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Twilight & Harry Potter Crossover
 


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 Der See

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Samantha Darrell
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BeitragThema: Der See    Fr Jan 27, 2012 9:42 am

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Samantha Darrell
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BeitragThema: Re: Der See    Fr Jan 27, 2012 9:45 am

Cf.: Große Halle

Samantha wurde mit jeder Sekunde verwirrter – hatte Severus ihren Ruf nicht gehört oder ignoriert?
Naja, sie hoffte für ihn, dass es ersteres war, vor allem, da sie ihm jetzt hinterherrennen musste, um zu erfahren, was denn jetzt los war, und betrunken lief es sich nicht besonders gut!!!
Resignierend stützte sie sich an den Wänden der Korridore und schließlich der Eingangshalle ab, um unbeschadet nach draußen zu kommen, wo sie Severus vermutete. Und mit jedem Schritt kippte ihre Laune mehr – dieser Alkohol hatte es echt drauf. Bewundernswert eigentlich.
Als sie in die Eingangspforte auf gezerrt hatte, schlüpfte sie schnell hindurch und die in die kühle Septembernacht. Eine frische Brise wehte durch ihre Haare und legte sich auf ihre erhitzte Haut. Sam fröstelte und schloss kurz die Augen. Die Hogwarts-Robe war eindeutig nicht für kalte Nächte gemacht, nicht mal annähernd, obwohl es wohl ziemlich gut gegen Trunkenheit helfen musste, bei dieser Zugluft konnte man sicher innerhalb von kürzester Zeit stocknüchtern werden, wenn man es wollte. Mit der Luft und dem eisigen Wasser auf jeden Fall – apropos eisiges Wasser; soviel Sam erkennen konnte, saß Severus Snape am Ufer und lehnte gegen einen der uralten Bäume, bei denen sie immer Angst hatte, dass sie jemanden erschlagen könnten, würde der Wind nur heftig genug wehen. Und gleichzeitig hätte sie vor Frustration aufschreien können – wie sollte sie dann lebendig runter kommen? Sich runter zuwingardiumleviosan kam schon mal nicht in Frage – wer wusste schon, ob das ging? Und wenn es gehen würde, wie lange? Also warf sie nur einen finsteren Blick in die Richtung, in der sie Severus vermutete und begann ihren Abstieg. Vorsichtig machte sie einen Schritt nach vorne, noch einen, noch einen und SPATZ, rutschte sie auf ein paar nassen Blättern und Matsch aus, ruderte hilflos mit den Armen, kreischte ein bisschen, verfluchte sich dafür, den Zauberstab in ihrer Tasche zu haben und nicht in der Hand – und bekam schließlich einen Ast zu fassen. „Verdammt!“, murmelte sie erschrocken, als sie sich wieder hochgezogen hatte.
Den restlichen Weg ging sie in Schlangenlinien abwärts, was zwar etwas dauerte, aber immerhin fiel sie nicht hin.

Es war tatsächlich Severus, der da am Ufer saß und vor sich hinstarrte. Inzwischen hatte sie sich gefasst und tippte ihm verstimmt auf die Schulter, bis er sich umdrehte. „Was zum Teufel ist in dich gefahren, Snape? Ich hab mir fast das Genick gebrochen, um hier runter zu dir zu kommen!“, sagte sie. „Auf einmal ist es dir wichtig, was mit mir los ist? Sah eben aber noch ganz anders aus, als du dich verzweifelst an Lupin festgekrallt hast“, antwortete er kalt. Seine Augen waren wieder so kalt, und das regte Sam nur noch mehr auf. Sie verengte wütend die Augen und verschränkte die Arme. „Es geht nicht immer alles nur um dich, Severus. Außerdem mag ich Remus, er hat es nicht verdient, so niedergemacht zu werden!“, rief sie. „Ach wirklich? Das ist mir ja noch nie aufgefallen. Zu deiner Information, Samantha. Es geht *nie* um mich. Ich dachte das wäre bei dir anders. Aber du bist auch nur wie alle anderen Reinblüter...“ Zack. Das war ein Schlag unter die Gürtellinie, das ging zu weit. Am liebsten hätte sie ihm eine gescheuert, doch stattdessen kämpfte sie nur darum, nicht in Tränen auszubrechen. „Das ist nicht meine Schuld! Dass es nicht um dich geht… Dass du ein Außenseiter bist, dass Potter alles zu haben scheint, was du nicht hast… Das ist wirklich nicht meine Schuld! Ich habe es nicht nötig, mich hier mit dir zu streiten, Severus! Und wieso überhaupt geht es dir so nahe, dass ich Lupin umarmt habe, hm?“ „Nein. Nein es ist nicht deine Schuld. Es ist dann wohl auch nicht Potters Schuld, dass er mir bis jetzt alles genommen hat, was ich wollte und noch viel mehr nehmen wird. Denn er ist schließlich der glohrreiche Jäger der Gryffindors, ein Draufgänger, beliebtester Schüler von Hogwarts, gutaussehend und ein Reinblut. IHM liegen alle zu Füßen. Weißt du was? Das alles interessiert mich einen DRECK. Er kann so viel Ruhm und Ehre haben wie er will, doch was ich nicht verstehe ist, warum er mich behandelt, als wäre ich eine Kakerlake. Denn ganz ehrlich? Was ist er anderes, als das? Aus so niederen Gründen jemanden verspotten.“ Er lachte auf, doch klang es war ein hartes, kaltes Lachen. „Oh, wenn du es nicht nötig hast, warum bist du mir dann gefolgt? Warum hast du mich nicht ignoriert, wie alle anderen auch? Nicht dass es mir etwas ausmachen würde, schließlich bin ich es schon gewohnt, nicht wahr? Aber um zu deiner Frage zurück zu kommen... ich dachte du wärst zumindest in dem Punkt anders als die anderen. Du bist mir nicht so oberflächlich und falsch vorgekommen... vielleicht war die Hoffnung ja vergebens...“ Für einen Moment starrte Sam ihn einfach nur an, geschockt, verwirrt, überrumpelt… schließlich seufzte sie. „Ehrlich gesagt, weiß ich überhaupt nicht mehr, warum ich dir gefolgt bin aber es war anscheinend die falsche Entscheidung.“ Jetzt war es schon viel schwerer, die Tränen zurückzuhalten. Verdammter Alkohol! „Und vielleicht bin ich nicht so wie du es dir vorgestellt hast… aber mich als oberflächlich und falsch hinzustellen…“ Jetzt liefen die Tränen über ihr Gesicht, hinterließen feuchte, salzige Spuren. Sie machte sich gar nicht die Mühe, wie wegzuwischen, denn sie wusste, dass sie nicht aufhören würde zu weinen, nicht so schnell zumindest. „Du kennst mich nicht, Severus! Also urteile nicht über mich. Aber vielleicht ist es besser, wenn wir jetzt auseinander gehen, tut mir Leid dass ich dich gestört habe.“ Damit wandte sie sich um.
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BeitragThema: Re: Der See    Fr Jan 27, 2012 10:38 am

Cf.: Restliche Räume & Korridore – Große Halle

Seufzend warf der Snape kleine Steine ins Wasser, beobachtete, wie sie kleine Wellen bildeten, die sich immer weiter ausbreiteten. Tja, so war das Leben. Auch der kleinste Stein konnte die größten Kreise bilden. Besser: Auch die kleinste Handlung konnte das größte Unheil heraufbeschwören. Und so erschien es ihm gerade. Wütend krallte er seine Hand in die Erde und warf einen Haufen Kiesel in den See. Er meinte, ein entferntes Kreischen gehört zu haben, doch das war bestimmt nur Einbildung. Der Alkohol schlug wirklich auf seinen Kopf. Apropos… er musste unbedingt in den Gemeinschaftsraum um den Ausnüchterungstrank einzunehmen. Sonst würde er den morgigen Tag nicht überstehen. Wie gut, dass er ihn immer dabei hatte. Bei den Eltern konnte man nie wissen.
Na toll, wirklich super Snape, jetzt denkst du selbst in deiner Schulzeit auch noch an diese zwei Kreaturen, die sich Mutter und Vater nennen wollen. Eine Glanzleistung.
Finster blickte er auf ein Blatt, welches seinen Weg kreuzte, als wäre es der Keim allen Übels am heutigen Abend. Gott, was für geschwollene Gedanken…
Er zuckte zusammen, als jemand auf seine Schulter tippte. Er drehte seinen Kopf und erblickte Samantha, mit wutverzerrtem Gesicht, Matschflecken am Umhang und geballten Fäusten. „Was zum Teufel ist in dich gefahren, Snape? Ich hab mir fast das Genick gebrochen, um hier runter zu dir zu kommen!“ Was bitte wollte sie jetzt von ihm? ER war also von allen guten Geistern verlassen. Und was war mit ihr? Zog Lupin ihm vor. Verbrüderte sich mit den Gryffindors vor versammelter Mannschaft und machte *ihn* jetzt so an, nur weil er abgehauen war? Ganz toll.
„Auf einmal ist es dir wichtig, was mit mir los ist? Sah eben aber noch ganz anders aus, als du dich verzweifelst an Lupin festgekrallt hast“, antwortete er, seine Stimme schneidend und kalt. Die Trauer war aus seinem Blick verschwunden, es blieb nur noch die Undurchdringlichkeit.
„Es geht nicht immer alles nur um dich, Severus. Außerdem mag ich Remus, er hat es nicht verdient, so niedergemacht zu werden!“ Oh *was* eine Neuigkeit. Was fiel ihr ein, so mit ihm zu reden? Der Gedanke, dass sie ihn vor wenigen Minuten, als sie in der Halle gesessen hatten, noch verstanden hatte, war wie weggeblasen. Jetzt sah er nur noch eine reinblütige und arrogante Hexe vor sich stehen. „Ach wirklich? Das ist mir ja noch nie aufgefallen. Zu deiner Information, Samantha. Es geht *nie* um mich. Ich dachte das wäre bei dir anders. Aber du bist auch nur wie alle anderen Reinblüter...“ Zugegeben, das war nicht ganz fair. Schließlich war sie betrunken und wütend, dass er so überreagierte. Doch sie musste zugeben, dass auch sie nicht wirklich nach den Regeln spielte. Und es ließ ihn vollkommen kalt, dass ihr nun die Tränen in den Augen standen.
„Das ist nicht meine Schuld! Dass es nicht um dich geht… Dass du ein Außenseiter bist, dass Potter alles zu haben scheint, was du nicht hast… Das ist wirklich nicht meine Schuld! Ich habe es nicht nötig, mich hier mit dir zu streiten, Severus! Und wieso überhaupt geht es dir so nahe, dass ich Lupin umarmt habe, hm?“ „Nein. Nein es ist nicht deine Schuld. Es ist dann wohl auch nicht Potters Schuld, dass er mir bis jetzt alles genommen hat, was ich wollte und noch viel mehr nehmen wird. Denn er ist schließlich der glohrreiche Jäger der Gryffindors, ein Draufgänger, beliebtester Schüler von Hogwarts, gutaussehend und ein Reinblut. IHM liegen alle zu Füßen. Weißt du was? Das alles interessiert mich einen DRECK. Er kann so viel Ruhm und Ehre haben wie er will, doch was ich nicht verstehe ist, warum er mich behandelt, als wäre ich eine Kakerlake. Denn ganz ehrlich? Was ist er anderes, als das? Aus so niederen Gründen jemanden verspotten.“ Er lachte auf, doch klang es war ein hartes, kaltes Lachen. „Oh, wenn du es nicht nötig hast, warum bist du mir dann gefolgt? Warum hast du mich nicht ignoriert, wie alle anderen auch? Nicht dass es mir etwas ausmachen würde, schließlich bin ich es schon gewohnt, nicht wahr? Aber um zu deiner Frage zurück zu kommen... ich dachte du wärst zumindest in dem Punkt anders als die anderen. Du bist mir nicht so oberflächlich und falsch vorgekommen... vielleicht war die Hoffnung ja vergebens...“ DAS saß. Er sah es in ihren Augen. Der Schock, dass solche Worte aus seinem Mund kamen. Er war selbst überrascht, doch es wunderte ihn nicht wirklich. Schließlich war das Thema ‚Potter’ ein Schlag in die Magengrube gewesen. „Ehrlich gesagt, weiß ich überhaupt nicht mehr, warum ich dir gefolgt bin aber es war anscheinend die falsche Entscheidung. Und vielleicht bin ich nicht so wie du es dir vorgestellt hast… aber mich als oberflächlich und falsch hinzustellen…“ Er wollte sie nicht weinen sehen, das wollte er wirklich nicht. Und auch wenn sie damit angefangen hatte, ihn so zu demütigen, so ergriffen ihn jetzt Schuldgefühle. WARUM? Er hatte schließlich nichts falsch gemacht… oder doch!? Verdammt, dieses Mädchen brachte ihn zum verzweifeln. Das letzte mal hatte er solche Gedanken bei Lily gehabt. Um genau zu sein hatte er diese Gefühle immer noch bei Lily. Dieser Zwiespalt, ob es jetzt richtig war, was er tat, oder ob er sie damit verletzte. Nur war es gerade bei Samantha um einiges stärker. Das konnte doch nicht wahr sein… Und jetzt wollte sie auch noch gehen. Das konnte er nicht zulassen! Er wollte nicht so auseinander gehen. Vielleicht war noch etwas zu retten… Ohne nachzudenken ergriff er ihren Arm und drehte sie zu sich um. „Geh nicht. Ich wollte nicht… Hör mir zu. Es tut mir leid, okay? Ich wollte dich nicht verurteilen, aber dich so mit Lupin zu sehen… das hat mir nach Bellatrix und Potter den Rest gegeben. Vielleicht habe ich ein wenig überreagiert. Aber du hättest mir diese Worte auch nicht unbedingt ins Gesicht schleudern müssen…“ Er wusste nicht, wie sie jetzt reagieren würde. Falls sie weglaufen würde, könnte er ihr nicht mehr unter die Augen treten. Er war sonst nicht so offen. Diese Worte waren für ihn schon ein großen Stück. Ob sie wusste, was ihn das gerade kostete?
"Nein, ohje...Das is nicht deine Schuld, ich hab mich idiotisch aufgeführt. Es tut mir auch Leid...Es ist nur, ich.. ich bin nicht gut in diesen Liebes-Sachen.. Oh, ich weiß überhaupt nicht ob du mich magst und jetzt hab ich das gesagt, vergiss es am besten wieder." Er sah, wie sich ihre Wangen leicht rosa verfärbten und musste lächeln. In … Liebes-Sachen? Er musste leise auflachen, doch es war nicht mehr verspottend oder gar kalt. Es lag ehrliche Freude darin. Vorsichtig legte er seine Hand unter ihr Kinn und hob ihren Kopf, sodass er sie anschauen konnte. „Denkst du etwa, ich bin gut darin? Aber das heißt noch lange nicht… dass man es nicht versuchen kann“, wisperte er leise und wie er sie so anblickte, ihre eisblauen Augen sah, das weiche, braune Haar in seinen Fingern, konnte er nicht anders, als sich ihr langsam zu nähern und schließlich seine Lippen ganz sanft auf ihre zu legen. Es war ein kurzer, einfacher Kuss, um ihr zu zeigen, was er fühlte und es war sicher nicht der Alkohol, der ihn dazu bewegt hatte. Als er sich von ihr löste lächelte er und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht. Was würde sie nun tun?
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Samantha Darrell
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BeitragThema: Re: Der See    Fr Jan 27, 2012 12:39 pm

Verdammt, was machte sie da eigentlich? War sie hergekommen, um Severus zu verletzen? Das war doch eigentlich das letzte, was sie wollte… Und doch war das gerade eben passiert, sie hatte sogar Potter eingesetzt, um ihm zu schaden… Wie konnte sie nur so dumm sein? Bitte lass mich nicht gehen, dachte sie verzweifelt, doch dann tat sie den ersten Schritt, den zweiten Schritt, und noch immer fühlte sie nicht seine Nähe… Sie hatte es vermasselt. Sie wurde gerade losschluchzen, als sich eine warme Hand um ihren Oberarm schloss und sie sanft zurück zog. Und plötzlich waren sie sich ganz nah, seine Augen waren nun nicht mehr gänzlich eiskalt, es lag eher ein undefinierbarer Schmerz in ihnen… „Geh nicht. Ich wollte nicht… Hör mir zu. Es tut mir leid, okay? Ich wollte dich nicht verurteilen, aber dich so mit Lupin zu sehen… das hat mir nach Bellatrix und Potter den Rest gegeben. Vielleicht habe ich ein wenig überreagiert. Aber du hättest mir diese Worte auch nicht unbedingt ins Gesicht schleudern müssen…“, sagte Severus leise. Sam musste unwillkürlich lächeln. Das hätte sie nicht erwartet – alles andere, aber nicht das. Der undurchdringbare Severus Snape ganz zahm, und das nachdem sie ihn solche Sachen an den Kopf geworfen hatte. Sie seuzfte. „Nein, ohje...Das is nicht deine Schuld, ich hab mich idiotisch aufgeführt. Es tut mir auch Leid...Es ist nur, ich… ich bin nicht gut in diesen Liebes-Sachen… Oh, ich weiß überhaupt nicht ob du mich magst und jetzt hab ich das gesagt, vergiss es am besten wieder.“, sie wurde sofort rot und sah auf den Boden. Plötzlich war der richtig interessant. Wieso hatte sie das gesagt? Oh Gott. Aber… es fühlte sich richtig an. Sie spürte sanfte Finger, die ihr Kinn vorsichtig anhoben, so weit, bis sie ihm direkt in die Augen sah. Er lachte leise, und bei dem Geräusch wurde Samantha ganz warm. „Denkst du etwa, ich bin gut darin? Aber das heißt noch lange nicht… dass man es nicht versuchen kann“ Und mit diesen Worten beugte er sich zu ihr herunter und drückte seine Lippen ganz leicht gegen ihre. Es war ein kurzer, süßer Kuss. Ihr erster richtiger Kuss.

So saßen sie eine Weile am Ufer des dunklen Sees, einmal tauchte der Krake auf und zog einige Kreise über Wasser, bevor er wieder abtauchte und das Wasser gluckend über ihm zusammenschlug, Sams Rücken an Severus‘ Brust, ihre Augen geschlossen. Sie summte irgendein Lied, das ihr gerade in den Kopf kam, eine kleine, belanglose Melodie, ein Wiegenlied, das ihre Mutter ihr immer vorgesungen hatte, als sie noch ein Kind war. Das ist Jahre her, doch fühlte sie sich nun in Severus‘ Armen genauso wohl wie bei ihrer Mutter damals. Sicher, geboren, geliebt…
Fast automatisch strichen ihre Finger über seine Arme, fuhren die Narben nach,… Eine kleine Besorgnis machte sich in ihr breit. Wer hatte sie ihm zugefügt? Für einen kurzen Moment spielte sie mit dem Gedanken, ihn einfach zu fragen, aber dann überlegte sie es sich doch anders; wenn er ihr davon erzählen wollte, dann würde er das tun. Stattdessen fiel ihr wieder etwas ein und sie lächelte: „Erinnerst du dich daran, dass ich dich gebeten habe, mir Okklumentik beizubringen? Ich denke, es ist ein guter Zeitpunkt, um damit anzufangen.“
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BeitragThema: Re: Der See    Sa Jan 28, 2012 5:40 am

Gemeinsam ließen sie sich am Ufer des Sees nieder, lehnten sich an den Stamm des alten Baumes, an dem Severus eben noch seinen dunklen Gedanken nachgehangen hatte. Lächelnd zog er Samantha in seine Arme und strich ihr gedankenverloren durch die Haare. Wie sich so schnell alles ändern konnte. Ein kleines Lächeln schlich sich auf seine Lippen und sie beobachteten die Kraken, wie er seine Kreise an der Wasseroberfläche drehte. Man könnte meinen er gluckste fröhlich. Nach wenigen Minuten tauchte er wieder unter und verschwand in den Tiefen des Sees. Wie viele Meter unter der Oberfläche er lebte, wusste wohl keiner so genau.
Severus konnte kaum einen zusammenhängenden Gedanken fassen. Vielleicht war das auch gut so. Einfach den Moment zu genießen. Das Hier und Jetzt. Keine sinnlosen Überlegungen von dem was werden konnte oder auch nicht, keine Grübelei über das was war. Einfach die Gegenwart erleben. Und die sah so aus, als wäre sie nicht mehr zu übertreffen. Der junge Snape lächelte darüber, dass er jetzt so dachte, wo er doch vor wenigen Minuten noch der vollen Überzeugung war, dass *er* sicher niemals glücklich sein würde.
Er lauschte dem leisen Summen von Samantha. Es wirkte einschläfernd, beruhigend. Er merkte, wie der Alkoholpegel in seinem Blut langsam aber sicher immer weiter sank. Noch eine Stunde hier draußen an der frischen Luft und er hätte wieder einen vollkommen klaren Kopf. Doch im Gegensatz zu sonst fürchtete er sich nicht vor den Konsequenzen, die das nach sich zog. Denn schließlich hatte er jemanden an seiner Seite. Er spürte, wie die junge Slytherin vor ihm sanft über seinen Arm strich, bemerkte, wie ihr Blick auf den noch nicht verheilten blauen Flecken ruhte, auf den vereinzelten Narben, die er nicht hatte heilen können. Würde sie ihn darauf ansprechen? Er hoffte, dass sie es nicht tat. Er wollte nicht daran denken. Irgendwann konnte er es ihr erzählen, aber nicht heute. Denn da war die Angst, dass sie ihn doch noch von sich stoßen könnte. Sentimental wie immer, Snape? Er schüttelte den Kopf, was ihn schwindeln ließ, als ihn Samantha unterbrach. „Erinnerst du dich daran, dass ich dich gebeten habe, mir Okklumentik beizubringen? Ich denke, es ist ein guter Zeitpunkt, um damit anzufangen.“
„Natürlich erinnere ich mich. Gut, dann lass uns anfangen. Setzt dich mir gegenüber.“ Er wartete, bis sie sich zu ihm umgedreht hatte, blickte ihr in die Augen und konnte im Moment noch einiges darin lesen. Leiser war das nicht die beste Möglichkeit, um Okklumenik zu lehren. Am besten war es, wenn man einen Lehrmeister hatte, der Legelimentik beherrschte. So konnte man sehen, ob der Unterricht Früchte trug, so wie es Professor Armado bei ihm gemacht hatte. Doch solange Severus sich die Kunst des Gedankenlesens noch nicht angeeignet hatte, musste es auch so gehen. „Jetzt schließe deine Augen. Versuche, alle Bilder, die du jetzt siehst, zu vertreiben, deine Gefühle vollkommen auszublenden. Einfach loszulassen. Nichts darf dich mehr berühren. Vergiss deine Gedanken, deine Sorgen und Ängste. Versuche einfach, eine große Leere in deinem Kopf zu erschaffen“, redete er leise auf sie ein und beobachtete, wie sich ihr Körper entspannte, sie irgendwann ganz regelmäßig atmete und wirklich von allen Kleinigkeiten, die in ihrem Kopf herumgeisterten Abstand nahm. „Sieh mich an“, flüsterte er und lächelte, als ein Teil der Anspannung sofort zurückkehrte, als sie sich umblickte. „Du darfst deine Umgebung nicht so genau analysieren. Das verbindest du wieder mit tausend Gedanken und Erinnerungen und das macht dich zu einem offenen Buch. Wobei du dich gut schlägst.“ Er lächelte und strich über ihre Wange. „Noch einmal…“

Severus hätte nicht sagen können, wie spät es war, als sie sich schließlich erhoben und sich auf den Weg zurück zum Schloss machten. Der Mond war inzwischen hinter den Wolken verschwunden und sie mussten sich mit ihren Zauberstäben den Weg leuchten. Was eigentlich äußerst riskant war, denn sollte ein Lehrer durch Zufall aus dem Fenster sehen, würden sie sofort auffliegen. Doch ihnen schien das Glück hold zu sein. Keiner entdeckte sie und ohne weitere Zwischenfälle kamen sie im Schloss an. Auch von Peeves war nichts zu sehen oder zu hören. Jetzt mussten sie nur noch gut im Gemeinschaftsraum ankommen. Als sie an der Großen Halle vorbei kamen, hörte Severus immer noch Stimmen, doch ihm kam es vor, als würden jetzt die Löwen vorherrschen. Kurz verzog er das Gesicht, dann legte er seinen Arm um Samantha und ging mit ihr in Richtung Kerker, durch das Gänge-Labyrinth bis hin zu einer unscheinbar wirkenden Mauer. „Filiis heredem“, murmelte er leise und die Wand senkte sich, damit sie hindurchgehen konnten. Kaum standen sie im schummrigen Gemeinschaftsraum, schloss sich das Loch auch schon wieder und es wirkte, als sei es ein Raum, ohne Hinauskommen.
Severus erblickte Regulus und Joyce, wie sie gemeinsam auf einem der schwarzen Sofas lagen und leise miteinander flüsterten. „Warum gehen wir nicht hinauf… dann stören wir auch niemanden“, sagte Severus bedeutungsschwer und nickte in die Richtung der beiden anderen Slytherins.

Tbc.: Haus Slytherin - Jungenzimmer
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Samantha Darrell
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BeitragThema: Re: Der See    Fr Feb 10, 2012 6:19 am

„Natürlich erinnere ich mich. Gut, dann lass uns anfangen. Setzt dich mir gegenüber.“, erwiderte Severus. Samantha unterdrückte ein Seufzen; nur sehr widerstrebend rückte sie von seinem warmen Körper ab. Als sie im Gegenüber im kalten Gras saß, und der Wind ihr einige ihrer Haarsträhnen ins Gesicht blies, bekam sie eine leichte Gänsehaut. Doch dann hob sie ihren Blick und sah direkt in Severus‘ warme, dunkle Augen, die sie gerade forschend musterten, und von ihrem Herzen aus breitete sich eine angenehme Hitze in ihrem Körper aus. Das Kribbeln, das darauf folgte, ließ jede Müdigkeit verschwinden, und sie wartete geduldig, bis er ihr weitere Instruktionen gab. „Jetzt schließe deine Augen. Versuche, alle Bilder, die du jetzt siehst, zu vertreiben, deine Gefühle vollkommen auszublenden. Einfach loszulassen. Nichts darf dich mehr berühren. Vergiss deine Gedanken, deine Sorgen und Ängste. Versuche einfach, eine große Leere in deinem Kopf zu erschaffen“, sagte er mit leiser, sanfter Stimme. Sam schloss die Augen und versuchte die umher wirbelnden Gedanken aus ihrem Kopf zu verbannen, doch das war im Moment recht schwer – gerade dachte sie daran, wie oft Severus diese Kopf-leer-machen-Übung gemacht hatte. An nichts mehr denken. Sie konnte sich nicht helfen, aber sie meinte eine immerwährende Traurigkeit, etwas Dunkles zu spüren, immer wenn er dachte, unbeobachtet zu sein. Doch auch das war seine Sache – ihre Aufgabe war es, ihn davon abzulenken und ihn glücklich zu machen. Was ihre Eltern wohl sagen würden, wenn sie ihnen erzählte, dass sie nun einen Freund hatte? Ihre Eltern, die sie mit einem einflussreichen, wohlhabenden Reinblut verheiratet sehen wollten? Sie horchte in sich hinein, doch dann bemerkte sie etwas: Es war ihr egal.
Sie war nicht mehr das kleine Mädchen, auf das ständig aufgepasst werden musste. Sie war nun groß und konnte für sich sorgen. Und da war es doch wohl auch ihre Sache, wen sie liebte, und wen nicht.
Und damit sperrte sie ihre Gedanken und Gefühle aus dem Kopf, versuchte sich locker zu machen, und atmete tief durch. Sie fühlte nichts, dachte nichts, wollte nichts. Nichts zählte, außer das Hier und Jetzt.
„Sieh mich an“, flüsterte Severus. Sam öffnete die Augen, sah sich um, spürte den Wind in den Bäumen, sah ihn… – er lächelte, und Sam runzelte die Stirn. Ihre gedankenlose Konzentration war mehr als weg. „Du darfst deine Umgebung nicht so genau analysieren. Das verbindest du wieder mit tausend Gedanken und Erinnerungen und das macht dich zu einem offenen Buch. Wobei du dich gut schlägst.“ Er lächelte noch einmal und strich sanft über ihre Wange. „Noch einmal…“

Es war spät, als sie sich endlich erhoben, um zu ihren Schlafräumen zu gehen. Wie spät es genau war? Samantha wusste es nicht. Ihr war es auch egal. Immerhin hatte sie ihre Zeit sinnvoll genutzt, auch wenn sie nun unglaublich müde war. Nicht nur körperlich, sondern auch geistig – besonders geistig. Auch der Mond war nicht mehr zu sehen, und so mussten sie mit ihren Zauberstäben den Weg vor ihnen beleuchten. Riskant – doch niemand schien sie zu bemerken.
In der Großen Halle schien immer noch der Bär zu steppen, allerdings wohl zum größten Teil wegen den Gryffindors. Wer außer Andromeda, Regulus, Salazar, Joyce und ihr hatten noch die Halle verlassen?
Als sie auch die Halle passiert hatten, legte Severus ihr einen Arm um die Schultern und zog sie an sich. Samantha lächelte – daran könnte sie sich gewöhnen. „Filiis heredem“, murmelte er leise, als sie vor der Wand standen, an der der Eingang zum Gemeinschaftsraum war. Der Durchgang erschien, und als sie in den Gemeinschaftsraum traten, verschwand er ohne das geringste Geräusch wieder. Sam folgte Severus‘ Blick und sah Regulus und Joyce zusammen auf einem der schwarzen Sofas liegen und miteinander flüstern. Dass ausgerechnet Joyce diejenige war, die Regulus harte Schale aufbrach, leuchtete Sam immer noch nicht ein… Aber sie akzeptierte es. Sie schienen wirklich glücklich. „Warum gehen wir nicht hinauf… dann stören wir auch niemanden“, meinte Severus mit einem bedeutungsvollen Blick zu den zwei Turteltauben. Samantha lächelte. „Das wäre doch eine Idee“

Zum Glück galt diese strikte Geschlechtertrennung in den Schlafsälen nur teilweise – die Mädchen konnten ohne Probleme zu den Jungen. Wirklich praktisch.
Dort angekommen setzten sie sich auf Severus‘ Bett, vor dem schon der große Schrankkoffer stand, und redeten. Über belanglose Themen, über ihre Mitschüler – über alles, außer über sich selbst. Vielleicht war es etwas zu früh, um den ganzen persönlichen Wahnsinn auf einmal rauszulassen.

Nach einiger Zeit, sie hatten schon ein paar Minuten geschwiegen, begannen Samanthas Augen wieder zuzufallen. Doch wenn sie jetzt einschlief, hätte das ungute Konsequenzen – trotz allem war es verboten, sich in den Schlafsälen des anderen Geschlechts aufzuhalten. Also setzte Sam sich resignierend auf und strich Severus sanft über die Wange. Er schien zu wissen, was jetzt kam, denn sein Blick verdüsterte sich ein bisschen. „Ich denke, ich werd‘ jetzt gehen. Wir sehen uns morgen wieder… schlaf gut.“ Damit beugte sie sich ein letztes mal hinunter und drückte ihre Lippen kurz auf seine.

