte. Aro erinnerte ihn an jeden Fehler, den er in den vergangenen Stunden gemacht hatte. Er sprach sogar die Narbe an, die immer noch unter seinem Schlüsselbein pochte und ihn daran erinnerte, wie dieser Tag begonnen hatte. Musste es wirklich so weit kommen? Anscheinend. Das Schicksal meinte es heute wahrlich nicht gut mit ihm.
„Hmmm – wie ausgesprochen enttäuschend – wie überaus UNBEFRIEDIGEND und ANMAßEND!“ Der Tracker wusste nicht, ob das leise, bedrohliche Flüstern oder aber das Kreischen seines Meisters schlimmer war. Wohl aber die Blicke aller, die er auf sich spürte wie Messerstiche. Es wäre einfacher zu ertragen, wenn er nur den Meistern gegenüberstand. So wäre ihm diese Demütigung erspart geblieben. Diese Erniedrigung, die wie Gift auf seiner Zunge schmeckte. Aro nahm ihm gerade alles, was er sich über die Jahrhunderte aufgebaut hatte. Alles, wofür er gekämpft hatte. Er versuchte ihn niederzustechen wie irgendeinen Tor, der sich anmaßte, die heiligen Hallen der Volturi zu betreten. Und diese Erkenntnis trug nicht zur Besserung der Stimmung bei.
Doch das Schlimmste an allem war das, was folgte. Er wusste schon, was geschah, bevor sich überhaupt Aros Hand in seine Haare krallte. Er hatte die Bewegung gespürt, bevor sein Meister sie vollenden konnte. Demetri hätte stolz auf die Entwicklung seiner Gabe sein können, stolz auf diese Perfektion sein können. Welch Ironie war es nur, dass ihn dieses Geschenk in diese aussichtslose Lage geführt hatte.
Der Angriff geschah in Sekunden, ein Mensch hätte die Kombination aus Bewegungen nicht wahrnehmen können, Demetri dagegen spürte alles ganz genau. Wie sein Kopf zur Seite gerissen wurde, das Knie in seinem Rücken, das ihn auf die Knie zwang und die messerscharfen Zähne nur Millimeter von seinem freiliegenden Hals entfernt. Er atmete nicht. Leistete nicht den geringsten Widerstand. Nicht einen Muskel rührte er und es kostete all seine Anstrengung sich so dermaßen auszuliefern. Alles in ihm schrie danach, sich aus den Fängen seines Feindes zu befreien, sich umzudrehen und zu kämpfen. Er wollte ihm den Kopf abschlagen, brutal und skrupellos. Wollte sehen, wie das Licht des Lebens aus seinen Augen trat und er versuchte ein allerletztes Wort des Hasses zu hauchen, was ihm nicht gelingen würde. Er wollte den Schmerz sehen, das Leid und den Selbsthass. Er wollte ihn sterben sehen mit dem Wissen, wieder einmal stärker gewesen zu sein – so wie es immer geschah.
Doch er durfte nicht. Wenn er sich jetzt auch nur einen Fehltritt leistete war sein Leben verwelkt. Er würde das Ende nicht einmal spüren, so schnell würde es ihn ereilen. Dieses Wissen ließ ihn den Atem anhalten, dieses Wissen ließ ihn nicht einmal zu einem Blinzeln fähig sein. Stattdessen schloss er die Augen und lauschte Aros Worten, die so leise waren, dass er sie fast selbst nicht verstand.
„Deine Schwäche erwächst aus deiner Arroganz, deinem Hochmut, der dich verblendet hat. Keiner – hörst du – keiner unserer Wachen ist unwichtig und DU bist nicht wichtiger, als der Geringste unter Ihnen. Du bist NICHTS ohne uns. DU hast diese Wache umgebracht! DU warst so beschäftigt mit deiner Überheblichkeit, mit deinem Selbstmitleid“ Demetri wusste nicht, ob Aro bewusst war, welchen Schaden er mit dem, was er sagte, anrichtete. Ein Teil von ihm wollte glauben, dass es keine Absicht war, doch eigentlich wusste er genau, dass sein Meister niemals etwas vergaß. Weswegen ihn noch vor seinem Aufprall auf die marmornen Stufen tausende Erinnerungen an seine Vergangenheit überfluteten. Ein Ereignis, so lange vergangen, dass man es schon fast als tot beschreiben konnte. Doch er würde es immer im Gedächtnis behalten. Immer.

Meile um Meile hatte er beschritten. Tage, Wochen verbracht um den einen zu finden, der ihm alles genommen hatte. Um Antworten zu finden, aber auch Rache. Niemals hatte er einen solchen Wunsch verspürt, jemanden tot zu sehen. Niemals war das Verlangen nach Vergeltung so groß gewesen. Er wollte ihn töten, ihn leiden sehen, ihn bereuen lassen, was er getan hatte.
Und nun war er hier. Stand dem Mann gegenüber, der ihn in die Hölle geschickt hatte. Aus der es kein Entkommen mehr gab, kein zurück. Er war allein. Vollkommen allein. Er hatte nichts mehr zu verlieren. Wenn er heute starb war er wenigstens dort, wo auch seine Familie hin gegangen war. Er wäre nicht mehr allein…
„Warum bist du hier, mein liebster Demetri?“ Eine Stimme so hämisch, dass es fast schon schmerzhaft gewesen wäre. Der junge Mann grinste ihn offen an, die Arme vor der Brust verschränkt und die roten Augen auf ihn gerichtet. Er stand ihm lässig gegenüber, als hätte er nichts zu befürchten. Und vielleicht war das auch wirklich so. Vielleicht war er wirklich stärker. Demetri war sich nicht sicher. Aber er würde es sogleich herausfinden. „Ihr wisst, warum ich hier bin.“ Trotz dieser Situation konnte er seine Erziehung nicht vergessen. Sein gutes Elternhaus. Seine Menschlichkeit. Wie bizarr es doch wirkte … er als übersinnliches Wesen kuschte vor seinem Schöpfer. Ein Lachen durchbrach die kurze Stille, schallend und verächtlich. „Ja, Demetri, das weiß ich. Aber mich würde vielmehr interessieren, wie du mich gefunden hast. Es hat wahrlich nicht so lange gedauert, wie ich erwartet habe.“ Nun war es an Demetri, aufzulachen. „Ihr habt bei meiner Wandlung nicht bedacht, dass dies auch ein Talent mit sich bringen könnte.“ Er spuckte die Worte seinem allerliebsten Schöpfer vor die Füße. Mit jeder Sekunde wuchs sein Hass, seine unbändige Wut auf diesen Mann. Wie konnte er so gelassen vor ihm stehen ohne die geringste Angst zu verspüren, ohne auch nur eine Spur des Bereuens zu zeigen? Wie konnte es sein, dass er noch immer lebte, atmete, nach allem, was er getan hatte? Nach dem, was er ihm weggenommen hatte!
„IHR HABT SIE UMGEBRACHT! Warum habt Ihr mich nicht auch sterben lassen? WARUM?“, schrie er jetzt auf, Verzweiflung in seiner Stimme – sie brach beim letzten Wort. Warum fühlte er sich noch immer so menschlich? Er war jetzt ein Wesen der Nacht, er sollte keine Schwäche, keinen Schmerz mehr spüren können. Er wollte nichts mehr fühlen, er wollte, dass die Erinnerung an ihre Schreie verschwand. Er wollte ihr wunderschönes Gesicht nicht mehr sehen müssen, wenn er seine Augen schloss, wollte die Stimme seines Sohnes nicht mehr hören, wenn er von Stille umgeben war. Er wollte nur noch vergessen. Doch das konnte er nicht. Deswegen musste sein Schöpfer sterben. Weil er daran Schuld war, weil er dafür gesorgt hatte, dass Demetri nun so litt. Weil er dafür gesorgt hatte, dass zwei Menschen ihr Leben lassen mussten. Zwei Menschen, die Demetri geliebt hatte. Von denen er dachte, dass er mit ihnen zusammen alt wurde. Er war sich seines Glückes so sicher gewesen und wurde so bitter enttäuscht. Umso schmerzhafter war das erneute Lachen, es stach in sein nun totes Herz, es ließ ungeweinte Tränen in seinen Augen schimmern. Und es ließ ihn den Wunsch verspüren, ihm den Kopf abzureißen.
„Du törichter, törichter Narr! Du bist so schwach, so verblendet und dumm. Du wärst NICHTS ohne mich. Nur ein einfacher Mensch, ein Tor, der so naiv ist, eine Menschenfrau zu lieben. Du hast auf Familie gehofft, auf Glück und Liebe. Du solltest mir DANKEN. Du solltest froh sein, sie endlich los zu sein! Ich dachte du wärst etwas Besonderes, Demetri. Ich dachte du wärst dieses Daseins würdig. Doch stattdessen bist du nicht mehr wert als der Mensch, der du einst warst. Deine Arroganz und dein Hochmut, das ist es, was sie umgebracht hat. Deine Gier nach Macht. DU hast deine Frau und deinen Sohn umgebracht. DU warst so beschäftigt mit deinem Stolz. DU konntest sie nicht beschützen. Hast du wirklich geglaubt mich töten zu können? Wenn du es nicht einmal schaffst, mich davon abzuhalten?“ Jedes Wort war wie Gift für ihn. Jede Silbe widerte ihn an. Wut, Trauer, Selbstmitleid, Hass, alles vermischte sich zu einem gefährlichen Cocktail… und bevor Demetri selbst verstand, was er tat, hatte er sich auch schon auf seinen Schöpfer gestürzt und seine Zähne in seinem Hals versenkt…


Als Demetri wieder in der Gegenwart angekommen war, war sein Blick auf die kalten Fliesen gerichtet, nur Zentimeter waren sie von seinem Gesicht entfernt. Unbewusst hatte er seinen Sturz abgefangen und sah die tiefen Risse im Boden, die die Wucht seines Aufpralls verursacht hatte. Er spürte die verzweifelte Wut auf Aro. Er hatte ihn gedemütigt. Vor aller Augen. Selbst vor den neuen Wachen. Ihn, der er doch so viel geleistet hatte, der doch immer makellos gewesen war. Ein Fehler hatte ihn zu Fall gebracht. Eine einzige Unaufmerksamkeit. Ja, so lief es bei den Volturi und solange es einen nicht selbst traf konnte man darüber hinter vorgehaltener Hand lachen. Doch Demetri war nun nicht zu Lachen zumute. Vielmehr wünschte er sich, es seinem alten Ich gleich zu tun und Aros papiernere Haut mit seinen Fängen zu durchbohren. Er wollte dieses Gefühl zurückgewinnen, welches er damals gespürt hatte. Das Gefühl, dass es richtig war, was er tat. Aber er konnte nicht. Er würde mit dem Leben bezahlen. Allein die Gedanken daran waren fast Hochverrat. Und das wusste er. Doch er konnte diese Impulse nicht stoppen. Nicht jetzt, wo er doch schon am Boden lag. Was war da schon ein bisschen mehr Schmerz? Was war da schon ein bisschen mehr Demütigung? Und trotz dieser Gedanken ergriff er Aros dargebotene Hand, musste sie ergreifen. War es doch nur noch ein weiteres Zeichen, wie schwach er war, wie sehr er auf seinen Meister angewiesen war. Nicht mehr als ein Hund, nicht mehr als ein Sklave. Eine Puppe, eine Marionette, an deren Fäden man ziehen konnte.
Der Tracker nickte Aros Entschuldigung ab, mehr Reaktion zeigte er nicht. Er würde nicht sprechen. Er konnte sich dazu nicht überwinden. Seinen Gesichtsausdruck hatte er wie immer unter Kontrolle. Man sah ihm nichts an. Nicht den Schmerz, nicht die Wut und schon gar nicht die Enttäuschung. Es war nichts, nur eine emotionslose Maske. Doch wenn er jetzt sprach, so hatte er Zweifel diese Fassade aufrecht erhalten zu können. Und nur das zählte jetzt. Dass er einen letzten Teil seines Stolzes bewahrte. Deswegen presste er seinen Kiefer zusammen, als er hörte, mit wem Aro ihn verglich. Ihr Neuzugang Seto. Ein Krieger, ein Samurai. Ein edler Schwertkämpfer. Oh ja, von ihm konnte er lernen. Er, der er weniger wert war als der Staub, der vom Winde verweht wurde. Nun war er also ein Nichts? Was wollte Aro tun? Seinen Mantel von ihm fordern? Warum brachte er ihn nicht einfach um, das würde es einfacher machen. Wesentlich einfacher. Anscheinend brauchte man ihn hier nicht mehr. Ja, die Volturi hatten eine solche Fülle an erstaunlichen Gaben gesammelt, da machte es doch sicher nichts aus, wenn eine davon fehlte. Schließlich war er nur nutzloser Ballast, jederzeit bereit, abgeworfen zu werfen. Ein winziger Teil in Demetri wusste, dass er seinem Meister Unrecht tat, dass seine Strafe nur gerecht war, dass er sie verdient hatte. Jedes Wort. Doch er wollte es nicht wahr haben. Seine Eitelkeit ließ das nicht zu.
Auch seinen neuen Auftrag nickte der Tracker bloß ab. Auch wenn ihm alles daran zuwider war. Natürlich sollten die Rumänen bezahlen. Natürlich sollte er diese Mission anführen, um zu beweisen, dass er noch immer loyal war. Und natürlich sollte Seto mitkommen, um ihm zu zeigen, was es hieß, ein ergebener Diener zu sein. Demetri wollte ihm lieber die Kehle herausreißen als auch nur einem Wort von ihm zu gehorchen. Lieber würde er zehnmal durch die Hölle gehen. Trotz seiner Bestrafung hatte er seinen Stolz nicht verloren. Er würde keine Befehle von einem niederen Neuling annehmen. Niemals. Am liebsten würde Demetri Aro vor die Füße spucken und ihm sagen wie wenig er auf diese bevorstehende Allianz gab, doch er hielt sich zurück. Es wäre mehr als ein dummer Fehler, diesen gefühlsgesteuerten Begierden nachzugehen. Mehr als töricht. Er war mehr als das – zumindest sagte er sich das. Er musste sich nicht sagen, dass er da der einzige mit dieser Meinung war. Kurz schloss er die Augen, verschloss all seine Gefühle vor der Welt und verbeugte sich tief. „Natürlich, Meister“, brachte er hervor, demütig, leise. Er ging ein paar Schritte rückwärts, richtete sich wieder auf – und begegnete dem Blick von Chelsea. Man sah ihr nicht an, was sie dachte oder fühlte, doch Demetri bemerkte, dass ihre Lippen zusammengepresst waren. Er erinnerte sich an diesen Anblick. Immer, wenn sie – in seltenen Momenten – ein wenig Mitleid verspürte, sah sie so aus. Es war ein bisschen verbliebene Menschlichkeit in ihr, die Demetri zu lieben gelernt hatte. Gerade für solch kleine Gesten hatte er sie begehrt. Und in diesem Moment, in dem er ihr Mitgefühl verfluchen wollte, wurde ihm bewusst, dass er es immer noch tat. Er liebte sie immer noch. Ihre Arroganz, ihre Hochnäsigkeit, ihre Art, wie sie Untergebene behandelte, ihre edle Art zu schreiten und zu zeigen, dass sie durchaus wusste, dass sie besser war, als alle anderen. Ihre Art, wie sie sprach, wie die Worte über ihre vollen Lippen rollten, mit so viel Häme und Spott. Ihre Stimme, die doch manchmal so weich klingen konnte. Er liebte es, wie sie ihn hasste mit all ihrer Leidenschaft, mit der sie ihn zuvor geliebt hatte. Er liebte es, wenn sie ihm vernichtende Blicke zuwarf. Doch was er am meisten liebte waren diese kleinen Gesten, die ihm zeigten, dass er in ihren Augen doch noch etwas wert war.
Als Antwort auf ihre stumme Mitteilung, ließ er einen Mundwinkel zucken. Es war kein Lächeln, nicht ganz. Nur ein kurzes Zeichen, dass er verstanden hatte. Und in diesem Moment spürte er wieder die Reue. Reue, dass er eine solche Frau hatte gehen lassen.
Doch nichts davon ließ er sich anmerken, als er den Blickkontakt, der nur Sekunden gewährt hatte, unterbrach und sich Caius zuwandte.
„Nun denn, Demetri. Ich schlage vor, wir ziehen uns zurück, um zu besprechen, wen du auf deine Mission mitnimmst. Folge mir.“
Demetri tat, wie ihm geheißen und folgte seinem Meister aus dem Thronsaal in einen Nebenraum. Bevor er jedoch aus dem Thronsaal schritt, nickte er der Gruppe der dastehenden Wachen zu – ganz wie Aro es von ihm verlangt hatte. Auch wenn es ihm zuwider war.

