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Twilight & Harry Potter Crossover
 


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 Das Wohnzimmer

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Edward Cullen
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Do März 29, 2012 11:09 am

cf: FW - High School - Außerhalb des Gebäudes

Edward starrte Bella immer noch aufgewühlt an. Ihr Blick traf ihren und doch war er so leer, dass es ihn schmerzte. Verständnislos und emotionslos starrte Bella ihn an. Er wollte sie in den Arm nehmen, aber bevor er sich aus seiner Starre lösen konnte drehte sie sich blitzschnell um und lief zum Haus.

Bella! Gott ich muss zu Carlisle, wir müssen uns besprechen. Wir müssen ihnen nach. Ich werde zu Aro gehen, ich werde...
"Bella!"
Sie war bereits aus seinem Sichtfeld verschwunden und konnte ihn nicht mehr hören. Edward lief ihr blitzschnell nach. Er trat in den Flur und hörte Bella im Wohnzimmer aufgeregt stammeln.
„Nessie... Jake... Die Volturi... Sie sind weg.“ Es zerriss Edward zu hören, wie irrational, wie verwirrt und verzweifelt sie war. Er sah die Treppe hoch und erkannte Carlisle, der ihn ungläubig ansah.
Edward nickte stumm zu den wenigen Worten die Bella immer wieder wiederholte. Er war gerade an den Fuß der Treppe getreten um Carlisle seine Beobachtungen im Wald zu erklären als Bella blind an ihm vorbei aus dem Haus stürmte.
Edward durfte sie nicht allein lassen. Alles nur das nicht.
Bella hatte zwar ihren Schild, aber rein physisch war sie den Volturi schutzlos ausgeliefert. Sie durfte nicht allein hinter ihnen herlaufen.
"Emmett, ich muss zu Bella. Ruft alle hier zusammen. Wir brauchen Alice, sie muss uns sagen was sie sieht. Ich bringe Bella so schnell ich kann zurück."

Pfeilschnell schoss er aus dem Haus und folgte ihrer Spur. Wenn er sie doch nur hören könnte, wenn er doch nur einmal ihre Gedanken hören könnte, auch wenn sie es nicht wollte.
Die Sorge um Renesmee wurde verstärkt von der Angst, die er um Bella empfand. Ihre Spur war deutlich und er wusste, er würde sie bald erreichen.
Ein gequältes Schluchzen drang an seine Ohren und ließ ihn innerlich seufzen. Sie hatte gestoppt. Er verlangsamte sein Tempo und fokussierte den Wald vor ihm. Da sah er sie. Er ging in menschlichem Tempo auf sie zu, um sie nicht zu erschrecken. Die Klammer, die sich vor Minuten im Wald um seinen Körper gelegt hatte drohte ihn zu zerquetschen als er in diesem Moment eine Vision, hatte. Es war eine Erinnerung, die ihm Jakob Black ins Hirn gepflanzt hatte, aus Genugtuung, aus Rache daran was er Edward Bella angetan hatte, als er sie verließ.
Die Wölfe hatten sie zusammengekauert, völlig verzweifelt und apathisch auf dem Waldboden liegend gefunden. Er hatte sich damals geschworen alles dafür zu tun, dass dies nie wieder geschehen würde, dass sie nie wieder derartige Schmerzen empfinden müsste, weil er versagt hatte.
Nun sah er sie, zusammengesunken, verzweifelt schluchzend auf dem Boden kauernd.
Er hatte wieder versagt.
Er hätte darauf bestehen müssen, dass Nessie sie in die Schule begleitet. Er hätte sie nicht allein zu Hause bei Jake lassen dürfen. Hatte er denn vergessen, dass Demetri erst vor wenigen Tagen plötzlich hier aufgetaucht war.
Er hatte versagt!

