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 Der Garten

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Esme Cullen
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BeitragThema: Re: Der Garten    Do Jul 12, 2012 3:47 am

Gabriel lächelte sie an und beinahe hätte Esme aufgelacht. Man konnte viele Emotionen vor ihr verbergen, aber dieses Lächeln war falsch, unecht. Viele Male schon hatte sie selbst so gelächelt, hatte ihre Kinder und Carlisle so lächeln sehen. Die grün-braunen Augen schienen matt und blickten ins Leere, weit weg, zu einem Ort, den Esme nicht erfassen konnte. Vollkommen in Gedanken versunken schien er die Zeit fast zu vergessen. In seine Augen trat Sorge, worüber auch immer, und Entschlossenheit.
Erst als er seine Hand hob und an ihre Wange legte, schien er wieder er selbst zu sein. Sein Blick war zurück in der Gegenwart und blickte sie besorgt an. Durch die fremde Berührung fühlte sich die Vampirmutter verunsichert und wusste nicht, ob es das Richtige war, sodass sie leicht davor zurückzuckte. Doch letztendlich tat es gut, die warme, zärtliche Berührung beruhigte sie. Deshalb schmiegte sie kurz darauf ihren Kopf doch in seine Hand. Gerade so sah sie noch das Lächeln Gabriels, bevor er ihren Kopf langsam an sich heran zog und sie ihr Gesicht dankend und schutzsuchend an seiner Schulter verbarg. Leise fing sie an zu schluchzen, sodass de Vere seinen linken Arm vorsichtig und beruhigend um ihre Taille legte.
Seine Stimme war dumpfer, aber für einen Vampir immer noch glasklar zu verstehen, als er über ihren Kopf hinweg zu ihrem Problem Stellung nahm: „Ich verstehe deinen Kummer besser als du erahnen kannst, Esme. Du musst keine Angst haben, ich werde, wenn du es möchtest, bei dir bleiben, bis deine Familie wieder vollzählig ist, oder aber, bis du Nachricht von ihnen hast. Glaub mir Esme, auch wenn die Last des Unwissens auf deinen Schultern lastet, so bin ich doch davon überzeugt, dass es nicht zum Äußersten kommen muss. Dein EHEMANN ist ein sehr starker Charakter, der viele Freunde und auch Bewunderer hat in unserer Welt. Selbst dort, wo ich glaube, dass er hingegangen ist, aus welchem Grund auch immer.
Er hat einen sehr scharfen Intellekt und weiß sich sehr wohl in jeder Situation zu behaupten. Er benötigt keinen Kampf, um Stärke zu beweisen. Er braucht keine Waffen, um bewaffnet zu sein.
Ja – ich denke, ich kenne ihn sehr gut.“

Erschrocken und ruckartig hob sie ihren Kopf und blickte dem lächelnden Gabriel in die Augen. Woher…wie war es möglich, dass dieser Fremde Carlisles Charakter so beschreiben konnte? Den wunderbaren Charakter ihres Ehemannes, für den sie meist kaum Worte fand. Wusste de Vere, dass er bei den Volturi war, in Gefahr? Wie viel wusste dieser Vampir über die Cullens und ihre jetzige Lage? Natürlich war Carlisle intelligent und wusste, wie er sich auszudrücken hatte, um seine Meinung zu vertreten, aber waren die Meister der Volturi überhaupt willig ihm zuzuhören? Davon war Esme nicht gerade überzeugt, auch wenn ihr Ehemann mal ein Teil der Königs“familie“ war.
„Sein Name ist Carlisle, nicht wahr?“, fuhr er fort. Nun wandte sie sich schnell, aber höflich, aus der Umarmung und blickte ihn hoffnungsvoll an. Er kannte ihn! Wie viel wusste er? Wann hatte er den Doktor kennengelernt? Gabriel de Vere…der Name war ihr von vorneherein bekannt vorgekommen, aber gesehen hatte sie den Vampir noch nie zuvor. Vielleicht hatte Carlisle mal von ihm erzählt. War er hier um seinen alten Freund zu besuchen oder hatte er ihn gesehen auf einem Schlachtfeld….tot? Ihre Augen weiteten sich erschrocken und verwirrt schüttelte sie den Kopf, um die Vorstellung zu verdrängen.
Eine angenehme Stimme unterbrach ihren Gedankenprozess. Anscheinend hatte Gabriel ihren erneuten Stimmungswandel bemerkt: „Schsch…hab keine Angst, meine Liebe. Er war mir immer ein sehr guter Freund und ich bin es ihm mehr als schuldig auch dir ein guter, verlässlicher Freund zu sein.“ Freund? Was sehr seltenes unter den Unsterblichen. Freunde? Wen hatte sie als ihren Freund? Die Denalis und die Amazonen hatte Esme sehr gern und schätzte ihre Anwesenheit, wenn sie mal zu Besuch kamen. Sonst hatte man viele Bekannte, die man akzeptierte, aber hingezogen fühlte sie sich nur zu dem zweiten Vegetarier Clan und zu den großen Vampirinnen aus dem Regenwald…und zu diesem Vampir vor ihr, mehr noch als zu ihren alten Freunden.
Sie würde ihn gern Freund nennen, und schon gerade, wenn er selbst von Carlisle einer war. Carlisle nannte nur wenige seinen Freund. Ihr Ehemann musste diesem Vampir vor ihr wirklich trauen. Gabriel hatte seinen Arm wieder um ihre Taille gelegt, doch jemand kam seinem Plan zuvor. Aus den Schatten des Hauses tänzelte Alice hervor und kam auf die beiden zu. Natürlich, Alice hatte vermutlich eine Vision von uns gehabt, dachte die Vampirmutter und sofort zauberte die Anwesenheit ihrer Tochter ihr ein Lächeln ins Gesicht.
Mit neugierigem Blick beobachtete diese die beiden Vampire auf der Bank, bevor sie eine Hand ausstreckte und sich lächelnd vorstellte: „Hallo, ich bin Alice. Und Sie sind…?“ Gabriel erwiderte das Lächeln und blickte besänftigend zu Esme, bevor er aufstand, Alice‘ Hand ergriff und sich ebenfalls vorstellte: „Ah wie ich sehe, ein weiteres Familienmitglied. Es freut mich außerordentlich sie kennenzulernen Alice. Mein Name ist Gabriel Mortimer de Vere. Bitte nennen sie mich Gabriel. Ich bin ein alter Bekannter ihres ….Vaters?!“ Gabriel lachte, doch Esme war erstaunt darüber, wie schnell er es verstanden hatte. Das Band, das ihren Ehemann und sie mit jedem einzelnen ihrer Kinder verband. Doch er hatte Carlisle ja bereits kennen gelernt. Kannte er ihn so gut? Dann fügte er noch hinzu: „Ich traf Esme hier im Garten und beschloss, so sie nichts dagegen hat, ihr Gesellschaft zu leisten bis der Hausherr zurückkehren wird. Ich hoffe, sie haben nichts dagegen meine Liebe.“
Plötzlich fiel ihr ein, dass Gabriel ihre Schutzmauer, ob es nun was brachte oder nicht, abgerissen hatte. Schnell und effektiv versuchte Esme so gut es ging diese wieder aufzubauen. Ihre aufgeweckte Tochter sollte sie so nicht sehen, so ihrer Trauer hingegeben. Deswegen kam es ihr ganz Recht, dass vorerst Gabriel ihre Aufmerksamkeit zu wecken schien.
Nachdem die Vampirmutter sichergegangen war, dass ihre Mauer wieder ziemlich stabil und undurchdringbar war, blickte sie wieder auf und bekam noch die letzten Worte von Alice mit: „…nicht schaffen werde, Sie zu verscheuchen, nicht wahr?“ Nur wenige Sekunden danach wurde ihr Blick leer und verweilte in einer ihrer Visionen. Überrascht stand sie auf und griff nach Alice‘ Arm. Was sah sie? War etwas mit den anderen, mit Carlisle? Schnell wandte sie sich an Gabriel, damit er ein wenig abgelenkt wurde: „Gabriel, das ist meine reizende Tochter Alice. Ihr Ehemann ist ebenfalls mit Carlisle fort.“
Ihre Gedanken spielten nebenbei immer verrückter und es fiel ihr schwer sich auf ihre Worte zu konzentrieren, bis ihre Tochter nur wenige Sekunden später wieder in der Realität ankam. Glücklicherweise sah sie keinesfalls bedrückt aus, sondern verwirrt. Die Worte schienen förmlich aus ihr herauszusprudeln: „Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie mit Zauberern in Verbindung stehen, Gabriel?“
Wie konnte ihre Tochter es wagen ihren Gast so zu bedrängen? „Alice?!“, zischte die Vampirmutter tadelnd und erschrocken, „es gehört sich nicht einen Gast so zu überfallen.“ Doch kam Esme nicht drum rum zu Gabriel zu schielen und seine Reaktion abzuwägen, doch wie zuvor ließen seine Gesichtszüge keine Emotionen zu. War da wohl etwas dran? Ist das der Grund, warum er hier war? Das Zaubererschloss nicht weit von hier? Hatte er dann Carlisles Fährte aufgenommen und sich entschlossen ihn vorher noch zu besuchen? Ihr auf Alice gerichteter tadelnder Blick huschte nun mit Neugier gefüllt zu Gabriel.
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Gabriel de Vere
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BeitragThema: Re: Der Garten    Fr Jul 13, 2012 3:45 am


Auch wenn die beiden Frauen so taten, als bemerkten sie es nicht, so konnte De Vere überdeutlich die widerwärtige Spur riechen, die die beiden Kreaturen hinterließen, die das Haus gerade verließen und geschützt von den umstehenden Bäumen in dem angrenzenden Wald verschwanden. Ihre Herzen klopften, sie sahen aus wie Menschen und doch waren sie etwas anderes, eine besondere Lebensform, deren Geruch seine gesamten Sinne Alarm schlagen ließen.
Ja, diese beiden ‚Menschen’ umgab etwas, dass Gabriel ganz und gar nicht kennenlernen wollte. Sein Instinkt schrie laut er solle weglaufen, doch warum waren sie hier? Warum schienen sie im Einklang mit diesen eigenwilligen Vampiren zu leben, oder zumindest freundschaftlich mit ihnen verbunden zu sein. Vielleicht wäre es gut zu wissen, mit wem und was er es zu tun hatte. Vielleicht könnte auch er mit ihnen einen Pakt schließen, wenn sie erkannten, dass er keine Auseinandersetzung suchte.

Gabriel kannte den verlockenden Duft der Menschen und auch den etwas metallischeren, säurereicheren Duft eines Zauberers. Wenn man es einmal gerochen hatte, waren sie recht leicht voneinander zu unterscheiden. Wie bei Menschen rochen auch Zauberer mehr oder weniger intensiv für ihn, was er auf ihre stärker oder schwächer ausgeprägte magische Stärke zurückführte. Er kam ihnen ungern zu nahe. Er hatte gesehen, was sie vermochten, wie gefährlich sie einem Vampir werden konnten, wenn sie bestimmte Zauber beherrschten.

Er lächelte Alice gewinnend an und bemerkte Esmes Reaktion neben ihm. Sie war vollkommen verunsichert, wirkte ertappt und drehte sich ein wenig zur Seite, damit sie nicht Alice Aufmerksamkeit erregte. Ganz offenbar war es ihr unangenehm, dass die kleine Frau sie hier mit einem Begleiter in einer etwas aufgelösten Verfassung aufgespürt hatte. Während Alice munter auf ihn einplapperte und er mit unschuldiger Mine Interesse an ihren Worten bekundete, sah er besorgt wie Esme sich wieder in ihren Schutzpanzer zurückzog. Ahh, sie versuchte die Starke zu spielen, die Zuversichtliche, die über Zweifel und Trauer Erhabene! Er hätte sie am liebsten geschüttelt. Sie musste das nicht. Sie sollte zeigen, dass sie nicht unangreifbar war, sollte ihre Sorgen mitteilen, damit sie sie nicht auffraßen. Esme war sensibel, soviel wusste er bereits von ihr und sie liebte Carlisle, dass war mehr als offensichtlich gewesen in dem Moment wo er seinen Namen ausgesprochen hatte. Allein der plötzliche schwärmerische Glanz in ihren Augen, die unbändige Freude und Hoffnung, die die bloße Erwähnung seines Namens in ihr hervorgerufen hatte, um ihre Mine gleich darauf wieder sorgenvoll werden zu lassen. Nein, sie sollte nicht in dieser Verfassung alleine mit sich sein. Es würde sie nur noch mehr verletzen und ausliefern. Maskenhaft freundlich erklärte sie ihm: „Gabriel, das ist meine reizende Tochter Alice. Ihr Ehemann ist ebenfalls mit Carlisle fort.“
Tochter! Er hatte recht gehabt Alice gegenüber Carlisle als ihren Vater zu bezeichnen! Dieser Kerl war und blieb ein unbeschreiblicher Romantiker. De Vere kicherte innerlich über diesen Witz. ‚Oh Carlisle, welch Fügung. Ich merke gerade wie sehr ich unsere anregenden Streitgespräche doch vermisst habe. Du verdammter Freak, du abgrundtief glücklicher Mistkerl, ich werde dich aufsuchen, wenn du zurück bist und glaube mir, du wirst mich nicht so leicht loswerden. Das alles hier scheint mir doch viel zu interessant zu sein. Wie überaus unvorhergesehen und aufreizend anregend.’

Esme hatte zu ihm gesprochen, doch ihre Aufmerksamkeit galt Alice, die völlig abwesend neben ihr stand und vor sich hinstarrte.
Alice war verstummt geradezu apathisch und de Vere hatte nicht weiter auf sie geachtet, war zu sehr in Gedanken bei Esme als ihn ihre nächsten Worte völlig aus der Fassung brachten.
„Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie mit Zauberern in Verbindung stehen, Gabriel?“
Bitte…WAS? Was wusste dieses Kind, dieser eigenwillige struppige Gnom? Hatte Carlisle von ihm gesprochen, hatte er …..Nein, das hätte er sicher nicht! Carlisle wusste, dass Gabriel diese Zusammenhänge höchst selten preisgab. Woher wusste diese kleine schwarzhaarige Vampirin, deren Augen ihn gespannt und lustig anfunkelten davon.
Er riss sich krampfhaft zusammen und zeigte keinerlei Reaktion auf ihre Frage bis er sich sicher war, dass er sich nicht verraten würde.

Esme war ebenfalls erschrocken, doch schien es sie mehr zu beschäftigen, welchen Eindruck Alice bei ihrem Gast hinterließ. Mit einem ungewohnt scharfen, zurechtweisenden Ton tadelte sie Alice: „Alice - es gehört sich nicht einen Gast so zu überfallen.“ Gabriel atmete innerlich auf. Die kurze Unterbrechung hatte ihm Gelegenheit gegeben sich zu fassen und sich eine angemessene, ausweichende Antwort zu überlegen. Er war sich nicht sicher, wie viel sie bereits von Hogwarts wussten und vor allem was er ihnen sagen durfte. Eigentlich durfte er gar nicht darüber sprechen, nicht zu Vampiren, denn die Zauberergemeinschaft legte keinen Wert darauf ihr Inkognito ausgerechnet diesen Kreaturen offen zu legen. Je weniger von ihnen bekannt war, desto besser, das war die Devise dieser Gemeinschaft. Doch seine eigene Verbindung zu ihnen machte ihn für gewisse Kreaturen zu interessant, als dass er sich wünschte, dass sie davon erfuhren. Er beschloss dies zum jetzigen Zeitpunkt nicht offenlegen zu wollen. Erst musste er Gewissheit haben wie groß Carlisles Zirkel war, was sie hier suchten und vor allem, ob er ihnen allen vertrauen konnte.

„Zauberer? Oh vielen Dank. Sehr schmeichelhaft. Nun ja, ich habe eine gewisse Wirkung auf die Damenwelt, das wird mir immer wieder bestätigt, aber ich würde es schwerlich zaubern nennen. Oder sind sie etwa der irrigen Annahme meine Liebe, ich empfände Freude darin, mich einem dieser fürchterlichen menschlichen Herrenclubs anzuschließen, die sich des Nächtens in irgendwelchen Hinterzimmern edler Hotels treffen, um ihren fragwürdigen Freizeitbeschäftigungen nachzugehen.“ Er hatte sein liebenswürdigstes Lächeln aufgesetzt und hob arrogant eine Augenbraue.
„Es tut mir leid Alice, aber im Gegensatz zu ihrem …zu Carlisle, hege ich nicht das Bedürfnis mich der menschlichen Rasse über Gebühr nah fühlen zu wollen. So unterhaltsam sind sie nun doch wieder nicht!“ Er ergriff Esmes leicht zitternde Hand und drückte sie leicht.
„Ihr …hm…Gatte ist also mit Carlisle zu dieser Mission aufgebrochen? Ich hoffe, dass auch er wohlbehalten zurückkommen wird.“ De Vere konnte sich sein Grinsen nicht länger verkneifen und sah die beiden Frauen wohlwollend an.

„Bitte haltet mich nicht für…was auch immer… aber wie zur Hölle kommt man als Vampir auf die Idee heiraten zu wollen? Habt ihr das wirklich durchgezogen, mit Priester und langem Kleid und Empfang und dem ganzen Theater? Oh bitte bitte erzählt es mir! Erzählt mir von eurer …Familie, dass ist …ahh Carlisle ist so ein…er ist wirklich einzigartig!“ Schmunzelnd und mit ehrlichem Interesse betrachtete er Esme eingehend, deren Blick ihm einmal mehr offenbarte wie tief ihre Gefühle zu Carlisle waren. Das war es also – Seelenverwandte!

„Ja, ich glaube es würde ihm viel bedeuten. Er braucht diese Zeichen, Traditionen und Werte. Die reine Unsterblichkeit ist zu wenig für deinen Mann, wie auch eine gewöhnliche Frau niemals genug für ihn wäre. Wie ausgesprochen außergewöhnlich, dass er das Glück hatte beides zu finden meine Liebe.“
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Alice Cullen
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BeitragThema: Re: Der Garten    Fr Jul 13, 2012 4:55 am

Passt vllt nicht wirklich, aber das hab ich dazu gehört: Nothing else matters

Alice spürte, wie sehr ihre frage ihren Gegenüber irritierte – auch wenn seine teilnahms-, fast emotionslose, Maske eine kühle Ruhe vortäuschten. Vielleicht war es auch gerade das, was ihn verriet, denn von dem vorher so überaus charmanten Gabriel de Vere war nichts mehr übrig. Das war auch der Moment, an den Alice ihn wirklich und ernsthaft suspekt fand. Die vorherige mystische Note war verschwunden und hatte eine fragwürdige Hülle Platz gemacht. Die kleine Cullen hätte den Vampir gerne weiter taxiert, doch da schrak Esme aus ihrer Ruhe und blitzt sie erschrocken und mit einem Anflug von Wut an. „Alice?!“, zischte sie ihr zu, und Alice hob überrascht die Augenbrauen. Dieser Tonfall war äußerst selten an der Vampirmutter zu hören, und meist galt dieser Ton auch nicht ihr. In der Schwarzhaarigen nahm eine körperlose Frage Gestalt an: Was lief da zwischen Gabriel und Esme? Alice hätte nie gedacht, dass Esme sich über Carlisles Fortgehen so hinwegtrösten würde – mit einem anderen, völlig fremden Vampir, der merkwürdigerweise gerade jetzt in ihrem Garten aufgetaucht war und anscheinend etwas zu verbergen hatte, was er auf keinen Fall preisgeben wollte – oder sollte. Umso mehr Gabriel es verheimlichen wollte, desto entschlossener war Alice, es aufzudecken. Und egal was es war – es hatte mit Zauberei zu tun. Allerdings waren Esmes nächte Worte auch kein wirklicher Zuspruch bei ihren geplanten Nachforschungen: „es gehört sich nicht einen Gast so zu überfallen.“ Alice starrte ihre Mutter entsetzt an und hätte am liebsten, ganz teenagerlike, gesagt: Aber ist doch wahr und: was mischt du dich da überhaupt ein? Und hätte ihr die Zunge herausgestreckt, doch das tat sie dann doch lieber nicht und beschränkte sich auf einen wütenden Blick, den sie Esme ganz bewusst zuwarf.
Gabriel hatte sich in der Zwischenzeit anscheinend wieder gefangen und setzte zu einer Antwort an. „Zauberer? Oh vielen Dank. Sehr schmeichelhaft. Nun ja, ich habe eine gewisse Wirkung auf die Damenwelt, das wird mir immer wieder bestätigt, aber ich würde es schwerlich zaubern nennen. Oder sind sie etwa der irrigen Annahme meine Liebe, ich empfände Freude darin, mich einem dieser fürchterlichen menschlichen Herrenclubs anzuschließen, die sich des Nächtens in irgendwelchen Hinterzimmern edler Hotels treffen, um ihren fragwürdigen Freizeitbeschäftigungen nachzugehen.“ Seine Worte entsetzten Alice noch viel mehr als Esmes – diese dreiste ausweichende Antwort und sein gewinnendes Lächeln, das sie nun überhaupt nicht mehr einnahm. Anscheinend wusste er nicht, was Alice‘ Gabe war, was sie konnte und wie sehr sie ihn durchschaute. Und so wie Esme dreinsah, glaubte sie ihm auch noch. Sie fühlte sich fast wie im falschen Film, in dem sie die Protagonistin war, und nur sie wusste, was hinter dem vermeintlich freundlichem Fremden steckte. Innerlich stöhnte Alice auf und wollte schon zu einer Antwort ansetzen, als Gabriel weitersprach: „Es tut mir leid Alice, aber im Gegensatz zu ihrem …zu Carlisle, hege ich nicht das Bedürfnis mich der menschlichen Rasse über Gebühr nah fühlen zu wollen. So unterhaltsam sind sie nun doch wieder nicht!“ Als hätte das allem nicht schon die Krone aufgesetzt nahm er nun auch noch Esmes Hand in seine Hände und drückte sie sanft. „Ihr …hm…Gatte ist also mit Carlisle zu dieser Mission aufgebrochen? Ich hoffe, dass auch er wohlbehalten zurückkommen wird.“ Das Grinsen, das er auf sein Gesicht gezaubert hatte, sah für Alice zu aufgesetzt aus, zu hämisch, doch er sprach schon wieder weiter und Alice konnte nicht anders als ihn für seinen Redefluss zu achten – auch sie war so gesprächig, wenn sie die richtigen Gesprächspartner hatte, oder eigentlich, wenn sie es sich recht überlegte, war sie es auch ohne. Nichtsdestotrotz nervte sie das alles aber auch. „Bitte haltet mich nicht für…was auch immer… aber wie zur Hölle kommt man als Vampir auf die Idee heiraten zu wollen? Habt ihr das wirklich durchgezogen, mit Priester und langem Kleid und Empfang und dem ganzen Theater? Oh bitte bitte erzählt es mir! Erzählt mir von eurer …Familie, dass ist …ahh Carlisle ist so ein…er ist wirklich einzigartig!“ Er sah zwar nur Esme an, doch Alice fühlte sich genötigt zu antworten, vor allem da sie das vorherige Thema, das er so unschön fallen gelassen hatte, noch einmal aufnehmen wollte. Seine nächste Worte ignorierend und gar nicht versuchend, eine passende Überleitung zu finden, stieg sie also wieder bei der Sache mit der Zauberei ein. „Verzeihen Sie, Gabriel, aber Sie können mir schon zutrauen, dass ich weiß, ob jemand mit den Zauberern in Verbindung steht oder einfach nur in der Weltgeschichte herumhurt!“, rief sie wütend und ignorierte Esmes zunehmend entsetzte und wütende Blicke weiterhin. ‚Auch wenn Sie wahrscheinlich beides tun‘ fügte sie nur in Gedanken hinzu, denn auch wenn sie wirklich wütend war, sollte es nicht ausarten – oder zumindest nicht an ihr liegen, denn so wie die Dinge gerade lagen, war sie wirklich in Stimmung für einen kleinen Streit. „Ist es nicht ein bisschen zu auffällig, wie Sie das Thema gewechselt haben? Also wirklich, was verbergen Sie? Ich weiß was ich gesehen habe, das ist meine Gabe, Gabriel, ich kann in die Zukunft sehen und ich habe Sie ganz eindeutig gesehen, wie Sie einen Brief an die Zauberergemeinschaft schreiben, in irgendeinem Hotelzimmer ganz in der Nähe.“ Damit stoppte sie ihren Redefluss und atmete unnötigerweise tief durch. Wäre Jasper hier gewesen, hätte er die angespannte Stimmung entschärft, hätte ihren Ausbruch gar nicht erst zugelassen. „Warum sind Sie wirklich hier?“, fragte Alice nun ruhig. „Und um Ihre Frage zu beantworten: Man heiratet aus Liebe. Wie alle anderen auch. Man heiratet, weil man das Leben mit dem anderen verbringen will – mit ihm und niemand anderen. Und natürlich heiraten wir wie die Menschen – schließlich waren wir auch einmal Menschen! – damit wir nicht auffallen, und wieso es anders machen als wir es gewöhnt sind?“
Das war’s. Entweder Gabriel antwortete nun auf ihre Fragen, oder er tat sie wieder ab. Auf welcher Seite würde Esme stehen - auf Gabriels oder auf Alice‘?
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Gabriel de Vere
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BeitragThema: Re: Der Garten    Fr Jul 13, 2012 9:17 am