Kaum war die Tür geschlossen, drehte sich Caius mit einem eiskalten Lächeln zu dem Tracker um. Seine Hände hatte er locker vor sich verschränkt, sein abschätzender Blick lag auf dem Volturi vor ihm. „Es ist doch wirklich bedauerlich“, begann er leise, während er sanft schwebend im Raum auf und ab ging, „Es ist wahrhaftig sehr bedauerlich, dass unser lieber Aro über die Jahre so weich geworden ist…“ In keiner Sekunde ließ er seinen Blick von Demetri weichen und sein Lächeln verzog sich zu einer wütenden Maske. In weniger als einer Zehntelsekunde hatte er den Raum durchquert und stand nun genau vor ihm. „Höre meinen Worten aufmerksam zu, Demetri, denn ich werde sie nicht noch einmal wiederholen: Wenn du dir auf deiner Mission auch nur den kleinsten Fehler erlaubst, bin ich dort, um dich dafür zu bestrafen. Und glaube mir, dagegen wird dir dein heutiges Erlebnis wie eine zarte Streicheleinheit vorgekommen sein. Ich erlaube nicht mehr als die reine Perfektion und wenn du mir auch nur einen Fehltritt beichten musst, so wirst du dafür büßen.“ Sein Blick hatte sich in Demetri hineingebohrt und erlaubte nicht, den Kontakt abzubrechen. Selbst wenn er es gewollt hätte, Demetri wäre dazu nicht imstande gewesen. Diese milchig roten Augen hielten ihn gefangen und ließen ihn einmal mehr wie die Beute eines Raubtieres fühlen. „Glaube nicht ich sehe nicht, wie sehr dein Stolz unter Aros Worten gewachsen ist. Ich sehe es genau. Aber ich werde darauf Acht geben, dass du diesen sehr simplen Auftrag nicht wieder in den Sand setzt.“ Langsam entfernte er sich langsam von Demetri, ging ein paar Schritte zurück, fixierte ihn jedoch weiter mit seinem Blick. „Wie du sicher weißt, habe ich deine Art immer geschätzt, Demetri. Hochmut ist kein Laster, vielmehr ein Segen. Jedoch kann es schnell zu einem Grund werden, dich auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Die Hierarchie ist unverkennbar, doch ein kluger König demonstriert niemals seine Macht, indem er überheblich ist. Lass dir das eine Lehre sein oder du wirst dafür bezahlen.“ Die letzten Worte zischte er bloß und unterstrich sie mit einem bedrohlichen Knurren. Dann richtete er sich auf und strich sein Gewand glatt. „Ich hoffe wir haben uns verstanden.“ Demetri nickte ergeben. „Natürlich, Meister.“ Und diesmal meinte er es wirklich ernst. Er war nicht so dumm, um Caius’ Rat einfach so auf die leichte Schulter zu nehmen, wie man heutzutage gerne sagte. Er vertraute darauf, dass der Meister jedes Wort genauso meinte, wie er es sagte. Und er wusste auch, dass Caius ihn wahrlich schlimmer bestrafen würde, als Aro es heute getan hatte. Und Demetri wollte diesen Tag wirklich nicht erleben…
Die Stimme seines Meisters unterbrach glücklicherweise seine Gedanken. „Nun… welchen unserer hoch angesehenen Wachen hältst du für würdig, uns auf diesen Ausflug zu begleiten?“

Es dauerte nicht lange, da schritt Caius auch schon wieder durch den Thronsaal, hin zu seinem Platz neben Aro. Mit kühler Miene würdigte er der Menge nur einen kurzen Blick. Denn er konnte sich ein solches Verhalten schließlich erlauben. Demetri dagegen gesellte sich zu Chelsea, stellte sich am Rande des Saals auf. Er hatte genug Aufmerksamkeit bekommen. Wahrlich genug, dass es für ein ganzes Leben ausreichte.
„Die Entscheidung ist gefallen. Neben Demetri und Seto werden uns noch fünf weitere Mitglieder der Wache begleiten. Alec, Chelsea, Felix, Claire … und Ciara. Macht euch bereit für die Reise, wir brechen in wenigen Stunden auf.“ Caius hatte darauf bestanden, dass Ciara mitkam. Sie sollte sich beweisen, hatte er gesagt. Und vermutlich konnte er sich die Gelegenheit, sie versagen zu sehen, nicht entgehen lassen. Außerdem hatte er deutlich gemacht, dass er sich im Hintergrund halten würde, da Aro ja gefordert hatte, dass Demetri die Mission anführte. Also war es nun nicht nur so, dass er vor aller Augen niedergemacht wurde, nein, er hatte nun auch ZWEI dieser militanten, eingebildeten Neulinge unter seiner Leitung mit denen er zurecht kommen musste. Und wenn sie irgendeine Dummheit anstellten, so wäre er wirklich geliefert.
Ein Glück hatte er es – ohne groß verdächtig zu wirken – geschafft, Felix, Chelsea und Alec für diese Sache vorzuschlagen. Sie waren wichtig mit ihren Talenten, ebenso wie mit ihren kämpferischen Fähigkeiten. Und auch Claire war eine junge Frau mit einer erstaunlichen Gabe. Außerdem wusste sie, wie sie sich zu verhalten hatte. Anders als Seto und Ciara. Er hoffte nur, dass sie keinen Ärger machten. Sonst würde er seine angestaute Wut an ihnen auslassen. Und er war sich sicher, dass sie dies bei Gottes Gnade nicht erleben wollten.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Mo Okt 01, 2012 12:15 am

Setos leere emotionslose Augen waren immernoch auf die Rothaarige gerichtet die nun zu einem Teil der Volturi gemacht wurde - ob sie wollte oder nicht. Irgendwann schien das Werk vollbracht zu sein und Chelsea ließ von der Vampirin ab. Der Japaner betrachtete Ciara noch einen moment und wand sich dann wieder ab. Hatte er da ein kleines Lächeln gesehen, als sie ihren Blick gesenkt hatte? Sie hatte einen sehr starken Charakter. So viel stand schon mal fest. Er konnte sich gut vorstellen, dass in ihr wirklich mehr steckte als zu vermuten war.
Still und trotzdem gebannt wartete er ab wie es nun weiter gehen würde. Marcus und Caius hatten sich immernoch nicht zu den beiden Neuen geäußert, doch ein kurzer Blickaustausch der Meister ließ Seto erahnen, dass es nun so weit war. Und dann erhob der Blonde auch schon sein Wort. Er sah den Samurai nich an während er sprach, doch dass störte ihn nich besonders. Wichtig waren nur die Worte die er verkündete. „Sei uns willkommen Seto. Ich bin mir sicher, du wirst unsere Wache bereichern.“ Wieder verneigte sich Seto und für einen kurzen Moment lag auch auf seinem Gesicht ein Lächeln. Nun war es offiziell. Er war ein Teil der Volturi. Wieder einmal hatte er es geschafft sein Ziel zu erreichen. Wenn er etwas wollte, dann bekam er es auch - egal wie viel Zeit vergehen musste. Dafür, dass er sich erst vor einigen Wochen entschieden hatte die Volturi auf zu suchen um sich ihnen an zu schließen, war es sogar für ihn etwas erstaunlich, dass es jetzt schon so weit war. Es war natürlich sehr erfreulich und sicherlich lag es einfach daran, dass er zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen war.
Als er sich wieder aufrichtete war Caius gerade noch dabei seine letzten Worte an Ciara zu richten die nun ebenfalls ein offizielles Mitglied der Volturi war. Danach bedankte sich der blonde Meister seinem - Bruder - dass er sie beide mitgebracht hatte. Aufmerksam lauschte Seto den weiteren Worten Aros welcher verkündete, dass alle hier Anwesenden eine herrvorragende Leistung erbracht hatten. Er selbst fühlte sich nur teilweise angesprochen, immerhin hatte er nicht sehr viel getan. Selbstverständlich hätte er noch gerne ein bißchen mehr mitgemischt und sein Können unter Beweis gestellt, aber seine Zeit würde sicherlich noch kommen. Aro wusste, was er konnte und dass war im Moment vollkommen ausreichend.
Der Volturi-Meister ging zurück zu seinen Thron und rief kurzer Zeit später Jane zu sich. Seto entging nicht dieser besondere Tonfall mit dem er nur sie - seinen Schatz - ansprach. Sie hatte hier wirklich eine einzigartige Stellung und war wohl sein größter stolz. Nur kurz beobachtete Seto wie er ihr immer wieder über das blonde Haar strich, bevor er seinen Blick abwand. Jemand sollte gehten um Demetri zu holen. Demetri. Der Tracker der Volturi. Nun Seto war gespannt auf diesen Vampir. Nur einen Augenblick später öffnete Felix die Tür und schon kamen zwei weitere Wachen herein. Eine dunkelhaarige Frau die sich sofort zu der Gruppe gesellte und ein blonder Vampir mit ernster Miene. Ohne Zweifel Demetri. Seto betrachtete ihn, als er an den anderen Vampiren und auch an ihm vorbei ging - ohne seinen Blick auch nur von den Meistern ab zu wenden. Er war stark und stolz, mit einer undurchdringbaren Mimik. Als wären seine Züge in Stein gemeiselt. Ein wenig erinnerte Demetri ihn an sich selbst. Die Emotionslosigkeit und die Kälte die von ihm ausging. Dass war wohl etwas was die beiden Kämpfer gemeinsam hatten.
Seto fragte sich, wie es wohl nun weiter ging. Sollte der Tracker vom Kampf berichten? Egal über was sie nun Sprachen, er würde sicherlich nicht wirklich folgen können aber er würde es versuchen. Er war nun schließlich ein Teil des Ganzen. Und so lauschte er dem Gespräch, doch die eigenartige Stimmung die in der Luft lag entging ihm dabei nicht.
Selbst Caius schien nun voll und ganz bei der Sache zu sein - im Gegensatz zu Marcus, aber Seto hatte eh nicht das Gefühl, dass dieser hier recht viel zu sagen hatte. Aro und Caius waren die Hauptakteure. Dass er diese Stellung hatte, hatte wohl andere Gründe. Welche war ihm schleierhaft, aber gerade auch nicht weiter wichtig. Wichtig war, dass er einer der Meister war und so würde Seto ihm natürlich auch den Respekt und Gehorsam zollen, den er verdiente.
Eine kurze Stille war eingetreten die mit jeder Sekunde bedrohlicher wurde, bis Demetri endlich aussprach was wohl der Grund für diese eigenartige Stimmung war.
„Meister, einer unserer Wachen, die am östlichen Stadttor positioniert war, wurde getötet.“ Man konnte das Zischen von Caius hören und auch Aros Augen weiteten sich kurz. Seto senkte seinen Blick ein wenig. Ihn überraschte diese nüchterne, kalte Stimme mit der Demetri diesen Satz ausgesprochen hatte. Es war ebenso bewundernswert wie auch seltsam. Die großen Volturi hatten eine Wache verloren.. Auch wenn es nur ein Mann war, sie waren angreifbar geworden. Es spielte keine Rolle wie viele Männer auf der anderen Seite gefallen waren. Diese Wache war schließlich nicht umsonst Teil der Volturi gewesen. Immerhin nahmen sie ja nicht jeden auf. Selbst wenn es ein schwächerer Kämpfer war mit keinen besonderen Fähigkeiten, so war er doch trotzdem Teil der majestätischen Familie. Und dieses Teil - wenn auch nur klein - wurde vernichtet. Es war ein kleiner, aber feiner Rückschlag und die Reaktionen der Meister zeigten, dass sie das genauso sahen. Und dennoch bewunderte Seto Demetri dafür, dass er so trocken darüber sprach. Er wusste, dass man das Geschehene nicht rückgängig machen konnte. Warum also den Tod eines Gefährten bedauern? ... Außer natürlich.. es gab noch mehr. Langsam richtete der Japaner seinen Blick wieder etwas auf und richtete seine roten Augen auf den Rücken des Trackers, als dieser weiter sprach. Doch nun konnte der Japaner nicht mehr folgen. Die Cullens - er nahm an, dass dies ein Name einer Familie war - waren in die Mauern eingedrungen und hatten den Halbling und den Wolf geholt? Er presste die Lippen aufeinander und versuchte einfach nur das offensichtliche zu sehen. Halbling - ohne Zweifel ein Halbvampir. So etwas gab es und er selbst hatte es auch schon gesehen. Wolf? Meinten sie einen Werwolf? Aber warum sollten sie hier in ihren heiligen Hallen so eine verabscheuungswürdige Kreatur halten? Vielleicht aber auch ein Gestaltenwandler, allerdings wäre dass nicht weniger abschreckend. Doch all dies spielte jetzt keine Rolle. Wieder ging es hierbei nur um eines - Ein weiterer Schlag der erfolgreich gegen die Volturi geführt wurde. Jemand hatte es geschafft in ihre Gemäuer einzudringen, hatte sich hier rein gestohlen während der Kampf mit den Rumänen getobt hatte. Wer diese Cullens auch waren, sie schienen schon öfters mit den Volturi aneinander geraten zu sein und nicht nur dass, sie hatten etwas gestohlen was die Volturi sich genommen hatten. Er würde jetzt keine Antworten auf die Fragen bekommen die ihm im Kopf herum schwirrten, aber es hatte Zeit. Er würde schon noch früh genug erfahren mit welchen Clans dieser Erde sie es öfters zu tun hatten.
Er beobachtete weiter das Bild. Aro der mit einer ausdruckslosen und eiskalten Miene auf Demetri zuging und dessen Hand nahm. Nun würde er alles sehen. Alles was der Tracker jemals gedacht hatte. Die bedrohliche Stille im Raum nahm stetig zu. Nicht mehr lange und die Luft würde explodieren, da war sich Seto fast sicher.
„Soso, das Töten einer unserer Torwachen ist also belanglos. Sie sind nichts wert in deinen Augen – hmmm?“ Seine Stimme war nicht mehr als ein flüstern, doch niemand in dem Raum atmete und so war es auch keine Schwierigkeit für die restlichen Wachen zu verstehen. Während Aro Demetri umkreiste und ihn nicht aus den Augen ließ wurde seine Tonlage immer forscher und stechender, bis er den Tracker förmlichst anschrie.
In Sekundenschnelle hatte er Haar sowie Arm des Griechen ergriffen und zwang ihm mit dem Knie im Rücken zu Boden. Anerkennend blickte Seto auf die Szenerie. Auch die Meister durfte man hier also nicht unterschätzen. Sie ließen zwar die Wachen für sich arbeiten, doch dies bedeutete keinesfalls dass sie nicht selbst in der Lage waren zu kämpfen. Er wusste nicht was der Meister alles in den Gedanken des Trackers gesehen hatte, doch es schien nichts gewesen zu sein dass ihn in irgendeiner Art und Weise hätte beschwichtigen können.
Die folgenden Worte Aros mussten für den Tracker wie Messerstiche in offene Wunden sein. Selbst Seto sank nun wieder seinen Kopf und entging so dem weiteren Schauspiel. Ein lautes Krachen und Scheppern hallte durch den Saal und er musste nicht aufsehen um zu sehen, dass Demetri auf die Steintreppen vor den drei Tröhnen gestoßen wurde. Jedes einzelne Wort was Aro sagte stimmte. Er hatte mit allem vollkommen Recht. Jedoch glaubte Seto sehr wohl, dass Demetri dies auch bewusst war. Was er also wirklich so eitel und arrogant, dass er glaubte die Meister hätten dies mit einem Zwinkern abgetan. Selbst er also Neuling konnte sich vorstellen wie die Meister über so etwas dachten.. Oder vielleicht gerade deshalb, *weil* er neu war. Möglicherweise hatte sich Demetri zu sehr auf seinen Stand in den vordersten Reihe der Volturi verlassen. Ebenso ähnlich wie Claire vorher. Dies sollte wohl allen eine Lehre sein - auch Seto -. Man sollte sich seiner Sache hier nicht zu sicher sein. Die Meister erwarteten eine dauerhaft korrekte Einstellung und Haltung, ansonten wurde hier für nichts garantiert.
„Mein Lieber findest du nicht auch, das unsere alten Feinde in Rumänien für den Mord an dieser Wache und nicht zuletzt für diesen zwar amüsanten aber doch recht niederträchtigen Angriff auf uns zur Rechenschaft gezogen werden sollten?“ Automatisch blickte Seto wieder auf und atmete leise Luft ein. Aro hatte Caius angesprochen, welcher ein kaltes, amüssiertes Lachen von sich gab. Also schien der Vortrag an Demetri vorerst beendet zu sein. Der Tracker lag immernoch regungslos auf dem Boden und sofort blickte der Samurai wieder auf Aro, der dem Blonden nun seine Hand hin hielt. Die Szenerie war also wirklich beendet. Demetri richtete sich auf, doch Seto sah weiterhin nur den Rücken des Trackers. Was der Meister nun allerdings sagte, überraschte Seto. Er ließ sich natürlich nichts anmerken, aber mit den Worten die Aro aussprach hatte er nicht gerechnet.
Wieder stimmte natürlich alles was er sagte. Seto hatte gelernt *nichts* wert zu sein und seinem Herr und Meister - aber auch seinen Gefährten stets mit Respekt entgegen zu treten. Dass er in einer Situation wie diesen von dem Samurai sprach konnte nur bedeuten, dass ihm seine Vergangenheit und sein Leben wirklich beeindruckten und waren erneut ein Zeichen, dass er viel von ihm hielt. Er kam lächelnd auf dem Japaner zu, dieser nickte nur ehrfürchtig.
„Ich möchte, dass du eine Vergeltungsmission anführst Demetri. Besprich es mit Caius und suche dir eine effektive Schar von Wachen aus, die du nach Sibiu in Rumänien führen wirst. Unsere Artgenossen dort bedürfen eines Denkzettels. Ich erwarte von dir, dass dich Seto als dein persönlicher Partner begleiten wird. Beobachte ihn wohl Demetri und lerne von ihm. Du wirst sehen, du kannst sehr Viel von ihm lernen und Seto wird sehr viel von dir lernen. Ja, ich bin mir sicher, das wird der Beginn einer sehr wirkungsvollen Allianz sein.“
Mit diesen Worten ließ der Volturi-Meister sich wieder lächelnd auf seinen Stuhl sinken, während Seto noch die letzten gesprochenen Worte von ihm durch den Kopf gingen. Er sollte Demetris persönlicher Partner sein und diese Mission mit ihm gemeinsam anführen? Nun konnte der Vampir nicht anders als ein kleines Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Endlich. Endlich hatte er wirklich einen Platz gefunden, an dem man ihn schätzte und seine Fähigkeiten richtig zu schätzen wurde. Aro hätte dies sicherlich nicht befohlen, wenn er nicht dieser Ansicht war. Was er danach gesagt hatte, war für Seto zwar sehr ehrenhaft, aber er wusste dass es nicht ganz der Wahrheit entsprach.
Demetri sollte von ihm lernen und er von dem Tracker? Natürlich. Vielleicht würde eines Tages, in vielen vielen Jahren ein Moment kommen in dem man so etwas sagen konnte, aber nicht jetzt. So ähnlich sich die beiden auch waren, so verschieden waren sie auch. Ihr Leben war völlig anders verlaufen und sie wurden von verschiedenen Geschehnissen in ihrem Leben geprägt. Demetri würde sich sicherlich niemals in Setos Lage versetzen können und umgekehrt genauso. Wie sollte Seto ihn in so einer kurzen Zeit irgendwelche Werte nahe bringen? Gerade so einem Charakter wie bei dem Tracker. Dass war ein sehr schwieriges Unterfangen. Vielleicht hatte Aro es auch eher allgemein gedacht. Für die weite Zukunft, nicht nur für diese einzige Mission. Allerdings glabute Seto eher, dass es lediglich noch dazu diente dem Tracker einen weiteren Schlag zu versetzen. Was war es wohl für ein Gefühl von dem Meister so vor allen gedemütigt zu werden und dann auch noch mit einem *Neuen* verglichen zu werden. Geschweige denn der Auftrag ihn als Partner zu geleiten. Der Japaner wollte gar nicht so genau wissen, was im Kopf des Trackers herum ging als dieser mit Caius verschwand. Aber es spielte auch keine große Rolle für ihn. Er würde Aro sicherlich nicht enttäuschen und sein bestes geben. Und natürlich auch Demetri als Leiter der Mission den nötigen Respekt entgegen bringen und ihm gehorchen. Zweifelsohne würde es sehr interessant werden.
Die Zeit des Wartens verging schneller als gedacht und Caius schritt wieder auf seinen Thron zu auf dem er sich zufrieden niederließ. Demetri nahm einen Platz an der Seite von Chelsea ein und alle Augen sahen nun auf den blonden Meister, der mit ernster Stimmer verkündete. „Die Entscheidung ist gefallen. Neben Demetri und Seto werden uns noch fünf weitere Mitglieder der Wache begleiten. Alec, Chelsea, Felix, Claire … und Ciara. Macht euch bereit für die Reise, wir brechen in wenigen Stunden auf.“ Wieder verneigte sich Seto und nahm die Bewegungen um sich herum deutlich wahr. Letzteres war wohl ein Befehl für die Wachen gewesen sich zu entfernen. Zumindest für diejenigen die mit an der Mission beteiligt waren.
Interessant... sehr interessant. Seto war erstaunt, dass Jane sie nich auf ihre Mission begleitete. Wahrscheinlich wollte Aro sein geliebtes Juwel bei sich behalten. Alec und Claire.. diese beiden kannte er ja nun schon und beide hatten den Eindruck bei ihm hinterlassen, dass er durchaus mit ihnen auskommen konnte. Nicht, dass es etwas ändern würde wenn es nicht so wäre. Sie waren eine Einheit und so würde er mit jedem von ihnen auskommen. Bei manchen war es lediglich schwieriger als bei anderen. Chelsea und Ciara. Sie waren beide sehr interessant. Seto war gespannt wie sie sich im Kampf schlagen würden. Er war sich sicher, dass beide excellente Krieger waren, ebenso wie Felix. Doch am meisten war er gespannt auf den Vampir dem er als Partner zugeteilt wurde - Demetri. Aro hatte sich sicherlich etwas dabei gedacht diese beiden Charaktere gemeinsam ein zu setzen. Es würde wirklich eine spannende Reise werden.
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Ciara O'Connell
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Mo Okt 01, 2012 6:02 am