Behutsam trat er an sie heran und kniete sich vor sie.
"Bella? Liebling ich....es tut mir so leid. Ich weiß wie du dich fühlst. Ich...Wir werden sie finden und ich verspreche dir, du bekommst sie wieder. Sie werden sie nicht behalten. Ich ....wir werden alles tun, damit Renesmee so schnell wie möglich da raus ist, aber du musst versuchen stark zu sein. Wir können nicht unvorbereitet losrennen. Nicht zu den Volturi."
Sie reagierte nicht, sondern begann nur stärker zu schluchzen. Es war als könne sie sich nicht rühren, fände aus ihrer Verzweiflung nicht heraus. Sanft strich er über ihre Haare, sperrte seine eigenen Gefühle ein und küsste ihre Stirn.
"Komm, ich bringe dich zurück ins Haus." Vorsichtig hob er sie hoch. Bella schlang ihre Arme um seinen Hals und barg ihren Kopf an seine Brust.
Es tat weh, so viel mehr als ein wirklicher physischer Schmerz von Jane ihn hätte verletzen können. Er schluckte benommen und lief los.
Bella schien während dem Lauf ruhiger zu werden, entspannte sich ein wenig und als er sie kurz vor dem Haus ansah, sah er dass sie sich gefangen hatte. Er stellte sie behutsam auf den Boden vor der Haustüre und versuchte zu lächeln, was ihm aber kläglich misslang.
Er wollte sie in seinen Arm nehmen, wollte sie küssen und ihr sagen wie sehr er sie liebte, doch er fühlte dass er seine eigenen Emotionen nur mühsam zurückhalten konnte.
Er hatte Angst vor dem, was sie jetzt durchstehen mussten.
Er hatte Angst die falschen Entscheidungen zu treffen.
Er hatte Angst zu spät zu kommen.
Sanft strich er über ihre Wange und nahm ihre Hand.
"Lass uns hineingehen Liebste, sie werden schon auf uns warten."

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Rosalie Hale
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Mo Apr 02, 2012 2:40 am

cf.: Fort William, High School, Außerhalb des Gebäudes

Während Seth mit Elena in eine Seitenstraße abbog und sie anscheinend noch nach Hause brachte, gingen die beiden Paare jeweils händchenhaltend auf den Wald zu.
Edward erzählte lachend seiner Frau, was er heute alles in den Gedanken von Seth erfahren hatte.
„Deine neue Freundin ist eine echte Überraschungen Bella. Sie riecht zwar sehr eigenwillig und ich bin mir nicht sicher, ob Seth mit seiner Vermutung richtig liegt, aber er hat sich heute vor dem Sekretariat auf sie geprägt.
Da schleppen wir diesen Welpen von der Olympic bis hierher, ins tiefste Schottland und dieser Knabe stolpert am ersten Schultag über seine Herzensdame. Das ist….so cool!“

Cool? Hmm, Edward schien die Schule auch zu verändern, normalerweise gebrauchte er etwas andere Wörter.
Dann lief er mit Bella neben ihnen, und knuffte schließlich Emmett in die Seite.
Er forderte ihn zu einem spielerischen Wettrennen heraus, was Emmett natürlich sofort annahm. Sobald sie den Wald betraten, ließen die Beiden ihre Ehefrauen hinter sich und rannten, was das Zeug hielt.

Bella lief ihnen hinterher, und auch Rose entschied sich, ihren Geschwistern zu folgen.
Sie rannte nicht so schnell wie die anderen, ließ sich etwas Zeit und genoss die Landschaft, die an ihr vorbeiflog.
Plötzlich trennten sich die Spuren. Emmetts liefen in Richtung ihres Wohnhauses, während Edwards und Bellas weiter in den Wald hineinführten.
Sie nahm auch Nessies angenehmen und Jacobs weniger angenehmen Geruch wahr.
Rosalie überlegte nicht lange, sondern folgte Emmetts Spuren.

