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 Elenas Zimmer

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Elena Wilson
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BeitragThema: Elenas Zimmer   So März 18, 2012 4:23 am

Ihr Zimmer im zweiten Stock
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Elena Wilson
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BeitragThema: Re: Elenas Zimmer   Sa Sep 15, 2012 10:53 am


Cf.: Quileute Quartier – Vor den Häusern

Leere. Unendliche Leere. Das Gefühl, in tausend Teile zu zerspringen. Das Gefühl, in einen unendlichen, tiefschwarzen Abgrund zu fallen und das Licht niemals wieder zu sehen. Alles und nichts. Und doch so viel weniger. Gedanken, fliegend und vergehend. Erinnerungen, so schmerzlich und herzzerreißend. Und doch saßen sie in ihrem Kopf fest, hartnäckig wie Parasiten. Sie würden niemals von ihr gehen. Doch ein Teil von ihr wünschte sich, einfach alles zu vergessen. Dass all dieser Schmerz von ihr genommen wurde.
Sie hatte sich inzwischen damit abgefunden, dass dies hier nicht nur ein langer, schier endloser Albtraum war. Ja, als sie gestern Nacht in ihrem Zimmer gesessen und sich die Bilder, diese wunderschönen Momentaufnahmen angesehen hatte, war ihr klar geworden, dass das hier viel schlimmer war als nur ein Albtraum, aus dem man irgendwann einfach aufwachen konnte. Nein, dies hier war die Realität, die harte, unbarmherzige Wahrheit, mit der sie fortan leben musste. Die sie auf ewig in ihrem Leben verfolgen würde, egal wie glücklich sie war, egal wo sie war. Es wäre von nun an immer ein Teil von ihr, der sie in schlaflosen Nächten quälen würde.
Und trotz dieser Gewissheit, die sie gewonnen hatte, war es schwer, die Augen zu öffnen, mit dem Wissen, dass sich nichts verändert hatte. Schon seit die sanfte Morgenwärme ihre Nasenspitze gekitzelt hatte, lag Elena wach – in ihrem Bett wohl bemerkt. Ihr Bruder hatte sie in der Nacht von ihrem harten Zimmerboden in die weichen Kissen gelegt. Doch seit zwei Stunden lag sie wach, mit geschlossenen Augen, um die Realität zu verdrängen. Immer noch wartete sie auf das fröhliche Lachen von Cathy, das aus dem Nebenraum schallte – doch es blieb aus. Das musste sie sich immer wieder sagen. Niemals wieder würde sie dieses Lachen hören, was stets so voller ehrlicher Freude gewesen war.
Stattdessen erschienen Bilder vor ihrem inneren Auge, Bilder, von den grünen Blättern des Waldes, die seicht über ihre Haut strichen, von den kühlen Regentropfen, die sich ihren Weg durch die dichten Baumkronen bahnten und den Boden aufweichten. Bilder, die sie niemals hätte sehen sollen. Die sie nie hatte sehen wollen.