Während Ciara noch die Sekunden genoss, die ihr die Gewissheit gegeben hatten, dass sie noch immer die selbe war, öffneten sich die Türen erneut und wieder traten Vampire ein. Schön, dass sich so viele Vampire hier versammelt hatten, um sie willkommen zu heißen. Sie verdiente es ja schließlich oder nicht? Die Vampire, die eintraten kannte die rothaarige Vampirin schon vom Schlachtfeld. Keiner hatte sie sonderlich beeindrucken können, doch vielleicht würde sich das ja jetzt ändern. Bisher waren ihr ohnehin nur zwei oder drei Vampire begegnet, die sie für wirklich mächtig hielt, abgesehen von ihren Meistern. Ihren Meistern..., wie fremd sich das anhörte. Der Gedanke war ihr einfach so gekommen, ohne dass sie darüber nachdenken musste. Sie gehörte doch überhaupt nicht hier her, doch das Gefühl, dass sie hier bleiben wollte, wurde immer größer. Es war wie ein Drang, alles zu tun, was die Meister von ihr wollten. Sie wusste, dass sie es tun musste, ohne dass sie es wollte. Himmel, wie verworren ihre Gedanken in diesem Moment waren und wie sehr sie sich danach sehnte, sie zu ordnen. Sie hatte es immer genossen, ihre Gedanken einfach schweifen zu lassen, zu alten Zeiten, Momenten in denen sie glücklich gewesen war. Sie hatte ihre Freiheit immer geliebt, doch erst jetzt wurde ihr bewusst, dass sie sie einfach hingenommen hatte, ohne wirklich zu schätzen zu wissen, was sie da hatte.
Kopfschüttelnd hob sie den Kopf um die Szene zu beobachten, die sich nun vor ihr abspielte. Einer der Vampire, die soeben den Saal betreten hatten, war nach vorn getreten, direkt vor Aro. Sein Blick war auf den Meister gerichtet und doch spürte Ciara die Demut die von ihm ausging. Die Spannung im Saal war zum greifbar und selbst die Rothaarige würde es sich in diesem Moment nicht trauen, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. „Meister, einer unserer Wachen, die am östlichen Stadttor positioniert war, wurde getötet.“ Erstaunt sah Ciara zu Aro. Was war denn so wichtig an einer einfachen Wache? Das was sie bisher von den Volturi gehört hatte bestand nicht daraus, dass sie einen großen Hehl um einfache Torwachen machten. Ganz im Gegenteil...gerade eben noch war sie zur Torwache gemacht wurden und es hatte sich angefühlt, als wäre sie weiter unten, als sie es gedacht hatte. Sie bildete sich sicher nichts auf ihre zukünftige Aufgabe ein. Dazu erschien sie einfach zu langweilig, doch das hier klang einfach nicht nach den Dingen die sie wusste. Oder gedacht hatte zu wissen. "Bei diesem Rundgang machte ich jedoch noch eine andere Entdeckung. Meister, die Cullens sind in unsere Mauern eingedrungen und haben den Halbling und den Wolf geholt. Sie sind fort.“, fuhr der blonde Vampir fort, seine Worte wirklich gut wählend. Die Cullens... Ciara war sich fast sicher, dass sie schon einmal von ihnen gehört hatte. Doch was sagte er da? Ein Halbling und ein Wolf? Ceallagh hatte so etwas in der Art einmal erwähnt. Ein Halbvampir, wie es schien, eine Kreuzung aus Vampir und Mensch. Schwächer als ein richtiger Vampir und sie alterten. Mehr wusste sie nicht und ihr war auch nie ein solches Wesen begegnet. Und dieser Wolf...mit Sicherheit handelte es sich dabei nicht um ein einfaches Tier. Darum würde sich hier doch niemand kümmern. Sie beschloss sich irgendjemand zu suchen, der ihr etwas darüber erzählen würde. Wenn sie schon hier blieb, so sollte sie doch wenigstens alles über diese Welt erfahren. Es gab noch mehr als sie wusste, Dinge, die sie nicht gelernt hatte, weil dazu keine Zeit geblieben war. Weil man ihren Lehrer ermordet hatte...von Vampiren mit denen sie täglich verkehren musste, solange sie lebte. Wütend schluckte sie das Knurren, dass sich beinahe aus ihrer Kehle geschlichen hätte, herunter. Um den Vampir da vor ihr, auf dem alle Aufmerksamkeit lag, schien es nicht gut zu stehen, doch zumindest ließ man sie in Ruhe und sie wollte nicht, dass sich das so schnell änderte. „Wenn Ihr erlaubt, würde ich Euch gerne zeigen…“, fügte der Vampir hinzu und reichte Aro seine Hand. Er kann Gedanken lesen, schoss es Ciara durch den Kopf. Natürlich, wie konnte sie das nur verdrängt haben. Deshalb wusste er ihren Namen und deshalb konnte er sie beurteilen, nur indem er ihre Hand gehalten hatte. Am liebsten hätte sie sich die Hand an die Stirn geschlagen. Das war doch wirklich erbärmlich. Ein Angriff auf die Volturi und sie verdrängte die Hälfte derer Gaben. Ein wenig mehr Vorbereitung hätte ihr sicher gut getan. Was auch immer der blonde Vampir Aro gerade zeigte, es schien nicht zu genügen. Langsam erhob sich der Meister, nachdem er die Hand in seiner hatte fallen lassen. „Soso, das Töten einer unserer Torwachen ist also belanglos. Sie sind nichts wert in deinen Augen – hmmm?“, erhob Aro das Wort. Er flüsterte nur, doch es klang, als würde er den Vampir verfluchen. „Die kleine Cullen ist also wieder bei ihrer Familie, die einfach mal so quer durch unsere Lande laufen, höflich geklopft haben und ihr Kleinod mitsamt seinem Kuscheltier mitgenommen haben, ohne dass du es bemerken konntest. Was für ein mieser Tag Demetri!“ So hieß er also. Erst währest du um ein Haar dieser Rädelsführerin im Kampf unterlegen gewesen, so dass sie dich markieren konnte und dann scheiterst du an dieser verweichlichten, ihre Stärke und Natur ablehnenden Cullen, die diesen Burschen zum Gefährten gewählt hat, der noch vor kurzem hier kniete und um seinen Tod bettelte. Hmmm – wie ausgesprochen enttäuschend – wie überaus UNBEFRIEDIGEND und ANMAßEND!“ Die letzten Worte bildeten einen riesigen Kontrast zu der Art wie er vorher gesprochen hatte. Er schrie die beiden Wörter heraus, sodass es laut von den Wänden widerhallte. Für nichts auf der Welt wöllte sie gerade mit Demetri tauschen. Das hier war erniedrigend und er hatte keine Chance aus der Sache herauszukommen, bevor sein Meister es nicht für richtig hielt. Nicht einmal Ciara’s Freiheit wäre ihr soviel wert, so vor allen heruntergemacht zu werden. Binnen einer Sekunde hatte Aro sich auf seine Wache gestürzt und sie zu Boden gebracht, mit einer Sicherheit und Stärke, die Ciara ihm nicht zugetraut hatte. Sie hatte ihn definitiv unterschätzt, auch wenn sie ihn immer noch für mehr als verrückt hielt. Was nun folgte ließ Ciara tatsächlich zusammenzucken. Sie wusste nicht, wann sie das letzte Mal Mitleid empfunden hatte, sie hatte nicht einmal mehr eine Ahnung, wie es sich anfühlte, doch in diesem Moment fühlte sie etwas ähnliches. Ihr tat Demetri nicht leid, nicht viel, denn offensichtlich war er selber daran schuld, doch was Aro da über ihn sagte, wie er ihn einschätzte, das alles kam Ciara bekannt vor. Niemand hatte ihr jemals etwas derartiges vorgeworfen, doch dieser Vampir, der nun auf den Stufen vor den Meistern lag, schien einen ähnlichen Stolz zu haben wie sie und für sie gab es nichts schlimmeres als derartige Demütigung. „Demetri, verzeih mir meine Unbeherrschtheit, die wie ich dir versichere nur aus einem tiefen Gefühl der Enttäuschung erwachsen ist. Ich möchte dir helfen, dich zu verbessern, an dir zu arbeiten und dich zu schulen, damit du deine Gabe noch effektiver beherrschen kannst. Was dir fehlt Demetri ist ganz klar eine tiefere Demut gegenüber dem was und wer wir sind. Sieh nur unseren Neuzugang Seto. Er wuchs in dem Bewusstsein auf Nichts zu sein, seinem Stand als Samurai und seinem Meister gegenüber verpflichtet zu sein, bis in den Tod. Er lernte, das er nichts zählt sondern nur seine Mission. Ich möchte, dass du eine Vergeltungsmission anführst Demetri. Besprich es mit Caius und suche dir eine effektive Schar von Wachen aus, die du nach Sibiu in Rumänien führen wirst. Unsere Artgenossen dort bedürfen eines Denkzettels. Ich erwarte von dir, dass dich Seto als dein persönlicher Partner begleiten wird. Beobachte ihn wohl Demetri und lerne von ihm. Du wirst sehen, du kannst sehr Viel von ihm lernen und Seto wird sehr viel von dir lernen. Ja, ich bin mir sicher, das wird der Beginn einer sehr wirkungsvollen Allianz sein.“ Bei diesen Worten entfernten sich Ciara’s Augen zum ersten Mal von der Szene vor ihr und wandten sich dem kleinen Japaner zu, der nicht weit von ihr entfernt stand. Er musste wirklich etwas an sich haben, dass Aro so begeisterte, dass er eine Wache, die er schon viele Jahre hatte, auf eine Stufe mit ihm stellte. Doch was sich fast schon gut in ihren Ohren anhörte war die Vergeltungsmission. Doch leider hatte sie sich die Chance, die anderen zu begleiten, wahrscheinlich mit ihrem Ausraster vorhin zunichte gemacht. Sie hatte es sich abgewöhnt, sich über ihren Charakter zu ärgern, im Gegenteil, sie war zufrieden damit, doch gegen einen guten Kampf hätte sie nichts einzuwenden und alles war besser, als den lieben langen Tag unten an den Toren zu verweilen, mit Wachen, die laut Aro zwar genauso viel wert waren wie alle anderen auch, doch bei den anderen keinesfalls eine solche Stellung hatten. Fast kam sie sich schon vor wie in einer Schule. Sie war die Neue die nicht dazugehören durfte...stop! Sie wollte überhaupt nicht dazugehören. Kopfschüttelnd sah sie Demetri zu, wie er sich mit Caius beriet. Selbst wenn sie bald ihren Posten am Tor einnehmen musste, so hatte es doch etwas positives. Sie war zwar nicht alleine, jedoch ungestört und keiner würde sie für irgendetwas bestrafen, wenn sie nichts schlimmes tat. Das klang jetzt schon, als würde sie sich fügen wollen, nein, doch sie war nicht so dumm, Aro heute oder in den nächsten Tagen zu reizen. Sie hatte ein vorlautes Mundwerk und einen eigenen Willen, doch sie war nicht dumm.

Nur einige Augenblicke später schienen Caius und Demetri alles geklärt zu haben, denn Demetri begab sich in die Reihen der Wache, während Caius seinen Platz neben Aro wieder einnahm. Gespannt richtete sie ihren Blick auf den blonden Meister, erwartete jedoch nicht, ihren Namen zu hören. „Die Entscheidung ist gefallen. Neben Demetri und Seto werden uns noch fünf weitere Mitglieder der Wache begleiten. Alec, Chelsea, Felix, Claire … und Ciara. Macht euch bereit für die Reise, wir brechen in wenigen Stunden auf.“ Skeptisch blickte Ciara den Meister an. Verhört hatte sie sich sicher nicht, denn ihr Gehör war perfekt. Jedoch wie war es möglich, dass man sie auf dieser Mission dabei haben wollte? Wie dem auch sei, sie würde sich nicht beschweren. Ihr Blick fiel auf die anderen. Chelsea und Demetri kannte sie, Seto auch. Doch die anderen konnte sie nicht zuordnen. Naja, das würde sich schon noch herausstellen. Gerade wandte sie sich um, um irgendjemand zu fragen, wo sie einen dieser schicken Umhänge herbekam, als die scharfe Stimme Caius’ sie herumfahren ließ. „Ciara...könnte ich kurz mit dir reden?“ Es war keine Frage, sondern ein Befehl, dem sie sofort nachkam. Auf den Stufen vor ihm kam sie zum Stehen. „Meister“, stieß sie hervor und wich seinem Blick dabei nicht aus. So schnell ließ sie sich von niemandem einschüchtern. „Ich habe dich nicht ausgewählt, weil ich deine Fähigkeiten für besonders gut oder wichtig für unser Vorhaben erachte, sondern weil ich sehen möchte, dass du für die Volturi kämpfst ohne Fragen zu stellen. Und ich an deiner Stelle würde ich mir Mühe geben.“ Das letzte sagte er mit einem Grinsen, dass mehr aussagte, als es Ciara lieb war. Na gut...dann würde sie den Vampiren hier wohl beweisen müssen, dass sie kämpfen konnte. Sie hasste es, unterschätzt zu werden. „Es liegt meiner Natur fern, schlecht zu kämpfen“, antwortete sie lediglich. Ein scheinbar zufriedenes Nicken befreite sie aus dem kurzen Gespräch und stumm gesellte sie sich wieder zu den anderen Wachen. Sie war schon zufrieden damit, die anderen begleiten zu dürfen. Es war mehr als sie erwartet hatte und es juckte ihr bereits in den Fingern. All die angestaute Wut, die sie an den Vampiren in diesem Raum nun nicht mehr auslassen konnte, musste sie an irgendwem rauslassen und wenn sie ehrlich war, so war es doch dieser Clan gewesen, der sie hierher gebracht hatte. Ein wenig Rache hatte noch niemandem geschadet. Ihr Blick fiel auf Chelsea die nicht weit von ihr entfernt stand. „Hey Herzchen“, äffte sie die Vampirin im selben Tonfall nach, wie diese es zuvor getan hatte. „Wo mein Zimmer ist weiß ich ja, aber wo bekomme ich einen dieser Umhänge her?“
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Okt 07, 2012 10:53 am

Aro sah Demetri sich innerlich und äußerlich aufrichten, sich demütig vor ihm verbeugen, hörte ihn leise Worte der Treue leise hauchen. Doch es war nur eines was Aro sah und sehen wollte – er sah Stolz! Stolz im besten Sinne, wie ihn nur ein Mann mit einem eisernen, unbeugsamen Willen haben konnte. Stolz, der einen solchen Mann auszeichnete. Wie unglaublich stark gerade dieser Stolz Demetri machte. Aro wusste, dass er ihn tief getroffen hatte, dass er ihn unglaublich gedemütigt und erniedrigt hatte, doch er ließ es nicht zu, dass Demetri sich selbst schadete durch seinen Hochmut, seine Arroganz, die seine Besonnenheit und seinen feinen Spürsinn lahmlegte. Er kannte sie alle die Schwächen seiner Wachen, die von Zeit zu Zeit stärker wurden und die er ihnen immer und immer wieder vor Augen halten musste, damit sie nicht nachließen, nicht in eine Art Sorglosigkeit verfielen, sie die Unbezwingbaren, die Gefürchteten, die alles beherrschenden Volturi!

Aro lächelte. Die Bestrafung Demetries hatte ihm mal wieder den unterschwelligen Unmut seiner Getreuen eingebracht, doch das kümmerte ihn wenig. Es war nötig und tief in ihrem Innersten wussten sie, dass es das war. Chelsea, in niemals endender verschmähter Liebe zu Demetri gefangen, starrte ihren einstigen Geliebten voller Mitleid und Schutzinstinkte an. Sie würde alles für den Tracker tun. Sie würde ihr Leben für ihn geben, im Moment der größten Bedrängnis, denn sie konnte nicht mit und auch nicht ohne ihn sein. Aro wusste, das Demetrie starke Gefühle für Chelsea hegte, doch er wusste auch, dass er sie nicht zulassen wollte. Ob er je über seine eigenen Verzichtsregeln hinwegkommen würde, ob er ihr je eine neue Chance geben würde. Aro lächelte als nähme er nicht an dem weiteren Geschehen teil, doch in Wirklichkeit analysierte er die Stimmung, das feine Spiel der Mimik in den ihn umgebenden Gesichtern. Sie waren so leicht zu lesen.
Diese Ciara, wie sie hin und hergerissen langsam zu begreifen schien, dass es keinen Weg zurück für sie gab. Er würde sie sehr aufmerksam beobachten. Aro traute der ungestümen Irin nicht. Sie hatte einen ausgesprochen starken Willen, gepaart mit der uralten irischen Sturheit. Er wollte keine dummen Überraschungen, das schätzte der Volturimeister nicht. Er würde dafür sorgen, dass seine Familie und die feinen Verbindungen untereinander nicht von ihr gefährdet wurden.

Kalt und überlegen kehrte Caius mit Demetri in den Saal zurück, den sie vor wenigen Minuten verlassen hatten um sich mit ihm ‚zu besprechen’. Aro kannte Caius zu gut, als dass er nicht genau wusste, das dieser dem Tracker sicherlich erneut stark zusetzen würde. Caius war absolut in Rage nach den Eröffnungen des Trackers. Demetri konnte froh sein, wenn er keine zweite Narbe am heutigen Tag davontragen würde.