Sie musste lachen, als sie ihn von Weitem sah, denn wir immer hatte er wohl verloren und trat gegen einen Baum. Sie ging auf ihn zu und legte die Arme um seinen Hals.
"Pech im Spiel, Glück in der Liebe?", fragte sie leise und küsste ihn.
Sie gingen zusammen auf das große Anwesen zu und betraten das sonnendurchflutete Wohnzimmer.

Kurz nach ihnen kam Bella ins Haus, sie sah total aufgelöst aus, etwas Schreckliches musste passiert sein. Rose wollte sie fragen, was los war, alses auch schon aus ihr herausbrach.
„Nessie... Jake... Die Volturi... Sie sind weg.“
Rosalie war fassungslos. Das konnte doch nicht sein. Sie war zwar ein Vampir, doch sie musste sich setzen.
Sie liebte Nessie. Das Kind war die einzige Person, bei der sie sich ein paar Tage, während der Wandlung Bellas, so fühlen konnte, wie sie es sich immer gewünscht hatte:
Wie eine Mutter.
Diese Zeit war schnell vergangen, und sie hatte das wunderschöne Baby mit so vielen, besonders Jacob, teilen müssen, doch diese Tage gehörten zu den wundervollsten Tagen in ihrer Existenz.
Auch als Bella sich wieder um ihre Tochter kümmern konnte, hatte sie versucht, so viel Zeit wie möglich mit der Kleinen zu verbringen.
Sie war zwar nur ihre Tante, doch Nessie war in dieser kurzen Zeit von vier Jahren eine der wichtigsten Personen in ihrem Leben geworden.

Sie bemerkte nur am Rande, wie Edward in Zimmer trat, und gleich darauf Bella verzweifelt wieder nach draußen in den Wald rannte.
"Emmett, ich muss zu Bella. Ruft alle hier zusammen. Wir brauchen Alice, sie muss uns sagen was sie sieht. Ich bringe Bella so schnell ich kann zurück."
Er folgte Bella in den Wald.

Währenddessen war Carlisle mit Esme die Treppe heruntergekommen. Er blieb wie so oft ruhig und gefasst, und wusste, was zu tun war.
»Tu was Edward gesagt hat und such Alice und Jasper, dann kommt ins Wohnzimmer und sobald Edward und Bella zurück sind, werden wir uns dann darüber beraten, wie wir handeln. Wir brauchen dringend einen Plan, wir können nicht einfach nach Volterra gehen und dann sagen 'Hallo, hier sind wir und wir hätten gerne Renesmee und Jacob zurück', sie werden sicherlich damit rechnen, dass wir auftauchen und es wird nicht einfach werden, die Beiden wieder daraus zu holen.«

Edward führte seine in Tränen aufgelöste Ehefrau wieder herein, und kurz darauf kamen auch Alice und Jasper aus ihrem Zimmer.
Alice schien sofort zu wissen, was passiert war.
Sie versuchte, Bella zu trösten und verschwand dann in den Wald, um klar denken zu können.
„Alice hat Recht“, sagte Jasper nun. „Wir werden sie uns zurückholen. Wir haben es schon einmal geschafft, die Volturi soweit zu verunsichern, dass sie uns in Frieden ließen…Dazu müssen wir nur ruhig bleiben und einen Plan machen. Auf keinen Fall dürfen wir jetzt aus Wut und Angst handeln. Das würde nur in einem Kampf enden, den wir unmöglich gewinnen können"
Rosalie starrte immer noch aus dem Fenster.
Das einzige was ihr eingefallen wäre, wäre sofort nach Volterra zu rennen und... naja, mehr Ideen hatte sie nicht.
Also überließ sie den anderen das Pläne schmieden und sagte nur:
"Wir müssen sie retten. Ich helfe auf jeden Fall mit, sie da rauszuholen!"
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Seth Clearwater
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Mo Apr 02, 2012 6:50 am