Überrascht sah Sam, dass der Schlafsaal schon halb besetzt war, als sie eintrat. Andromeda und Joyce schienen noch nicht zu schlafen, doch trotzdem schloss sie die Tür leise. Sie lächelte ihrer Freundin zu und ging dann auf das Bett zu, das seit Jahren ihres war: Es war das, das direkt unter einem Fenster stand, in der oberen linken Ecke des Zimmers, direkt neben Bellatrix‘ und Andromedas Bett.
Als sie bettfertig war, schlug sie die Decke zurück und zog die schweren Samtvorhänge um ihr Bett zu. Zufrieden sank sie in das weiche Kissen und schloss ihre Augen. Der Tag hatte noch besser geendet, als er angefangen hatte…

tbc.: Mädchenzimmer Darrell - 2x Black - Winston
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Remus Lupin
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BeitragThema: Re: Der See    Sa Feb 25, 2012 5:10 am

cf: Die Ländereien

Remus Lupin war kein Mensch der Seiten in Büchern mit einem Knick im Papier markierte. Er war niemand der jemanden die Meinung offen ins Gesicht sagte wenn er wusste dass es demjenigen weh tun würde. Remus wusste eine Menge über sich selbst. Aber er wusste nicht wieso er es nicht schaffte seine Tränen zum versiegen zu bringen.
Vergeblich versuchte er seinen Körper unter Kontrolle zu bekommen. Er war es gewöhnt die Kontrolle abgeben zu müssen und er wusste wie es sich anfühlte wenn er nicht mehr Herr über seine Sinne und Gefühle war. Aber das hier war etwas anderes. Er gab sich wirklich Mühe sich zu beruhigen und die Tränen zu stoppen, aber es wollte einfach nicht funktionieren. Er war sich sicher das er sich in ein paar Stunden für diesen Gefühlsausbruch schämen würde – Remus wollte niemand sein den man für labil hielt. Doch er wusste dass alle es taten. Er wollte nicht noch schwächer dastehen wie er es ohne hin schon tat.
Er drehte sich etwas von dem Geschehen einige hundert Meter vor ihm ab.
Er konnte diese Menschen dort nicht ertragen. Diese Schüler die keine großen, bedeutenden Probleme hatten. Er war ein aufmerksamer Beobachter und auch wenn er mit den meisten dieser Menschen weder befreundet noch großartig bekannt war, wusste er wer sie waren. Er konnte sie alle benennen und sagen aus welchen Familienverhältnissen sie stammten. Es war einfache … Kinder. Jugendliche mit Freunden, Sorgen, Ängsten. Mit Glück und Zufriedenheit und Angst vor Spinnen und Dunkelheit.
Er wusste das Peter Angst hatte alleine zu sein, das er sich dafür fürchtete ein Außenseiter zu sein und er wusste das ein Schauer über James Rücken lief, wenn er daran dachte das Lily möglicherweise niemals bemerken würde wie großartig er in Wirklichkeit war – aber was war das schon? Sorgen, einfache Sorgen für die man auch eine Träne vergießen durfte. Aber … er konnte einfach nicht damit aufhören sich selbst zu bemitleiden. Möglicherweise hatte er das alles hier verdient, vermutlich kam jedem Menschen auf der Welt der gleiche Anteil an Pech zu Gute, aber er wurde das Gefühl nicht los das er seinen Anteil schon aufgebraucht hatte. Das Leben war ihm schuldig das er endlich glücklich wurde.
Richtig glücklich – so sehr das es weh tat. Aber vielleicht verlangte er zu viel. Niemand war so sehr glücklich. Vor allem keine Menschen die nichts wert waren.

Remus bemerkte wie Sirius in der kleinen Gruppe von Schülern stockte. Niemand sonst hatte ihn bemerkt. Gott sei Dank, es reichte schon dass die alten Runen Schüler gesehen hatten wie er stürmisch den Unterricht verlassen hatte. Nun würden sie ihn sicherlich für nur noch verrückter halten. Der komische Lupin mit seinen Geheimnissen. Aber tief in seinem Inneren wünschte er sich das sie ihn mögen würden. Nicht die Slytherins. Aber alle anderen, so wie James und Sirius überall gemocht und geschätzt und manchmal auch verflucht wurden. Er wollte einfach nur normal sein und die Möglichkeit haben beliebt zu sein. Im Moment hatte er sie nicht, er durfte keine Freunde haben - das war eine der Abmachungen gewesen bevor er Hogwarts besuchen durfte. Doch er hatte die drei besten Freunde und er wusste eigentlich dass er mehr nicht brauchte. Er konnte mehr als nur froh sein so tolle Freunde zu haben, die zu ihm standen egal was er war und zu was er fähig war. Es störte ihn viel mehr das er nicht die Möglichkeit hatte sein Leben so zu gestalten wie er wollte. Wie es jeder in seinem Alter machen konnte …
Er seufzte leise und wischte sich abermals mit seinem Ärmel über die geröteten Augen.
Sirius löste sich aus der kleinen Gruppen – er hatte weder James noch Peter zu bedeuten gegeben das sie mitkommen sollte.
Das überraschte den Lupin … Sie gehörten wohl alle vier zusammen und er hatte kein Problem mit einem von ihnen alleine zu sein. Aber Sirius musste doch mitbekommen haben das irgendetwas nicht stimmte und er kam trotzdem und zwar alleine. Remus versuchte seine Tränen zu verstecken. Er wollte nicht dass der Black sie sah, er wollte seinen Freund nicht in eine Situation bringen mit der er nicht umgehen konnte. Den Remus wusste dass Sirius niemand war der mit schweren, tiefen Gefühlen umgehen konnte, Gefühle die nichts mit der Freude einer ausschweifenden Party zu tun hatten. Dabei war Sirius vermutlich einer der wenigen Schüler die sich über traurige Gefühle Gedanken machen mussten. Auch wenn er niemals von seiner Kindheit oder seine Familie erzählte, ahnte der Lupin das irgendetwas nicht stimmte. Er hatte Regulus erlebt und wie feindlich er seinem Bruder gegenüber war und er hatte Mr. und Mrs. Black gesehen, wie sie gefühlskalt ihren Sohn am Bahnhof begrüßten. Das war nicht normal und Sirius schaffte es vermutlich einfach nicht mit seinen Freunden darüber zu reden und deswegen fraß er all den Kummer in sich hinein – auch er hatte keine Möglichkeit, keine Möglichkeit auszusprechen was er dachte. Aber vermutlich dachte er oft an seine Vergangenheit und seine Familie … Das was man niemals ausspricht ist meistens das was einem niemals aus dem Kopf geht.

Mit schnellen Schritten lief Sirius die Anhöhe hoch und kurz bevor Remus seinen Mund aufmachen wollte um irgendetwas zu sagen – er wusste nicht einmal was … schloss Sirius ihn in seine Arme. Überrascht hielt Remus den Atem an und blieb wie angewurzelt stehen. So oft hatte er Sirius umarmt, aber niemals hatte Sirius ihn umarmt. Zu mindestens niemals so. Der Lupin entspannte sich und atmete aus.
Er spürte den Atem des Blacks in seiner Halsbeuge aber in seinem Körper war nichts als Trauer und … er konnte es nicht beschreiben, aber er fühlte sich so erwünscht. Und nichts in seinem Körper sprach gegen diese Gefühle. Nichts. Niemand. Kein Wolf. Dabei war Sirius ihm so nah, so nah an seinem Hals. Eine Stelle an die der Wolf niemand kommen ließ, den wenn er diese Stelle jemand darbot hatte dieser sein Leben in der Hand. In einem Wolfsrudel tat man dies nur wenn man jemandem vertraut. Remus schluchzte leise auf – natürlich vertraute er Sirius, er würde im sein Leben in die Hände legen, aber es war wunderschön zu wissen das dieser verdammte Wolf in ihm es auch tat. Früher war das nicht so gewesen, was hatte sich verändert?
Remus bewegte sich kurz in Sirius Armen. Irgendwie war das alles zu viel. Zu viel über das er nachdenken musste, zu viel was neu und viel zu viel was unverändert war.
Sirius ließ ihn los und der kalte Wind des Lebens riss wieder an seiner Kleidung. Bei Sirius war es so warm gewesen und er hatte sich so geborgen gefühlt. Und es war nicht schlimm, dass er in diesem Moment schwach gewesen war und sich immer noch wie ein Mädchen aufführte. Es würde die Zeit geben in der er sich dafür schämen könnte, aber die war nicht jetzt und Sirius gab ihm keinen Moment den Anlass sich zu schämen.
Er war so anders. Niemals hatte er geahnt das Sirius das einmal für ihn tun würde. Gut, er war schon immer der Ansicht gewesen das Sirius ein wunderbarer Freund war. Einer der einen vor Slytherins beschützte, sogar vor der verrückten Bellatrix. Einer der einem Schokolade oder Kakao ans Bett brachte wenn man krank war und es sogar schaffte im Unterricht ein paar Stichpunkte für ihn mitzuschreiben wenn er nach einem Vollmond mal wieder tagelang in der Krankenstation lag. Er war … perfekt auf seine Art. Aber Sirius war niemand der einen in den Arm nahm und so fest drückte das es beinahe weh tat, nur weil man ein paar Tränen weinte – bisher war er das nicht gewesen. Nun anscheinend schon.
Remus seufzte leise und gab sein möglichstes seinen Atem unter Kontrolle zu bringen, denn so wirklich beruhigt hatte er sich noch nicht.
Sirius schaute zurück auf den Unterricht und dann zurück in Remus Augen die von dem vielen Weinen ganz hell waren. “Komm“, sagte er so leise und behutsam wie es Remus von ihm nicht kannte. Sirius war niemand der leise sprach, Sirius war jemand der immer Aufmerksamkeit bekam und dafür musste man laut sein. Der Größere schnappte sich Remus Hand und zog ihn die Anhöhe hinunter in Richtung des Sees.
Nach wenigen Minuten ließ er seine Hand wieder los und Remus war auf merkwürdige Art und Weise froh darüber. Das war alles zu verwirrend, diese ganzen Veränderungen. Er war so froh das Sirius für ihn da war, auch wenn dieser dafür seinen Unterricht schwänzte was ihm eigentlich nicht Recht war.

Als die beiden am See ankamen, zog Sirius seine Jacke aus und breitete sie schnell auf dem kühlen Boden aus. Der Krake schwamm einige sichere Meter vom Ufer seine Kreise und streckte einen seiner langen Arme nach einem vorbei fliegenden Vogel aus.
„Ich wusste dass so etwas kommen würde. Merlin, warum bin ich nicht mitgekommen. Diese törichten Schlangen mache ich fertig… und wenn es das letzte ist was ich tue. Es war doch klar dass so was kommt… Was ist passiert?“
Sirius drückte Remus mit sanfter Gewalt auf die am Boden liegende Jacke. Der Werwolf setzte sich mehr oder weniger freiwillig hin und zog die Beine an seinen Körper, schlang die Arme um seine Knie und legte sein Gesicht auf ihnen ab. Sirius sah so … wütend aus. Etwas was ihm vorher noch nicht aufgefallen war. Er roch sogar wütend. Auf einmal hatte Remus Angst davor wie der Black reagieren würde, wenn er ihm von den Geschehnissen erzählen würde.
„Geh wieder in den Unterricht Sirius“, flüsterte Remus leise. Er wollte zu einem ‚es ist alles in Ordnung’ ansetzten, aber Sirius sah ihn warnend an und deswegen seufzte der Lupin leise.
Sirius war ein Sturkopf, er würde nicht hier raus kommen und irgendwie wollte er es ihm auch erzählen. Selbst wenn er wusste das es ein Fehler war … das es besser wäre wenn er es nicht tun würde.
„Andromeda und Salazar haben sich in die Haare bekommen.“, setzte er an …. Aber was sollte er nun sagen? Sie haben sich in die Haare bekommen wegen dir. Irgendwie bekam er das nicht über die Lippen. Er wollte nicht mit Sirius über Salazar reden. Er wollte nicht dass er wütend aufsprang um seine Cousine aufzusuchen, die es doch wirklich gewagt hatte seine Salazar zu beleidigen. Eigentlich wollte er dass er für ihn da war. Und nicht für Salazar. Aber wenn er die Geschichte erzählen würde, musste er davon berichten was mit der Slytherin passiert ist – und dann wird Sirius für sie da sein und nicht für ihn.
Dabei war Sirius doch niemand der Freundinnen hatte – aber er war heute so anders, vielleicht hatte er sich verliebt? Anscheinend veränderte so etwas doch Menschen …
Remus seufzte abermals leise.
„Naja, auf jeden Fall haben sie sich gestritten. Und dann kamen Bellatrix und Regulus rein und dann wurde alles schlimmer. Die beiden sich Andromeda helfend zur Seite gesprungen und dann kam noch Joyce und alle haben sie auf Salazar herum gehackt. Und dann hat … dann hat Bellatrix Salazar verhext … sie hat ihr weh getan, Sirius. Sie hat richtig geschrien und dann hab ich Bellatrix entwaffnet. Salazar geht es wieder recht gut, sie hat einen Trank von Alice bekommen. Bellatrix hat es sich natürlich aber nicht nehmen lassen mich zu bedrohen. Sie kann einem richtig Angst machen.“ Der Lupin wurde gegen Ende seiner Rede immer leiser und hob den Blick nicht von seinen Knien.
Kurze Zeit sagte er nichts. Er wagte es nicht Sirius in die Augen zu sehen, denn er wusste nicht wie sein Freund auf diese Geschichte reagieren würde. Er ließ seinen Blick über den See schweifen und schaute zu wie der Krake einen kleinen, unaufmerksamen Vogel erwischte. Remus schluckte hart und wandte seinen Blick schnell ab.
Dann sah er Sirius doch in die Augen. „Ich will einfach nur normal sein.“, sagte er mit brechender, flüsternder Stimme und es war ihm egal dass dieser Satz vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen war.
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BeitragThema: Re: Der See    Sa Feb 25, 2012 7:20 am

Sirius bemerkte erleichtert, dass Remus sich auf seine Jacke setzte. So konnte er ihm nicht mehr so schnell weglaufen und er würde sich nicht erkälten bei dem nassen Gras. Das Adrenalin rauschte durch seinen Körper, ein Gefühl das er normaler Weiße liebte… jetzt war es nur störend. Sein Körper machte sich schon mal für das bereit was kommen würde… was kommen müsste. Niemand sprang so mit Remus um. Jedoch versuchte Sirius realistisch zu bleiben, objektiv gesehen war es wohl im Moment am wichtigsten dafür zu sorgen das es Remus schnell besser ging, den Sirius gefiel es gar nicht, dass er immer noch so um seine Fassung ringen musste. Sirius schloss kurz die Augen und zählte in Gedanken wieder bis drei und diesmal half es. Er musste jetzt da sein und auch wenn es viel leichter wäre, einfach hoch zum Schloss zu gehen und diesen Slytherins schön eine zu verpassen, blieb er.
“Geh wieder in den Unterricht, Sirius“ sagte Remus leise. Sirius warf ihm einen Blick zu, der wohl alles sagte. Um nichts in der Welt würde er sich jetzt einfach umdrehen und zurück zum Unterricht gehen und Sirius war sich sicher, dass Remus das auch wusste. Er war stur wenn er wollte und jetzt wollte er.

„Andromeda und Salazar haben sich in die Haare bekommen.“ ´fing Remus schlussendlich doch an… er blickte auf den Boden als würde er sich schämen oder als würde er ihm irgendetwas verheimlichen. Er machte eine Pause als müsste er überlegen, wo er eigentlich anfangen sollte. Sirius dachte angestrengt nach, was für ein Problem Andromeda und Salazar haben könnten. Sirius hatte eigentlich immer das Gefühl gehabt, dass Andromeda mit so gut wie allen Schülern einigermaßen zurechtkam.

„Naja, auf jeden Fall haben sie sich gestritten. Und dann kamen Bellatrix und Regulus rein und dann wurde alles schlimmerSirius merkte, wie es wieder anfing in seinen Ohren zu rauschen. Und er hatte nur für einen Moment, nur für einen einzigen Moment gehofft, dass Remus nur so aufgelöst wegen dem Streit von Andromeda und Salazar war. Aber natürlich musste Bellatrix irgendetwas dazu beigetragen haben, eigentlich hatte er es auch von Anfang an gewusst und Regulus, der ihr am Rockzipfel hing… “Die beiden sind Andromeda helfend zur Seite gesprungen und dann kam noch Joyce und alle haben sie auf Salazar herum gehackt. Und dann hat … dann hat Bellatrix Salazar verhext … sie hat ihr weh getan, Sirius. Sie hat richtig geschrien und dann hab ich Bellatrix entwaffnet.Sirius schloss die Augen. Er konnte sich gut denken welchen Zauber Bellatrix da angewendet hatte, auch wenn es kaum vorstellbar war. Er kannte die Unverzeihlichen, natürlich… wenn man ein Black war kam man im süßen Alter von 3 Jahren schon mit so etwas weitläufig in Kontakt. Sirius hatte in seinem Leben schon ein paar Hauselfen um ihr Leben schreien hören, sie haben gezappelt und gefleht sie um zubringen und Sirius hatte Menschen gesehen, die Sachen taten und Dinge sagte, die nicht zu ihnen passte, die genau das machten, was man von ihnen wollte. Er hatte den Crucatiusund den Impervius gesehen. Und obwohl der Erste einen unermesslichen Schmerzen bereitete, hätte er sich nicht entscheiden können, welche von den beiden angenehmer zu ertragen wäre. Wahrscheinlich der letzte von den Dreien der Avada Kedavra und weil Sirius dass kannte, weil er all dieses Leid gesehen hatte und weil er selber schon so viele Schmerzen aus unerfindlichen Gründen erlebt hatte, genau aus diesem Grund konnte er so wenig verstehen, dass Bellatrix das wirklich getan hatte. Es war so… unmenschlich. So etwas tat man einfach niemanden an, dafür gab es keine Entschuldigungen, keine Erklärungen… es war einfach unverzeihlich. Und wenn Sirius ehrlich war, dann hatte er das Bellatrix nicht zugetraut. Aber vielleicht hatte er sie nur überschätzt und sie war noch erbärmlicher wie er sowieso gedacht hatte. So einen Fluch anzuwenden, das war so stillos und Sirius konnte sich nicht vorstellen, dass die anderen Slytherins davon angetan sein würden… das Regulus davon angetan war. Und Remus hatte sich Bellatrix einfach in den Weg gestellt, mal wieder bemerkte Sirius dass niemand so berechtigt in Gryffindor war wie Remus. Es war ungeheuer mutig von ihm gewesen. “Salazar geht es wieder recht gut, sie hat einen Trank von Alice bekommen. Bellatrix hat es sich natürlich aber nicht nehmen lassen mich zu bedrohen. Sie kann einem richtig Angst machen.“ Sirius sprang eilig auf. Hatte er gesagt, dass er still sitzen und brav sein wollte. Nur einmal sich benehmen und das tun was richtig ist? Das war vergessen. Bellatrix hatte Remus bedroht und das würde er nicht zulassen.

„Moons, wir passen auf dich auf. Bellatrix wird dir nichts tun… Wirklich, ich werde nicht zulassen dass sie dir wehtut. Nicht dir“
Sirius vergrub seine Hände tief in das Gras unter ihm. Weil der Widerstand so hart war, das es weh tat und er trotzdem immer weiter drückte bis es nicht mehr ging. Das half ein wenig. Das Bellatrix Remus bedroht hatte, zeigt ja nur dass sie auf eine Weiße, dass sie Angst vor ihm hatte…

Irgendwie hatte er fast schon das Gefühl, sich für seine „Familie“ schämen zu müssen. Bellatrix hatte es übertreiben… natürlich, aber wenn er so etwas erwartet hatte von einem Teil seiner Familie, dann von ihr. Aber er hätte nie gedacht, dass Regulus nur daneben stehen würde… Remus hatte wohl nicht gesagt, dass er aktiv mit dabei war aber er hatte auch nicht gesagt, dass er etwas dagegen unternommen hatte. Doch nicht Regulus, der Junge der im Alter von drei Jahren immer in sein Bett gekrochen kam, weil er Angst vor Gewitter hatte und wusste dass sein Vater über solch Belanglosigkeiten wie Angst nur lachen würde. Vielleicht wusste Regulus nicht mehr wie viele Nächte er bei Sirius verbracht hatte. Sirius wusste es.

Jetzt musste er nur genauer darüber nachdenken, wie sie weiter vorgehen würden. Sirius würde den Syltherins bestimmt nicht den Triumpf lassen, den sie jetzt verspürten weil sie Remus traurig gemacht hatten.
Sirius sah Remus an und bemerkte dass dieser ihn direkt ansah. Als seine Augen die seinen fanden, machte sich wieder dieses Gefühl in ihm breit, es zerrte und drückte an ihm und in seinen Gedanken schrie ein Teil seiner Selbst, dass er ihn einfach in die Arme nehmen sollte während ein Art Teil sehr erwachsen und langweilig argumentierte, dass dies merkwürdig rüber kommen würde. “Ich will einfach nur normal sein“ sagte Remus dann unvermittelt und seine Stimme brach leicht am Ende des Satzes. Sirius‘ Bauch produzierte dieses schreckliche Fallgefühl, als würde man auf einer der wandelten Treppen eine der Trittstufen übersehen. Sirius tippte ihn leicht an die Schulter „hey, dass…“ aber dann wusste er nicht mehr was er sagen sollte. Was sollte man schon dazu sagen… Für einen Moment hatte Sirius den Drang laut heraus zuschreien, dass sich bald alles ändern würde, das alles gut werden würde und dass sie ihn nie wieder alleine lassen würden. Niemals in seinem Leben würde Sirius ihn mehr verlassen, für keine Vollmondnacht der Welt. Aber James und Sirius hatten sich abgemacht, noch einen Weile zu warten bevor sie mit Remus darüber reden würden… erst dann wenn sie sich absolut sicher sein würden, dass alles wie geplant funktioniert. Aber wie wollten sie sich eigentlich sicher sein? – Noch stand die größte Prüfung für sie an. Sie mussten herausfinden wie Moony auf sie reagiert. Und weil Sirius so gar nichts zu sagen hatten, was auch nur im geringsten aufmunternd sein könnte und weil die kleine Stimme in seinem Kopf nach Körperkontakt und nach dieser Remuswärme schrie, schlang Sirius wieder seine Arme um Remus und zog in dicht an sich.
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BeitragThema: Re: Der See    So Feb 26, 2012 5:03 am

Es war ein Fehler gewesen Sirius zu erzählen was im Klassenzimmer geschehen war. Remus wusste es als er beobachtete wie sein Freund seine Hände in dem feuchten Gras vergrub. Sein ganzer Körper spannte sich an und er sah wirklich wütend aus.
Der Black hatte sich schon zu oft mit den Slytherins angelegt, nur weil sie Remus beleidigt hatten. Und nun hatte er ganz nebenbei bemerkt das Bellatrix ihn bedroht hatte – das war wirklich keine gute Idee.
Der Lupin rechnete damit dass Sirius jeden Moment aufspringen und in das Klassenzimmer stürmen wurde, nur um wie ein Ritter in strahlender Rüstung für Gerechtigkeit zu sorgen und die Unschuldigen zu schützen.
Doch lange Zeit sagte der Black gar nichts. Remus konnte beinahe sehen wie es in seinem Kopf arbeitete, während er seine Hände immer weiter im feuchten Gras vergrub und versuchte sich zu beruhigen.
Wieso hatte er auch alles so ausufernd erzählen müssen? Irgendwie war das egoistisch gewesen, er wollte nur beruhigt werden … aber er hatte es geschafft das Sirius nun wütend war und sich möglicherweise mit seiner Familie anlegte. Wollte er das wirklich? Das Sirius sich gegen seine Familie – gegen seinen Bruder – stellte, nur um ihn zu schützen, ihn zu rächen? Nein! Ganz bestimmt nicht! Und er wollte auch nicht beschützt werden, er wollte nur dass Sirius nun für ihn da war.
Aber vielleicht war der Black nicht einmal mit Gedanken an seine Familie beschäftigt. Vielleicht war er nicht wütend weil sie mal wieder seinen besten Freund geärgert haben. Vielleicht dachte er einfach nur an sie, an Salazar. Daran was Bellatrix ihr angetan hatte. Etwas das tausendmal schlimmer war. Es wäre gerecht gewesen wenn Sirius an sie denken würde. Es wäre verständlich und angebracht. Doch Remus hoffte das er es nicht tat. Er wollte nicht das Sirius ihn nun verließ.
“Seid wann bist Du so egoistisch?“, schoss es dem Werwolf durch den Kopf. “Er gehört nicht Dir alleine …“
Doch nachdem Sirius sich alles durch den Kopf gehen lassen und im schweigend zugehört hatte, sprang er zornig auf. Remus sah ihn geschockt an: Er hatte das erwartet, aber trotzdem hatte er gehofft das es nicht so weit kommen würde.
„Setz dich wieder hin Sirius. Das bringt doch alles nichts“, flüsterte Remus leise und dann passierte etwas was er von Sirius nicht kannte – er gab nach.
Beinahe geschockt sah der Lupin seinen Freund an. Sirius hörte niemals auf ihn. Wenn er versuchte ihm Vorschriften zu machen, geschah meistens das genau Gegenteil: Er machte genau das was er nicht wollte. Er brach Regeln, verließ nachts das Bett, ging während der Schulzeit nach Hogsmead und all die anderen, kleineren Untaten die Remus hasste.
Noch niemals hatte er auf ihn gehört und nun setzte er sich wieder ins feuchte Gras und rupfte geistesabwesend an ihm herum – natürlich immer noch mit Zornesröte im Gesicht, aber er blieb und war damit außer Gefahr. Remus wollte nicht wissen was Bellatrix mit ihrem Cousin anstellen würde, wenn er nun in den Unterricht stürmen würde.
„Moons, wir passen auf dich auf. Bellatrix wird dir nichts tun… Wirklich, ich werde nicht zulassen dass sie dir wehtut. Nicht dir“
Als erstes wollte Remus sagen: ‚Hör auf mich so zu nennen’, weil er abermals spürte wie sich Wut in seinen Magen schlich wenn er diesen Namen hörte – und weil es ihn traurig machte weil er nicht verstand was es damit auf sich hatte, James und Peter allerdings schon.
Aber dann stockte er und sagte lieber nichts. Sirius Worte waren so lieb und aufmunternd und ihm wurde auf einen Schlag bewusst dass es nicht im geringsten um Salazar ging. Es ging einzig und alleine um ihn! Sirius machte sich nur um ihn Gedanken und um die Ungerechtigkeiten die ihm angetan wurden und nicht ihr. Dabei war Salazar wirklich schlimmer dran gewesen.
Er stellte die Freundschaft über die Liebe und eigentlich sollte ihn das freuen, aber die Trauer wollte doch nicht wirklich aus seinen Gefühlswelt verschwinden. Sirius sagte meistens das Falsche, zu den falschen Augenblicken. Jetzt hatte er allerdings genau das Richtige gesagt.
Aber als Remus leise ausstieß das er einfach nur normal sein wollte, wusste Sirius anscheinend nicht was er sagen sollte. Remus sah ihm ins Gesicht und bemerkte dass Sirius vergeblich versuchte die richtigen Worte zu finden. Der Lupin hätte gerne irgendeine wunderschöne Lüge gehört. Du bist doch normal Remus. Irgendetwas Dummes. Aber Sirius log ihn nicht an und vielleicht war es sogar besser so.
Sicherlich verwunderte es den Black das Remus nun so offen mit ihm sprach. Der Werwolf sprach nicht gerne mit seinen Freunden über sein Schicksal. Er wollte sie nicht Anteil an etwas haben lassen mit dem sie nichts zu tun hatten und mit dem sie auch nichts zu tun haben durften. Er wollte ihnen nichts über die Verwandlungen oder den Anfeindungen erzählen die ihm als Kind entgegen gebracht wurden, manche Erinnerungen taten einfach zu weh und er wollte mit seinen Freunden lieber die schöne Gegenwart in Hogwarts genießen – auch wenn ihn die Schrecken einmal im Moment wieder bewusst wurden.
Sirius setzte zu einem halben Satz an, doch dann unterbrach er sich. Vermutlich fehlten ihm einfach die Worte – doch er streckte abermals seine Arme aus und zog Remus in eine feste Umarmung.
Und das war das Beste was er hätte tun können. Remus schlang seine Arme um seinen breiten Rücken und ein Lächeln schlich sich auf seine Züge als Sirius Haare in seinem Gesicht kitzelten. Ihm wurde sofort warm ums Herz und er drückte seine Nase an Sirius Brust und roch seinen ganz speziellen Duft. Anders wie alles andere – irgendwie vertraut und doch gänzlich fremd, weil er so nah und intensiv war. „Danke“, hauchte er leise – und als sie sich nach wenigen Minuten trennten, rückte Remus etwas näher an Sirius heran, weil es einfach kalt war. Der Wind pfiff wie verrückt und der feuchte Boden tat sein übriges.
Remus zog seinen Stab aus seiner Hosentasche und ließ ein magisches Feuer entstehen. Es brannte mit einer bläulichen, wärmenden Flamme ohne sich von dem pfeifenden Wind beeinflussen zu lassen.
„Danke“, sagte der Kleinere nochmals. „Ihr seid wirklich die besten Freunde die sich jemand wie ich wünschen kann!“
Er räusperte sich kurz und wischte die letzten Spuren seiner Tränen aus dem Gesicht. Jetzt wollte er nicht mehr weinen – es gab keinen Grund mehr. Sirius war hier und James und Peter würden auch immer an seiner Seite stehen. Vielleicht war es gar nicht so schlimm ein verdammter Ausgestoßener zu sein, wenn man solche Freunde an seiner Seite hatte.