„Die Entscheidung ist gefallen. Neben Demetri und Seto werden uns noch fünf weitere Mitglieder der Wache begleiten. Alec, Chelsea, Felix, Claire … und Ciara. Macht euch bereit für die Reise, wir brechen in wenigen Stunden auf.“

‚Ahh wusste ich es doch. Er will Ciara in Aktion sehen. Er ist neugierig auf diese Kriegerin.’ Wie berechenbar Caius doch war. Schön, dass ihm seine Neue gefiel. Sie würde sicherlich in den nächsten Monaten, vielleicht Jahren sein Spielzeug sein. Caius liebte das, er nährte sich daran dem wachsenden Sadismus seiner Wachen zuzusehen. Jeder hatte seine Vorlieben.
Der Blick des Volturimeisters glitt zu Claire und sofort hatte er ihre Aufmerksamkeit. Ein einfaches Nicken nur und sie wußte, dass er ihre Gesellschaft forderte.

„Eine gute Entscheidung Bruder. Ich wünsche dir Erfolg und hoffe, du wirst uns Genugtuung verschaffen. Bitte versäume nicht Vladimir und Steffan von mir zu grüßen. Lasse sie wissen, dass ich leider den Eindruck habe, dass ihre Hirne offenbar den Staub der sich äußerlich auf sie legt zu verinnerlichen scheinen, denn anders sind ihre kuriosen Entscheidungen wirklich nicht zu erklären.“ Aro lachte amüsiert und erhob sich gelassen. „Und ja, ich danke den beiden ausdrücklich für die Kurzweil, die sie uns geboten haben. Ich vertraue auf dein Geschick Demetri. Führe unsere Lieben gesund wieder zurück. Ich ziehe mich bis zu unserem Abendmahl zurück. Es ist doch sicher in deinem Sinne Caius, dass sich unsere Lieben vor ihrer Abreise noch stärken. Heidi wird in wenigen Stunden eintreffen, ich hatte sie gebeten uns eine Auswahl an wirklichen Leckerbissen zu bringen, als kleine Anerkennung für Euer aller Leistungen in der vergangenen Nacht.“

Er nickte jeden Einzelnen im Vorbeigehen mit einem freundlichen Blick bedenken den Anwesenden zu und entfernte sich lautlos. Aro hatte neben seinen privaten Gemächern, die er mit Sulpizia bewohnte noch zwei weitere Räume, in die er sich zurückzuziehen pflegte, wenn ihn das Treiben im Thronsaal langweilte. Der liebste war sein Arbeitszimmer, wie er es nannte, indem er sich mit seinen Brüdern zuweilen beriet, Bücher und Schriften studierte, seine Korrespondenz erledigte, einzelne Wachen zu einer Unterredung bat und zuweilen seine Muse empfing. Der Raum war geschmackvoll und großzügig, aber nicht von Prunk überladen und zeugte von einer weltmännischen und zeitlosen Eleganz. Leise schloss sich die Tür hinter ihm und die leichten Schritte traten bis auf eine kurze Distanz auf ihn zu. Angeregt drehte er sich ihr zu, innerlich gespannt zu sehen, wer ihm gefolgt war. Er hatte in den vergangenen gut 200 Jahren gelernt, sie auseinanderzuhalten, zu erkennen, wenn Claire von Louise beherrscht wurde, doch die Person, die ihn mit großen um Verzeihung bittenden Augen ansah war einzig und alleine Claire. Aro lächelte, näherte sich ihr und zog sie mit sich zu dem großen Bett in dem etwas versteckten Alkhoven.
„Welch aufreibende Zeiten für dich meine Liebe, bereits wieder von Demetri bestimmt worden zu sein an einer weiteren Mission teilzuhaben. Ich bin mir sicher, dass ich nicht so lange auf deine Gesellschaft verzichten möchte. Lass uns die Zeit nutzen.“ Aro wusste genau, dass Claire es nicht schätzte, wenn er sie derart unter Druck setzte. Sie wusste, er war aufgebracht gewesen, wegen ihres feindseligen und anmaßenden Verhaltens und dass er gedachte sie zu bestrafen, also wollte sie ihm jetzt sicher nicht beiwohnen, bevor er nicht diese Angelegenheit bereinigt hätte. Wie immer, wenn Claire verunsichert war, gab das Louise die Möglichkeit stärker zu werden, in den Vordergrund zu treten und Claire zu beherrschen. Aro spürte, wie sie sich versuchte gegen ihn aufzulehnen, sich seiner fordernden Hand entzog und trotzig stehenblieb.

Mit kaltem Ausdruck drehte er sich ihr zu und sah in Louise grimmige Augen. „Ah, da bist du ja Louise. Ich dachte, wie hätten das bereits vor Jahren geklärt. Ich schätze es ganz und gar nicht, wenn du Claire daran hinderst meinen Wünschen zu entsprechen und dein Einfluss auf sie, heute nach dem Kampf war ganz und gar nicht wünschenswert. Du bist ihr eine wertvolle Partnerin im Kampf, aber ich möchte dich nie wieder dabei erwischen, wie du sie dazu bringst sich ungebührlich gegenüber anderen Wachen aufzuführen. Ich dulde keine Überheblichkeit in diesem Palazzo und du weißt sehr genau Louise, wie ich dich bestrafen werde, solltest du diese Anweisung noch einmal nicht befolgen.“ Aro starrte in die nun unsicher flackernden Augen und lehnte sich böse grinsend an das Bett. „Claire, du bist stärker als sie, ich möchte, dass du dir dieser Stärke bewusst bist und sie zurückdrängst. In diesem Raum dulde ich sie nicht. Nur dir ist es gestattet, mir hierher zu folgen – ALSO GEH LOUISE! Verdränge deine Gedanken an sie Claire, sie ist nicht weiter existent, nicht in diesem Palazzo, nicht in diesem Raum!“ Claire wimmerte leise und focht gegen ihren eigenen inneren Schatten an. Aro beobachtete sie aufmerksam. Seine Augen versuchten Claire zu unterstützen und sahen gleichzeitig dominant und fordernd auf sie herab. Er nahm ihre Hand, denn er wollte sehen, wie sehr sie sich bemühte, wie sehr sie sich ihres Verhaltens schämte. Es dauerte länger, als er gedacht hatte, doch nach geraumer Zeit mit mehreren Versuchen spürte er wie sich Claire erschöpft versuchte aufrecht zu halten und gleichzeitig völlig entspannte. Ihre Augen sahen ihn jetzt vertrauensvoll und dankbar an.

„So ist es gut. Komm setz dich zu mir Piccolina. Ich denke, wir sollten in einigen Minuten nachsehen, was die liebe Heidi uns mitgebracht hat, aber vorher habe ich noch eine Bitte. Meine Kleine ich traue dieser Neuen nicht. Sie ist zu aufgebracht, zu Rache versessen, als dass ich es zulassen könnte, sie ohne besondere Beaufsichtigung in die Gefilde ihrer Auftraggeber zurückkehren zu lassen. Ich möchte, dass du sie unter Beobachtung hältst. Sollte sie einen falschen Schritt unternehmen, Kontakt zu einem der Rumänen aufnehmen oder sich im Kampf versuchen auf die falsche Seite zu schlagen, dann erwarte ich von dir, dass du sie auf der Stelle verbrennst.
Die Volturi haben keine Verwendung für Falschspieler und ich denke, es wird noch sehr lange dauern, bis wir Ciara vertrauen können.
Hast du mich verstanden Piccolina?“ Claire lächelte ihren Meister fröhlich an.
Aro versank in einen langen, genießerischen Kuss mit ihr und streichelte anschließend wohlwollend ihre Wange.
„Zu schade, dass wir nicht mehr Zeit haben mein Schatz. Ein Grund mehr mich auf deine Rückkehr zu freuen. Komm lass uns nach unten gehen. Ich hoffe, Heidi konnte meinen Anweisungen entsprechen und bringt uns eine seltene Ladung mit Schülern. Wir hatten schon so lange keine derartige Abwechslung mehr. Ach und Claire, du wirst verstehen, dass ich gerecht gegenüber allen sein muss. Ich darf deine Strafe nicht aussetzen, obwohl du mir sehr wertvoll bist. Aber ich muss euch in dieser Hinsicht gleich behandeln, also erwarte ich von dir, dass du – für Louise – nach dem Mahl zusammen mit Sandro die Kadaver beseitigen wirst. Es wird nicht lange dauern, davon bin ich überzeugt und dein zweites Ego sollte wissen, dass du dies tun musst, weil sie dich in diese Lage gebracht hat.“

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BeitragThema: Re: Thronsaal   Sa Okt 13, 2012 10:19 am

An manchen Tagen meinte Marcus fast, die Atome um sich herum wahrnehmen zu können. Aber das war dann vielleicht doch ein wenig übertrieben - die Fähigkeiten der unsterblichen reichten weit, jedoch gewiss nicht so weit. Allerdings spürte er jeden noch so kleinen Lufthauch, der von der winzigsten Bewegung verursacht wurde, auf seine Haut auftreffen wie ein Wirbelsturm. Für ihn, der dies nun schon seit tausenden von Jahren derartig sensibel empfand, war es nichts Neues und veranlasste ihn lediglich dazu, alles leiser und ruhiger zu tun, als Menschen es tun würden. Doch für Neugeborene, teilweise selbst für Untote, die die ersten Jahre bereits hinter sich gebracht hatten, schien es jeden Tag und jede Nacht aufs Neue ein Wunder zu sein. Für ihn war es sein Dasein, das er nicht Leben zu nennen wagte. Und manchmal schaltete er einfach ab. Er konnte vielleicht nicht schlafen und schon gar nicht sterben, da behielt er sich wenigstens das Recht vor, nicht mehr zu zu hören. Dann hörte er nichts mehr, sah nichts mehr, und kümmern tat er sich ohnehin nie um irgendetwas.

Doch plötzlich schreckte er auf - wobei er das nicht wirklich tat, denn von außen betrachtet war da absolut kein Unterschied - als er die Worte des Trackers Demetri vernahm. "Meister, die Cullens sind in unsere Mauern eingedrungen und haben den Halbling und den Wolf geholt. Sie sind fort.“ Anders als bei den Sterblichen brauchte er nicht einmal den Bruchteil einer Sekunde, um diese Worte zu verstehen. Im Grunde hieß es, dass die kleine Renesmee fort war. Und nicht nur das - sie war sicher. Bei ihrer Familie.
Was danach noch besprochen wurde, bekam er gar nicht mehr mit und er bezweifelte ohnehin stark, dass es ihn interessierte. Wichtig war, dass sie weg war. Es wäre gelogen zu sagen, er hätte sie nicht gerne bei sich gehabt. Die kleine Halbvampirin hatte etwas in ihm geweckt, von dem er dachte, es sei vor Urzeiten gestorben. Und sie hatte ihm Hoffnung gegeben, dass sein unendliches Leiden vielleicht doch einmal ein Ende haben könnte, und dass gute Dinge in einer Welt existierten, die so verrottet war. Aber gleichzeitig hatte er vom ersten Augenblick an gewusst, dass es ihr nicht bestimmt war, hier zu bleiben, und je eher sie befreit wurde, desto besser. Ihr Licht durfte nicht sterben, nicht in diesen dunklen Gemäuern, die mit Grauen geradezu überladen waren. Der Gedanke eines Lächelns stahl sich in seine Augen, als er daran dachte, welche Niederlage Aro erlitten hatte. Und dann schaltete wieder ab. Hörte nichts. Sah nichts. Fühlte nichts.

Es mochten Stunden vergangen sein, oder auch nur Minuten. Genauso gut konnten es Tage sein. Er wusste es nicht, es war nicht weiter von Bedeutung. Der Thronsaal war nicht mehr so gefüllt wie er es gewesen war, als er ihn zuletzt beachtet hatte, aber das war nichts Besonderes. Es war eher ungewöhnlich gewesen, derartig viele Vampire hier anzutreffen. Ohne die Gesichter um sich herum weiter wahrzunehmen, erhob der Unsterbliche sich von seinem Thron, wandelte mit schwebendem Gang durch den Raum und zur Tür hinaus. Heute stand ihm nicht der Sinn danach, irgendwo herumzulaufen, oder genauer gesagt, jemandem zu begegnen, der ihn womöglich ansprach - wobei ihm genau genommen nie der Sinn danach stand. Also begab er sich ohne unnötige Umwege zurück in seine Gemächer, denen noch immer ein Rest des Geruchs der Halbvampirin und des Gestanks des Wandler anhing.

tbc. Marcus' Gemächer
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Okt 14, 2012 3:38 am

Nichts. Das war es, was sie gerade wahrnahm. Nichts. Sie spürte kein Verlangen danach Demetris Demütigung anzusehen, die Reden Aros kannte sie, so wie sie ihn kannte. Es war einfach leichter abzuschalten, sich abzuschotten und sich ganz im schwarz der Gedankenlosigkeit zu verlieren. Wie auf Wolken schwebten ihre Gedanken, sie ließ sie wandern, ganz ohne Ziel. Doch dann hörte sie, wie ihr Name laut ausgesprochen wurde. Sie würde also mit nach Rumänien kommen, denn auch wenn sie abschaltete, nahm sie doch alles war. Sie entschied sich lediglich dafür die Informationen nicht zu verarbeiten, sie schlicht zu ignorieren. Doch es schien sich etwas zu regen, eine Art Aufbruchsstimmung machte sich breit. Sie hörte nicht, was Aro sprach, sah aber sein Nicken. Er wollte sie sprechen.

Sie verstand.

Als er sich aus dem Thronsaal entfernte, folgte sie ihn in dem gebührenden Abstand. Sie hatte keine Eile, sie ahnte was jetzt kommen würde. CeCe wusste, dass er wusste, dass es Louise gewesen war. Er mochte ihren Zwilling nicht besonders und das beruhte auf Gegenseitigkeit. Sie wusste, dass sie nicht anklopfen musste. Sie schloss die Tür, leise und sanft. Claire trat auf eine kurze Distanz auf ihn heran. Sie wusste, was sie falsch gemacht hatte und so sehr Louise Aro fürchtete, so sehr brauchte Claire Aros Anerkennung und seine Gesellschaft. Ohne ein Wort zog ihr Meister sie auf das große Bett, das sie mittlerweile so gut kannte. Claire hatte noch keinen Seelenpartner unter den Wachen gefunden und auch sonst keinen Partner gewählt. Sie besuchte also manchmal wenn ihm und ihr danach der Sinn stand, Aro. Sie wusste, dass er sie begehrte, doch nicht liebte. Sie kannte seine Frau, seine einzig wahre Partnerin.

Claire bewunderte diese Frau. Sie war so stark und gutmütig.
„Welch aufreibende Zeiten für dich meine Liebe, bereits wieder von Demetri bestimmt worden zu sein an einer weiteren Mission teilzuhaben. Ich bin mir sicher, dass ich nicht so lange auf deine Gesellschaft verzichten möchte. Lass uns die Zeit nutzen.“
Sie verstand nicht, er wusste, er durfte sie nicht drängen. Doch genau das tat er und dazu kam, dass sie immer noch auf ihre Starfe wartete. Wollte er sie verunsichern? Trieb er eins seiner Spielchen mit ihr? Verunsicherung machte sich in ihr breit und damit schuf sie Platz für Louise, die sich trotzig seinem Griff entzog und stehen blieb. Louise war sehr eigen, sie brauchte weder die psychische oder physische Gesellschaft eines Mannes.

„Ah, da bist du ja Louise. Ich dachte, wie hätten das bereits vor Jahren geklärt. Ich schätze es ganz und gar nicht, wenn du Claire daran hinderst meinen Wünschen zu entsprechen und dein Einfluss auf sie, heute nach dem Kampf war ganz und gar nicht wünschenswert. Du bist ihr eine wertvolle Partnerin im Kampf, aber ich möchte dich nie wieder dabei erwischen, wie du sie dazu bringst sich ungebührlich gegenüber anderen Wachen aufzuführen. Ich dulde keine Überheblichkeit in diesem Palazzo und du weißt sehr genau Louise, wie ich dich bestrafen werde, solltest du diese Anweisung noch einmal nicht befolgen.“

Sie kannte diesen Ausdruck in seinem Gesicht. Er sah aus wie ein Wolf, der im Begriff war sich auf ein verwundetes Reh zu stürzen. Und sie wusste, was er sagen wollte. Er würde sich von Louise das gewaltsam nahmen, was Claire bereit war im freiwillig zu geben. „Claire, du bist stärker als sie, ich möchte, dass du dir dieser Stärke bewusst bist und sie zurückdrängst. In diesem Raum dulde ich sie nicht. Nur dir ist es gestattet, mir hierher zu folgen – ALSO GEH LOUISE! Verdränge deine Gedanken an sie Claire, sie ist nicht weiter existent, nicht in diesem Palazzo, nicht in diesem Raum!“ Schon war der mentale Kampf der Zwillinge ausgebrochen. Claire wollte endlich wieder die Kontrolle, doch Louise wollte sie beschützen, vor dem was ihr persönlich Angst machte. Unmerklich wimmernd schlug Claire die Schlacht, und gewann. Liebevoll und dankbar sah sie Aro an und setzte sich neben ihn aufs Bett.

