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BeitragThema: Bibliothek    Sa Apr 14, 2012 11:02 am

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BeitragThema: Re: Bibliothek    Mo Apr 16, 2012 10:45 am

cf.: Außerhalb – Der See

Er sah sich nicht noch einmal um , als er zurück ins Schloss ging. Auf dem Gelände war mäßiger Betrieb. Einige Schüler hatten sich auf den Rasen und die Bänke verzogen oder gar an den See um die seltenen Sonnenstrahlen zu genießen. Auf dem Flugplatz hatte der Black Jacqueline und Skye ausgemacht , mit ihren Besen hoch im Himmel. Offensichtlich trainierten sie für die Quidditchauswahlspiele die am Anfang jedes Jahres stattfanden. Slytherin hatte die beste Mannschaft von Hogwarts und das schon seit einigen Jahren. Bellatrix , Kapitänin der Mannschaft suchte immer wieder aufs Neue die Besten Spieler heraus um so die Mannschaftsleistung zu optimieren. Keiner war für diesen Posten besser geeignet als sie , dessen war sich Regulus sicher. Wenngleich Fliegen eines seiner Lieblingsbeschäftigungen war , so hatte er es nie in Erwägung gezogen selbst Quidditch zu spielen , auch wenn er dies – so wie fast alles andere – gewiss ebenfalls perfekt beherrschen würden. Er hatte es einfach nie in Betracht gezogen. Doch, wie eingebildet es auch klang – er wäre eine Bereicherung für das Team. Bellatrix war eine geniale Taktikerin aber auch sie brauchte ein wenig Unterstützung. Vielleicht würde er seine Cousine später einmal darauf ansprechen ob sie noch eine guten Spieler gebrauchen konnten. Fliegen , sich in ungeahnten Höhen aufhalten gab Regulus ein vollkommen anderes Lebensgefühl. Der Wind ließ sich nicht zähmen , nicht bestimmen. Dort oben konnte man frei sein , sich von Aufwinden tragen lassen oder gegen sie ankämpfen. Es war fantastisch einmal den Boden und all die Probleme dort unten hinter sich zu lassen und zu fliegen , den Wind um sich zu spüren und sich in eine andere Welt tragen zu lassen. Der Himmel war über die Jahre ein zweites zu Hause für den Black geworden , wie seltsam es sich auch anhörte. Ein triumphierendes Lächeln machte sich auf Regulus Gesicht breit als er die Gänge weiter entlang schlenderte. Nicht nur das Spüren dieses unglaublichen Gefühles von Freiheit machte Regulus das Quidditchteam immer verlockender , sondern auch noch eine andere Sache. Er wusste das sowohl James als auch Sirius in der Quidditchmannschaft von Gryffindor waren und Regulus wollte zu gern dazu beitragen das sie bei den Spielen verloren. Kalte Freude stieg in ihm auf , als er daran dachte und gut gelaunt setzte er seinen Weg fort. Da er endlich wieder in Hogwarts war , konnte er auch wieder dem Fliegen nachgehen. Etwas , was er zu Hause nicht konnte. Sein Vater hielt es für Hokuspokus , etwas komplett unnötiges. Man mache sich nur lächerlich in dem man wie ein Irrer einem Ball hinter her jagte oder vor einem Ring umherschawenzelte und als Hüter dafür sorgte das kein Ball hin durch durchdrang. Das war die einzige Sache in der sich der Regulus seinem Vater widersetzte.

Jäh wurde er aus seinen Gedanken gerissen als ihm jemand auf die Schulter griff. Automatisch zuckte seine Hand zu seinem Zauberstab – Espe mit Einhorn Kern und Zwölfeinviertel Zoll Maß. Durch seine Geschmeidigkeit fühlte es sich fast so an als wäre es eine Armverlängerung. Ein Zauberstab gehörte unwiderruflich zu seinem Zauberer und ohne ihn wäre auch Regulus nicht er selbst. Dann tauchte auch schon ein bekanntes Gesicht vor ihm auf und lächelte ihn schelmisch an: „Hey Reg.“ Der Black nickte zum Gruß und lächelte kühl: „Rabastan. Ich habe dich gestern gar nicht gesehen...sag nicht du hast die hochinteressante Feier für die Erstklässler gestern verpasst? Schande über dich mein Freund.“ Lestrange lachte nur und bedeute Regulus mit einer Handbewegung ein Stück mit ihm zu gehen. Nach ein paar Minuten verdunkelte sich das Gesicht Rabastan's plötzlich und er senkte seine Stimme: „Meine Eltern haben mir von einem Zauberer berichtet der großes vorhat...ein“ , kurz stockte er , „ein Zauberer der dunklen Seiten , unserer Seite Reg. Es gibt dort draußen jemanden der unsere Ideale und unsere Ansichten versteht und dafür eintreten und sie durchsetzen will. Du und Ich , wir müssen uns demnächst mal unterhalten.“ Regulus Interesse war geweckt und seine Augen glühten vor Begeisterung. „Das werden wir , darauf kannst du dich verlassen.“ Der Black bemerkte wie auch Rabastan durchaus über diese Entwicklung erfreut war. Auch Severus und Bellatrix würde diese Neuigkeit erfreuen , da war sich Regulus sicher. Die beiden Slytherins verabschiedeten sich als der Black erklärte er müsse noch etwas erledigen. Was nicht einmal gelogen war.
Als er um die Ecke eines Ganges bog kam ihm eine Horde Hufflepuffs entgegen und rannte ihn fast um. Er verleiherte theatralisch die Augen und warf diesen Kindern giftige Blicke zu , so das einige gleich schneller liefen. Plagegeister , ihnen sollte der Respekt eingeprügelt werden. Aber sie werden bald schon merken wie weit unten sie in der Rangordnung stehen. Traurig , Traurig. Aber wenn man nach Hufflepuff kommt ist sowie alles verloren. Dieses Haus ist die pure Schmach für Zauberer und Hexen. , dachte sich Regulus.

