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 Küche

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Elena Wilson
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BeitragThema: Küche   So März 18, 2012 4:23 am

Die Küche + Esszimmer.
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Elena Wilson
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BeitragThema: Re: Küche   Fr März 30, 2012 12:13 am

Cf.: High School – Außerhalb des Gebäudes

„Was ist los?“ Sie wiederholte ihre Frage, diesmal energischer, lauter. Ihr Bruder zuckte zusammen, als hätte sie ihn aus seinen tiefen Gedanken gerissen. Sofort stand er auf und begann unruhig in der Küche auf und ab zu laufen. „Willst du was essen?“ Mit einem Schnauben verschränkte Elena die Arme und blickte ihn durchdringend an. „Du hast meine Frage nicht beantwortet. Ich will wissen, warum du so neben der Spur bist.“ Er blitzte sie aus wütenden Augen an. „Es ist nichts.“ Seine zusammengepressten Zähne und der ausweichende Blick trugen nicht gerade zur Glaubhaftigkeit seiner Worte bei. Langsam stand Elena auf und kam auf ihren Bruder zu, der sie knapp zwei Köpfe überragte, wenn sie direkt vor ihm stand, so wie jetzt. Sie musste ihren Kopf in den Nacken legen, um ihn anschauen zu können. „Hat Dad sich gemeldet?“, wisperte sie und sah an seiner Reaktion, dass sie Recht hatte. Die Art und Weise, wie er zusammenzuckte, wie er einen Schritt zurückwich… das tat er sonst nicht. Er hatte keinen Grund, so etwas wie Angst zu empfinden. Er war schon immer der Größte gewesen, abgesehen von Dad. Er war es, der sie immer vor den bösen Jungen in der Schule beschützt und dafür gesorgt hatte, dass man sie in Ruhe ließ, hatte Typen wie Howard klar gemacht, dass er, wenn er sie auch nur einmal anrührte, seinen Kopf verlieren würde. Und jetzt musste sie mit ansehen, wie verzweifelt er war? Da stimmte etwas ganz und gar nicht…
Einem plötzlichen Impuls folgend nahm sie ihm bei der Hand wie eine Mutter ihren kleinen Sohn, der nicht zum Kindergarten wollte und zog ihn auf den kühlen Küchenboden, setzte sich neben ihn und legte ihren Kopf auf seine Schulter. „Was hat er gesagt?“, fragte sie nach einer Weile, als er immer noch nicht zu Sprechen begonnen hatte. Kurz zuckte der junge Mann mit den Schultern, heftete seinen Blick auf die Hände, die in seinem Schoß lagen. „Er hat vor einigen Stunden angerufen und gesagt, dass sie morgen zurückkommen. Ich… Er hat nicht viel gesagt nur, dass wir uns keine Sorgen machen sollten. Aber er klang alles andere als sorglos. Irgendetwas ich passiert… und ich… verdammt, ich mache mir Sorgen! So wie er klang… als wäre etwas Schreckliches passiert.“ Die junge Wilson runzelte die Stirn. Das war alles? Sie war nicht der Typ, der sich übermäßig schnell Sorgen machte und nur, weil ihr Dad ein wenig unruhig geklungen hatte, hieß das noch gar nichts. Vielleicht hatten sie mit Mums Verletzung noch irgendwelche Probleme oder am Flughafen hatte es Verspätungen gegeben, wer wusste das schon? Das war doch kein Grund, gleich so empfindlich zu reagieren, wie es Jared gerade tat. „Sonst nichts?!“, fragte sie deswegen vorsichtig. Er schüttelte den Kopf, schloss die Augen und als er sie wieder öffnete, starrte er ins Leere. „Er hat Cathy erwähnt. Ich habe gefragt, wie es ihr geht…“ Elena schluckte kurz. Sie hatte kein gutes Gefühl bei der Sache und wollte gar nicht hören, was ihr Bruder jetzt zu sagen hatte. Denn vermutlich was das Folgende Grund für seine Sorge. Und sie sollte Recht behalten. „Daraufhin hat er fünf Minuten geschwiegen, nicht mehr geantwortet, als ich noch mal nachgefragt habe. Vielleicht hat der den Hörer auf die Seite gelegt und mit Mum gesprochen, ich glaube, ich habe ihre Stimme im Hintergrund gehört. Jedenfalls meinte er dann, dass sie deswegen mit uns reden müssten, wenn sie wieder da seien.“ Die Brünette schüttelte den Kopf und merkte erst jetzt wieder, dass sie immer noch komplett durchnässt war, doch es interessierte sie nicht. Ihr Hals war plötzlich zugeschnürt und sie spürte die Kälte, die sich schlagartig in ihrem Körper ausbreitete. Was war mit ihrer kleinen Schwester passiert? Was? Schon immer war Cathy für irgendwelche Unfälle – ob große oder kleine – anfällig gewesen, hatte sich den Knöchel verstaucht, als sie verschlafen und versucht hatte, beim Schuhe anziehen nach draußen zu gehen. Sie war von allerlei Bäumen gefallen, hatte Fahrradunfälle gebaut und selbst damals in Tansania war sie von nichts verschont geblieben. Irgendein wildes Tier hatte sie angefallen und ein Wilderer hatte sie noch gerade so gerettet… was war nun geschehen? Was wenn… Elena schüttelte den Kopf erneut, sodass ihre nassen Haare aneinanderklatschten und feine Wassertropfen überall auf dem Boden verteilten. „Es… es wird schon nichts sein. Vielleicht will sie ja zu Dads Eltern ziehen, um in London zur Schule zu gehen. Davon träumt sie doch schon lange…“ Es war absurd, was sie sich dort zusammenstammelte, doch alles war besser, als sich die schlimmsten Dinge auszumalen, die ihrer Schwester, die auch gleichzeitig ihre beste Freundin war, passieren konnten.