De Vere beobachtete das kleine Persönchen mit zunehmendem Vergnügen. Sie schien bersten zu wollen, denn ihre Augen begannen verärgert Funken zu sprühen und ihre Lippen bebten, den Redeschwall, der sich offenbar dahinter aufbautet zurückhaltend. Oh ja, sie hasste sein Geplänkel und seine Versuche ihr auszuweichen. Sie war ohne Zweifel clever – vielleicht sogar mehr als das!

„Verzeihen Sie, Gabriel, aber Sie können mir schon zutrauen, dass ich weiß, ob jemand mit den Zauberern in Verbindung steht oder einfach nur in der Weltgeschichte herumhurt!“ De Vere zuckte leicht zusammen und jetzt war er es, der den ersten Sturm von Ärger zurückhielt und den kleinen Feuerstuhl weiter teilnahmslos anstarrte. Esmes Hand in seiner wollte ihm entfliehen, aber er hielt sie beharrlich fest und warf ihr nur einen kurzen Blick zu. Auch sie starrte entsetzt auf ihre Tochter und schien zu schockiert zu sein und auch zu sehr damit beschäftigt die Fassung zu wahren, als dass sie etwas hätte sagen können. Diese Alice forderte ihn also heraus! Nun gut, wenn sie das wollte!

Ihre hohe Stimme wurde noch einen Ton schriller und vor allem etwas lauter, was Gabriel augenblicklich an das antrainierte Menschenverhalten von Esme erinnerte. Sie taten das alle! Alice keifte gerade jetzt in bester menschlicher Zickenmanier: „Ist es nicht ein bisschen zu auffällig, wie Sie das Thema gewechselt haben? Also wirklich, was verbergen Sie? Ich weiß was ich gesehen habe, das ist meine Gabe, Gabriel, ich kann in die Zukunft sehen und ich habe Sie ganz eindeutig gesehen, wie Sie einen Brief an die Zauberergemeinschaft schreiben, in irgendeinem Hotelzimmer ganz in der Nähe.“ Ja sie suchte offenbar Streit. Aber was hatte sie gesagt? Ihre Gabe? Es wurde immer interessanter. Sie war also eine Seherin, sie konnte die Zukunft sehen!
Gott Carlisle, hast du sie deshalb hiergelassen, weil du genau wusstest, dass diese kleine Person ein wahrer Schatz für Aro wäre, den er mit allen Mitteln versuchen würde zu besitzen? De Vere stöhnte innerlich auf. Oder wusste Aro bereits von Alice und hatte Carlisle aus diesem Grund zu ihm diktiert. Was immer hier los war, er konnte ihnen nur helfen, konnte seinem alten Freund nur helfen, wenn er wusste wen es sonst noch in dieser Familie gab. Viktoria hatte ihm von diesem Jasper erzählt. Einem älteren Vampir, der in einer Armee gedient hatte. Nun hoffentlich war der mit nach Volterra, dann hatten sie zumindest einen mit ausreichender Kampferfahrung!

„Warum sind Sie wirklich hier?“ Das kleine Monster hatte sich ein wenig beruhigt und sprach wieder leiser. „Und um Ihre Frage zu beantworten: Man heiratet aus Liebe. Wie alle anderen auch. Man heiratet, weil man das Leben mit dem anderen verbringen will – mit ihm und niemand anderen. Und natürlich heiraten wir wie die Menschen – schließlich waren wir auch einmal Menschen! – damit wir nicht auffallen, und wieso es anders machen als wir es gewöhnt sind?“

De Vere schmunzelte und schnalzte mit der Zunge.
„Wenn sie mir vielleicht Gelegenheit geben würden auf eine ihrer Fragen zu antworten meine liebe Mrs. Cullen, würde das vielleicht ihre erhitzte Stimmung ein wenig besänftigen.“ Er sah sie freundlich aber herausfordernd an und die Kleine machte eine auffordernde wedelnde Handbewegung. Esme räusperte sich, aber Gabriel sah sie besänftigend an.
„Nein Esme, es ist schon in Ordnung. Für eine aufgeweckte junge Frau wie Alice muss ich wirken wie ein hinterhältiger Abgesandter der Volturi, der noch dazu versucht dich zu entführen. Nein, lass mich deiner aufmüpfigen Tochter ihre Fragen beantworten und lass sie selbst entscheiden, ob ich ein solcher Kretin bin, oder nicht!“ Er wendete sich erneut zu Alice und verbeugte sich gelassen.

„Also fangen wir von vorne an. Ich bin froh, dass sie mich an diesem Schreibtisch sitzen sehen Alice, das zeigt mir, dass ich noch lebe wenn ich diesen Brief schreiben werde. Für einen Moment fürchtete ich, sie hätten vor mir den Kopf abzureißen, aber nun bin ich zumindest ein wenig beruhigt.“ Er sah sie ernsthaft an und überlegte was er sagen sollte. „Alice ich weiß nicht, was sie über die Gemeinschaft der Zauberer wissen, außer der Tatsache, dass sie hier ganz in der Nähe einer der berühmtesten Schulen für Zauberei wohnen. Ja, sie haben recht, ich stehe in Verbindung mit dieser Gemeinschaft und ich bitte sie zu verstehen, dass ebenso wie die Vampire ihre Existenz per Gesetz geheim halten müssen, genauso leben die Zauberer seit Jahrhunderten in einer Existenz im Verborgenen. Sie leben geradezu in einer von ihnen magisch erschaffenen Parallelwelt. Ihre Welt ist unglaublich komplex und vor allem für uns ausgesprochen gefährlich. Es ist mir untersagt Einzelheiten darüber in meiner eigene Gemeinschaft preiszugeben, nur soviel darf ich ihnen sagen: Ich werde von Zeit zu Zeit von ihrem Ministerium kontaktiert, um ihnen als Mittler zwischen Vampirwelt und Zaubererwelt zu dienen.“ Er sah zu Esme, die ihn gespannt ansah und lächelte sie an.
„Ich tue dies seit ungefähr 300 Jahren aus einem einzigen Grund heraus: Ich bin bestrebt im Einklang mit meiner Umwelt zu leben und hoffe damit dazu beitragen zu können, größere Eskalationen, die verheerende Ausmaße annehmen würden, zwischen Vampiren und Zauberern zu verhindern.

Ich bin in diese – nennen wir es eine Stellung – hineingeraten, weil meine Schwester Megan eine Hexe war. Ich habe nach meiner Verwandlung nur zu ihr, als einziges Mitglied meiner Familie weiterhin Kontakt unterhalten. Sie führte mich in ihre Welt ein und der seinerzeitige Minister schloss eine Art Pakt mit mir. Ich habe die Vampire nie verraten und auch nie die Zauberer, aber es gab hier und da kritische Situationen, die meist auf Unverständnis und Unkenntnis beruhte, die ich helfen konnte zu entschärfen. Der jetzige Minister wurde vom Schulleiter dieser Schule hier darüber informiert, dass er ihren Clan getroffen habe und für harmlos hielt. Der Schulleiter bat den Minister keine Auroren gegen euren Zirkel zu schicken. Auroren sind so etwas wie die Volturi der Zauberer, oder nein – nennen wir sie Polizisten. Der Minister traut dem Schulleiter nicht wirklich, also bat er mich euren Clan zu besuchen und mich davon zu überzeugen, ob ihr wirklich harmlos seid.
Allerdings bin ich nicht deswegen heute hier. Ich traf Esme aus purem Zufall und ja, ich gebe zu, dass sie mir gefiel. Also beschloss ich ihr zu folgen. Erst im Gespräch mit ihr erfuhr ich von ihrer Verbindung zu Carlisle, zählte eins und zwei zusammen und erkannte in euch den Zirkel, den ich für die Zauberer prüfen soll.

Alice, ich werte ihren kleinen Ausbruch von vorhin als jugendliche Unkontrolliertheit, denn ansonsten versichere ich ihnen würde ich darauf bestehen, dass sie sich vor allem bei Esme entschuldigen. Ich hure nicht! Weder in der Weltgeschichte, noch sonst wo und schon gar nicht hier. Ich gehöre zu der Sorte Mann, die zwar die Gesellschaft einer Frau zu schätzen weiß, aber sie dabei niemals verletzt oder ausnutzt und ich breche schon gar nicht in Beziehungen ein. Sicher nicht!

Und um ihre letzte Frage zu beantworten: Ich bin ein Vampir, so wie wir alle. Ja wir können lieben, aber wir teilen kein Leben, denn wir leben nicht mehr im menschlichen Sinne. Heiraten tun meines Wissens die wenigsten von uns, da es ein menschlicher Brauch, eine lächerliche Notwendigkeit ist, das angehäufte finanzielle Vermögen innerhalb der Familie gesetzlich besser zu binden. Heirat hat im menschlichen Sinne nicht wirklich etwas mit Liebe zu tun, ansonsten wäre die Scheidungsrate der Menschen nicht so hoch. Den Menschen geht es mehr um die Sicherung ihrer Pfründe, um die Show, das Kleidchen, das Strumpfband, die Torte! Wenn das aufgebraucht ist Alice, dann bleibt von dem Brimborium meist nichts übrig außer Gezeter und Geschrei!
Vampire hingegen ziehen entweder für unbestimmte Zeit gemeinsam mit einem Partner durch die Welt oder aber sie spüren eine geradezu magische Verbindung, die wir Seelenpartnerschaft nennen. Diese, und nur diese Verbindungen halten bis entweder einer der beiden stirbt oder aber bis in alle Ewigkeit. Sie bedarf keines aufgesetzten lächerlichen Tands wie Blumenbouquets oder Versprechen unter Rosenbögen. Meist genügt ein einziger Blick, mit dem man den anderen erkennt und dann ist alles gesagt. Ich achte wie gesagt jegliche Art der Verbindung zwischen meinen Artgenossen und freue mich für jeden, der seinen Seelenpartner gefunden hat. Ich habe das noch nicht, aber ich denke, wenn es geschehen soll, dann wird es das tun.“ De Veres Mine war freundlich, doch bestimmt und er hob Esmes Hand, um einen sanften Kuss darauf zu hauchen.
„Ich freue mich für dich und Carlisle, dass ihr dieses Glück gefunden habt.“ Dann sah er auffordernd zu Alice und lächelte sie belustigt an.
„Haben sie noch weitere Fragen Alice?“
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BeitragThema: Re: Der Garten    Sa Jul 14, 2012 6:08 am