Doch statt der erwarteten Tränen, stahl sich eine noch grausamere Taubheit ein. Ein Seufzen verließ ihre Lippen und durchbrach die drückende Stille wie ein Donnerschlaf. Als Elena ihre Augen öffnete, war ihr, als sehe sie ihr Zimmer mit einem ganz neuen Blick. Viel klarer, viel … echter. Eine Tatsache, die sie schon fast traurig machte. Denn es erinnerte sie an das, was sie nun war. Und damit auch an die Dinge, die sie verloren hatte. Würde das nun immer so sein? Konnte sie ihr … Dasein überhaupt irgendwann genießen, ohne sich Vorwürfe machen zu müssen? Denn wie konnte sie das alles auskosten, wenn ihr immer wieder im Hinterkopf blieb, dass all das passiert war, weil ihre Schwester ermordet wurde? Wie schaffte Seth es, den Verlust seines Vaters so gut zu verkraften, wo doch auch das dazu geführt hatte, dass er nun ein Wolf war? Er schien so ausgelassen und fröhlich zu sein. Sie hatte es gestern in seinen Gedanken gesehen, wie glücklich er mit sich selbst war, mit dem Wolf in sich. Er war viel jünger, wenn er verwandelt war. Aber nicht auf eine schlechte Art und Weise. Vielmehr beruhigend und Halt gebend. Als Mensch war er gestern vollkommen ernst und besorgt gewesen, was Elena ebenfalls geschätzt hatte. Aber durch seine Verwandlung war er regelrecht aufgeblüht, hatte sie zum Lachen gebracht und sie für kurze Zeit vergessen lassen, was geschehen war und ihr gezeigt, wie wundervoll dieses neue Leben sein konnte. Sie hoffte so sehr, dass sie auch irgendwann so sein konnte. Sie wollte daran glauben, dass sie mit Seth glücklich werden konnte. Sie wusste es. Warum war ihr nicht klar, aber sie war sich sicher, dass dieser junge Mann der Einzige für sie war. Derjenige, mit dem sie ihr Leben verbringen wollte. Und diese Gewissheit schockierte sie. Jedoch weniger, als es vielleicht gut gewesen wäre. Dieses ganze neue Leben. Diese neuen Erfahrungen, die Eindrücke. Wie konnte sie es so gut verarbeiten? Elena war von sich selbst erstaunt und fürchtete sich auch ein wenig. Was, wenn das nur der Anfang war und noch lange nicht alles? Was, wenn sie sich täuschte und irgendwann doch zusammenbrechen würde… sie wollte nicht noch mehr Schwäche zulassen. Sie wollte nicht, dass sich so viele Menschen um sie sorgten. Keine sollte sich Gedanken um sie machen. Am wenigsten Seth. Seth… schon allein bei dem Gedanken an ihn, schlich sich ein Lächeln auf Elenas Gesicht. Sie war nur wenige Stunden und vor allem wenige Meilen entfernt von ihm und doch vermisste sie ihn, als hätte sie ihn monatelang nicht gesehen. Wie war so etwas möglich? Was hatte die Prägung mit ihr angestellt, dass sie sich plötzlich so fühlte wie niemals zuvor. Dass sie jede Sekunde bei ihm sein wollte und wenn sie ihn auch nur ansah. Sie wollte ihm so viel erzählen und im Gegenzug so viel von ihm wissen. Mit ihm die Welt bereisen. Sie könnte überall hingehen, wäre es nur mit ihm. Diese Gedanken hätten sie vielleicht wirklich erschrecken sollen, aber das taten sie nicht. Ganz und gar nicht. Sie machten sie vielmehr glücklich. Ja, sie hatte jemanden, an den sie sich wenden konnte, bei dem sie keine Schuldgefühle hatte, ihn vielleicht mit ihren Worten zu verletzen. Mit ihrer Familie konnte sie unmöglich über all dies sprechen. Es war auch für sie viel zu schmerzhaft.