cf: Fort William - High School - Außerhalb des Gebäudes

Seth hatte überhaupt keine Schwierigkeiten den Weg nach Hause zu finden. Es war das reinste Kinderspiel. Früher als er noch ein normaler Menschenjunge war, hatte er keinen so guten Orientierungssinn gehabt. Einer der weiteren Vorzüge, wenn man sich zum ersten Mal verwandelte. Zwar war er immernoch traurig darüber Elena erst am nächsten Tag wieder zu sehen aber im großen und ganzen war der Clearwater glücklich. Er musste immer wieder still in sich hinein grinsen wenn er an die vergangenen Stunden dachte. Alles an ihr war ihm ganz deutlich in Erinnerung geblieben. Ihr Duft, ihr Lächeln, ihre Stimme... und doch fand er es etwas beängstigend wie viel Platz sie in seinen Gedanken einnahm. Er konnte wirklich an nichts anderes außer dieses Mädchen denken. Es würde schon viel brauchen um ihn abzulenken. Im Moment fiel ihm auf jeden Fall kein Grund ein. Er musst unbedingt Jacob davon erzählen. Der würde vielleicht Augen machen. Wieder lächelte er und eilte sich dann wieder zum Haus der Cullens zu kommen.

Sein Weg führte ihn ein Stück durch den Wald. Für einen kurzen Augenblick überlegte er, ob er sich nicht verwandeln sollte. Als Wolf wäre er viel schneller an seinem Ziel angelangt. Allerdings könnte es sein, dass Jake ebenfalls in seiner Wolfsgestalt war und so wäre die Überraschung dahin da der Leitwolf sofort in den Gedanken von Seth sehen konnte, was geschehen war. Also lieber nicht. Er wollte ihm unbedingt als Mensch von Elena berichten. Er war schon ganz aufgeregt als er durch die dichten Wälder lief, bis ihm auf einmal ein eigenartiges Gefühl überkam. Ihm wurde richtig flau im Magen - von einer Sekunde auf die nächste. Es war seit den letzten Stunden nicht das erste Mal, dass sein Bauch rebellierte. Aber zuvor war es aus positiver Nervosität und Glück, doch nun?
Irgendwas stimmte hier ganz und gar nicht.. Intuitiv bahnte der junge Quileute sich seinen Weg noch tiefer in den Wald. Was war hier los? Er strengte sich an etwas zu hören doch weit und breit gab es nichts was seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Im Gegenteil - es war zu ruhig in den Wäldern Fort Williams. Seth ging weiter als ihm plötzlich ein strenger Geruch in die Nase fuhr. Wie erstarrt blieb er stehen und seine Augen weiteten sich. Vampire.. Nicht die Cullens. Er schluckte fest und versuchte sich einzureden, dass er diesen Duft nicht kannte. Dass es möglicherweise fremde Vampire waren. Doch er musste den Tatsachen ins Auge sehen. Dieser eine Geruch.. dass war definitiv Demetri. Also waren sie hier. Die Volturi.. und was das schlimmste war - Nicht nur ihre Düfte waren hier verteilt sondern auch die von Jacob und Nessie. Seths Herz begann schnell zu pochen. Sein Körper begann zu zittern. Teilweise aus Angst, teilweise aus Wut. Es konnte und durfte nicht sein, dass sie hier alle aufeinander getroffen waren! Es deutete nichts auf einen Kampf hin, aber... Der Kopf des Gestaltenwandlers dröhnte. Ohne wirklich zu denken entledigte er sich schnell seiner Klamotten bevor das Feuer in ihm gewann.
Mit einem lauten Knall war es geschehen und der Junge stand auf vier Pfoten. "Jacob?! JAKE??!" Angespannt lief der sandfarbene Wolf umher. Jetzt in dieser Form konnte er die Gerüche noch stärker wahr nehmen. Nun konnte er auch Bella und Edward riechen. Sie waren schon hier gewesen.. Sie wussten.. Ja, was wussten sie denn eigentlich? Was war hier passiert? Und dann, als die Anspannung lach lies bemerkte er es. Er war allein. Und dass hatte nichts damit zu tun, weil Jake möglicherweise ein Mensch war und er ihn deshalb nicht hören konnte. Nein, dass hier war anders. Jake hatte ihn verlassen. Sein Rudelführer war gegangen und hatte Seth zurück gelassen. Diese Erkenntnis warf den jungen Quileute fast in ein tiefes Loch. Warum? Hatten die Volturi die beiden erpresst oder.. hatten sie Möglicherweise zu härteren Mitteln gegriffen?
Seth wusste von Edward welche Gaben die Wächter der Volturis hatten. Es war alles möglich. Einfach alles. Es fühlte sich schrecklich an so allein zu sein. Seth wusste nicht, wie er mit diesem starken Gefühl der Einsamkeit umgehen sollte. Dazu kam noch die Wut und die Trauer, dass sein Bruder weg war. Gefangen von diesen...
Ein lautes Heulen ging durch die Wälder als der Gestaltenwandler mit aller Kraft die er aufbringen konnte sein Leid beklagte.