Die Vampirmutter spürte, wie sich Alice’ Körper neben ihr anspannte, sodass sie vorsichtig die Hand von ihrem Arm nahm und sie erneut warnend ansah. Doch der Blick ihrer Tochter ließ sie erschrecken, denn er war gefüllt mit Wut und Skepsis…und Vorwurf. Verletzt wandte Esme ihren Blick wieder ab und versuchte ruhig zu bleiben. Was war los mit Alice? Sie hatte eine wundervolle Erziehung genossen – zumindest in ihrem jetzigen Dasein – und es gehörte sich nun mal nicht einen Fremden so zu überrumpeln und das wusste die dunkelhaarige Cullen sehr wohl. Warum also war ihre Tochter so wütend?
Währenddessen hatte Gabriel angefangen sich zu rechtfertigen: „Zauberer? Oh vielen Dank. Sehr schmeichelhaft. Nun ja, ich habe eine gewisse Wirkung auf die Damenwelt, das wird mir immer wieder bestätigt, aber ich würde es schwerlich zaubern nennen. Oder sind sie etwa der irrigen Annahme meine Liebe, ich empfände Freude darin, mich einem dieser fürchterlichen menschlichen Herrenclubs anzuschließen, die sich des Nächtens in irgendwelchen Hinterzimmern edler Hotels treffen, um ihren fragwürdigen Freizeitbeschäftigungen nachzugehen.“ Er lächelte Alice an, aber die junge Cullen schien nur empört über diese Aussage. Esme kam nicht drum rum sich einzugestehen, dass seine Wirkung wirklich nie verfehlte, doch trotzdem war es keine richtige Antwort auf ihre Frage gewesen. Obwohl…war es nicht eine Antwort, die nur gegeben werden konnte, wenn man überhaupt keine Ahnung von der Existenz der Zauberer wusste, die die Cullens nebenbei geheim halten sollten.
„Es tut mir leid Alice, aber im Gegensatz zu ihrem …zu Carlisle, hege ich nicht das Bedürfnis mich der menschlichen Rasse über Gebühr nah fühlen zu wollen. So unterhaltsam sind sie nun doch wieder nicht!“, fuhr de Vere fort. Esme musste an sich halten. Das wurde ihr ein wenig zu viel alles. Sie merkte, wie ihre Mauer bröckelte und spürte plötzlich Gabriels Hand, die nach ihrer griff. Erst da merkte sie, dass sie leicht zitterte und fühlte, wie sich der leichte Druck seiner Hand beruhigend auf ihren Zustand ausübte. Aus Reflex wollte sie ihre Hand erst zurückziehen, aber im Moment konnte sie keine Kraft dafür aufwenden. Zu sehr musste sie sich anstrengen zuzuhören.
Dann fügte Gabriel einfühlend und lächelnd hinzu: „Ihr …hm…Gatte ist also mit Carlisle zu dieser Mission aufgebrochen? Ich hoffe, dass auch er wohlbehalten zurückkommen wird.“ Ihr Blick wanderte zu Alice und erneut wurde sie überrascht von der Wut und Skepsis, die sie versuchte zu unterdrücken, als sich Gabriel – diesmal mehr an Esme wendend – fortfuhr: „Bitte haltet mich nicht für…was auch immer… aber wie zur Hölle kommt man als Vampir auf die Idee heiraten zu wollen? Habt ihr das wirklich durchgezogen, mit Priester und langem Kleid und Empfang und dem ganzen Theater? Oh bitte bitte erzählt es mir! Erzählt mir von eurer …Familie, dass ist …ahh Carlisle ist so ein…er ist wirklich einzigartig!“ Die kleine Cullen blickte ihn an und doch sah sie ihn nicht wirklich.
Ihre Gedanken hingen am schönsten Tag ihres ganzen Daseins, ihrer ganzen Existenz: ihr Hochzeitstag. Jedes kleinste Detail konnte sie hervorproduzieren. Das leichte, weiße Kleid, welches sich an ihren blassen, im Sonnenschein glitzernden Körper schmiegte und immer noch in irgendeiner Schachtel im Haus lag. Das Rascheln des Kleides auf dem Boden, als sie ihrem Ehemann entgegen kam. Wie sie an sich halten musste nicht loszulaufen und sich in die Arme ihres Ehemannes zu werfen. Doch das umwerfende Lächeln hatte sie beruhigt gehabt, sodass Esme weiterhin im Takt der Klaviermusik auf ihren im schwarzen Smoking gekleideten Ehemann zugegangen war. Es war eine kleine Feier gewesen und doch genau das, was Esme sich gewünscht hatte. Ihre Familie stand außen und doch hatte sie nichts anderes realisiert, als Carlisle. Carlisle…
Automatisch bildete sich ein lächeln in ihrem Gesicht. Doch bevor sie auch nur daran denken konnte zu antworten, holten Gabriels Worte sie in die Gegenwart zurück: „Ja, ich glaube es würde ihm viel bedeuten. Er braucht diese Zeichen, Traditionen und Werte. Die reine Unsterblichkeit ist zu wenig für deinen Mann, wie auch eine gewöhnliche Frau niemals genug für ihn wäre. Wie ausgesprochen außergewöhnlich, dass er das Glück hatte beides zu finden meine Liebe.“ Es war mehr als nur der Wunsch menschlicher zu sein und somit die Traditionen zu übernehmen. Nein, es war der Wunsch die Liebe füreinander auszudrücken, aber jedes Wort der Welt schien zu belanglos, nicht gut genug, deshalb ließen sie Taten sprechen. Gabriel würde es vielleicht erst verstehen können, wenn er seine bessere Hälfte gefunden hatte. Vielleicht würde er dann auch Carlisles Ansichten besser verstehen, ihre Ansichten.
Liebend gerne wollte sie ihm alles erklären, genug Zeit hatten sie allemal, aber ihre Tochter kam ihr zuvor. „Verzeihen Sie, Gabriel, aber Sie können mir schon zutrauen, dass ich weiß, ob jemand mit den Zauberern in Verbindung steht oder einfach nur in der Weltgeschichte herumhurt!“, rief sie wütend. Esmes Glücksgefühl an ihre Vergangenheit wandelte sich in Entsetzen um und erschrocken blickte sie ihre sonst meist disziplinierte Tochter an. Wie konnte sie es wagen ihren Gast derart zu beschimpfen? Was war bloß in Alice gefahren? War ihr das Verlassen ihrer Familie, ihres Seelenverwandten zu viel? Drehte sie gerade durch und ließ ihren Kummer an Gabriel in Form von Wut aus? Ging es ihrer Tochter vielleicht genauso mies, wie ihr?
Ihre Hand wollte gerade nach Alice greifen, doch sie zuckte und ließ ihren Arm wieder sinken, da die junge Cullen bereits mit einer schrilleren, energischeren Stimme fortfuhr: „Ist es nicht ein bisschen zu auffällig, wie Sie das Thema gewechselt haben? Also wirklich, was verbergen Sie? Ich weiß was ich gesehen habe, das ist meine Gabe, Gabriel, ich kann in die Zukunft sehen und ich habe Sie ganz eindeutig gesehen, wie Sie einen Brief an die Zauberergemeinschaft schreiben, in irgendeinem Hotelzimmer ganz in der Nähe…Warum sind Sie wirklich hier?“ Ihr erschrockener Blick glitt erneut zu Gabriel, der unbeeindruckt, aber interessiert dreinblickte. Alice hatte DAS gesehen? Dann musste es stimmen, ihre Visionen logen nie, aber warum gab er es dann nicht zu? Warum beharrte er darauf?
Nach dem Alice kurz durchgeatmet und Pause gemacht hatte fügte sie ruhig, aber bestimmt hinzu: „Und um Ihre Frage zu beantworten: Man heiratet aus Liebe. Wie alle anderen auch. Man heiratet, weil man das Leben mit dem anderen verbringen will – mit ihm und niemand anderen. Und natürlich heiraten wir wie die Menschen – schließlich waren wir auch einmal Menschen! – damit wir nicht auffallen, und wieso es anders machen als wir es gewöhnt sind?“ Ja, Alice Worte trafen es aufs Wort. Liebe war der Grund für die Heirat. Das dies sie menschlicher machte, war nur ein Zusatzpunkt.
Endlich ließ Alice Gabriel Zeit zu antworten: „Wenn sie mir vielleicht Gelegenheit geben würden auf eine ihrer Fragen zu antworten meine liebe Mrs. Cullen, würde das vielleicht ihre erhitzte Stimmung ein wenig besänftigen.“ Er blickte sie grinsend an und in seinem Blick lag Vorfreude. Alice erwiderte den herausfordernden Blick und machte eine lässige, abwertende Handbewegung. Wo war die Vampire Mommy hier gelandet? Sie wollte nicht, dass diese Begegnung in einen Streit ausarten würde. Das könnte Esme nicht ertragen, deshalb räusperte sie sich, um beide zu beruhigen, dazu zu bewegen sich die Hand zu geben und alles zu vergessen.
Doch mit einem leichten Händedruck und einem besänftigenden Blick zu Esme wandte sich Gabriel kopfschüttelnd zu Alice: „Nein Esme, es ist schon in Ordnung. Für eine aufgeweckte junge Frau wie Alice muss ich wirken wie ein hinterhältiger Abgesandter der Volturi, der noch dazu versucht dich zu entführen. Nein, lass mich deiner aufmüpfigen Tochter ihre Fragen beantworten und sie selbst entscheiden, ob ich ein solcher Kretin bin, oder nicht!“ Es folgte eine kurze Verbeugung zu Alice, aber das beeindruckte weder sie noch ihre Mutter.
Wie bitte? Hatte er ihre Tochter gerade aufmüpfig genannt? Ihre Tochter mochte zwar vorlaut sein, aber sie wusste sich sehr wohl zu benehmen und wer hatte ihr das beigebracht? Ja wohl, es war ja nicht so, dass die Vampirmutter das letzte Jahrhundert damit verbracht hatte sich um die Erziehung und das Wohl ihrer Familie, vor allem ihrer Kinder, zu kümmern. Persönlich beleidigt entzog sie sich nun endgültig dem Händchenhalten und verschränkte ihre Arme. „Also fangen wir von vorne an. Ich bin froh, dass sie mich an diesem Schreibtisch sitzen sehen Alice, das zeigt mir, dass ich noch lebe wenn ich diesen Brief schreiben werde. Für einen Moment fürchtete ich sie hätten vor mir den Kopf abzureißen, aber nun bin ich zumindest ein wenig beruhigt“, versuchte er die drückende Stimmung ein wenig zu lösen, aber keiner lachte darüber.
Kurz machte Gabriel eine nachdenkliche Pause, bevor er sachlich und ruhig fortfuhr: „Alice ich weiß nicht, was sie über die Gemeinschaft der Zauberer wissen, außer der Tatsache, dass sie hier ganz in der Nähe einer der berühmtesten Schule für Zauberei wohnen. Ja, sie haben recht, ich stehe in Verbindung mit dieser Gemeinschaft und ich bitte sie zu verstehen, dass ebenso wie die Vampire ihre Existenz per Gesetz geheim halten müssen, ebenso halten die Zauberer ihre Existenz im Verborgenen. Sie leben geradezu in einer von Ihnen magisch erschaffenen Parallelwelt. Ihre Welt ist unglaublich komplex und vor allem für uns ausgesprochen gefährlich. Es ist mir untersagt Einzelheiten darüber in meiner eigene Gemeinschaft preiszugeben, nur soviel darf ich ihnen sagen: Ich werde von Zeit zu Zeit von ihrem Ministerium kontaktiert, um ihnen als Mittler zwischen Vampirwelt und Zaubererwelt zu dienen.“
Er gab es also doch zu. Alice konnte nicht gelogen haben und es passte zu dem, was Carlisle vor nicht mal zwei Tagen von ihrem kleinen Ausflug nach Hog…wie war der Name gleich? Vor lauter Sorge war ihr der Name bereits entfallen. Sie blickte weiterhin interessiert zu Gabriel, der sie anlächelte. Doch ihre Arme blieben verschränkt, denn noch hatte er nicht alles gesagt: De Vere erzählte, dass er seit ungefähr 300 schon den Vermittler von Vampiren und Zauberern spielte und durch seine Schwester, Megan, in diese Situation geraten war, da sie eine Magierin ist. Gabriel hatte schon öfters aufkommende Missverständnisse zwischen den Welten gelöst und hatte vom Zaubereiminister den Auftrag bekommen ihre Familie auf Gefahr auszuspionieren, da der Direktor – hieß er Dumbledore? – von dem Zusammentreffen des Clans mit ihm erzählt hatte. Trotzdem beteuerte er, dass er nur aus Zufall Esme gesehen hatte und ihr aus Neugier gefolgt war, aber nicht in der Annahme die Cullens zu finden.
Dann wandte er sich noch direkt an Alice: „Alice, ich werte ihren kleinen Ausbruch von vorhin als jugendliche Unkontrolliertheit, denn ansonsten versichere ich ihnen würde ich darauf bestehen, dass sie sich vor allem bei Esme entschuldigen. Ich hure nicht! Weder in der Weltgeschichte, noch sonst wo und schon gar nicht hier. Ich gehöre zu der Sorte Mann, die zwar die Gesellschaft einer Frau zu schätzen weiß, aber sie dabei niemals verletzt oder ausnutzt und ich breche schon gar nicht in Beziehungen ein. Sicher nicht!“ Natürlich hatte er Recht damit, dass sich ihre Tochter ungewöhnlich schlecht benommen hatte und sich nicht nur bei ihr, sondern auch bei ihrem Gast entschuldigen musste. Doch genauso ist Gabriel in einigen Dingen zu weit gegangen. Auch wenn er dies vielleicht gar nicht mitbekommen hatte.
„Und um ihre letzte Frage zu beantworten: Ich bin ein Vampir, so wie wir alle. Ja wir können lieben, aber wir teilen kein Leben, denn wir leben nicht mehr im menschlichen Sinne. Heiraten tun meines Wissens die wenigsten von uns, da es ein menschlicher Brauch, eine lächerliche Notwendigkeit ist, das angehäufte finanzielle Vermögen innerhalb der Familie gesetzlich besser zu binden. Heirat hat im menschlichen Sinne nicht wirklich etwas mit Liebe zu tun, ansonsten wäre die Scheidungsrate der Menschen nicht so hoch. Den Menschen geht es mehr um die Sicherung ihrer Pfründe, um die Show, das Kleidchen, das Strumpfband, die Torte! Wenn das aufgebraucht ist Alice, dann bleibt von dem Brimborium meist nichts übrig außer Gezeter und Geschrei!
Vampire hingegen ziehen entweder für unbestimmte Zeit gemeinsam mit einem Partner durch die Welt oder aber sie spüren eine geradezu magische Verbindung, die wir Seelenpartnerschaft nennen. Diese, und nur diese Verbindungen halten bis entweder einer der beiden stirbt oder aber bis in alle Ewigkeit. Sie bedarf keines aufgesetzten lächerlichen Tands wie Blumenbouquets oder Versprechen unter Rosenbögen. Meist genügt ein einziger Blick, mit dem man den anderen erkennt und dann ist alles gesagt. Ich achte wie gesagt jegliche Art der Verbindung zwischen meinen Artgenossen und freue mich für jeden, der seinen Seelenpartner gefunden hat. Ich habe das noch nicht, aber ich denke, wenn es geschehen soll, dann wird es das tun“
, fügte er hinzu.
Natürlich hatte er sein Glück in der weiblichen Welt noch nicht gefunden, denn sonst würde er nicht so reden. Esme wollte bereits dagegenhalten, doch er lächelte kurz und griff erneut nach ihrer Hand, die nicht mehr vor ihrer Brust verschränkt war, und hauchte einen Kuss darauf. „Ich freue mich für dich und Carlisle, dass ihr dieses Glück gefunden habt“, erklärte er vollkommen aufrichtig, blickte dann zu Alice und fragte belustigt: „Haben sie noch weitere Fragen Alice?“
Doch bevor Alice wieder zu Worte kommen konnte, räusperte sich die Vampirmutter und erhob das Wort: „Es ist sehr aufrichtig von Ihnen uns Eure Geschichte zu erzählen, denn nach dem Verhalten meiner Tochter wären Sie nicht dazu verpflichtet gewesen auch nur irgendwas zu sagen und ich möchte mich für das untypische Benehmen von Alice entschuldigen.
Sie haben Recht. Carlisle hatte ein Gespräch mit dem Schuldirektor der Zauberer Schule, aber Sie können dem Minister sagen, dass wir nicht vorhaben die Existenz dieser Wesen Preis zugeben. Im Gegenteil, ein Pakt mit dem Schuldirektor verpflichtet uns dazu der Schule und deren Schülern fern zu bleiben. Sie weder zu töten, noch zu verwandeln oder gar mit ihnen in Kontakt zu treten. Selbst das Jagen in der Umgebung ist uns nicht gestattet. Nur in äußersten Notfällen werden wir in Kontakt mit dem Schuldirektor oder den Lehrern treten und wir werden uns natürlich an diese Bedingungen halten. Wir haben nicht die Absicht in Ungnade mit den Zauberern zu fallen, denn wir bewahren die gegenseitige Geheimhaltung unserer Existenzen.
Mehr wissen wir nicht von den Zauberern und meine Familie hat auch nicht vor gegen die Regeln zu verstoßen, um mehr herauszufinden. Von uns wird keine Gefahr ausgehen. Wenn sich die Seite der Zauberer an die Regeln hält, sehen wir uns nicht gezwungen irgendwas anderes zu tun.“ Esme fühlte sich verantwortlich dies klar zu stellen und versuchte in diesem kurzen Moment Carlisles Rolle des Familienoberhauptes zu übernehmen.
Dann wandte sie sich an ihre Tochter: „Alice, ich bin enttäuscht. Ich hätte nicht gedacht, dass du dich dazu verleiten lässt einen Gast, einen Fremden, so derart zu beleidigen und zu überrumpeln. Eigentlich habe ich gedacht, dass ich euch, dich anders erzogen hätte. Natürlich kann ich verstehen, dass du versuchst mich, uns zu beschützen, indem du mehr Informationen über dein Gegenüber herausfinden willst, aber dies geht auch auf einer höflicheren Art und Weise.“ Esme seufzte. Eigentlich wollte sie nicht die böse Mutter spielen, hatte im Moment, in dieser Situation auch nicht wirklich die Kraft das zu tun.
Noch bevor sie es geplant hatte, lag ihre Tochter bereits in ihren Armen und Esme flüsterte: „Ich weiß nicht, ob es an der Abwesenheit der anderen…oder von Jasper liegt, aber nicht jeder möchte uns etwas Böses. Das hoffe ich zumindest. Es tut mir leid. Vielleicht hätte ich mit euch, dir und Seth, mehr reden sollen. Wir hätten uns gegenseitig helfen müssen, wie eine Familie es tut.“ Dann ließ die Vampire Mommy ihre Tochter los und drehte sich erneut zu Gabriel.
„Ich bedauere Sie dafür, dass Sie Ihre bessere Hälfte noch nicht kennen lernen durften und hoffe inständig für Sie, dass es passiert, aber vielleicht werden Sie dann besser verstehen, was uns zu unserer Hochzeit auf menschliche Art geleitet hat. Dieses Gefühl der Seelenverwandtschaft ist schwer zu erklären und für jemanden, der sie noch nicht gefunden hat, schwer zu verstehen. Das Wort ‚Liebe‘ beschreibt nicht mal annähernd das Gefühl. Jedes Paar fühlt, empfindet diese Zweisamkeit anders. Für einige bedeutet dieses Bündnis Geborgenheit, Sicherheit, Vertrauen. Andere sehen die Zukunft in ihrem Partner. Ihm gegenüber scheint nichts gut genug. Kein Wort der Welt würde die Gefühle gut genug beschreiben. Das ist der Grund, warum insbesondere unsere Familie, heiratet, so wie es Menschen tun. Das Ausdrücken unserer Emotionen in Form von Taten. Die Tatsache, dass es uns menschlicher Macht, weniger monsterhaft, ist nur ein im Vergleich belangloser Pluspunkt. Doch ich mache Ihnen keinen Vorwurf dafür, dass sie es sich nicht ausmalen können. Viele Unsterbliche sehen etwas Lachhaftes darin, in unserem unnatürlich großen Verlangen keine Monster zu sein und wir würden so einiges dafür tun. Wie gesagt, vielleicht werden Sie es eines Tages ja doch verstehen“, erklärte Esme und bemerkte dabei nicht, dass sie kurzzeitig angefangen hatte zu schluchzen bei dem Gedanken an Carlisle und dass ihr Seelenverwandter, der ihr alles geben konnte, wozu andere nicht fähig waren, vielleicht nie wieder kommen würde. Schnell versuchte sie sich wieder einzukriegen und wischte sich automatisch, aber unnötigerweise über die Augen, während sich ihre Schutzmauer Stück für Stück regenerierte.
Nachdem sie nochmal kurz eingeatmet hatte und dem Druck ihrer Gedanken und Worte über diese kleine, aber dennoch vorhandene Auseinandersetzung der beiden Platz gemacht hatte, lächelte und fragte Alice: „Ist dort drinnen alles geklärt worden?“ Bedacht auf ihre Worte, dass Gabriel nicht zu viel darein interpretieren konnte.
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BeitragThema: Re: Der Garten    Mo Jul 16, 2012 4:01 am

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Gabriel grinste und schnalzte missbilligend mit der Zunge, und als würde er sichergehen wollen, dass Alice nicht noch einmal sprechen konnte, fing er schnell an zu reden: „Wenn sie mir vielleicht Gelegenheit geben würden auf eine ihrer Fragen zu antworten meine liebe Mrs. Cullen, würde das vielleicht ihre erhitzte Stimmung ein wenig besänftigen.“ , sagte er, und das Grinsen auf seinem Gesicht wurde noch breiter. Seine Augen funkelten vor Vorfreude, was Alice dazu brachte, zu denken, dass ihm diese unangenehme Situation nur belustigte und selbst nicht sonderlich störte. Da er anscheinend auf ein Zeichen von Alice wartete, machte sie eine ungeduldige, wedelnde Handbewegung um ihn zu bedeuten, dass er ungestört fortfahren konnte.
Esme, die vorher nichts gesagt hatte, räusperte sich und wollte gerade zu einer Ansprache ansetzen, als Gabriel ihr zuvor kam und sie beruhigend ansah. „Nein Esme, es ist schon in Ordnung. Für eine aufgeweckte junge Frau wie Alice muss ich wirken wie ein hinterhältiger Abgesandter der Volturi, der noch dazu versucht dich zu entführen. Nein, lass mich deiner aufmüpfigen Tochter ihre Fragen beantworten und sie selbst entscheiden, ob ich ein solcher Kretin bin, oder nicht!“ Die kurze Verbeugung die er in Alice‘ Richtung machte, machte es nicht im Geringsten besser. Sie hoffte ehrlich, dass sie sich verhört hatte. Sie war weder naiv – sie hatte schon genug Erfahrungen in ihrem Leben sammeln können, um zu erkennen, ob jemand von den Volturi war oder nicht! Die Volturi waren allesamt wenigstens teilweise brutal veranlagt oder hinterhältig, was Gabriel beides nicht war, lediglich nannte er eine große Portion Unverschämtheit sein Eigen – noch war sie aufmüpfig! Das klang ja fast so, als würde er sie als ein kleines Kind ansehen, und seinen Blicken zufolge stimmte das wohl auch. Das machte Alice noch viel wütender, immerhin war sie in vielen Teilen der Welt schon mehr als Volljährig, und sie war es leid, immer nur auf ihre Größe reduziert zu werden! Das war nicht fair. Sie gab gerne zu, dass sie manchmal etwas kindisch sein konnte, doch ihre Beschuldigungen hatten Hand und Fuß, und selbst wenn sie unglücklich rübergebracht wurden, waren sie gerechtfertigt. Temperamentvoll, ja, aber aufmüpfig?
Ein Blick zu Esme allerdings ließ sie wieder etwas durchatmen, denn sie sah nicht minder wütend aus wie sie sich fühlte. Mit einem beleidigten Ausdruck auf dem Gesicht zog sie ihre Hand aus Gabriels und verschränkte ihre Arme vor der Brust, was Alice triumphierend Grinsen ließ. Gabriel hatte ein Eigentor geschossen. 1:0 für Alice. Esme war auf ihrer Seite, nun völlig, das wollte Gabriel sicherlich nicht, doch er schien sich immer noch keiner Schuld bewusst. Und dann fing er an zu erzählen. Er erzählte, dass er froh war, dass sie ihn am Schreibtisch sitzen sehen hatte, da dies immerhin voraussetzte, dass sie ihm nicht den Kopf abgerissen hatte, wohl in dem schwachen Versuch, die Stimmung mit einem kleinen Scherz aufzulockern, doch weder Esme noch Alice lachten. Falls das an seinem Ego gekratzt hätte, ließ er sich nichts anmerken, denn nach einer kleinen, etwas dramatisch wirkenden Pause fuhr er ruhig und sachlich fort, diesmal ohne den kleinsten Witz. Er sagte, dass er nicht wüsste, was Alice über die Gemeinschaft der Zauberer wüsste, außer, dass sie in der Nähe einer der berühmtesten Schulen für Zauberei wohnten. Viel wussten sie tatsächlich nicht, das war für die Sicherheit Vorrausetzung gewesen, und die Zeit hätte so oder so gar nicht gereicht. Doch das, was Dumbledore ihnen anvertraut hatte, hätte sich Alice nicht in ihren kühnsten Träumen vorzustellen gewagt. Hexen und Zauberer auf Besen – Hexen und Zauberer fliegend und apparierend und ein beliebtes Zaubererspiel spielend, das sich Quidditch nannte. Leute, die aussahen wie ganz normale Menschen, aber Gegenstände durch die Gegend fliegen lassen konnten, die sich in Tiere und Gegenstände in andere Gegenstände verwandeln konnten, Magie über Magie und Träume die wahr wurden. Doch sicherlich gab es nicht nur gute Seiten an dieser Sache, es gab immer etwas, das alles etwas abdämpfte. Doch diese tiefe Materie hatten sie nicht erfahren, sie hatten nicht einmal gefragt, auch wenn Alice fast geplatzt wäre vor Neugier. Es gab einfach Themen, die man unberührt lassen sollte, vor allem, wenn man quasi der Feind war.
Doch Gabriel war noch nicht fertig, er erzählte weiter: Dass er in Verbindung mit der Zauberergemeinschaft stand – Alice lächelte überlegen – dass sie wie in einer unglaublich komplexen Parallelwelt lebten, die dazu noch überaus gefährlich war. Dass Gabriel mehr wusste als sie zusammen, war eindeutig, warum allerdings genau er der auserkorene Vampir war, wusste Alice nicht. Dass er von Zeit zu Zeit vom Zaubereiministerium kontaktiert wurde, konnte die kleine Cullen dann auch nicht mehr überraschen. Es war doch alles möglich – all die ganzen Märchen, alles war wahr. Doch selbst das war noch nicht alles gewesen, er erzählte weiter, dass er seit ca. 300 Jahren schon den Vermittler spielte und seine Schwester Megan eine Hexe gewesen war. Gabriel de Vere hatte shcon mehrere Missverständnisse zwischen den Gemeinden aufgeklärt und er war zu ihnen gekommen, da Dumbledore nach ihrem Besuch in Hogwarts den Zaubereiminister benachrichtigt hatte und dieser deswegen einige Sorgen hatte. Trotz allem versicherte er aber, dass er Esme nur durch Zufall gesehen hatte und ihr nur durch reine Neugier und nicht wegen seinem Auftrag gefolgt war – ob das stimmte, wollte Alice jetzt nicht noch einmal fragen, also sah sie Gabriel nur weiter nachdenklich an. Dann wandte er sich direkt an sie: „Alice, ich werte ihren kleinen Ausbruch von vorhin als jugendliche Unkontrolliertheit, denn ansonsten versichere ich ihnen würde ich darauf bestehen, dass sie sich vor allem bei Esme entschuldigen. Ich hure nicht! Weder in der Weltgeschichte, noch sonst wo und schon gar nicht hier. Ich gehöre zu der Sorte Mann, die zwar die Gesellschaft einer Frau zu schätzen weiß, aber sie dabei niemals verletzt oder ausnutzt und ich breche schon gar nicht in Beziehungen ein. Sicher nicht!“
Alice mochte es nicht zugeben, aber er hatte eigentlich Recht damit, dass ihr Ausbruch nicht sonderlich nett gewesen war. Trotzdem hatte sie eigentlich nicht vor, sich bei ihm zu entschuldigen – bei Esme gerne, aber bei Gabriel? Wer so ein Geheimnis um sich machte und dann noch solche Antworten gab, der hatte ihre Entschuldigung nicht verdient. Außerdem war er genauso wie sie über die Grenzen getrampelt, nun waren sie quitt.
„Und um ihre letzte Frage zu beantworten: Ich bin ein Vampir, so wie wir alle. Ja wir können lieben, aber wir teilen kein Leben, denn wir leben nicht mehr im menschlichen Sinne. Heiraten tun meines Wissens die wenigsten von uns, da es ein menschlicher Brauch, eine lächerliche Notwendigkeit ist, das angehäufte finanzielle Vermögen innerhalb der Familie gesetzlich besser zu binden. Heirat hat im menschlichen Sinne nicht wirklich etwas mit Liebe zu tun, ansonsten wäre die Scheidungsrate der Menschen nicht so hoch. Den Menschen geht es mehr um die Sicherung ihrer Pfründe, um die Show, das Kleidchen, das Strumpfband, die Torte! Wenn das aufgebraucht ist Alice, dann bleibt von dem Brimborium meist nichts übrig außer Gezeter und Geschrei!“ Alice hätte ihn gerne gefragt, in welcher herzlosen Zeit er gelebt hatte, denn selbst zu ihrer Zeit als Vampir stand die Liebe schon mehr im Vordergrund als der finanzielle Besitz! Und heute heiratete man nur noch aus Liebe, Geld spielte keine Rolle mehr. Die hohe scheidungsrate konnte sie sich auch nicht erklären, allerdings war es ja bekannt, dass die Gefühle von Menschen schwankend waren und sich Liebe durchaus auch verflüchtigen konnte – aber am Anfang war Liebe doch immer der ausschlaggebende Grund für eine Heirat gewesen.
Wie sie Gabriel so ansah und zuhörte, wie er über sich, seine Meinungen und sein früheres Leben ausließ, konnte Alice nur mit halbem Ohr zuhören. War sie wirklich die einzige, die nicht wusste, wie ihr Leben ausgesehen hatte? Warum hatten alle anderen klare Erinnerungen an ihre Kindheit, während sie nur gähnende Leere hatte? Es war, als hätte sie erst seit ihrem Leben als Vampir existiert. Davor hatte es keine Mary Alice Brandon gegeben, ihre Vergangenheit war ausgelöscht und unwiederbringlich… So schien es ihr zumindest. Doch vielleicht gab es ja wirklich noch Hoffnung, viele Meilen von hier, in einem kleinen Häuschen in ihrer Heimatstadt Biloxi, das regelmäßig vom Meer heimgesucht wurde. Dort lagen ihre Wurzeln, dort lebte ihre Familie, und vielleicht, ganz vielleicht, war da auch noch eine Spur von ihr. Vielleicht war da etwas, was ihre Mutter aufbewahrt hatte, oder ihre Schwester, vielleicht hatte man sie doch geliebt und sie nicht vergessen. Doch all das war so unwahrscheinlich, dass ihre Chance, auf etwas zu stoßen, unter ein Prozent sank. Und doch wollte sie dort hin. Sie musste es wenigstens versuchen, bevor es zu spät war. Wenn alles wieder in Ordnung ist, sagte sie sich, dann suchst du. Wenn Jasper wieder da ist.
„Ich freue mich für dich und Carlisle, dass ihr dieses Glück gefunden habt“ Diese Worte von Gabriel rissen sie wieder aus ihren Gedanken, und sie konnte sein aufrichtiges Lächeln für Esme sehen, bevor er sich mit einem belustigten Blick zu Alice wandte.„Haben sie noch weitere Fragen Alice?“
Doch bevor Alice antworten konnte, kam ihr Esme zuvor, die sich räusperte und dann das Wort erhob: „Es ist sehr aufrichtig von Ihnen uns Eure Geschichte zu erzählen, denn nach dem Verhalten meiner Tochter wären Sie nicht dazu verpflichtet gewesen auch nur irgendwas zu sagen und ich möchte mich für das untypische Benehmen von Alice entschuldigen.
Sie haben Recht. Carlisle hatte ein Gespräch mit dem Schuldirektor der Zauberer Schule, aber Sie können dem Minister sagen, dass wir nicht vorhaben die Existenz dieser Wesen Preis zugeben. Im Gegenteil, ein Pakt mit dem Schuldirektor verpflichtet uns dazu der Schule und deren Schülern fern zu bleiben. Sie weder zu töten, noch zu verwandeln oder gar mit ihnen in Kontakt zu treten. Selbst das Jagen in der Umgebung ist uns nicht gestattet. Nur in äußersten Notfällen werden wir in Kontakt mit dem Schuldirektor oder den Lehrern treten und wir werden uns natürlich an diese Bedingungen halten. Wir haben nicht die Absicht in Ungnade mit den Zauberern zu fallen, denn wir bewahren die gegenseitige Geheimhaltung unserer Existenzen.
Mehr wissen wir nicht von den Zauberern und meine Familie hat auch nicht vor gegen die Regeln zu verstoßen, um mehr herauszufinden. Von uns wird keine Gefahr ausgehen. Wenn sich die Seite der Zauberer an die Regeln hält, sehen wir uns nicht gezwungen irgendwas anderes zu tun.“
, erklärte Esme geduldig, dann allerdings wandte sie sich an Alice, die den warnenden Blick ihrer Mutter erkannte und frustriert mit den Zähnen knirschte. „Alice, ich bin enttäuscht. Ich hätte nicht gedacht, dass du dich dazu verleiten lässt einen Gast, einen Fremden, so derart zu beleidigen und zu überrumpeln. Eigentlich habe ich gedacht, dass ich euch, dich anders erzogen hätte. Natürlich kann ich verstehen, dass du versuchst mich, uns zu beschützen, indem du mehr Informationen über dein Gegenüber herausfinden willst, aber dies geht auch auf einer höflicheren Art und Weise.“ Esmes Seuzfer klang unglaublich müde und erschöpft, und in diesem Moment war sie so menschlich wie die Mütter im Fernsehen, ganz normale Frauen, die überfordert waren und doch ihre Kinder liebten und sie nicht rügen wollten, und doch kamen sie nicht drum herum. Das Bild, das vor Alice‘ Augen entstand, war nur ein Sekundenbruchteil da, es zeigte Esme und sie selbst, wie sich umarmten, es würde passieren, sie wusste nur nicht wie. Dann, ohne irgendeine Vorwarnung, stürzte sie sich in Esmes Arme und drückte sie fest an sich. Im Moment hatten sie nur sich, sie mussten zusammenhalten. „Ich weiß nicht, ob es an der Abwesenheit der anderen…oder von Jasper liegt, aber nicht jeder möchte uns etwas Böses. Das hoffe ich zumindest. Es tut mir leid. Vielleicht hätte ich mit euch, dir und Seth, mehr reden sollen. Wir hätten uns gegenseitig helfen müssen, wie eine Familie es tut.“ Alice nickte stumm und ließ ihre Mutter dann wieder los, um einen Schritt zurückzutreten. Esme wandte sich wieder an Gabriel und sie machte sich daran, ihre Beweggründe für die Heirat aufzuzählen, all die Gefühle zu erklären, die man für den anderen empfand, wenn es Liebe war.
„Viele Unsterbliche sehen etwas Lachhaftes darin, in unserem unnatürlich großen Verlangen keine Monster zu sein und wir würden so einiges dafür tun. Wie gesagt, vielleicht werden Sie es eines Tages ja doch verstehen“, sagte Esme, und Alice erschrak, als sie erkannte, dass sie angefangen hatte zu schluchzen. Als Esme selbst es merkte, schien auch sie überrascht und wischte sich unnötigerweise über die Augen. Alice drückte Esmes Hand kurz, dann atmete Esme tief durch und legte wie ein Lächeln auf.„Ist dort drinnen alles geklärt worden?“, fragte sie Alice. Die kleine Cullen nickte vorsichtig. „Ja, alles ist in Ordnung. Naja, wenn man das so sehen kann. Sie war wirklich verwirrt, aber ich denke, dass es ihr jetzt besser geht. Wird schon alles werden.“, sagte Alice mit einem kleinen Lächeln. Immerhin konnte es nur bergauf gehen. Seth würde sich schon um Elena kümmern, alles würde gut werden.
Und als hätten sich alle Visionen in der Zeit, in der Seth und Elena und Jacob da gewesen waren, angestaut, sah sie wieder eine Abfolge von Bildern. Das Grün, das in jedem von ihm übermächtig schien, erkannte Alice sofort wieder. Es war Forks. Der Wald, ihr altes Haus, das nun leer stand, und eine Gruppe von Vampiren vor ihm, in einem kleinen Halbkreis stehend. Die Denali – sie hatten keine Ahnung, dass die Cullens ihren Wohnort gewechselt hatten. Doch sie würden sie bald suchen, wie bald, wusste Alice nicht, da das Grün immer gleich aussah in Forks – immerhin war es nicht Winter, das konnte sie ausschließen, und da es schon September war, schätzt Alice, dass es bald passieren würde. „Ich denke wir bekommen bald wieder Besuch von unseren Freunden, Esme“, sagte Alice strahlend.