Der Zauberer gehörte schon seiner Abstammung wegen zu dem Kreis aus Slytherins die in Hogwarts bekannt waren. Regulus war unfehlbar , perfekt und kaum jemand war gut genug für ihn oder konnte ihm gar das Wasser reichen. Als Black stand er über der normalen Schicht , was er durchaus als berechtigt empfand. Er war schließlich der Nachkomme einer reinblütigen Zauberfamilie. In seinen Adern floss Black'scher Stolz. Regulus Augen waren von solch einer Kälte das man munkelte er würde sogar die Hölle zum Gefrieren bringen. Sein Lächeln war so falsch und listig das man vor ihm zurückwich und doch so charmant das jedes Mädchen von ihm als ihrem Prinzen träumte. Und dieses Image genoss der Black in vollen Zügen.
Doch auch Regulus hatte Freunde. Freunde , die er sich allein aussuchte und zwar mit Bedacht. Niemand konnte wirklich sagen wen der Black mochte oder nicht , das wusste nur er selbst. Von außen war er eben immer noch der Eisprinz.
Doch waren die Slytherins wirkliche Freunde? Trennten sich ihre Wege eines Tages , wenn sie etwas verfolgten was sie den anderen nicht offenbaren wollten? Schlussendlich steckte in jedem von ihnen ein Einzelkämpfer. Die Wahrheit war das sie nur zusammen hielten so lange sie dieselben Ansichten hatten und die selben Ziele verfolgten. Doch das kümmerte Regulus nicht. Er war Slytherin und in diesem Haus tat man alles für sei eigenes Wohl. Man selbst stand ganz oben , um die anderen kümmerte man sich erst später. Es war keines Wegs falsch sich einen Kreis aus guten Freunden zu schaffen , doch man sollte aufpassen wen man zu seinen engsten und besten Freunde auserwählt. Denn Freunde können schlimmer sein als Feinde. Diese stehen mit dem Messer vor dir und sind offen , während deine Freunde mit dem Messer hinter dir stehen um dich von hinten zu erstechen. Hinterlistig und Falsch.
Lucius war seit jeher der Erfolgreiche gewesen, der Engel mit der Tücke und der Hinterlist. Narcissa immer die blonde Prinzessin mit den Augen voller Unschuld und dem Lächeln einer Schlange. Rudolphus und Rabastan Lestrange , die Carrow Geschwister und Bartimeus waren die Schweigsamen und doch sollte man nie den Fehler begehen sie zu unterschätzen – in ihnen steckten Killer. Dies waren zwar seine Freunde , doch Regulus würde niemals behaupten das er ihnen wirklich traute. Es gab nur zwei Menschen in Hogwarts die Regulus sich selbst beinahe gleich stellte. Severus war der Schlaue und Verschwiegene in dem große Fähigkeiten zu schlummern schienen. Er erhob sich aus Asche und verschaffte sich unter den Slytherins einen gewissen Ruf. Sei es seine Willensstärke oder seine Begabung für Zaubertränke , Severus war einzigartig. Schließlich war da noch Bellatrix - die Unberechenbare, die die Stärkste der Gruppe zu scheinen schien und zugleich über eine Ausstrahlung eines Friedhofsengels verfügte. Ein Engel, der über den Gräbern wachte, den man für seine Schönheit beneidete und vor dem man, je länger man ihn betrachtete immer mehr Angst bekam. Trotz ihres jungen Alters war sie der Inbegriff des Bösen , die süße Dunkelheit, die jeder suchte, doch kaum jemand wirklich zu betreten wagte. Ihre Schönheit lag im Auge des Betrachters , denn schon immer hatte sie es geschafft mit einem Augenaufschlag Begehren in ihrem Gegenüber zu wecken und mit dem Nächsten genau diesen zu ängstigen. Und dann hob sie den Blick und strahlte mit einem mal eine umwerfende Aura aus, ehe sie mit einem mal den Wahnsinn in den Augen hatte. Nur diesen zwei Menschen vertraute Regulus , nur für sie würde er durchs Feuer gehen. Bellatrix und Severus kannten sein wahres Gesicht , womöglich waren es die einzigen beiden Menschen die das taten , doch der Black fürchtete nicht das sie ihn jemals verraten würden. Er konnte bei ihnen er selbst sein , ohne Sorge , Furcht und Misstrauen. Das war etwas wertvolles , etwas , was der Black niemals aufs Spiel setzen würde. Dann war da noch seine dritte Cousine und augenblicklich entfuhr im ein kurzes Seufzen. Andromeda war diejenige die oft nur mit einem leichten Lächeln bei der Gruppe aus Slytherins stand , als sei sie mit den Gedanken in einer vollkommen anderen Welt. Sie gehöre , wenn sie es wollte , dazu , war am Leben der Slytherins beteiligt und doch war sie stets ein wenig außenstehend , als besäße sie etwas was die anderen nicht besaßen.

Regulus schloss seine Augen müde und atmete tief durch. Er stieß die Tür der Bibliothek auf und suchte sich einen Platz , welcher abgeschieden von den anderen war. Nachdem er sich auf einen freien Stuhl gesetzt hatte , zog er ein Buch aus seiner Tasche und lächelte. Kurz tippte er es mit dem Zauberstab an und verbag somit den wirklichen Inhalt des Buches. Von außen war es nun ein harmloses 'Quidditch für Fortgeschrittene' Buch , aber in Wirklichkeit handelte es sich um ein Expemplar von 'Eine Tour durch die Schwarze Magie' , das er in der Nokturngasse erworben hatte. Er lehnte sich zurück und fing an darin zu lesen. Schon in diesem Moment freute er sich darauf die neu erlernten Flüche auch in der Praxis zu testen. Bellatrix , Severus und er würden dieses Jahr eine Menge Spaß auf ihre Weise haben , da war er sich sicher und augenblicklich lächelte er verschwörerisch in sich hinein. Regulus überblätterte die Seiten auf denen Flüche standen die er bereits kannte: Der Vielsaft Trank neben dem Illustrationen von gequälten Menschen zu finden waren , Schwarzmagische Schutzzauber , die unverzeihlichen Flüche und so weiter und so fort. Die Erschaffung eines Inferie und das Herbeiführen eines schwarzmagischen Dämonenfeuers klangen schon interessanter. Bei letzterem blieb der Black hängen und begann aufmerksamer zu lesen. Es war wenigstens eine interessantere Lektüre als die die in Hogwarts durchgenommen wurde. Nachdem man den Abschluss in Hogwarts gemacht hatte war man Meister im Nichts.

Laute Schritte auf dem Holzfußboden der Bibliothek ließen ihn aufsehen. Offensichtlich hatte nicht nur er die Ruhe gesucht , sondern noch ein anderes Mitglied seiner Familie. Andromeda. Er legte den Kopf schräg, ließ seinen Blick über seine Cousine gleiten und ihm fiel sofort etwas ins Auge , was ihn stutzen ließ. Etwas , was ihm schon am Morgen aufgefallen war. Vor ihm stand nicht das kleine , liebe und schüchterne Mädchen. Ihre Augen glühten – von was vermochte der Black nicht zu sagen – und auch sonst schien sie etwas neben sich zu stehen. Auch wenn sie ihn oft zur Weißglut trieb so liebte er sie wie man eine Cousine eben liebte. Andi waren nun einmal nicht so wie ihre Schwester Bellatrix , aber konnte man ihr dies zum Vorwurf machen? Nein , natürlich nicht. Er klappte das Buch zu und sah sie noch einen Moment lang an. Sie schien nicht Recht zu wissen ob sie sich setzen sollte oder nicht. Übel nehmen konnte es der Black ihr nicht. Andromeda sah ihn oft nur zusammen mit ihrer Schwester Bella , sie musste also davon ausgehen das er so war wie sie. Doch in einem Punkt unterschieden sich die zwei Blacks von einander: Regulus konnte die Zuneigung zu seiner Familie offen zeigen , Bella fiel das zuweilen etwas schwer. Er versuchte der Slytherin ein ehrliches Lächeln zu schenken und deutete auf den Platz neben sich. Auch ihre Beziehung hatte sich die letzten Jahre verändert..genau wie die zu Sirius. Doch er würde nicht noch jemanden aus seiner Familie verlieren , nein.
Als Andromeda sich langsam neben ihn gesetzt hatte , schaute er sie an und fing an sprechen , bemüht um einen entspannten Ton: "Schon komisch das grade wir beide zum selben Zeitpunkt Ruhe suchen..deswegen bist du doch hier , oder? Ich hoffe du versteckst dich nicht vor Bellatrix , unserem Racheengel." Der Black machte eine kurze Pause und sein Gesicht wurde sanfter , ohne das er es bemerkte. "Andi? Ich weiß , ich bin nicht Sirius und wir beide hatten nie so ein gutes Verhältnis zu einander wie du zu meinem Bruder. Aber du bist immer noch meine Cousine...meine Cousine , um die ich mir Sorgen mache. Schon ziemlich ironisch das grade ich dir diese Frage stelle , ich weiß. Ich wüsste nicht einmal ob ich dir irgendetwas aus meinem Leben erzählen würde , wenn du danach fragen würdest. Aber ich will mir nicht eines Tages vorwerfen dich genauso wie Sirius verloren zu haben , weil wir nicht miteinander geredet haben. Das auch noch wir beide unser Leben aneinander vorbei leben und uns aus den Augen verlieren zählt nicht wirklich zu meinen Zielen für dieses Jahr , wie schräg es auch klingen mag." Stille. "Ich sehe es dir an Andi , sehe es in deinen Augen , deinem unruhigen Blick. Du warst immer die Ruhe selbst , ließt dich von nichts aus der Fassung bringen , tobte noch so ein Sturm um dich herum und heute wärst du Salazar fast an die Gurgel gegangen wegen nichts. Wenn du dich in eine Miniatur Bellatrix verwandelst dann stimmt hier etwas gewaltig nicht..das bist nicht du..das ist nicht meine Andromeda , wie ich sie kenne. Irgendetwas wirklich schwerwiegendes muss dich aus der Bahn geworfen haben." Wieder Stille. Er schaute seiner Cousine noch einmal offen ins Gesicht. "Was verbirgst du?"
- Du kannst mir vertrauen..ich bin immer noch der Mensch den du früher kanntest. Ich bin immer noch dein Cousin , der Junge von früher , der dich lachend in den Arm genommen hat , war Bella wieder einmal wegen irgendetwas wütend auf dich. Ich liebe dich noch genauso wie früher. - All dies wollte er noch hinzufügen , doch die Worte wollten nicht über seine Lippen kommen. Regulus konnte nur hoffen das Andromeda es auch so wusste. Er wollte wirklich mit ihr reden , nicht unbedingt über schwerwiegende Dinge aber etwas schien sie zu beschäftigen und er wollte ihr wenigstens eine Last von ihren Schultern nehmen.
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Emma Campell
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BeitragThema: Re: Bibliothek    Fr Apr 27, 2012 1:09 am