Hektisch, um einer Diskussion mit ihrem Bruder zu entgehen, sprang sie auf und lief nach oben ins Bad. Plötzlich fühlte sie sich schrecklich eingeengt, musste aus ihren nassen Klamotten raus. Am liebsten wollte sie sich einfach nur im Bett verkriechen, aufwachen und feststellen, dass das alles nur ein idiotischer Traum war. Die Gedanken an Seth waren verschwunden. Es zählte nur noch ihre Schwester. Bild um Bild, Erinnerung um Erinnerung spulte sich vor ihrem inneren Auge ab, wie ein Film, den man nicht stoppen konnte. Sie sah sie lachen, weinen, ängstlich in einer Ecke ihres Zimmers sitzend, wenn mal wieder eine Spinne an der Wand herunterkrabbelte, ihre hellen Haare, die sie immer schrecklich störend fand, die doch aber so wunderschön in der Sonne glänzten, ihre Figur, die sie bemängelte, die aber die Blicke der Jungen auf sich zog… Alle glücklichen und traurigen Momente sah Elena, die Vergangenheit, die ihr niemand mehr bringen konnte. „Es ist nichts passiert!“, versuchte sie sich selbst zu überzeugen und stieg in die Dusche, genoss die heißen, fast verbrennenden Strahlen dampfenden Wassers, welches auf sie herabprasselte und sie ablenkte. Entschlossen verbannte sie alle Gedanken daran, was vielleicht geschehen war und konzentrierte sich auf die Ereignisse des Tages. Lächelnd dachte sie zurück an Seth. Morgen würde alles ganz anders aussehen! Schließlich kamen sie zurück und Cathy würde wie immer lachend auf sie zulaufen und ihr durch die Haare wuscheln, wie sie es immer tat. Dann würde sie schreiend davonrennen und die Flucht ergreifen, um Elenas Rache zu entgehen. Ja, sie waren zusammen wie zwei kleine Kinder, die sich triezten und ärgerten, die zusammen aber auch Pferde stahlen. Es würde sich nichts ändern. Schließlich hatten sie gemeinsam noch so viel vor…

The next day – and everything changes ~ https://www.youtube.com/watch?v=RgcFVF4Or1o

Der Tag begann anders als sonst. Elena wachte nicht von irgendeinem nervtötenden Gedudel aus dem Radiowecker auf, sondern wurde von zarten, warmen Sonnenstrahlen wach gekitzelt. Als sie die Augen öffnete, blinzelte sie in die Sonne, die wundervoll hell und erwärmend in ihr Zimmer leuchtete. Es kam so selten vor, dass sie einen solchen Anblick genießen durfte und dann auch noch mit nahezu wolkenlosem Himmel, sodass die Brünette jeden noch so klitzekleinen Strahl in sich aufsog. Sie war gestern dann doch mit einem Lächeln eingeschlafen und hatte nicht mehr an ihre Sorgen gedacht und auch jetzt kam es ihr absurd vor, gestern so überreagiert zu haben. Schließlich passten ihre Eltern doch auf Cathy auf! Und was sollte schon geschehen sein? Es war doch Mum, wegen der man sich sorgen musste. Cathy war nur mitgekommen, um sie zu unterstützen. Sicher wäre es irgendetwas Banales. Vielleicht blieb sie wirklich einfach ein paar Wochen bei ihren Großeltern und schaute, was London so zu bieten hatte.