Er erklärte ihr ihre Aufgabe, Babysitten. Sie sollte nicht mehr erwarten, dennoch freute sie sich auf Rumänien. Doch als er ihr erläuterte, dass sie diesmal die Leichen ihrer Opfer zu beseitigen hatte, verstimmte sie dann doch etwas. Nicht zu sehr, aber dennoch. Niemand mochte es niedrige Aufgabe zu verrichten, noch dazu als hochwertige Wache. Aber sie verstand es und mit ihrer Gabe würde es nicht länger als einen Gedanken dauern. „Ich verstehe.“

Nicht mehr und nicht weniger. Sie drückte damit so viel aus. Alles. In 2 Worten. Dennoch war sie nicht gewillt die Zeit einfach verstreichen zu lassen. Sie lehnte sich an ihn, küsste ihn lang und innig. Auch wenn er alt war, so war er doch ein Mann. Sie küsste ihn immer leidenschaftlicher, drückte ihren Körper an ihn. Sie spürte wie er vor Verlangen bebte. Auch wenn sie sonst keinerlei Macht über ihn hatte, hier konnte sie entscheiden. Als sie merkte, wie er fast die Kontrolle für sich verlor. Löste sie sich und lies ihn verdutzt auf dem großen Bett zurück. „Ich verstehe. Wir sehen uns, wenn ich wieder zurück bin.“

Zuckersüß lächelnd machte sie sich auf in ihr Gemach um alles zu packen, bevor sie Heidis Geschenke verspeisen würden.

tbc: Claires Zimmer
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Di Okt 23, 2012 4:52 am

Caius unterbrach Alecs Gedanken, indem er Demetri aufforderte, ihm zu folgen. Sie wollten die Wachen beschließen, die mit auf die Resie kamen. Eigentlich war es wohl gut, dass er sich nicht selbst entscheiden konnte, denn einerseits wollte Alec um jeden Preis mit auf diese Vergeltungsmission, denn es war nicht nur eine ehre und ein Privileg, man konnte sich auch ein wenig *austoben*, und obwohl es nun wirklich noch nicht lange seit dem letzten Mal her war, brannte Alec darauf, seine Gabe wieder zu verwenden – kämpfen dagegen würde er nur im äußersten Notfall, denn – wie er beim Kampf vor der Stadt vorhin nur allzu gut festgestellt hatte - machte dies nicht annähernd so viel Spaß wie die eine oder andere Person ein wenig zu dirigieren – und, wie er fand, es passte auch nicht wirklich zu ihm. Ebenfalls war es immer schön, aus der Heimat herauszukommen, und ein wenig mehr von der Welt zu sehen, solche Spaziergänge eigneten sich dafür wirklich gut. Andererseits war er gerade in Schottland gewesen, und verspürte daher nicht einen so großen Drang wie sonst, jemanden die Macht der Volturi zu demonstrieren, auch wenn er nicht wusste, wann sich die nächste Gelegenheit bieten würde. Aber natürlich ließ sich so ein kleiner Halbvampir nicht mit den Rumänen vergleichen, und es bestand auch keine Gefahr dass nochmal so etwas passieren sollte, wie auf dem weg zurück nach Volterra. Alec schauderte leicht, als er daran zurückdachte. Wie gut, dass er Jane hatte, die ihm den Kopf wieder zurecht drehen konnte, bevor ernsthaftere Schäden blieben, oder es jemand anderes bemerkte.

Ja, er wollte mit, unbedingt sogar. Und wenn er sich nicht sehr irrte, würde er auch dabei seien, soviel glaubte sich Alec doch noch einzubilden dürfen, und dies erwartete er eigentlich auch. Zu recht, wie er auch fand, denn seine Gabe war nun wirklich nicht unnütz, ganz im Gegenteil von diesen ganzen Neuen. Ja, der eine oder andere mochte in Ordnung sein, wie Seto besipielsweise, aber gewiss hatten sie nicht alle ein so wichtige Gabe. Alec seufzte kurz auf. Er würde in diesem Fall auf Aro vertrauen. Und bei dieser Gelegenheit konnte er Jane auch endlich noch ausrichten, was er schon längst hätte tun sollen.

Gemächlich, fast im Tempo der Menschen trat er auf sie zu, und fasste sie bei der Hand. Endich waren sie mal wieder zusammen, es war schon so lang her. Seine Schwester sah ihn fragend an, sie hatte schon bemerkt, dass er ihr etwas mitteilen wollte. Leise erzählte er ihr von Aros Bitte, der sogleich ein Befehl war, sich nicht über die neuen Wachen zu ärgern. Ein verdrossener Blick seiner Schwester traf Alec, und er erzählte ihr auch den erfreulicheren Teil der Nachricht. Niemand würde ihren Platz einnehmen. Ein selbstsicheres Lächeln stahl sich auf das Gesicht des Zwillings. Warum hatte er überhaupt nur daran gezweifelt? Gerade Janes Platz würde nie jemand einnehmen können, nicht einmal Alice Cullen, die Aro so gerne hätte, ihre Gabe war einfach unersetzbar. Und das erfreute Alec wohl genauso sehr wie seine Schwester.

Die Tür flog auf, und Caius, dicht gefolgt von Demetri, kam zurück in den Thronsaal.
„Die Entscheidung ist gefallen. Neben Demetri und Seto werden uns noch fünf weitere Mitglieder der Wache begleiten. Alec, Chelsea, Felix, Claire … und Ciara. Macht euch bereit für die Reise, wir brechen in wenigen Stunden auf.“, erklärte Caius sogleich.
Alec runzelte die Stirn, hatte seine Mimik aber kurz darauf wieder unter Kontrolle. Er hatte nicht daran gezweifelt, dass er an der Reise teilhaben würde, und er freute sich darüber, aber ebenso wenig hatte er erwartet, dass Jane nicht mitkommen würde. Was ihn frustrierte. Schon wieder eine längere Zeit ohne Jane! Wann würden sie nur endlich wieder ein wenig Zeit für sich haben? Unter diesen Umständen wäre er natürlich lieber dageblieben, aber die Entscheidung war bereits gefallen. Und da der Aufbruch wohl schon nahe war, blieb ihm nichts anderes übrig, als Jane nur einen missmutigen, verständnisvollen Blick zuzuwerfen, der sogleich erwidert wurde, und leise aus dem Thronsaal zu gehen, wobei er bemerkte, wie Claire Aro aus dem Saal folgte. Musste sie sich nun ihre Bestrafung abholen? Alec seufzte erneut auf. Bisher hatte er nur an Jane gedacht, aber seine anderen Reisegefährten waren auch nicht alle brauchbar. Demetri, Chelesa und Felix natürlich schon, sie waren nach Jane immer noch diejenigen, denen er hier am meisten vertraute, und in ihrer Gesellschaft bewegte er sich immer gern, und auch Claire war nicht zu verachten. Mit Seto würde er wohl klarkommen, aber Ciara... warum war sie nur dabei? War das Caius' Ernst? Eine so neue, unerfahrene und vor allem womöglich unloyale Wache auf so einer wichtigen Mission? Nun, er würde sehen, wie sie sich machte, und Jane davon berichten. Ein Lächeln schlich sich auf Alecs Gesicht. Vermutlich war es für Ciara deutlich angenehmer, wenn Jane nicht dabei war, er wusste, was sie trotz allem von kürzlich Aufgenommenen hielt.
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Chelsea
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BeitragThema: Re: Thronsaal   So Okt 28, 2012 12:21 am

Nach dieser doch etwas ernüchternden Aktion seitens Aro herrschte immer noch eisernes Schweigen, als Caius und Demetri den Thronsaal verließen. Chelsea war sich sicher, dass er sie mitnehmen würde. Auch wenn sie sich nicht gut verstanden, so wusste er ihre Talente doch zu schätzen, und naja, davon hatte sie mehr als genug. Außerdem… vielleicht könnten sie ja wieder zu dem zurückkehren, was sie vor ein paar Tagen noch hatten. Eine zugegebene sehr wankelmütige Freundschaft war besser als Hass, das musste selbst sie zugeben. Die paar wenigen Freunde, die sie hatte – freiwillig wohlgemerkt – waren ihr wichtiger, als man hätte meinen können.

Es dauerte nicht lange, bis Caius und Demetri wieder hereinkamen. Caius würdigte einen Großteil der Menge keines Blickes, doch Demetri stellte sich neben sie, an den Rand des Geschehens. Ob er nur aus dem peinlichen Mittelpunkt raus oder wirklich neben ihr stehen wollte, wusste sie nicht. War aber auch egal, weil sie höchstwahrscheinlich eh gleich wieder weitergeschickt wurden.
„Die Entscheidung ist gefallen. Neben Demetri und Seto werden uns noch fünf weitere Mitglieder der Wache begleiten. Alec, Chelsea, Felix, Claire … und Ciara. Macht euch bereit für die Reise, wir brechen in wenigen Stunden auf.“, schallte Demetris Stimme dann durch den Raum. Chelsea unterdrückte ein triumphierendes Lächeln. Hatte sie es nicht gesagt? Aber halt mal – Ciara? Was war das, Ausbildung der Neuen Teil 2? Schlimm genug, dass sie so viele neue Mitglieder dazubekommen hatten, die alle mehr oder minder unfähig in Chelseas Augen waren, nein, jetzt war sie schon wieder bei so einer Aktion dabei. Frustriert starrte sie die Ex-Rumänin an, die jedoch völlig mit sich selbst beschäftigt war. Na wunderbar. Das waren ja tolle Aussichten – ein phänomenaler Untergang an der Seite von ein paar Neuen. Was würde mit Demetri passieren, wenn die Mission schieflief? Nichts Gutes, das war klar. Er konnte wirklich nur hoffen, dass alle wussten, wie sie sich zu benehmen hatten. Gut, dass immerhin Alec, Felix und Claire dabei waren. Ein paar mit Erfahrung und mit Talenten, die selbst Chelsea nicht verachten konnte.
Caius rief Ciara zu sich, und da wandte sich Chelsea von ihr ab. Ihr Gespräch interessierte sie nicht, auch wenn es wohl keine Nettigkeiten waren, die Caius da mit ihr austauschte. Immerhin war es Caius, und der hatte nie etwas Nettes zu sagen. Ihre Aufmerksamkeit lenkte Ciara erst wieder auf sich, als sie kurz vor Chelsea und Demetri stehen blieb. „Hey Herzchen“, fing Ciara in ätzendem Ton an. Chelsea bemerkte überrascht ihre Worte in Ciaras liebevoller Begrüßung. „Wo mein Zimmer ist weiß ich ja, aber wo bekomme ich einen dieser Umhänge her?“ WAS? Chelsea starrte Ciara ein paar Sekunden lang an, nicht sicher, wie sie auf diese Unverschämtheit reagieren sollte. Sie tendierte zur Wut, doch zu ihrer eigenen Überraschung wurde daraus ein echtes Lachen. „Oh Schätzchen, natürlich werde ich dir zeigen, wo sich ‚diese Umhänge‘ befinden, wenn du schon so nett fragst.“, sagte sie spöttisch, lächelte aber. Man musste schon gehörig Mut besitzen oder besonders Doof sein, dass man sich so absichtlich im Ton vergreift, wenn man mit jemandem deutlich höher gestellten redete. Vielleicht war es ja ein bisschen von beidem, aber hallo. Diese Ciara gefiel ihr, sie ließ sich nicht unterkriegen. Sie würde noch ein paar Mal richtig Ärger kriegen, ganz so wie sie damals. Ja, Ciara ähnelte ihrem früheren Selbst mehr als sie am Anfang gehofft hatte.
Chelsea hatte sich in den letzten tausend Jahren nicht viel verändert, ganz im Gegenteil, aber ihre Einstellung gegenüber den Volturi hatte sich schon geändert. Verbessert, wenn man so wollte. Und in gewisser Weise verschlechtert. Wie man es sehen wollte. Sie wurde mehr oder weniger zu ihrem Glück gezwungen. Und nun wusste sie, dass es eine ehrenvolle Aufgabe war, zu der Garde der Volturi zu gehören.
Chelsea bedeutete Ciara mit einem Kopfnicken, ihr zu folgen.
„Na komm schon, Baby Girl, du hast viel zu lernen. Vor allem, Respekt vor den Höheren zu haben.“

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BeitragThema: Re: Thronsaal   Di Okt 30, 2012 8:50 pm

Seto sah still zu, wie sich die Versammlung im Thronsaal Stück für Stück auflöste. Marcus schien dass alles gar nicht weiter zu interessieren. Es dauerte nicht lange bis er sich zurück zog. Was der Samurai von ihm halten sollte wusste er noch nicht so genau. Aro hatte inzwischen Claire zu sich gerufen und sie folgte ihm nur wenige Sekunden später aus dem Raum. Alec gesellte sich zu seiner Zwillingsschwester und einige Wachen die Seto noch nicht namentlich kannte verließen ebenfalls den Saal. Wie würde es nun weiter gehen? Er wurde Demetri zugeteilt, vielleicht sollte er sich erst einmal an ihn wenden. Andererseits war es möglicherweise noch zu früh. Seto entschied sich erst einmal ab zu warten bis der Tracker auf ihn zuging.
„Hey, Herzchen. Wo mein Zimmer ist weiß ich ja, aber wo bekomme ich einen dieser Umhänge her?“ Interessiert blickte er zu der Rothaarigen und musste fast ein wenig schmunzeln. Sie hatte echt Biss, dass musste man ihr lassen. Wahrscheinlich war dass die Retourkutsche für die Worte die sie sich vorher von Chelsea hatte anhören müssen. Wie weit sie mit diesem Verhalten kommen würde war ihm noch unklar, aber anhand der Reaktion der Braunhaarigen hatte sie wohl doch ein wenig Eindruck hinter lassen. Außerdem war die Frage die sie gestellt hatte auch für ihn durchaus interessant. Schließlich brauchte er auch noch einen dieser Umhänge. Glücklicherweise konnte man darunter seine -normalen- Klamotten weiterhin tragen. Im Kimono fühlte er sich schlichtweg am wohlsten und darin war er es auch gewohnt zu kämpfen. Er wartete noch kurz ab, da es ja sein könnte dass schon jemand anderer die Aufgabe erteilt bekommen hatte Ciara und ihm ihre Umhänge zu bringen, aber dies war anscheinend nicht der Fall. Also ging er direkt auf die beiden Frauen zu. "Entschuldigt, aber dürfte ich euch begleiten?" Er senkte kurz seinen Kopf und sah dann zu Chelsea die ihm mit einem Nicken zu verstehen gab, dass auch er folgen sollte. Die beiden Frauen schienen sich jedenfalls auf keiner guten Basis zu befinden. Vielleicht würde sich dass noch geben. Eigentlich war ihm dass auch egal. Er würde sich sicherlich in solche Dinge nicht einmischen. Schon gar nicht, weil er selbst erst wieder lernen musste sich in eine Gruppe zu integrieren und dass würde schon schwierig genug werden. All die Jahre war er ein Einzelgänger gewesen und tief in seinem Inneren war er es immernoch. Allerdings hatte er keinen Zweifel daran, dass es manchen hier ähnlich ging. Demetri war das beste Beispiel dafür. Schon jetzt fühlte er eine gewisse Bewunderung für diesen Krieger. Nach so einer Situation noch so viel Stärke zu zeigen deutete von einem einzigartigen, festen Charakter. Gleich zu beginn mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen war wirklich eine große Ehre und er war Aro dafür sehr dankbar.
Die drei Volturi liefen durch die Gänge bis Chelsea eine größere Tür öffnete und die beiden neuen Mitglieder eintreten ließ.

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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Nov 16, 2012 11:42 am