cf.: Gryffindor - Mädchenzimmer

Und so machte sich die junge Gryffindor auf den Weg in die Bibliothek. Sie hatte sich vorgenommen mit Max zu reden, doch wollte sie es nicht gerade heute tun und auch wenn sie es schrecklich fand nicht mit ihm reden zu können, war sie der Meinung, dass es ein bisschen mehr Zeit benötigte. Immerhin war er schlecht gelaunt und hatte nicht mit ihr gesprochen, dann kann er auch den ersten Schritt machen.
Überzeugt und glücklich über ihre Feststellung lief Emma durch den Gemeinschaftsraum und hinaus in die wenig belebten Gänge des Internats. Sie mochte es sich in den spärlich bedeuteten Fluren aufzuhalten. Hinter jeder Ecke konnte etwas Neues und Verborgenes zu finden sein. Sie hatte schon mehrere Geheimgänge entdeckt, wusste aber von den Rumtreibern, dass es noch dutzende mehr gab.
Sie hörte noch wie das Portrait aus dem sie gerade gestiegen war erneut aufging und erkannte Lily, die rothaarige Schönheit aus ihrem Zimmer. Eigentlich wollte sie Alice und Lily ein bisschen Zeit für sich geben, immerhin hatten beide gerade große Neuigkeiten erzählt, doch scheinbar hatten sie ihr Gespräch schon beendet gehabt.
Leicht verwirrt setzte das Mädchen ihren Weg fort und lief promt in ein paar kleine Gryffindors.
„Sorry“, nuschelte sie schnell und lief eilig weiter.
Emma war von Natur aus eigentlich immer etwas anderes gewesen. Sie hatte bis zur zweiten Klasse kaum Freunde gehabt und war immer viel zu verträumt und ruhig gewesen um beachtete zu werden. Als die dann in der 4.Klasse das erste Mal mit dem Quidditch-Kapitän der Huffelpuffs zusammen war, wurde sie plötzlich beachtete, jedoch fühlte sie sich auch in dieser Rolle nicht sehr wohl. Manchmal, so kam es ihr zumindest vor, kannte sie niemand richtig und keiner wusste, was man mit ihr anfangen sollte. Emma war zwar immer nett zu jedem, auch zu Slytherins (wenn sie sie nicht gerade angriffen oder andere verhexten), und die mochte ihre Freundinnen sehr und auch Max, aber trotzdem war sie schon immer zurückhaltender als alle anderen. Vielleicht wusste sie auch deshalb oft nicht wie sie mit den Problem von andern umgehen sollte, oder sie stand bei eigenen Problem immer auf dem Schlauch und merkte nie was Sache war.

Verträumt lief die Gryffindor durch die Gänge, vorbei an den Portraits die ihr fröhlich zuwinkten. Sie mochte das schon immer. All dies hier! Die wandelnden Bilder, die sich bewegenden Treppen, der schwarze See, die peitschende Weide. Einfach alles war unnormal und zauberhaft war.
In ihrem alten Leben in der Mugelwelt kannte sie dies alles nicht. Ihr Vater hatte ihr nicht erzählt das er zaubern konnte. Erst als ihr ältester Bruder den Brief bekam wurde sie in die Zaubererwelt eingeführt. Seit dem hatte sie sich in ihrer alten Muggelschule fehl am Platz gefühlt und immer gerätselt wie es wohl in Hogwarts aussah. Und sie wurde nicht enttäuscht.

In der Bibliothek angekommen, setzte sich Emma in eine unbelebte und stille Ecke. Niemand würde hier in diese Abteilung kommen, weil niemand an diesen Büchern interessiert war. Und die Abteilung lag auch am weitesten weg, wo normalerweise Hausaufgaben gemacht wurden, so wurde sie auch von denen nicht gestört. Eilig packte sie ihre Feder und ein beschriebenes stück Pergament raus und machte dort ihre Runenhausaufgaben. Zwar hatte sie im Unterricht heute Morgen schon fast alles geschafft gehabt, doch nun musste sie noch mal Korrekturlesen machen und die letzten Sätze schreiben. In der Bibliothek war es wunderbar ruhig und still, so konnte sie sich entspannen und noch mal in Ruhe über den Tag nachdenken. Wie viel sich in so kurzer Zeit verändert hatte. Es war erschreckend und doch freute sie sich auf das Neue und Unbekannte.
Doch die Sache mit Max machte ihr Sorgen. Vielleicht wollte er auch einfach nichts mehr mit ihr zu tun haben? Das würde sie zerstören. Er war immer ihr Anker gewesen. Ihr Lichtblick und ihre Schulter zum anlehnen. Wenn er nicht mehr da war, würde sie wahrscheinlich nicht mehr froh werden. Und doch, so sehr sie sich auch wünschte, dass er hier war und normal mit ihr reden würde, so sehr fürchtete sie sich auch ihm in die Augen zu sehen und genau das festzustellen.
Es war eine Qual nicht zu wissen, woran man ist und was sie nun machen könnte.
Als sie aus dem Fenster schaute, am dem sie gegessen hatte, bemerkte sie das es schon Dunkel war.
Oh du meine Güte, war sie etwas den ganzen Tag hier gewesen??
Schnell packte sie ihre Sachen in die Tasche, und verschwand durch eine versteckte Tür aus dem Raum, so bemerkte sie niemand.
Vielleicht war es schon Zeit fürs Abendessen. Bis auf den Apfel heute morgen und ein paar Kekse hatte sie noch nichts weiter gegessen und somit knurrte ihr Magen schon verdächtig laut. Sie lief wieder ein paar Gänge entlang, schlüpfte durch 2 Geheimgänge und befand sich wenig später vor der Großen Halle.
Nur wenige Schüler saßen schon dort. Kaum jemand mit dem sie zu tun hatte. Einige junge Gryffindors und viele Huffelpuffs und Ravenclaws. Nur einer nicht.
Seufzend setzte sich die Hexe an ihren Tisch und begann sich einige Pasten auf den Teller zu laden um ihren nun schon großen Hunger zu besiegen.

tbc.: Große Halle
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Severus Snape the first
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BeitragThema: Re: Bibliothek    Fr Apr 27, 2012 4:55 am