Mit einem breiten Grinsen und der Aussicht später in der Schule auch noch jemanden zu haben, mit dem sie reden konnte, schwebte sie förmlich die Treppe herunter, viel zu früh für ihre Verhältnisse, weswegen auch noch der sonst typische Geruch nach frischen Brötchen und weißer, flüssiger Schokolade fehlte, der sonst bis zu ihrem Zimmer heraufwehte.
Auf halber Trappe hielt sie inne. Leise Stimmen drangen aus dem Wohnzimmer, gedämpft, weil die Tür angelehnt war und vermutlich auch, weil man sie nicht hatte wecken wollen. Zuerst wollte Elena einfach hingehen und nachsehen, ob es wirklich Kani, Robert und Cathy waren, die dort auf sie warteten, doch dann entschied sie sich um. Leise schlich sie die Treppe hinunter, peinlich genau darauf bedacht keinen Laut zu machen, um nicht entdeckt zu werden. Ihre nackten Füße machten trotzdem einen leisen, tapsenden Laut, als sie unten angekommen war und den kalten Fliesenboden berührte. Eine Gänsehaut fuhr über ihre Haut. Sie wusste nicht, weshalb sie um jeden Preis verhindern wollte, dass man sie hörte. Irgendetwas sagte ihr, dass sie besser nicht entdeckt werden sollte. Bis jetzt hatte sie noch keine Stimmen ausmachen können. Immer näher, langsam, Stück für Stück, tastete sie sich an die Türe heran. Durch einen kleinen Schlitz konnte sie erkennen, dass ihre Mutter auf der Couch saß, den Kopf gesenkt, schweigend. Jetzt erst bemerkte sie, dass es ihr Vater war, der mit wohl mit Jared sprach. Noch ein Schritt näher… leise Worte drangen an ihr Ohr, die sonst so sanfte, beruhigende Stimme von Robert klang hysterisch, aufgekratzt und rau. „Die Polizei hat gesagt, dass man sie … verbrannt hat. Man hat sie in einer Gasse gefunden, abseits ihres Weges. Ich…“ Es dauerte Minuten, bis Elena die Bedeutung dieser Worte erfasste und die Tragweite erkannte. Verbrannt. Gasse. Sie. Wer sie? Wo war Cathy? Warum meldete sie sich nicht zu Wort? Warum war sie nicht in ihr Zimmer gestürmt und hatte sie auf ihre rücksichtslose aber doch so aufgeschlossene Art und Weise begrüßt? Warum sah Mum so verzweifelt aus und weswegen sprach Dad von Polizei? Sprachen sie von ihr?
Und dann herrschte Leere in ihrem Kopf. Alles war wie weggeblasen. Eine drückende Schwerelosigkeit hatte sich in ihr ausgebreitet, schmerzhaft und tief stach irgendetwas in ihr Herz. Es war, als fehle ihr die Luft zum Atmen. Ihr Hals war zugeschnürt, ließ sie nach Luft schnappen, die ihr nicht gegeben wurde. Sie bemerkte nicht, dass die Tür aufgezogen wurde, registrierte nicht die Tränen auf dem Gesicht ihres Vaters. Sie konnte den Blick nicht heben, sich nicht entschuldigen, dass sie gelauscht hatte. Denn all das war egal.
„Wo ist sie?“, brachte sie heraus, erstickend, tonlos. Eine schreckliche Taubheit hatte von ihrem Körper Besitz ergriffen, ließ sie die Kontrolle darüber verlieren. Sie war zu keiner Regung mehr fähig. Es war alles vorbei. Und dann… mit voller Wucht … traf sie der Schmerz. Tränen schossen aus ihren Augen, ihre Sicht vernebelte sich und ihre Beine gaben nach. Alles wurde schwarz. Vergessen war die Sonne, die sie vor wenigen Minuten noch genossen hatte, vergessen all die schönen Momente in ihrem Leben, das beflügelnde Gefühl, welches sie gestern in Anwesenheit von Seth überwältigt hatte. In ihr war vollkommene Dunkelheit. „WO IST SIE??“ Ein Schrei folgte ihrem Ausruf und Elena schlug die helfenden Hände weg, die von irgendwoher kamen. Sie wollte keine Hilfe. Cathy hatte auch keine bekommen. Keiner war da gewesen, als sie doch irgendjemanden so dringend gebracht hatte… Elena hörte die erklärenden Worte nicht, die ihr erzählten, dass man ihre kleine Schwester wohl gekidnappt hatte, als sie auf dem nach Hause weg gewesen war, dass man sie in eine Gasse verschleppt hat und schließlich brutal ermordet, ihren Körper vollkommen verbrannt, sodass nur noch Staub übrig geblieben war. Bloß anhand ihres Gebisses hatte man sie identifizieren können. Sie wollte nicht hören, dass ihre Eltern deswegen so lange fort geblieben waren, dass die Polizei zwei Tage nach einer Leiche gesucht hatte, die niemals gefunden wurde. Wollte nicht hören, dass ihre Eltern es nicht hätten verhindern können, dass sie sie nicht allein hatten gehen lassen wollen. Erst jetzt kam wieder Leben in Elena.