Mit einem leisen, aufgebenden Seufzer krabbelte Elena aus ihrem Bett, sammelte sich ein paar frische Klamotten aus dem Kleiderschrank und lief ins angrenzende Bad. Von unten konnte sie leise Stimmen hören und als sie auf die digitale Uhr auf ihrem Radio im Badezimmer schaute, bemerkte sie, dass es bereits 11 Uhr war. Mittwoch. Eigentlich ein Schultag. Doch wohl nicht für sie. Und dafür war sie ihren Eltern mehr als nur dankbar. Auch nur daran zu denken, in einem Klassenraum zwischen 25 anderen Menschen sitzen zu müssen und sich ihre belanglosen Probleme anzuhören war ein Graus für Elena.
Schnell verdrängte sie den Gedanken daran und wunderte sich, ob Seth heute dort war und ob er sich fragte, wo sie jetzt war. Aber nach allem, was sie gestern seinem Kopf entnommen hatte, würde auch er sich nicht um etwas so simples wie die Schule sorgen. Plötzlich fühlte sie sich schuldig, dass sie nur von sich gesprochen hatte. Auch Seth quälten tausend Sorgen, die er sich machte. Seine Familie – so seltsam sie war – bedeutete ihm alles und sie waren augenscheinlich voneinander getrennt. Er hatte Angst, dass ihnen etwas geschah. Ihn so zu sehen, so gebrochen und aufgewühlt, das wollte Elena nicht. Und plötzlich beschloss sie, gleich heute Mittag zu ihm zu gehen. Sie brauchte ihn und wollte sich für alles bedanken, was er für sie bereits getan hatte. Und auch bei Alice und Esme. Sie müsste sich entschuldigen für ihren Ausbruch.
Mit diesem Entschluss ließ sie sich ein warmes Bad ein und holte einen kleinen MP3-Player aus einem der Schränke. Dann ließ sie achtlos ihre Kleidung auf den Boden fallen, gab ein wenig Schaumbad in das leicht dampfende Wasser und beobachtete, wie sich die feinen Blasen über die ganze Wanne verteilten. Als sie zu einem dreiviertel voll war, ließ sie sich vorsichtig hineingleiten, lehnte ihren Kopf an den Rand und schaltete die Musik ein. Die sanften, melodischen Klänge und die ausdrucksstarke Stimme von Chris Daughtry ließen Elena die Augen schließen. Sie ließ sich einfach in den Rhythmen treiben, welche die Gedanken aus ihrem Kopf vertrieben. Er sang von einem Menschen, der ihn den Verstand verlieren ließ, mit dem er überall hingehen würde, Liebe auf den ersten Blick. Ein Lächeln erschien auf Elenas Gesicht, als sie Seth vor sich sah, wie er sie ansah, sie berührte und mit ihr sprach. Sie wollte ihn nie, nie mehr loslassen, nie mehr verlieren. Ein Leben ohne ihn wäre grau und leer. Unvorstellbar. Wo sie ihn doch erst kennengelernt hatte…
Nach einer angenehmen halben Stunde stieg Elena wieder aus der Wanne und griff blind nach einem Handtuch, um sich abzutrocknen. Ihre nassen Haare steckte sie zu einem Dutt zusammen und zog sich an. Dann lief sie die Treppe hinunter in die Küche. Ihr Vater stand mit gerunzelter Stirn an der Küchenzeile und telefonierte angeregt, während er aus dem Fenster starrte. Elena erkannte, dass er nicht Englisch sprach, sondern in der Landessprache Tansanias. Suaheli. Trotzdem verstand sie jedes Wort, was er seinem Gesprächspartner zurief. „Nein, wir können nicht drei Monate damit warten. Hören Sie, es ist Ihre Heimat. Nein… nein bei allem Respekt, Sir, das verstehe ich nicht! Ja, und ob ich mich beschweren werde. Wir werden uns wieder hören!“ Mit einem wütenden Schnauben legte Robert auf und knallte das Telefon auf den Tisch. Dann drehte er sich um und seine Wut verschwand und statt ihr erschien ein müdes Lächeln auf seinem Gesicht. „Guten Morgen, Kleine.“ Elena brachte ein kurzes Lächeln zustande und setzte sich. „Mit wem hast du gesprochen?“, fragte sie leise, als sie die Stille und den sorgevollen Blick, der ihr zugeworfen wurde, nicht mehr ertragen konnte. Sofort verzog Robert das Gesicht und wandte sich ab. „Ein Mann vom Flughafen“, murmelte er. „Was wollte er?“, fragte sie weiter, als er nicht weiter sprach. Robert seufzte und setzte sich seiner Tochter gegenüber. „Willst du etwas essen? Du musst hungrig sein.“ Wütend funkelte Elena ihn an. „Erst will ich wissen, was los ist.“ Den Rest der Worte, der ihr auf der Zunge lagen, schluckte sie herunter. „Er hat nichts gewollt. Ich war es. Wir … wir wollen sie beerdigen“, sagte er leise und wich Elenas Blick aus, „aber nicht hier. Das hätte sie nicht gewollt. Wir … wir wollen sie nach Tansania bringen, in den Wald, wo ihr als Kinder immer so gerne gespielt habt.“ Elena erinnerte sich. Direkt am Stadtrand grenzte ein weitläufiger Wald, wo Cathy und sie ihre Freizeit immer verbracht hatten. Einmal hatte sich ihre kleine Schwester auf die Wiese gelegt und gesagt, dass sie an diesem Ort sterben könnte. Welch Ironie, dass sie nun dort begraben werden sollte. „Jedenfalls habe ich am Flughafen angerufen, weil es bei solcher Art von Transport immer so eine Sache ist und man meinte jetzt, dass wir mindestens drei Monate warten müssten, bis sie die nötigen Formulare beisammen hätten, mit denen uns dies erlaubt würde.“ Eine Wut, die Elena noch nie bei ihrem Vater gesehen hatte, glitzerte plötzlich in seinen Augen. Mit beiden Händen klammerte er sich an die Tischkante, um sich zusammenzureißen. Nach ein paar Augenblicken, hatte er sich wieder gefasst. „Nun ich schätze, wir können nichts tun, um das zu beschleunigen.“ Elena nickte, sie wusste nicht, was sie darauf antworten sollte. Schon lange hatte sie ihre Heimat nicht mehr besucht. Dass es jetzt aus einem solchen Grund sein sollte, machte sie traurig, aber trotzdem freute sie sich darauf. Vielleicht könnte sie dort herausfinden, warum sie zu dem geworden war, was sie nun verkörperte. Ein Ausblick, der ihr Hoffnung schenkte.