Je länger der Tracker still in der Reihe der Wachen stand, desto unruhiger wurde er. Sein Blick glitt unauffällig über die einzelnen Vampire, er studierte ihre Mienen und analysierte ihre Reaktionen. Seto war der erste, dessen Gestalt er länger betrachtete. Die letzten Stunden hatte er noch keine Gelegenheit bekommen, ihn genauer zu mustern, doch jetzt, wo er ihn zum ersten Mal wirklich sah, musste er sich ein spöttisches Lachen verkneifen. Der ach so große Krieger war ein Winzling, ein schmächtiger kleiner Wicht mit dürren Armen und den typisch japanischen Zügen. Er war bloß ein Kind, ja er sah sogar jünger aus als Alec und Jane. Was wohl eindeutig eine Frage des Selbstbewusstseins war. Jane und ihr Bruder waren sich ihrer Stärke bewusst. Sie hatten eine Art, ihre Nase hoch in der Luft zu tragen und gleichzeitig demütig zu wirken. Sie wussten beide, welchen Effekt sie auf Menschen und Vampire, ja jegliche Wesenheiten hatten. Selbst zu Zeiten ihres menschlichen Daseins waren sie gefürchtet worden. Dies gab ihnen eine Stärke, die man nur sehr schwer erschüttern konnte. Noch dazu kam die Tatsache, dass sie eine unschlagbare Einheit darstellten. Familiäre Bande verknüpften sie enger miteinander, als es den Anschein hatte und es war unmöglich sie zu trennen. Wenn sie auch nicht beieinander waren, so waren sie doch beieinander. Eine Tatsache, die Demetri zutiefst bewunderte. Man sah auf den ersten Blick, dass sie sich ihrer Macht bewusst waren. Seto hingegen war unerfahren, jung und hatte niemanden, auf den er sich verlassen konnte. Und das alles sah man ihm an, wenngleich er es zu verstecken suchte. Er war gut darin, sich zu verschleiern und eine ausdruckslose Maske aufrecht zu erhalten. Er wirkte respektvoll und unterwürfig, aber Demetri erkannte so viel mehr in seinen Augen. Dieser Blick, der das einzige war, was ihn bezeichnete. Der Tracker konnte vieles darin lesen. Eine ganze Vergangenheit, die mehr über den Krieger preisgab, als man erahnen konnte. Demetri war nicht dumm, er würde dieses Kind nicht durch seine äußerliche Erscheinung unterschätzen. Aber die Wut in ihm loderte noch, weswegen er in diesem Augenblick keinen anderen Gedanken zuließ, als tiefe Verachtung für diesen Vampir, der sich anmaßte, mit Demetri höchst selbst verglichen zu werden. Er war es nicht wert, dass man ihm so viel Bedeutung beimaß. Ein Teil von Demetri erkannte sich selbst in Seto wieder. Die Überheblichkeit, die Unbeschwertheit, die eine schwere Vergangenheit überspielte, der Hochmut und die Sturheit. All das sah Demetri, aber auch gute Eigenschaften. Kraft und Stärke, Durchhaltevermögen, Intelligenz, die weit tiefer reichte, als man auf den ersten Blick wahrnahm. Seto wusste was hier vor sich ging. Er war ein aufmerksamer Beobachter und Demetri konnte nicht umhin zu glauben, dass er es weit bringen könnte, wenn er nur ein wenig Übung bekam. Doch im Moment wollte er der Letzte sein, der ihm diese Übung gab.
Langsam ließ er seine emotionskalten Augen weiterwandern und blieb an der zweiten Neuen hängen – Ciara. Sie hatte ihre Emotionen bei Weitem nicht so gut unter Kontrolle wie Seto. Man sah ihr deutlich den Unglauben an, der sie durchfloss, als ihr Name aufgerufen wurde und die darauffolgende Arroganz, als Caius sie zu sich rief. Ihr fehlte der Respekt – selbst vor Caius und das beunruhigte Demetri. Nicht, weil er um das Wohl der kleinen Rothaarigen besorgt war, nein das war ihm weitaus gleichgültiger, als die Wache, die vor Kurzem gestorben war, sondern um seine eigene Sicherheit machte er sich Sorgen. Um seine Existenz, um es genauer auszudrücken. Wenn dieses Püppchen sich einen Fehltritt erlaubte und Caius davon mitbekam – und das würde er – so musste Demetri dafür herhalten. Und bevor das geschah, würde er der Kleinen den Kopf abreißen. Er hoffte nur, dass sie ihre Dickköpfigkeit bald verlor… wobei es nicht danach aussah, als sie sich schnippisch Chelsea zuwandte und sie fragte, wo sie einen der Umhänge herbekam. Die einzige Reaktion, die Demetri zuließ, war eine herausfordernde Augenbraue, die er in die Höhe zog. Er sagte keinen Ton und beobachtete Chelsea ganz genau. Er erwartete halb einen Ausbruch und war bereit, sie zurückzuhalten, wenn es zu brenzlig wurde, doch zu seiner Überraschung folgte eine ganz andere Reaktion. Sie lachte. Ein echtes, schadenfrohes Lachen. Sie antwortete der Rothaarigen spöttisch, aber das Lächeln auf ihrem Gesicht war ehrlich. Nanu? Fand sie etwa Gefallen an der kleinen Vampirin? Anders konnte sich Demetri ihr Verhalten nicht erklären, schließlich war Chelsea nie einfach nett zu jemandem. Sie musste schon einen guten Grund haben, um ihre sonst so kühle Art fallen zu lassen, aber er beschloss, sich darüber keine Gedanken zu machen. Gemeinsam mit Seto, der sich zu den beiden Frauen gesellte, verließen sie den Thronsaal und begaben sich wohl ins Ankleidezimmer, wo auch der Tracker bald hingehen musste. Jetzt jedoch verspürte er dazu keinerlei Lust. Er brauchte Zeit für sich allein. Er wollte jeglichem Leben aus dem Weg gehen – ob mit oder ohne schlagendem Herzen. Die letzten Stunden hatten zwar an seinen Kräften gezehrt, aber er wollte nicht schon wieder dem Drang nach Blut nachgeben. Wenigstens darüber wollte er die Kontrolle behalten. Ein schwacher Versuch, sich auf den Beinen zu halten.
Mit seinem sechsten Sinn bemerkte er, dass sowohl Aro, als auch Claire den Thronsaal verließen, scherte sich jedoch keinen Deut darum, was sie taten. Er blendete alles um sich herum aus, ließ zu, dass die Präsenzen der Vampire im Schloss nur noch ein dumpfes Rauschen in der hintersten Ecke seines Kopfes waren und wandte sich dem letzten Volturi zu, der sie auf ihrer Mission begleiten würde. Alec. Er schien erfreut darüber zu sein, jedoch auch enttäuscht. Demetri konnte es nachvollziehen. Jane würde nicht dabei sein. Und Alec war schon in England von ihr getrennt gewesen… Aber im Grunde konnte er ihn nicht verstehen. Als Einzelgänger hatte er solcherlei Gefühle nie verspürt, zumindest lagen sie schon eine sehr, sehr lange Zeit zurück.
Es dauerte nicht lange, da waren nicht mehr viele Wachen im Saal und Demetri befand, dass es Zeit für ihn war, die Bühne zu verlassen. Er verbeugte sich noch einmal vor den zwei verbliebenen Meistern und richtete sich dann auf, um zu gehen.
„Ich erwarte, dass bald alles für unseren Aufbruch bereit ist, Demetri. Informiere die anderen, alsbald wie möglich.“ Mit einem Nicken und ohne Erwartung einer Antwort entließ Caius ihn und Demetri war ihm dankbar, dass er seine Wut im Zaum hielt und ihm nicht noch einmal vor den restlichen Wachen sein Versagen vorhielt. Caius tat dies lieber unterschwellig und im Moment schätzte der Tracker diese Eigenschaft, wobei er sich nicht sicher war, wie lange dieser Zustand anhalten würde.
In diesem Augenblick interessierte sich Demetri jedoch nicht dafür, was in der Zukunft war. Er blendete alle Gedanken aus, verlor sich in seiner Gabe und ging jedem aus dem Weg, dem er nicht begegnen wollte – was prinzipiell jeder war, der ihm begegnen könnte. Ein kurzes, humorloses Lächeln schlich sich auf seine Lippen, welches sogleich verschwand, sobald er sein Gemach erreicht hatte. Und zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit ließ er seine sorgsam geschmiedete Maske fallen und setzte sich auf das unnötige Bett, das seinen Raum ausfüllte und strich über die unnötige, schwarze Seidenbettwäsche, verlor sich in dem Gefühl des leichten Stoffes gegen seine Fingerspitzen, atmete den beruhigenden Duft von Regen ein, der durch ein geöffnetes Fenster hereinwehte und schloss die Augen. Er musste nachdenken, seine nächsten Schritte sorgsam planen und vor allem dafür sorgen, dass dieses Mal wirklich nichts aus dem Ruder lief. Er würde Chelsea bitten müssen, sich Ciara anzunehmen. Sie war wohl die beste für diesen Job. Sie hatte Kontrolle über die Rothaarige. Sie könnte sie zähmen. Er selbst müsste sich wohl Seto zuwenden – was natürlich ganz zu Aros Freude geschehen wurde. Aber er wollte den Krieger auch kennenlernen, seine Schwächen und Stärken wissen. Sei deinen Freunden nah, aber deinen Feinden noch näher… Sagte man nicht so? Es war wohl das Klügste, was er in dieser aussichtslosen Situation tun konnte. Wenn er Seto auf seine Seite zog, würde sich dieses Kind benehmen. So einfach war das. Um die anderen musste er sich keine Sorgen machen. Sie wussten, wie man sich zu verhalten hatte, wie man kämpfte und vor allem wie man sich keine Fehler zu Schulden kommen ließ. Außerdem wäre Demetri nur halb so sehr dafür verantwortlich, wenn einer von ihnen eine Dummheit machte. Er hatte vor allem seine Aufmerksamkeit auf die beiden Neuen zu lenken. Und das passte ihm ganz und gar nicht.
Mit einem Seufzen, was mehr einem Knurren gleich kam, ließ er sich auf die weiche Matratze sinken, die sich seiner Körperform anpasste. Feine Staubkörner wirbelten im schummrigen Licht durch den Raum und von draußen hörte man das leise Prasseln der Regentropfen an Fensterscheiben und auf den Straßen. Ein beruhigendes Geräusch, wären da nicht noch so viele Töne und Nuancen, die sein Ohr erreichten.

Tbc.: Zimmer der Wachen – Demetris Gemach
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Seto
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Mi Nov 21, 2012 11:46 pm

((Postingpart 2/2))

cf: Seto's Zimmer

Als Seto den Thronsaal betrat stellte er zu seiner Überraschung fest, dass er einer der Ersten war. Im Gegensatz zu vorhin war der Saal nun weitaus leerer. Als er seinen Blick durch den Raum schweifen ließ sah er Alec und Jane die dicht beieinander standen. Felix war auch anwesend, ebenso wie Claire. Fast zeichnete sich ein schiefes Lächeln auf seinem Gesicht ab, als er zu der blonden Vampirin lief. Ihre Haare waren diesmal offen und fielen ihr wellig auf die Schulter. Wieder trug sie ein Kleid aus längst vergangener Zeit. Es war tiefgrau und hochgeschlossen. Ihre Taille umspielte es perfekt. Einem normalen Menschen würde all dies in so einer kurzen Zeit entgehen da sie ihren schiefgrauen Umhang darüber trug. Für Setos Vampiraugen war es jedoch keine Schwierigkeit einen Blick auf ihre Bekleidung zu erhaschen, derweil er auf direktem Weg zu ihr lief. Ihm fiel auch die schwarze Tasche auf die sie bei sich trug. Er fragte sich was sie wohl dabei hatte? Schließlich gingen sie ja nicht zu irgendeinem Ausflug, sondern wurden los geschickt um gegen ein paar Rumänen zu kämpfen. Aber sie würde schon wissen was sie machte. Neugierig war er allerdings schon. Überhaupt zeigte er äußerst viel Interesse an dieser Franzosin. Er mochte die Art wie sie sprach und vorallem ihre Kleidung. Auch sie hatte viel von ihrer Menschlichkeit mit ins Vampirleben genommen und machte dies mit all ihren Taten deutlich. Sie hatte einfach etwas an sich was den Japaner faszinierte. Wie sie wohl reagierte wenn sie sah, dass er den gleichen Umhang wie sie selbst trug? Er konnte sich vorstellten dass sie vielleicht ein wenig verärgert darüber war, dass er als Neuling schon so gefordert wurde. Aber vielleicht überraschte sie ihn ja auch und reagierte vollkommen anders als erwartet. Sagte vielleicht gar nichts dazu. Was sollte man auch schon dazu sagen? Fast ärgerte er sich ein wenig über sich selbst und diese äußerst belanglosen Gedanken. Seit wann dachte er so primitiv? Es konnte ja wohl kaum an diesem Mädchen liegen. Innerlich tadelte er sich selbst und forderte von sich wieder mehr Disziplin und Zurückhaltung. Offensichtlich interessierte ihn eben schon was gerade diese blonde Kriegerin über ihn dachte, aber dies würde sich mit der Zeit schon legen.
Er trat still an ihre Seite und blickte erneut auf die Tasche in ihrer Hand. "Hübsches Kleid. Du solltest die Rumänen nicht zu nah an dich heran lassen. Es wäre die reinste Verschwendung wenn es bei der Reise Schaden nimmt." Er sah sie kurz an, bevor sein Blick zu einem Vampir glitt der direkt auf sie zuschritt.
Es war Felix. Seine Mimik war undurchdringlich oder viel mehr - neutral. Er blieb fast zwei Meter vor den Beiden stehen damit sie nicht zu sehr aufsehen mussten. Claire und er waren vom Körper her mit die Kleinsten hier, ebenso wie Alec und Jane. Während Felix einer der Größten.
"Seto." "Felix." Der Neuling sprach in ebenso neutralem Ton wie es sein Gegenüber auch tat. Offenkundig hatte er etwas mit ihm zu bereden.
"Du solltest Demetri auf suchen. Du wurdest ihm für diese Mission an die Seite gestellt, daher solltest du den ersten Schritt auf ihn zugehen." Seto blickte Felix einen Moment lang einfach nur an, ehe er ihm zunickte. "Ich verstehe." Felix nickte ihm ebenfalls zu und ging wieder in die Richtung aus der er gekommen war. Innerlich fragte sich der Japaner ob ihm jemand den Befehl gegeben hatte, oder ob es Felix einfach von sich aus getan hatte. Demetri und Felix kannten sich schon Jahre und waren wie eine Einheit. Sicherlich war er hier einer der wenigen die den Tracker am besten kannten. Seto konnte sich schon vorstellen, dass es ihm vielleicht schwer fallen würde von sich aus auf den Japaner zu zu gehen. Oder viel mehr, hatte er dazu einfach keine Lust oder sein Stolz kam ihm dabei in die Quere. Daher hatte Felix mit seinen Worten vollkommen Recht. Er wurde Demetri zugeteilt und er stand unter ihm. Daher war es an ihm seinen Stolz zurück zu stecken und den ersten Schritt auf den Tracker zu zu gehen.
Er blickte noch einmal leicht lächelnd zu Claire, bevor er sich auf dem Weg zu Demetris Gemach machte.
Noch immer empfand er eine gewisse Bewunderung für den Tracker. Wie er sich vorher verhalten hatte, deutete von viel Stärke und auch Stolz. Stolz den Aro bei ihm so kritisiert hatte, da er zur Übertreibung neigte. Nach all der Zeit die Demetri nun schon festes Teil der obersten Wache war, war es für Seto nicht gerade verwunderlich dass man dazu neigte etwas über die Strenge zu schlagen. In gewissem Maße wurde dies wahrscheinlich sogar von Demetri erwartet. Aber eben nicht zu sehr. Es musste ein gesundes Mittelmaß zwischen Wagnis und Vorsicht bleiben, sonst wurde der Stolz zum Niedergang.
Während er seinen Gedanken nachhing steuerte er schon direkt auf die Tür des Trackers zu. Ohne Zweifel wurde er schon längst bemerkt. Daher brachte es ihm auch nichts noch länger hier zu verweilen.
Das Klopfen sparte er sich auch, denn dies war eine menschliche Angewohnheit die Vampire bei weitem nicht mehr nötig hatten. Hörten sie ja sowieso sofort, wenn sich jemand ihnen näherte. "Demetri. Darf ich eintreten?"

tbc: Demetris Gemach
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Julian Kiran
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Nov 23, 2012 8:50 am

First Post

Julian schubste die Tür auf und betrat gelassen den Thronsaal. "Schön wieder zu Hause zu sein.", zufrieden ließ er den Blick über die Anwesenden schweifen. Der Vampir spürte einige neue Gaben. Wir haben wohl zuwachs bekommen. Interessant. Er grinste. Ihm war Aro´s Schwäche für faszinierende Gaben wohl bewusst. Er tastete sein Umfeld ab und ihm gefiel was er spürte. Ja, Aro hatte einen hervorragenden Geschmack.

Julian war gerade von einer Reise aus Australien zurück gekommen. Nichts besonderes. Viel Sonne, ein paar Nomaden. Keine weiteren Regelverstöße oder sonstigen Besonderheiten. Auch nichts, was die Meister interessieren könnte. Die Gespräche, welche er mit den dortigen Vampiren geführt hatte, waren zwar anregend gewesen, doch fast wurde ihm ein wenig schwermütig, dass es keinen Kampf gab. Ein wenig Action wäre aufputschend gewesen und Julian mochte den Nervenkitzel, den ein alleiniger Kampf brachte und ihn so die nächsten Tage entspannter angehen ließ.

Sein Blick blieb an Alec und Jane hängen und er begrüßte sie mit einem kurzen Nicken. Im Saal war der Geruch fremder Vampire. Die Neuen mussten vor kurzen hier gewesen sein. Ich sah zurück zum Tor, zuckte dann aber nur mit den Schultern. Ich würde sie schon früh genug kennen lernen. Julian zog sich zurück zur Wand und wartete dort auf das Eintreffen der Meister, um seinen Bericht abzuliefern zu können und sich danach zurück ziehen. Hmm.. Vielleicht würde er in der Nacht einen der Nachtclubs aufsuchen. Er könnte ein wenig Spaß vertragen und es war amüsant, wie ihn die Mädels vergötterten. Sein Grinsen wurde wieder selbstgefällig, während die Wache weiterhin die Eingänge im Auge behielt. Er war zu Hause. Schönes Gefühl.


Zuletzt von Julian Kiran am Sa Nov 24, 2012 4:53 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Nov 23, 2012 12:40 pm

Sie war eine der Ersten im Thronsaal, was sie nicht weiter verwunderte, da sie ebenfalls eine der ersten gewesen war, den Thronsaal zu verlassen. Sie schätzte die Leere, es hatte etwas erholsames, nach dem Stress mit Aro. Sie verdrehte die Augen, als sie an die Begegnung in seinem Gemach zurück dachte. Er war so aufbrausend wie selten gewesen, aber wenn er dachte, er konnte so über sie bestimmen, wie es ihm beliebte, dann hatte er sich geschnitten. Also, natürlich war er der Meister, der Leader, er war der Volturi schlecht hin, er konnte über ihre Gabe verfügen, über sie als Kriegerin, aber wenn es um sie als Frau ging, dann war sie am längeren Hebel. Sie kicherte leise. Sie riss sich zusammen, als ihr bewusst wurde, dass bereits Felix im Saal war oder ihn vielleicht sogar nicht verlassen hatte. Sie setzte eine neutrale Maske auf und bewegte sich nicht, bis Seto den Raum betrat. Sie war noch nicht so familiär mit seinem Bewegungsmustern und dem Geräusch, dass er machte, wenn er sich bewegte, aber trotzdem wusste sie, dass er es war. Leider wusste sie nicht, ob sie das mochte oder nicht. Sie war sich seiner Präsenz überbewusst. Das Gefühl verwirrte sie, da sie immer noch aufregt und aufputscht von der Szene in Aros Gemach war. Sie hatte natürlich andere Männer in ihrem Leben gehabt, aber sie wusste auch, dass Aro extrem eifersüchtig sein konnte. Manchmal war es ihm egal und manchmal wurde er merkwürdig und aggressiv. Es machte das Ganze nur kompliziert, denn sie wussten beide, dass sie 2 bei Weitem nicht genug waren.

Die Geschichte zwischen ihr und dem Volturimeister hatte weniger etwas mit Gefühlen zu tun, als mit Attraktivität und körperlicher Anziehung zu tun. Sie hatten eine Geschichte, die sie verband. Das war alles. Aber aller paar Jahre schlug die Eifersucht zu. Claire liebte seine Ehefrau, sie war eine wundervolle Frau und eine wirklich gute Freundin, aber sie war einfach so gut. Es machte manchmal einfach wahnsinnig, wenn sie wusste, dass sie 2 zusammen waren. Cece wusste aber auch, dass Aro es verrückte machte, wenn sie männliche Liebhaber in ihrem Gemach empfing. So war es eben.

"Hübsches Kleid. Du solltest die Rumänen nicht zu nah an dich heran lassen. Es wäre die reinste Verschwendung wenn es bei der Reise Schaden nimmt."
Die helle Stimme Setos riss sie aus ihren Gedanken. Sie war kurz verwirrt, fand dann aber schnell ihre Sprache wieder.
„Die Rumänen sollten aufpassen nicht zu nahe zu kommen, sonst werden sie die Reise nicht überstehen. Aber danke, dass du so um meine Garderobe besorgt bist.“ Sie lächelte ihn sonnenscheinmäßig an. Dann Sah sie zu Felix, der gerade auf Seto zu geschritten kam und ihn zu Demetri schickte. Sie setzte wieder eine emotionslose Maske auf.

Sie zuckte nicht, als Julian eintrat. Sie wusste, dass der Volturi in Australien gewesen war, aber sie interessierte sie nicht weiter. Natürlich kannte sie ihn, er kannte sie, aber sonst waren sie keine Freunde oder ähnliches. So etwas wie Freundschaft gab es natürlich zwischen einzelnen Wachen, aber sie kannte es nicht. Sie bevorzugte es, allein zu bleiben, für sich, da sie einfach nie alleine war. Sie war immer zu Zweit. Sie war zwei. Das war einfach schwieriger, von daher verzichtete sie auf allzu viel rosarote Luft und Liebe. Sie war zwar der Sonnenschein der königlichen Famile, aber sie war keine liebenswerte Person, deshalb wartete sie auch nicht lange, sondern machte sich auf den wundervollen Weg.
tbc: Rumänien.