Er brauchte einige Zeit um sich zu fangen. Am liebsten wäre er sofort los gerannt. Ihnen hinterher. Die Spur war frisch. Es war ein leichtes sie zu verfolgen. Doch wozu? Was konnte er alleine gegen sie ausrichten? Auch Edward und Bella hatten dies wohl eingesehen. Ihr Duft führte zurück in die Richtung ihres neuem zu Hauses. Seth seufzte schwer und verwandelte sich zurück. Er konnte diese Stille nicht mehr ertragen. Schnell zog er sich wieder an und rannte dann so schnell er konnte zum Haus der Cullens zurück. Zwischenzeitlich war ihm so, als wäre jemand an ihm vorbeigerannt. War das Alice's Duft? Er lief weiter bis er schließlich an seinem Ziel angekommen war.
Sofort betrat er das Wohnzimmer und sah in die vielen Gesichter seiner vampirischen Freunde die so viel auf einmal ausdrückten. Trauer, Wut, Hass, Fassungslosigkeit, Tatendrang, Unsicherheit. Sie spiegelten all dass wieder, was in ihm vorging. Am betroffendsten wirkten jedoch Renesmees Eltern. Der Ausdruck von Bella und Edward war einfach.. Seth fand keine Worte dazu. Kurz kämpfte er mit den Tränen, bevor er tief durchatmete. Es brachte jetzt nichts seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Er war kein Kind mehr. Er musste jetzt stark sein und Ruhe bewahren. Auch wenn es schwer war.
Er spürte den fragenden Blick Carlisles auf sich und Seth wunk sofort ab. "Ich weis was passiert ist. Oder viel mehr kann ich es mir denken. Ich komme gerade von der Lichtung im Wald." Der Doctor nickte und dann begann die Planung. Die Diskussionen. Wie sollten sie vor gehen? Was sollten sie tun? Seth hörte sich alles still schweigend an.
Es war klar, dass ein Teil der Cullens gehen musste um sie zurück zu holen. Der Clearwater fragte sich selbst, was für ihn das beste war. Wo konnte er am meisten helfen? Die Antwort schmerzte ihn, doch es war die einzig richtige Entscheidung. Er konnte nichts tun, wenn sie nach Italien gingen. Was sollte er da machen? Er konnte nur als Wolf kämpfen und er würde in dieser Form niemals nach Italien reisen können. Er biss die Zähne zusammen und ballte seine Fäuste. Gerade jetzt, hasste er diese Ohnmacht. Er würde seine Freunde, seine Familile nicht unterstützen können. Jetzt wusste er wie sich Bella früher immer gefühlt haben musste. Es war ein schreckliches Gefühl. Gab es denn gar nichts was er tun konnte?