Nachdem ihr Vater sie dazu gebracht hatte, doch etwas zu essen, fragte sie nach ihrer Mutter. „Sie und Jason sind bei ihrer Schule, um sie für den nächsten Monat abzumelden. Es ist das Beste. Und ich habe bei deiner Schulleitung angerufen und ihnen erklärt, dass du die nächsten Wochen erst einmal nicht zum Unterricht kommen wirst. Deine Lehrer mailen dir den Stoff, den sie mit der Klasse durchziehen.“ „Danke“, sagte sie nur und lächelte ehrlich. Wie dankbar sie war, konnte sie kaum in Worte fassen. Deswegen stand sie nur auf und umarmte ihren Vater. Als sie sich von ihm löste, fuhr sie sich kurz durch die Haare. „Sag mal … darf ich Seth besuchen gehen? Er … hat mir gestern wirklich geholfen und …“ Robert lächelte kurz und nickte. „Solange du nur immer sagst, wenn du beschließt, wegzugehen, haben wir nichts dagegen, Elena. Pass auf dich auf und sei vor der Dämmerung wieder zu Hause, ja?“ Sie erwiderte sein Lächeln und nickte. „Mach ich. Ich hab’ mein Handy dabei, falls ihr euch melden wollt.“ „Sehr gut. Bis heute Abend.“ „Danke, Dad.“ Mit diesen Worten lief sie in ihr Zimmer, schnappte sich ihr Handy und wollte schon das Haus verlassen, als ihr Seths Worte von gestern einfielen. Dass sie immer ein Band mit ihren Hosen um hatten und seine Schwester Leah einen Bikini dabei hatte. Zwar nicht sonderlich passend für das Wetter, aber Elena hatte schon gestern Nacht gemerkt, dass sie nicht mehr fror, also suchte sie tief in den Schubladen ihrer Kommode nach einem Bikini, den sie auch bald fand. Es war ein schlichter, grüner Zweiteiler, wobei das Oberteil hinter ihrem Nacken zusammengeschnürt wurde. Zusammen mit ihrem Handy und einem Lederband stopfte sie es in ihre Umhängetasche und machte sich auf den Weg zu Seth. Sie hoffte nur, dass sie nicht zu einem falschen Zeitpunkt besuchte…

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