Zuletzt von Claire am Fr Jan 04, 2013 1:55 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Do Nov 29, 2012 7:24 am

Alles in Leti brodelte. Noch ein paar Minuten dann würde sie endlich austreten, sich ablenken und abreagieren dürfen. Caius und Demetri verließen den Saal, um den Angriff zu planen. Nur wenige Minuten später kamen sie zurück und Demetri verkündete das Ergebnis: „Die Entscheidung ist gefallen. Neben Demetri und Seto werden uns noch fünf weitere Mitglieder der Wache begleiten. Alec, Chelsea, Felix, Claire … und Ciara. Macht euch bereit für die Reise, wir brechen in wenigen Stunden auf.“ Diese Entscheidung überraschte sie weder, noch war sie groß darüber enttäuscht. Hier bleiben war ihr im Moment sehr viel lieber.
Aro erhob ebenfalls das Wort: „Eine gute Entscheidung Bruder. Ich wünsche dir Erfolg und hoffe, du wirst uns Genugtuung verschaffen. Bitte versäume nicht Vladimir und Steffan von mir zu grüßen. Lasse sie wissen, dass ich leider den Eindruck habe, dass ihre Hirne offenbar den Staub der sich äußerlich auf sie legt zu verinnerlichen scheinen, denn anders sind ihre kuriosen Entscheidungen wirklich nicht zu erklären.“ Aro stand lachend von seinem Thron auf.
„Und ja, ich danke den beiden ausdrücklich für die Kurzweil, die sie uns geboten haben. Ich vertraue auf dein Geschick Demetri. Führe unsere Lieben gesund wieder zurück. Ich ziehe mich bis zu unserem Abendmahl zurück. Es ist doch sicher in deinem Sinne Caius, dass sich unsere Lieben vor ihrer Abreise noch stärken. Heidi wird in wenigen Stunden eintreffen, ich hatte sie gebeten uns eine Auswahl an wirklichen Leckerbissen zu bringen, als kleine Anerkennung für Euer aller Leistungen in der vergangenen Nacht.“ Mit diesen Worten verabschiedete er sich und verließ mit einer kleinen, blonden Vampirin den Saal.
Einer nach dem anderen folgte ihnen, einzeln oder in Grüppchen, um sich auf die Reise vorzubereiten. Sie war einer der Letzten, die wegging. Zuerst zog es sie in ihr kleines Zimmer.
Es war immer noch ein wenig ungewohnt sich vorzustellen in diesen vier Wänden für eine sehr lange Zeit, um nicht zu sagen für immer, zu hausen. Schließlich war sie von ihrem menschlichen Leben etwas Anderes, Besseres gewöhnt. Doch würde sie hier wohl eher ihre Erfüllung finden, als in dem ewigen Reisen.
Sie nahm ihr schwarzes Kleid aus der Schublade der Kommode und zog sich um. Ihre Sneakers tauschte sie gegen rote High Heels. Sie klopfte ihren Umhang nochmal aus, damit der Dreck ein wenig rausging, bevor sie ihn sich über den Arm warf. Mit schnellen, bestimmten Schritten ging sie in die Vorhalle, wo Gianna sie lächelnd hinter ihrem Tresen ansah. Leti erwiderte sich das Lächeln und begrüßte sie: „Hi Gianna! Ich habe eine Frage. Ich wollte mich neu einkleiden, bräuchte dafür aber Geld.“ Gianna unterbrach sie mit einem Lachen und zeigte auf den Gang, durch den Leti gekommen war. „Die Volturi halten das Geld für ihre Wachen parat.“ Schnell erklärte Gianna ihr den Weg zur „Volturibank“, erklärte ihr, wie das System funktionierte. Danach erkundigte sich die Italienerin noch nach einer Reinigung des Umhangs, woraufhin sie noch zur Schneiderin geschickt wurde. Sich lächelnd bedankend verabschiedete sie sich und ging ihren Zielen nach.
Zuerst holte sich ein wenig Bargeld bei einer bulligen Wache, die zwar nicht so groß war, wie Felix, aber genauso kräftig und stark. Dieser stellte sich als Brutus vor und mit genug Bargeld, welches sie in ihrem Ausschnitt verstaute, machte sie sich auf den Weg zur Schneiderin.
Die kleiner geratene Vampirin stellte sich als Tamara vor und wirkte durchweg irgendwie hektisch und aufgeregt. Freundlich antwortete sie, dass sie die Reinigung übernehmen würde und bat sie dann ihren Umhang doch bitte einmal über zuwerfen. Zuvor war Leti davon ausgegangen, dass er ihr herrlich gut passte, aber Tamara verbesserte sie und steckte den Umhang mit Nadeln fest und nahm ihn ihr ab. Bevor die Italienerin sich dankend verabschieden konnte, fragte sie die Schneiderin noch, ob sie ihr noch ein paar Stücke mehr anfertigen sollte. Überrascht über diese Freundlichkeit und Zuvorkommenheit lächelte sie Tamara an und umarmte sie kurz. Nachdem sie ihr Angebot angenommen hatte und Tamara sie gebeten hat in ein paar Stunden ihre Umhänge abzuholen, ging sie wieder immer noch lächelnd.
Schnell folgte sie dem Weg zurück und verließ mit einem weiteren Nicken zu Gianna lächelnd den Palazzo durch das Haupttor. Draußen stand bereits die Sonne an ihrem höchsten Punkt und tauchte die Dächer der Stadt in ein goldenes, warmes Licht. Glücklich über diesen Moment der Zufriedenheit endlich wieder der wunderbaren Sonne ausgesetzt sein zu dürfen, atmete sie die Morgenluft tief ein.
Die Stadt war zu ihrem Verwundern trotz des guten Tages ziemlich leer, sodass sie gemütlich durch Volterra schlendern konnte. Bald erreichte sie die Touristenmeile, die gesäumt von edlen Boutiquen waren. Sie gab sich ihrem Element hin und shoppte was das Zeug hielt. Bald war sie bepackt mit etlichen Tüten gefüllt mit Alltagsklamotten und hübschen Kleidern. Die Sonne sank bereits Richtung Horizont, aber wirklich viel Zeit konnte nicht vergangen sein.
Langsam füllten sich die Straßen mit den ersten Touristen und einigen Bewohnern, sodass sie sich bedeckt in die Schatten drängte und bald in eine Gasse schlüpfte. Schnell hob sie den Gullideckel und hüpfte in das Loch, stellte die Tüten ab, sprang hoch, um sich an der Kante festhaltend den Deckel zu zumachen und ließ sich wieder runterfallen. Schnell nahm sie ihre Shoppingtüten wieder in die Hand und machte sich im Untergrund auf den Weg zurück in den Palazzo, wobei sich dies als schwieriger darstellte, als gedacht. Das unterirdische Labyrinth war riesig und sie schaffte es nur mithilfe einer anderen Wache, der sie begegnete und der ihr den Weg, ergeben und ehrfürchtig, da er ihr sozusagen untergestellt war, beschrieb.
Sie bedankte sich höflich und erreichte ihr Ziel nach wenigen Minuten. Sobald sie wieder in der Lobby war, fand sie ihr Gemach schnell. Dort angekommen stellte sie alle Tüten auf den Boden vor den Schrank und ließ sich danach erschöpft auf ihr Bett fallen. Wenn sie lag konnte sie links von ihr aus dem Fenster gucken und sah nun durch den steilen Winkel nur den Himmel und die Sonne, die warm und heimelig auf ihre Haut schien und sie glitzern ließ, sodass einige Strahlen auf die Wand reflektierten.
Für ein paar Sekunden schloss sie ihre Augen und atmete konzentriert ein und aus. Sie ließ die letzten Tage Revue passieren und war zufrieden mit sich und dem Geschehenen. Natürlich es hätte wesentlich mehr Spaß machen können, wenn Demetri es nicht versaut hätte die Cullens unbestraft entkommen zu lassen. Aber Leti ließ ihre Wut nicht an sie herankommen, sondern schob sie von ihr Weg.
Langsam setzte sie sich wieder auf und stand seufzend auf. Sollte sie nun als erstes die Taschen auspacken oder ihre Umhänge bei Tamara abholen? Sie entschied sich für letzteres und verließ ihr Zimmer. Die Gänge der Wachen waren nur vereinzelnd von Geräuschen gefüllt. Vielleicht diejenigen, die sich für Rumänien bereit machten. Tamara war nicht da, aber ihre Gehilfin, die ihr die Umhänge überreichte und die darauf bestand, dass Leti sich nochmal einen überwarf. Zu ihrem Erstaunen passte er tatsächlich noch besser, als zuvor. Sich noch einmal auch bei Tamaras Gehilfin mit einer Umarmung bedankend ging sie zurück in ihr Zimmer und packte nun ihre Tüten aus.
Zuerst hing sie ihre neuen drei Umhänge in den Wandschrank, daneben ihre hübschen, teuren Kleider. In ihre Kommode kamen Pullover, Tops, Shorts, Röcke und Jeans. Außerdem Unterwäsche und Socken in die unterste Schublade. Lächelnd über ihre neuen Errungenschaften, zog sie sich gleich um.
Für den ruhigen, heutigen Tag entschied die Italienerin sich für eine schwarze Röhrenjeans und ein altrosa-graues Tanktop. Ein Spiegel, der draußen an der Schranktür angebracht war, zeigte ihr eine zufriedene Letizia. Mit einem Lächeln warf sie sich einen ihrer Umhänge über und machte sich wieder auf den Weg in den Thronsaal. Natürlich interessierte es sie schon, ob Demetri und die anderen schon losgezogen waren. Erhobenen Hauptes stolzierte sie durch die Gänge und genoss schon ein wenig, wie einige ihrer bereits niederen Wachen ihr ergeben zunickten. Doch Aros Ansprache vorhin hatte gesessen, sodass sie freundlich lächelnd zurücknickte. Der Obermeister der Volturi legte viel Wert auf die Zusammenarbeit seiner Wachen.
In wenigen Minuten erreichte sie den Thronsaal, stieß beide Türen auf und trat ein. Mit einem Blick erfasste sie den Raum und es befanden sich hauptsächlich ihr fremde Volturi hier. Außer die Zwillinge, Felix und die Meister. Mit einem demütigen Knicks vor den Meistern stellte sie sich an die Wand. Kurz darauf bereute sie ihre Entscheidung doch hiergeblieben zu sein. Die Langeweile brachte sie jetzt schon fast um, aber daran musste sie sich wohl gewöhnen. Sie seufzte enttäuscht und spürte dann einen Blick auf ihr ruhen.
Neugierig blickte sie auf und ein paar Meter rechts von ihr beobachtete sie ein junger, lächelnder Vampir. Angezogen von der herzlichen Freundlichkeit, die sie hier unter der Königsfamilie nicht erwartet hatte, ging sie ein paar Schritte auf den Fremden zu und erwiderte das Lächeln. Wie es sich gehörte streckte sie den Arm aus und begrüßte ihn mit einem freundlichen „Hallo.“
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Do Nov 29, 2012 8:27 am

Julian betrachtet gedankenverloren das Licht, welches in den Thronsaal fiel und die Staubpartikel in der Luft zum glitzern und den Boden zum leuchten brachte. Eher nebenbei lauschte er auf die Vampire, deren Gaben ihm veriet wo sie genau waren. Niemand von ihnen konnte sich an ihn heranschleichen, was ihm immer ein wenig zu viel Sicherheit gab, falls sich ihm doch einmal ein normaler Vampir näherte. Nicht, dass er unterlegen gewesen wäre, aber er dieser stetige Fehler war inakzeptabel für eine Wache der Volturi. Er hätte die Augen verdrehen können.
250 Jahre und er hatte immer noch einen leisen Widerstreit in sich, was die Disziplin anging. Er besaß weder ein Problem zu gehorchen, noch sich unterzuordenen. Denn beides war immer gut begründet und rational erklärbar, aber die übermäßige Perfektion konnte manchmal ermüden, da sie einen zwang eine Maske aufzusetzen.
Viele verstellten sich. Er wusste es. Hatte oft genug ohne ihr wissen in ihre Seelen geblickt, wenn er sie scheinbar zufällig berührte. Und genau hier lag für ihn der Knackpunkt. Wenn man sich verstellen musste, lief etwas falsch.
Julian dachte an Aro, der ebenfalls immer eine Maske trug. Aber bei ihm war das etwas anderes und obwohl Julian wusste, dass es an Chelsea lag, war das vollkommen okay für ihn. Ihm war klar, dass er sich sonst schon vor langer Zeit umgebracht hätte. Und zwar sobald er herausgefunden hatte, wie man Vampire töten konnte.

Das Licht erwärmte die Luft im Raum nicht, welche eiskalt war, doch das störte niemanden. Ohne jegliche unnötige Einrichtung zeigte der Saal für wen er gedacht war. Vampire, die keine Bequemlichkeit brauchten.
Julian verstand nicht, warum manche Wachen Betten in ihren Gemächern hatten. Wozu? Das einzige, was sich in seinem Zimmer befand, war ein Schrank für seine Kleider und ein Bücherreagl. Keinerlei Sitzmöglichkeiten oder sonstiger Schnickschnack.
In Gedanken ging er die neuest Bücher in seinem Regal durch und überlegte, dass seine neueste Bestellung bald eintreffen sollte.
Julian hatte bei den Volturi lesen gelernt. Vorher war es nicht notwendig gewesen, doch jetzt verschlang er die Bücher geradezu und seine Lieblinge kaufte er für sich selbst.
Und er hatte ja unendlich Zeit dafür. Da fiel ihm ein sehr passendes Gedicht ein.

Erscheint dir etwas unerhört,
bist du tiefsten Herzens empört,
bäume nicht auf, versuch's nicht mit Streit,
berühr es nicht, überlass es der Zeit. Am ersten Tag wirst du feige dich schelten,
am zweiten lässt du dein Schweigen schon gelten,
am dritten hast du's überwunden;
alles ist wichtig nur auf Stunden,
Ärger ist Zehrer und Lebensvergifter,
Zeit ist Balsam und Friedensstifter.


von Theodor Fontane.
Wie traurig nur, dass diese einsmalige Wahrheit nicht mehr auf ihn zutrifft.
Als ihm bewusst wurde, was für einen Blödsinn er vor sich hin grübelte, raffte sich zusammen und versuchte sich wieder auf sein Glück zu konzentrieren zu Hause zu sein.
Er würde Aro seinen Berricht abliefern und sich ein wenig amüsieren. Nun grinste er wieder selbstgefällig, als er sich einen Plan zurecht legte, was er danach noch vorhatte.

Da öffneten sich die Tore und eine Vampirin trat ein, welche nach einem kurzen Überprüfen der Anwesenheit and die Wand stellte. Julian lächelte aufgrund ihres Ganges, der eine Selbstsicherheit ausdrückte, die sich sehen lassen konnte. Sie war ihm unbekannt und das sollte einiges heißen.
Die Frau schien seinen Blick zu spüren, denn sie sah auf und als ihr Blick auf ihn fiel, lächelte sie zurück und kam auf ihn zu.
Sie streckte ihm die Hand entgegen und begrüßte ihn mit einem Hallo.
Er zögerte keinen Moment und schüttelte die Hand und erhaschte dabei einen Blick in ihre Vergangenheit, da Aros Gemächer nicht weit entfernt waren. Er überflog sie nur kurz ohne sich etwas anmerken zu lassen und verwahrte das Gesehen in seinen Erinngerungen. Er liebte Geschichten, ebenso wie Aro.
"Letizia, richtig?", Julians Blick war warm.
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Do Dez 06, 2012 10:30 am

First ~ Post

Innerlich freute sich Afton mehr als alles andere wieder ins Schloss zu kehren, doch äußerlich hatte er seine emotionslose Maske auf. Gemütlich ging er die bekannten Gassen entlang, spürte dabei die Ängste der Menschen. Sie hatten keine Angst vor ihm, schließlich sah er aus wie ein gewöhnlicher Mensch der an einem schattigen Tag eine Sonnenbrille trug. Aber diese Sterblichen besaßen immer Ängste ~ was auch gut war, ohne Ängste von Lebewesen wäre seine Gabe völlig nutzlos.
Wie schade dass Corin nicht hier ist! Wenn sie erst einmal erfährt welche Personen Angst hatten.. Er wollte seinen Gedanken nicht vervollständigen, denn eins wusste Afton sehr gut über seine beste Freundin ~ sie war durchaus brutal! Während der Volturi seine Opfer schnell tötet, lässt sich Corin dabei rechtlich Zeit. So war es immer gewesen und wird sicherlich ewig so bleiben.

Afton stand nach einigen Minuten vor dem Schloss. Er öffnete die Tür und ging mit sicheren Schritten in die Richtung des Thronsaals. Insgesamt drei Monate war er fort gewesen, musste nach Österreich reisen um dort den Wald abzusichern. Giana begrüßte ihn mit einem fröhlichen Lächeln. Natürlich grinste er schief zurück - Afton konnte nicht anders, vor allem nicht bei hübschen Frauen. Dennoch verschwand dieses leichte Grinsen blitzschnell als er durch die riesigen Türen ging. Er spürte das Anwesen von anderen Vampire. Haben sich etwa Neue uns angeschlossen? Oder sind hier welche die getötet werden? Bei diesen amüsanten Gedanken rieb er seine Hände, richtete sich sein Umhang und ging zielstrebig weiter.

Der Volturi betrat langsam den riesigen Saal. Die Augen der anderen sahen alle in seiner Richtung. Mit kurzen Blicken schaffte er alle Anwesenden zu mustern. Seine roten Augen suchten hastig nach Corin, doch diese war nicht hier. Mhm .. vielleicht hat sie einen Auftrag bekommen, oder gammelt in ihrem Zimmer rum. Afton vermisste Corin auf einer Weise - schließlich waren die beiden unzertrennlich, wuchsen zusammen auf, behandelten sich wie Geschwister und liebten sich wie welche. Er und Corin hatten sich seit Monaten nicht mehr gesehen. Sie bekamen nie die gleichen Aufträge, sie konnten nicht soviel Zeit verbringen wie es die Zwillinge konnten. Aber desto mehr war die Freude wenn sie sich wieder sehen.
Mit einem ernsten, respektvollen Ausdruck ging er zu den Thronen, wo er sich vor Caius verbäugte. Wie sehr ihn das alles fehlte! Afton liebte Volterra mehr als seine Heimat London, hier hatte man einfach alles ~ ein gewisses Ansehen, den 'Respekt' der Nomaden, eine Unterkunft und vorallem lebte man dort mit anderen Vampire zusammen. Man konnte Freundschaften eingehen und Beziehungen führen. 'Den Respekt verlieren die Nomaden mit der Zeit mehr, es gab -zwar nicht viele- aber schon einige Vampire die sich einfach nicht an die Regeln hielten!'
Afton stellte sich in einer hinteren Ecke, guckte verwundert in den Raum und merkte wie wenige Anwesen waren. Verwundert schlenderte der Volturi zu Julian und der Neuen rüber.
Mit einem Lächeln stellte er sich neben ihnen. Julian war ein paar Zentimeter kleiner als er, dass waren fast alle hier. Einige waren, im Gegensatz zu Afton, Felix und Demetri so klein, denen konnten die ganz einfach auf die Köpfe spucken. Ekeliger Gedanke ~ aber wahr! In Aftons Augen war Alec das beste Beispiel. Na gut, Alec war jetzt nicht soo klein ~ aber trotzdem!
Der Volturi bemerkte wie Jane ihm mit ihren typischen Killerblick anstarrte, atmete tief ein und schaute zurück zu Julian. Zum Glück kann Jane keine Gedanken lesen!!