(((Sorry dass das Ende nicht wirklich viel Neues beinhaltet, aber ich hatte keine weiteren Ideen mehr xD)))
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BeitragThema: Re: Der Garten    Di Jul 17, 2012 7:39 am

Gabriel beobachtete die beiden so unterschiedlichen Frauen. Esme, weich und zurückhaltend und Alice, jung, impulsiv und furchtbar verwirrt. Sie tauchte immer wieder weg, verlor sich offenbar in diesen Visionen, die sie sah. Was sie wohl sah? Sah sie ihren Gefährten und Carlisle in Volterra? Beobachtete sie ihre Familie und würde sie Esme sofort davon unterrichten, wenn irgendetwas Außergewöhnliches, etwas Gefährliches geschah?
Sie war erstaunlich, dieses kleine Persönchen und doch umgab sie etwas eigenwilliges, etwas, dass sich Gabriel nicht erschloss. Sie war so ganz anders als Esme, oder andere Vampirfrauen, die er kennengelernt hatte. Alice war ….irgendwie unberechenbar in ihren Ausbrüchen, ihren Reaktionen und vor allem in dem Tempo, indem ihre Laune umschlug. Ihre Mine verriet immer sofort, was gerade in ihr vorging. Sie war noch zu jung, höchstens 50 in diesem Dasein, um sich derart im Griff zu haben, oder aber der Verlust ihres Partners machte sie so unvorsichtig. De Vere hatte es mehr als erstaunt, dass sie ihm so mir nichts dir nichts von ihrer Gabe erzählt hatte. Einem anderen Vampir so viel von sich selbst zu offenbaren bedeutete immer sich ihm ein Stück weit auszuliefern. Ebenso verhielt es sich mit ihren Stimmungen. Ihre Miene spiegelte abwechselnd Wut, Erstaunen, Entschlossenheit, Trauer, Gedankenverlorenheit, höchste Konzentration und große Zuneigung wieder. Das konnte nicht an ihrem antrainierten menschlichen Verhalten liegen, denn Esme tat das nicht. Sie bemühte sich ständig um den Eindruck absoluter Gefasstheit und neutraler Freundlichkeit, obwohl Gabriel bereits wusste, dass sie derzeit ganz anders empfand. Was war es, das Alice so sein ließ?

‚Gott dieser Zirkel ist wirklich interessant. Vielleicht bleibe ich länger hier als ich erwartet hatte. Außerdem sollte ich Carlisle unbedingt einiges zu seiner magischen Nachbarschaft erklären, ansonsten könnte es zu sehr unschönen Begegnungen kommen.’

Esme war erstaunlich! Hatte er sie zerbrechlich und verzweifelt vorgefunden, so war sie vor wenigen Sekunden zur Löwin mutiert, die ihr Junges und ihre Lebensweise geradezu kriegerisch verteidigte. Wenn er geglaubt hatte, sie hätte keine Kampferfahrung, so musste er sich jetzt eingestehen, dass, selbst wenn sie noch nicht viele Kämpfe bestehen musste, sie es könnte, wenn sie einen guten Grund dafür hätte. Ihre Familie war ihr ein sehr guter Grund.
Diese Frau war wirklich bewundernswert, in jeder Hinsicht. De Vere hoffte sie besser kennenlernen zu dürfen und hoffte, sie würde ihn eines Tages „Freund“ nennen, im besten Sinne dieses Wortes.

Sie richtete sich innerlich auf, schien ein wenig zu wachsen und erklärte ihm den Pakt, den Carlisle mit Dumbledore, dem Schulleiter von Hogwards geschlossen hatte: „…Wir haben nicht die Absicht in Ungnade mit den Zauberern zu fallen, denn wir bewahren die gegenseitige Geheimhaltung unserer Existenzen.
Mehr wissen wir nicht von den Zauberern und meine Familie hat auch nicht vor gegen die Regeln zu verstoßen, um mehr herauszufinden. Von uns wird keine Gefahr ausgehen. Wenn sich die Seite der Zauberer an die Regeln hält, sehen wir uns nicht gezwungen irgendwas anderes zu tun.“

Gabriel nickte verstehend und lächelte ihr zu. Es gab vieles, dass er Carlisle erzählen sollte, soviel stand fest. De Vere hatte keine Skrupel seinen alten Freund einzuweihen. Er hatte früher nie über diese Dinge mit Carlisle gesprochen, denn es gab nie einen Grund dafür. Doch hier spürte er, konnte er seine Verpflichtung gegenüber den Zauberern nicht einhalten, ohne, dass er diesen Zirkel, der so anders war als alle die er vorher getroffen hatte, ihrer magischen Stärke und vor allem ihrer Vielzahl auszuliefern.

Voller Zuneigung beobachtete er wie Esme Alice zurechtwies, und diese ihr aus einem sehr emotionalen Moment heraus geradezu um den Hals fiel. Dieser Anblick rührte ihn zutiefst und er erkannte dass, obschon Alice nicht ihr leibliches Kind war, Esme tatsächlich die Rolle einer wirklichen Mutter in diesem Zirkel spielte. Derartiges war ihm bisher nie begegnet. Sie beruhigte die kleine Vampirin, löste sich von ihr und wendete sich erneut ihm zu.
„Ich bedauere Sie dafür, dass Sie Ihre bessere Hälfte noch nicht kennen lernen durften und hoffe inständig für Sie, dass es passiert, aber vielleicht werden Sie dann besser verstehen, was uns zu unserer Hochzeit auf menschliche Art geleitet hat. Dieses Gefühl der Seelenverwandtschaft ist schwer zu erklären und für jemanden, der sie noch nicht gefunden hat, schwer zu verstehen. Das Wort ‚Liebe‘ beschreibt nicht mal annähernd das Gefühl. Jedes Paar fühlt, empfindet diese Zweisamkeit anders. Für einige bedeutet dieses Bündnis Geborgenheit, Sicherheit, Vertrauen. Andere sehen die Zukunft in ihrem Partner. Ihm gegenüber scheint nichts gut genug. Kein Wort der Welt würde die Gefühle gut genug beschreiben. Das ist der Grund, warum insbesondere unsere Familie, heiratet, so wie es Menschen tun. Das Ausdrücken unserer Emotionen in Form von Taten. Die Tatsache, dass es uns menschlicher macht, weniger monsterhaft, ist nur ein im Vergleich belangloser Pluspunkt. Doch ich mache Ihnen keinen Vorwurf dafür, dass sie es sich nicht ausmalen können. Viele Unsterbliche sehen etwas Lachhaftes darin, in unserem unnatürlich großen Verlangen keine Monster zu sein und wir würden so einiges dafür tun. Wie gesagt, vielleicht werden Sie es eines Tages ja doch verstehen“

Das war es also, sie wollten keine Bestien sein. Keine Meute sinnlos tötender, sich nur auf das Blut konzentrierender Tiere. Sie hatten sich alle entschlossen auf Menschenblut zu verzichten, um genau diese Gier nicht zuzulassen, um es zu kontrollieren. Ja, das verstand er sehr gut. Auch er empfand Abscheu davor unnütz und gewaltsam sich in den Reihen ihrer Opfer zu bedienen. Allerdings in einem Punkt hätte Gabriel ihr widersprochen, doch tat er es nicht, denn er wollte diese Diskussion nicht heute führen. Für Gabriel de Vere waren die Menschen in den letzten 300 Jahren die schlimmsten Monster geworden, die diesen Planeten bewohnten und gewillt waren ohne Rücksicht auf jegliches andere Lebewesen systematisch zu zerstören und daher hatte er keinerlei Skrupel sich von Zeit zu Zeit einen von ihnen als Mahlzeit zu gönnen. Er hatte seinen Blutdurst sehr gut unter Kontrolle und brauchte selten öfter als einmal im Monat eine menschliche Mahlzeit. Für den Rest reichten ihm Tiere oder einfach nichts.

Ja, wenn er Esme betrachtete dann wünschte er, dass er tatsächlich irgendwann jemanden finden würde, der ihn so erfüllte, wie Esme von Carlisle erfüllt war. Jemand, der ein solches Glänzen in den Augen hätte, wenn er von ihm, von Gabriel sprach. Der bereit wäre, seine Liebe zu ihm in einer derart flammenden Rede zu verteidigen. Ja, Gabriel konnte spüren, wie glücklich ihn ein solcher Jemand machen würde.

De Vere bemerkte, das Zittern das Esme ergriffen hatte und hörte ihren unterdrückten Schluchzer, sah den Arm, der die vermeintlichen Tränen, die nie geweint werden konnten abzuwischen suchte. Sie war so unsäglich erschüttert von ihrer Trauer und versuchte so krampfhaft stark zu sein. Er wusste, dass er sie nicht umarmen durfte, und doch wollte er nichts mehr als sie einfach nur zu trösten. Sie erkundigte sich bei Alice, ob im Haus alles in Ordnung sei und diese nickte beruhigend. „Ja, alles ist in Ordnung. Naja, wenn man das so sehen kann. Sie war wirklich verwirrt, aber ich denke, dass es ihr jetzt besser geht. Wird schon alles werden.“ Erneut fiel sie unmittelbar nachdem sie gesprochen hatte in eine Art Abwesenheit, die wie eine leichte Trance wirkte. Diese Visionen machten Alice stark und gleichzeitig schwach. In dieser Sekunde wäre sie schutzlos, würde sie angegriffen, obwohl De Vere sich sicher war, dass sie es durch ihr geistiges Auge sehen würde, würde es jemand versuchen. Diese Gabe war machtvoll und unglaublich wertvoll zugleich!

Gabriel strich sanft über Esmes Arm und sah sie bewegt an.
„Eure beiden Freunde haben vor wenigen Minuten euer Haus verlassen und sind in den Wald gelaufen. Esme bitte verzeih mir, wenn ich anfänglich nicht ganz offen zu euch war, aber ich habe gelernt, dass es für mich besser ist, wenn man so wenig wie möglich über mich weiß. Ich habe kein Interesse daran, die Aufmerksamkeit Aros auf mich zu lenken. Mir ist es lieber, er hält mich für einen arroganten Geck, der harmlos durch die Welt reist.“ Er machte eine kleine Pause und versuchte in Esmes Augen zu ergründen, was sie dachte, was sie von ihm erwartete.
„Esme, ich kann es nur noch einmal wiederholen. Ich würde dir gerne Gesellschaft leisten, bis Carlisle zurück ist. Ich denke, du würdest dich sicherer fühlen, wenn du mich in der Nähe wüsstest.“ Er lächelte verschmitzt und zwinkerte ihr zu. „Du musst mich auch nicht hineinbitten. Du hast einen sehr schönen Garten, ich kann gerne hier draußen wachen, wenn dir das lieber ist. Und wenn du dich weiter mit mir unterhalten möchtest bin ich hier. Verfüge über mich meine Liebe, ganz wie du magst.“
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BeitragThema: Re: Der Garten    So Jul 22, 2012 2:42 am

Als Esme ihren Blick wieder auf Alice richtete, sah sie noch gerade so ihr Nicken. Dann erklärte ihre Tochter lächelnd: „Ja, alles ist in Ordnung. Naja, wenn man das so sehen kann. Sie war wirklich verwirrt, aber ich denke, dass es ihr jetzt besser geht. Wird schon alles werden.“ Auf dem Gesicht der Vampirmutter erschien nun ebenfalls ein Lächeln. Es wurde Zeit, dass Seth endlich seine bessere Hälfte gefunden hat. Nun war ihre Familie komplett. Alice und Jasper, Emmett und Rose, Bella und Edward, Jacob und Nessie, Seth und Elena und Carlisle und sie. Jeder konnte die Ewigkeit mit dem verbringen, der einen versteht und liebt und verehrt. Falls ihre Familie wiederkommt…Sofort erlosch das Strahlen in ihrem Gesicht.
Alice neben ihr ist in eine ihrer Visionen versunken, als Gabriel plötzlich langsam über ihren Arm strich und sie somit aus ihren tristen Gedanken holte. Er blickte in ihre Augen, während er erzählte: „Eure beiden Freunde haben vor wenigen Minuten euer Haus verlassen und sind in den Wald gelaufen. Esme bitte verzeih mir, wenn ich anfänglich nicht ganz offen zu euch war, aber ich habe gelernt, dass es für mich besser ist, wenn man so wenig wie möglich über mich weiß. Ich habe kein Interesse daran, die Aufmerksamkeit Aros auf mich zu lenken. Mir ist es lieber, er hält mich für einen arroganten Geck, der harmlos durch die Welt reist.“ Es schien so als würde sich sein Blick in ihren bohren, als würde er versuchen in ihr Innerstes zu blicken, aber ihre Seele war abgeschottet. Aber warum entschuldigte er sich denn? In der Welt der Unsterblichen waren viele ihrer Art vorsichtig mit den Dingen, die sie preisgaben. Aus guten Grund sogar. Je weniger dein Feind von dir weiß, desto besser. Doch nun schien Gabriel erkannt zu haben, dass von ihrer Familie keine Gefahr ausging.
Nach einer kurzen Pause fuhr er fort: „Esme, ich kann es nur noch einmal wiederholen. Ich würde dir gerne Gesellschaft leisten, bis Carlisle zurück ist. Ich denke, du würdest dich sicherer fühlen, wenn du mich in der Nähe wüsstest.“ Er zwinkerte ihr grinsend zu. Es tat gut ihn bei sich zu haben. Er hatte echt damit, dass seine Anwesenheit ihre Trauer linderte und ihre Unruhe dämpfte. Esme wusste nicht, was sie darauf antworten sollte.
Doch das machte nichts, denn de Vere redete schon weiter: „Du musst mich auch nicht hineinbitten. Du hast einen sehr schönen Garten, ich kann gerne hier draußen wachen, wenn dir das lieber ist. Und wenn du dich weiter mit mir unterhalten möchtest bin ich hier. Verfüge über mich meine Liebe, ganz wie du magst.“ Erneut zogen sich ihre Mundwinkel nach oben. Es war wirklich schön jemanden, wie Gabriel hier zu haben. Gerade in so einer Situation, wie dieser. „Danke, Gabriel. Ich wisse es sehr zu schätzen, dass sie bleiben wollen. Denn ihre Anwesenheit wirkt sich positiv auf meine Gefühle aus. Es würde mich also sehr freuen, wenn Sie bleiben würden. Und natürlich werde ich Sie ins Haus bitten. Was wäre ich für eine Gastgeberin, wenn ich einen so angenehmen Besucher, wie Sie, aussperren würde? Bitte, wenn es Ihnen nichts ausmacht, dann dürfen Sie so lange bleiben, wie Sie wollen. Unser Anwesen ist groß genug und ein Zimmer können wir Ihnen auch anbieten. Es soll Ihnen an nichts fehlen, wenn Sie schon so nett sind und mir, uns, beistehen wollen“, bedankte sich Esme für die Höflichkeit Gabriels.
Doch bevor Gabriel darauf antworten konnte kam Alice neben ihnen in der Gegenwart an und verkündete mit einem strahlenden Lächeln, dass sie bald Besuch bekommen würden. In Esme machte sich Hoffnung breit. Kam ihre Familie wieder? Oh, Gott sei Dank. „Endlich kommt unsere Familie wieder, nicht wahr? Alice, hast du gesehen, dass Carlisle und die anderen wiederkommen?“ Freudig griff sie nach der Hand ihrer Tochter, doch zu ihrem Bedauern legte sich ein dünner Schatten auf Alice‘ Gesicht. Sofort verschwand das Lächeln auf ihren Lippen und das Glänzen in den Augen der Vampirmutter.