Aus dem Augenwinkel beobachtete er wie Sirius sich ein kleines bisschen entspannte. In Remus machte sich beinahe sofort ein schlechtes Gewissen breit. Der Black war für ihn da und hatte ihm ohne dazwischen zu rufen zugehört. Und was machte er? Er erzählte ihm nur die halbe Wahrheit! Er hatte nicht erzählt wieso sich Andromeda und Salazar in die Haare bekommen hatten. Und zwar wegen ihm. Remus wusste wohl nicht genau wie das Ganze angefangen hatte, aber er irgendwie hatte er das Gefühl das es Sirius wissen sollte.
„Sirius?“, fragte er leise. „Andromeda und Salazar haben sich wegen Dir gestritten.“ Er sah wie Sirius leicht überrascht aussah und wandte schnell seinen Blick ab. „Alle haben gesagt dass Du es nicht ernst mit Salazar meinst. Aber sie war sich so sicher das Du sie magst … Naja, weil ihr anscheinend gestern Nacht … naja, Du weißt schon … Beischlaf und so.“ Fast augenblicklich spürte er wie seine Wangen heiß wurden und er räusperte sich nochmals … „Ich glaub Du solltest das wissen …“
Oh man, war das alles peinlich. Normalerweise hatte er niemals Probleme damit die richtigen Worte zu finden und sich passend auszudrücken. Aber bei diesem Thema war das was anderes. Vor allem mit Sirius. Aber er hatte einfach das Gefühl gehabt das Sirius ein Recht darauf hat zu erfahren wieso seine Cousine und seine Flamme sich gestritten hatten.
Komischerweise störte es ihn immer noch ein bisschen das Sirius der Slytherin so nahe gekommen ist. Remus seufzte leise und die Worte kamen nur so aus seinem Mund gesprudelt, noch bevor er über sie nachgedacht hatte.
„Liebst du sie?“
Er dachte doch immer nach bevor er etwas sagte, aber nicht heute. Heute war irgendwie alles anders. Trotzdem bereute er seine Worte sofort. Irgendwie war das kindisch und es ging ihn doch überhaupt gar nichts an …
Und wenn er nun ‚Ja’ sagen würde? Er wusste nicht was dann wäre, aber er spürte bei den Gedanken sofort wie sich der Wolf in seiner Brust regte und Ansprüche auf Sirius erhob. Irgendetwas war anders, der Wolf hatte niemals so auf Sirius reagierte. So als würde er zu ihm gehören. Das war falsch! Er hatte kein Recht darauf Ansprüche zu stellen, vor allem nicht auf Sirius oder James und Peter. Aber die Verbindung hatte sich ganz eindeutig verändert – als würden sie alle richtig zusammen gehören. Und das war neu.

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BeitragThema: Re: Der See    So Feb 26, 2012 6:18 am


Sirius holte tief Luft und genoss dieses neue, aufregende Gefühl das sich in seinem gesamten Körper ausbreitete und das in jeder Sekunde intensiver wurde, in der er Remus umarmte. Es war alles so neu und spannend und Sirius wusste überhaupt nicht, wie er seine Gefühlslage hätte beschreiben sollen. In einem Moment war er noch so unglaublich wütend, weil seine Familie sich mal wieder benahm wie ein Haufen ehrenloser Kinder und im nächsten Moment spürte er wie diese ungewöhnliche Ruhe Besitz von ihm ergriff. Und genau so war es jetzt auch… er war so unglaublich ruhig, seine Gedanken lagen still und das obwohl in seinem Körper ein reines Feuerwerk gestartet war. Was war das nur? Er fühlte sich so frei, so losgelöst von den alltäglichen kleinen Sorgen und das nur weil er das Glück hatte Remus in den Armen halten zu dürfen. Das sollte doch eigentlich falsch sein? Vollkommen verkehrt? Und das alles war eine Situation, die Sirius eigentlich Sorge bereiten sollte, würde er sich die Mühe machen genauer darüber nach zudenken.
“Danke“flüsterte Remus leise an seinen Hals und Sirius bemerkte wie eine leichte Gänsehaut anfing seinen Körper zu überziehen. Verfluchtes Wetter! Für was auch immer Remus sich bedankte, es war ihm egal… solange er ihn nicht losließ. Halt... was war dieses verdammte Gefühl? Langsam wurde er dann doch etwas durcheinander…dieses ganze neue vertraut sein, war so anders und irgendwie merkwürdig. Die Rumtreiber waren eigentlich immer zu viert unterwegs und wenn sie mal was getrennt machten, so waren doch wenigstens immer James und Sirius beisammen. Jetzt, so alleine mit Remus war ungewohnt und Sirius hatte das Gefühl als würde ein Teil seines Körpers nach mehr flehen.

Nach einem kurzen Augenblick ließen die Beiden sich wieder los und Remus rückte nahe an Sirius heran. Ein eisiger Wind pfiff wieder und Remus bewies mal wieder seine glorreichen Zauberkenntnisse und beschwor eines dieser kleinen, blauen Feuer die widerstandlos Regen und Wind trotzen. Erleichtert hielt Sirius seine eingefrorenen Finger über diese freundlichen Flammen. Danke. Ihr seid wirklich die besten Freunde die sich jemand wie ich wünschen kann.“ sagte Remus noch einmal leise und wischte sich kurz über das Gesicht, mittlerweile sah er ziemlich gefasst aus und Sirius war erleichtert, dass er aufgehört hatte mit dem weinen. Trotzdem hatte Sirius das Gefühl, das er Remus schütteln musste, weil er sich so leicht angreifen ließ – er musste stärker werden um nicht an solchen Drohungen oder Beleidigungen zu zerbrechen, ihn anzuschreien weil er solche merkwürdigen Gefühle in ihn auslöste, ihn zu küssen und ihn von sich wegzustoßen und dass alles ungefähr in dieser Reihenfolge. Oh Merlin schoss es Sirius durch den Kopf, wo kamen nur solche Gedanken her… Gedanken die so vollkommen unnatürlich und abwegig und bescheuert und schlichtweg unmöglich waren, mal ganz davon abgesehen das er sich so etwas sicherlich, hundert prozentig nicht wünschte. Gar nicht. Kein bisschen.

Sirius?“ sagte Remus schüchtern und unterbrach damit seine Gedankengänge. „Andromeda und Salazar haben sich wegen Dir gestritten.“Wegen ihm? Er hatte sich schon gewundert, warum Andromeda und Salazar sich gestritten haben könnten. Aber er musste zugeben, dass dieser Grund ihn noch einmal überraschte. Sirius überlegte angestrengt, aber er kam einfach nicht dahinter, was der ausschlaggebende Punkt dabei sein sollte. Es konnte alles nur damit zusammen hängen, dass er und Salazar gestern… zusammen Zeit miteinander verbracht hatten. Aber was sollte Andromedas Problem dabei sein? Man sollte doch meinen, dass sie es gewohnt war, das er solche Treffen pflegte…regelmäßig und eigentlich kannte seine Cousine ihn auch ziemlich gut. Sollte sie ein Problem mit Salazar haben? – Das hatte er zuvor nicht bemerkt, aber wann bemerkte er auch einmal, wie zwei Personen zueinander standen, bis vor gestern hatte er Salazar noch nicht einmal gekannt und er würde auch jetzt nicht behaupten dass er es tat. Bis darauf, dass er wusste wie sie nackt aussah wusste er absolut nichts von ihr. Er musste sogar zugeben, dass ihm ihr Name schon wieder entfallen und erst bei Remus‘ Worten wieder eingefallen war. „Alle haben gesagt dass Du es nicht ernst mit Salazar meinst. Aber sie war sich so sicher das Du sie magst … Naja, weil ihr anscheinend gestern Nacht … naja, Du weißt schon … Beischlaf und so. ich glaube das solltest du wissen“ meinte Remus dann noch. Oh da musste er Allen recht geben. Wer auch immer diese Alle waren. Vermutlich war die stärkste Gegenfront Andromeda gewesen und natürlich hatte sie mit ihrer Behauptung Recht. Sie kannte ihn halt und er war ihr sehr dankbar, so musste er nicht diese stillen Hoffnungen des Mädchens kaltblütig ermorden und hatte eine leidige Aufgabe weniger. Sirius musste kurz grinsen, weil Remus so unglaublich schüchtern war und so prüde dass er sich noch nicht mal traute diese Dinge beim Namen zu nennen. Aber warum sprach er so, als würde er sich immer noch um irgendetwas Sorgen machen? Er traute sich ja noch nicht einmal ihm in die Augen zu sehen… Hatte er vielleicht auch gemerkt, dass sich die Stimmung zwischen ihnen verändert hatte? Wahrscheinlich nicht… wahrscheinlich fühlte er sich total überrumpelt von Sirius kleinen Umarmungsattacken und er wünschte sich nur so schnell wie möglich weg von hier. Dann wäre das alles ziemlich peinlich aber Sirius würde es schon schaffen sich irgendwie raus zureden. Das schaffte er immer.

Dann überraschte Remus ihn wieder, indem er ziemlich unvermittelte fragte ob Sirius Salazar liebte. Es war nicht die Frage an sich… wenn ein Freund den anderen fragt, ob er in ein Mädchen verliebt sein, dann sollte man meinen wäre das eine vollkommen unschuldige, legitime Frage und das war es ja auch. Es war die Art, die Sirius überraschte. So gehetzt, als wäre die Antwort überlebenswichtig und alles wäre das alles Remus unglaublich peinlich. Und eigentlich sollte Remus die Antwort auch wissen. „Natürlich nicht“ schoss Sirius los. „Sie ist ziemlich heiß weißt du, aber ansonsten… Slytherin… der Name hallo grässlich, hätte ich gewusst das sie so heißt, hätte ich sie vermutlich nicht genommen.“ Sirius lachte kurz, für den Schein, so als fände er das alles amüsant… Trotzdem sickerten diese Gedanken durch seinen Kopf, durch diese Mauer die er sich selber errichtet hatte und die er nur fallen ließ wenn er schlief und wenn die Monster seiner Alpträume über ihn herfielen. Liebe. Was sollte das schon sein? Wenn man die meisten Menschen auf der Welt nach den großen Wünschen ihres Leben fragt… dann kommen meistens die gleichen Antworten, natürlich sind da ein paar Idioten dabei die sich nach Millionen und Statussymbolen sehnten, aber die meisten antworten doch gleich. Das tiefe, reine Glück zu finden… aber was war das Glück? Für ihn war das nur eine Anreihung, wenn positiver Zufälle oder negativer Zufälle und das war dann entweder Glück oder Unglück. Oder die Menschen sehnten sich nach Liebe, nach dieser echten Liebe, von der jeder spricht. Was war Liebe, doch nur eine Illusion um den Menschen zur Fortpflanzung zu zwingen… dass alles diese Wünsche der Menschen kamen ihm belanglos vor, ja kindisch zu träumen. Waren alle diese Wünsche doch nur Lügen, Illusionen, Schicksalsschlägen, die niemand beeinflussen kann.

Sirius hatte in seinem ganzen gottverdammtem Leben niemals Liebe erfahren. Wahrscheinlich nicht mal dann, als er ein Kleinkind gewesen war… seine Eltern waren froh gewesen, als er auf die Welt gekommen war. Aber nicht weil die beiden sich liebten und ihrer Meinung nach ein Kind der größte Beweis dafür war. Nein, sondern weil sie einfach besessen von dem Gedanken waren, die reine, edle Blutlinie der Blacks weiter zu führen, dass er auch noch ein Junge war und somit als Erstgeborener der Erbe des Anwesens der Blacks war nur noch das I-Tüpfelchen. Und dann 11 Jahre später stellte er sich als Schande der Familie da… und dann fing der Terror eigentlich an. Und alle Liebe, wenn es überhaupt welche gegeben hatte, war weg… getauscht gegen Hass, Verleumdung und Gewalt… wenn dann Liebe keine Illusion war… was war sie dann?

Remus regte sich neben ihm… er war ziemlich tomatenähnlich rot im Gesicht. Und Sirius fing wieder den Anfang des Gespräches ein. Etwas musste er unbedingt wissen. „Warum hat Andromeda eigentlich so ein Problem damit gehabt?“ fragte er Remus. Sie war wohl anders als ihre Schwestern, aber trotzdem konnte Sirius sich gut vorstellen, dass sie mit seiner Wahl auf Salazar zufrieden hätte sein müssen. Immerhin war Salazar auch eine Slytherin. Was war also ihr wirkliches Problem?
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BeitragThema: Re: Der See    Sa März 03, 2012 5:51 am

Remus hatte gerade seine Frage gestellt, da schoss Sirius auch schon los: „Natürlich nicht! Sie ist ziemlich heiß weißt du, aber ansonsten… Slytherin… der Name hallo grässlich, hätte ich gewusst das sie so heißt, hätte ich sie vermutlich nicht genommen.“
Der Lupin zog skeptisch eine Augenbraue hoch. Ihm war nicht aufgefallen das sie „ziemlich heiß“ ist – aber nun gut, wenn Sirius das so sah. Generell würde er Mädchen niemals als „heiß“ bewerten und sie dann eine Sekunde später abschreiben, nur weil sie einen „grässlichen Namen“ hatten – und dann auch noch zugeben das man den Namen nicht einmal gewusst hatte. Er fand das abwertend und es war die Art und Weise wie Jungen sich über Mädchen stellten, als wären sie etwas besser. Genau das war Sirius Art. Vielleicht sah der Black es nicht wie viele Herzen er brach. Remus sah es. Für seinen Freund war es nur ein Spiel, aber nicht für diese naiven Mädchen die meinten ihn besitzen zu können.
Irgendwie war er ja auch froh das Sirius sich keine feste Freundin anschaffte, aber anderseits widerte ihn sein Verhalten an: Er wusste nicht was sich gehörte, und er – Remus – würde ein schlechtes Gewissen haben wenn er so viele Tränen verantwortlich sein würde.
Aber warum hatte Sirius sich eigentlich so große Mühe gegeben Remus so schnell eine Antwort entgegen zu schleudern? Voller Nachdruck und scheinbarer Ernsthaftigkeit. Niemand sprach so schnell wenn er die Wahrheit sagte, wenn man log tat man das … Menschen taten das damit sie glaubwürdig rüber kamen, aber meistens war dann das genaue Gegenteil der Fall. Remus wusste nicht wieso Sirius es so darauf anlegte das er ihm glaubte. Hatte er vielleicht gelogen? Mochte er Salazar doch? Mehr wie all die anderen Mädchen vor ihr? Andererseits war Sirius ein exzellenter Lügner. Wenn er Remus in dieser Sache anlügen würde, hätte er es so gemacht dass es diesem niemals auffallen würde. Also wollte er ihm wirklich nur glaubhaft machen dass er nichts von der blonden Slytherin wollte – warum auch immer.

Sirius war schweigsam geworden und wärmte sich die Hände an der blauen Zauberflamme. Remus fröstelte, langsam sickerte die Kälte des feuchten Bodens in seine Knochen und begann seinen Körper auszukühlen. Der Werwolf hätte sich gerne noch etwas näher an seinen Freund gesetzt, dann wäre es sicherlich wieder etwas wärmer geworden … aber wie würde das denn aussehen? Immerhin waren sie zwei Jungen. Mädchen konnten so etwas anscheinend aber immer machen. Beste Freundinnen kuschelten doch ständig miteinander, zu mindestens hatte er das so beobachtete und über diesen Anblick zerriss sich auch niemand den Mund. Aber Sirius würde das doch auch nicht wollen. Das Gerücht das er morgens mit Remus Lupin kuschelnd am See saß wollte er sicherlich nicht nachhängen haben wollen. Ein sarkastisches Lächeln trat auf Remus Lippen, während er seine Beine an seinen Körper zog um sich etwas zu wärmen.
Für einen kurzen Augenblick warf er seinem Freund neben sich einen schnellen Blick zu. An was er wohl dachte? Er sah aus als wäre er in Gedanken versunken. Ein Ausdruck dem man auf Sirius Gesicht selten fand, auf seinem aber umso öfter. Sirius war doch eigentlich ein Mensch der so schien als würde er das Leben nehmen wie es kommt, der für andere immer ein lachendes Gesicht aufgesetzt hatte, der dumme Scherze machte und es liebte andere damit zum lachen zu bringen. Der nur richtig existieren konnte wenn er die Aufmerksamkeit der Massen auf sich zog und von allen bewundert wurde.
Heute hatte Remus einen anderen Sirius kennen gelernt. Einer mit nach innen gekehrter Miene, einer der vollkommen für einen da war und seinen besten Freund tröstete und keinen einzigen Scherz auf seine Kosten machte. Aber vermutlich war das überhaupt kein anderer, kein neuer oder veränderter Sirius – diese Seite war sicherlich schon immer in ihm gewesen und er hatte bisher immer versucht sie zu verstecken, vermutlich auch vor Remus. Aber der Lupin war sich immer noch sicher das die Kindheit seines Freundes nicht spurlos an ihm vorbei gegangen sein konnte, er hatte seine Spuren davon getragen, seine Narben die wohl unsichtbar für die Augen waren, aber die dennoch da waren, tief in seiner Seele. Vielleicht verarbeitet er alles nachts? Wenn die Vorhänge seines Bettes vorgezogen sind und ihn niemand in der Dunkelheit ausmachen kann?
“Er ist so viel tapferer als ich … „, schoss es dem Werwolf durch den Kopf. Sirius war niemand der Mitleid wollte, er hingegen anscheinend schon. Warum sonst sorgt er dafür das Sirius den Unterricht verlässt, nur um ihn zu trösten? Er war ein Weichei und ein Feigling!
Ein leises Seufzen drang über seine Lippen und er wandte schnell den Blick von dem Black ab. Er hatte wirklich allen Grund sich für sich selbst zu schämen …
Remus regte sich etwas und hoffte dass die Röte langsam aus seinen Wangen verschwinden würde, doch er spürte noch ihre Hitze, die im Vergleich zu seinem ansonsten kalten Körper mehr als deutlich war. Manchmal war es wirklich peinlich mit Sirius zusammen zu sein. Er strahlte eine solche Selbstsicherheit aus und neben ihm kam sich der Kleinere immer wie ein kleines, unwissendes Kind vor – eins das wohl immer fleißig seine Hausaufgaben machte und im Unterricht aufpasste, aber das nichts von den großen, bewegenden Dingen des Lebens wusste. Aber wenn er wirklich darüber nachdachte, glaubte er nicht dass Sirius viel von der Weisheit besaß die er wohl gerne hätte und die Remus so oft an seinem Freund sah. Vermutlich war er einfach nicht so verklemmt wie er und sah keinen Grund sich für so viele kleine Dinge zu schämen.
„Warum hat Andromeda eigentlich so ein Problem damit gehabt?“, wollte Sirius wissen und er sah Remus dabei fragend an. Der Angesprochene zuckte kaum merklich zusammen, irgendwie hatte er sich so an die Stille gewöhnt dass Sirius Stimme nun überlaut schien.
Remus zuckte leicht mit denn Schultern. „Ehrlich gesagt … ich weiß es nicht. Ich hab versucht ihr Gespräch nicht zu belauschen, so etwas gehört sich doch einfach nicht - auch wenn sie wirklich sehr laut waren. Aber irgendwann konnte ich dann nicht mehr weghören. Vermutlich mag deine Cousine Salazar einfach nicht besonders, zu mindestens denke ich das nach den ganzen Beleidigungen die sie ihr entgegen geschossen hat … Aber dei…, äh, Salazar war ja auch nicht besser.“ Er räusperte sich kurz vernehmlich. Hatte er gerade wirklich deine Salazar sagen wollen? Hatte er sie wirklich nicht mehr alle? Was war nur heute los mit ihm … Jetzt konnte er nur hoffen das Sirius nichts davon mitbekommen hatte. Sonst kam er wirklich rüber wie ein dummer Junge der glaubte das sein bester Freund ihn anlog und ihm nicht die Wahrheit über ein Mädchen sagte mit dem er nur eine Nacht etwas hatte.
Er merkte wie seine Wangen wieder etwas röter wurden und ließ sich resignierend mit dem Kopf auf Sirius Jacke fallen. Er stellte die Beine auf und schaute auf die weißen Wolkentürme am Himmel, die Sonne strahlte hier und dort über die weißen Himmelsriesen und legte alles in wunderschönes, oranges Licht. Aber die Wolken waren zu übermächtig, so dass die Sonne die unwichtigen Erdenbewohner, die sie doch alle waren, nicht wärmen konnte.
Remus atmete lange ein und nahm die frische Luft um ihn herum. Den feuchten Duft von Gras und dem nahen Wald, nach nasser Erde. Es roch nach Heimat. Dazu kam noch Sirius Geruch der in jeder Faser von seiner Jacke hing, auf die er nun seinen Kopf gebettet hatte. Sirius hatte schon immer einen ganz eigenen Geruch gehabt. Er roch wirklich … gut. Er nahm noch einen Atemzug und seufzte leicht. Wirklich gut. Ein sanftes Lächeln legte sich auf seine Lippen …
Er merkte wieder wie sein Kopf unruhig pochte, aber er wusste nicht ob die Kopfschmerzen vom vielen weinen kamen oder ob sie einfach da waren, so wie sie so oft da waren. Aber trotzdem war dieser Moment so ruhig und er merkte wie er sich zusehends immer mehr entspannte.
Doch dann wurde die Stille von dem peitschenden Geräusch von schlagenden Flügeln überlagerte. Überrascht setzte Remus sich wieder auf und schaute in die Richtung der Waldgrenze. Über den Wipfeln der dunkeln Bäume erhob sich ein mächtiger Vogel … nein kein Vogel, es war ein Hippogreif.
Noch als das magische Wesen weit entfernt war konnte Remus erkennen das es zwei Menschen auf seinem breiten Rücken trug. Oh mein Gott, keine zehn Pferde würden ihn darauf bekommen. Er hasste Höhen und ihm wurde es sofort ganz flau im Magen wenn er daran dachte dass in mehreren hundert Meter Höhe zwei Menschen auf einem möglicherweise widerspenstigen, gefährlichen Tier saßen.
Und als der Hippogreif etwas näher auf sie zu kam, schnappte Remus überrascht nach Luft.
„James“, stieß er aus und er konnte nichts dagegen tun das sein Herz etwas schneller schlug.
Er sah wie Sirius in die Richtung des Tieres spänte, aber vermutlich konnte er nicht erkennen wer auf dem Rücken des Tieres saß. Manchmal waren Werwolfsaugen doch ganz praktisch, aber Remus wäre es lieber wenn er nicht gesehen hätte das einer seiner besten Freunden in lebensgefährlicher Höhe schwebte.
„Oh mein Gott … wie konnten sie die beiden nur da drauf setzen. Wenn sie runter fallen …“, seine Stimme überschlug sich gegen Ende etwas und übersprang mehrere Oktaven, so das sie in der Höhe von deutlicher Panik angekommen war. Remus bemerkte wie Sirius ihm einen fragenden Blick zuwarf „Lily ist auch dabei“, sagte er mit einen wegwerfenden Handbewegung. Manchmal nervte es echt das Menschen so blind waren, auch wenn er alles dafür geben würde einer zu sein, wirklich alles.
Er hielt es einfach für unverantwortlich von Professor Kesselbrand seine Schüler auf Hippogreifen durch die Gegend fliegen zu lassen und er wollte wirklich nicht daran denken was Lily und James zustoßen könnte, wenn sie nun fallen würden.
Das Tier kam immer näher auf sie zog, drehte dann ab und flog wenige Zentimeter über den See. Einer seiner Hufe spritze durch das Wasser und die aufstäubenden Tropfen glitzerten in der Sonne wie Diamanten.
Remus hörte einen freudigen Schrei über das Gelände hallte. Anscheinend hielt James das Ganze für nicht so gefährlich, für ihn war das vermutlich wie ein Sechser im Lotto. Auch wenn er nicht wusste was Lotto überhaupt war und auch ein Seitenblick auf Sirius zeigte dass dieser das Ganze nicht so ernst sah.
„Tut mir Leid das Du nicht fliegen kannst … nur wegen mir“, flüsterte Remus leise.
Sicherlich hätte Sirius auch Spaß daran gehabt und er hatte ihm die Möglichkeit genommen mit rasender Geschwindigkeit durch die Luft zu sausen. Unfassbar wie man so etwas nur freiwillig machen konnte.
Der Hippogreif drehte ab und verschwand zwischen den Bäumen. Remus Atmung wurde wieder langsamer, als er sich sicher war das seine Freunde wieder festen Boden unter den Füßen haben durften. Er durfte wirklich nicht ständig so hyperventilieren. Wieso benahm er sich nur immer so wie ein Mädchen?
Ein Gutes hatte das Ganze nämlich sicherlich gehabt: Lily war James sehr nahe gewesen und dort oben in der Luft war sicherlich nicht die Zeit gewesen um sich gegenseitig anzuschreien.
Ein Lächeln schob sich auf Remus Lippen und er bettete seinen Kopf wieder auf Sirius Jacke.
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BeitragThema: Re: Der See    Sa März 03, 2012 9:26 am

cf. Klassenzimmer - Allgemein

Ehe ihr überhaupt klar war, wohin sie ging, konnte Andromeda schon den See erkennen. Sie wollte den anderen Schülern, die vermutlich von ihrer Stunde Magischer Geschöpfe zurück zur Schule gingen, aus dem Weg gehen. Und irgendwie war sie dann wohl hierher gelangt. Einen Moment stockten ihre Füße, wollten sich nicht weiterbewegen. Es war unglaublich albern. In der langen Liste der Dinge, vor denen man sich fürchten sollte, stand der See, an dem die meisten Hogwarts-Schüler im Sommer saßen und ihre freie Zeit genossen, wohl irgendwo zwischen Teddybären und Zuckerwatte. Dennoch konnte sie es nicht leugnen, sie hatte Angst davor. Blödes traumatisches Kindheitsereignis. Kinder waren dumm und ihre Fehler prägten ein Leben für immer. Und nur weil sie sich dumm angestellt hatte, war sie seit diesem Tag weder schwimmen gewesen, noch dem See nahe gekommen. Gelegentlich träumte sie immer noch davon.
Zeit, diese Angelegenheit zu überwinden, das endlich hinter sich zu bringen.

Als sie näher kam, konnte sie erkennen, dass ihre Bemühungen alleine zu bleiben vergeblich waren, denn zwei Gestalten saßen bereits am Ufer des Gewässers. Nach ein paar weiteren Schritten konnte sie die beiden Jungen genauer sehen und wusste beinahe augenblicklich, um wen es sich handelte. Sirius und sein lebensmüder, mutiger Freund Remus.
Erneut hielt sie inne. Unsicherheit war nur ein schwacher Ausdruck um ihre jetzige Gefühlslage zu beschreiben. Remus hatte es geschafft, dass sie sich wie ein Schwerverbrecher fühlte. Dass sie Angst fühlte. Wie würde es sein, ihm gegenüber zu treten? Beinahe konnte sie schon erahnen, was seine Blicke erzählen würden. Verachtung. Zorn womöglich auch. Er würde sie verurteilen. 'Was, sie behauptet, anders zu sein als die anderen Slytherins? Dabei ist sie doch nicht besser als ihre Schwestern!' Ob er wohl Sirius von den Ereignissen erzählt hatte?
Sirius.
Kurz huschte dieser Gedanke durch ihren Kopf, dass er es geschafft hatte und sie nicht. Dass er besser war als sie.
Kaum eine Sekunde später, wenn überhaupt, wurde er allerdings fortgeweht und etwas anderes kam in ihr auf. Inwiefern sollte er bitte besser sein als sie? Unfreundlich war er - freilich nicht zu ihr oder seiner Clique von Anhängern, aber doch zu vielen anderen, die es sicher nicht verdienten - und er wechselte die Mädchen wahrscheinlich öfter als seine Unterwäsche. Und wer trug denn die Schuld daran, dass Blondie sich ihr aufgedrängt hatte?! Er! Sirius Black, und kein anderer!
Entschlossen brachte Andromeda das letzte Stückchen Weg hinter sich und baute sich vor den beiden auf. "Sirius." Die zwei Gryffindors drehten sich halbwegs zu ihr um, keiner von ihnen sehr begeistert, und sie meinte, ein wenig Verwunderung in der Miene ihres Cousins zu sehen angesichts ihres wütenden Tons. "Zuerst mal, steh' gefälligst auf wenn ich mit dir spreche." Höflichkeit war hier eindeutig fehl am Platze. Höflichkeit wäre angebracht gewesen, wenn er sich vielleicht mal dazu herabgelassen hätte, ihr nach Wochen wenigstens einmal Hallo zu sagen, ehe er ihr so ein Flittchen auf den Hals hetzte. Gott... sie hörte sich an wie eine eifersüchtige Ex-Freundin. Aber sie war verdammt nochmal seine Cousine... seine Familie! Er konnte diese Weiber vernachlässigen so sehr er wollte, aber von ihr würde er nicht loskommen. Oder war das sein Ziel? Klar, alle anderen Blacks mochte er auch nicht, also wieso sollte er sich mit ihr abgeben?!
...denk nicht dran. Das ist nicht das Thema. Darum kümmerst du dich später, dass einer der Menschen, die dir was bedeuten, nichts von dir wissen will... nein! Lass. Es. Bleiben!
Ihr fiel auf, dass Sirius absolut nicht begeistert war. Sein Problem. Jetzt würde er ihr gefälligst zuhören. Schnell warf sie Remus einen Blick zu, der vielleicht nicht ganz so feindselig war, aber so intensiv, dass er es - hoffentlich - nicht wagen würde, sich einzumischen. Sicher sein konnte sie sich natürlich nicht, schließlich hatte er sich auch mit Bella angelegt, aber sie vertraute einfach darauf - wie lächerlich das doch klang! - dass er den Ernst der Situation verstand und sich raushalten würde. Dies hier war ausnahmsweise mal wirklich eine Familienangelegenheit.
"Und jetzt hör mir mal zu." Sie würde ja sagen, sie hörte sich wie seine Mutter an, wenn sie nicht genau wüsste, dass Sirius' Mutter direkt aus den Tiefen der Hölle auf die Erde gesandt worden war und dass niemand sie übertreffen konnte. "Mir ist klar, dass du einen verdammten Dreck darauf gibst, was dir irgendwer sagt, weil du ja sowieso davon ausgehst, dass du die Krone der Schöpfung bist und keiner dir je das Wasser reichen kann. Natürlich. Sirius Black, der größte Zauberer aller Zeiten, das ist es doch, was du denkst?! Nun ist es mir aber vollkommen egal, was du über dich selbst denkst. Und es könnte nicht unbedeutender für mich sein, dass du von Bett zu Bett hüpfst, als ob es keine Morgen gäbe. Wenn du die Bestätigung von kleinen, reichlich mit Minderwertigkeitskomplexen ausgestatteten Mädchen brauchst, die keinen besseren abkriegen, dann bitte sehr, nur zu. Aber ich bitte dich, um Himmels willen, halte diese dummen Weiber von mir fern. Ich hab absolut keine Lust, deine One-Night-Stands abzuservieren, das machst du schön selbst! Und wenn sich dann so ein Blondchen an mich heftet, weil sie glaubt, die zukünftige Mrs. Black zu sein, dann ist das sicher nicht mein Job, ihr ihren Fehler zu erklären! Und trotzdem darf ich dann den Buh-Mann spielen, weil sich der werte Herr zu fein dafür ist! Damit ist Schluss! Ich hab genug davon! Ich weiß nicht, ob du es überhaupt bemerkt hast, aber die letzten Jahre über durfte ich das immer wieder mitmachen, und ich habe es gemacht ohne was zu sagen. Weißt du, wie dämlich man sich dabei vorkommt?! Kennst du es überhaupt, dieses schreckliche Gefühl wenn ein Mädchen, das meinte die große Liebe gefunden zu haben, vor dir in Tränen ausbricht weil sie erfährt, dass sie nichts weiter als ein Spielzeug ist?! Wahrscheinlich nicht. Wie solltest du auch? Du redest ja nie mit ihnen! Mein Gott, wahrscheinlich redest du mehr mit deiner wahnsinnigen Mutter, als mit diesen Mädchen!" Sollte eine ihrer Schwestern oder auch Regulus hören, dann hätte sie eindeutig ein Problem. Doch wieso sollten sie hier sein? Und selbst wenn, so aufgebracht wie sie im Moment war, war es ihr egal. Sollte doch alle Welt hören, was sie zu sagen hatte! "Denkst du dir irgendwas dabei? Denkst du überhaupt irgendwann jemals in deinem Leben?! Oder bespringst du einfach alles, was dir vor die Nase läuft und gehst dann weiter, bis du die Nächste siehst? Hast du vor, so alt zu werden? Nun, eins kann ich dir versprechen. Alt wirst du nicht. Irgendwann wirst du an eine außerordentlich Abgedrehte geraten und die wird sich dann rächen und dir einen tödlichen Fluch auf den Hals hetzen. Oder du begehst Selbstmord, nachdem dir da unten alles weggefault ist. Alles ist möglich, nicht wahr? Und alles ist wahrscheinlicher, als dass du alt wirst. Aber wenn du willst, helfe ich auch gerne nach. Wenn es so weiter geht, dann werde ich diejenige sein, die dir dein liebstes Körperteil abfaulen lässt. Mal sehen, was die Mädchen dann von dir halten! Und..." So langsam ging ihr dann doch der Text aus. Was wollte sie noch gleich sagen? Jedenfalls konnte sie nicht mit so einem gemurmelten 'und' enden, das würde die gesamte Wirkung ihrer Tirade vernichten.
"Und wag es nicht, mich jetzt zu verurteilen, nur weil ich dir die Wahrheit sage und nicht den Idioten für dich spielen will! Du kannst Bella meinetwegen hassen, da bist du nicht der Erste, und es ist für beide Seiten besser, wenn ihr euch voneinander fern haltet. Cissy ist froh, wenn du ihr nicht zu nahe kommst. Was genau mit deinem Bruder los ist, weiß ich nicht und ich will es auch nicht wissen, weil ihr beide meine Cousins seid. Aber warum, warum tust du mir das an?! Willst du mich auch loswerden? Oh ja, so toll, endlich unabhängig und frei von dieser verdammten Verwandtschaft, nicht wahr? Aber du kannst nicht einfach abhauen! Das klappt vielleicht bei meinen Schwestern, aber nicht bei mir! Sag mir ins Gesicht, dass du willst dass ich dich in Ruhe lasse! Oder ich verliere auch den letzten Rest Achtung vor dir. Sag mir ins Gesicht, dass dein Haus deine einzige Familie ist! Sag es und ich erfülle dir deinen Wunsch." In welche Richtung ging das jetzt bitte schön? Wäre sie doch nur bei diesem jämmerlichen und geblieben, das war würdevoller als ihr emotionaler Ausbruch vor zwei Gryffindors. War sie wirklich so verletzt von seinem Verhalten?
Andromeda war nicht so naiv, Sirius zu einer Art Held zu erheben. Sie wusste sehr wohl, dass er seine Fehler hatte, und nicht wenige. Doch irgendwo hatte er zumindest den Hauch einer Vorbildfunktion gehabt. Immerhin war er ein 'guter' Black, der durchs Leben lief ohne sein Selbstbewusstsein auf dem Fertigmachen Schwächerer aufbaute. Dachte sie zumindest. Aber tat er nicht genau das? Er verletzte all diese Mädchen, anscheinend ohne Schuldgefühle, und wie sie vermutete, baute darauf sein Selbstbewusstsein auf. Also war er nicht besser als Bella. Irgendwie versetzte diese Vorstellung ihr einen Stich. Noch schlimmer war es allerdings, dass er sie wohl noch mehr verachtete. Und auf welcher Grundlage? Weil sie zu seiner Familie gehörte. Merkte er nicht, wie krank sich das anhörte? Nur, weil er alle anderen loswerden wollte.
Aber vielleicht wollte er auch sie speziell loswerden. Wieso auch nicht? Hatte sie heute nicht bewiesen, dass sie den Blacks würdig war?
Und dabei hatte sie doch nur mit dem Einzigen reden wollen, der ihr diese Gedanken austreiben konnte. Stattdessen bestätigte er sie nur. Sie war eine Black, sie war böse, sie konnte sich niemals zu den Guten zählen, so sehr sie es auch versuchte. Ein dummer Stofffetzen hatte das vor fünf Jahren festgelegt und daran ließ sich nun nichts mehr ändern.
Zum Glück hatte sie genügend Übung darin zu denken, ohne sich etwas anmerken zu lassen. So waren ihre Worte der einzige Beweis für ihre innere Verwirrung, Aufgewühltheit. Äußerlich war sie distanziert, immer noch ein wenig ausgebracht, doch innerhalb der letzten Minute hatte sie ihre Kontrolle wenigstens teilweise zurückerlangt.
"Also, hast du irgendwas zu sagen?"
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BeitragThema: Re: Der See    So März 04, 2012 10:36 am