Cf.: Restliche Räume & Korridore – In den Korridoren von Hogwarts

Severus sah, wie sich Lily entschieden die Tränen aus den Augen wischte und die Trauer aus ihrem Blick verschwand. Sie würde ihn nicht aufgeben und das bewunderte er an ihr. Dieser Wille, alles zu schaffen, es jedem Recht zu machen. Normalerweise hätte sie sich gegen ihn entscheiden können, es wäre einfach gewesen. Für James und eine glänzende Zukunft, ihn einfach vergessen und genauso abschätzig behandeln wie Bellatrix oder Regulus. Sie hätte sich nicht darum kümmern müssen, wie es ihm dabei ging, ob er mit ihrer Wahl zufrieden war oder nicht.
Aber sie tat es. Und dafür war er ihr unglaublich dankbar.
"Ich bin wirklich glücklich Sev. Danke.. So, aber jetzt was anderes. Wo gehst du hin? In die Bibliothek? Ich begleite dich." Er lächelte, als sie sich bemühte, wirklich so wie immer zu klingen, als wäre das alles hier nie geschehen. Kurz konnte er nicht anders, als zu lachen, weil wirklich gut bekam sie das nicht hin. Zumindest er, der sie schon so lange kannte, sah, dass es sie immer noch beschäftigte. Aber das zählte gerade nicht. Wichtig war nur, dass sie wollte, dass sich nichts veränderte. Und er würde sich Mühe geben auch so zu handeln, einfach zu vergessen, dass es Potter war, mit dem sie nun vermutlich ihre freien Stunden verbrachte. Er würde sich einfach denken, dass es irgendein x-beliebiger Typ war. So einfach war das … leider nicht, aber noch wollte er sich das nicht eingestehen.
Gemeinsam liefen sie das kurze Stück bis zur Bibliothek und sofort musste Severus noch breiter lächeln. Ja, hier fühlte er sich definitiv wohl. Es war ein Ort, an dem er sich sicher sein konnte, dass ihn niemand störte. Für einen Hohlkopf wie Potter war dieser Raum hier ein Mythos, eine alte Legende und vermutlich seine größte Angst. Bücher, Bildung, Wissen. Wer brauchte das schon? Er sicherlich nicht, der alles konnte, dem alles zuflog. Jemand wie *er* musste doch nicht lernen. Und schon gar nicht hier, wo man jeden treffen könnte. Der junge Slytherin grinste schief und steuerte zielstrebig auf ein Regal zu, in dem diverse Bücher über Zaubertränke standen und schnappte sich wahllos irgendeines davon. Wichtig war im Moment nur, dass er hier mit Lily war und endlich einmal seine ganzen Gedanken loswerden konnte. Einfach einmal nicht damit fertig werden musste, irgendjemandem aus dem Weg zu gehen oder Antworten auf die tausend Fragen in seinem Kopf zu finden. Hier konnte er einfach entspannen, die Ruhe genießen – mehr nicht.

Die Zeit raste und irgendwann verabschiedete sich Lily von ihm mit einer kurzen Umarmung. Vermutlich würde sie jetzt zum Abendessen in die Große Halle gehen, sich mit Alice Brown über den Tag unterhalten oder zu Potter… nein! Er würde den Gedanken jetzt nicht zu Ende führen, das würde nur wieder diesen Hass in seiner Brust schüren. Stattdessen legte er das Buch beiseite, indem er die letzten Stunden geblättert hatte und packte auch seine Feder und den Aufsatz fort, den er für Alte Runen geschrieben hatte. Endlich konnte er dem nachgehen, worauf er schon den ganzen Tag gewartet hatte. Behände fischte er das scheinbar weiße Buch aus seiner Tasche und schlug die erste Seite auf. Diese schwarzmagischen Flüche waren doch etwas Schönes. In ihnen war die gesamte Grausamkeit vereint, die in den Menschen ruhte. Wie ein kleines Tier schlummerte es im tiefsten Innern ihrer Seele und wartete nur darauf, irgendwann einmal geweckt zu werden. Und das würde früher oder später einmal passieren, dessen war sich der Zauberer gewiss. Sie taten nur immer so, als würde diese Seite an ihnen nicht existieren, aber selbst bei Leuten wie den Gryffindors oder den Hufflepuffs gab es so etwas wie Hass, Streitsucht oder Neid. Ja, Neid gab es zu Genüge. Mochten sie noch so bekannt für ihre Gutmütigkeit sein, früher oder später empfand jeder dieses stechende Gefühl der Rache, der Wut. Negative Gefühle herrschten in jedermann. Und die Schwarzmagier machten sich dieses Wissen einfach zur Nutze, kehrten die dunkelsten Geheimnisse der Menschen hervor, präsentierten sie der Welt. Es gab unzählige Zauber, die das Böse hervorriefen, Zauberer und Hexen zu Dingen trieben, die sie – wie sie behaupteten – niemals getan hätten. Und doch war der Fluch schlichtweg bloß ein Werkzeug, nicht die Ursache selbst. Jeder war zu etwas abgrundtief Schlechten fähig, man musste es nur zum Vorschein bringen. Es gab nicht immer nur Schwarz und Weiß. Dazwischen lagen unendlich viele Grautöne. Ein Gemisch aus Gut und Böse. Weshalb der Begriff ‚weiße Magie’ so nicht stimmte. Selbst die angeblich guten Zauber beeinflussten ihre Opfer. Man hatte eine Macht, die man ohne diese Magie nicht hätte, man konnte manipulieren, physikalische Gesetze außer Kraft setzen. Was sollte daran gut sein?
Niemand war das, was er vorgab zu sein. Eine einfache Erkenntnis scheinbar, doch es gab nicht viele, die das begreifen wollten. Severus dagegen sah es ganz deutlich jeden Tag. Und doch konnte er noch nicht erkennen, was sich hinter den Masken verbarg. Aber er wollte es herausfinden, die wahren Persönlichkeiten aller aufdecken.
Schnell suchte er die Seite, auf der erklärt war, wie man Legilimentik praktisch anwandte und begann zu lesen…
Fast schon begierig saugte er die einzelnen Worte in sich auf, ließ sie auf sich wirken, konzentrierte sich darauf, nichts zu übersehen und alles zu verstehen. Es erschien so einfach, wie es dort schwarz auf weiß geschrieben stand und doch wusste er genau, dass es ihn Wochen, wenn nicht sogar Monate kosten würde, es in die Tat umzusetzen. Diesmal hatte er keinen Lehrmeister, der es ihm beibrachte, indem er es ihm *zeigte*. Nicht so wie bei Okklumentik, was ihm ausgesprochen leicht gefallen war. Zwar würde er mit Bellatrix und Regulus zusammen üben – falls letzterer sich irgendwann einmal blicken ließ, er war den ganzen Tag schon verschollen, nachdem sie den Unterricht verlassen hatten und Severus so abweisend war. Wenn er ihn sah, sollte er das vielleicht klarstellen. Oder aber die Sache unter den Tisch kehren… Denn auch er hatte noch einige Fragen an seinen besten Freund. Wie Joyce und er zum Beispiel zueinander standen, warum er zugelassen hatte, dass Bellatrix öffentlich folterte – auch wenn niemand wusste, was für ein Fluch das genau gewesen war – und warum er eine so schlechte Laune zu verströmen schien, dass es selbst für den jüngsten Black viel zu abnormal war. Aber das müsste er auf später verschieben, denn gerade schien Regulus nicht auffindbar.
Also wandte sich der junge Snape wieder seinem Buch zu und nahm sich vor, später nach dem Black zu suchen.

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BeitragThema: Re: Bibliothek    Fr Mai 04, 2012 3:46 am

Doch wie oft Regulus es auch leugnete , er wusste , wenn es hart auf hart käme würde er für seine Familie sterben. Für jeden Einzelnen.