(((Sry, ist kurz und schlecht ich weiß, aber irgendwie wollt mir nichts gelingen...)))
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BeitragThema: Re: Der Garten    Mo Jul 23, 2012 6:38 am

Das Licht der Sonne, dass seine Haut reflektieren ließ wurde langsam schwächer und warf in hunderten von Farben reflektierende Strahlen in den reich erblühten Garten. De Vere hatte schon immer eine Schwäche für schöne Gärten gehabt und ließ seinen Blick aufmerksam über die Hibiskusbüsche und mit zahlreichen dicken Dolden geschmückten Hortensien gleiten. Alles sah gepflegt aber nicht statisch geplant, sondern natürlich und von wilder Schönheit aus. Die verschiedenen Düfte regten seine Fantasie an, so dass er sich am liebsten zwischen die Pflanzenvielfalt gelegt hätte um der Sonne dabei zuzusehen, wie sie sich langsam senkte und schließlich untergehen würde.

Esme hatte sich gefangen, wirkte gefasst und hatte ihn gebeten zu bleiben. Ja, sie wollte ihn gar in ihr Haus bitten. Gabriel lächelte sie freudig an. ‚Das wäre sicher mal eine lustige Erfahrung. Eine Vampir WG! Sicherlich war die Heimstätte eines Carlisle Cullen nicht von der pragmatischen Reduzierung auf reine Notwendigkeiten reduziert, wie es in Gabriels Wohnungen der Fall war. Schon gar nicht von angehäuftem Prunk der vergangenen Jahrtausende und gleichzeitiger Kälte wie bei den Volturi. Nein, er war sich sicher, dass sie auch hier ihrem Bedürfnis menschlicher zu wirken, sich selbst menschlicher zu fühlen, freie Entfaltung boten. Gabriel war geradezu freudig erregt bei der Aussicht, dieses Herrenhaus von Innen sehen zu dürfen.

„Ich denke wir bekommen bald wieder Besuch von unseren Freunden, Esme“ Die hohe Stimme der quirligen Alice riss ihn aus seinen Gedanken und er betrachtete sie vergnügt. Sie war so …sprunghaft, so unberechenbar. Vor einer Sekunde noch war sie niedergeschlagen, dann wieder in diesem Trance Zustand und jetzt strahlte sie überrascht und freudig. Was hatte das zu bedeuten? Freunde – Welche Freunde? Etwa diese übelriechenden Kreaturen, deren Ursprung und Rasse Gabriel noch ein kleines Rätsel waren und die doch gerade erst so nett gewesen waren das Haus zu verlassen? Oder kamen andere Vampire oder gar Menschen?

Nein, Carlisle wäre nicht dumm genug und würde Freundschaften zu Menschen unterhalten. Die Gefahr, dass ihre Identität aufgedeckt würde wäre viel zu groß! Er würde sich und seine gesamte Familie nur unnötig ausliefern. Ja, unter ihnen leben und …gut, für sie arbeiten, dass war geradeso vertretbar, aber ansonsten mussten sie Abstand halten. Oder?
Schmunzelnd sah er zu den beiden Frauen, die beide in sehr verschiedenen Stimmungen gefangen waren. Alice starrte erneut in ihre Gedanken hinein. Hochkonzentriert war sie wie abwesend, reagierte nicht und schien geradezu in sich hineinzuhorchen.
Esmes Züge hingegen, schien von der Aussicht Besuch zu bekommen geradezu begeistert zu sein. Ein strahlendes Lächeln machte ihr Gesicht noch bezaubernder, so voller Liebe, dass die Freude, die sie zu empfinden schien auf de Vere übersprang und auch ihn lächeln ließ.

„Endlich kommt unsere Familie wieder, nicht wahr? Alice, hast du gesehen, dass Carlisle und die anderen wiederkommen?“

Erneute tiefe Besorgnis drängte Gabriel dazu Esme etwas näher zu treten. Sie interpretierte Alice Vision völlig falsch und glaubte Alice habe ihre fehlenden Familienmitglieder damit gemeint.
Gabriel lugte vorsichtig zu Alice, deren Gesichtsausdruck nun traurig und in sich gekehrt wirkte.
Alice hätte schwerlich Carlisle und ihren eigenen Gefährten als „unsere Freunde“ bezeichnet. Auch ihre Freude darüber wäre sicherlich größer gewesen, als dieses Fünkchen freudiger Überraschung, dass sie vor wenigen Momenten gezeigt hatte.
Esme bemerkte die Reaktion ihrer Tochter und ebenso schnell, wie ihre Begeisterung aufgeflammt war, brach sie erneut zusammen. Verbissen baute sie wieder diesen Schutzwall um sich auf und zog sich mehr und mehr in sich zurück. Diese beiden Frauen litten unter der ihnen aufgezwungenen Einsamkeit. Esme noch sehr viel mehr als Alice.

‚Ich sollte sie ablenken. Was könnte ihr wohl gefallen?’ Gabriel überlegte kurz, was er Esme vorschlagen sollte und sein Gesicht hellte sich auf.

„Ich bin sicher Esme, dass die angekündigten Freunde wohl noch ein wenig auf sich warten lassen. Du bist – verzeih mir dass ich dich beobachte - so aufgewühlt und wirkst so verletzt – was hältst du davon, wenn wir einen Spaziergang machen. Wir bleiben in der Nähe und wenn jemand kommen sollte, werden wir es hören und könnten so schnell wie möglich zurück zum Haus laufen.“
Er nahm ihre Hand und streichelte aufmunternd ihren Handrücken.
„Du könntest mich ausfragen, oder ich erzähle dir von meinen Wanderungen oder meinen bisher so kläglich gescheiterten Beziehungen. Vielleicht könntest du mir ja einige gute Tipps geben, wie ich es geschickter anstellen könnte.“ Er zog ihre Hand nach oben und hauchte einen sanften Kuss darauf.
„Aber wenn du es vorziehst, ich begleite dich auch gerne in dein Heim und lasse mich von dir herumführen. Also, was hältst du davon?“

(hm - sorry auch nicht wirklich viel länger)

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Esme Cullen
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BeitragThema: Re: Der Garten    Di Jul 24, 2012 3:44 am



Alice‘ Blick sagte mehr als tausend Worte, während sie vorsichtig ihren Kopf schüttelte. Esmes totes Herz zog sich krampfhaft zusammen. Die ganze Freude, die ihren Körper zuvor erfüllt hatte, schien endgültig fort zu sein. Ihre Seele zog sich wieder weiter in ihren Körper zurück. Ihre Mauer, stabiler denn je, baute sich schützend um sie herum auf.
Wie dumm von ihr anzunehmen, ihr Ehemann würde wiederkommen. Alice konnte ihre Familie sobald Jacob bei ihnen war eh kaum mehr sehen. Falls sie überhaupt so weit kommen würden. Doch wen könnte sie dann meinen? Freunde? Wer würde denn kommen? Vielleicht kehrte Zafrina ja zurück, oder die Denalis? Oh, hoffentlich nicht all zu bald. Natürlich freute sich die Vampirmutter immer tierisch über Besuch, aber ihre Verfassung schien schlechter zu sein, als gedacht. Und da sie offenbar nicht dazu in der Lage war ihre Trauer und den Schmerz zu verbergen, sollten ihre Freunde lieber zu Hause bleiben. Ihre Familie sollte Esme schon nicht so sehen, dann erst recht nicht ihre Freunde. Sie sollten die Cullens als fröhliche und zuvorkommende Gastgeberin im Gedächtnis haben.
Gabriels sanfte Stimme durchdrang ihren Gedankengang und beruhigte sie mit jedem Wort ein wenig mehr: „Ich bin sicher Esme, dass die angekündigten Freunde wohl noch ein wenig auf sich warten lassen. Du bist – verzeih mir dass ich dich beobachte - so aufgewühlt und wirkst so verletzt – was hältst du davon, wenn wir einen Spaziergang machen. Wir bleiben in der Nähe und wenn jemand kommen sollte, werden wir es hören und könnten so schnell wie möglich zurück zum Haus laufen.“ Sacht griff er nach ihrer Hand und strich langsam und vorsichtig über den Handrücken.
Vor ihrem geistigen Auge erschien ein Bild: Gabriel und Esme liefen Hand in Hand durch das Wäldchen, um das Haus herum. Die letzten Sonnenstrahlen durchbrachen die Zweige und ließen ihre Haut leicht schimmern, während der Himmel sich zu einem kräftigen Marineblau verfärbte. Esme lachte. Ganz natürlich, wie sie es immer tat. Gabriel neben ihr tat es ihr, angesteckt von ihrem Lachen, nach. Ein Glockenspiel, das das Gezwitscher jedes noch so prächtigen Vogels in den Schatten stellte.
„Du könntest mich ausfragen, oder ich erzähle dir von meinen Wanderungen oder meinen bisher so kläglich gescheiterten Beziehungen. Vielleicht könntest du mir ja einige gute Tipps geben, wie ich es geschickter anstellen könnte, fuhr er fort, während sich das Bild in Esmes Kopf änderte: Immer noch lächelnd lauschte sie den Worten Gabriels, wie er erzählte, wie er durch Amerika gereist war, sich über seine Zeit bei den Volturi erinnerte. Wohl bewusst, dass dies Teile Carlisles Vergangenheit waren. Der Kuss auf ihre Hand riss sie kurz darauf aus ihren Gedanken.
„Aber wenn du es vorziehst, ich begleite dich auch gerne in dein Heim und lasse mich von dir herumführen. Also, was hältst du davon?, endete er und sein Ziel sie von dem Schock kurz zuvor abzulenken, schien ihm gelungen. Ein ganz neues Bild ersetzte die wäldliche Idylle: Gabriel, Esme und diesmal auch Alice im Wohnzimmer. Esme schwärmte über die antiken Möbel, die Bauweise des Hauses, das sie an ihre Menschenzeit erinnerte. Gabriel gab seine Meinung über Architektur Preis, lobte sie vielleicht für den wundervollen Stil, der sich grob, je nach Vorliebe ihres Kindes mit einigen, kleinen Abweichungen, durchs ganze Haus zog. Ein kleiner Abstecher in die Garage mit den protzigen, edlen, viel zu teuren Autos.
Ein Glänzen in den Augen bei jeder Vorstellung. Jede verlockender als die andere. Wie sollte sie sich da bloß entscheiden? Ihr Blick ging zu Alice. Ihrer Tochter ging es genauso miserabel, wie ihr. So konnte die Vampirmutter sie doch nicht alleine lassen, während Gabriel sie tröstete, doch würde ihre Mauer in der Nähe von de Vere früher oder später zerbrechen und würde sie wollen, dass Alice dies sah?
„Alice, würde es dir was ausmachen alleine zu bleiben? Ich will dich…in so einer Situation keineswegs allein im Haus lassen“, wandte sie sich an die kleine, aufgeweckte Cullen, die den Kopf schüttelte und erwiderte, dass Esme ruhig mit Gabriel durch die Gegend schlendern konnte. Mit einem Lächeln umarmte die Cullen ihre Tochter und wandte sich an Gabriel: „Es würde mich freuen, wenn Sie mich durch den Wald begleiten würden. Es gibt wirklich ein paar schöne Stellen.“ Die Gedanken an die letzte Nacht verpassten ihr einen Stich und sie versuchte sich den Dämpfer nicht anmerken zu lassen. „Ich würde mich geehrt fühlen Ihren Geschichten zu lauschen und wenn Sie es wünschen gebe ich Ihnen gerne ein paar Tipps zum Thema Beziehungen“, fügte sie mit einem leisen Lachen hinzu. „Wollen wir?“, fragte sie immer noch lächelnd und wies mit einer Hand auf einen mit hellgrauen Steinen gepflasterten Weg, der auf der anderen Seite des Gartens in die aufkommende Dunkelheit des Waldes führte.

tbc.: Fort William - Außerhalb - Der Wald
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BeitragThema: Re: Der Garten    Mi Aug 01, 2012 1:10 am

cf: Quileute Quartier - Vor den Häusern

Postpart 1/2

Seine Wolfspfoten trugen ihn schnell durch Wald und Wiesen und schon bald war das große Anwesen der Cullens zu sehen.
Im Gebäude selbst brannte kein Licht. Alles war dunkel und es wirkte verlassen. Er dachte daran wie es sonst bei Nacht aussah - Fast alle Lichter brannten und meistens traf man irgendjemanden von ihnen schon außerhalb des Hauses an. Man konnte Lachen oder Gespräche hören. Jetzt war alles still. Als ob niemand hier leben würde. Genauso ruhig wie in ihm selbst. Er schüttelte seinen großen Kopf und verlangsamte seine Schritte ein wenig.
Er witterte und konnte sofort Alice's Geruch ausmachen. Bevor er bei ihr angelangt war verwandelte er sich zurück und zog seine Jeans über. Sein Shirt hatte er gleich zu Hause gelassen. Das brauchte er eh nicht. Sofort lief er schnellen Schrittes zu ihr. Sie stand im Garten und schien völlig in Gedanken zu sein. Während er auf sie zuging sah er sich fragend im Garten um. Der Geruch von Esme lag noch klar in der Luft und auch von dem Unbekannten nahm er noch eine frische Spur wahr.
Alice wirkte jedenfalls nicht besorgt - zumindest im Augenblick. War Esme etwa mit diesem Typen mit gegangen? Ob das so klug war? .. Andererseits hätte Alice das sicher nicht zugelassen, wenn es irgendein kleines negatives Anzeichen gegeben hätte. Ganz wohl war ihm bei der Sache trotzdem nicht. Er fand den Zufall das gerade *jetzt* jemand wie er hier auftauchte einfach so groß.
Aber vielleicht täuschte ihn ja sein Instinkt diesmal auch und er übertrieb einfach nur anhand dessen was in letzter Zeit geschehen war. Früher war er doch auch nicht so misstrauisch und vorsichtig gewesen.
"Hey Alice. Alles in Ordnung? Wo ist Esme?"
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BeitragThema: Re: Der Garten    Mi Aug 01, 2012 2:46 pm

cf.: Volterra ~ Vor der Stadt

Sprung zum Nachhauseweg

Schweigend ließen sie die Mauern Volterra’s hinter uns. Die Spannung war noch immer fühlbar vorhanden, allerdings bei weitem nicht mehr so schlimm, wie noch vor wenigen Stunden. Die Rettung war auf wundersame Weise gelungen und Jasper konnte sich noch immer nicht erklären, *wie* genau das alles so gut laufen konnte. Es hatte viele Faktoren teil am Gelingen gehabt, unter anderem der Angriff der Rumänen. Es tat dem blonden Vampir schon ein wenig Leid, dass so viele Vampire umgebracht worden waren, denn es war offensichtlich, dass die Armee aus Amateuren keine Chance gehabt hatte, doch er konnte sich nicht wirklich schlecht dafür fühlen. Erstens musste ein Kampf gut organisiert sein und…ach wieso dachte er überhaupt über Kämpfe nach? Sie waren auf dem Heimweg und alles war bestens. Nun ja, noch konnten sie natürlich eingeholt werden, aber unter Bella’s Schild waren sie zumindest erst einmal sicher.
Der Rückweg erschien Jasper viel schneller, als der Hinweg. Wäre er ein Mensch, so würde er vor Erleichterung wahrscheinlich jubeln. Ja, er gehörte zu dieser Familie und auch er hatte sich Sorgen um Renesmee gemacht, also durfte er auch erleichtert sein. Als sie den Ärmelkanal erneut durchquerten, machte sich Aufregung in dem blonden Vampir breit. Er würde Alice bald wieder sehen, was gab es denn besseres? Er hatte gedacht, er würde sie nie wieder sehen, aber jetzt, wo das Ziel so greifbar war, schaffte es kein noch so kleiner negativer Gedanke in seinen Kopf. Was konnte denn jetzt noch passieren? Es war weit und breit nichts zu sehen von den Volturi. Wahrscheinlich hatten sich gerade erst bemerkt, dass Renesmee und Jacob nicht mehr da waren, vielleicht aber auch schon früher. Jasper hoffte wirklich, dass Demetri ordentlich Ärger dafür bekommen würde. Er würde zu gerne sehen, wie das schadenfrohe und böse Grinsen aus dem Gesicht des Trackers gewischt wurde. Dem großartigsten Tracker aller Zeiten war ein Fehler unterlaufen, welch ehrwürdiger Moment.
Der vertraute Geruch wurde nun wieder stärker. Sie befanden sich auf demselben Weg, den sie auch schon Stunden vorher genommen hatten. Jasper ließ sich einfach von seinen Gefühlen leiten, von der Vorfreude und dem Drang, Alice endlich wieder in die Arme zu schließen und ihren Duft einzuatmen, den er über tausende von Kilometern erkennen würde. Er wollte ihr durch die Haare fahren und ihren zarten Körper an sich drücken. Er wollte sich tief nach unten beugen und ihre weichen Lippen mit den seinen einfangen. Oh ja, er vermisste sie so sehr, dass er sie eigentlich nie wieder loslassen wollte. Endlich wurde das Haus langsam sichtbar, der Wald, durch den sie soeben noch gerannt waren, lichtete sich und gab den Blick endlich frei.
Und da stand sie.
Der Blick des blonden Cullen war nur auf die zarte Person gerichtet, die da vor ihm stand, den Rücken zu ihm gerichtet. Sie hatte ihn nicht kommen sehen, anders als erwartet, aber das konnte sie auch gar nicht, denn Seth stand neben ihr.
Ohne auf die anderen zu achten die mit ihm aus dem Wald kamen, oder auf Seth, ging er direkt auf sie zu. Sie hatte ihn inzwischen bemerkt und war ihm entgegen gegangen. Genau im richtigen Moment öffnete er seine Arme um seine Frau aufzufangen. Fest drückte er sie an sich und wirbelte sie herum. Alles um ihn herum verschwamm…Gott wie kitschig dieser Moment war. Ohne den Blickkontakt zu verliere setzte er sie auf den Boden ab und legte eine Hand an ihre Wange. Ihre dunkelgoldenen sahen erwartungsvoll in seine und ein leichtes Glitzern war zu erkennen. Wieder hob er sie ein wenig nach oben, um sich nicht so weit nach unten beugen zu müssen und legte seine Lippen auf ihre. Er hatte sie zurück, auch wenn sie nur kurz getrennt gewesen waren, aber er konnte einfach nicht ohne sie. Es war unmöglich, ließ sich nicht abschütteln oder ändern und er wollte es auch gar nicht anders. Er fühlte nie so sehr, wie wenn er in ihre Augen sah. Es gab ihm das Gefühl, dass er doch irgendwo hingehörte, auch wenn er manchmal überhaupt nicht glaubte, dass es einen solchen Platz gab. Aber da wo Alice war, war er zu Hause. Vorsichtig setzte er sie wieder ab, den Blick immer noch fest in auf ihr Gesicht gerichtet. „Ich liebe dich“, flüsterte er so leise, dass nur Alice es hören konnte.
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Carlisle Cullen the first
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BeitragThema: Re: Der Garten    Di Aug 07, 2012 1:35 am

come from :: Volterra :: Vor der Stadt

Wir haben es geschafft. Wir haben es tatsächlich geschafft.
Der Druck der letzten Stunden fiel mit einem Mal von dem blonden Vampir ab. Er füllte sich um so vieles leichter, jetzt, wo sie wieder auf dem Weg zurück nach Hause waren. Unverletzt. Unbeschadet. Alles hatte perfekt funktioniert, keiner von ihnen war getötet worden, sie konnten alle zusammen zurück in ihre Heimat kehren.
Vergessen war der Ausraster von Emmett, auch wenn diese Geschichte bestimmt noch Konsequenzen mit sich bringen würde, aber jetzt konzentrierten sie sich alle auf den Gedanken an zu Hause, wobei Carlisle die ganze Zeit nur an seine Frau, Esme, denken konnte. Noch vor wenigen Stunden hatte er sie allein zu Hause zurück lassen müssen, hatte noch nicht einmal die Zeit gehabt sich richtig von ihr zu verabschieden. All die Schuldgefühle, die ihn auf den Weg nach Volterra geplagt hatten und die dunkle Gewissheit, dass er Esme nie wieder sehen würde, all das war mit einem Mal verflogen.
Die Sonne kam hinter den Wolken hervor. Und auch wenn sie sich wegen ihr jetzt im Schatten halten mussten, damit kein Mensch sie sah und wie anders sie waren, war er froh, dass sie da war. Es war als würde sie mit ihnen den Triumph feiern, als wöllte sie auch an ihrem Sieg teilhaben.