Post Part 2

cf.: Restliche Räume & Korridore – Klassenzimmer Allgemein

Der Himmel war blau und die Sonne prickelte auf der Haut des Blacks. Zielstrebig ging er auf einen großen Baum zu , der auf einem Hügel in der Nähe des Sees stand. Dort ließ er sich nieder , mit dem Rücken an den Stamm des Baumes gelegt. Hier war er abgeschieden von allen anderen und das war es was er wollte. Er schaute auf den See hinaus , der so ruhig und vollkommen vor ihm lag. Seine Gedanken flossen nicht schwermütig durch ihn , sie wurden zum ersten Mal an diesem Tag leicht. Die Atmosphäre des Klassenzimmers war einfach erdrückend für den Black gewesen. Dort waren so viele negative Emotionen vorhanden gewesen , das sie zwangsläufig auf Regulus über schwappen mussten. Er war für diese Art von Emotionen schon immer sehr empfänglich gewesen. Dann kam hinzu das Severus sich ihm gegenüber vollkommen kühl verhalten hatte und das machte dem Black , mochte er es nun zugeben oder nicht , zu schaffen. Die unnötige Ausbruch von Bellatrix' Temperament war ebenfalls etwas was auf ihm lastete. Damit stand Salazar in Verbindung , die Regulus vollkommen falsch eingeschätzt hatte und das war es , was ihn ebenfalls wurmte. Sie konnte mit einem netten Augenklimpern die Zuneigung seines Bruder ergattern , wenn auch nur für einige Stunden. Etwas , was Regulus schon lange nicht mehr konnte. Augenblicklich stieg Bitterkeit in ihm auf. Der Zauberer ließ dieses Gefühl und seine Gedanken in der Luft hängen. Alles negative was er an diesem Morgen angehäuft hatte wurde mit dem warmen Wind von ihm fortgetragen. Jetzt kam ihm sein Verhalten albern vor. Er war vor sich selbst weggerannt – wieder einmal , weil er nicht in der Lage dazu war sich ernsthaft mit sich und seinen Gefühlen auseinander zu setzen. Er war nie wirklich sorgenfrei. Um dies beneidete Regulus seinen Bruder zu tiefst. Sirius schien immer losgelöst und ohne Sorgen zu sein. Er hatte immer dieses Lächeln auf den Lippen und wirkte selbstbewusst in allem was er tat. Sirius schien seine Familie...seinen Bruder längst vergessen zu haben , dessen war sich Regulus sicher. Auch er wollte den Blutsverräter der Familie Black endlich aus seinen Gedanken , aus seinem Herzen verbannen. Doch die Wahrheit war nun einmal , das er es nicht konnte. Er würde es niemals können. Und diese Schwäche ließ in dem Black jeden Tag Wut aufsteigen. Das war das einzige Thema über das er mit Bellatrix nicht sprechen konnte. Denn sie hatte ihren Cousin aus ihrem Leben gestrichen. Bella hatte genug Stärke und Willen dazu gehabt. „Er ist dein Bruder..du wirst ihn nie hassen können...Doch das musst du! Er ist ein Verräter...Er hat frei entschieden..und wenn du ihn liebst dann akzeptierst du das...Er müsste sterben für die Schande die er über die Familie Black gebrach hat...Du hast ihm längst verziehen Regulus. Du hast bloß die Angst das er dich nicht mehr in seinem Leben will..“ , flüsterten zwei Stimmen Regulus ein , die ihn schon seit 5 Jahren begleiteten. Sie spielten immer dieses Spiel in seinem Kopf. Ein Spiel , welches dem Black nur noch mehr Verwirrung einbrachte. Irgendwann hatte er gelernt diese Stimmen zu ignorieren und sich nicht mehr von ihnen mitreißen zu lassen. Ihm war dieses Thema überdrüssig , zumindest gab er dies vor.

Plötzlich durchschnitt eine Stimme die Stille um Regulus. Er suchte mit den Augen die Umgebung des Sees ab und einige Augenblicke später blieb sein Blick an einer Gruppe hängen. Ein ganzes Stück von ihm entfernt standen Sirius , Remus und Andromeda. Schnell versuchte der Black die Situation zu erfassen , doch er konnte nicht alle Puzzleteile zusammen setzen. Remus war hier , was zwangsläufig bedeutete das er zu Sirius gerannt war , nach dem er aus dem Klassenzimmer gestürmt war. Und Andromeda..Regulus konnte nur erahnen warum sie hier war und ein kurzes Schmunzeln entwich ihm.
„Aber ich bitte dich,um Himmels willen, halte diese dummen Weiber von mir fern. Ich hab absolut keine Lust, deine One-Night-Stands abzuservieren, das machst du schön selbst! Und wenn sich dann so ein Blondchen an mich heftet, weil sie glaubt, die zukünftige Mrs. Black zu sein, dann ist das sicher nicht mein Job, ihr ihren Fehler zu erklären!“
Das war es also was Andromeda an der Salazar x Sirius Geschichte so gereizt hatte. Ihre Worte entsprachen nichts als der Wahrheit. Regulus Bruder kümmerte sich nicht mehr um die Mädchen nachdem er von ihnen bekommen hatte was er wollte. So schnell sein Interesse für eines kam , so schnell verflog es auch wieder.
„Damit ist Schluss! Ich hab genug davon! Ich weiß nicht, ob du es überhaupt bemerkt hast, aber die letzten Jahre über durfte ich das immer wieder mitmachen, und ich habe es gemacht ohne was zu sagen. Weißt du, wie dämlich man sich dabei vorkommt?! Kennst du es überhaupt, dieses schreckliche Gefühl wenn ein Mädchen, das meinte die große Liebe gefunden zu haben, vor dir in Tränen ausbricht weil sie erfährt, dass sie nichts weiter als ein Spielzeug ist?! Wahrscheinlich nicht. Wie solltest du auch? Du redest ja nie mit ihnen! Mein Gott, wahrscheinlich redest du mehr mit deiner wahnsinnigen Mutter, als mit diesen Mädchen!"
Regulus lachte leise. Andromeda war wirklich eine Hexe für sich. Regulus war sich sicher , niemals jemand vergleichbaren zu finden. Sie passte genauso wenig in die Familie der Blacks wie Sirius , positiv wie negativ. Vielleicht war dies auch der Grund warum sich die beiden so gut verstanden , obgleich sie in den seit Jahrhunderten verfeindeten Häusern waren. Es waren ihnen ganz offensichtlich egal , denn sie schienen sich für das zu schätzen was sie sind.
„Halt..meine Mutter ist wahnsinnig? Ich werds ihr demnächst ausrichten , wenn ich mal wieder zu Hause bin Andromeda.“ , dachte Regulus immer noch belustigt.
Doch seine gerade wieder gefundenen Ausgeglichenheit bekam schon wieder den nächsten Dämpfer.
„Aber warum, warum tust du mir das an?! Willst du mich auch loswerden? Oh ja, so toll, endlich unabhängig und frei von dieser verdammten Verwandtschaft, nicht wahr? Aber du kannst nicht einfach abhauen! Das klappt vielleicht bei meinen Schwestern, aber nicht bei mir! Sag mir ins Gesicht, dass du willst dass ich dich in Ruhe lasse! Oder ich verliere auch den letzten Rest Achtung vor dir. Sag mir ins Gesicht, dass dein Haus deine einzige Familie ist! Sag es und ich erfülle dir deinen Wunsch.“
Sie hatte vollkommen Recht. Regulus hatte seinen Bruder und seine Cousine die ganzen Sommerferien über nicht einmal zusammen gesehen und auch in Hogwarts hielt er sich unüblich distanziert von ihr. Womöglich hatte er sich wirklich von seiner 'verdammten' Familie gelöst. Das schlimmste war , das der Black es ihm nicht einmal verübeln konnte. Sirius war viel besser ohne seine Familie dran , die ihn sowieso nicht mehr als Black betrachten. Und auch wenn Regulus oft anders darüber dachte , er hatte zu viel Respekt vor seinen Eltern , wollte ihnen keine Schande machen , als das er seine Gedanken offen ausgesprochen hätte. Sirius konnte kaum erahnen was in seinem Bruder vorging , denn Regulus wahrte die kalte , gefühllose und undurchdringliche Seite mit Bedacht und vor allem in Gegenwart von Sirius oder einem seiner 'Rumtreiber'.
Kurz fiel Regulus' Blick auf Remus , der wohl kaum von dieser erneuten Streiterei begeistert sein konnte. Zumindest lief er bei diesem 'Gespräch' nicht der Gefahr als dreckiges Halbblut beschimpft zu werden. Denn selbst Regulus würde nicht den Hügel hinunter stapfen und sich einmischen. Ihn ging diese Sache im Grunde genommen überhaupt nichts an und doch konnte er nicht weg hören als Andromeda sprach.
Regulus spürte wie der Wind seinen Umhang ergriff und ihn auf flattern ließ. Nach einem letzten Blick wand er sich von der Gruppe ab , zum einen um nicht bemerkt zu werden und zum anderen weil er Sirius Worte mit Sicherheit sowieso nicht verstanden hätte , denn sein Bruder würde kaum dieselbe Tonlautstärke wie seine Cousine anschlagen. Andromeda hatte sich wirklich verändert , das musste Regulus zugeben. Doch ihm gefiel diese Art seiner Cousine. Sie war nicht länger das Stille Mäuschen , das nie den Mund auf bekam. Sie ließ ihren Gedanken und ihrem Unmut freie Lauf und das war es was Regulus schätze. Es war eine Eigenschaft die er selbst nicht hatte , aber zu gern besitzen würde. Der Black sprach seine Gedanken nie frei aus , ließ somit auch nicht die Personen an ihnen teilhaben denen sie golten. Er griff in eine kleines Fach seiner Schultasche und hielt einen zerknitterten Zettel in der Hand. Schnell flogen seinen Augen über die Zeilen , die darauf standen. Die Zeilen , die er in einer stürmischen Sommernacht geschrieben hatte , in der seine Eltern wie so oft über Sirius stritten.

„Ich bin traurig zu sehen, was aus uns geworden ist. Aber in meinem Herzen wirst du einen Platz haben. Tief in meinem Herzen wird es immer diesen besonderen Platz für dich geben. Egal was gesagt und getan wurde. Du wirst immer in meinem Herzen bleiben. Solange ich lebe. Jeder kleine Schlag meines Herzens , schlägt immer noch für uns so wie wir früher waren. Jedes kleine Stück meines Herzens , sehnt sich immer noch nach uns und nach der Zeit aus Kindertagen. Ich bin nicht stark genug, ich weiß Ich kann dich niemals gehen lassen.
In meinem Herzen...“


Regulus zerknüllte den Zettel wieder und stopfte ihn in seine Hosentasche. Der Black verschloss dieses Thema wie so oft tief in seinem Herzen. Als er den Blick wieder über den See schweifen ließ und tief einatmete gewann er seine Fassung zurück. Er griff nach seiner Tasche und wollte zurück ins Schloss gehen als er jemanden erblickte. Ein blondes zierliches Mädchen kam in seine Richtung. Ob sie ihn wahrnahm oder nicht , wusste Regulus nicht. Aber er nahm sie wahr.
Salazar.
Ruhig wartete er im Schutz des Baumes.
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BeitragThema: Re: Der See    Mo März 05, 2012 6:05 am

Sirius interessierte es wirklich, wie Andromeda darüber dachte. Er hatte das merkwürdige Gefühl, dass die Antwort die er hoffentlich bald erhalten würde, wichtig war. Wichtig für das Denken, das er über Andromeda hatte. Den über eines war es sich sicher, er war immer noch unschlüssig auf welcher Seite Andromeda jetzt eigentlich war. Und eines musste auch ihr klar sein, sie konnte nicht auf beiden Partys tanzen… irgendwie muss man sich schon entscheiden.

Remus‘ Antwort war dann auch nicht wirklich zufriedenstellend „Ehrlich gesagt … ich weiß es nicht. Ich hab versucht ihr Gespräch nicht zu belauschen, so etwas gehört sich doch einfach nicht - auch wenn sie wirklich sehr laut waren.“ Sirius verdrehte innerlich die Augen, dass konnte doch nicht sein ernst sein. Jeder andere wäre total begeistert, so ein ultracooles Gehör zu haben“Aber irgendwann konnte ich dann nicht mehr weghören. Vermutlich mag deine Cousine Salazar einfach nicht besonders, zu mindestens denke ich das nach den ganzen Beleidigungen die sie ihr entgegen geschossen hat … Aber dei…, äh, Salazar war ja auch nicht besser.“ Auf jeden Fall war Remus auf Andromeda‘s Seite, so kam es Sirius zu mindestens vor. Sirius Anmutung wehte daher, wie Remus Salazars Namen aussprach, irgendwie verachtend… und so etwas kannte man von Remus Lupin nicht. Sirius schaute ihn eindringlich an, denn irgendwie hatte er das Gefühl Remus würde etwas vor ihm verheimlichen. Dieser machte es sich jedoch auf Sirius‘ Jacke gemütlich und schien nicht gewillt mit der Sprache raus zu rücken… sollte er doch dran ersticken, Remus musste man immer zu seinem Glück drängen und irgendwann hielt er es nicht mehr aus und weinte und dann war es meistens zu spät die Verantwortlichen zur Rede zu stellen, nicht das Sirius es nicht doch tat.


Es wurde ziemlich still zwischen ihnen. Aber es war nicht unangenehm. Und Sirius musste zugeben, dass diese Tatsache ihn ein bisschen wunderte. Eigentlich liebte er den Tumult, der meistens in der Schule herrschte und er liebte es ihm Mittelpunkt zu stehen, aber hier mit Remus war alles anderes. Remus war anderes… nein war er nicht. Sirius Sicht auf Remus war nur anders! Und Sirius merkte, dass er hier in der Kälte, die in seinen Knochen saß - weil er mal wieder zu gut zu Remus war und ihm seine Jacke gegeben hatte – unter dem bedeckten Himmel zum ersten Mal nach den Sommerferien abschalten konnte. Zum ersten Mal ein kleines Stück vergessen. Er atmete tief durch, er hätte gar nicht beschreiben können, wie gut sich das anfühlte. Jetzt hatte er ein ganzes Jahr vor sich ohne Probleme und Sorgen und vor allem ohne den Grimmauldplatz. Genügend Zeit alles zu verdrängen, was verdrängt gehört.
Auf einmal schnappte Remus panisch nach Luft. Was war nur los? Sirius schaute sich um, aber er konnte nichts entdecken was Remus hätte so angstvoll reinblicken lassen können. "James" meinte Remus dann und Sirius folgte seinem Blick nach oben. Schemenhaft und in den Wolken kaum auszumachen, sah er einen grauen Schatten. Sirius hätte es für einen Vogel gehalten, aber da er eins und eins zusammen rechnen konnte, war es wohl ein Hippogreif. James war also zum Fliegen gekommen. Verdammter Mist damit würde er jetzt ewig angeben… “Oh mein Gott … wie konnten sie die beiden nur da drauf setzen. Wenn sie runter fallen …“ meinte Remus dann angstvoll und seine Stimme schoss am Ende des Satzes in astronomische Höhen. Manchmal verstand Sirius nicht, wie Remus sich benehmen konnte, wie ein panisches Mädchen. Sirius erinnerte sich gut an einem Abend, an dem sie Unterricht auf dem Astronomieturm gehabt hatten. Nach dem Unterricht waren die Rumtreiber noch einen Moment dort oben geblieben und Remus war die ganze Zeit total still und war ganz bedacht darauf gewesen, nicht allzu nah an den Rand des Turms zu kommen. Und als Sirius und James sich einen Spaß daraus gemacht hatten, sich auf die Absperrung zu setzen, war er total ausgerastet und hatte einen dieser seltenen Wutanfälle bekommen und er hatte sie angeschrien, wie sie nur auf solche albernen Ideen kommen konnten. Natürlich war an der Sache überhaupt nichts Gefährliches gewesen, sie hatten sich ja nicht runter geschubst oder so. Und weil Sirius ein Idiot war und weil James ein Idiot war und sie beide zusammen so idiotisch, das man es überhaupt nicht in Worte fassen konnte, hatten sie sich Remus geschnappt und ihn oben auf die Absperrung gesetzt. Seit dem war sich Sirius ziemlich sicher, dass er eine verdammte Höhenangst hatte, den er hatte geschrien und geheult und um sich geschlagen, was wenn man genau drüber nachdenkt eine ziemlich doofe Idee von ihm war, weil Sie ihn immerhin festgehalten hatten.

Dann fiel Sirius auf, dass Remus im Plural gesprochen hatte. Noch einmal wendete er seinen Blick nach oben, aber er konnte nur einen Hippogreif entdecken. Sirius warf Remus einen fragenden Blick zu “Lily ist auch dabei“ meinte Remus abwerfend und richtete seinen Blick wieder nach oben, so als würde er damit rechnen das in jedem Moment James von Himmel fallen würde und er ihn noch rechtzeitig auffangen könnte, wenn er nur weiterhin wie hypnotisiert nach oben starren würde. Der Hippogreif flog nun immer tiefer und rauschte übers Wasser. Sirius hörte einen lauten Freudenschrei, der nur von James kommen konnte. Er musste zugeben er beneidete ihn… auf einem so machtvollen Tier fliegen zu können, musste der ultimative Kick sein. Wahrscheinlich nicht zu vergleichen, mit dem Ritt auf einem Besen… den Besen hatte man immer unter Kontrolle – man selber bestimmt wo es lang ging – auf einem Hippogreif zu fliegen… der Gedanke, dass das Tier dich in jedem Moment runter schmeißen könnte, das musste doch nur dazu beitragen dass das alles viel aufregender war. Aber nun würde er wahrscheinlich nie wieder die Möglichkeit bekommen, herauszufinden, ob es wirklich so aufregend ist wie es aussah.
„Tut mir Leid das Du nicht fliegen kannst … nur wegen mir“ flüsterte Remus leise neben ihm, nun schon viel ruhiger… was wahrscheinlich daran lag das James und auch Lily mittlerweile wieder festen Boden unter den Füßen hatten. „Macht nichts… das hätte mir eh keinen Spaß gemacht“ sagte Sirius zu ihm, was Remus eindeutig ein glücklicheres Gesicht aufsetzen ließ und damit hatte die Lüge sich wohl rentiert.

Remus ließ sich zurück ins Gras sinken und schien vollkommen versunken in seinen eigenen Gedanken. Sirius würde nur zu gerne wissen, um was sie gerade handelten, denn er sah ziemlich glücklich für den Moment aus. Ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen, er hatte die Augen geschlossen und eine kleine Haarsträhne hatte sich in sein Gesicht verirrt. Wie er wohl reagieren würde, wenn Sirius sie ihm aus dem Gesicht streichen würde? Doch Sirius würde nie erfahren, wie er reagieren würde, denn er wurde von einem Rascheln unterbrochen und im nächsten Moment hörte er wie jemand laut seinen Namen rief. Überrascht drehten sich die beiden Gryffindors um. Vor ihnen stand Andromeda und Sirius musste leider zugeben, dass sie überhaupt nicht glücklich aussah. Nein, ganz im Gegenteil ihre Augen funkelten ihn feindselig an. Musste sie gerade jetzt kommen? Er genoss es so alleine zu sein mit Remus, ihn nur mal für einen Moment nur für sich zu haben. Doch er hatte gar keine Gelegenheit irgendetwas zu sagen. Nicht das er gewusst hätte was. "Zuerst mal, steh' gefälligst auf wenn ich mit dir spreche." Okay, was hatte er verbrochen? Sirius überlegte wirklich aber ihm viel nichts ein. Und seit wann interessierte es bitte Andromeda was er tat oder was er nicht tat. Aber er dachte gar nicht daran aufzustehen. Nicht weil es hier unten auf dem Boden gemütlich war, nein ganz im Gegenteil es war verdammt kalt… er wollte es einfach nicht aus dem Grund tun, weil er nicht auf Dinge hörte wie ein verlauster Köter. Sirius musste kurz grinsen über den Witz den wahrscheinlich keiner verstand. Auf jeden Fall machte Remus seine rebellischen Gedanken zunichte, indem er aufstand und Sirius somit zwang es ihm gleich zu tun. Sirius zog fragend eine Augenbraue hoch. Still hoffte er, dass er mal um einen Anschiss drum herum kam. Den bekam er schon von Remus oft genug. Und er musste zugeben, dass Remus und Andromeda die einzigen waren, bei deren Ansprachen er sich im Nachhinein Gedanken machte. "Und jetzt hör mir mal zu." meinte Andromeda entschlossen und da bleib ihm wohl nichts anderes übrig “Mir ist klar, dass du einen verdammten Dreck darauf gibst, was dir irgendwer sagt, weil du ja sowieso davon ausgehst, dass du die Krone der Schöpfung bist und keiner dir je das Wasser reichen kann. Natürlich. Sirius Black, der größte Zauberer aller Zeiten, das ist es doch, was du denkst?!"Wollte sie darauf jetzt wirklich eine ehrliche Antwort? Sirius hatte nicht wirklich das Gefühl das ein ehrliches ‚Ja‘ diese Unterhaltung aufbessern würde…“Nun ist es mir aber vollkommen egal, was du über dich selbst denkst. Und es könnte nicht unbedeutender für mich sein, dass du von Bett zu Bett hüpfst, als ob es keine Morgen gäbe. Wenn du die Bestätigung von kleinen, reichlich mit Minderwertigkeitskomplexen ausgestatteten Mädchen brauchst, die keinen besseren abkriegen, dann bitte sehr, nur zu. Aber ich bitte dich, um Himmels willen, halte diese dummen Weiber von mir fern. Ich hab absolut keine Lust, deine One-Night-Stands abzuservieren, das machst du schön selbst! Und wenn sich dann so ein Blondchen an mich heftet, weil sie glaubt, die zukünftige Mrs. Black zu sein, dann ist das sicher nicht mein Job, ihr ihren Fehler zu erklären! Und trotzdem darf ich dann den Buh-Mann spielen, weil sich der werte Herr zu fein dafür ist! Damit ist Schluss! Ich hab genug davon! Ich weiß nicht, ob du es überhaupt bemerkt hast, aber die letzten Jahre über durfte ich das immer wieder mitmachen, und ich habe es gemacht ohne was zu sagen" Na wenigstens wusste er jetzt woher der Wind wehte. Das war also der Grund warum Andromeda sich so mit Salazar in die Haare bekommen hatte… Verdammter Mist und er war immer so erleichtert gewesen, dass Andromeda die dummen Arbeiten für ihn übernommen hatte. „Weißt du, wie dämlich man sich dabei vorkommt?! Kennst du es überhaupt, dieses schreckliche Gefühl wenn ein Mädchen, das meinte die große Liebe gefunden zu haben, vor dir in Tränen ausbricht weil sie erfährt, dass sie nichts weiter als ein Spielzeug ist?! Wahrscheinlich nicht. Wie solltest du auch? Du redest ja nie mit ihnen! Mein Gott, wahrscheinlich redest du mehr mit deiner wahnsinnigen Mutter, als mit diesen Mädchen!" Okay, damit hatte sie eindeutig eine Grenze überschritten. War es nicht ein ungeschriebenes Gesetz um alles in der Welt, niemals seine verfluchten Eltern zu erwähnen. Doch nicht vor Remus oder sonst jemanden und vor allem, wirklich auf keinen Fall vor Remus. Verdammt. Er warf einen kurzen Seitenblick auf den Jungen seiner Gedanken und bemerkte, dass er nur ziemlich verwirrt aussah und leicht peinlich berührt als würde er sich fehl am Platz fühlen. Merlin, Sirius hoffte nur dass er jetzt nicht dachte, dass da irgendwas fehl in seiner Familie lief. Das letzter was er wollte waren Gespräche über ‚Zuhause‘ und Mitleid... das würde er beim besten Willen nicht überstehen. “Denkst du dir irgendwas dabei? Denkst du überhaupt irgendwann jemals in deinem Leben?! Oder bespringst du einfach alles, was dir vor die Nase läuft und gehst dann weiter, bis du die Nächste siehst? Hast du vor, so alt zu werden? Nun, eins kann ich dir versprechen. Alt wirst du nicht. Irgendwann wirst du an eine außerordentlich Abgedrehte geraten und die wird sich dann rächen und dir einen tödlichen Fluch auf den Hals hetzen. Oder du begehst Selbstmord, nachdem dir da unten alles weggefault ist. Alles ist möglich, nicht wahr? Und alles ist wahrscheinlicher, als dass du alt wirst. Aber wenn du willst, helfe ich auch gerne nach. Wenn es so weiter geht, dann werde ich diejenige sein, die dir dein liebstes Körperteil abfaulen lässt. Mal sehen, was die Mädchen dann von dir halten!" Sirius blinzelte sie nur an. Merlin, sie war gut. Sie hatte diese Anschreinummer echt drauf. Da war es wirklich schwierig wegzuhören oder gelangweilt aus zusehen. ‚Abfaulen?‘ da konnte doch nichts abfaulen… oder? Das musste er unbedingt Remus nachher fragen, der hatte doch so eine wahnsinnige Allgemeinbildung. Doch Andromeda stockte kurz und Sirius kam es vor, als würde sie einen Moment nach Wörtern suchen und da sah er in ihren Augen, dass das für sie kein Spaß war und sie das vollkommen ernst meinte. Und da schluckte Sirius das Lachen runter, was er ihr entgegen schleudern wollte um ihre ganze Rede ins lächerliche zu ziehen… Und da wurde ihm zum ersten Mal bewusst, dass es Andromeda vielleicht ernst mit ihm meinte. Dass sie ihn nicht verlieren wollte und dass sie anders war. Anders als ihre Schwestern und anderes als Regulus. Sie machte sich eine eigene Meinung über einen Menschen und da merkte Sirius, dass er an ihm lag, dass die beiden solange nicht mehr miteinander geredet hatten. Er schob Menschen immer und immer wieder von sich weg. Und da fing er mal wieder an, sich vor sich selbst zu schämen – das hatte Andromeda also auch noch drauf. "Und wag es nicht, mich jetzt zu verurteilen, nur weil ich dir die Wahrheit sage und nicht den Idioten für dich spielen will! Du kannst Bella meinetwegen hassen, da bist du nicht der Erste, und es ist für beide Seiten besser, wenn ihr euch voneinander fern haltet. Cissy ist froh, wenn du ihr nicht zu nahe kommst. Was genau mit deinem Bruder los ist, weiß ich nicht und ich will es auch nicht wissen, weil ihr beide meine Cousins seid. Aber warum, warum tust du mir das an?! Willst du mich auch loswerden? Oh ja, so toll, endlich unabhängig und frei von dieser verdammten Verwandtschaft, nicht wahr? Aber du kannst nicht einfach abhauen! Das klappt vielleicht bei meinen Schwestern, aber nicht bei mir! Sag mir ins Gesicht, dass du willst dass ich dich in Ruhe lasse! Oder ich verliere auch den letzten Rest Achtung vor dir. Sag mir ins Gesicht, dass dein Haus deine einzige Familie ist! Sag es und ich erfülle dir deinen Wunsch!“ Für einen Moment, wollte er sagen, dass sein Haus natürlich seine einzige Familie war. Er wollte das sagen, weil es so viel einfacher war als die Wahrheit. Aber manchmal muss man sich entscheiden für den einfachen Weg oder eben für den richtigen. Aber die Wahrheit war unangenehm… weil er von so Gefühlszeugs nicht hielt und er es immer schwierig fand über so etwas zu reden und weil Remus neben ihm stand und es so peinlich wäre jetzt die Wahrheit zu sagen, denn natürlich würde er sich wundern warum er seine Familie hasste. Klar, musste er was bemerkt haben. Aber Sirius hoffte, dass er nicht raus bekommen hatte, was verdammt bei ihm zuhause ablief. Das keiner das raus bekommen hatte. Weil er nicht darüber sprechen wollte und weil er nicht darüber nachdenken wollte. Und wenn er von Hass sprach, dann meinte er Hass. Er hasste seinen Vater und er hasste seine Mutter. Er wünschte ihnen beide einen schrecklichen Tod an den Hals. Sie sollten sich quälen und zwar so richtig. Und sich so etwas zu wünschen, war falsch. Das war ihm vollkommen klar. Er wusste, das viele sagen würden… dass sie jemand anderem den Tod wünschten und alle logen… er tat es nicht. Obwohl wenn er genauer darüber nachdachte, war das auch falsch… würde sein Vater jetzt sterben oder ermordet werden… würde er es irgendwann bereuen… es nicht selber getan zu haben. Aber er wusste auch dass er Bellatrix nicht abkonnte, niemals würde er ihr den Tod wünschen, den sie war jung und das wäre irgendwie grausam… er konnte sie nicht leiden ihres schwachen Charakters wegen und bei Narcissa war es dasselbe. Aber Andromeda war schon immer nicht parteiisch gewesen, sie war klug und offen alle gegenüber. Sie war anders… keine klassische Black. Und wenn er ehrlich war, dann mochte er sie schon immer besonders gerne. Sie war vielleicht seine einzige Familie. Sirius verbot sich alleine den Gedanken an jemanden der früher seine einzige Familie gewesen war, sein Rückhalt… und er wusste das es für Regulus bestimmt genauso gewesen war. Ihre Kindheit war nicht toll gewesen – auch nicht vor seiner Einschulung – und auch Regulus hatte einiges wegstecken müssen. Klar, war er schon immer der kleine Liebling gewesen aber Sirius war wahrscheinlich auch schon immer ein Gryffindor gewesen und er war froh darüber, dass es seinem kleinen Bruder immer etwas besser ergangen war. Jede Familie brauchte wahrscheinlich ein schwarzes Schaf und das war er gewesen und seinem Bruder erging es damit besser. Und er war ist heute froh darüber dass Regulus sich für den einfachen Weg entschieden hatte. Den er hatte lieber einen Bruder, der nicht mit ihm redete und der mit jedem Blick ausstrahlte das er nicht von ihm hielt und der später wahrscheinlich mal auf seinem Grab tanzen würde, als zu wissen das sein Vater dasselbe mit ihm abzog wie mit ihm. Da war es leichter jemanden zu verlieren als jemanden leiden zu sehen. Andromeda unterbrach seine Gedanken, in dem sie eine Antwort von ihm verlangte und Sirius wünschte sich Remus wäre nicht hier dann wäre alles leichter. Immerhin konnte er Andromeda nicht einmal abservieren da würde Remus ihm auf ewig ein schlechtes Gewissen machen… aber das wollte er auch nicht. „Ähm…“ fing er an. Wow welch glorreiche Antwort… weiter so Sirius… dachte er verbittert... Schnell versuchte er es mit ein bisschen Charme und lächelte sie leicht an aber das schien auch nicht zu helfen. Verdammt „Ich, verdammt ähm natürlich gehörst du auch zu meiner Familie… äh ja“ Super… er hatte es hinter sich gebracht. Er grinste und atmete tief aus. Jetzt würde sie bestimmt ankommen und ihn umarmen und dann ist alles wieder super. Er schaute sie an und langsam verschwand das Lächeln wieder aus seinem Gesicht… irgendwie schien sie so gar nicht zufrieden mit seiner Antwort zu sein. Verdammter Mist, er hatte doch alles gesagt… oder? „Du Ich ach komm, du weißt ganz genau… dass du mir ähm noch wichtig bist… Immerhin bist du ja anders wie meine Eltern. Es tut mir Leid, dass ich so… abwertend zu dir war. Das hast du nicht verdient. Und das mit Salazar, ich kann wohl nichts dafür dass sie zu dir ankam aber das ist auch dumm gelaufen und falls da unten was bei mir anfängt zu faulen, dann sag ich dir Bescheid und dann kannst du es dir ja mal anschauen.“ War ja klar, dass er mal wieder die Dinge ins lächerliche ziehen musste aber so war es echt einfacher. Aber er hoffte wirklich, dass Andromeda merkte dass es ihm Leid tat. Denn das tat es ihm wirklich.