Andromeda schaute ihn immer noch leicht verwirrt an , was er mit einem charmanten Lächeln quittierte. Er ließ sein Buch unauffällig in seine Tasche gleiten und lehnte sich dann entspannt über den Stuhl , ließ seine Cousine aber nicht eine Sekunde aus den Augen. Als er seine Worte ausgesprochen hatte , war es dann nicht mehr zu übersehen. Die leichte Mauer die Andromeda um sich aufgebaut hatte war vollkommen eingestürzt. Sie wirkte nun wieder wie ein kleines Kind. Zart , Zerbrechlich und doch von so großer innerer Stärke , das es bewundernswert war. Der Black kannte niemanden der so war wie die braunhaarige Slytherin. Sie war wie der funkelnde Stein unter all den matten , glanzlosen. Im Grunde waren die Blacks doch alle gleich. Stolz , selbstbewusst , begabte Zauberer – und auch nicht scheu damit zu prahlen , kühl und sarkastisch. Eine weitere Eigenschaft , welche besonders bei Regulus selbst und Bellatrix zu Tage kam war wohl der Hang zur schwarzen Magie , der Ehrgeiz sie zu erforschen , zu verstehen und zu beherrschen. Sie würden niemals Skrupel scheuen um das zu erreichen was sie wollten. Doch Andromeda hatte andere Werte die sie ausmachten , sie in dieser Welt zu einem flatternden Geist machten. Ehrgeizig , lieb und freundlich zu jedem – selbst wenn es nicht verdient war , offen , ehrlich und vor allem geradlinig. Anders zu sein erforderte eine innere Stärke die fast niemand besaß und Ehrlichkeit war etwas , was selten auf dieser Welt geworden war. Andromeda kümmerte sich zu erst um die anderen , sie selbst stand an zweiter Stelle. Alle anderen wollte sie beschützen , sich um sie sorgen und sie glücklich sehen , doch dabei vergaß sie oft sich selbst. Und das einzige was Regulus wollte , war das die Black glücklich wurde. Doch auch Andromeda hatte eine Schwäche , einen Makel und jenen kannte Regulus sehr gut. Er sah ihn jedem morgen wenn er in sein ausdrucksloses Gesicht im Spiegel sah. Und er sah es jetzt bei Andromeda , als sie ihn zögernd ins Gesicht blickte. Zu glauben die anderen nicht mit den eigenen Sorgen , Ängsten und Problemen behelligen zu wollen war zwar ehrenhaft aber dennoch fatal. Man trug jede Last alleine auf seinen Schulter und kein Mensch war stark genug um alles allein zu schaffen – irgendwann wurde man niedergedrückt. Sich dann wieder aufzurichten war einer der härtesten Prüfungen im Leben. Regulus hatte in ihr versagt. Denn etwas was man nicht ändern konnte , veränderte einen selbst , wenn man nicht die Kraft hat sich dagegen zu wehren und man selbst bleiben. Der Black war damals nicht stark genug den Verlust seinen Bruders zu verkraften , mit ihm umzugehen oder ihn gar zu verstehen. Letzten Endes wurde er dadurch verändert. Der Zauberer wagte es nie diesen Gedanken in seinem Kopf zu vollenden oder gar auszusprechen. Doch tief in seinem Herzen wusste er es und er wusste auch das er es nicht ändern konnte. Nicht allein. Da er niemanden so tief in sein Leben ließ um ihn wirklich verstehen und helfen zu können würde er alleine in seiner Dunkelheit bleiben. Es war wie ein Teufelskreis aus dem es kein Entrinnen gab. Noch mal einem Menschen so zu vertrauen , so zu lieben wie seinen Bruder kam für ihn nicht in Frage. Die Schmerzen dieses Verlustes pochten noch heute in seiner Brust , ein weiterer dieser Art von Schicksalsschlägen würde er nicht verkraften.

Obgleich Andromeda ein wenig älter war als er selbst , so wollte er sie doch vor diesem Fehler bewahren. Er wollte ihr zeigen das er da war , für sie. Sie musste seine Hand nicht einmal nehmen , es reichte wenn sie es wusste. Die nächste Zeit würde er seiner Cousine zeigen dass dies nicht nur leere Worte von ihm waren , sondern das darin nur Wahrheit und Aufrichtigkeit mitschwangen. Etwas , was sie zu schätzen wissen sollte , denn es kam bei Regulus nicht oft vor das er solche Versprechen machte und auch vorhatte sie einzuhalten. Es kam , nebenbei gesagt , überhaupt kaum vor das der Black jemandes Wohl dem seinen gleich setzte. Doch er wusste auch das die Slytherin kein Mensch war der ständig Hilfe brauchte und umsorgt werden musste. Doch Regulus würde da sein , wenn sie Hilfe brauchte und wollte. Wenn er sich schon nicht retten konnte , dann wollte er wenigstens sie retten. Beschützen. Koste es was es wolle. Es gab Menschen die waren zu gut für diese Welt. Eine Welt , in der die Unehrlichen , die Skrupellosen , die , die Intrigen sponnen , ihre Macht bewusst einsetzten und keine Skrupel hatten sie zu missbrauchen , überlebten. Die sich über alle anderen stellten und wegschauten , wenn jemand Hilfe brauchte. Solche Menschen überlebten und sonnten sich im Licht ihrer Macht. Alle anderen gingen unter. Alle wirklich guten Menschen mit wahren und aufrichtigen Gefühlen und einem großen Herzen voller Vertrauen in die Welt. Doch dieses Vertrauen würde früher oder später bitter enttäuscht werden.