Keiner von ihnen sprach ein Wort, jeder hing seinen eigenen Gedanken nach und es war als wären nur ein paar Minuten vergangen, als sie auch schon wieder vor der Klippe standen, die sie doch erst vor so kurzer Zeit erklommen hatten. Wieder sprangen sie in das Wasser, doch war es nicht bei weitem so stürmisch, wie vor ein paar Stunden. Es war genauso wie der Sturm der bis vor ein paar Minuten noch in ihren Herzen getobt hatte. Er war mit einem Mal verflogen.
Sie durchquerten in Windeseile den Ärmelkanal, rannten durch die Wälder und über die grünen Wiesen, als schließlich das Ortsschild von Fort William erreichten, wussten sie, dass sie nur noch wenige Kilometer von ihrem zu Hause trennten und eine Welle der Vorfreude machte sich zwischen ihnen breit.
Sie rannten das letzte Stück bis zu ihrem Ziel noch schneller, so sehr wünschten sie sich wieder das vertraute Haus sehen zu können, den großen Garten, den Wald, den süßlichen Duft der Blumen die Esme im Garten gepflanzt hatte riechen zu können. Schon bald lichtete sich der Wald und gab den Blick auf die große Auffahrt frei. Erleichtert atmete der Cullen auf, nicht weil er die Luft zum überleben brauchte, einfach weil sie es jetzt tatsächlich geschafft hatten. Sie hatten nicht nur Renesmee und Jacob retten können, sie hatten es auch wieder nach Hause geschafft. Jasper rannte sofort auf Alice zu, die im Garten wartete. Nur von Esme fehlte bis jetzt noch jede Spur, also beschloss Carlisle ins Haus zu gehen und zu schauen ob sie nicht irgendwo dort auf ihn wartete. Er durchsuchte jedes Zimmer und rief ein paar Mal ihren Namen, doch niemand meldete sich zurück. Nachdem er sich noch einmal versichert hatte, dass sie auch wirklich nicht vor dem Haus war, ging der Vampir zu den Anderen in den Garten.
Alice und Jasper trennten sich gerade aus einer innigen Umarmung, Esme war auch hier nirgendswo zu sehen. Der Cullen überlegte wo sie sein könnte; jagen war eher unwahrscheinlich, da sie doch erst vor kurzem zusammen mit Carlisle war und die Schule war schon lange aus. Das Auto stand außerdem noch in der Garage. Also konnte sie ja nur irgendwohin zu Fuß gegangen sein, als dem Cullen mit einem Mal ein fremdartiger und trotzdem vertrauter Geruch in die Nase stieg. Er wusste, dass er diesen Geruch irgendwo her kannte. Er kam ihm so merkwürdig bekannt vor...
"Hey Alice. Alles in Ordnung? Wo ist Esme?", drang Seths Stimme zu Carlisle durch.
Auch er hatte wahrscheinlich gewittert, dass hier noch jemand gewesen war.
Die Spur des Geruches hing zusammen mit Esmes Duft in der Luft. Sie führte Richtung Wald und musste sich dann irgendwo zwischen den Bäumen verloren haben, da der Cullen diesen Duft noch nicht wahr genommen hatte, als sie gerade eben noch durch den Wald gerannt waren. Es war der Duft eines Vampirs, soviel war klar, nur wusste er nicht welchen Vampirs.
"Hat uns heute irgendjemand einen Besuch abgestattet, Alice?"
Und war es Zufall, dass dieser Vampir genau dann vorbei kam, als ich nicht da war?

tbc: Anwesen der Cullens - Die Bibliothek


Zuletzt von Carlisle Cullen am Mo Aug 27, 2012 12:53 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : tbc hinzugefügt)
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BeitragThema: Re: Der Garten    Fr Aug 10, 2012 9:38 am

cf.: Hogwarts - Außerhalb - Der verbotene Wald

Ihre Vorfreude, ihre Sehnsucht trieb sie ans Ende ihres Könnens. Nie zuvor war sie so schnell gelaufen. Erstaunlich schnell ragte das Dach hinter den Bäumen hervor. Das erste, was sie aus der Ferne hören konnte, war die sanfte und leicht beunruhigte Stimme ihres Ehemannes: "Hat uns heute irgendjemand einen Besuch abgestattet, Alice?" Diese Stimme veranlasste sie zum Unmöglichen, erneut schneller zu laufen.
Der Wald lichtete sich und vor ihr erstreckte sich der jetzt gejätete Garten. Alle waren dort versammelt. Ihre ganze Familie. Voller Freude, überwältigt ihrer Gefühle, ihrer Erleichterung, ihrer Freude, ihr Unglauben spürte sie das Ziepen in ihren Augen und den Kloß in ihrem Hals. Nein, sie wollte jetzt nicht in Schluchzen ausbrechen. Das hatte sie in den letzten Stunden definitiv schon oft genug getan.
Stattdessen lief sie geradewegs auf Carlisle zu und sprang förmlich in seine Arme. Am liebsten hätte die Vampirmutter ihn nie wieder losgelassen. Endlich fühlte sie sich wieder ganz, vollständig, heile. Nun waren alle in Sicherheit. Mit einem Seufzen ließ sie vorsichtig von ihm ab und drehte sich zu ihrer Familie um. „Ihr glaubt nicht, wie froh ich bin, dass ihr alle wieder hier seid. Ihr alle“, wandte sie sich überglücklich lächelnd an ihre Kinder. Nacheinander umarmte sie jedes von ihnen. Edward und Bella. Nessie. Jacob. Rosalie und Emmett. Jasper und Alice. Seth.
Erneut drehte sie sich zu ihrem Ehemann um und konnte nicht anders, als ihn wieder zu umarmen. Mit einem flüchtigen Kuss auf seine so weichen, geschwungenen Lippen, den sich die sanfte Cullen nicht verkneifen konnte, zog sie Carlisle hinter sich her in seine Bibliothek. Auch wenn Alice und Seth schon von der Anwesenheit Gabriels wussten, wollte sie vorerst mit dem Cullen alleine reden.
Dieser hatte sich an seinen Schreibtisch gelehnt, seine Arme vor der Brust verschränkt und blickte wartend. Doch diesem Blick hielt sie stand. „Ich bin so unendlich froh dich wieder hier zu haben. Du kannst dir nicht vorstellen, was ich ohne dich und unsere Kinder war. Mein Herz war nicht nur tot, sondern auch zerbrochen. Schatz, ich hatte solche Angst, ich war innerlich so zerstört, am liebsten wäre ich dir nachgereist“, flüsterte sie beinahe heiser und hoffte, dass ihre Stimme nicht abbrach.
Nach dem sie eine kurze Pause eingelegt hatte, in der sie hoffte, dass Carlisle das Wort ergreifen würde, ihr sagen würde, dass es ihm gleich erging, und sich verlegen geräuspert hatte fuhr sie vor: „Du hast übrigens Recht. Wir hatten Besuch. Oh, es war so schade, dass du nicht da warst. Gabriel de Vere war da. Er sagte, er wäre ein alter Freund von dir und deshalb habe ich ihn willkommen geheißt. Ich wusste, deinem Urteil kann ich trauen. Wir haben geredet, ein wenig über ihn und seine Vergangenheit. Du würdest es nicht glauben. Gleichzeitig habe ich ihn darüber informiert, dass du und unsere Familie nicht hier sind. Er hat mir ein wenig Zerstreuung über eure…Abwesenheit geschenkt mit seinen Geschichten und einem kleinen Ausflug, die ich bitter nötig hatte. Er war mir ebenfalls ein guter Freund. Ich wüsste nicht, was passiert wäre, hätte er nicht vorbei geschaut.“
Ihre Stimme brach ab und zwang sie zu einer erneuten Pause, bevor sie fortfuhr: „Übrigens wohnt er im Admiral William, außerhalb der Stadt. Er brennt darauf dich wiederzusehen. Außerdem muss er über die Zauberer mit dir reden, will dich warnen. Vielleicht können wir ihn auch zu uns ins Haus einladen?“ Doch erneut war es so, als würde sie mit sich selbst oder noch schlimmer mit einer Wand reden. Keine Reaktion. Kein Wort. Kein Lächeln. Diese Distanz zwischen den beiden, die gerade im Raum herrschte, tat ihr teilweise mehr weh, als die tausend Kilometer zuvor. Was war nur in Volterra geschehn, warum verhielt ihr Mann sich so?
Seufzend gab sie auf dagegen anzureden und rannte auf ihn zu, nahm sein Gesicht in ihre Hände und versuchte seinen Blick aufzufangen, wollte die Gefühle in seinen Augen sehen, die ihn dazu veranlassten sich zurückzuziehen. Doch seine Augen schienen, wie ein Stein, das flüssige Gold war ein fester Brocken. Er schien in seinen Gedanken gefangen zu sein, zu weit noch von ihr entfernt, als dass er hätte antworten können. Ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Was war geschehen, dass er sich so vor ihr versteckte? Was war in Volterra passiert?
„Schatz“, brachte sie erschöpft heraus. Verzweifelt legte sie ihre Hände nun hinter seinen Kopf und küsste ihn leidenschaftlich, versuchte mit diesem Kuss ihre Verwirrtheit und Verletztheit auszudrücken. Ließ dann von ihm ab, um fortzufahren: „Sag mir, was verschließt dich so vor mir?“ Mit beiden Händen griff sie nach seiner rechten Hand, küsste sie und hielt sie weiterhin vor ihrem Gesicht hoch. „Bitte, lass mich rein. Ich halte diese Entfernung zwischen uns nicht mehr aus“, bat, flehte sie ihren Ehemann beinahe an.

tbc.: Fort William - Anwesen der Cullens - Die Bibliothek

(((ich hoffe, ich habe Carlisles Reaktionen gut beschrieben, wenn nicht schreib mir ne PM...)))


Zuletzt von Esme Cullen am Di Aug 14, 2012 7:11 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : kleine Änderungen)
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Emmett Cullen
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BeitragThema: Re: Der Garten    Sa Aug 11, 2012 8:11 am

cf: Volterra ; Außerhalb ; Vor der Stadt

Emmett war der Rückweg nach Fort William unendlich kurz vorgekommen, gerade waren sie noch in unendlicher Hast und mit der Angst im Rücken aus Volterra geflohen, durch ausgedörrte Landstriche gehastet und dann schwammen sie bereits durch den Ärmelkanal.
Vielleicht kam dem Cullen der Rückweg so kurz vor, weil er Renesmee in seinem Nacken spürte, weil er sah wie ihre kupferfarbenen Locken hinter ihr her flogen während sie neben Bella dahin rannte. Vielleicht weil er Jacob sah und bemerkte wie er im Minutentakt beunruhigte Blicke auf Nessies Rücken warf. Wie würde sie das Erlebte wohl verkraften? Sicherlich würden Bella und Edward später mit ihr darüber reden – und ihr helfen.
Emmett war wirklich erleichtert. Sie hatten es geschafft. Ihnen war das unmögliche gelungen. So lange hatten sie sich Sorgen gemacht, hatten gedacht dass sie es niemals schaffen würden Renesmee und Jacob zu befreien und unversehrt zurück nach Hause zu bringen – doch sie hatten es geschafft. Trotzdem konnte Emmett sich nicht richtig freuen, denn seine Gedanken huschten immer wieder zu der anklagenden Rede von Carlisle zurück. Er hätte ahnen müssen dass sein Vater enttäuscht sein würde, das er wütend sein würde. Wenn Emmett doch nur darüber nachgedacht hätte, wenn er sich sein Vorhaben nur eine Sekunde durch den Kopf hätte gehen lassen, dann hätte er gewusst das er Carlisle enttäuschen würde, das er alles zerstören würde was der blonde Vampir ihm beigebracht hatte – doch natürlich hatte er nicht nachgedacht, er dachte doch niemals über das nach was er tat. Vielleicht hatte seine Familie recht. Vielleicht konnte man ihn wirklich nicht gebrauchen, er ließ sich zu oft von seinen Gefühlen leiten, seinen Instinkten, seiner Lust – vielleicht war seine Familie menschlicher wie er? Zu mindestens Carlisle war es, und er war auch der einzige der Emmett dermaßen zum nachdenken bringen konnte.

Emmett wusste das Carlisle wirklich böse auf ihn war, er hatte ihm nicht einmal die Chance gegeben sein Verhalten zu erklären oder sich zu rechtfertigen. Dabei hörte sich Carlisle immer beide Seiten einer Geschichte an, er versucht immer auch seine Mitmenschen zu verstehen. Doch dieses Mal hatte er sich zu keiner Diskussion herabgelassen. Wie konnte Emmett ihn nur wieder dazu bringen ihm zu vertrauen? Wie konnte er ihm nur begreiflich machen das er keine andere Wahl gehabt hatte? Wie konnte er es schaffen zu beweisen das er anders war als die Volturi, das er besser war?
Carlisles Worte schallten durch seinen Kopf: Wenn wir das zulassen Emmett, stellen wir uns mit Ihnen auf eine Stufe. Wir würden zu dem, was wir glauben zu bekämpfen. Denke darüber nach!“
Letztendlich hatte Carlisle wirklich recht … Doch hatte er – Emmett – den Volturi wirklich einen Anlass gegeben die Cullens offen anzugreifen? Wenn Carlisles das glaubte, dann musste es wohl so sein. Doch Emmett hatte doch versucht den Kampfplatz so aussehen zu lassen als hätte einer der Rumänen die unerfahrene Wache getötet? Und nachdem die Volturi Nessie und Jakob entführt hatten, konnten sie sich unmöglich weiterhin als Unschuldige darstellen? Vielleicht standen sie nun im Krieg? Sicherlich würde die Volturi sie erneut angreifen, die Frage war nur wie lange es dauern würde. Wenn man ewig lebte, konnte eine Zeitspanne sehr lange sein, doch Emmett würde ihre Taten nicht vergessen und nicht verzeihen.
Doch wie sehr der Cullen sich auch rechtfertigte, nun da das Adrenalin der Schlacht gänzlich abgebaut war und sie auf dem sicheren Heimweg waren und wussten das niemand sie verfolgte, musste Emmett sich eingestehen das er die Wache nur aus reinen Rachegelüsten getötet hatte. Sie hatten niemals so in die Stadt eindringen dürfen. Er hatte überreagiert und beinahe alles zerstört.

Nach Stunden lief die Gruppe durch bekannter werdende Wälder, es musste nicht mehr lange sein und sie würden die leichten Hügel ihrer neuen Heimat durchqueren. Als der Cullen durch die Waldschneise lief in der er bereits öfter gejagt hatte, trat ihn ein unbekannter Geruch in die Nase. Ein fremder Vampir war hier gewesen. Erneut verkrampften sich die Muskeln in seinem Körper und machten ihn dazu bereit zu kämpfen, falls es nötig sein würde. Wer hatte nun schon wieder ihre Ruhe gestört? Hatten die Volturi möglicherweise Wachen nach Schottland geschickt, in dem Wissen das die Cullens versuchen würden Renesmee zu retten. Hatten sie es vielleicht auf zurückgebliebenen Cullens abgesehen? Selten zuvor hatte Emmett einen so starken Drang gespürt Esme unversehrt zu sehen.
Doch als sie um eine kleine Baumgruppe liefen, stand ihr Anwesen weiß und einladend vor ihnen und mit einem schmalen Lächeln auf den Lippen blieben die Cullens von Alice und Seth stehen. Anscheinend war nichts schlimmes geschehen, und als Esme einige Augenblicke später ebenfalls zu ihnen stieß. war sich Emmett sicher das nun alles in Ordnung sein würde. Endlich waren sie wieder alle zusammen ...
Emmett verdrehte etwas die Augen als Jasper stürmisch auf Alice zulief und sie durch die Luft wirbelte, ehe er sich leicht hochhob und seine Lippen auf die ihre legte.
„Woah, nehmt euch nen Zimmer“, murmelte Emmett leise, ehe er mit Seth einschlug und dann Esme umarmte, die mehr als nur erleichtert aussah.
Als Esme alle begrüßt hatte, nahm sie Carlisles Hand und zog ihn ins Haus. Der Cullen konnte die beiden eine Weile in der Bibliothek reden hören, anscheinend war der fremde Vampir ein alter Bekannter von Carlisle.
„Wieso kriegen wir eigentlich ständig Besuch. Ich hab langsam die Schnauze voll von irgendwelche unerwünschten Vampiren“, meinte Emmett leise und strich sich durch die arg verwuschelten Haare.

~Edit: tbc nachträglich angefügt~

tbc: Emmetts & Rosalies Zimmer


Zuletzt von Emmett Cullen am Mi Sep 05, 2012 4:07 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Der Garten    So Aug 12, 2012 3:44 am

Cf: Volterra, Außerhalb, Vor der Stadt

Sprung zum Heimweg

Erleichtert über die erfolgreiche Rettung und die glücklichen Zufälle die diese ermöglicht hatten, machten die Cullens sich auf den Weg nach Hause.
Weg von Volterra und den Volturi, die sie so sehr hassten.
Schweigend rannten sie durch Italien, Frankreich, immer weiter, bis sie wieder das Wasser vor sich sahen. Sie schwammen durch den Ärmelkanal, und liefen weiter in Richtung ihrer neuen Heimat.
Es wurde immer grüner, je näher sie Schottland kamen.
Der Rückweg war gefühlt so viel schneller als der Hinweg, jetzt wo sie sich keine Sorgen mehr machten. Nach einigen Stunden tauchte das Ortsschild von Fort William endlich auf und nur Momente später trat die Familie aus dem Wald in den gepflegten Garten ihres Hauses.

Rosalie roch den Geruch eines Vampirs, der ihr nicht bekannt vorkam. Wer konnte das sein?
Jasper rannte auf Alice zu und umarmte sie stürmisch. Sie musste über Emmetts Bemerkung grinsen, aber sie freute sich auch für die Beiden.
Carlisle ging ins Haus, kam jedoch bald wieder raus, Esme war wohl nicht da.
Er fragte Alice, ob sie Besuch gehabt hatten. Also hatte er es auch gerochen, er sah ziemlich beunruhigt aus. Kannte er den Vampir?
Plötzlich kam Esme in den Garten gestürmt, gradewegs auf ihren Ehemann zu, und fiel ihm um den Hals.
Dann drehte sie sich um und strahlte ihre Kinder, die in den letzten Jahren so viele geworden waren, an.
„Ihr glaubt nicht, wie froh ich bin, dass ihr alle wieder hier seid. Ihr alle", sagte sie, umarmte jeden, auch Carlisle noch mal, dann nahm sie seine Hand und verschwand mit ihm in der Bibliothek.
„Wieso kriegen wir eigentlich ständig Besuch. Ich hab langsam die Schnauze voll von irgendwelche unerwünschten Vampiren“,
sagte Emmett neben ihr.
"Naja, erstens weil wir so nett sind, und zweitens weil wir uns im letzten Jahrhundert ein paar Feinde gemacht haben", sagte sie lachend, doch sie wurde gleich wieder ernst.
"Ich geh mal hoch", fügte sie hinzu, und betrat das Haus. Sie brauchte einen Moment für sich.
Rose ging die Treppe nach oben in das Zimmer, das sie sich mit ihrem Mann teilte.
Sie setzte sich auf Bett, atmete tief durch und ließ ihren Gedanken freien Lauf.
Was hätte alles passieren können...
Es gab so viel, über das sie sich keine Gedanken gemacht hatte, während es geschah.
Die Volturi hätten, wenn sie nicht in den Kampf verwickelt gewesen wären, ihnen eine Falle stellen können, sie abfangen.
Edward und Bella hätten sie auf jeden Fall behalten, oder Jasper. Emmett hätte eine Wache sein können. Doch Rosalie hätten sie sofort getötet, wenn nicht gar alle.
Esme und Alice hätten ihre Ehemänner verloren, Seth seinen Rudelführer.
Sie hatten wie vor etwa vier Jahren unendlich viel für die Familie aufs Spiel gesetzt, und wieder hatten sie gewonnen.
Hoffentlich würde es so bleiben.
Und hoffentlich werden die nächsten Wochen etwas ruhiger, dachte Rose.
Vielleicht würden Emmett und sie mal wieder wegfahren, ein bisschen Zeit zu zweit verbringen, oder auch einfach nur normal zur Schule gehen.
Sie nahm sich vor, bald mit ihm darüber zu sprechen.

Tbc: Fort William, Anwesen der Cullens, Emmett & Rosalie's Zimmer
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Jacob Black
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BeitragThema: Re: Der Garten    Di Aug 14, 2012 6:10 am

Cf: Volterra



Um mit den Vampiren Schritt halten zu können, musste sich Jake notgedrungen verwandeln. Er ließ die andern etwas vorlaufen, sprang aus seiner Hose und verwandelte sich in den großen, zotteligen Wolf, den alle schätzen und mehr oder weniger lieben gelernt hatten.

Er beeilte sich, um die andern wieder einzuholen, und rannte dann mit ihnen durch die verschiedenen Gegenden, ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen. Grade so, dass er nicht gegen einen Baum rannte. Jake folgte den anderen ohne zu zögern durch den Ärmelkanal. So langsam bekam er durch das Laufen wieder Platz im Kopf. Er konnte nicht anders, er musste sich wieder und wieder ausmalen was hätte passieren können….. Er schnaubte, schüttelte sich und beobachtete Nessie, die vor ihm lief. `Es ist ja nichts passiert` dachte er und musste im nächsten Moment lachen, was sich als Wolf als gar nicht so einfach entpuppte. Es hörte sich an wie ein Aufzug mit Schluckauf.

`Nichts passiert, nein….. nichts außer dass wir einen etwas unfreiwilligen Besuch bei den stinkenden Vampiren abgestattet haben…. `dachte er ironisch. Er schüttelte die Gedanken ab und stupste Nessie an, um sie etwas zu ärgern.

Als sie das neue Cullen – Anwesen fast erreicht hatten, bog Jake ab Richtung dem Quartier. Er verwandelte sich rasch zurück, zog seine Hose über und rannte so schnell ihn seine Beine trugen zum Anwesen.

Da standen sie schon alle… Alice, Esme… und Seth.. Jake grinste über beide Ohren als er ihn sah. Er haute Emmett auf die Schulter, drückte Esme fest an sich. Nessie verschwand mit Bella, Esme schnappte sich Carlisle, Alice und Jasper standen auch beieinander…. Rose war weg.

Jake ging zu Seth. „Hey Kleiner“ grinste er und schloss ihn in die Arme. „Mann hab ich euch alle vermisst. Hast du auch tapfer die Stellung gehalten?“ Er sah sich um. „hm, nachdem alle jetz beschäftigt sein werden, schlage ich vor wir machen uns zu uns ins Quartier oder was sagst du?“

Er sah an sich herab und rieb sich nachdenklich den Bauch. „Und später gibt’s hoffentlich was zu futtern“ lachte er, „sonst werde ich heute Abend unter der Dusche sterben.“


tbc Quileute Revier - Küche/Esszimmer


Zuletzt von Jacob Black am Mi Aug 15, 2012 10:37 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Der Garten    Mi Aug 15, 2012 1:46 am

Alice hatte noch nicht einmal auf die Frage des Quieleute antworten können, als er plötzlich einen vertrauten Geruch wahr nahm.
Er blickte überrascht über die kleine Vampirin hin weg als auch schon Jasper auf sie beide zuging.
Ohne Seth eines Blickes zu würdigen schloß er Alice in die Arme und.. ja, mehr wollte sich Seth gar nicht ansehen. Er mochte es einfach nicht anderen zuzusehen wenn sie... nunja, sich nahe kamen.
Er sah sich weiter um und sein Herz machte einen fröhlichen Sprung nach dem nächsten als immer mehr Mitglieder der Cullenfamilie den Rasen betraten.
„Woah, nehmt euch nen Zimmer“ Seth grinste breit als er den großen Cullen mit den dunklen Locken erblickte der auf ihn zukam und die Hand zum einschlagen hoch hielt. Der Gestaltenwandler nickte nur und schlug mit Emmett ein.
"Ihr seit wieder da! Mann Leute ihr wisst gar nicht wie froh ich bin." Ein riesiger Stein fiel dem Jungen vom Herzen und am liebsten hätte er sie einen nach dem anderen in den Arm genommen, aber dann erblickte er endlich die Personen um die er sich am meisten Sorgen gemacht hatte.
Renesmee und Jacob. Wie gebannt starrte er auf seinen Leitwolf der lächelnd näher kam. Wie immer wurde er mit den Worten - Hey Kleiner - begrüßt und dann fest in die Arme geschloßen. Seth drückte seinen Rudelführer wie niemals zuvor. Dessen lockere Worte taten ihm zwar gut, konnten ihn aber dennoch nicht wirklich beruhigen. "Hast du auch tapfer die Stellung gehalten?" fragte er den Jüngeren mit einem friedvollem Ton in der Stimme.
Seth widerum nickte einfach nur an der Brust des Größeren. "Was denkst du denn?" murmelte er mit leiser Stimme und drückte ihn noch einmal fester an sich, bevor sie die Umarmung lösten.