Er schaute sie fragend an und irgendwie kam er nicht dahinter, was sie jetzt dachte. „Okay?“ fragte er und weil es so über ihn kam und er heute echt in einer merkwürdigen Laune war ging er schnell zu ihr hin, nahm sie kurz in den Arm und drückte ihr ein Küsschen auf die Wange „Tut mir Leid. Ich war ein Idiot“ flüsterte er ihr ins Ohr „aber weißt du was, ich komm nicht so recht hinter dich. Auf welcher Seite bist du wirklich? Weißt du Lieblingscousinchen man kann nicht auf zwei Partys gleichzeitig tanzen!“
Nicht das er wollte, dass sie sich entschied. Nein wirklich nicht. Es war nur wie er es sagte… irgendwann musste man sich entscheiden. Und auch Andromeda würde das irgendwann müssen, ob sie eine wahre Black ist mit allem was dazu gehört oder dass sie ihren eigenen Weg geht und am Ende wird sie erleichtert sein, wenn sie eine Entscheidung getroffen hat. Denn nur dann war man frei!
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BeitragThema: Re: Der See    Mo März 05, 2012 10:30 am

Die Emotionen, die Sirius' Gesicht überzogen, waren so wechselhaft, dass es schon fast wieder komisch war. Vom anfänglichen Missmut über ein Grinsen zu etwas, was wohl eine Mischung aus Apathie und Zorn war - konnte es das überhaupt geben? - zurück zu diesem absolut dämlichen Grinsen, das sie ihm am liebsten aus dem Gesicht wischen würde. Mal ehrlich, fiel ihm nichts Besseres ein? Mit dieser dummen Fratze konnte sie wirklich nicht viel anfangen.
Ob er überhaupt antworten würde? Sicher konnte sie sich da nicht sein. Und die Chancen standen auch nicht schlecht, dass er sie nur auslachen würde. Wunderbar. Toll. Warum hatte sie denn eigentlich damit angefangen? Während sie hier mit wütender Miene wartete, ohne zu wissen worauf, kam ihr ihre Idee immer idiotischer vor. Hätte sie ihn doch nur machen lassen, dann wären sie sich in ein paar Wochen oder vielleicht Monaten so fremd, dass niemand mehr auf die Idee käme, sich an sie zu wenden, wegen etwas das ihn betraf. Dann müsste er sich nicht entscheiden, dann würde die Zeit ihm die Entscheidung abnehmen. Allerdings... war es für Sirius überhaupt eine Entscheidung? Oder hatte er seine Wahl schon lange getroffen und war bloß zu feige, es ihr ins Gesicht zu sagen? Pah, von wegen Gryffindor, Haus der mutigen Löwen. Ein Angsthase war er und nichts sonst. Nur darauf bedacht, vor seinen Freunden gut dazustehen. Schämen sollte er sich, sie zumindest tat es.

"Ähm..."
Ähm?! War das wirklich alles was ihm einfiel?! Andromeda hatte beobachtet, wie er Mädchen mit netten Worten so um den Finger wickelte, dass sie ihm alles glaubten und alles - ja, alles - für ihn taten. Und nun hatte er nichts Besseres als 'Ähm' hervorzubringen? Nun ja, das bewies vermutlich nur, dass ihm sogar namenlose Mädchen die ihm augenscheinlich nichts bedeuteten wichtiger waren als sie - wieso stand sie eigentlich noch hier? Sie sollte längst auf dem Weg zurück zum Schloss sein und das hier vergessen, es hatte ohnehin keinen Sinn.
Sirius stammelte noch irgendwas von wegen, dass sie sehr wohl zu seiner Familie gehörte und versuchte sich dann an einem dümmlichen Grinsen. Was zur Hölle bezweckte er damit? Wollte er sie besänftigen? Sah sie etwa so aus, als würde sie ihn gleich verhexen oder was? Jämmerlich... und es zeigte keinerlei Effekt, abgesehen davon, dass ihr Zorn auf ihn vielleicht noch gesteigert war. Natürlich gehörst du zu meiner Familie... Wollte er damit nur das Offensichtliche sagen, dass sie blutsverwandt waren? Ein Kompliment war das sicher nicht. Oder war das tatsächlich der schwache Versuch, ihr zu demonstrieren, dass sie zu seiner richtigen, gefühlten Familie gehörte? Aber das nahm sie ihm nicht ab... einen weiteren Faktor hatte sie noch vergessen: Remus stand weiterhin neben den beiden Blacks, und vermutlich fürchtete ihr Cousin sich einfach davor, vor seinem Freund blamiert zu werden - so wie sie den zweiten Löwen einschätzte, glaubte sie durchaus, dass er Sirius eine andere Antwort übel nehmen könnte - nun, jedenfalls, er stellte sich allein dadurch bloß, dass er anscheinend die Fähigkeit verloren hatte, wie ein normal denkender Mensch zu sprechen - blamiert hatte er sich also so oder so.
„Du Ich ach komm, du weißt ganz genau… dass du mir ähm noch wichtig bist… Immerhin bist du ja anders wie meine Eltern. Es tut mir Leid, dass ich so… abwertend zu dir war. Das hast du nicht verdient. Und das mit Salazar, ich kann wohl nichts dafür dass sie zu dir ankam aber das ist auch dumm gelaufen und falls da unten was bei mir anfängt zu faulen, dann sag ich dir Bescheid und dann kannst du es dir ja mal anschauen.“
Was... zum... für ein paar Sekunden verschlug es ihr die Sprache und ihre Gedanken fühlten sich an, als hätten sie sich irgendwo verhakt. Für das Wohl ihres Cousins hoffte sie, dass sie sich gerade verhört hatte. Sirius hatte gerade auf gar keine Fall vorgeschlagen was er vorgeschlagen hatte. Nein. So vulgär war nicht mal... okay. War er. Aber doch nicht ihr gegenüber!
...na was denn nun? Hatte sie nicht eben noch festgestellt, dass sie keine Besonderheit war? Was erwartete sie? Am besten für alle wäre es wohl wenn sie aufhören würde irgendwas zu erwarten, das führte nur zu Enttäuschungen.

Als er den Abstand zwischen ihnen überbrückte und sie in den Arm nahm, zuckte Andromeda kurz zusammen. Für einen kurzen Moment drohte sie schwach zu werden, nachzugeben, alles zu vergessen was dieser Idiot getan und gesagt hatte, nur wegen dieser Berührung. Wie albern. Wie schrecklich. Dabei mochte sie es eigentlich nicht mal, wenn jemand sie berührte. Sie war nicht der Mensch, der viel von körperlicher Nähe und dergleichem hielt. Nach den Sommerferien umarmte sie ihre engeren Freunde, und das war es. Nähe war nichts, was ihr viel bedeutete - oder vielleicht hatte sie es auch nur nie zu schätzen gelernt. Jedenfalls war es unter normalen Umständen definitiv keine Eigenschaft von ihr, dass sie gleich jedem um den Hals fiel. Aber jetzt gerade, in diesem Augenblick, so eng bei Sirius... kurz glaubte sie, dass alles in Ordnung sei. Dass sie wieder klein war und keine Sorgen hatte. Dass alles wieder wie früher sein konnte. Dass sie sich alles nur eingebildet hatte. Ein Gefühl jedoch überlagerte alle anderen: dass sie genau das benötigt hatte, dass sie seit gestern Abend einfach nur nach jemandem suchte, der wissen wollte was los war, sich um sie sorgte und sie festhielt, ohne pubertäre Hintergedanken. Schließlich hatte sie - halb frustriert, halb bereits damit rechnend - feststellen müssen, dass es niemandem aufgefallen war - weder dass sie gestern verschwunden war, noch dass sie von Monstern verfolgt wurde, die nur aufs Töten aus waren.
Doch Sirius interessierte sich auch nicht dafür. Nicht für ihren psychischen Knacks noch für ihre Albträume oder ihre innere Zerrissenheit. Er wollte einfach einem Streit aus dem Weg gehen. Und anstatt sich anständig mit ihr zu unterhalten und alles zu klären, wich er auf eine Methode aus, die sicherlich bei einem Großteil der jungen Hexen hier funktionieren würde. Und beinahe wäre sie auch darauf reingefallen!
Ein wenig entsetzt, ein wenig angewidert - sowohl von sich selbst als auch von ihm - schubste sie ihn weg und funkelte ihren Cousin stattdessen zornig an. "Was soll das werden? Seh' ich etwa aus wie eins von deinen einfältigen Flittchen?" Für ein paar Sekunden schien es ihr, als würde ihr Herz entzwei brechen, als sie ihn weiter so anfuhr. Aber dann erinnerte sie sich wieder an dieses Gefühl, welches sie eben noch verspürt hatte, und schon fiel es ihr leichter, zu sagen, was sie zu sagen hatte. "Ich bin nicht wie deine Eltern? Das freut mich aber wirklich! Dabei dachte ich, ich bin meinem werten Onkel so verdammt ähnlich, dass man denken könnte, ich wär' sein Zwilling! Was für eine Überraschung für mich, dass ich kein Monster bin! Und ich hatte schon Angst, dass ich demnächst auch damit anfange, wahllos Leute den Hals umzudrehen! Und abwertend? Pah. Ich bin wirklich erstaunt, dass du solche Worte kennst, wo dein Wortschatz doch offensichtlich sonst nur aus 'ähm' und 'also' besteht. Außerdem... seit wann bist du der Experte dafür, wer was verdient? Bisher hab ich von dieser Weisheit noch nicht viel mitbekommen."
Die junge Hexe spürte, dass dies hier - ebenso wie der Streit vorhin mit Salazar - in die falsche Richtung ging. Aber es war nicht mehr aufzuhalten, das war ihr klar, und sie wusste auch nicht, was sie sonst tun sollte. Sie war einfach richtig, richtig schlecht darin, auszudrücken, was sie wirklich dachte - die undurchschaubare Maske der Blacks trug sie mittlerweile zu lange, sie war nicht mehr in der Lage, sie abzulegen. Im Grunde wollte sie nichts weiter, als wieder von Sirius umarmt zu werden. Gleichzeitig wollte sie ihm klar machen, was für ein verdammter Idiot er war und dass er nicht damit durchkommen konnte - nicht bei ihr.

"Du bist ein Idiot, wolltest du wohl sagen," murmelte sie, während sie über seinen letzten Satz nachdachte. „aber weißt du was, ich komm nicht so recht hinter dich. Auf welcher Seite bist du wirklich? Weißt du Lieblingscousinchen man kann nicht auf zwei Partys gleichzeitig tanzen!“ Allein schon bei dem Wort 'Lieblingscousinchen' begannen zwei Stimmen in ihrem Inneren einen erbitterten Kampf.
'Schau, er mag dich. Sonst würde er sowas nicht sagen, oder?!'
'Nun ja... die Auswahl ist nicht sonderlich groß. Er konnte schließlich nur zwischen der verrückten Bellatrix, der narzisstischen Narcissa und ihr wählen. Er wäre sicher nicht der Einzige, der dieser Meinung war, dass sie noch das am wenigsten schlimmste Übel war.'
'Nicht so pessimistisch, sonst würde er es doch nicht so betonen'
'RUHE IHR ZWEI.'

Schweigen.
Gott sei Dank.
Warum beschäftigte sie sich mit dem unwichtigsten Teil seiner Aussage eigentlich so lange?
Um dem wichtigen aus dem Weg zu gehen, warum sonst?
Sie konnte sich einfach nicht selbst belügen.
Die große Frage, die sie bereits seit einiger Zeit beschäftigte: auf welcher Seite stand sie denn nun eigentlich? Bisher hatte sie es vermieden, zu entscheiden, da jede der Möglichkeiten nur großen Verlust für sie bot. Entschied sie sich für ihr Haus, für ihre Schwestern, ihre Familie, so würde sie einen großen Teil an Freundlichkeit verlieren. Sie würde ihre Freiheit verlieren. In eine maßgeschneiderte Ehe gezwängt werden und so leben, wie man es ihr vorschrieb. Entschied sie sich allerdings für die andere Seite, für Sirius und für die 'Guten' - da konnte sie sich nichts vormachen, ihre Familie war einfach so, wie der Name es schon sagte - so würde sie ihren Rückhalt verlieren und in eine ungewisse Zukunft blicken. Auch keine schöne Vorstellung. Wie sollte man sich da auch entscheiden?!
Vielleicht... ganz vielleicht hätte sie sich Sirius unter normalen Umständen jetzt anvertraut. Würde nicht noch jemand dabei sein. Würde sie ihn nicht gerade anschreien. Hätte sie das Gefühl, dass er sich dafür interessierte. Aber nichts davon traf im Moment zu, also wieso sollte sie ihm darauf antworten? Sie konnte das ganze aber auch nicht einfach übersehen.
"Wer sagt, dass ich wählen kann?" Das war womöglich noch die ehrlichste Antwort, die sie ihm zu diesem Zeitpunkt geben konnte. Und tatsächlich war es auch, die, die ihre Gefühle am ehesten traf. Dauernd philosophierte sie darüber, wog Pro und Contra ab - doch wer sagte denn, dass sie überhaupt dabei mitzureden hatte? Sirius konnte sowas leicht behaupten. Er war nach Gryffindor gekommen, hatte Freunde gefunden, die ihn dafür mochten, wer er selbst war, nicht woher er kam, nicht wer seine Familie war, nicht welchen Blutstatus er hatte. Freunde, die ihn auch mögen würden, wenn sich sämtliche Slytherins auf ihn stürzten, die ihn verteidigen würden. Sie selbst aber konnte auf nichts davon zählen. Noch drei Jahre würde sie in Hogwarts verbringen. In ihrem Haus. Natürlich hatte sie Freunde. Doch wenn sie so darüber nachdachte - für diese war es einer der wichtigsten Faktoren, dass sie ein Reinblut war und aus der Familie Black stammte. Allein schon um es sich nicht mit Bella zu verscherzen würde jeder sie sofort fallen lassen, sollte sie 'untreu' werden.
Sie hatte keine Wahl, nicht wenn sie die drei Jahre überleben wollte.
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BeitragThema: Re: Der See    Mo März 05, 2012 10:18 pm

cf: KLassenzimmer allgemein
Salazar betrat die Wiese vor und tat einen tiefen Atemzug.
Es war wirklich wunderschön hier. Die Sonne spiegelte sich im See und alles wirkte so ruhig und perfekt.
Der Wind spielte mit ihren lange Haaren. Okay, das war nervig. Sie fummelte das Haargummie von ihrem Handgelenk und band sich die Mähne zurück.
Das tat sie sonst nie, denn sie wusste, dass es eigentlich nicht gut aussah. Aber hier konnte sie einfach mal darauf scheißen, ob sie gut aussah oder nicht. Es war nie jemand hier.
Langsam lief sie Richtung der Baumgruppe, die am Rande des Sees stand. Plötzlich wehten Stimmen zu ihr rüber. Irgendjemand stritt. Sie suchte das Ufer mit ihrem Blick ab.
Tatsächlich sie konnte einige Gestalten ausmachen. Hastig lief sie weiter, sie wollte nicht, dass sie jemand sah und sie wollte niemanden sehen. Wenn sie hier war, wollte sie sich nicht verstellen und die große Salazar raus hängen lassen. Erst jetzt wurde ihr auch bewusst, wie zittrig sie auf den Beinen war.
Ihr war immer noch schlecht und ihre Hände zitterten unkontrolliert. Sie musste sich schnell beruhigen. Sie kratzte wieder an ihren Armen. Sie wollte das nicht. Und doch. Allein, das Gefühl, das sie gerade verspürte, machte sie so ruhig, wie es nichts anderes auf der Welt vermochte. Sie hasste sich dafür und doch, war es ihre einzige Chance auf Glück.
Das und Zigaretten und Jungs. Definitiv waren das auch Dinge die sie liebte und beruhigte. Schnell lief sie weiter. Plötzlich stockte sie. Da saß jemand unter ihrem Baum.
Wer wagt es, einfach unter ihrem Baum zu sitzen. An so einem miesen Tag wollte sie wenigstens unter einem Baum sitzen ohne sich mit irgendwelchen Leuten erklären, warum sie verheult, denn ja sie hatte schon wieder geheult, und mit einem hässlichen Zopf am See rumhing. Eilig stapfte sie zu dem alten, knorrigen Baum, um den jenigen zusammen zubrüllen, der es wagte ihren Platz zu besetzten.
Auch wenn sie normalerweise es vorzog im Hintergrund zu agieren und so Leute fertig zumachen. Jetzt war sie auf 180 und durchaus bereit eine kleine Schreirunde einzulegen. Kurz vor dem Besetzer stoppt sie abrupt, bereit all ihre Aggressionen auf eine Person zu bündeln.
Es war Reg.
Seelenruhig saß er da und träumte vor sich hin. Warum auch sich Sorgen machen?
Er hatte ja gerade nur mit angesehen, wie jemand, so wie sie hoffte, den er mochte, gefoltert worden war.
Außerdem hatte er es nicht zustande gebracht, ihr zu helfen. Denn nein, das hieß ja sich gegen Bellatrix Achsoperfekt zu stellen. Das kam natürlich nicht in Frage.
Schickte man also lieber schwache Gryffindor vor, die aus törichtem Mut den Zorn der eben beschriebenen Hexe auf sich lenkten. Und das alles für jemanden, den sie nicht kannten.
Plötzlich wollte Sal Regulus nur anbrüllen. Sie atmete tief durch und stapfte weiter auf ihn zu.
„Regulus Black!“, selbst die Anrede fiel nicht so heftig aus, wie sie wollte. Anscheinend konnte sie nicht auf ihn sauer sein.
Sie war einfach noch viel zu schwach.
So schwach, das sie sogar einfach und fast ohne Grund einfach umknickte, kurz bevor sie sich neben Reg setzten konnte.
Statt sich wie geplant, elegant neben ihn zu setzten, fiel sie fast auf ihn. Der Knöchel schmerzte, doch der Aufprall wurde durch Reg, der sie etwas auffing, abgebremst.
Sie stöhnte laut auf, denn trotz der Aktion von Regulus, der sie abstützte, knallte sie mit dem Knie hart auf den Boden.
„oh mein Gott, Regulus. Tut mir leid...“ Sie kniff die Augen zusammen und versuchte irgendwie, dass Gewicht von ihrem Knie zu nehmen. Sie lag immer noch auf Regulus. Sal wurde rot und krabbelte mehr oder weniger von ihm.
PEINLICHE
AKTION
SAL!!!
Um nicht auf Reg zu achten, betrachtete sie ihr Knie, es war aufgeplatzt und blutete.
Na super, jetzt sah sie aus, als hätte sie sich beim Rumtoben verletzt. Das war ihr das letzte Mal mit 5 passiert. Sie seufzte. Schnell zückte sie den Zauberstab, tippte gegen ihr Knie und beobachtete, wie sie der Riss langsam schloss.
Dabei fiel ihr schon wieder auf, dass sie zitterte.
Sie umklammerte schnell ihre Hände, um das Zucken zu unterdrücken. In der Hoffnung, dass es der Black nicht merkte versuchte sie ein Gespräch zu beginnen. Denn neben dem Händezittern, der peinlich Hinfallaktion und dem Knie blutete ihr Arm schon wieder, denn die schnelle Bewegung, als sie versuchte hatte, den Sturz abzufangen, hatte den Schorf wieder aufplatzen lassen.
„und, wie fandest du Runen?“, begann sie zu stottern. Trotzdem sah die Blondine ihren Gesprächspartner an.
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BeitragThema: Re: Der See    Fr März 09, 2012 8:37 am

[Entschuldigung das es so lange gedauert hat Sal:* Und verzeih mir , das er so schlecht ist><]

Elegant ließ er sich wieder auf den Rasen gleiten. Regulus legte den Kopf leicht in den Rücken und ließ die Ruhe die die Natur ihm gab , auf ihn wirken.
Der Black war nicht verwundert darüber das Salazar sich ebenfalls hier her zurückgezogen hatte. Der See war abgelegen und oft war hier keine Menschenseele zu finden. Man war hier allein mit seinen Gedanken. Ruhe war wahrscheinlich genau das was die blonde Hexe nun brauchte. Gefoltert zu werden , dazu noch mit einem Cruziatus Fluch , steckte niemand so einfach weg. Doch es war nicht die Folterung , die Salazar hier her trieb , vermutete Regulus. Es war die Demütigung die sie mit sich brachte. Völlig hilflos zu sein , während der ganze Körper vor Schmerz nur so pulsierte kratzte den Stolz eines jeden ungemein an. Vor allem aber ein Slytherin musste sich aufgrund dieser Peinigung schämen und wäre Regulus in Sal's Situation würde er den anderen nie mehr unter die Augen treten können. Weit ab von all den aufgekratzten Gefühlen im Klassenzimmer sah Regulus die Situation plötzlich klarer. Das Auslassen über die Tatsache das Salazar mit Sirius geschlafen hatte war die eine Sache , doch die Blondine mit einem unverzeihlichen Fluch zu foltern war etwas ganz anderes. Wenn Bellatrix Eltern wüssten was ihre Tochter hier in Hogwarts anstellte würden sie womöglich die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Es war bekannt das Bella keine Skrupel kannte und gnadenlos war , doch das sie so weit ging hätte selbst der Black nicht gedacht. Erst jetzt zog er in Erwägung das er seine Cousine vielleicht hätte davon abhalten sollen. Es warf kein gutes Licht auf die Familie Black , wenn man Mitglieder seines eigenes Hauses folterte. Dies bewies nur das Bellatrix mit ihrem Zorn und ihrer Wut nicht einmal vor ihrem eigenen Haus Halt machte. „Wenn die Kleinen davon hören ergibt das wieder die schlimmsten Schauergeschichten. Bella verbreitet wieder Angst und Schrecken. Respekt Cousin'chen.“

„Regulus Black!“ Eine klare Stimme drang zu dem Zauberer durch und augenblicklich schlug er die Augen auf. Salazar kam auf ihn zugelaufen und wirkte nicht so als wäre sie ihm wohlgesinnt. Regulus zog amüsiert eine Augenbraue nach oben. „Oha Sal. Hast du dich nun doch entschieden mir eine Standpauke zu halten warum ich mich nicht heldenhaft zwischen dich und meine Cousine geworfen habe?“ , dachte der Black mit einem Hauch Zyne. Offensichtlich hatte die Blondine erwartet das Regulus sie vor Bella schützte. Und womöglich hätte er das in diesem Fall auch tun sollen , das hatte er bereits selbst eingesehen. Regulus hatte die Blicke auf sich im Klassenzimmer gespürt , als Bellatrix sadistisch lächelte und er nur daneben saß und tatenlos zusah. Es war bekannt das Regulus einer der wenigen war der noch Zugang zu der Hexe besaß , demnach wurde es auch von ihm erwartet sie zu bremsen wenn sie die Grenze versuchte sie zu überschreiten. Doch genau dann wenn er hätte einschreiten müssen , hatte er versagt. Der Black hatte den Ernst der Lage unterschätzt. Er hatte einen Fehler gemacht. Sein Blick glitt über den Hügel zu Sirius , Andromeda und Remus und ein Seufzer entwich ihm. Es war nicht das erste Mal das er Fehler machte. Die Menschen sollten aufhören Erwartungen in ihn zu setzen , denn letzten Endes wurden sie doch nur enttäuscht.

Doch nun wand er seine Aufmerksamkeit vollkommen Salazar zu , die nur noch einige Meter von ihm entfernt war. Das nächste geschah förmlich in Zeitlupe. Die Blondine , die offensichtlich alles andere als trittsicher war , knickte vor dem Black um und verlor das Gleichgewicht. Geistesabwesend fing Regulus sie auf – so gut es ging. Dennoch kam sie mit einem Knie unsanft auf dem Boden auf. Der größten Schaden aber wurde durch Regulus Arme die Salazar stützten , verhindert. Für ihn war diese Art von Hilfe selbstverständlich. Der Black würde kaum zu sehen wie Salazar vor ihm wie ein Kind auf die Nase fiel , nur um sich dann ins Fäustchen zu lachen. Sie waren schließlich keine kleinen Kinder mehr. Als Regulus der Slytherin ins Gesicht blickte merkte er das sie leicht errötete. „Oh mein Gott, Regulus. Tut mir leid...“ , stotterte Salazar. Auch Regulus der leicht belustigt wirkte kehrte zu einer ausdruckslosen Miene zurück. Die Entschuldigung der Blondine nahm er mit einem Nicken zur Kenntnis. Als sie schließlich bemerkte das sie immer noch auf Regulus lag wurde sie noch röter und brachte darauf hin einen größeren Abstand zwischen die beiden. Der Black entspannte sich merklich und lehnte sich wieder gegen den Baum. Aus dem Augenwinkel registrierte er wie Salazar die größte Verletzung auf ihrem Knie mithilfe eines Zaubers schloss. „Welch ironische Situation.“ , dachte Regulus. Als sich der Zauberer zu Salazar wand fiel ihm auf das sich die Hexe sichtlich unwohl in ihrer Haut zu fühlen schien. Kurz mustere er die Slytherin. Ihre Haare waren nicht wie gewohnt perfekt frisiert und ihr Blick glitt nervös umher. Nicht zu übersehen waren die äußerlichen Wunden. Ihr Knie wirkte eher schlecht als recht zusammen geflickt und Blut tropfte über ihre Hände. „Moment mal..“ Regulus sah sich Salazars Arme genauer an , doch er wusste bereits welche Wunden bluteten. Salazar hatte sich schnell abfangen müssen und durch diese schnelle Bewegung war der frische Schorf aufgeplatzt. Ihre Wunden bluteten wieder. Die Wunden , die sich die Reinblüterin selbst zufügte. Für die meisten Menschen waren Salazars Wunden nicht zu sehen , doch kannte man die Anzeichen wusste man stets wonach man suchen musste. „Wenn Sirius ein Grund dafür ist das sie sich selbst verletzt dann..“. Doch sofort stoppte Regulus diesen Gedankengang. Er sollte nicht so über die Hexe denken , schließlich hatte er sie vor gut einer Stunde noch verspottet. Irgendein Teil in ihm sträubte sich dagegen einzusehen das womöglich auch dies überflüssig war. Doch so war er nun einmal , er hatte nicht die Kraft sich zu ändern. Und Salazar hatte ihm einen perfekten Grund für seine Anspielungen und Demütigungen geliefert. Er seufzte und beschloss gleichzeitig Sal nicht auf ihre blutenden Wunden anzusprechen. Sie würde wissen das er sie sah. Er würde sie immer sehen können.