„Aber ihr HABT sie allein gelassen! Ihr ward nicht bei ihr, als sie gestorben ist! Wegen EUCH ist sie gestorben!“ Sie zuckte vor ihrer Stimme zurück. Sie erkannte sie nicht wieder. Und auch ihre Eltern hatten ihre Worte getroffen. Doch das war ihr egal. Cathy war tot. Und niemand würde sie jemals zurückholen können. Ihre kleine, wundervolle Schwester war fort. Für immer fort. Grausam ermordet. Warum? Warum tat man so was? Wer hatte ihr das angetan? Wer war derjenige, der sie so brutal aus ihrem Leben gerissen hatte? Wer hatte Cathy ihr weggenommen?
Aus dem Augenwinkel sah sie, wie Jared auf sie zukam, die Arme ausgebreitet, als wolle er sie in eine schützende Umarmung ziehen. „Nein! Ihr alle seid Schuld. Ihr habt zugelassen, dass sie stirbt.“ Schnell drehte sie sich um, rannte zur Tür und ignorierte die Rufe, die ihr sagten, sie solle doch zurückkommen. Schnell riss sie die Haustür auf und stürmte hinaus, lief blindlings davon.
Immer weiter, immer schneller, bis sie den schützenden Waldrand erreicht hatte. Doch sie stoppte nicht, noch nicht. Sie wollte nur noch weg, fort von ihren Eltern, von ihrem Bruder, von allem, was sie an Cathy erinnerte, vom wundervollen Familienleben, das so viel Freude gebracht hatte. Die Bilder vergessen, die an der Wand hingen, ihre Stimme nicht hören, wenn sie sang, ihre hell funkelnden Augen, die immer so neckisch geleuchtet hatten. Ihr kam nicht in den Sinn, dass ihre Familie genauso damit zu kämpfen hatte, sie sah nur, dass ihre kleine Schwester wegen ihnen gestorben war. Sie war nun allein auf dieser Welt. Ohne eine Freundin, ohne jemanden, dem sie wirklich alles hatte erzählen können. Niemand war mehr da, um sie aufzufangen, wenn sie sich fallen ließ. Und zu der Trauer, die in ihr herrschte, mischte sich die Wut. Wut, auf ihre Eltern, weil sie nichts getan hatten, weil sie geschwiegen hatten. Wut auf Jared, weil er mit seinen Sorgen recht hatte, auf Seth, weil er der Grund war, weswegen sie die letzten glücklichen Erinnerungen von Cathy unterbrochen hatte und schlussendlich Wut auf den gesichtslosen Mörder. Sie wollte ihm Schmerzen bereiten, ihn so qualvoll sterben sehen, wie er es mit Cathy getan hatte, wollte ihm ein Messer in die Brust rammen und sein Blut sehen, welches sich über den Boden ergießt. Sie wollte seine Schreie hören, so wie er ihre mit angehört hatte und ihn für all das büßen lassen, was er ihr genommen hatte. Und in dieser Wut veränderte sich plötzlich etwas in ihr. Der Zorn, der Hass, er verwandelte sich in eine unbändige Hitze, in einen großen, nicht zu kontrollierenden Feuerball, welcher von ihrem Herzen ausging und sich über den gesamten Körper erstreckte, sie zu verbrennen schien. Und zwischen zwei Schritten ertönte ein schreckliches Reißen, als sprenge man sie aus ihrer eigenen Haut, gefolgt von einem Schmerz, der jede Faser ihres Körpers einnahm. Ihre Sicht wurde klar, ja sie sah sogar mehr als jemals zuvor, hörte mehr, deutlicher, jedes noch so leise Knacken der dünnen Äste hoch hoben in den Bäumen. Und wenn sie rannte, dann flog der Wald nur so an ihr vorbei. Sie spürte ihre muskulösen Beine, die sich in die Erde gruben, ihre Krallen, die Laub und Matsch davon schleuderten und ihren Schwanz, der durch die Luft peitschte.