Jake lächelte immernoch als er Seth vorschlug zurück zum Quartier zu gehen. Dagegen hatte er absolut nichts einzuwenden. Sie brauchten Zeit um zu reden. Und ehrlich gesagt wollte der Clearwater all das Geschehene lieber von ihm *hören* als es in seinen Gedanken zu sehen. Jacob machte noch ein paar witzige Bemerkungen über seinen Magen und Seth versuchte sich von seiner guten Laune anstecken zu lassen. So ganz wollte es ihm aber nicht gelingen.
Dennoch zauberte er ein glückliches Lächeln auf seine Lippen als er sich erst mal von den Cullens verabschiedete - natürlich nicht ohne Nessie einmal fest zu drücken und sie auf die Wange zu küssen. "Ich bin froh das du wieder da bist Kleine." Er strich ihr einmal übers Haar und wand sich dann an die restliche Cullen-Truppe - zumindest die noch da waren.
"Wir sehen uns später." Er wunk zum Abschied und nahm im vorbeigehen noch flüchtig seinen Freund Edward in den Arm.
Er wusste zwar noch nicht *wie* sie es angestellt haben, aber es war sicher Oscar-reif.

"Ok Jake, gehen wir. Aber.. mir wäre es so lieber. Machts dir was aus wenn wir als Menschen gehen?" Jacob schien nichts dagegen zu haben und so liefen sie gemeinsam in Richtung ihres Quartiers. "Wir haben noch Essen im Kühlschrank. Ich kann dir also was machen. Du kannst du derweil duschen gehen oder so.."
Es war seltsam. Es war so unwirklich. Er hatte sich so viel Sorgen um seine Freunde gemacht und nun waren sie wieder hier. Jake war wieder hier. Seth war wirklich glücklich und ihm war so eine große Last von den Schultern genommen. Und doch hatte er auch ein wenig Angst. War er wirklich in der Lage sich nach dieser Zeit - auch wenn sie kurz war - wieder Jacob unter zu ordnen. Als sich Elena und er verwandelt hatten, hatte er deutlich gespürt das er so etwas wie das Alpha-Tier war. Natürlich hing es auch damit zusammen, dass sie zu ihm aufsah. Aber dennoch - er war allein gewesen und sein eigener *Chef* gewesen.
Konnte er jetzt einfach so weiter machen wie vorher... so als ob nichts gewesen wäre?
Während sie nebeneinander liefen sah Seth seinem großen Vorbild Jake in die Augen. Ja, dass kann und werde ich.


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BeitragThema: Re: Der Garten    Sa Aug 25, 2012 6:56 am

Alice tat es weh, den Kopf zu schütteln und ihrer Mutter ihre Hoffnung zu rauben. Doch eine Lüge würde nichts besser machen.
Gabriel sprang wie schon vorhin Esme zu Hilfe und als Esme Alice fragte, ob es für sie in Ordnung wäre, wenn die beiden sie hier alleine zurückließen, erwiderte die kleine Cullen dass das schon okay wäre und dass die zwei ruhig zusammen rumspazieren konnten. Wenn Gabriel Esme helfen konnte nicht mehr ganz so traurig zu sein, wie konnte sie da auch schon nein sagen? Sie hoffte nur dass sie nicht vergessen würde, dass Gabriel trotz allem immer noch ein Fremder war und nicht ihr bester Freund. Alice war Esme einen letzten vielsagenden Blick zu, den sie wohl aber nicht recht mitbekam, und dann waren die beiden weg und Alice allein.
Sie atmete tief ein, hielt die unnütze Luft für einen kurzen Augenblick in ihren Lungen und stieß sie dann wieder aus. Aus einem verbleibenden letzten menschlichen Impuls, oder vielleicht auch nur des Trainings menschlichen Benehmens wegen, rieb sie sich die Schläfen und blickte sich in dem großen Grundstück um. Es sollte nur ein weiteres Zuhause sein und kein Ort der Unruhe und Sorge. Sie vermisste Forks, wo es wenigstens ruhig gewesen war nachdem die Volturi abgezogen waren. Diese vier Jahre waren wohl die sichersten ihres ganzen Lebens gewesen. Und die glücklichsten, fast zumindest. Der glücklichsten Momente in ihrem Leben waren der Abend, an dem Jasper endlich in die kleine Bar in Philadelphia gekommen war und der Tag, an dem sie beide vor dem Altar standen und sich das Ja-Wort gaben. Alice kam nicht umhin, ein bisschen vor sich hinzulächeln. Jasper war ihr Fels in der Brandung. Er war ihr Seelenverwandter und alles was sie wirklich brauchte. Und er tat so viel für sie – sie erinnerte sich noch genau an seine Skepsis als sie ihm von den Cullens erzählte, doch er hatte ihr vertraut. Und so wenig wie von seinem Alten-Ich noch übrig geblieben war, es kostete ihn viel Willenskraft es nicht wieder an die Oberfläche zu lassen. Sie wünschte sich, dass sie es ihm leichter machen könnte, dass sie irgendetwas tun konnte um seine täglichen Qualen zu mindern. Doch mehr konnte sie nicht tun, sie konnten nur gemeinsam hoffen dass es irgendwann besser werden würde.
Ihre Einsamkeit hielt aber nicht lange an. Schon bald konnte sie hören, wie jemand auf sie zukam. Jemand, der Wärme ausstrahlte und roch wie ein Hund. Alice‘ Grinsen hielt nur kurz, aber es war echt. Dann hörte sie Seths Stimme: „Hey Alice. Alles in Ordnung? Wo ist Esme?“ Sie blickte zu ihm auf und lächelte ihm zu. „Ja, alles in Ordnung. Esme ist mit diesem Gabriel in die Wälder verschwunden…“ Sie blickte in die Richtung in der die beiden verschwunden waren und seufzte dann. „Ich denke er ist in Ordnung, zumindest tut er alles um Esme fröhlicher zu stimmen.“
Wieder bemerkte sie jemanden, der auf sie zukam. Leiser als Seth, mit eben so viel Wärme doch ohne dem Wolfsgeruch… Als hätte irh Körper bereits erkannt er es war, durchflutete sie eine fast überwältigende Hitze und sie wirbelte herum. Jasper! Dort war er, lief direkt auf sie zu, und ihr Herz machte einen Sprung. Ihre Beine setzten sich wie automatisch in Bewegung, ihm entgegen, und als er seine Arme öffnete warf sie sich in seine Umarmung und drückte ihn fest an sich. Er ist wieder da, es geht ihm gut, rief sie in Gedanken immer wieder. Er wirbelte sie herum und setzte sie wieder ab, legte seine Hand an ihre Wange. Alice sah ihm tief in die Augen und legte ihre Hand auf seine, drückte sie leicht und lächelte ihn glücklich an. Seine dunkelgoldenen Augen hielten ihren Blick fest, und eine solche Erleichterung überschwemmte sie, dass sie sich sicher war, hätte sie Tränen gehabt, sie hätte vor Glück geweint. Wieder hob er sie an, doch diesmal, um sie zu küssen. Seine Lippen lagen weich auf ihren, sanft und beruhigend. Als er sich wieder löste umspielte die Andeutung eines Lächelns seine Lippen. „Ich liebe dich“, flüsterte er so leise, dass nur sie es hören konnte. Alice‘ Lächeln wurde breiter. „Ich liebe dich“, hauchte sie und klammerte sich an ihm fest. „Und ich werde dich nicht wieder gehen lassen“, sagte sie nur halb ernst gemeint. Sie würde ihn nicht mehr nach Volterra gehen lassen, nicht in ein solch offensichtliches Schlachtfeld.
Und dann kamen die andren, und Alice umarmte sie alle, glücklich sie alle wieder Zuhause zu sehen. Emmetts Kommentar ignorierte Alice geflissentlich. Dann wandte sich Carlisle an sie. „Hat uns heute irgendjemand einen Besuch abgestattet, Alice?“, fragte er. Alice nickte vorsichtig, doch bevor sie etwas sagen konnte, kam Esme aus dem Wald gelaufen und drückte alle an sich, küsste Carlisle und zog ihn an ins Haus, wohl um ihm alles zu erklären. Viele waren schon wieder ins Haus verschwunden, als sie sich wieder an Jasper wandte. Mit einem kleinen Lächeln sah sie zu ihm hoch. „Wollen wir nicht auch rein gehen?“

tbc.: Jasper & Alice's Zimmer


Zuletzt von Alice Cullen am Sa Dez 08, 2012 6:29 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Der Garten    So Aug 26, 2012 9:23 pm

cf: Volterra - Außerhalb - Vor der Stadt

Wie betäubt folgte Edward seiner Familie. Warum war das alles geschehen – und vor allem – was würde jetzt folgen? Hochkonzentriert und angriffsbereit hatte er unablässig ihre Umgebung gescannt, während sie Volterra verließen und sich der Grenze nach Frankreich näherten. Er hatte jede einzelne Stimme registriert – bereit die anderen sofort zu warnen, wenn ihnen jemand folgen würde, aber sie blieben alleine. Die Volturi folgten ihnen nicht!

Sein Blick fiel auf den Rücken seiner Tochter.
Sie lief Hand in Hand mit Bella. Fast wie Geschwister sahen sie aus. Liebevoll betrachtete Edward seine beiden Frauen.
Nessies leuchtende Locken wippten im Rhythmus ihrer Schritte im Wind. Ihr zuliebe liefen sie nicht ganz so schnell. Edward konzentrierte sich darauf nicht laut zu schreien, sich nicht anmerken zu lassen, was in ihm vorging. Er lauschte in die Stille, denn niemand sprach ein Wort. Man hörte nur die regelmäßigen schnellen Fußtritte, die für menschliche Ohren viel zu leise waren.

Nessies Gedanken waren ein lauter Schrei um Hilfe.
Es tat ihm weh, diese Gedanken zu empfangen, denn er spürte ihre Verzweiflung, spürte ihre Schmerzen, hörte ihre offenen Fragen und erschauerte bei ihren Erinnerungen. Ihre Gedanken versuchten diese Erinnerungen zu verdrängen und doch bemächtigten sie sich ihrer mental so geschwächten Seele.
Immer wieder sah er das arrogante Grinsen in Demetris Gesicht durch den Blick seiner Tochter, als sie verletzt und unter Schmerzen auf dem Boden im Thronsaal lag. Alec hatte sie quer durch den Raum geschleudert und ihr dabei ihren Arm wohl gebrochen, oder zumindest stark geprellt.
Edward spürte den inneren Drang umzudrehen, zurückzulaufen und Alec dafür seinen Arm aus dem Gelenk zu drehen, ihn Stück für Stück zu zerstören, wie er es mit seiner Tochter versucht hatte. Er hörte ihre Selbstzweifel, ihre Versuche sich ihre Lage zu erklären und ihre Annahme minderwertig zu sein, ein Halbvampir, der keinen wirklichen Platz in dieser Welt hatte, keine Berechtigung irgendwo glücklich zu sein. Diese Gedanken schienen Edward geradezu zu zerreißen, mehr als die physischen Schmerzen, die sie ihr zugefügt hatten.
Edward sah ihren Mitleid und ihre Entschlossenheit für Jacob zu kämpfen und in ihrem Blick erkannte er Bella, wie sie damals für ihn an der gleichen Stelle geglaubt hatte gegen Felix, gegen Aro kämpfen zu müssen. Es war damals schon aussichtslos – es war damals schon eine Illusion gewesen. Mitten in dieser Verzweiflung fühlte er die Hoffnung, an die sie sich geklammert hatte. Hoffnung darauf ihre Familie wiederzusehen – irgendwann.
Edward starrte voller Bewunderung auf die schmale, zerbrechliche Silhouette seiner Tochter. Wann war sie so stark geworden? Sie war doch noch ein Kind, gerade fünf Jahre auf dieser Welt! Wann hatte sie sich zu dieser willensstarken jungen Frau gewandelt? Er fühlte sich stolz und unglaublich beschenkt, nur durch die Gewissheit, dass sie aus etwas entstanden war, dass auch ihm Stärke, Hoffnung und Glaube in die Zukunft gegeben hatte – seine Liebe zu Bella.

Dann erschienen vor seinem geistigen Auge marmorne Gänge, prunkvoll verzierte Türen und einen recht schlichten Raum. Jake, der geradezu apathisch an einer Wand zusammengesunken kauerte. Er hatte sich nicht gegen sie wehren können. Er würde sie nie gegen diese übermächtigen Kreaturen schützen können. Nicht, wenn er ihnen alleine entgegentreten musste. Edward schluckte verbittert.
Sie wäre NIE in Sicherheit, solange sie mit Jake alleine war. NIEMALS!

Ein müdes, ausdrucksloses, alt wirkendes und doch jugendliches Gesicht, eines Vampires erschien in ihren Gedanken und ihre verzweifelten Gedanken wandelten sich. Voll Zuneigung und Mitleid betrachtete sie das Edward nur zu bekannte Gesicht.
Marcus!
Sie empfand wirkliche, wahrhaftige Zuneigung für diesen …….MISTKERL!
Edwards Hände verkrampften sich, ballten sich zu Fäusten und wollten etwas zerschlagen. Sie konnte diesen immer so reservierten, abwesenden und alles an sich vorbeirieseln lassenden Penner doch nicht wirklich mögen. WARUM?

Er hörte ihre Argumente, versuchte sie zu begreifen und langsam, sehr langsam fügten sich die Bruchstücke der Geschehnisse in ein Ganzes zusammen. Er hatte sie nicht geschützt – er hatte keinen Versuch unternommen ihr zu helfen, oder doch? Warum hatte er sie in sein Gemach geführt – welches Interesse konnte Marcus haben? Seine Augen veränderten sich, wenn er sie ansah. Edward erkannte geradezu lebhaftes Interesse darin. Hatte das, was Marcus in Nessie gesehen hatte ausgereicht den Einfluss von Chelsea tatsächlich soweit zu durchbrechen, dass er Gefühle für seine Tochter entwickeln konnte.
Edward wusste von Carlisle, dass Marcus schon seit vielen Jahrhunderten keinen wirklichen eigenen Willen mehr besaß, da Aro ihn von Chelsea, wie die meisten der Volturi beeinflussen, manipulieren ließ. Er konnte sich nicht erklären, was geschehen war, aber es war etwas passiert zwischen Marcus und Renesmee, denn auch sie dachte nicht geringschätzig oder in Zorn an diesen Mann. Sie sah in ihm keinen Volturi – sie sah in ihm einen zerstörten Mann, dem sie versucht hatte Mut und Zuversicht zu geben. Edward schüttelte sich und versuchte die Gewissheit, die er verspürte abzuschütteln. Er sah ein Blatt Papier auf das ihre Hand einige Zeilen schrieb, eilig und ohne Jacob es wissen zu lassen.

„…Wir werden uns wiedersehen. Vergessen sie bitte niemals , es gibt jemanden der an sie glaubt und in Gedanken bei ihnen ist.
Ihre Nessie.“

Sie wollte ihn wiedersehen?

Die Landschaft raste, wie auch die Zeit an ihnen vorbei. Edward hörte nichts anderes. Es war ihm unmöglich einen der Gedanken der anderen zu erfassen, so gefangen, so gefesselt …so verstört war er von dem was er von Nessie hörte.
Wann hatte sie begonnen so überlegt, so gefasst und erwachsen zu sein und zu handeln? Wann hatte sie diese Entschlossenheit erlangt, diese Rationalität – diese Weisheit?

Immer wieder lächelte sie zu ihrer Mutter, die sie glücklich und gleichzeitig besorgt beobachtete. Nessie war fest entschlossen Bella nichts davon zu erzählen. Sie wollte ihre Mutter nicht aufregen, wollte nicht, dass Bella Rache empfinden würde, oder Trauer über die Schmerzen, die ihre Tochter erduldet hatte. Sie wollte, dass sie glücklich war, darüber sie wieder zu haben. Ja, sie wollte auch ihm, ihrem Vater etwas vormachen.
Als ob sie das jemals könnte!
Sie war sich gar nicht bewusst darüber, wie weit seine Gabe reichte, wie viel er täglich, in jeder Minute fähig war zu hören. Sie wusste nicht, wie auch die anderen, um wie viel dieses Vermögen jährlich anwuchs. Wie sehr er gelernt hatte, seine Gabe zu kontrollieren, einzelne Gedankenstimmen herauszufiltern und doch die anderen Stimmen zu speichern, um sie später abzurufen.
Es verging kein Tag, an dem er nicht darunter litt, das alles hören zu müssen. Doch er war sich mehr als bewusst, dass es gerade das war, womit er sich und seine Existenz schützen konnte.
Gut er war sehr schnell, er war kein schlechter Kämpfer, aber seine wahre und wirkliche Waffe war das – die Gabe dies alles hören zu können. In den letzten Jahren hatte er es trainiert, hatte geübt, sich selbst herausgefordert und gelernt den Radius auszudehnen. So wie er an dieser Gabe wuchs, so wuchs sie mit ihm. Es war überwältigend.

Erneut durchfuhr Renesmee Furcht und der gleichzeitige Gedanke der Entschlossenheit. Sie gab sich die Schuld!
‚Gott, das ist so falsch. Liebes du bist die Letzte, die das alles provoziert hat. Schatz ich werde …. Ich werde dich nie wieder enttäuschen!’

Edward presste seine Lippen aufeinander.
‚Nicht schreien! Du darfst dir nichts anmerken lassen. Es würde sie nur in ihrem Entschluss bestärken. Du darfst sie nicht verschrecken!’
Sie wollte GEHEN! Sie wollte ihre Familie verlassen, um ihnen Sicherheit zu geben, aber es gab keine Sicherheit für niemanden, wenn sie sich trennten. Indem Edward die wirren Gedanken seiner Tochter aufsaugte erkannte er seine eigenen Fehler, seine eigene Verzweiflung.
Sie durften sich nicht trennen. Keiner durfte sich von ihnen trennen, denn nur in ihrer Gemeinschaft waren sie stark genug sich gegenseitig zu stützen und Halt zu geben. Er konnte sie nicht verlieren. Er wusste, es würde ihn zerstören, wenn er wüsste, dass sie ginge, ungeschützt und willkürlich den Gefahren und vor allem den Stärken der Volturi ausgesetzt.
Er musste etwas tun, er musste sie aufhalten.

Verzweifelt registrierte er, dass sie sich ihrem Haus näherten, sich im Garten versammelten. Jasper stürmte zu Alice, riss sie in seine Arme und Carlisle suchte Esme im Haus. Sie kam Sekunden später aus dem Wald und drückte jeden einzelnen an sich. Ihr Duft hüllte ihn vertrauensvoll ein, vermittelte ihm Ruhe und das Gefühl geliebt zu werden - hatte sie etwas gesagt? Er war nicht fähig es wirklich zu registrieren, ebenso wenig wie er Seth wirklich wahrnahm, dessen warmen Körper, als er ihn zur Begrüßung umarmte.

Er sah zu Bella, deren ganze Aufmerksamkeit auf dem vor Glück strahlenden Gesicht ihrer Tochter hing. Er sah Renesmee und lächelte sie ebenso glücklich an.
Ja, er hatte das perfektioniert.
Damals, als er zu oft Bella etwas vorgemacht hatte, sie im Glauben gelassen hatte, alles sei gut und nichts könnte sie je bedrohen.
Ja, Edward Cullen war sehr gut darin, glücklich und liebevoll zu lächeln, egal wie es in ihm aussah.
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Seth Clearwater
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BeitragThema: Re: Der Garten    Mi Sep 05, 2012 11:06 pm

cf: Quileute Quartier - Küche/Esszimmer

Als Jacob und Seth im Garten der Cullens ankamen hatte sich die große Familiengruppe inzwischen etwas aufgelöst. Emmett und Rose waren nicht mehr zu sehen ebenso wie Carlisle und Esme. Von diesem anderen Vampir fehlte auch jede Spur.
Alice und Jasper befanden sich noch im Garten, waren aber völlig mit sich selbst beschäftigt. Auch Bella und Renesmee hielten einander fest und strahlten voller Glück. Automatisch zauberte sich auch ein Lächeln auf Seths Lippen. Es war schön sie alle wieder so glücklich zu sehen. Offensitlich war der Besuch des Neuen doch nur von kurzer Dauer gewesen. Vielleicht war er auch im Haus bei Carlisle, aber dass konnte sich Seth nicht vorstellen. Der Geruch war auch viel schwächer geworden.
Jacobs Magen knurrte ein wenig und der Clearwater sah ihn schmunzelnd an. "Du solltest wirklich rein gehen und was essen.. und mach dir keinen Kopf wegen Edward und Bella. Sie machen dir keine Vorwürfe. Ganz sicher nicht." Er legte seine Hand auf Jakes Schulter und zwinkerte ihn aufmunternt zu. In dem Moment erblickte der Jüngere die Person wegen der er hauptsächlich hier war.
Edward lehnte gedankenverloren an einem Baum und seine Augen schienen die Szenerie zu beobachten. Wie es in seinem Kopf aussah wusste Seth nicht, aber er fand dass der Vampir dennoch etwas abwesend wirkte.
"Ich geh mal zu ihm." sagte Seth dann und lief strikt auf seinen Freund zu. Er wollte es Jake selbst überlassen ob er mit kommen wollte oder lieber erst mal auf Abstand ging.
Vorerst jedenfalls ging er alleine zu Edward. Ungefähr einen Meter vor ihm blieb er stehen und beugte seinen Oberkörper etwas vor um ihn schräg von unten anzublicken.
"Hey Kumpel... gehts dir gut?" Vielleicht eine etwas lockere Begrüßung, aber Seth kannte man ja nicht anders. Er wollte Edward nicht noch mehr runter ziehen als er eh schon war.. oder wirkte. Vielleicht würde ihm das Sonnenscheinlächeln des Quileute gut tun. Aber auch wenn er lieber Reden wollte, würde Seth für ihn da sein und dass wusste er auch.
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BeitragThema: Re: Der Garten    Do Sep 06, 2012 5:15 am

Edward war in eine Art Starre verfallen. Jegliche Motivation hatte ihn verlassen, doch tief in ihm spürte er einen unbändigen Zorn.
Er wollte das alles nicht. Er wollte nicht länger Ohrenzeuge sein, wollte Ruhe, wollte in eine Oase tauchen, in der er nichts mehr hören nichts mehr beantworten und vor allem nichts mehr unterdrücken müsste. Er sah, wie sein Bruder Emmett voller Tatendrang hinter Rosalie ins Haus lief.
‚Ihm ist langweilig! Gott was gäbe ich dafür einmal in meiner Existenz solch kindische Gedanken zu haben!’
Dieser kopflose Optimist mit seinem idiotischen Einfall mal einfach so einen Volturi zu Asche zu verwandeln hatte das alles bereits in irgendeine versteckte Windung seines Hirnes verband und suchte jetzt – Spaß! Weg alle Gedanken über die Konsequenzen, über Verantwortung oder über die Gefahr, die sich daraus ergab. Nein Herr McCarthy hatte Langeweile und die würde er jetzt sicherlich tatkräftig mit Rose in ihrem Schlafzimmer in wilden Aktivismus verwandeln. Das Bett tat Edward jetzt schon leid.