Es schien die Slytherin wirklich zu beschäftigen , denn ihre Stirn lag wieder in Falten und ihre Augen waren halb geschlossen. Kurz schlich sich ein Gedanke in seinen Kopf , den er jedoch sofort wieder abschaltete.
„Niemals , sie erzählt mir die Wahrheit. Sie ist der ehrlichste Mensch den ich kenne. Sie würde niemals jemanden anlügen. Nicht mal mich , ihren Lieblingscousin , bei dem sie doch jeden Grund dazu hätte“ , dachte er leicht betrübt.
Als die Black den Mund leicht öffnete war Regulus wieder vollkommen bei ihr.
"Ich will dich auch nicht verlieren."
Die Anspannung in seinem Gesicht , die Regulus gerade er bemerkt hatte löste sich mit einem Mal. Es war als brannten sich Andromeda's Worte gerade tief in seine Seele , berührten sein doch sonst so unterkühltes Herz. Ohne das er es sich wirklich bewusst war , wurden seine Augen weich und füllten sich mit der Wärme und dem leichten Strahlen früherer Tage.
Sie war durchbrochen , seine eiskalte Maske. Wieder einmal. Doch konnte er etwas dafür? Dieser Satz berührte ihn. Seine Cousine hatte ohne Grund irgendwann , irgendwo beschlossen das er ihr etwas bedeutete. Dieses Gefühl schwelte für einige Momente in seiner Brust. Es klang so vollkommen aufrichtig , wenn Andromeda es sagte. Ein einziges Mal hatte Regulus angenommen das er einem Menschen etwas bedeutete und dort hatte es sich schier als Irrtum herausgestellt. Normalerweise würde er nun noch kälter und gefühlloser reagieren , nur um zu verstecken das es jemand geschafft hatte ihn zu berühren. Doch dieses Mal nicht. Sein altes ich klopfte gerade wieder in seinem Kopf und an seinem Herzen , füllte sie mit vollkommen fremden Gedanken und Gefühlen und sah eine Chance wieder zum Vorschein zu kommen. Bei Andi schien es so leicht loszulassen , glücklich zu sein. Und diese Verlockung war unheimlich groß.
Doch zum Glück drang die Stimme seiner Cousine gerade wieder zu ihm hindurch und brachte ihn so von diesen Gedanken weg. Für wenige Sekunden hatte Regulus die Kraft all diese Gedanken und Gefühle , die schon lange nicht mehr zu ihm gehörten , wieder weg zu sperren , in die Schublade , die er doch so sorgfältig verschlossen hielt. Ob sie ihrem Cousin ansah was ihre Worte in ihm auslösten?
Doch nun war Konzentration gefragt.
„Letzte Nacht...Letzte Nacht, als ihr noch in der Großen Halle wart, da wusste ich nicht genau, wo ich hin sollte. Irgendwie bin ich... in diesem Korridor gelandet."
Regulus legte den Kopf schräg und lauschte ihren Worten genauer. Instinkt verriet ihm das sie nicht von dem Korridor zu den Schlafsälen sprach. Als sie das Wort 'verfluchter Korridor' aussprach , nickte er nur leicht. Doch das kurze Weiten seiner Augen würde auch Andromeda verraten das er ahnte das sie ihm nicht von einem netten Plausch mit Lovegood über irgendwelche Hirngespinster erzählen würde. Andromeda's Gesicht verlor noch einmal ein wenig an Farbe und sie wirkte augenblicklich angespannt. „Da drinnen...“ Regulus sah förmlich wie ihr die Worte im Hals stecken blieben , als hätte sie Angst davor das was sie erlebt hatte in Gedanken noch einmal zu erleben. Sie konnte es ihm erzählen , denn er war schon lange nicht mehr der kleine Junge von früher. Wenn das Leben selbst einen abserviert dann muss man lernen gegen alles gewappnet zu sein.
"Es war... kein schöner Anblick. Und als ich draußen war... irgendwas ist mir gefolgt. Ein... Schatten? Ich weiß nicht mal ob er durch die Tür gekommen ist, aber wenn ich Pech habe, ist hier jetzt irgendwas Unheimliches unterwegs."
Stille. Die Worte hallten in Regulus' Kopf wieder. Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor , aber endlich schaffte er es wieder einen klaren Gedanken zu fassen. Jetzt noch mehr als vorhin hatte der Black das Gefühl das seine Cousine letzte Nacht durch die Hölle gegangen war. Und niemand war da gewesen , niemand war heute da gewesen dem sie sich hatte anvertrauen können , denn Regulus war sich ziemlich sicher das es bis her niemandem ins Auge gefallen war wie es der Black sonst ging. Er wusste nicht einmal warum er es bemerkt hatte. Wieder einmal ein Beweis dafür das auch sie die Kunst des Verstellens perfekt beherrschte. Bellatrix würde es wahrscheinlich niemals bemerken , denn das einzige was die Slytherin heute bemerkt hatte war , das ihre sonst so unscheinbare kleine Schwester endlich einmal Anstalten machte so zu werden wie sie. Einen tieferen Sinn würde sie dahinter nicht vermuten.

Noch immer wusste Regulus nicht was er sagen sollte. Erst bei den Worten Andromeda's: „Es verfolgt mich.“ fand auch der jüngste Black seine Sprache wieder. Fast wollte er sich zu der Hexe hinüber beugen und sie in seine Arme ziehen , doch dies wäre wohl zu viel Zuneigung an einem Tag gewesen. Man musste es nicht gleich übertreiben.
Kurze Zeit ließ er sich das Gesagte noch einmal durch den Kopf gehen. Zum einen war es eine schlüssige Erklärung für das ungewöhnliche Verhalten der Black. Es war etwas , was auf ihr lastete und sie nicht zur Ruhe kommen ließ. Doch in Regulus' Kopf spuckten auch noch andere Gedanken umher. Gedanken , die er nicht haben sollte. Interesse und Neugierde flammten in ihm auf. Der verbotene Korridor schien also doch ein durchaus interessantes Geheimnis zu haben und Geheimnisse dieser Art , mit dunklen Schatten und mysteriösen Ereignissen waren nur dazu da um gelüftet zu werden. Später.
Andromeda fügte nun doch noch etwas hinzu: „Vergiss es, okay? Ich... ich hab einfach zu wenig geschlafen, das ist alles." Doch das erwiderte der Black mit einem Kopfschütteln und einem ernsten , sorgenvollen Blick in ihre Augen.
So seufzte er schließlich und sagte dann: „Du siehst aus als wärst du durch die Hölle gegangen Andi. Was auch immer du gesehen hast , mag es noch so schlimm sein , es war nicht reel. Wie schlimm sich diese Bilder auch in deinen Kopf gebrannt haben , lass sie nicht dein Innerstes berühren. Hab die Stärke es abzuwehren. Wenn es eine Vision war , dann glaub nicht daran , sie wird nicht eintreten. Hast du irgendjemanden gesehen der dir Todesangst bereitet hat , dann vergiss nicht das Dumbledore niemals jemanden gefährliches in die Nähe seiner Schüler lassen würde. Wie irre der alte Mann auch sein mag , er tut alles für diese verdammte Schule. Wir sind in Sicherheit und niemand wird dir etwas tun. Ich kann dir nicht die Angst nehmen aber ich kann dir eine Stütze sein. Wenn du willst.“
Noch immer saß sie da und blickte ihn an. Er schmunzelte schelmisch und stand auf. Sie würde seine Worte hören , sie annehmen aber es würde letzten Endes nichts bringen hier zu sitzen und über etwas zu reden was Andromeda lieber verdrängen wollte. Sie musste es aussprechen , die Last teilen und Regulus würde nun dafür sorgen das sie auf andere Gedanken kam. Er hielt ihr die Hand hin , schwang sich seine Tasche über die Schulter und sie seine Hand zögerlich ergriff lächelte er charmant und legte ihr locker den Arm um die Schultern , immer noch ein Lächeln auf den Lippen. Er schob seine Cousine langsam auf den Ausgang der Bibliothek zu. Als sie im Korridor standen schaute er ihr noch einmal ins Gesicht und sagte spielerisch aber dennoch mit einem ernsten Unterton: „Andi? Dir wird nichts geschehen...niemals. Und wenn hier tatsächlich irgendetwas umherspuckt dann werden wir es damit aufnehmen. Wir sind schließlich Blacks und meine Liste von verbotenen Dingen muss ich dieses Jahr auch irgendwie füllen. Gryffindors schikanieren wird langsam aber sicher zu einfach.“
Doch plötzlich zögernd fügte er noch hinzu: „Wenn du das nächste Mal das Gefühl hast dich verfolgt etwas , dann komm damit zu mir. Ich bin da..für dich. Denn vergiss nicht , ich bin zwar ein Idiot , aber ich hab ein Herz , wie verkorkst es auch sein mag. Ich pass auf dich auf und lass dich nicht im Stich.“

Mit diesen Worten setzten ihren Gang fort , wo auch immer ihr Ziel lag.
Regulus wusste , dieses Gespräch hatte etwas zwischen ihnen verändert , eine Tür einen Spalt weit geöffnet die seit langem verschlossen war. Und er würde nicht noch einmal zu lassen das sie sich schließt.