Und dann fiel es ihm ein wie ein Geistesblitz. Auf der High School gab es auch andere Gestaltenwandler.. Sie hatten die Cullens sicherlich als Vampire erkannt. Vielleicht wollten sie erst einmal abwarten doch wer weis, was die Volturi getrieben haben. Wer wusste schon, wie lange sie sich in Fort William und der Umgebung aufgehalten haben. Nicht auszudenken, wenn nach all den schrecklichen Ereignissen nun auch noch ein Drama mit all den fremden Gestaltenwandlern gab! Im Moment waren die Cullens angreifbar denn je! Und Seth war sich sicher, dass nicht alle mit kommen würden. Esme zum Beispiel. Auf sie musste jemand aufpassen und schützen - vor was auch immer. Wenn der Clearwater schon sonst nichts tun konnte, dann dass. Er würde sich um die anderen Angelegenheiten kümmern. Seine Entscheidung war gefallen und nachdem Rosalie allen verkündet hatte, dass sie Renesmee da raus holen würde, setzte er an.
"Es ist wohl besser wenn ich hier bleibe. Hier nütze ich euch mehr. Ich würde gern mit kommen und Jake da raus holen, aber.. Ich weis, dass das als Mensch nicht möglich ist." Er seufzte, sah dann jedoch entschloßen drein und blickte Edward bestimmt an.
"Ich werde mich um die Gestaltenwandler kümmern. Überlass die ruhig mir. Ich mach dass schon. Wir können nicht noch ein weiteres Problem gebrauchen." Jetzt wo er es ausgesprochen hatte, kam es ihm noch logischer vor. Natürlich kämpfte ein Teil in ihm immernoch gegen diesen Entschluß an. Der Teil, der am liebsten nach Italien gehen würde um diesen arroganten Volturis den Garaus zu machen! Aber der andere Teil in ihm - und dieser war definitiv stärker - war vernünftiger, logischer und erwachsener. Sein Leitwolf hatte ihn verlassen und nun schien es fast so, als wäre etwas in ihm gewachsen.
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Emmett Cullen
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Di Apr 03, 2012 6:44 am