Mitten im Rennen hielt sie inne, blieb wie angewurzelt stehen, um zu realisieren, was gerade mit ihr geschehen war. Das hier war nicht sie… das war anders. Vorsichtig blickte sie mit ihren neuen Augen an sich herunter, bemerkte das seidig schwarze Fell, welches ihren Körper überzog, die schweren, großen Tatzen, aus welchen scharfe Krallen hervorlugten, die sich in die Erde gebohrt hatten. Wenn sie den Kopf umdrehte, konnte sie ihren langen, katzenartigen Körper ausmachen.
Was ist mit mir passiert? Sie hatte sprechen wollen, doch statt Worten kam nur ein Fauchen aus ihrem Maul. Als sie den Blick senkte sah sie in zwei helle, gelbgrün leuchtende Augen, die sich in einer kleinen Pfütze spiegelten. Trotz der Trauer, die in ihnen lag, sah man die Gefahr, die von dem Tier ausging. Es bleckte die Zähne, perfekte, weiße Zähne, die ganz leicht einen Menschen zerfleischen konnten. Ein Panther. Sie war… ein Panther. Ein herzzerreißendes Jaulen verließ ihre Kehle und sie erschrak vor sich selbst. Was war mit ihr bloß geschehen? Warum war sie … ein Tier? Oh bitte lass das einfach nur ein Traum sein! Dicke Tränen kullerten aus ihren katzenartigen Augen und tropften in die Pfütze, verwischten ihr Spiegelbild, welches ihr so fremd vorkam. Sie erkannte sich nicht wieder. Was hatte sie so werden lassen? Sie hörte ihr Winseln, welches wie ein Schmerzenslaut klang. Ihr Herz war zerrissen, man hatte ihr ihre Schwester genommen und jetzt fand sie sich im Wald wieder in der Gestalt eines Tieres, welches man doch nur in ihrer Heimat antraf, welches sie so faszinierend fand. Wo war sie? Wie weit war sie gerannt? Sie kannte diese Gegend nicht. Nie hatte sie sich so weit in den Wald gewagt. Sie war diesmal blindlings hineingestolpert und jetzt, wo sie dieses… in diesem Körper war, war sie viel zu schnell um noch zu wissen, woher sie gekommen war. Unbewusst war sie großen Hindernissen ausgewichen, hatte sich geschmeidig einen Weg durch das Unterholz gebahnt. Wie würde sie wieder nach Hause kommen? Wie fand sie den Weg zurück? Und wer sagte ihr, wie sie wieder zu dem Menschen wurde, der sie vor wenigen Minuten noch gewesen war? Wer konnte ihr all diese Fragen beantworten, wenn nicht Cathy? Elena schloss die Augen und vergrub ihr Gesicht mit ihren Tatzen. Sie wollte nichts mehr sehen, einfach nur noch hierbleiben und schlafen. Plötzlich spürte sie eine unendliche Müdigkeit, die ihren Körper überrollte.
Und dann hörte sie eine leise Stimme. Sanft, wie ein Windspiel, aus weiter Ferne sprach jemand mit ihr. „Gib nicht auf. Sei stark. Wie du es immer warst. Halte durch. Für mich.“ Elena wusste, es war nur Einbildung. Ein Wunschdenken, Cathys Stimme zu hören und doch dröhnte sie in ihren Ohren, zerriss ihr das, was noch von ihrem Herzen übrig geblieben war. Man hatte ihr alles genommen, was ihr lieb gewesen war. Mit einem einzigen Schlag, war es in der Luft zerplatzt, wie eine große Seifenblase. Und jetzt brannten die kleinen Seifetröpfchen in den Augen, nur dass der Schmerz viel stärker war, größer. Man hatte ihr Herz mit einer eiskalten Faust umklammert und es so lange zusammengedrückt, bis es in tausend kleine Scherben zersprungen war, welche nun in ihr Fleisch schnitten. Sie wusste, es war nicht real, doch es war ihr, als spüre sie das Blut und das tiefe, schwarze Loch, dort, wo einmal ihr Herz gewesen war. Ein Schmerz so groß, dass er einen Menschen zerstören könnte. Er würde nicht einfach verschwinden. Niemals.
Es war alles vorbei. Fort gegangen mit dem Lachen ihrer Schwester, welches sie niemals wieder hören würde.
Warum?

Tbc.: Fort William – Außerhalb – Der Wald
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