Dann wurde Regulus schlagartig bewusst warum er die Stimme gegen Salazar erhoben hatte. Es widersprach dem Stolz des Black zuzugeben was ihn dazu getrieben hatte...Eifersucht. Kurz biss er die Zähne zusammen und rammte seine Hand in den Boden.
Dann spürte der Zauberer den Blick von Salazar auf sich. Einige Sekunden später begann sie auch schon leise zu sprechen: „Und, wie fandest du Runen?“
Er konnte nicht anders als ein kaltes , leises Lachen auszustoßen. Dann wand er sich ihr zu und war kurz verwundert das sie ihm nach allem was heute Morgen vorgefallen war unverwandt in die Augen sah. Regulus lächelte Salazar bitter an und sagte: „Das meinst du nicht ernst Salazar , oder?“ Sie war zum falschen Zeitpunkt hier. Regulus war in Gedanken noch in düsteren Zeiten , er würde nicht die Stärke besitzen ihr eiskalt gegenüber zu treten. Um genau zu sein wollte er das nicht einmal. Gestern Nacht hatte der Black den Eindruck gehabt zwischen ihm und der jungen Cerebus könnten zarte freundschaftliche Bande entstehen. Er wollte einfach nicht glauben das sie ein 0815 Flittchen war , das nichts auf seine Ehre gab.
„Alte Runen fand ich zum Sterben langweilig Sal , so wie der Rest der Klasse. Sag mal denkst du wirklich wir sitzen jetzt in aller Ruhe hier unter einem Baum, reden über den ach – so – interessanten Unterricht und vergessen was passiert ist? Wenn Verdrängen deine Taktik ist mit Dingen umzugehen dann tut's mir Leid , doch das ist nicht mein Stil. Wir Blacks sehen den Dingen ins Auge. Und...“ Er atmete scharf ein. Plötzlich hatte er das Gefühl das eine unendlich schwere Last auf seinen Schultern lag - .. die Last eines großen Fehlers. Und diese Last wollte der Black nicht auch noch tragen.
Regulus fuhr sich durch sein Haar und plötzlich schienen ihm die Worte im Halse zu stecken. „...Es hätte nicht passieren dürfen Salazar , nichts von alledem. Du wirst das nicht verstehen , es ist eine Sache unter uns Blacks. Doch verurteile Andromeda nicht , sie ist normalerweise nicht so. Irgendwas hat sich in ihr aufgestaut , du warst einfach nur ein Auslöser.“ Kurz wand er seinen Blick ab , eh er so viel Aufrichtigkeit in seine Worte legte wie er nur konnte.
„Salazar?“ , er sah sie an , sein Gesicht zierte immer noch das bittere Lächeln , „Mein Verhalten dir gegenüber war nicht richtig. Ich habe mich nicht mit Ruhm bekleckert. Vergib , wenn du kannst. Ich würde sogar verstehen , wenn du es nicht tust. Ich werde mit Bellatrix reden , so etwas wird nicht noch einmal vorkommen. Ich hätte nicht tatenlos daneben sitzen dürfen. Das war ein Fehler. So verhalten sich Freunde nicht.“

Er schaute Salazar in das zierliche Gesicht und versuchte etwas daraus lesen zu können. Und hinter dem Hügel stand der Grund warum er nun hier saß und sich entschuldigte , etwas was gegen seine Natur sprach. Fehler zuzugeben war nichts was ein ehrenwerter Black tat. Denn Blacks machten keine Fehler. Doch wieder einmal hatte er sich von seiner inneren Wut leiten lassen. Nur weil Sirius Salazar Aufmerksamkeit geschenkt hatte , hatte Regulus seinen Ärger gegen die Slytherin gewendet. Doch dies würde er Salazar niemals sagen können.
Denn Regulus litt. Er litt unter dem Verlust seines Bruders..seiner zweiten Hälfte.
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BeitragThema: Re: Der See    Sa März 10, 2012 5:25 am

Während die Wolken weiter über den Himmel zogen, fuhr Remus Puls wieder herunter und er stieß ein erleichtertes Seufzen aus. Aller schlimmsten konnten James und Lily nun noch über eine Wurzel im Verbotenen Wald stolpern – sterben würden sie davon ganz sicherlich nicht.
„Macht nichts… das hätte mir eh keinen Spaß gemacht“, sagte Sirius ebenso leise und Remus versucht den überraschten Ausdruck auf seinem Gesicht zu verstecken. Ehrlich gesagt, hätte er beide Hände dafür ins Feuer gelegt das es Sirius sehr viel Spaß machen würde. Generell liebt er es doch äußerst dumme Sachen zu machen und auf einem riesigen, wilden Tier in lebensbedrohlichen Höhen durch die Luft zu sausen, fiel doch in genau die Spate von extrem hirnrissigen Dinge mit denen Sirius sich gerne die Zeit tot schlug. Er war es doch der immer auf den Mauern des Astronomieturmes balancieren wollte – Gott sei Dank, hatte Remus ihn bisher immer mit flehen und betteln davon abhalten können. Und Sirius war es doch der es liebte schwere Klatscher gegen Mitschüler zu schleudern und der kein schwieriges Flugmanöver ausschlug … Kurz und knapp: Er war geisteskrank! Und in Remus Augen hatte er einen zu überdeutlichen Drang zu selbstzerstörerischen Maßnahmen, eine Eigenschaft die der Lupin nur zu gerne an seinem Freund ändern würde. Aber Sirius ließ sich niemals ändern und vielleicht war das auch gut so. Aber wieso sollte der Black ihn anlügen? Gut, er war ein ausgezeichneter Lügner und konnte Remus die unglaubwürdigsten Märchengeschichten auftischen, ohne nur eine kleinste Regung zu zeigen. Aber wenn er sagte er hätte keinen Spaß daran gehabt – warum sollte das eine Lüge sein? Ein so kleine Unwichtigkeit, nur damit Remus keine Schuldgefühle mehr hatte? Der Lupin wurde einfach nicht schlau daraus und deswegen verdrängte er die vielen Fragen in seinem Kopf, in irgendeine unbedeutende Ecke seines Denkens und stieß seufzend Luft aus. Egal, was heute mit Sirius los war, wieso er so gefühlsbetont und ernst war, er musste es so hinnehmen und es war eine kleine Veränderung die er sehr gerne an seinem Freund sah.
Endlich, fühlte er sich richtig akzeptiert von dem Gryffindor. Eine Sekunde später schämte er sich bereits für diesen Gedanken. Sirius war immer für ihn dagewesen, auch in der schwierige Zeit als sie alle nicht wussten was mit ihm los war und in der Zeit als sie herausgefunden hatten das er ein Werwolf war und sie ein Geständnis aus ihm heraus gequetscht hatten. Er war immer dabei gewesen und war ein wahrer Freund. Aber heute war er wirklich und fassbar dagewesen. Der wahre Sirius. Und nicht der Sirius der er für andere immer sein wollte, der der lustig und witzig war, der andere zum lachen brachte und ein Mädchen nach dem anderen abschleppte. In der letzten Stunde war er einzig und alleine für einen weinenden Freund dagewesen, nicht für James dem er immer jeden Wunsch von den Augen ablesen würde – nur für ihn, für den langweilig, mutlosen Remus mit dem man selten die idiotischen Dinge machen konnte, wie mit James der immer spannend und witzig war.
Ein winziges Lächeln schob sich auf die Lippen des Werwolfes und er widerstand dem Drang seinen Kopf zu drehen und seinem Freund einen Blick zu schenken. Er wüsste zu gerne was sich gerade für Gefühle auf seinem Gesicht zeigen würde. War er gelangweilt? Wollte er von hier verschwinden? Oder genoss er diesen Moment der Ruhe ebenso wie er? Aber Ruhe und Sirius zusammen, dass konnte nicht gut gehen und das war immer sein Part – Remus wusste das. Und er wollte nicht enttäuscht werden, er wollte wirklich dass Sirius sich ebenso über diesen seltenen Moment der Zweisamkeit freute wie er, er wollte wirklich dass er James nicht vermisste, so wie er es immer tat wenn sie einige Minuten getrennt waren. Remus wusste das er dem Potter damit unrecht tat, er liebte James ebenso wie Sirius – aber mit James alleine zu sein war so einfach und mit Sirius war es manchmal etwas schwierig, weil er wusste das er manche Fragen nicht stellte sollte, Fragen über seine Familie und seine Vergangenheit. Er wusste dass er nichts über seine eigene Familie erzählen sollte, seine Familie die immer für ihn da war und ihn trotz all der Widrigkeiten akzeptierte. Aber innerlich wusste er dass er all die Fragen stellen musste, dass Sirius darüber reden musste und es nicht alleine in sich hineinfressen sollte. Das konnte einfach nicht gesund sein.
Remus schenkte seinem Freund keinen Blick. Er wollte nicht sehen was er fühlte, er stellte sich lieber vor das er ganz entspannt aussah und den Moment genoss. Remus musste beinahe über sich selbst lachen, manchmal machte er sich wirklich etwas vor. Es war besser den Tatsachen ins Auge zu blicken und sich nicht in Träumereien zu verfangen, dass hatte ihn das Leben bereits mehr als einmal gelehrt. Aber trotzdem wandte er den Blick nicht von dem hellen Mittagshimmel ab und den bläulichen Schwalben die durch die Lüfte segelten wie waghalsige Qudditschspieler.
Remus beobachtete die freien Vögel für einige Momente. Wie schön musste es sein ohne Einschränkungen leben zu müssen wie diese kleinen Tiere, um die sich niemand scherte. Sie bekamen keine Vorschriften, musste keine Ausgrenzung spüren und sie mussten nicht mit diesen vielen, großen Gefühlen wie die der Menschen umgehen. Sie kannte keine Liebe und die vielen Schmerzen die dieses schöne Gefühl mit sich bringen sollte, sie kannten keinen Hass, keine Enttäuschung, keinen Scham. Es musste einfach sein so zu leben und trotzdem war er sich sicher dass die kleinen Vögel das nicht so sehen würden.
„Jeder hat mit Problemen zu kämpfen, jeder mit seinen eigenen …“, schoss es ihm durch den Kopf und er wusste das es stimmte. Kein Mensch auf der Welt war wunschlos glücklich und jedes Tier musste um überleben zu können rastlos sein, immer auf der Suche nach Essen und auf der Hut vor Feinden. Allen Lebewesen auf dieser unbedeutenden Erde mussten ihre Probleme übermächtig vorkommen – aber es war irgendwie tröstend zu wissen das man nicht er Einzige ist der zu kämpfen hat. Jeder muss irgendwann mal stark sein.
Aber trotzdem konnte Remus den Gedanken nicht abschütteln, das er es besonders schlimm erwischt hatte. Er schüttelte leicht den Kopf: Nein, er sollte sich nicht schon wieder über so etwas den Kopf zerbrechen. Eigentlich war er eben gerade doch noch sehr glücklich gewesen, eine Zufriedenheit die ganz aus dem Nichts gekommen war.
Doch von einer Sekunde auf die Andere wurde der junge Lupin aus seinen Gedanken gerissen.
Eine dunkelhaarige Schülerin kam auf sie zu gehastet und als Remus sie erblickte setzte er sich schlagartig etwas auf. Andromeda. Sie sah sehr, sehr wütend aus. Hatte sie eigentlich auch eine andere Gefühlslage als Wut? Und er hatte gedacht sie wäre anders … Er hatte sich wirklich gewünscht sie wäre anders. Nicht für sich selbst, sondern für Sirius. Er müsste doch schön für ihn sein, wenn er wusste das es noch ein Familienmitglied gab das teilweise so wie er dachte und das nicht vollkommen verkorkst von reinblütigen Ansichten war. Aber anscheinend hatte sie sich doch als wahre Slytherin behauptet. Doch dann dachte er wieder an ihre mutigen Worte im Alte Runen-Klassenzimmer. Was genau hatte sie noch einmal gesagt? Irgendetwas davon das es nicht immer nur auf das Blut ankam … Sie hatte so viele Freunde in den anderen Häusern und es war ihr bisher immer egal gewesen ob jemand magische Eltern hatte oder nicht. Aber vor wenigen Stunden im Klassenzimmer hatte sie eine andere Seite von sich gezeigt. Sie hatte ihre Schwester Bellatrix und Regulus so stolz gemacht und vermutlich dabei vergessen wer sie wirklich war. Aber vielleicht war sie das viele kämpfen und anders sein einfach Leid. Nicht jeder war so stark und konnte sich gegen seine Familie und alles Vertraute aus der Kindheit stellen und beginnen jemand neues und verhasstes zu sein. Vielleicht wollte sie einfach nur geliebt werden und irgendwo war das auch in Ordnung. Remus hatte wirklich Verständnis für sie, von ganzem Herzen – aber als er sie auf sie zuhetzten sah mit diesem wütenden Ausdruck auf dem Gesicht, wünschte er sich nur das sie in diesem Moment nicht hier wäre und die Ruhe mit ihrem Geschrei zerschnitt.
Wieso musste er von einem Tief, ins Hoch und dann wieder ins Tief fallen? Eben gerade war noch alles in Ordnung gewesen, endlich mal kein Streit und nun tauchte Miss Black hier auf, die mit der Wut in den Augen wahrlich aussah wie ihre hinterhältige Schwester.
„Sirius“, sagte sie mit einem strengen Befehlston den man vor ihr normalerweise nicht gewöhnt war. „Zuerst mal, steh' gefälligst auf wenn ich mit dir spreche“ Remus warf Sirius für einen Sekundenbruchteil einen schnellen Blick zu. Oh nein, er kannte diesen Ausdruck auf seinen Zügen – anscheinend spielte er mit dem Gedanken, das genaue Gegenteil von dem zu tun was seine Cousine verlangte. Eine Sache die er nur allzu gerne tat, Sirius ließ sie niemals etwas vorschreiben. Doch Remus sprang schnell auf, auch wenn er nicht einmal angesprochen wurde, aber er wollte um keinen Preis Aufmerksamkeit bekommen und erneut in den Mittelpunkt eines Streites rücken, und Sirius stand kurz darauf ebenfalls auf, jedoch reichlich unmotivierter.
Der Lupin seufzte erleichtert auf, wenigstens eine Hürde war gemacht. Doch Andromeda kreischte kurz darauf erst richtig los. Sie trat nah an ihren Cousin heran und warf ihm alles Mögliche an den Hals. Wenn sie mit dem Finger mahnend vor seinem Gesicht herumgewedelt hätte, hätte das den Lupin auch nicht wirklich verwundert. Innerlich stöhnte alles in Remus auf. Warum musste so etwas schon wieder passieren? Erst der Streit in der Großen Halle, dann eben gerade vor dem Unterricht und nun schon wieder? Brauchten die Slytherins solche Auseinandersetzungen wirklich so dringend? War er für sie wie Luft zum atmen? Das war doch alles lächerlich und vollkommen überflüssig … Aber er wollte nicht ein streiten, wollte sich nicht zwischen die beiden Familienmitglieder stellen und sie zur Vernunft bringen. Heute nicht. Und wenn er ehrlich war ging ihn das alles überhaupt nichts an. So gut es eben ging versuchte er Andromedas Anschuldigungen zu überhören, aber selbst wenn er kein so ausgezeichnetes Gehör gehabt hätte wäre dies ein unmöglicher Versuch gewesen. Stattdessen hörte er die Stimme des Mädchens überlaut in seinen Kopf und er bemerkte bereits wie die Kopfschmerzen deutlich Begriff über sein Denken ergriffen und sich der Wolf unruhig in seiner Brust regte, aufgeweckt von den vielen Gefühlen des heutigen Tages und der leichten Wut in Remus Brust. Ja, das war die Sauerstoff für die Bestie in seinem Inneren – Wut und Müdigkeit und Machtlosigkeit über seine Gefühle und die Bestie war hellwach und machte Remus das Leben schwer. Er hasste es wenn er sozusagen seine Gefühlslage und die vollkommen widersprüchliche des Wolfes spürte. Und so sehr er den Streit der sich vor seinen Augen abspielte verabscheute so sehr musste der Wolf ihn eigentlich schätzen. Doch als Remus einige Sekunden auf das Chaos in seinem Inneren horchte, war er überrascht dass es nicht so war. Der Wolf hasste es. Nicht den Streit und die Wut in der Luft die Remus beinahe riechen konnte – das war in Ordnung. Aber er hasste es das sich die Wut auf Sirius bezog. Er wollte ihn beschützen. Bestürzt riss Remus die Augen auf. Das war neu, das war mehr als neu und es war falsch. Der Wolf durfte sich kein Anrecht auf Sirius herausnehmen. Sie gehörten nicht zusammen. Es war falsch wenn er so fühlte und es verwirrte Remus. Es war ein zu „nettes“ Gefühl. Kein Hass, kein Blutdurst, kein Wunsch nach Beißereien – das war wirklich sehr neu und viel zu menschlich.

Remus seufzte und verfluchte nicht zum ersten und sicherlich auch nicht zum letzten Mal sein Leben. Sirius sah währenddessen ziemlich verwirrt aus, hatten Andromedas Worte für ihn nicht Hand und Fuß? Bisher hatte Remus es niemals mitbekommen das irgendwelche von Sirius Mädchen weinend zu Andromeda rennen, wenn Sirius sie nicht mehr eines Blickes würdigte. Aber wenn Andromeda meinte das es so war, dann glaubte Remus ihr und er konnte verstehen was sie daran so störte. Sirius hatte seinen Spaß, ohne sich Gedanken über die Konsequenzen zu machen und sie durfte dann die Drecksarbeit erledigen.
Über einige Worte von ihr könnte Remus sich beinahe belustigen, wenn die Situation nicht so ernst gewesen wäre und würden ihre Worte nicht Schamesröte auf seine Wagen zaubern.
„Wenn es so weiter geht, dann werde ich diejenige sein, die dir dein liebstes Körperteil abfaulen lässt. Mal sehen, was die Mädchen dann von dir halten!“
Aber wurde man wegen so etwas wirklich so wütend? Nein, da musste doch noch etwas anderes dahinter stecken. Und als sie weiter sprach erkannte Remus den Grund wieso Andromeda so wütend und vermutlich auch sehr verletzt war: „ Du kannst Bella meinetwegen hassen, da bist du nicht der Erste, und es ist für beide Seiten besser, wenn ihr euch voneinander fern haltet. Cissy ist froh, wenn du ihr nicht zu nahe kommst. Was genau mit deinem Bruder los ist, weiß ich nicht und ich will es auch nicht wissen, weil ihr beide meine Cousins seid. Aber warum, warum tust du mir das an?!
Das war es also. Sie wollte Sirius nicht verlieren. Ein Gefühl das Remus sehr gut nachvollziehen konnte. Sie liebte ihn einfach und es verletzte sie das er oftmals so herablassend war und sie nicht zu bemerken schien wenn sie sich mit Slytherins umgab. Hatte er sie überhaupt in Hogwarts begrüßt? Remus hatte es auf jeden Fall nicht gesehen und er hatte auf einmal mehr Verständnis für Andromeda wie er es nach dem heutigen Tag erwartet hatte. Das Mädchen forderte Sirius noch auf etwas dazu zu sagen und schaute ihn danach erwartungsvoll an. Und mit diesem Ausdruck auf ihrem Gesicht schien Sirius etwas überfordert zu sein. Ja, Sirius war nicht geschaffen für schwierige Gesprächsthemen. Eigentlich lief er vor schweren Themen davon, ebenso wie Remus. Weglaufen war leichter, aber Sirius blieb wo er war und schenkte Andromeda nur einen fragenden Blick. Alles in ihm schrie sicherlich nach einer Antwort auf die Frage, was er darauf nur antworten sollte. Und Remus wäre ihm nur all zu gerne helfend zur Seite gesprungen, weil er wusste das er derjenige war der meistens die richtige Worte fand und nicht Sirius. Aber das war nicht sein Kampf und er wusste das Sirius nun da durch musste, alleine.
Doch dann spürte Remus wie Sirius ihm einen Blick zuwarf. Irgendwie sah er etwas ängstlich aus? Hatte er etwa nicht den Mumm Andromeda die Wahrheit zu sagen wenn er daneben stand? So ziemlich alles zog sich in Remus Magengegend schmerzhaft zusammen. Es tat wirklich weh zu wissen das Sirius nicht offen mit seiner Cousine sprechen wollte wenn er daneben stand. Warum nur? Meinte er wirklich immer noch Remus würde glauben in seiner Familie wäre alles in Ordnung? Mein Gott, er war ein Gryffindor, hinein geboren in eine Familie die nur aus Slytherins bestand, die alle nichtreinblütigen Magier verabscheute – es lag auf der Hand das nicht alles in Butter war. Anscheinend wollte der Black seinen Freunden immer noch etwas vorspielen.
Remus wusste das es nun richtig wäre zu verschwinden, aber er konnte kein Fuß vor den anderen setzen und beobachte Sirius bei jeder kleinsten Bewegung.
Unsicher kam er einen Schritt auf Andromeda zu und fing mit einem geistreichen „Ähm“ an. Remus hoffte wirklich dass Sirius es schaffte seine Cousine zu beruhigen, denn anscheinend lag ihm wirklich viel an ihr. Immerhin würde er mit ihr über seine Probleme reden und nicht mit seinen engsten Freunde. Blut war dicker als Wasser und sie war alles an Familie was ihm geblieben war. Das Band zwischen ihnen war stark, vermutlich stärker wie er es ahnte.
Sirius sprach unsicher weiter und sagte irgendetwas davon das Andromeda anders als seine Eltern war und das sie ihm natürlich wichtig war.
Dann trat er noch etwas näher an sie heran und drückte ihr einen sanften Kuss auf die Wange. Jetzt musste sie ihm einfach verzeihen, dessen war sich Remus sicher – aber der steinerne Ausdruck in Andromedas Augen wollte sich nicht verflüssigen. Das alles musste sie wirklich sehr beschäftigen und sicherlich war sie verletzter wie sie es zugeben würde.
Remus sah wie Sirius seiner Cousine etwas ins Ohr flüsterte, aber natürlich verstand er jede einzelne Silbe. So wie er immer alles verstand was er nicht hören sollte. Ein praktischer aber schrecklicher Fluch. Leise fragte Sirius auf welcher Seite Andromeda wohl stand und sprach damit die Frage aus die Remus am heutigen Tag oftmals durch den Kopf geschossen war.
Remus glaubte wirklich das die beiden nun ihren Streit beilegen würden, aber Andromeda schubste Sirius angewidert von sich und der Wolf in Remus Brust knurrte wütend auf. Remus ballte seine Hände zu Fäusten und versuchte ruhig zu atmen. Wieso tat sie das? Kannte sie ihn überhaupt nicht? Sirius konnte sich nun einmal nicht gut ausdrücken und meistens war er ein gefühlskalter Kloß, aber hatte sie nicht bemerkt dass er seine Worte wirklich ernst meinte und das er meistens nur nicht die Worte fand und den Mut seiner Cousine zu sagen was sie ihm bedeutete. Eben hatte er Andromeda noch verstanden, aber nun war all das Verständnis verschwunden. Wieso konnte sie diesen Streit nicht einfach beilegen? Stattdessen meinte sie nun das sie nicht wie die ganzen Flittchen war mit denen Sirius gerne Zeit verbrachte und das er nicht entscheiden durfte wie jemand war. Warum freute sie sich nicht einfach wenn Sirius der Meinung war dass sie besser wie der Rest der Familie war?
Doch dann wurde Andromeda sehr ruhig. Vermutlich dachte sie über Sirius letzte Worte nach. Andromeda musste bestimmt viel darüber nachdenken, darüber das sie anders war und darüber das sie das Gefühl hatte nicht mehr dazu zu gehören – und vielleicht tat sie das auch nicht mehr, in den Augen der Slytherins musste sie sicherlich zu weich und zu nett sein und sicherlich hatte sie es oftmals schwer, wenn sie eine andere Meinung hatte wie Bellatrix und Narzissa.
Nach einer kleinen Weile flüsterte sie leise und sehr gefühlsbetont: „Wer sagt, dass ich wählen kann?“ Remus Herz zog sich bei ihren Worten etwas zusammen. Natürlich, dachte sie so. Sirius hatte gut reden davon das sie sich entscheiden konnte: Er war in Gryffindor, selbst wenn er wollte er könnte nicht zurück gehen und heile Familie spielen, wenn alle wussten das er anders war. Aber Andromeda war trotzdem in Slytherin, sie musste denken dass sie genauso war wie ihre Schwestern und wie Regulus.
Aber sie sollte nicht alle Schüler eines Hauses über einen Kamm scheren. Nicht alle Slytherins waren gleich. Menschen waren anders und konnten sich verändern. Vielleicht war Andromeda mit elf Jahren anders gewesen wie heute und nicht alle Eigenschaften eines Slytherins waren falsch. Manchmal war Remus der Meinung dass die Einteilung in die Häuser falsch war, man hatte sofort eine Meinung vor einem Schüler nur weil er in Slytherin oder in einem der anderen Häuser war. Es war klar das Gryffindors niemals mit Slytherins befreundet war und das man keine großen Glanzleistungen von einem Hufflepuff erwartete und keinen Regelverstoß von einem Ravenclaw. Aber in Remus Augen war das alles Unsinn, er wollte keine Menschen mit Vorurteilen überhäufen und wenn es keine verschiedenen Häuser gab und sich alle Schüler ohne Vorurteile gegenüber stehen würde, dann wäre alles einfacher.
Remus warf Andromeda nochmals einen kleinen Blick zu und fühlte sich mit einem Mal vollkommen fehl am Platz. Er sollte nicht hier sein, das alles ging ihn nichts an und Andromeda und Sirius konnten sicherlich richtig reden wenn er nicht da war. Es schmerzte ihn immer noch etwas wenn er daran dachte das Sirius vor ihm nicht offen reden wollte, doch anscheinend war es so und ihm blieb nichts anderes übrig als es zu akzeptieren. Er seufzte leise und versuchte möglichst unauffällig etwas Abstand zwischen sich und den beiden Blacks zu bringen.
Er lief zu einem nahen Baum und ließ sich an seinem Stamm herunter sinken. Mit kalten Händen riss er einen Grashalm aus der Erde und ließ ihn gedankenverloren durch seine Finger gleiten. Noch immer würde er jedes der Worte hören – alle im Umkreis von vielen Metern, aber er wollte genug Freiraum geben und kein Hindernis sein, denn das war er schon viel zu oft gewesen.
Von weiter weg hörte er die Stimmen von Regulus und Salazar aber er ignorierte sie mit seinem ganzen Willen. Wieder einmal etwas das ihn nichts anging und was er trotzdem hörte.
Er legte sich Sirius Jacke über die Schultern, die er mit zum Baum genommen hatte und roch seinen vertrauten Geruch der bei ihm immer das Gefühl von Geborgenheit hervor rief. Wieso ging es Sirius nicht so mit ihm? Warum vertraute er ihm nicht so sehr, dass er alles vor ihm sagen würde? Sie hatten sich doch alle geschworen keine Geheimnisse mehr voreinander zu haben … Aber anscheinend war das wieder einmal eins der Versprechen gewesen die alle ernst genommen haben, nur Sirius nicht.
Remus seufzte abermals und beobachtete mit zusammen gekniffenen Augen einen dunklen Punkt am Himmel der immer näher sauste.
Eine Sekunde später erkannte er eine Eule die im Sturzflug zu ihm nieder stieß. Remus Magen verkrampfte sich etwas als sie einige Meter vor ihm landete. Er musterte sie mit aufmerksamen Augen, sie hatte einen faltigen Brief in ihrem Schnabel und in ihren Augen lag ein lauernder Ausdruck. Aber vermutlich bildete Remus sich das nur ein. Er mochte Eulen nicht, irgendwie waren sie ihm nicht mehr geheuer, seit dem eine Schuleule ihm im ersten Schuljahr den spitzen Schnabel in die Hand gehackt hatte.
Von wem der Brief wohl war? Ihm schreib nie jemand. All seine Freunde waren hier und seine Eltern würden ihm nach einem Tag des Abschiedes sicherlich noch nichts Wichtiges zu sagen haben.
„Lass ihn einfach fallen.“, flüsterte Remus der Eule leise zu, aber natürlich hörte sie nicht auf ihn, dass wäre auch zu einfach gewesen. Stattdessen hüpfte sie näher an ihn heran und Remus konnte nicht anders als in ihre schwarzen Knopfaugen zu starren und zu denken dass die Eule wirklich furchteinflößend aussah. Vermutlich hegte sie keine bösen Gedanken gegen ihn, aber er konnte die Gedanken einfach nicht verdrängen.
Remus fasste all seinen Mut und zog den Brief aus dem Schnabel der Eule. „Danke“, flüsterte er ihr leise zu, doch die Eule blieb wo sie war und hüpfte von einem Bein aufs andere.
Fragend drehte Remus den beigefarbenen Umschlag zwischen seinen Händen. Dann öffnete er den Umschlag und zog einen zusammen gefaltetes Schulpapier heraus.
Schnell schaute er auf die Unterschrift. Der Brief war von Alice. Remus stockte kurz, was wollte sie wohl von ihm? Wollte sie ihn auf sein Verschwinden aus dem Unterricht ansprechen? Remus Wangen wurden etwas röter bei dem Gedanken und er begann mit bangen Hintergedanken zu lesen:

Hallo Remus,

ich finde es schade, dass du einfach so aus dem Unterricht gegangen bist. Ich hätte mich gerne noch etwas mir dir unterhalten. Naja, weil ich dich ja auch in diese peinliche Situation gebracht habe, möchte ich mich dafür entschuldigen. Es tut mir Leid! Da mir Worte hier aber nicht so passend erscheinen, lade ich dich auf ein Butterbier ein – Keine Widerrede, sonst lernst du die wütende Alice kennen und glaube mir, dass willst du nicht.