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BeitragThema: Re: Bibliothek    Fr Mai 04, 2012 10:14 am

cf. Außerhalb - Ländereien

Sie waren eine kleine, eingeschworene Gemeinschaft. Die Reinblüter. Die Slytherins. Dadurch, dass ihre Familien so eng miteinander verwoben waren, verbrachte man bereits von klein auf viel Zeit mit jenen, die später auch ins gleiche Haus sortiert wurden und die Chancen standen nicht schlecht, dass der zukünftige Partner darunter war. Die Zahl der Reinblüter war begrenzt. Und einen reinen, magischen Stammbaum vorweisen zu können war nun einmal Grundbedingung. Mehr noch, es war eine der obersten Regeln. Andromedas Herz zog sich schmerzlich zusammen als sie erneut daran erinnert wurde, wie die Situation für eine Zukunft mit Ted aussah. Doch das war nicht das, worauf sie im Moment hinaus wollte, ihr Ziel war ein anderes. Wie bereits erwähnt, man kannte sich eben. Aber keine Bindung konnte die innerhalb der engsten Familie übertreffen. Der Sinn für Familie war eines der grundlegendsten Merkmale. Während es sich bei den meisten nur darauf beschränkte, die hochgeachtete Ehre der Familie zu wahren, gab es auch jene, bei denen es so viel weiter reichte. Diejenigen, die ihre Familie über alles liebten - sozusagen 'der geborene Familienmensch'. Andromeda zählte sich selbst ebenso wie ihre jüngere Schwester in genau diese Kategorie. Es ging ihr nicht darum, dass sie dem alten Teppich im Haus ihres Onkels nach eine Familie waren, sondern um das, was dahinter steckte, was sich im wahren Leben abspielte. Bella konnte die arroganteste, unausstehlichste Hexe der Welt sein, einem Tyrannen ebenbürtig, und doch liebte Andromeda sie wie kaum einen anderen Menschen. Ihre große Schwester war gewiss nicht der Typ, der für sie eintrat, aber wenn es darauf ankam, war sie da - denn die Familie stand unumstritten an erster Stelle. Es war sicherlich ebenso wenig ihre Einstellung, als viel mehr die Art, wie sie sich präsentierte und ihren Willen durchsetzte, die die junge Slytherin beeindruckte. Nein, sie wollte nicht alles dadurch erreichen, indem sie anderen Schaden zufügte - das passte einfach nicht zu ihr. Allerdings konnte sie von Bella lernen, wie man sich zu präsentieren hatte, sodass es gar nicht mehr nötig war. Und das Benehmen jener ließ sich auch auf ihre eigenen Ziele und Wünsche anwenden. Bella würde sie vielleicht nicht gutheißen - oder, ganz sicher würde sie das nicht - jedoch war das wohl ohnehin ein Ding der Unmöglichkeit. So würde sie weiterhin damit fortfahren, ihre Schwester als eine Art verqueres Vorbild zu sehen, von dem sie sich etwas abschauen konnte, solange sie die negativen Aspekte beiseite ließ.
Cissy genoss sowieso bereits ihre Liebe. Ihre jüngere Schwester war freilich längst kein unbeschriebens Blatt mehr, doch in Andromedas Augen würde sie immer das unschuldige Prinzesschen bleiben, die kleine Narcissa, die von ihrer Mutter verwöhnt wurde und trotzdem ihre Schwestern ebenso sehr liebte, die manchmal, früher, vor vielen Jahren, des Nachts in ihr Zimmer kam, weil Albträume sie plagten oder sie nicht einschlafen konnte. Diese Zeiten waren lange vergangen, aber noch immer vertrauen die beiden jüngeren Black-Töchter sich - eigentlich - bedingungslos. Sie waren Schwestern ja, aber auch beste Freundinnen, seit sie denken konnten. Es gab keine Geheimnisse zwischen ihnen, erst Recht nicht, wo sie doch Tag und Nacht fast durchgehend zusammen waren. Nun ja... bis heute zumindest...
Um den unangenehmen und gleichsam traurigen Gedanken loszuwerden, dass sie Cissy wohl oder übel würde belügen müssen, wandte sie sich dem Nächsten zu - was nicht unbedingt half. Sirius. Ihre Gefühle für ihren älteren Cousin waren augenblicklich gemischt. Verwirrt. Unsicher. Natürlich stand es fest, dass sie ihn gern hatte. Und bis vor ein paar Stunden hatte sie geglaubt, dass da mehr war. Dass es auf Gegenseitigkeit beruhte. Dass er wenigstens zu ihr noch nicht die Verbindung gekappt hatte. Bis sie alles kaputt gemacht hatte. Es war ihr schon länger aufgefallen, dass er damit begonnen hatte, seine Familie hinter sich zu lassen und bei aller Liebe, sie konnte es ihm nicht verdenken. War sie nicht heute selbst so verzweifelt gewesen, es in Erwägung zu ziehen? Tat sie es nicht immer noch? Einfach nur, indem sie an Ted festhielt? Aber sie würde nie aufgeben, bis zum Ende würde sie darum kämpfen, sich diejenigen zu erhalten, die ihr Leben erst ausmachten. Sirius war anders. Äußerlich ohne Probleme, ohne Hemmungen, hatte er sich von ihnen losgesagt. Er hatte mit seinen Freunden eine neue Familie gefunden, die ihn wesentlich freundlicher aufnahm. Dennoch wurde Andromeda das Gefühl nicht los, dass mehr dahinter steckte. Dass er die Wahrheit verbarg und vielleicht doch nicht so leicht sein halbes Leben ausradieren konnte. Sie hatte gehofft, dass er wenigstens erkennen würde, dass sie anders war - wenn sie das überhaupt war, wer wusste das schon? - dass er sie 'behalten' würde. Aber nein, da hatte sie sich getäuscht. „Weißt du ich hab mich entschuldigt, wenn dir das nicht reicht und ich erst den Boden unter deinen königlichen Füßen küssen muss, dann sag Bescheid. Du weißt ja wo du ich finden kannst, bei meinen ganzen Flittchen im Bett!“ Jedes einzelne seiner Worte hallte in ihrem Kopf wider. Schlug schmerzhaft und stechend gegen die Wände. Wollte sie nicht mehr loslassen. Ja, womöglich war sie ja der scheinbar angeboren Arroganz der Blacks erlegen - wie jeder andere von ihnen auch. Verurteilte er sie dafür? Wo es doch mehr als offensichtlich war, dass er sich in dieser Hinsicht kein bisschen von seinen Verwandten unterschied. Aber vielleicht war es auch genau das. Dass sie hätte anders sein sollen. Dass sie eigentlich anders war. Und letzten Endes schwach geworden war, sich auf das gleiche, niedrige, selbstverliebte Niveau begeben hatte. Vielleicht hatte er sie auch in seinen Gedanken besser dargestellt, als sie war. Auf jeden Fall hätte sie besser sein müssen, als sie es gewesen war. Gleich schien es, als wäre ihr Gewissen um etliche Tonnen schwerer. Das war ihre Schuld. Schon wieder etwas, das sie auf diese Liste schreiben konnte. Dinge, die ich falsche mache oder auch Dinge, für die ich mich entschuldigen muss. Entschuldigen... das sollte sie wirklich. Sich bei ihm entschuldigen. Eine anständige Unterhaltung führen. Ohne Streit. Ohne Schreien. Auf einem Niveau, das ihrem Alter angemessen war. Es war nicht in Ordnung, wie sie gehandelt hatte. Es war auch nicht unbedingt immer in Ordnung, wie er handelte. Sie würde nicht die ganze Schuld auf sich laden, das wäre ebenso ungerecht, als würde sie sich gar nicht verantwortlich fühlen. Vor allem aber mussten sie die Situation klären. Wie es zwischen ihnen stand. Ob sie ihn nach allem trotzdem noch als Familie betrachten konnte - und er sie natürlich umgekehrt in gleicher Weise. ...sollte er überhaupt mit ihr reden wollen. Kindischer, arroganter Sirius.
Und schließlich kam sie zu dem Jungen, der ihr nun gegenüber saß. Regulus. Der Jüngste von den fünf Nachkommen der Blacks dieser Generation. Dennoch war er nie richtig das Nesthäkchen gewesen, so wie Cissy. Vielleicht weil er ein Junge war, oder vielleicht auch - das war ein trauriger Gedanke, der leider trotzdem wahr war - weil er in den Augen seiner Eltern das einzige Kind war. Für Andromeda zählte nicht, was ihr Onkel und ihre Tante darüber dachten. Für sie würde Regulus immer 'der Kleine' bleiben, auch wenn er vermutlich am frühesten gealtert war. Lange war es her, seit sie ihn das letzte Mal gesehen hatte... richtig gesehen hatte, den Regulus, wie er hätte sein sollen, wie er vielleicht geworden wäre, wäre er nicht unter dem Druck der Blacks aufgewachsen. Hätte er das Glück gehabt, mit Menschen aufzuwachsen, deren oberstes Anliegen es nicht war, die Linie rein fortzusetzen und die dafür alles taten - sogar ihr eigenes Kind verstießen - vielleicht wäre er dann anders geworden. Bei keinem der anderen hatte er Zweifel darüber, wie sie ohne diese Familie geworden wären - Bella wäre immer noch Bella, Cissy wäre Cissy und Sirius wäre Sirius. Ihr Charakter hatte ihr Leben beeinflusst, nicht umgekehrt. Regulus Charakter hingegen war von seinem Leben geprägt worden. Es war kein Zeichen von Schwäche. Sie hätte ihn davor bewahren sollen. Bei dem Gedanken daran, wollte sie ihren Kopf am liebsten auf den Tisch vor sich schlagen. Sie hätte ihn beschützen sollen! Ihm den richtigen Weg zeigen sollen - wäre sie doch selbst sicherer gewesen, als sie noch eine Chance gehabt hatte. Stattdessen hatte Bella diese Aufgabe übernommen. Das Ergebnis... das Ergebnis war Regulus Arcuturus Black, Slytherin, verschlossen, gezeichnet von der bereits oft erwähnten, typischen Arroganz, kaum in der Lage, sich wirklich zu offenbaren und vermutlich mit einem vollkommen verschobenem Weltbild. Aber er war noch da. Er war immer noch da. Der Junge, der sie mit großen Augen angestarrt hatte, als sie das erste Mal gehext hatte. Wie alt war sie damals gewesen? Vielleicht sechs Jahre? Für keinen von ihnen war Magie etwas Ungewohntes. Und auch Bella hatte es schon geschafft - angeblich ohne Absicht - einen Vorhang in Brand zu stecken. Aber... selbst dazu in der Lage zu sein. Das kam einem kleinen Wunder gleich. Sie waren gerade zu zweit gewesen, keine anderen Zeugen anwesend. In ihrem Zimmer. Und plötzlich war ihre verwelkte Rose erneut aufgeblüht, schöner als je zuvor. Wie gebannt hatten die beiden kleinen Kinder die Blume betrachtet. Nie hatten einer von ihnen je einem Außenstehenden davon erzählt - so glaubte sie zumindest. Es war ein Symbol dafür, dass auch zwischen ihnen noch eine Bindung bestand. Sie mochte dünner geworden sein mit den Jahren, aber sie war nie zerrissen. Denn Andromeda liebte ihren Cousin, und das würde sich nie ändern.