"Hey", begann er anschließend zu reden. Afton kannte Julian nicht sehr gut, aber er kannte seine spezielle Gabe und konnte vom Glück reden das seine eigene nicht so besonders war. Sofern Afton es richtig mitbekam war Julian ebenfalls auf eine Mission gewesen. "Wie ich sehe hast du deine Mission gut überstanden", sagte er lachend.
Dann wandte der Volturi sich zu der Neuen und musterte sie mit einem kurzen Blick. "Hallo, mein Name ist Afton." Vorsichtig reichte er ihr freundlich die Hand, die sie mit einem grinsen schüttelte. Sie stellte sich mit den Namen Letizia vor. Für ihn war sie schwer einzuschätzen, immerhin spürte die Neue keine Angst. "Freut mich Letizia." Afton wandte sich zurück zu Julian. "Wo sind die anderen? Habe ich durch meiner Abwesenheit viel verpasst?" Damit Letizia nicht denkt sie würde am Gespräch nicht teilnehmen dürfen, schaute er nach seiner Frage zu ihr.
Im Schloss herrschte eine ungewöhnliche Stille. Klar war es sonst auch immer still im Thronsaal aber diese Leere.. Afton hasste es wenn er lange fort gewesen war und in der Zeit irgendwelche Veränderungen geschehen
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Dez 07, 2012 9:40 am

Nach einem kurzen Zögern nahm er ihre Hand, wobei das Händeschütteln ein wenig länger dauerte, als normal. "Letizia, richtig?", fragte der fremde Volturi unschuldig. Sofort nahm sie ihre Hand weg. Woher kannte er ihren Namen? Die Italienerin war sich sicher, dass ihr Name noch keine Runde machen konnte. Ihre Augen verengten sich ein wenig und sie ging einen kleinen Schritt zurück. „Es scheint so, als wärst du mir einen Schritt voraus,…ähm?“ Sie blickte ihn skeptisch fragend an. Was hatte er vor?
Doch Leti war sich sicher, dass er nichts Böses im Hinterkopf hatte. Dieser warme und gleichzeitig freche Blick war ihr so bekannt. Solche Männer hatte sie früher vernascht, auf die eine und auch teilweise auf die andere Weise. Er war hübsch, aber leider nicht ihr Typ. Trotzdem freute sie sich auf eine vermutlich anregende Konversation. „Was auch immer du für eine Gabe hast, ich freu mich auf das Gespräch, indem du sie mir erzählst“, sagte sie freundlicher, mit einem Lächeln auf dem Gesicht, sich darüber bewusst, dass er ihr so zuerst etwas über ihn erzählen musste, bevor sie etwas von ihr preisgeben würde.
Als die Tür aufging, blickte sie automatisch zu dem fremden, eintretenden Volturi, der sich in die hintere Ecke stellte. Ihn nicht weiter beobachtend wandte sie sich wieder dem vor ihr stehenden Vampir zu.
Doch bevor auch nur einen von ihnen das Wort erheben konnte, bevor er ihr seinen Namen verraten konnte, spürte ihr Schild, dass sich der Neuling im Raum auf sie zubewegte. Er begrüßte die beiden mit einem informellen „Hey“ und wandte sich danach lachend an den etwas kleineren Vampir: "Wie ich sehe hast du deine Mission gut überstanden"
Man, wieso rückte denn hier niemand mit seinem Namen heraus? Doch er stellte sich kurz darauf als Afton vor. Die Italienerin nahm seine Hand grinsend und machte sich bekannt.
Danach fragte Afton nun mehr an den ihr immer noch unbekannten Volturi gerichtet: "Wo sind die anderen? Habe ich durch meiner Abwesenheit viel verpasst?" Die beiden waren also beide gerade auf einer Mission gewesen. Afton warf auch ihr kurz einen fragenden Blick zu.
„Ich weiß ja nicht, wie lange ihr weg wart, aber wir hatten vor ein paar Tagen zwei der Cullens bei uns. Doch währenddessen wurden wir von einer kleinen, untrainierten Gruppe ausgesandt von den Rumänen angegriffen. Natürlich haben wir gewonnen, aber durch einen Fehler Demetris sind die Cullens entkommen können. Aro hat ihm nun als Strafe auferlegt den Rachezug gegen die Rumänen zu leiten. Er, Caius, Chelsea, Felix … und zwei weitere Neue sind fort. Mehr kann ich euch leider nicht erzählen, da ich selbst nicht viel länger hier bin“, erzählte sie zum Schluss mit einem entschuldigen Blick.
Dann fuhr sie wieder lächelnd fort: „Aber wo wart ihr denn auf Mission? Erzählt mir ein bisschen davon.“

(((Sry, dass es so kurz ist, aber ich wollts noch fertig bekommen...)))
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Fr Dez 07, 2012 10:19 am

Als Julian die Vampirin mit ihrem Namen ansprach verengten sich ihre Augen. „Es scheint so, als wärst du mir einen Schritt voraus,…ähm?“
„Was auch immer du für eine Gabe hast, ich freu mich auf das Gespräch, indem du sie mir erzählst“ Gerade als seine Gesprächspartnerin den Satz beendet hatte öffnete sich die Tür und Afton kam herein. Julian beachtete ihn zuerst gar nicht, da er seine Anwesenheit schon lange vor seinem Eintreten gespürt hatte und wandte sich stattdessen Letizia zu. Er klatschte sich mit der Handfläche gegen die Stirn. "Verzeih meine Unhöflichkeit. Ich bin Julian Kiran. Erfreut dich kennen zu lernen." Er lächelte charmant. Doch auf ihre Frage antwortete er nicht sofort. So gern er Gesselschaft auch um sich hatte, er tischte nicht jedem seinen ganzen Lebenslauf plus Chracktereigenschaften auf den Tisch. Er mochte zwar arrogant sein, aber prahlen gehörte eindeutig nicht zu seinen Schwächen. Doch er musst sich auf gar nicht weiter mit Letizias Frage beschäftigen, da Afton auf sie zu kam: "Wie ich sehe hast du deine Mission gut überstanden" Julian nickte: "Nichts besonderes oder erwähnenswertes. Aber die Wellen waren großartig." Er lachte. Afton fragte, wo die anderen Mitglieder waren und was er verpasst hatte. Abwehrend hob Julian die Hände: "Frag mich nicht. Bin auch eben erst zurück gekommen." Er konnte ja schlecht sagen, dass er alles bereits von der kurzen Berührung mit Letzi wusste. Doch sie fügte die Erklärung ohne weiteres Aufhebens hinzu. Was du nicht sagst... Julians Blick huschte für einen Moment zur Tür. Später würde er sich alle Infos von Aro persönlich in ihrer größt möglichen Ausführung holen. Als sie die Zwei neuen erwähnte sah Julian ihre Gesichter vor sich. Die Meister mussten großes Potenzial in ihnen gesehen haben, sonst hätten sie sie nicht sobald auf eine Mission mit genommen.

Die Frage des Mädchens nach ihren Missionen riss ihn aus seinen Gedanken.
"Nun ja.", er fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Dann stellte er sich entspannt hin und begann zu erzählen. "Es war nur ein langweiliger standard Auftrag. Nichts besonderes. Wir hatten aus Australien länger nichts gehört. Also hatten sie mich hin geschickt, um die Sache zu überprüfen. Doch der einzige Grund warum keine Nachrichten kamen, war, dass es nichts zu berrichten gab. Aber es war gut mal wieder länger unterwegs zu sein. Hab schon länger keinen Ozean mehr durschwommen." Julian streckte sich genüsslich. "Ich hasse diese Flieger. Der Mensch sollte nicht fliegen. Es hat einen Grund warum man mit zwei Beinen und Armen ausgestattet wurde." Demonstrativ bewegte er seine Finger vor seinem Körper ein wenig. "Wenn ihr versteht was ich meine.
Aufjeden fall hab ich mich ein wenig umgesehen und gespräche mit den Anrainern geführt. Nichts, nada, nienti." Julians Blick wurde ein wenig bekümmert. Er mochte Aufträge mit Kämpfen. Und eine noch so lange Reise konnte ein Fehlen eines solchen nicht entschädigen. "Aber Sonne haben sie. Lange. Ausgiebig. Aber ich hab mich ein wenig im Surfen versucht." Er lachte wieder."
"Wie stehts mit dir Afton? Ich wusste gar nicht, dass du weg warst. Muss wohl nach mir gewesen sein." Er wandte sich dem größeren Vampir zu.
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Afton the first
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Sa Dez 08, 2012 12:49 am

Afton konnte von Julian nicht erwarten das er seine Frage was in seiner Abwesenheit alles geschehen ist, beantworten könnte - stattdessen wandte sich Letizia zu den Volturi. „Ich weiß ja nicht, wie lange ihr weg wart, aber wir hatten vor ein paar Tagen zwei der Cullens bei uns. Doch währenddessen wurden wir von einer kleinen, untrainierten Gruppe ausgesandt von den Rumänen angegriffen. Natürlich haben wir gewonnen, aber durch einen Fehler Demetris sind die Cullens entkommen können. Aro hat ihm nun als Strafe auferlegt den Rachezug gegen die Rumänen zu leiten. Er, Caius, Chelsea, Felix … und zwei weitere Neue sind fort. Mehr kann ich euch leider nicht erzählen, da ich selbst nicht viel länger hier bin“, erzählte sie. Afton hörte ihr aufmerksam zu und versuchte sich dabei bildlich vorzustellen wie das alles abgelaufen war. "Oh, sowie es sich anhört habe ich einiges verpasst. Wie schade, ich wäre gerne dabei gewesen." Mit einem charmanten Lächeln brachte er den Satz nicht allzu trocken rüber. Afton schaffte es einfach immer, in jeder Situation, seine Sätze in einen perfekte Ton zutreffen.

Julian erzählte von seiner Mission, die Afton wirklich sehr interessierte. Hin und wieder lachte er über Julian's Argumenten. "Wie stehts mit dir Afton? Ich wusste gar nicht, dass du weg warst. Muss wohl nach mir gewesen sein." Mit einem leichten Nicken bestätigte er seine Frage. "Ja, ich bin knapp drei Tage nach dir losgezogen." Ein kurzer Blick traf auf Letizia, sie sollte nicht das Gefühl bekommen das er NUR mit Julian redet, schließlich hatte sie sich als erstes mit ihm unterhalten. "Aber meine Mission war wirklich sehr viel langweiliger. Ich war in Österreich, da es dort angeblich einen Nomaden gab der dort seinen Unfug führte. Seit Monaten war dies mein erster Auftrag, ich hatte so gehofft das es mit Aktion und alles ist .. aber leider war diese Mission völlig enttäuschend. Weit und breit gab es keine Spur mehr von einem Vampir. Ich blieb extra länger als geplant in Österreich, um wirklich alles zu überprüfen..", erzählte Afton. "Was sollst, die nächste Mission wird hoffentlich was für uns!" Der Volturi schlug seine Hand dabei lachend auf Julian's Schultern.
Zwar kannte der Volturi Julian nicht gut, aber er konnte sich vorstellen das er, wie Afton Aktion braucht. "Aber auf meine Mission traf ich auf einen Gestaltwandler. Du kannst dir sicher vorstellen wer gewonnen hat", sagte er in einen ruhigen Ton. "Wie ich diese Vieher hasse!"

Afton betreute es nach einer Zeit gleich in den Thronsaal zugehen ~ Es war wirklich langweilig. Aber bald müssten Chelsea, Felix und die restlichen auftauchen. Chelsea.. Auch wenn sie niemals seine Liebe erwidern wird.. er gab die Hoffnung nicht auf! Aber eins war ihm klar: Er wartet nicht ewig auf sie. Irgendwann bringt ihm die ganze Hoffnung auch nichts mehr ~ und alleine will er nicht die Ewigkeit durchleben.
Der Volturi schaute sich ein wenig um. "Wann wirst du zu Aro gehen?" Afton beschränkte seine Hände hinter seinem Rücken. "Ich werde nach dir zu ihm gehen. Du warst schließlich als erster zurück." Der Volturi wandte sich von Julian leicht ab und schaute zu Letizia.
"Wann hast du dich uns angeschlossen?", fragte er. Afton spürte bei ihr keine Anzeichen von Angst und konnte davon ausgehen das Letizia eine äußerst starke Frau war.
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Letizia Donna-Ferro
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Sa Dez 15, 2012 8:18 am

Während Julian nach ihrer Zusammenfassung gedanklich abschweifte, wandte sich Afton mit einem charmanten Lächeln an sie: "Oh, sowie es sich anhört habe ich einiges verpasst. Wie schade, ich wäre gerne dabei gewesen." Dann erzählte Julian von seiner Mission in Australien, wo er nach dem Rechten sehen sollte. Allerdings war nicht Auffälliges passiert und man konnte ihm seine Enttäuschung darüber ansehen. Anscheinend hatte er auf ein wenig Action und Abwechslung zum Volturileben gehofft. Danach wandte er sich wieder ein wenig fröhlicher an Afton und fragte nach seinem Auftrag. Auch Afton kam ohne großen Erfolg von einer langweiligen Mission zurück. Er sollte in Österreich einen Unfug treibenden Vampir ruhig stellen, aber dieser war spurlos verschwunden. Auch ihm merkte man an, dass er sich auf ein wenig mehr Spannung gefreut hatte. "Aber auf meine Mission traf ich auf einen Gestaltwandler. Du kannst dir sicher vorstellen wer gewonnen hat", sagte er in einen ruhigen Ton. "Wie ich diese Vieher hasse!" Plötzlich wurde Leti ganz Ohr. Gestaltenwandler? Wovon redeten die beiden da? Die nächsten Worte Aftons gingen ein wenig in ihren Gedanken unter. Erst als sie angesprochen wurde, hörte sie wieder zu. Der später eingetreten Volturi fragte gerade: "Wann hast du dich uns angeschlossen?" Sich aus ihren Gedanken reißend antwortete sie höflich ohne zu viel zu verraten: „Ich bin vor ein paar Tagen zu den Volturi gestoßen. Einen Tag bevor wir zwei der Cullens entführt hatten. Also ein Neuling…deshalb entschuldigt meine Frage, aber was sind diese Gestaltenwandler von denen du gerade geredet hast?“ Ihr Blick huschte als erstes zu Afton und dann zu Julian, die sie beide ein wenig entgeistert und überrascht anschauten. Hatte sie etwa etwas Falsches gesagt? Verwirrt über ihre Reaktionen blickte sie noch einmal zwischen den beiden hin und her und war gespannt auf ihre Antwort. Wer auch immer sich von den beiden als erstes wieder fasste und Worte fand.

(((Damit ihr was zum Schreiben habt, während ich weg bin....auch wenns sehr kurz und schlecht ist...)))

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Zuletzt von Letizia Donna-Ferro am Sa Dez 29, 2012 5:49 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Julian Kiran
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BeitragThema: Re: Thronsaal   Sa Dez 15, 2012 10:09 am

Auf Aftons Kommentar hin wer gewonnen hatte lachte Julian. "Na sicher doch."

Afton fragte Letizia, wie lange sie jetzt schon bei ihnen war.
Als sie sagte, dass sie ein Neuling sei, nickte Julian ein wenig abwesend. Das wusste er ja schon. Aber es wunderte ihn, dass sie nichts von Gestaltwandlern wusste. So jung war sie ja gar nicht.
Er war zwar auch nur selten welchen begegnet, aber doch.
"Naja.", nachdenklich fuhr er sich durchs Haar. "Soweit ich das mitbekommen habe, sind das einfach Menschen, die sich in Tiere verwandeln können. Frag mich nicht warum. Da musst du einen von denen Fragen. Obwohl es nicht viel aufregender ist, als mit Vampiren oder Werwölfen. Es gibt ja so manche skurille Dinge auf der Welt."

Ein kurzes Grinsen huschte über sein Gesicht. Gedanken an sein erstes Zusammentreffen mit einen Wandler huschten über sein inneres Auge.
Seine Familie war gerade in einem Wald unterwegs. In welchem Land war Julian sich nicht so sicher, da in seiner Nomadenzeit staatliche Grenzen keine Rolle spielten. Seine kleine Schwester war vorgerannt, was sie öffters Tat, da Pierre und Jul ihr meistens "zu langsam" waren. Sie hatte ihre Fröhlichkeit, kindliche Art und grenzenlose Energie auch nach den Jahrzehnten immer noch nicht verloren. Julian betrachtete ihr Haar, während sie rannte, als plötzlich ein Brüllen und darauhin ihr Schrei zu hören war. Innerhalb eines Augenblicks, der Julian wie die Ewigkeit vorkam, war er bei ihr und sprang schützend vor sie als sich ein riesiger Bär vor ihnen aufrichtete. Doch es war kein normaler. Er roch falsch. Als das Tier gerade mit seiner Pranke ausholen wollte, sprang Pierre es von hinten an, was das Raubtier völlig aus dem Konzept brachte. Julian nutzte seine Abgelenktheit um es rasch und sauber zu töten. Keuchend, obwohl sie doch gar keine Luft benötigten, starrten die den reglosen Körper an. Madeleine erzählte, er wäre vorher ein Mensch gewesen und habe sich plötzlich verwandelt. Damals hatte Julian schnell reagieren müssen. Eine Bedrohung hatte bestanden doch fürs nächste Mal, wollte er sich ein wenig mehr Zeit lassen.

Der Gedankengang war nur ein kurzes Aufblitzen gewesen und ebenso schnell vergangen, wie er gekommen war.

"Aber wenn man nicht aufpasst, können sie einen Vampir schon umbringen.
Die Cullens halten sich sowas ja, soweit ich gehört habe. Versteh die einer. Als ob ihre Selbstkomplexe nicht schon auffällig genug wären. Hey, Afton? Könntest du von Tieren leben?" Er sah sein Gegenüber fragend an. Ihm wurde allein bei dem Gedanken, er müsse auf Menschenblut verzichten schon ganz schwummrig. Julian ließ den Blick durch den Saal schweifen.
"Die brauchen aber ziemlich lange, oder? Wollten die anderen nicht los?" Er fixierte für einen Moment das Tor, wandte sich dann aber ab und ließ seinen Blick auf Afton ruhen. Von ihm kannte er nur den Namen, er hatte sich noch nicht genauer mit ihm befasst. Aber da sich die Langeweile bereits begann in seine Gedanken zu fressen, konnte einen kleine Geschichtsstunde für Auflockerung sorgen.


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