Neue Gedanken strömten in Edwards Hirn und er stöhnte leise. Jacob hatte Gewissensbisse und suchte einen Weg auf den Cullen zuzugehen. ‚Alles nur das nicht Jake. Das wäre jetzt wirklich der Knaller – ein aufbauendes Gespräch mit Jacob, über seinen Gemütszustand, damit ich ihm die Gewissensbisse nehme! Nein Danke!’ Edward wich Jakes Blick demonstrativ aus und fixierte den Boden, um sich hoch interessiert den nuancenreichen Variationen der Flora des hiesigen Waldbodens zu widmen.

Ameisen! Sie wimmelten um seinen Fuß herum und Edward fragte sich, ob sie versuchten ihn zu beißen. So viel er wusste, hatten sie sogar eine Art Gift. Ameisengift. Ob es irgendein Gift gab, außer seinem eigenen, dass ihn betäuben oder verletzen könnte. Vielleicht würde er wie von einer Droge berauscht werden, wenn ihn diese ganzen Ameisen bissen. Er sinnierte darüber ob er nicht zum Versuch seinen Schuh ausziehen sollte.

‚Edward sieht so abwesend aus, was er wohl denkt? Warum steht er da so alleine rum? Ob er auch so durch den Wind ist wie Jacob?’ Die nächsten Gedanken, die Edward bewusster herausfilterte waren die von Seth. Natürlich machte er sich Sorgen, dabei war Seth Kopf übervoll mit seinen eigenen Geschichten, die zwar verwirrend in Bruchstücken herumschwirrten aber Edward mehr verwirrten als alles andere, da er keine zusammenhängende Aussagte herausfiltern konnte. Seth war näher gekommen und beugte sich so herab, dass er Edward ins Gesicht sehen konnte. Typisch Seth immer direkt drauflos. Edward kicherte innerlich über diese so liebenswerte Art von Seth.
"Hey Kumpel... gehts dir gut?" ‚Ich sollte ihn nicht runterziehen, einfach nur mal anklopfen. Egal was er will – und wenn es nur reden ist, so wie Jake, dann hör ich ihm halt zu. Er sieht aus, als ob er das brauchen könnte.’

Edward lächelt leicht und sah auf zu Seth. Dankbar für seine freundlichen Gedanken, für die ehrliche Anteilnahme des jungen Clearwater.
„Hey Seth….keine Ahnung um ehrlich zu sein. Aber nein danke , ich will nicht reden… nicht jetzt. Ich …..ich würde gerne laufen. Einfach nur laufen, weist du. Aber ich weis nicht, ob ich das kann. Ich bin mir nicht sicher, ob ich sie alleine lassen kann. Ich….“ Seine Stimme brach ab und sein Blick lag wieder auf Bella und Renesmee, erneut zerrissen von dem was auf ihn einströmte. Er atmete tief ein und seufzte genervt. „Es ist alles zu viel …. ich kann das im Moment alles nicht ertragen….ich wäre gerne weg. Stille, absolute Stille, das wäre es jetzt.“

Sein Blick lag immer noch auf Bellas glücklichem Gesicht und er lächelte müde und schief, wie es seine Art war zurück. Sie nickte ihm lieb zu.
Sie nickte? Sollte das heißen, es würde ihr nichts ausmachen wenn er sie für die nächsten Stunden mit Nessie allein ließe? Edward legte seinen Kopf schief und formte ein lautloses ‚Wirklich?’ mit seinen Lippen. Bella nickte erneut und lächelte noch deutlicher. Manchmal glaubte er wirklich, dass sie seine Gedanken lesen konnte. Sie wusste immer, was gut für ihn war und sie gab ihm die Möglichkeit zu sich zu finden, auf seine Art. Er wandte sich Seth zu, der ihn aufmerksam musterte. Ob er ihn begleiten würde, nur für zwei oder drei Stunden?
Die Aussicht darauf lies den Cullen sich ein Stück aus seiner Depression herausheben und seinen Freund fragend anzusehen. Er wollte ihn nicht der Gesellschaft von Jacob berauben, oder der von Elena, wo auch immer sie jetzt gerade war. Aber er wäre ihm unendlich dankbar für seine Gesellschaft.
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BeitragThema: Re: Der Garten    Do Sep 06, 2012 10:15 pm

Edward sah gerade wirklich nicht besonders gut aus. Er hatte definitiv schon bessere Tage, aber immerhin lächelte er Seth leicht an. Dass war doch schon mal ein gutes Zeichen. Wie zu erwarten hatte er bereits alle Gedanken des Gestaltenwandlers erfasst und antwortete schon auf die noch ungestellten Fragen - zumindest die ausgesprochenen.
Er sagte, dass er nicht reden wolle und dass er gern einfach nur Laufen würde. Ihm schien dass hier im Augenblick einfach alles zu viel zu sein. Der Cullen blickte zweifelnd zu seiner kleinen Familie die sich immernoch umarmten und anstrahlten. Seth folgte seinem Blick und konnte sofort verstehen was er fühlte. Aus Gründen die Seth jetzt noch nicht kannte, wollte er einfach nur weg von all dem. Mal seine Ruhe haben. Vielleicht nahm ihn dass alles mehr mit als alle anderen. Er machte sich ja ohnehin schon immer so viele Sorgen, wie ging es ihm wohl jetzt nach der Entführung seiner Tochter? Sie waren wieder hier ja. Aber wahrscheinlich hatte er Angst vor dem was kam. Dass die Volturi zurück kamen um sich wieder zu holen was sie verloren hatten. Der Quileute hatte alles von Jake berichtet bekommen, aber dass war ja nur eine Seite der Geschichte. Was bei den Cullens geschehen war bevor Jacob und Nessie zu ihnen gestoßen waren, wusste Seth immernoch nicht. Vielleicht war wirklich noch etwas passiert... etwas was ihn nicht mehr los ließ und nicht zur Ruhe kommen lassen wollte.
Möglicherweise hatte er in Renesmees Gedanken etwas gesehen was ihn beunruhigte.. So sehr, dass er sich nicht einmal richtig freuen konnte, dass sie alle wieder hier waren.

Seth wand sich wieder um und sah seinen Freund einfach nur an. Er würde es ihm schon erzählen, wenn er denn wollte. Er sah in seinen Gedanken, dass es Seth beschäftigte, wenn er also den Wunsch hatte etwas darüber zu berichten sollte er es von selbst tun. Der Clearwater selbst würde jedenfalls keine weiteren Fragen stellen.
„Es ist alles zu viel …. ich kann das im Moment alles nicht ertragen….ich wäre gerne weg. Stille, absolute Stille, das wäre es jetzt.“ Nun musste Seth fast ein wenig schmunzeln. Edward hatte es auf jeden Fall nicht leicht. Er wusste, wie es war wenn andere an seinen Gedanken teil hatten und wie es war Gedanken von anderen zu hören. Da war er wirklich froh, wenn er in seiner menschlichen Form seine Gedanken für sich allein hatte und auch nicht wusste was in den Köpfen der anderen vorging. Aber Edward konnte dass nicht abstellen. Das Gedankenlesen war ein Teil von ihm und es würde für immer bleiben, ob er wollte oder nicht.
Seth konnte verstehen was er wollte. Einfach mal allein sein. Irgendwo weit ab von allen Menschen und anderen Wesen. So weit, dass er keine Gedanken mehr hören konnte. Der Clearwater nickte verständnisvoll und bekam gerade noch den stillen Austausch von ihm und Bella mit.
Anscheinend war sie damit einverstanden, wenn er ging. Etwas anderes hatte Seth von seiner "Stiefschwester" auch nicht erwartet. Sie hatte immer Verständnis für ihren Mann und wusste, was gut für ihn war.
"Wenn du mich fragst sieht sie im Moment wirklich sehr glücklich aus. Ich denke du kannst ruhigen Gewissens gehen."
Der Gestaltenwandler war sich nicht ganz sicher, was dieser fragende Blick von Edwards Seite aus zu bedeuten hatte. Er hatte sich Sorgen um Bella und Renesmee gemacht und für die war es ja anscheinend ok. Also... was machte er noch hier? Brauchte er weiter Bestätigung oder...
"Möchtest du, dass ich mit komme?" Er sah ein leichtes Zucken in Edwards Mundwinkel und eigentlich war das die Antwort.

Seth lächelte und kratzte sich leicht am Hinterkopf. "Tja, also ich begleite dich gern. Aber dann bekommst du deine ersehnte Stille nicht.." Der Clearwater war ein Mensch der viel dachte! Und vorallem wenn es gerade kein wichtiges Gespräch gab konnten seine Gedanken wandern.. von einem seltsamen Punkt zum anderen. Manchmal verstand er seine Gedankengänge selbst nicht mehr und fragte sich wie er von einem aufs andere Thema gekommen war.
Und dieser Moment hier war keine Ausnahme. Während er sich einerseits noch Gedanken machte ob es für Edward wirklich gut war wenn er mitkam, machte sich der andere Teil in seinem Kopf schon Gedanken wo sie ihre Reise hinführte.
"Vielleicht sollten wir mal wieder zu diesem verbotenem Wald schaun... Dass würde ihn auf jeden Fall ablenken! Vielleicht tauchten diese eigenartigen Pferdemenschen wieder auf - mann waren die cool... Aber halt... Wir dürfen da ja gar nicht hin. Und Edward wird sich sicher an die Abmachung halten... Was gäbs denn dann noch... Achja! Wir hatten doch damals vor der Abreise nach Fort William darüber gesprochen welche tollen Orte es hier gab. Zum Beispiel den höchsten Berg Großbritanniens oder dieses Tal mit den Wasserfällen... wie hieß das gleich? Glen... irgendwas mit Glen... Glen Cole? .. Nein, dass wars nicht..."
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BeitragThema: Re: Der Garten    Fr Sep 07, 2012 3:16 am

Edward hörte sich Seth gedankliche Vorschläge an und wog sie gegeneinander ab. Er hatte, als Esme ihn so stürmisch umarmt hatte in ihren Gedanken einen fremden Vampir gesehen und Einhörner und dass sie im verbotenen Wald mit diesem Mann gewesen war.
Aber auf den Ben Nevis zu laufen wäre sicherlich auch eine gute Sache. Edward liebte es durch Gebiete zu laufen, die nicht so bevölkert waren, die noch ursprünglich waren. Man hätte von da sicher einen tollen Blick über die Highlands. Dieses Tal reizte ihn weniger – zu viele Touristen, denen man aus dem Weg gehen musste, zumal Seth sich verwandeln müsste, um halbwegs mit ihm Schritt halten zu können.
Einhörner? Esmes Erinnerung war ganz und gar begeistert und schwärmerisch gewesen. Dort gab es also Einhörner!
‚Scheiß auf verboten! Was ist uns denn noch alles verboten? Nach Volterra hätten wir auch nicht gehen dürfen. Emmett hätte nicht….Ach Scheiß auf diese ganze Vorsicht, Rücksichtnahme und ….Scheiß auf Carlisles Gebot der Zurückhaltung.’ Edward grinste Seth breit an und nickte verschwörerisch.
„Na dann Bruder, lass uns laufen. Du solltest dich verwandeln, wenn du mich einholen willst.“ Er lachte leise, drehte sich in den Wald und rannte in sehr gemäßigtem Tempo los, bis er das vertraute Reißen hinter sich hörte und das noch vertrautere Geräusch galloppierender Pfoten.
Edward sah kurz hinter sich, sah den jungen Wolf auf ihn zukommen und wartete bis Seth neben ihm lief.
‚Erst mal auspowern und dann machen wir einen Plan!’
Der junge Vampir lief kein wirkliches Wettrennen, aber er ließ den Wolf auch nicht vorlaufen sondern lief gerade so schnell, dass Seth ihm folgen konnte.
Der Wind zischte kalt und von einer leichten Prise Meersalz gewürzt an ihnen vorbei, zerzauste seine ohnehin unordentlichen Haare und gab ihm das Gefühl fliegen zu können. Seine scharfen Sinne registrierten jede Kleinigkeit, jedes winzige Tier, das vor ihnen Reißaus nahm, jede Pflanze, jeder Stein, jedes Spinnennetz, dass er beim Laufen zerstörte. Es war berauschend und so befreiend. Edward lachte laut und erregt. Je weiter er lief, umso mehr verstummten die Gedankenstimmen um ihn herum. Lediglich Seth konnte er hören, der gerade ein wenig grummelte, weil er Edward gerne überlisten wollte um ihn zu überholen, aber sehr genau wusste, dass das nicht funktionieren würde, da der Vampir hörte, was er plante. Sie waren westlich gelaufen und erreichten nach wenigen Minuten den Aufstiegspfad zum Ben Nevis, dem höchsten Berg in Schottland. Man konnte den Gipfel nicht sehen, da dichter Nebel um den Berg lag, doch das war Edward egal. Er hoffte nur, dass sie keinen Touristen begegnen würden, doch die Gefahr war aufgrund des nieseligen, schlechten Wetters sehr gering. Sieben Kilometer über Steinstufen, schmale Pfade und Geröllwege führten extrem steil nach oben. Auf halbem Weg tauchten die beiden in den Nebel ein und von da an war Edward wie in einer Art Paradies. Nichts außer Seth Gedankenstimme, die teilweise rüde fluchte und Edward mehr als zum Lachen brachte, beeinflusste den Vampir. Befreit sog er die klare Luft ein und setzte zum Endspurt an. „Wir sehen uns oben Seth!“ Dann stob er davon, in unglaublicher Geschwindigkeit ohne auch nur Gefahr zu laufen einen Fehltritt zu begehen rannte er die letzten beiden Kilometer hinauf und blieb tief und völlig zufrieden einatmend an einem aufgetürmten Haufen Steine stehen, an dem mehrere Gedenktafeln lehnten. Der Nebel erreichte den Gipfel nicht und packte die gesamte Umgebung in eine Art Watte, die wie ein nicht existentes Feld locker um sie herum wogte. Als wären sie in eine andere Welt eingetaucht. Als hätten sie die Gegenwart mit all ihren Problemen und Gefahren verlasse.
In solchen Momenten liebte Edward es ein Vampir zu sein. Diese Möglichkeiten, diese Kraft zu besitzen. Wenn es doch nur immer so sein könnte. Ohne die Fesseln der Geheimhaltung sich frei, seiner Natur entsprechend bewegen zu können. Am liebsten hätte er laut gebrüllt, doch da hörte er Seth bereits die letzen Meter aufschließen und drehte sich aufgekratzt zu ihm um.
„Na! Wie findest du es? Ist das nicht unglaublich schön hier oben? So friedlich, so majestätisch fern von allem und so himmlisch still!“ Edward sah den jungen Wolf erwartungsvoll an und starrte dann in das Tal, das von der Nebelwatte verborgen vor ihnen lag.
„Als Esme mich vorhin umarmte, da hörte ich in ihren Gedanken, dass sie mit diesem anderen Vampir, sie nannte ihn Gabriel, im Verbotenen Wald gewesen war. Kannst du dir das vorstellen? Meine Mutter – Esme – die, die immer so zurückhaltend und besorgt ist, läuft entgegen aller Verbote in diesen Wald, um sich Einhörner anzusehen!“ Edward drehte sich aufgekratzt zu Seth um und seine Mine verhärtete sich.
„Ich hab es so satt Seth. Dieses Verstecken, diese Rücksichtnahme, dieses ewige Helfersyndrom gegenüber den Menschen, denen wir ohnehin Schnuppe sind. Diese verschissene Bedrohung durch die Volturi, nur weil wir nicht so sind, wie sie uns gerne hätten. Und jetzt auch noch durch Emmett……“ Er stoppte in seinem Redeschwall, da er sich sicher war, dass Seth von Emmets Extravaganz noch gar nichts wusste.
„Ich will das nicht Seth. Ich will nicht in irgendeine scheiß High School gehen und zum 50sten Mal Funktionen lernen, Shakespear interpretieren, mich in Biologie aufklären lassen und an einer Banane ausprobieren….Nein!
Ich möchte einmal – ein einziges Mal das tun, was ich ständig in den Köpfen dieser Schüler höre. Über die Strenge schlagen, Dinge tun, die mir nicht gut tun. Mir eine Flasche Wodka einverleiben und sturz betrunken sein, waghalsige Sachen machen und mich an dem Adrenalin berauschen können, das der Moment der Gefahr in mir produziert. Ich möchte einen Joint rauchen und high sein …….Gott ich möchte einfach einmal nicht vernünftig sein, nicht zurückhaltend und reserviert und aufpassen was um uns herum gesagt und gedacht wird, damit meine Familie sofort erfährt, wenn uns irgendwas bedroht oder entlarvt. Ich wäre nur einmal gerne so ein egoistischer, optimistischer Blödmann wie Emmett!“ Er lies sich auf einen dicken Stein fallen und sah hinab in dieses Wattetal.
„Ich wünschte ich könnte diesem ganzen Wahnsinn entfliehen. Irgendwohin – nur unsere Familie –einfach nur weg!“


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BeitragThema: Re: Der Garten    Sa Sep 08, 2012 12:20 am

cf: Quileute Quartier - Küche/Esszimmer


Jake rannte. Er rannte so schnell, wie er es in seiner menschlichen Form konnte. Das war schon beachtlich, aber es ging ihm trotzdem zu langsam. Aber er wollte sich nicht mit Seth verwandeln, jetzt nicht mehr. Seth würde seine Angst fühlen, das Durcheinander in seinem Kopf sehen und schlimmer noch – er würde wissen dass Jake sich hilflos fühlte. Das konnte er als Leitwolf nicht zulassen, schlimm genug dass Edward es hören würde.
Jake hatte Angst. Was sollte er tun wenn die Volturi wiederkommen würden? Er war machtlos gewesen, hatte sich und Nessie ausliefern müssen, trotz seiner Stärke als Wolf… die er eigentlich liebte, die es so schön machte ein Gestaltenwandler zu sein… Aber genau die konnte er nicht einsetzen, also was nützte sie ihm? Er kam sich vor wie ein kleines, schwaches Menschlein.

Als er den Garten der Cullens erreichte, blieb er abrupt stehen. Er sah Edward an einem Baum lehnen und hob die Hand zum Gruß. Edward beachtete ihn gar nicht. Na toll. Er sog frustriert die Luft ein, um sich von seinen Gedanken abzulenken. Dabei fiel ihm ein Geruch auf. Er gehörte eindeutig einem Blutsauger, aber keinem von den Cullens.

Sein Magen knurrte laut und vernehmlich. „Du solltest wirklich rein gehen und was essen…. Und mach dir keinen Kopf wegen Edward und Bella. Sie machen dir keine Vorwürfe. Ganz sicher nicht.“ Der Clearwater sah Jake schmunzelnd an und legte ihm die Hand auf die Schulter. Jake seufzte. „Ja, wäre wohl das Beste“ meinte er.
„Ich geh mal zu ihm“, sagte Seth. Jake brauchte nicht in die Richtung zu sehen in die der Clearwater blickte. Dieser hatte ja schon gesagt, dass er mit Edward reden wollte. „Ja, mach das“ sagte Jake. Er konnte ja schlecht sagen: „Nein, bleib bei mir, der kommt schon allein klar…“ Er wusste, dass Edward auch Hilfe brauchte, und wenn es nur jemand war mit dem er reden konnte. Trotzdem passte es Jake nicht, dass Seth ihn zurückließ und lieber zu Edward ging. Er wandte sich ab und ging Richtung Küche. Er hörte, dass der jüngere Wolf Edward mit „Hey Kumpel“ begrüßte, und knallte verletzt die Tür hinter sich zu.
`Erst will er nicht mit mir laufen, dann erzählt er mir nichts von dem Besuch und jetz rennt er auch noch zu Edward und will quatschen…. So ein Schrott` knurrte Jake wütend vor sich hin. `soll er doch, er wird schon sehen dass ich auch ohne ihn klarkomme ` .
Er nahm die Schüssel mit den Hackbällchen aus dem Kühlschrank und stellte sie in die Mikrowelle. In der Zeit, bis die Mikro „Ping“ macht, schnitt er sich großzügig Brot ab und schmierte Ketchup darauf. Die Bällchen waren heiß, Jake futterte die mitsamt dem Riesenbrot in sich hinein, warf dann die leere Schüssel in die Spüle. `ich sollte mit Edward reden` dachte er. `Es kann ja nicht ewig so weitergehen`.
Er ging wieder hinaus und sah gerade noch, wie sich Seth verwandelte und hinter Edward herrannte. Jake knurrte wütend, und er wusste dass Seth das gehörte hatte und Edward sowieso.
Der Black rannte in eine andere Richtung los, hätte sich zu gerne verwandelt, aber das konnte er ja auch nicht, da Seth schon als Wolf unterwegs war. Verzweifelt trat er gegen einen kleinen Baum, der ziemlich laut knackste. Aber Jake war das egal. Er rannte. Er wollte einfach nur laufen.

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Zuletzt von Jacob Black am So Sep 16, 2012 1:43 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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