In Augenblicken wie diesen schimmerte er am stärksten durch - der wahre Regulus, der ein Junge, noch kein Mann war und der noch Gefühle hatte. Sie hatte ihn ein wenig überrumpelt, indem kurz und bündig zusammenfasste, wo ihm die richtigen Worte fehlten. Ich will dich auch nicht verlieren. Das galt für sie beide. Hundertprozentig. Es war keine leere Aussage, keine Phrase die man aufsagte, um das Unaufhaltbare aufzuschieben. Es war die reine Wahrheit. Sie stellten für den jeweils anderen etwas Vertrautes dar, ein Stück Familie, ein Stück Sicherheit. Dass es jemanden gab, der für einen da war. Ihr Herz wurde schwer, als ihr bewusst wurde, dass es vielleicht nur einseitig galt - dass er nicht in jeder Situation zu ihr halten würde. Sondern nur, wenn es den Gesetzen der Familie angepasst war. Es gab keinen Zweifel, dass er in dieser Hinsicht mit den restlichen Blacks übereinstimmte. Allein der Gedanke, ihn womöglich bald zu verlieren... es war eine nahezu unerträgliche Vorstellung. Und doch... mehr als real.

„Du siehst aus als wärst du durch die Hölle gegangen Andi. Was auch immer du gesehen hast , mag es noch so schlimm sein , es war nicht reel. Wie schlimm sich diese Bilder auch in deinen Kopf gebrannt haben , lass sie nicht dein Innerstes berühren. Hab die Stärke es abzuwehren. Wenn es eine Vision war , dann glaub nicht daran , sie wird nicht eintreten. Hast du irgendjemanden gesehen der dir Todesangst bereitet hat , dann vergiss nicht das Dumbledore niemals jemanden gefährliches in die Nähe seiner Schüler lassen würde. Wie irre der alte Mann auch sein mag , er tut alles für diese verdammte Schule. Wir sind in Sicherheit und niemand wird dir etwas tun. Ich kann dir nicht die Angst nehmen aber ich kann dir eine Stütze sein. Wenn du willst." Mittlerweile war sie bereits fast den Tränen nahe. Wann war er so verdammt clever und einfühlsam geworden? Seit wann konnte er sie so exakt durchschauen? Ihre Ängste aufdecken und sie im Nichts verschwinden lassen? Kurz - aber wirklich nur sehr kurz - war sie versucht, ihm davon zu erzählen. Was sie gesehen hatte. Dass sie gesehen hatte, wie... wie Bella ihn... getötet hatte. Einfach so. Mit dem gewohnten Lächeln im Gesicht. Als würde er ihr nichts bedeuten. Das fürchtete sie. Dass Regulus nur ein Werkzeug für ihre Schwester war. Aber... das würde er ihr niemals glauben. Er... verehrte Bella regelrecht. Er würde es als Fluch abstempeln. Und wahrscheinlich war es das auch. Nur ein Fluch, der ihr ihre schlimmsten Ängste zeigte. Nicht die Zukunft. Es konnte nicht die Zukunft sein... Bella, die all diese Menschen ermordete. Unmöglich.

Als er ihr seine Hand entgegen hielt, brauchte sie ein paar Sekunden, um die düsteren Gedanken abzuschütteln, ehe sie sie ergriff. Es war ein Zeichen. Für ihn war es nur eine freundliche Geste. Für sie war es ein Zeichen. Dass Familie Rückhalt bedeutete, sogar wenn die Familie sich Black nannte. Gemeinsam verließen sie die Bibliothek, in ungewohnter Eintracht, bis Regulus unerwartet mitten im Gang erneut stehen blieb. „Andi? Dir wird nichts geschehen...niemals. Und wenn hier tatsächlich irgendetwas umherspukt dann werden wir es damit aufnehmen. Wir sind schließlich Blacks und meine Liste von verbotenen Dingen muss ich dieses Jahr auch irgendwie füllen. Gryffindors schikanieren wird langsam aber sicher zu einfach.“ Ein Lächeln schlich sich auf ihre Lippen. Er meinte es ernst, trotz des scherzhaften Tonfalls, das war offensichtlich. Man stand für seine Familie ein und keine dahergelaufene Fluchgestalt würde es schaffen, das zu verhindern. Und wenn sich einer mit verbotenen Dingen auskannte, dann - das musste sie bedauernd zugeben - waren das wohl Bella und Regulus. Seine Stimme wurde leiser, nicht mehr ganz so selbstbewusst wie zu Beginn. Es zeigte ihr, dass er trotz all des Vertrauens zu sich selbst auch seine Schwächen erkannte, dass er bemerkte, wo seine Tabuthemen lagen, aber auch, dass er diese Grenzen überwinden musste. Vielleicht hatte ihr Gespräch noch einen größeren Nutzen gehabt. „Wenn du das nächste Mal das Gefühl hast dich verfolgt etwas , dann komm damit zu mir. Ich bin da..für dich. Denn vergiss nicht , ich bin zwar ein Idiot , aber ich hab ein Herz , wie verkorkst es auch sein mag. Ich pass auf dich auf und lass dich nicht im Stich.“ Diese Worte bedeuteten die Welt für sie und noch mehr. Unbeschreiblich.
Ihr Lächeln wurde ein wenig breiter. "Ich weiß."


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