Liebe Grüße
Alice


Das war wirklich lieb von ihr. Remus hätte diesen Brief wirklich geschätzt, wäre ihm die ganze Situation nicht so wahnsinnig unangenehm. Bisher hatte er mit der Brown niemals viel zu tun gehabt und er war sich niemals sicher gewesen was sie von ihm und seinen Freunden wohl hielt. Immerhin war sie doch die beste Freundin von Lily und was die Evans bisher von ihnen gehalten hatte war ja klar. Remus wünschte ihr wären ihre Worte nicht unpassend erschienen. Und er war auch der Meinung dass es nicht so war. Sie hatte nichts falsch gemacht, sie war wirklich sehr mitfühlend gewesen. Aber Remus konnte sich darüber einfach nicht freuen. Er wollte nicht dass sie ihm so nahe trat und sich Sorgen um ihn und ihr gemeinsames Verhältnis machte. Das war einfach falsch! Sie durften nicht befreundet sein, irgendwann würde sie Fragen stellen und Remus hatte keine Lust schon wieder beginnen zu müssen jemanden den er mochte anzulügen. Er wollte nicht mehr jemand sein der er nicht war. Bei Peter, James und Sirius konnte er mittlerweile einfach er selbst sein, aber er erinnerte sich noch an der erste Schuljahr welches voller Lügen war und Fragen die er nicht beantworten konnte, also hatte er noch viel mehr lügen müssen. Wenn er nun mit Alice ein Butterbier trinken gehen würde, würde er sicherlich beginnen sie zu mögen und dann musste er wieder lügen. Und sie war ein Mädchen, was alles noch viel, viel, viel unangenehmer machte. Was sollte er nur sagen? Was redete man mit einem Mädchen eigentlich? Er spürte dass er vollkommen überfordert mit der Situation war, aber Remus wusste auch das er ihr Angebot nicht ablehnen durfte und konnte. Er musste dadurch, denn wenn er ihr absagte würde sie ihn sicherlich nicht mehr leiden können und es wäre einfach gemein das zu tun. Und er wollte wirklich keine wütende Alice kennen lernen, denn so lieb sie auch immer war, durchsetzen konnte sie sich ganz bestimmt.
Deswegen kramte Remus eine alte Feder aus seiner Schultasche, tunkte sie in etwas blaue Tinte und schrieb eine kurze Antwort in seiner ordentlichen Schrift.

Hallo Alice,

Du musst dich nicht entschuldigen, du hast wirklich nichts falsch gemacht. Ich gehe gerne ein Butterbier mit dir trinken, am besten dann nächstes Wochenende. Danke für das Angebot!

- Remus


Nun, hatte er schon wieder etwas gelogen, denn wirklich freuen tat er sich auf ihr Treffen nicht. Viel mehr war es momentan eine Pflichtveranstaltung für ihn. Er legte den Brief einige Zentimeter vor der Eule ab und zog schnell die Hand zurück. Die Eule warf ihm einen Blick zu, denn man wirklich nur belustigt nennen konnte, packte den Brief mit ihrem Schnabel und verschwand dann in den Mittagshimmel und wurde schnell zu einem kleiner werdenden Punkt vor den weißen Wolken. Remus sah ihr lange hinterher, auch noch dann als er sie nicht mehr sehen konnte. Er fragte sich wirklich wie es mit Alice werden sollte, aber schon bald schweiften seine Gedanken wieder ab. Vielleicht lag es an Sirius Geruch der in seiner Jacke hing, aber er musste abermals daran denken das Sirius ihm nicht so sehr vertraute wie er ihm. Aber vielleicht brauchte jeder Mensch seinen Freiraum und Remus musste sich fragen ob er Sirius auch alles erzählen würde. Nein, auch er hatte Geheimnisse und er sprach nicht über alles mit seinen Freunden. Er würde ihnen niemals erzählen wie viel Macht der Wolf in seinem Inneren wirklich über ihn hatte und das es immer schwerer wurde es zu ertragen, umso älter er wurde. Vielleicht war es nur gerecht das auch Sirius über manche Dinge schwieg, Remus hoffte nur das ihm nichts peinlich war. Seine Freunde würden ihn akzeptieren, egal ob seine Familie ihn liebte oder nicht, vor allem da alle wussten das nicht alles in Butter war – nur Sirius schien wirklich zu glauben das sie zu dumm waren das offensichtliche zu bemerken.
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Salazar Ceberus
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BeitragThema: Re: Der See    So März 11, 2012 2:19 am

Sals Entschuldigung wurde mit einem Nicken quittiert.
Doch dann, als sie Reg fragte, wie er Runen fand, wurde das mit einem kalten Lachen bestraft. „Alte Runen fand ich zum Sterben langweilig Sal , so wie der Rest der Klasse. Sag mal denkst du wirklich wir sitzen jetzt in aller Ruhe hier unter einem Baum, reden über den ach – so – interessanten Unterricht und vergessen was passiert ist? Wenn Verdrängen deine Taktik ist mit Dingen umzugehen dann tut's mir Leid , doch das ist nicht mein Stil. Wir Blacks sehen den Dingen ins Auge. Und...“
plötzlich stockte der junge Black. Sal betrachtete ihn aus den Augenwinkeln. Es war als blieben ihm Worte in der Kehle stecken, als würde das, was jetzt kommen würde ihn wahnsinnig anstrengen.
Es wirkte fast, als ersticke Reg an den Worten, die nun über seine Lippen kamen.
„Es hätte nicht passieren dürfen Salazar, nichts von alledem. Du wirst das nicht verstehen, es ist eine Sache unter uns Blacks. Doch verurteile Andromeda nicht, sie ist normalerweise nicht so. Irgendwas hat sich in ihr aufgestaut, du warst einfach nur ein Auslöser.“
Eine Sache unter den Blacks, etwas das sie nie verstehen würde?
Warum dachten all diese riesen Familien immer, dass man, wenn man aus einer weniger großen, weniger berühmten Familie stammte, nichts wüsste von Verwandtschaft?
Sal hatte genau so gelernt, dass man sich nie zwischen seine Familie stellt. Es wurde erwartet, dass man ihr gegenüber loyal war, egal welche Konsequenz das mit sich bringen würde. Fakt war nun einmal, dass Salazar aus der Familie Ceberus stammte.
Eine Familie, die wenn man es genau nahm, genau so alt war wie die der Blacks, nur hatte sich der Clan nie groß in den Vordergrund gedrängt, war nie groß aufgefallen.
Sicherlich, es gab großartige Zauberer, die dieser Familie entsprangen, doch hatte sie nie mit der Größe der Familie Black mithalten können. Zu viele Kinder blieben Einzelkinder. Vielleicht lag es auch daran, dass die Ceberus` weniger radikal waren. Natürlich waren sie alle stolze Reinblüter und machten keinen Hehl aus ihrem Blutstatus, doch sie gingen damit einfach anders um als die Blacks.
„Salazar?“ Sie schreckte aus ihren Gedanken hoch und sah ihn zum ersten Mal während ihres Gesprächs an. „Mein Verhalten dir gegenüber war nicht richtig. Ich habe mich nicht mit Ruhm bekleckert. Vergib, wenn du kannst. Ich würde sogar verstehen , wenn du es nicht tust. Ich werde mit Bellatrix reden, so etwas wird nicht noch einmal vorkommen. Ich hätte nicht tatenlos daneben sitzen dürfen. Das war ein Fehler. So verhalten sich Freunde nicht.
Salazar blinzelte zweimal schnell hintereinander. Gerade waren drei Dinge passiert, die sie bis dahin kaum für möglich gehalten hätte.
Erstens, Regulus Black entschuldigte sich gerade bei ihr und bat sie um Verzeihung. Sie, die sich wie ein billiges Flittchen verhalten hatte und mit seinem Bruder geschlafen hatte.
Zweitens, er war bereit für sie bei Bella einzustehen. Das war gewiss nicht leicht für ihn, lief er so doch Gefahr mit ihr in Zwietracht zu treten.
Und drittens, er bezeichnete sie gerade als Freunde. Natürlich ging Sal nicht davon aus, dass sie keine Freunde waren, aber es von Reg zu hören, dass war etwas anderes. Das machte das ganze wirklich. Sie bemerkt, dass er ihr Gesicht betrachtete. Anscheinend sah sie etwas erstaunt aus, weshalb sie schnell antwortete.
„Du hast recht, Freunde verhalten sich nicht so. Aber Freunde schlafen auch nicht mit den Brüdern und provozieren die Verwandten des jeweils anderen. Von daher, sind wir ziemlich Quitt. Und mit dem Verdrängen… Wenn du willst können wir gerne über unverzeihliche Flüche reden. Wenn du das willst, oder darüber wie sehr ein Cruziatus wirklich schmerzt. Aber das wäre überflüssig. Ich verdränge nicht die wichtigen Sachen. Ich spare höchstens unwichtiges aus.“
Sarkasmus tropfte aus den letzten Worten und eigentlich ärgerte es die Blondine, dass sie so unmöglich war. Er versuchte nur, ihr zu helfen. War nett und sie reagierte voller Ironie. Sie riss sich zusammen und versuchte das gesagte zu überspielen.
Sal lächelte fröhlich. „Du musst auch nicht mit Bella reden. Ich mein, ich hab sie einfach zu sehr geärgert. Ich hätte ahnen können, dass sie Probleme nicht ausdiskutiert. Nichts gegen sie.“, fügte sie hastig hinzu.
Sie sah zu Boden, gespannt auf das, was kommen würde.
Sie hätte ihm gerne erzählt, dass sie das mit Sirius nur getan hatte, weil sie Aufmerksamkeit brauchte und wollte. Sie hätte ihm gerne mehr über ihre Eltern erzählt und wie sehr sie sie eigentlich vermisste. Doch all das würde sie für immer einfach in sich bewahren. Denn so sehr sie Reg mochte, sie würde niemanden so viel von sich preisgeben.
Salazar starte auf den spiegelglatten See. Alles um sie herum wurde durch die Oberfläche des Wassers reflexiert. Es war wirklich wunderschön.
(Ich weiß, es ist ganzschön kurz und nicht wirklich überragend. Sry Reg :*)
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Eliott Joyce Winston
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BeitragThema: Re: Der See    Di März 13, 2012 8:42 am

Postingpart Teil 2

Come from; Hogwarts - Restliche Räume & Korridore - In den Korridoren von Hogwarts

Was soll ich sagen? , fragte sich das Mädchen, als sie die frische Luft einatmete und sich dadurch etwas beruhigte. Ihre Wut war nicht weg, nein, nur ignorierte sie sie gekonnt und verschaffte sich einen klaren Kopf. Immer noch schwirrten in ihrem Kopf ein paar Runen rum und sie schaute in den Himmel. Langsam schritt sie in die Richtung, wo Regulus und Salazar wohl saßen. Sie saßen unter einem Baum, gemeinsam und waren gerade damit fertig geworden, sich zu umarmen. Salazar war wohl ach- so erschöpft gewesen von den Runen, dass sie sich einfach in die Arme des Blacks geworfen hatte, einfach nur um seine Nähe wieder zu spüren. Wer weiß, vielleicht hatten Joyce und Regulus nichts am Laufen, sondern die beiden. Wer weiß; da konnte sie sich nun wirklich nicht mehr sicher sein. Alles in ihr wurde plötzlich unsicher, da die Wut nun Platz machte. War es nicht lächerlich, da anzutanzen und irgendetwas zu jammern oder zu meckern, von wegen, Regulus gehörte ihr? Denn er tat es nicht, er gehörte niemanden. Er war frei und gut aussehend, er würde sowieso jede bekommen. Wieso sollte er denn dann auch jemanden wie Joyce nehmen? Nein, du bist verdammt gut wie du bist , redete sich die Blondine ein. Du hast Charakter, Niveau und auch Styl… im Gegensatz zu diesem Flittchen. Der wirst du das nicht so einfach machen. Du gehst hin, sagst ihnen einfach das der Unterricht ausfällt und gehst dann. Du sagst nichts, wirfst ihn ein giftigen Blick zu und dann bist du weg! , plante sie in ihren Gedanken und das Gefühl der Unsicherheit war plötzlich verschwunden und stattdessen kam wieder Selbstbewusstsein in ihr hoch.

Sie sah den Baum. Und unter dem Baum saßen ihre Zielpersonen, die sie wahrscheinlich schon sahen. Doch Joyce schaute sie nicht an, nein ihr Blick widmete sie nur dem See, der schön glitzerte. Er sah so geheimnisvoll aus und doch so wunderschön. Schon immer wollte Joyce wissen, was sich genau dort rumtrieb, doch ihr Verstand und die Schulregeln besagten was anderes. Doch Joyce meinte, dass im Sommer schwimmen erlaubt war, oder nicht? Wie auch immer , beendete sie ihre Gedanken über den See und wandte sich dann wieder von ihm ab. Doch gerade als sie sich wieder umwandte, raste ein Vollidiot in sie rein. Wütend schaute sie sich um und sah nur, dass der Junge sie angrinste. Na toll, wegen so einem Vollpfosten hab ich wohl einen wunderschönen Auftritt versaut! Salazar machte sich darüber wohl gerade lustig und der Typ hat sich wohl nicht vor zu entschuldigen! Wenigstens ein Slytherin!
„Du hast wohl vor mich zu verfolgen, oder Süßes?“ , sagte die ihr bekannte Stimme. Joyce runzelte die Stirn und schaute verwundert auf. Wie bitte hatte er sie genannt? Süßes? War das sein ernst? Nur weil er ein Slytherin war, gut gebaut und vielleicht auch gut aussehend, hieß das nicht, dass er gleich baggern konnte wie er wollte! „Da hab ich wohl noch besseres zu tun, mein Lieber“, lächelte Joyce ihn spitz an, immer noch mit dem Hintergedanken, dass sie womöglich beobachtet wurden. Auch wenn Regulus rumflirten konnte wie er wollte, sie konnte das nicht und wollte das auf jeden Fall nicht. Doch ihr Wunsch, dass der Typ sich einfach verziehen konnte, verschwand sofort, als er schelmisch grinste und ihr eine Strähne aus dem Gesicht strich. Fassungslos schaute Joyce ihr Gegenüber an und sagte gar nichts. „ Ziemlich frech, gefällt mir. Ich bin übrigens Caylo, du bist doch die Frau Winston, Eliott, richtig?“ , baggerte Caylo weiter und hatte wohl was an ihren Haaren, denn er spielte mit einer Locke. Joyce konnte nicht anders als rot zu werden, die Strähne richtig zu legen und seine Hände gegen seine Brust zu drücken. „1. Joyce, nicht Eliott. 2. Such dir jemand anderes zum Fummeln, dazu bin ich nicht geeignet!“
„Ach komm, so etwas Süßes wie du kann doch nur vernascht werden wollen.“ , lachte er, legte ein Arm sie und zog sie förmlich mit. Dann lächelte Joyce auch, aber nicht, weil sie es toll fand, nein es war fast amüsant. „Du hast es erfasst, wie konntest du das sehen? Du bist echt ein wundervoller, Caylo. Kauf mir Rosen und dann bin ich dein!“, trällerte sie und versuchte sich irgendwie doch aus dem Griff des Mannes zu lösen. Was ein Perversling! , schoss es der jungen Hexe durch den Kopf. Mit dem würde sie definitiv kein Wort mehr wechseln. Dabei war er am Anfang so freundlich gewesen, beinahe schon sympathisch. Joyce hatte ihn wohl falsch eingeschätzt, oder er hatte ein Zwillingsbruder. Das zweite hoffte sie, aber konnte allein schon mit der Tatsache, dass er sie angequatscht hat, nicht stimmen. „Ich kann dir sogar mehr als Rosen geben“ , deutete der Perversling an, worauf Joyce nur die Augen verdrehte und erwiderte kurz. „Lass gut sein, Liebling. Da habe ich deutlich bessere Kandidaten am Start und da ich ja noch besseres zu tun hab, als mich von dir zu Labern zu lassen, kannst du nun gehen!“. Und mit diesen Worten kniff sie ihm so feste in den Arm, dass er nicht anders konnte, als sie weg zu nehmen. „Liebes, wir sehen uns noch“, , versprach er ihr, immer noch schelmisch lächelnd. Daraufhin drehte er sich um und ging wieder in Richtung Schloss.

Schnell fuhr sich Joyce durch die Haare und schob ihre Tasche wieder richtig um ihre Schulter. Dann schaute sie auf und ging die letzten paar Meter, die zwischen ihr und Regulus und Salazar lag. Ihr Gesicht blieb nun wieder kühl, ein leichtes lächeln zierte ihr Gesicht. Diese saßen immer noch an den Baum gelehnt und Regulus sah etwas gespannt da, als ob er nicht wusste was nun kommen würde. Süß, hat er etwa Schuldgefühle? Würde mich mal freuen , dachte sich Joyce kühl und nun schlich auch über sie ein kleines Gefühl von Schuldgefühlen. War sie nicht etwa zu hart gewesen mit ihrem Gedanken? Nein!

„Wollte euch nur sagen, dass der weitre Unterricht ausfällt. Zumindest die nächste Stunde, wenn ihr in meinem Kurs seid. Sonst noch weiterhin viel Spaß euch beiden, wollte ja nicht stören.“ Ihr Blick galt ganz allein Regulus, der ihren Blick ebenfalls erwiderte. Joyce wusste weder was in seinen Augen zu sehen war, noch in ihren eigenen. Joyce war nicht zufrieden über sich selbst, sie war jetzt wirklich nur hierhin gegangen, um was zu sagen, was eigentlich total unnötig war? Nicht zufrieden fing sie noch einen Satz an. „Regulus; Ich denke, dass sich der heutige Abend für niemanden von uns beiden Lohnt.“ Und mit diesen Worten schaute sie auf und spürte, dass eine Welle Eifersucht, Wut und Trauer auf sie ein sprudelten.
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Regulus Black the first
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BeitragThema: Re: Der See    Fr März 16, 2012 6:48 am

Regulus lauschte Salazar's Worten mit Aufmerksamkeit und nickte an den passenden Stellen. Er war beruhigt zu wissen das ihn nun nicht mehr Hass mit der Blondine verband. Der Black musste zugeben das er sie mochte und sie gerne in seiner Nähe hatte. Sie sprach nicht ständig von der dunklen Seite des Lebens und von Zeit zu Zeit genoss Regulus dies. Salazar machte es ihm einfach abzuschalten und einmal auszuspannen. Doch man konnte es dennoch nicht leugnen dass eine Mauer zwischen den beiden Slytherins stand. Das zarte Vertrauen welches zwischen ihnen bestand war diesen Morgen komplett eingerissen und es wieder aufzubauen würde es einige Zeit benötigen. Regulus konnte es in Salazars Augen sehen , das kurze Zögern als sie ihren Satz beendete. Sie wollte Worte aussprechen , konnte aber nicht und Regulus verstand das. Wer würde ihr versichern das er im nächsten Moment nicht wieder das Wort gegen sie erheben würde? - Niemand. Und auch der Black selbst würde nicht mehr so offenherzig sein wie letzte Nacht. Doch dies stand einer Freundschaft dennoch nicht im Weg. Zu gerne hätte der Zauberer Salazar auf das Thema Sirius angesprochen. Nicht um irgendwelche Details der letzten Nacht zu erfahren – bewahre Gott ihn davor! - nein , er wollte zu gerne wissen wie es in der Hexe aussah. Sie hatte mit viel zu kämpfen , das wusste Regulus und doch würde ihr Lächeln niemals abreißen , dem war er sich auch sicher. Dennoch war niemand stark genug um jede Last alleine tragen zu können.
Als Salazar ihm ein fröhliches Lächeln schenkte stieg der Black auf ihre gelassene Stimmung ein. Er schaute ruhig zu ihr als sie sagte: "Du musst auch nicht mit Bella reden. Ich meine, ich hab sie einfach zu sehr geärgert. Ich hätte ahnen können, dass sie Probleme nicht ausdiskutiert. Nichts gegen sie.“
Ein kleines Schmunzeln versuchte Regulus zu unterdrücken was ihm jedoch gänzlich misslang. Dann sagte er gelassen: "Lass das ruhig meine Sorge sein Sal. Wenn du es nicht gewesen wärst , dann wäre es jemand anderes gewesen. Es geht um das Prinzip bei der Sache. Temperament sollte man so weit zügeln können das man nicht Mitglieder des eigenen Hauses losgeht. Wir sind keine Kinder mehr. " Ihre letzte Bemerkung über Bellatrix quittierte der Black mit einem amüsierten Schmunzeln.

Stille legte sich um die beiden , doch Regulus empfand diese nicht als unangenehm. Jeder hing seinen Gedanken nach und schaute auf den See , der eine immens beruhigende Wirkung auf die beiden Reinblüter hatte.
Er und Salazar waren sich nicht einmal so unähnlich , fiel Regulus auf . Sie beide würden immer in diesem goldenen Käfig sitzen , würden nie die Möglichkeit haben einen anderen Weg einzuschlagen als jener der ihnen vorbestimmt war. Und Regulus war auch glücklich..die meiste Zeit. Sein Herz hatte er längst begraben , denn Gefühle waren hinderlich , sie waren eine Schwäche und ein Black durfte keine Schwächen haben. Lange hatte er gehofft und gekämpft doch letzen Endes hat er verloren. Der Hass drohte ihn immer wieder zu verschlingen und ihn in diesen Abgrund zu zerren. Doch lange Zeit war er das einzige gewesen was der Black fühlen konnte und mittlerweile war er ein Teil von ihm geworden , den er akzeptierte.
Regulus rang sich erst ein bitteres Lächeln ab , als er auf die Vögel sah die über ihnen kreisten. Sie besaßen die Freiheit und die Macht ihr eigener Herr zu sein , etwas was der Black zu gern besitzen würde.
Als er sich schließlich wieder zu Salazar wand war auf seinem Gesicht nur Ruhe und Gelassenheit zu erkennen. "Hey Sal? Hast du eine Ahnung wie lange wir hier schon sitzen? Es wäre doch nahe zu perfekt die zweite Stunde zu verpassen , was? Ich glaube wenn die nächste Stunde genauso langweilig ist wie Alte Runen sterben wir heute alle an Langweile."
Langsam ließ er seinen Blick über das Schloss gleiten. Als die Sonne seine Sicht blockierte fiel dem Black einnmal mehr an diesem Tag auf wie wunderschön das Wetter heute war. Ein wenig Sonne und Wärme waren hier eine Seltenheit und jeder Schüler an Hogwarts genoss die wärmenden Strahlen auf der Haut. Zweimal blinzelte Regulus und er wurde weniger von der Sonne geblendet. Im Schloss war noch einiges an Betrieb und in dem Zauberer keimte der Wunsch die Stunde würde einfach ausfallen und allen somit eine Möglichkeit geben ihren eigenen Angelegenheiten nachzugehen.

Sein Blick verweilte an einem Fenster und augenblicklich wich das Lächeln aus seinem Gesicht und er spannte sich merklich an. Denn auch wenn er sie aufgrund der Entfernung nicht genau erkennen konnte , so waren ihre Haare doch unverkennbar. Die blonde Mähne , der hocherhobene Kopf und der Blick , der gelassen auf die beiden Reinblüter gerichtet war , verriet sie dann doch. Und Regulus wusste was sie gesehen hatte. Er grub seine Fingernägel in seine Handfläche und schloss die Augen. Schließlich sah er Salazar an und es würde Regulus nicht wundern , wenn sie sichtlich verwirrt wäre. Schließlich biss er die Zähne zusammen und presste zwischen ihnen hervor: "Wir bekommen gleich Besuch Salazar." Er ließ einige Sekunden verstreichen er der Zauberer fortfuhr. "Joyce."
Und wie gerufen erblickte der Black die Slytherin am Rande des Sees. Nun konnte er sie mustern und was er sah gefiel ihm ganz und gar nicht. Wie sie dort stand erinnerte sie ihn eher an eine Winterkönigin , so stolz und selbstbewusst , als an das Mädchen mit welchem er gestern im Gemeinschaftsraum zusammen war. Nicht nur ich habe zwei Gesichter meine Liebe. Jetzt wirkte die Blondine wie eine tödliche Schönheit , dessen Worte so scharf wie Messer waren. Regulus wusste was Joyce denken musste. Doch er war nicht wie sein Bruder , der mit Herzen spielte. Er flirtete für sein Leben gern , erfreute sich daran wie die Mädchen seinem Charme verfielen aber er wusste wann es Zeit war aufzuhören. Das Spiel mit Herzen überließ er Sirius. Joyce war für den Black wie ein Wirbelsturm. Er konnte sie nicht verlieren , jetzt wo er sie doch gerade erst wirklich gefunden hatte. Es war fast schon absurd so zu denken , das wusste der Zauberer selbst aber er konnte dennoch nicht anders. Joyce war in seinen Gedanken , sie hatte ihn in ihren Bann gezogen. Die Slytherin die nie aufgemuckt war und doch so viele wundervolle Seiten besaß. Ja , dieses Mädchen hatte sein eiskaltes Herz berührt. Joyce strahlte eine Eleganz aus , wirkte gleichzeitig aber zerbrechlich. Genau dies hatte das Interesse des Blacks schon im Zug geweckt. Er konnte nicht erklären warum die Blondine ihm gerade an diesem Tag aufgefallen war. Ihre kecke Art und ihr triumphierendes Lächeln wenn sie bemerkte das sie den Black aus dem Konzept gebracht hatte ließ Regulus jedes Mal aufs neue Schmunzeln. Sie war nicht wie viele dieser Mädchen die ihn anhimmelten , die bei jedem seiner Worte an seinen Lippen hangen und weiche Knie bekamen. Zumindest strahlte Joyce nie diese Unsicherheit aus.

Das Schauspiel was sich aber nun vor seinen Augen bot , trieb den Black fast zur Weißglut. Joyce ließ sich seelenruhig von einem jüngeren Slytherin angraben und lächelte dabei auch noch als wäre dies das schönste auf der Welt. Beruhige dich Regulus. DU bist ein Black. DU brauchst sie nicht. Als die Gedanken des Blacks aber immer weiter darum kreisten wie man diesen Kerl am besten foltern konnte , wusste er das ihm Joyce doch etwas bedeutete. Er konnte nicht sagen das sie sein war und das wurmte ihn zunehmenst. In Regulus flammten wieder diese vollkommen fremden Gefühle auf. Wir sind noch nicht fertig miteinander , mein Freund , dachte Regulus als er dem Jungen nachschaute der gerade wieder in Richtung Schloss davon schritt. Mit einem Lächeln im Gesicht , das der Black im liebend gern verdorben hätte. Doch er war keines Weges gewillt sich von Joyce zusammen stauchen zu lassen wie ein kleiner Junge der eine Missetat begangen hat.
"Meine Grenze für 'Wie viel Drama ertrage ich an einem Tag?' strapaziert sich gerade sehr." , gab er zynisch von sich. Salazar beobachtete er nur aus dem Augenwinkel , doch auch sie schien Joyce gespannt zu begutachten. Ein wenig ruhelos glitt sein Blick zu Joyce , doch die kühle Fassade ließ er diesmal nicht bröckeln.
„Wollte euch nur sagen, dass der weitre Unterricht ausfällt. Zumindest die nächste Stunde, wenn ihr in meinem Kurs seid. Sonst noch weiterhin viel Spaß euch beiden, wollte ja nicht stören.“ , sagte Joyce ohne jegliche Emotion als sie bei den beiden angekommen war. Doch ihr Blick ruhte einzig und allein auf Regulus , der ihren Blick ruhig erwiderte. Denn noch war er ruhig. Doch er war nicht darauf gefasst was Joyce dann aussprach. „Regulus; Ich denke, dass sich der heutige Abend für niemanden von uns beiden Lohnt.“

Gerade noch konnte der Black verhindern das ihm alle Gesichtszüge entglitten. Doch er wusste , der Sturm der hinter seinen Augen tobte war für Joyce deutlich sichtbar und auch Salazar dürfte die nun plötzlich sehr geladene Stimmung die in der Luft hang nicht übersehen. Regulus wusste nicht wie er reagieren sollte. Einer seits fand er dieses ganze Szenario mehr als belustigend und zum anderen stieg in ihm Wut auf. Joyce offensichtliche Eifersucht auf Salazar konnte der Black als Zeichen deuten das auch er der Blondine nicht gleichgültig war. Dennoch , in Ruhe miteinander reden hatte niemandem geschadet. Auch wenn er es selbst wahrscheinlich nicht gekonnt hätte. Er und auch Joyce besaßen mehr als genug Temperament als solch eine Sache einfach hinzunehmen.
Regulus lachte leise. Dann schenkte er seinem Gegenüber einem Blick , der jeden anderen vertrieben hätte. Niemand , der noch bei Verstand war , würde Regulus nun noch weiter belästigen , wenn er einmal diesen unterkühlten Blick abbekommen hatte. Dann entschied er sich jedoch dafür keinen Streit vom Zaunpfahl zu brechen. Der Black legte den Kopf schräg und sprach in Joyce Richtung: "Das ist doch nicht dein Ernst?" Kaum zu verbergen war die leichte Verzweiflung und die Kränkung in seiner Stimme. "Ich verstehe. Du und der überaus niedliche Kerl von vorhin. Ich dachte wirklich du hättest etwas mehr Geschmack Joyce. Was wirfst du mir eigentlich vor , hm? Salazar ist eine Freundin von mir und dabei ist es mir gleichgültig was der Rest davon denkt. Ich sehe es in deinen Augen was du glaubst. Das du mich so einschätzt sollte mich wahrscheinlich kränken. Und wage es nicht Sal Beleidigungen jeglicher Art an den Kopf zu schmeißen - du bist nicht Bellatrix. Ich bin nicht mein Bruder , verdammt!"
Auch wenn er den Sarkasmus und die Ironie nicht aus seiner Stimme vertreiben konnte , so war sein Blick es der ihn verraten würde. Er wollte nicht glauben das sie so von ihm dachte. Wut , Trauer , Verzweiflung und Enttäuschung tobten in einem Sturm hinter seinen Augen. Dieses Mädchen raubte dem sonst so standhaften Black die Nerven.
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Salazar Ceberus
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BeitragThema: Re: Der See    So März 18, 2012 12:46 am

Regulus musste anscheinend schmunzeln. Es freute sie. Es war ein Zeichen, dass das von letzter Nacht nicht ein flüchtiges Austauschen gewesen war, sondern der Beginn einer Freundschaft. Und das war etwas, was Sal als einziges wirklich noch gefehlt hatte. Klar, sie war beliebt, aber einen richtigen Freund, jemand mit dem sie wirklich reden konnte, hatte sie nie gehabt.
"Lass das ruhig meine Sorge sein Sal. Wenn du es nicht gewesen wärst , dann wäre es jemand anderes gewesen. Es geht um das Prinzip bei der Sache. Temperament sollte man so weit zügeln können das man nicht Mitglieder des eigenen Hauses losgeht. Wir sind keine Kinder mehr. "
Es wurde still, nach dem Regulus geendet hatte. Aber es war nicht dieses Schweigen, welches sich unerträglich auf die Menschen legt und man unweigerlich das Gefühl hat, man müsse es brechen. Es war eine entspannte Stille zwischen zwei Menschen, die beide für sich in Gedanken war und trotzdem nicht alleine saßen.
Sal und Reg teilten sich in beidseitigen einvernehmen einen Platz, der sie beide beruhigte. Sie waren jeder für sich, ohne sich zu verlieren. Ein Gefühl, dass Salazar wirklich genoss. Es gab nicht viele Menschen, mit denen man Schweigen konnte. Zu viele füllten die Leere lieber mit belanglosen Worten. Gerade jetzt hatte die Blondine das Gefühl, mehr mit Reg zu teilen, als je zuvor. Das Vertrauen, dass entstanden und zerrissen war, baute sich wieder auf. Es würde immer diese Mauer geben, doch wenn man sie akzeptierte, war es lediglich ein Hindernis, welches man umgehen konnte. Man musste nur vorsichtig sein.
Salazar wurde bewusst, dass Regulus genau wie sie, irgendwann seine Gefühle mehr oder weniger begraben hatte. Nur hatte sie bei ihm das Gefühl von Zeit zu Zeit steige Hass in ihm empor. Möglicherweise, war dass das Gefühl, welches sich am ehesten mit Sals Hang zum Schmerz vergleichen ließe. Denn auch die junge Ceberus, wusste das man in einer so kalten, perfekten Welt, in der Welt, in der sie lebte, nicht weit kam, ließe man seine Gefühle zu. Sie vernebelten das Gehirn und machten Schwach. Es war besser, wenn man sie versteckte, ignorierte. Salazar wusste es, Regulus wusste es.
Sie waren sich wirklich ähnlich. Genau so, wie es ihnen vergönnt war, je wirklich frei zu sein. Die Slytherin hatte sich früher immer überlegt, wie ihre Zukunft aussehen würde. Sie hatte sich vorgestellt an ferne Orte zu reisen, die Welt zu entdecken. Eine Zeit lang hatte sie mit dem Gedanken gespielt bei Gringotts anzufangen und als Fluchbrecher fremde magische Orte zu besuchen. Als sie das ihren Eltern erzählte, musste sie allerdings erkennen, dass das nicht der Plan für eine junge Lady aus dem Hause Ceberus war. Sie würde reinblütig heiraten, bis dahin wahrscheinlich, genau wie ihr Vater im Ministerium arbeiten. Letztlich war es schon ein Zugeständnis, dass sie sich die Abteilung würde aussuchen dürfen. Das war für Sal allerdings klar, Internationale Zusammenarbeit.
Sie lächelte als sie daran dachte. Wenigstens etwas von der Welt würde sie zusehen bekommen. Regulus riss sie aus ihren Gedanken: "Hey Sal? Hast du eine Ahnung wie lange wir hier schon sitzen? Es wäre doch nahe zu perfekt die zweite Stunde zu verpassen , was? Ich glaube wenn die nächste Stunde genauso langweilig ist wie Alte Runen sterben wir heute alle an Langweile."
Sie kicherte. „Es wäre wirklich perfekt. Aber Runen sind immer noch besser Pflege langweiliger Geschöpfe beim Kesselbrand. Als hätten wir nichts Besseres zu tun, als uns die Hände an stinkendem Ungeziefer schmutzig zu machen.“
Sie grinste überheblich. Auch das war schön an Reg. Er teilte ihren Stolz darauf zum richtigen Blut zu gehören. Mit ihm, so glaubte Salazar, konnte sie über so etwas reden. Und wenn sie den Gerüchten glauben konnte, hegte er genau wie sie, einen Hang zur dunklen Seite der Magie.
Plötzlich änderte sich die Stimmung am See. Reg verspannte sich, seine Kiefermuskeln traten hervor und seine Hände ballten sie zu Fäusten. Entweder sie hatte etwas Falsches gesagt, oder er hatte etwas gesehen, was ihn wenig erfreute. Verständnislos sah sie ihn an. "Wir bekommen gleich Besuch Salazar.", zischte der Zauberer neben ihr.
Sals Augen weiteten sich. Bellatrix schoss es ihr durch den Kopf. Einmal im Klassenzimmer hatte ihr nicht gereicht. Jetzt kam sie, um ihr endgültig den Rest zu geben. Die zierliche Blondine spürte einen metallischen Geschmack im Mund, der jedoch verschwand, als Regulus verkündete Joyce würde kommen. Sal atmete aus, jedoch eine Sekunde später, begriff sie, dass keinesfalls eine Verbesserung der Situation war. Sie stellte sich die Szene aus dem Blickwinkel Elliots vor. Regulus saß mit den Mädchen am See, mit dem er auch gestern die Party verlassen hatte. Sie wusste, wie schnell man eifersüchtig werden konnte und so wie die blonde Mähne auf sie zu stürmte, hatte sie mit ihrer Vermutung voll ins Schwarze getroffen.
"Meine Grenze für 'Wie viel Drama ertrage ich an einem Tag?' strapaziert sich gerade sehr." Der Zynismus Regs war beispiellos. Statt zu antworten beobachtete Sal lieber die blonde Eiskönigin, die gerade auf sie beide zu gerannt kam.
Als diese verkündete, dass die nächsten Stunden ausfielen, verschaffte das Sal nicht die Genugtuung, die sie erwartetet hatte. Hier broddelte etwas und sie hatte das Gefühl, sie war schuld. Natürlich war Joyce eifersüchtig, doch hatte sie erst geglaubt, dass mehr eine allgemeine Eifersucht war, spürte sie, dass zwischen den Beiden tatsächlich etwas lief.
Auch Reg hatte wohl nicht mehr die Ruhe weg. Sal verfolgte die Szene solang, bis sich Reg einklinkte.
"Ich verstehe. Du und der überaus niedliche Kerl von vorhin. Ich dachte wirklich du hättest etwas mehr Geschmack Joyce. Was wirfst du mir eigentlich vor, hm? Salazar ist eine Freundin von mir und dabei ist es mir gleichgültig was der Rest davon denkt. Ich sehe es in deinen Augen was du glaubst. Dass du mich so einschätzt sollte mich wahrscheinlich kränken. Und wage es nicht Sal Beleidigungen jeglicher Art an den Kopf zu schmeißen - du bist nicht Bellatrix. Ich bin nicht mein Bruder, verdammt!" Unter anderen Umständen hätte es Sal gefreut, dass Reg sie so verteidigte. Doch musste sie sich eingestehen, dass es sie hart traf, dass er sich so von Sirius distanzierte.
Ihr war bewusst, dass Sirius ein Arsch war, aber es war so, als würde sie dadurch, dass er sie so verletzt hatte, zu einem schlechteren Mensch. Doch jetzt ging es nicht um Sals geknicktes Selbstbewusstsein, sondern um Regs Beziehung zu Joyce. Deshalb erhob sich die Blondine, schnappte sich ihre Tasche und schaute zu Joyce.
„Ich weiß, wie das auf dich wirken muss und ich weiß auch, dass du keinen Grund hast mit zu glauben, aber Reg und ich sind nur Freunde. Er hat mir nur geholfen, nach dem was vor Runen passiert ist. Und ich glaube auch du wärst nach einem Cruciatus nicht mehr so stark auf den Beinen. Ich bin gestolpert. Mehr nicht.“
Das alles sagte sie in keinem bestimmten Tonfall. Weder Sarkastisch noch übertrieben ruhig. Das waren alles Feststellungen. Aber um nicht mehr Schaden anzurichten drehte sie sich zu Reg.
„Ich glaube es ist besser, wenn ich gehe. Ich will euch nicht stören, okay?“ Sie versuchte ihm das wirklich nüchtern zu erklären, als würde es ihr gut damit gehen, doch eigentlich machte es sie traurig, dass sie Reg bis jetzt, ganz nüchtern betrachtet, nur Stress eingebrockt hatte. Er sollte jetzt nicht auch noch Stress mit seiner Freundin bekommen, nur weil sie zu dumm zum Laufen war. Außerdem spürte sie, dass der Riss an ihrem Arm immer noch nicht verschorft war und langsam lief ihr das reinblütige Blut den Arm herunter. Sal wollte es nicht riskieren, dass Joyce es sah.
Denn die Blondine hegte den Verdacht, dass Lupin in Runen die kleine Brandwunde gesehen hatte. Und sie liebte Aufmerksamkeit doch als Psychotante Schlossgespräch zu werden stand ihr nicht im Sinn. Sie lächelte Joyce einmal wirklich ehrlich zu und wandte sich dann zum gehen.
tbc: Slytherin Gemeinschaftsraum


Zuletzt von Salazar Ceberus am So Apr 15, 2012 4:31 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Der See    Mo März 19, 2012 8:39 am

Nach den Worten der Winston brodelten die Augen von Regulus Black beinahe vor Wut; worauf genau die Wut bestimmt war, wagte sie nicht zu sagen. Es war entweder ihre Worte, obwohl, nein, es waren ihre Worte. Worauf konnte er denn sonst wütend sein? Krampfhaft versuchte Joyce kühl zu bleiben, nicht schwach zu werden, denn von Sekunde zu Sekunde fiel es ihr sehr schwerer. Sie wusste nicht warum, aber in ihr Stieg Ungewissheit auf, worauf sie überhaupt sauer war. Natürlich, sie lagen gerade aufeinander, aber vielleicht war es nicht seine Schuld, sondern ihre. Salazar , dachte sie und ihr Blick befreite sich nun von dem tobenden Sturm in Regulus Augen und blickte die Ceberus an. Diese saß wohl wie auf heißen Kohlen, so sah es zumindest aus. Fast hätte Joyce wieder lachen können, ja sie war sauer, aber dieses Mädchen neben Regulus sah überhaupt nicht mehr so aus, wie sie mal aussah. Sie sah mal stolz aus, selbstbewusst und vielleicht noch gutaussehend. Doch von gestern auf heute hatte sich wohl viel verändert. Und das kam nur, weil sie einen kleinen Fehler begangen hatte, dieses arme kleine Mädchen. Ja, Joyce dachte sarkastisch, aber sie konnte sich nicht selber belügen; Salazar tat ihr leid. Nur ein kleines Bisschen, das musste Joyce sich eingestehen. Doch Joyce wollte nicht vergeben, sie konnte nie vergeben. Dafür war sie zu Starrsinnig. Mit diesem Gedanken kam Joyce auch schon wieder zu Regulus. Ja, auch er hatte Macken, eine große war; dass er sich niemals was falsch tat. Das hieß also, sich niemals entschuldigen konnte. Vielleicht merke er es nie, aber Joyce und jeder andere merkte das. Ein Black machte nie was falsch und wenn womöglich doch, stiftete er Verwirrung. Die Verwirrung war immer dazu da, von sich abzulenken, dass Leute vielleicht dachten, er hatte doch alles richtig gemacht. Nein, Regulus sieht das einfach anders , versuchte sie sich selber noch weiß zu machen. Ach komm, nimm ihn nicht im Schutz! , rief eine laute Stimme in ihrem Kopf. Doch dann lachte der Black. Fast hätte Joyce die Augen verdreht. War das eigentlich klar gewesen? Ja.
"Das ist doch nicht dein Ernst?" Schon wieder durchströmte sie eine Welle von Verzweiflung und Wut. Dieser Typ konnte wirklich nicht ernst bleiben und und und… Arghs! "Ich verstehe. Du und der überaus niedliche Kerl von vorhin. Ich dachte wirklich du hättest etwas mehr Geschmack Joyce. Was wirfst du mir eigentlich vor , hm? Salazar ist eine Freundin von mir und dabei ist es mir gleichgültig was der Rest davon denkt. Ich sehe es in deinen Augen was du glaubst. Das du mich so einschätzt sollte mich wahrscheinlich kränken. Und wage es nicht Sal Beleidigungen jeglicher Art an den Kopf zu schmeißen - du bist nicht Bellatrix. Ich bin nicht mein Bruder , verdammt!", rief dieser noch aus und Joyce konnte sich nur auf die Lippen beißen um nicht zu fluchen. Wie er sie grad versuchte anzustacheln und dabei so was von ins schwarze traf, das störte sie. Zwar hatte er das Thema verfehlt und gar nicht verstanden, hatte er gerade wirklich gedacht, sie fand das toll mit diesem Idiotien zu reden und dumm angebaggert zu werden? Joyce zog eine Augenbrauche hoch und sah ihn leicht verwundert an. Ihr Mund öffnete sich gerade, um ihre Gedanken in Worte zu fassen, doch schon wurde sie unterbrochen, da Salazar sich gerade ihre Tasche schnappte und zu ihr ging. Einen Moment dachte Joyce, sie will sie auch noch anfauchen, doch dem war nicht so. Nein, sie erklärte ihr nüchtern, dass es alles nur ein Missverständnis war. Mehr nicht. Zunehmend wurde der Blick der Winston verwirrter und sie fühlte sich wirklich wie im falschen Film. Wieder nur ein Irrtum? Langsam wurde der Blondine alles zu bunt. Doch sie rief sich zur Besinnung. Erstens, Salazar hatte gerade vernünftig mit ihr gesprochen und war wirklich freundlich, zweitens verstand Regulus auch wieder alles falsch. Männer… Und Drittens… Joyce wusste wirklich nicht weiter. Aber so konnte es nicht weiter gehen, das war ihr klar. Als sie merkte, dass sie immer noch in die Leere starrte, wandte sie ihren Blick zu Salazar. Sie war wirklich aufrichtig, kein falsches Spiel, wie sonst eigentlich immer. Joyce fuhr sich durch ihre lockigen Haare und erwiderte das Lächeln des Mädchen, als sie sagte: „Ich glaube es ist besser, wenn ich gehe. Ich will euch nicht stören, okay?“ Es war wirklich… erstaunlich. Ja, damit hatte Joyce nicht gerechnet. Womöglich ist sie gar nicht wie jeder sagt.. oder wie ich die kennen gelernt habe , dachte sich die Hexe. Doch das Mädchen wandte sich zum gehen und Joyce bekam ein flaues Gefühl im Magen. Sie hatte das Mädchen womöglich nicht richtig eingeschätzt und jetzt hatte sie ihr was Gutes getan und Joyce stand da wie ein nasser Kartoffelsack. Schnell hielt sie Sal am Handgelenk fest und als sie sich fragend umdrehte, ließ sie sie schnell wieder los. „Danke Sal…“, sagte sie zögernd. „azar.“, fügte sie noch hinzu, denn Sal nannten sie sicherlich nur Freunde. Doch ihr fiel auf, dass Sal womöglich gar nicht so viele Freunde hatte, was ihr schon wieder Leid tat. Doch sie wollte bestimmt kein Mitleid, sie war Reines, Edles Blut. „… Und tut mir Leid“, sagte sie aufrichtig. „Ich hoffe, wir können uns heute noch einmal unterhalten. Und keine Angst, ich bin nicht immer so zynisch.“

Als Salazar sich dann wirklich zum Gehen wandte, wusste sie, dass nun wieder eine Gewaltige Ladung Stress vor ihr stand. Gab es zwischen Regulus und ihr nicht mal wirklich einen Tag keinen Streit? War das normal? Wenn ja, dann wollte sie das ändern. Außerdem, wie konnten alle Mädchen ihren Freund so ertragen? Würden sie dann nicht den Verstand verlieren? Aber nein, Regulus war nicht ihr fester Freund. Das musste sie doch selber gut wissen. So wie es aussah- oder er – wollte er sie ja gar nicht. Er starrte an ihr vorbei, doch sie wusste nicht, wer oder was sich hinter ihr verkroch, sie wollte es gar nicht wissen. Wahrscheinlich starrte er einen Staubkorn an. Warum auf einmal so gemein zu ihm? Weil er dich beleidigt hat? Zurecht, machst du doch auch. Weil er sich vereidigt damit? Wohl kaum. , flüsterte wieder diese eine Stimme. Warum war sie so sauer auf ihn? Dabei war es doch ganz anders gewesen. Joyce fuhr sich durch die Haare und drehte sich um, unschlüssig wie sie gucken sollte. Ihr Daumen blieb auf ihrer Stirn liegen, genau da wo er sie am Abend geküsst hatte. Auf die Stirn. Bevor er auch nur die Augenbraue hochziehen konnte, nahm sie schnell die Hand runter und hoffte, dass sie nicht komischerweise rot wurde oder so etwas. Das konnte sie gar nicht gebrauchen. Als sie ihn dann anblickte, biss sie sich wieder auf die Lippe. Was hatte er ihr nochmal vorgeworfen?

Langsam ging sie auf ihn zu und versuchte auf ihren Schuhen nicht umzuknicken, die ganzen Wurzeln waren fest und dick und man konnte leicht über eine stolpern, was sie natürlich nicht wollte. Als sie vor ihm war kniete sie sich vor ihn und hielt ihren Zeigefinger hoch, um erstens anzudeuten: „Erstens; du denkst doch nicht ernsthaft, dass ich diesen Idioten der alles vögelt was nicht auf drei auf dem Baum ist, in irgendeiner Weise anziehend finde, eher das Gegenteil. Hätte er weiter gemacht, hätte er von mir einen Fluch auf den Hals gejagt bekommen. Was zweitens erklärt.“ Sie hob den zweiten Finger, als ob sie das einem kleinen Kind erklären würde. Mal zu Mal wurde sie wütender, was dachte er von ihr? „Wie Bellatrix würde ich dann aussehen, aber da sie das eher genossen hätte oder ihm sofort zehn Flüche aufgehalst hätte, erledigt das. Übrigens, wärst du dein Bruder, hättest du sowohl mich als auch Salazar schon vernascht. Worauf wir dann schon zu drittens kommen. Ich bin wie ich bin und ich sehe was ich sehe, daraus ziehe ich meine Schlüsse. Und was ich gesehen habe, hat mir nicht gefallen. Da ich Okklumentik nicht gut beherrsche, habe ich auch nicht nachgeforscht. Du wärst genauso unzufrieden und Eifersüchtig wie ich gewesen. Nur der Unterschied ist wohl, dass ich es vielleicht sogar eingestehen kann, dass ich Fehler mache.“ Und damit senkte sie wieder ihre Hand und schaute ihn mit einem halb beleidigtem Blick; halb wütenden Blick an.
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BeitragThema: Re: Der See    Fr März 23, 2012 3:52 am


Andromeda zu umarmen war… ja schön. So als wäre sie nie weg gewesen. So als wäre er nie weg gewesen. Und Sirius merkte, dass sie schon immer ein Halt gewesen war, vielleicht oft nur unterbewusst aber so war es immer gewesen. Sie war auf jeden Fall besser als der ganze Rest seiner Familie zusammen. Noch immer spuckte ihm sein Gesagtes im Kopf herum, er hatte Recht Andromeda konnte nicht immer auf zwei Party tanzen, mal ganz davon abgesehen, dass er sich nicht vorstellen konnte dass das irgendeine Art der Erfüllung für sie bereithielt. Doch auf einmal merkte er wie Andromeda ihn versuchte von sich zu schubsen und schnell ließ er sie los. Was hatte sie denn jetzt schon wieder? Das hatte sie doch gewollt – oder etwa nicht? Sie war doch zu ihm gekommen, damit sie sich versöhnten – oder hatte er da etwas falsch verstanden? Ein Blick auf ihr Gesicht sagte ihm, dass er da wohl oder übel etwas missverstanden habe musste, denn sie sah schon wieder schrecklich wütend aus. Mädchen… Es gab Gründe warum er sich nie eine Freundin anschaffte. Mädchen waren nervig unberechenbar.

„Was soll das werden? Seh' ich etwa aus wie eins von deinen einfältigen Flittchen?" Er hatte das dringende Gefühl seinen Kopf schnell und heftig gegen irgendwas Hartes zu schlagen. Da drüber war ein Baum aber Sirius dachte sich dass das die Situation nicht angenehmer gestalten würde. Wenn er ehrlich war, wollte er diesen Mist nur noch hinter sich bringen. Er hatte wirklich keine Ahnung was Andromeda nun wieder so aus der Fassung gebracht haben könnte und wenn er ehrlich war pisste ihn das alles nur noch an.

"Ich bin nicht wie deine Eltern? Das freut mich aber wirklich! Dabei dachte ich, ich bin meinem werten Onkel so verdammt ähnlich, dass man denken könnte, ich wär' sein Zwilling! Was für eine Überraschung für mich, dass ich kein Monster bin! Und ich hatte schon Angst, dass ich demnächst auch damit anfange, wahllos Leute den Hals umzudrehen! Und abwertend? Pah. Ich bin wirklich erstaunt, dass du solche Worte kennst, wo dein Wortschatz doch offensichtlich sonst nur aus 'ähm' und 'also' besteht. Warum wurde er hier eigentlich als der Böse hingestellt. Er hatte sie ignoriert bisher in diesem Schuljahr, aber das war doch auch schon alles gewesen. Und war sie bis heute auf ihn zugegangen - Nein! Er hatte also genauso einen Grund sauer auf sie zu sein. Und ja er redete offen mit ihr und sie machte hier so eine Nummer. Was sagte das dem lieben Sirius mal wieder – Familie ach nein danke. Er hatte Andromeda immer geschätzt und jetzt sagte sie so Sachen die unter die Gürtellinie ging und das war etwas was er nicht leiden konnte… sollte sie über seine schnell wechselnden Liebschaften lachen – was machte ihm das? Nichts. Aber sie sollte verdammt nochmal seine Familie aus dem Spiel lassen. Doch nicht hier… nicht hier vor Remus. Aber nein, sie schrie vor Remus rum, dass sein Vater wahllosen Menschen den Kopf umdrehte, mein Gott was sollte er nur von ihm denken. Remus war doch der Ansicht sein Vater sei ein gutbürgerlicher Mensch der irgendwas im Ministerium arbeitete.

Einen Seitenblick auf Remus zeigte ihm, dass Remus nicht nur dumm aus der Wäsche schaute sondern schlicht und einfach nicht mehr da war. Doch dann entdeckte Sirius ihn, er saß leise und unsichtbar an einem Baum gelehnt, etwas weiter von ihrer „Unterhaltung“ entfernt. Gott sei Dank!

So Andromeda wollte wohl keine Versöhnung schön. „Weißt du ich hab mich entschuldigt, wenn dir das nicht reicht und ich erst den Boden unter deinen königlichen Füßen küssen muss, dann sag Bescheid. Du weißt ja wo du ich finden kannst, bei meinen ganzen Flittchen im Bett!“
Und damit drehte er sich um und ging langsam zu Remus herüber. Für ihn war diese Sache gelaufen. Er mochte es nicht, wenn man ehrlich war und mal zu seinen Gefühlen stand, dann auch noch ans Bein gepisst zu bekommen. Er hatte sich entschuldigt und er hatte er ernst gemeint. Vollkommen und ehrlich. Aber wenn sie noch nicht mal das annehmen kann, dann tat es ihm auch leid. Aber das verlieren von Familienmitgliedern war er schon gewohnt dann würde er das hier auch noch schaffen. Aber er würde sicherlich nicht seinen Charakter verändern, nur damit Miss-Ich-weiß-nicht-was-ich-will-Black glücklich war. Er war Sirius Black, ein Frauenheld erster Klasse und das sollte auch so bleiben.

Aber nun kam ihm wieder Andromedas Antwort in den Sinn, auf seine Frage auf wessen Seite sie wirklich stand. Wer sagt dass ich wählen kann, hatte sie gesagt. Und Sirius war vielleicht wütend aber er merkte auch das Andromeda vielleicht auch nur Hilfe brauchte. Er stellte sich vor, wie es für ihn am Anfang war… anders zu sein. Er wurde nicht sofort mit Ruhm und Ehre überschüttet wie es jetzt war. Jeder Anfang war schwer und er wüsste nicht wie er es geschafft hätte ohne James, mit dem er schon auf der allerersten Zugfahrt abgehängt hatte und der einfach nur so cool war von Anfang zu einem zu halten. Hier in Hogwarts wurdest du fertig gemacht, wenn man sich nicht in bestimmte Kasten einsortieren lässt. Und wenn eine geborene Black, die in Slytherin ist auf einmal anfängt neue Freunde zu haben dann ist sie doch nur das gefundene Fressen. Und Andromeda hatte noch ein Problem – Bellatrix. Und wer hielt zu ihr, wenn er an Andromedas „Freunde“ dachte, sah er nur ein Haufen unehrlicher, vom Blut gesteuerter Haufen Slytherins. Dass die ihr nicht die Unterstützung gab, die sie brauchte war klar. Aber wer tat es dann?


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BeitragThema: Re: Der See    Fr März 23, 2012 5:06 am

Am Anfang hatte sie noch ein schlechtes Gewissen. Ganz kurz, zumindest bis er den Mund aufmachte um etwas zu sagen. Von da an hatte Andromeda das dringende Bedürfnis, ihm bei jeder Silbe eine Ohrfeige zu verpassen. Erst konnte er ihr keine anständige Antwort geben, und dann schottete er sich wieder so ab, tat so, als sei sie eine Fremde, oder noch schlimmer, als sei sie ihre Schwester. Wieso konnten sie nicht einfach miteinander sprechen? Wieso musste er gleich so aggressiv reagieren und flüchten?
Was hatte sie eigentlich erwartet?
Dass alles wieder gut wurde?
Dass er es schaffte, ihre Probleme mit ein paar Worten zu lösen?
Herr im Himmel, immerhin sprach sie hier mit Sirius Black, der garantiert nicht dafür bekannt war, sensibel oder einfühlsam oder auch nur annähernd vernünftig zu sein. Augenscheinlich hatte er keine Ahnung von menschlichen Emotionen, konnte sich nicht in andere hineinversetzen und wollte es auch gar nicht. Für ihn zählte nur, wie es ihm ging, wie er seine Probleme umgehen konnte, wie er in seiner blöden Gryffindor-Komfortzone bleiben konnte.
Egoistischer Mistkerl.
War das nicht ein weiterer Beweis für ihre Theorie? Oder eher für mehrere. Gryffindors waren nicht besser als Slytherins. Slytherins waren ihrer Meinung treu scherten sich nicht um die Gefühle anderer - was ebenso auf die Löwen zutraf. Nur behaupteten die Mitglieder ihres Hauses nicht, edler und mutiger und ehrlicher und was es noch für Unsinn gab zu sein. Slytherins waren stolz darauf, was sie waren und man wusste meistens, woran man war. Es gab wirklich keinen Unterschied, der einen dazu bewegen konnte, Gryffindors bevorzugen zu können. Widerlich heuchlerisch waren sie, allesamt. Bildeten sich viel auf ihre Toleranz ein und auf ihren Mut. Dabei waren sie am Intolerantesten von allen. Konnten nichts akzeptieren, was vom Muster abwich. Und Mut? Pah! Versteckten sich hinter einer vorgefertigten Meinung und ihren Freunden, anstatt einmal wahre Tapferkeit zu zeigen und sich abzuheben. Hasste Sirius sie deswegen? Weil sie nicht so war, wie sie sein sollte? Oder weil sie in seinen Augen zu sehr war wie sie sein sollte?
Und was bedeutete das alles für sie selbst? War sie nicht doch eine von jenen 'Bösen', von denen sie sich distanzieren wollte? Oder was?
Und war das etwas Schlechtes? Oder sollte sie ihr Los akzeptieren?
Ja, vielleicht sollte sie das, anstatt dauernd darüber zu jammern, dass sie keine Wahl hatte. Schließlich hatte sie eine - sei ein Slytherin oder sei keiner. Sie würde sich keineswegs für die bequemere unterscheiden. Aber für die richtige. Wer war sie? Andromeda Black, Slytherin. Heute hatte sie zum ersten Mal seit langem gehandelt, wie man es von ihr erwartete. Es war nicht unbedingt das schrecklichste Gefühl der Welt gewesen, wenn sie so darüber nachdachte... vielleicht war es gut so wie es war und sie war eine 'gute' Black.

Sirius war einfach abgehauen - verweichlichtes Katzenbaby. Also war es an der Zeit für Andromeda, ebenfalls zu gehen. Am besten in die entgegengesetzte Richtung. Möglichst weit weg von dem Idioten.
Eine kleine Stimme in ihrem Inneren, die umkehren wollte und dafür sorgen wollte, dass alles wieder gut wurde, wurde gnadenlos von ihrer momentan vorherrschenden Wut unterdrückt. Er hatte kein Mitleid verdient.

Ihre Füße trugen sie über die Ländereien von Hogwarts. Ein paar Schüler kamen ihr entgegen, aber sie beachtete keinen von ihnen sonderlich. Sie hatte kein Ziel - ein erschreckend häufig auftretendes Phänomen des heutigen Tages. Ein Vogel flatterte vorüber, summte eine kleine, fröhliche Melodie und plötzlich hatte Andromeda das unheimliche Bedürfnis, dem kleinen Quälgeist einen Fluch auf den Hals zu hetzen, damit er die Klappe hielt. Wie sehr sie doch vollkommene Stille schätzte!
Einen Moment nur waren ihre Gedanken aufgrund des Federviehs abgelenkt, lediglich ein kurzer Augenblick. Allerdings reichen manchmal bereits wenige Sekunden, die die Aufmerksamkeit kosten, um irgendeinen Fehler zu begehen. Ihrer bestand in diesem Fall daraus, dass sie vergessen hatte auf ihren Weg zu achten und somit geradewegs in einen Jungen hinein rannte. Überrascht - erschrocken war an dieser Stelle eher nicht angebracht, denn damit assoziierte man normalerweise Angst, und jetzt gerade verspürte sie nichts als Zorn und... naja, Überraschung - sah sie den blonden Jungen an, der nicht minder überrascht aussah - gerade so, als hätte sie ihn aus einem tiefen Gedankengang aufgeschreckt. Irgendwoher kam er ihr bekannt vor, wahrscheinlich war er in ihrem Jahrgang.. Aber auch das war nebensächlich. Sie benötigte nicht einmal eine Sekunde um zu registrieren, dass er Gryffindor war - womit hatte sie das verdient? Konnten diese nervigen Langweiler sie nicht einfach in Ruhe lassen?
Er setzte gerade dazu an, etwas zu sagen, doch dazu wollte sie es auf keinen Fall kommen lassen.
"Kannst du nicht aufpassen wo du hinrennst?" Ihre Stimme war mehr ein Fauchen als wirklich eine Stimme und hatte schon wieder ziemlich große Ähnlichkeit mit Bellas. "Überhaupt, was denkt ihr euch eigentlich immer? Ja klar, da läuft ein Slytherin rum, rennen wir ihn mal übern Haufen, sicherlich verdient er es! Sie sind doch alle böse und verdorben und ach so schrecklich! Aber weißt du was?! Ihr seid viel schlimmer! Ihr selbstgerechten, egozentrischen, arroganten, tölpelhaften Gryffindors ohne Sinn für Anstand und Manieren! Was habt ihr schon im Leben?! Nichts außer eurem verdammten falschen Stolz! Denn sein wir mal ehrlich, ihr habt nichts worauf ihr stolz sein könnt. Jämmerliches Pack von Schlammblütern und Muggelliebhabern und Weiberhelden und Huren. Allesamt!!" Das letzte Wort schrie sie ihm schließlich nahezu entgegen, nachdem sie sich immer weiter in der Lautstärke gesteigert hatte.
Eigentlich wollte Andromeda ihm keine Gelegenheit zur Antwort geben, doch irgendwo interessierte sie es immerhin ein bisschen, welche lahme Ausrede dieses Exemplar sich zur Rechtfertigung einfallen lassen würde. Oder würde er so reagieren wie ihr Cousin und ihre Vorwürfe einfach ignorieren und an ihr vorbeireden? Auch egal, was bedeutete ihr dieses blonde Kätzchen schon?!


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