cf: High School ; Außerhalb des Gebäudes

In Gedanken war Emmett noch immer bei dem verlorenen Wettkampf mit Edward. Er musste eine Möglichkeit finden mit der er seine Schnelligkeit umgehen konnte, irgendeine miese Falle in die er tappen würde ohne etwas davon zu ahnen … aber es war Edward und es war beinahe unmöglich gegen ihn zu gewinnen – alter Schummler, kein Wunder wenn er immer Emmetts mehr oder weniger genialen Pläne in seinen Gedanken vorher sehen konnte.
„Wenn er diese Gabe nicht hätte, würde ich ihn locker besiegen …“, schoss es dem Cullen gedankenverloren durch den Kopf und er konnte die Verbittertheit beinahe in seinen Gedanken hören.
Als Edward höchstpersönlich wenige Augenblicke in das Wohnzimmer stürmte, wischte sein aufgewühlter Gesichtsausdruck Emmetts Wünsche nach Rache jedoch im Bruchteil einer Sekunde davon. Der Blick des Cullens huschte von seinem Bruder zu Bella und wieder zurück. Er wollte gerade fragen was los sei, also Bella abgehackt ausstieß: „Nessie... Jake... Die Volturi... Sie sind weg.“
Einen Moment sah Emmett seine Schwester Verständnis los an – nicht weil sie sich so undeutlich ausgedrückt hatte, sondern weil ihre Worte einfach keinen Sinn ergaben. Einzelne Wörter, zusammen gereiht als ein Satz … vollkommen sinnlos, vollkommen unmöglich! Das konnte nicht sein!
Ein tiefes Knurren drang aus der Kehle des Vampirs, als das Wissen sich in seinem Kopf festsetzte und mit ihr unglaubliche Wut und Hass. Demetri! War das also der Grund wieso er hier aufgetaucht war? Und dann log er ihnen auch noch scheinheilig ins Gesicht – aber was wollte man erwarten, er war ein Volturi. Er hätte ihn auf keinen Fall davon kommen lassen dürfen, er hätte ihn töten sollen als er die Möglichkeit dazu hatte!
Aber nun hatte er Renesmee, er und die ganzen anderen Volturi. Er würde sie alle umbringen für diesen Verrat.
Nun standen sie also wirklich im Krieg. All die Jahre war es klar gewesen das irgendwann wieder die Zeit für eine Auseinandersetzung mit den Italienern kommen würde – irgendwann. In undeutlicher Ferne war dieser unbestimmte Moment gerückt und nun war er gekommen. Und Emmett war bereit, dieses Mal sollte es keine Versammlungen und keine Zeugen mehr geben, sie sollten kämpfen oder unter gehen. Und sie hatten das Recht zu kämpfen, Renesmee zu entführen war das schrecklichste Vergehen was sich die Cullens vorstellen konnten und Aro musste wissen was den Cullens das Mädchen bedeutete. Er wollte sie alle aus der Fassung bringen, damit sie blindlinks angreifen würden. Aber meinte er wirklich sie wären deswegen weniger stark? Oder sie würden gar nicht erst versuchen Nessie zurück zu holen? Sie würden es versuchen! Und sie würden es schaffen!
Abermals knurrte Emmett leise und wandte seinen wütenden Blick erneut Bella zu. Sie sah so verletzt aus und so verzweifelt. Und auch in Edwards Blick lag etwas – als hätte er bereits aufgegeben. Oder irrte er sich nur? Emmett wusste das Edward für seine Tochter kämpfen würde, das er alles tun würde um sie und Bella erneut glücklich zu machen und sie wieder zusammen zu führen.
Im nächsten Augenblick rannte Bella aus dem Zimmer und ließ nichts weiter zurück wie ein nachhallendes Schluchzen.
„Emmett, ich muss zu Bella. Ruft alle hier zusammen. Wir brauchen Alice, sie muss uns sagen was sie sieht. Ich bringe Bella so schnell ich kann zurück."
Emmett nickte undeutlich und Edward war kurz darauf verschwunden. Wo wollte Bella hin? Wollte sie nach Volterra oder brauchte sie nur einen Moment für sich?
Doch der Cullen versuchte für einen Moment nicht daran zu denken und unterdrückte sein Verlangen jetzt und sofort aufzubrechen und Demetri und all diesen anderen verfluchten Volturi persönlich den Kopf abzureißen. Aber nun musste er erst einmal Alice und Jasper finden, Edward hatte Recht … Alice musste in die Zukunft sehen, sie mussten alle wissen was passieren würde. Und sie brauchten Jaspers Strategien, er war ihr bester Kämpfer und vielleicht fiel ihm in möglichst kurzer Zeit eine gute Möglichkeit diese verfluchten Italiener zu überraschen – ansonsten mussten sie wohl alle mit Emmetts Variante vorlieb nehmen: Einfach loslaufen und sehen was kommt! Im Moment war er so wütend und voller Hass, dass er wusste das ihn nichts aufhalten würde.
Gerade als Emmett aus dem Wohnzimmer stürmen wollte um seine fehlenden Geschwister zu suchen, betraten Alice und Jasper eben dieses und Emmett seufzte erleichtert auf. Nun, musste er wenigstens nicht so tun als würde er auf all das hier Rücksicht nehmen. Auf die Besprechungen und die klugen Worte die aus Carlisles Mund flossen. Wie konnte er nur so ruhig sein und so besonnen? Emmett meinte jeden Moment explodieren zu müssen. Er wollte sie alle in der Luft zerreißen und vor allem wollte er jetzt sofort los – vielleicht konnten sie die Volturi noch einholen. Sicherlich hatten sie bessere Chancen Jacob und Nessie zu befreien bevor die Volturi in ihrer Festung waren – mit all ihren Wächtern und Vampiren mit besonderen Begabungen die ihnen ihr Überleben schwer machen würden. Aber Emmett würde sie bekämpfen und er würde siegen, auch ohne irgendwelche Begabungen. Letztendlich zählt doch die pure Manneskraft …
Ungeduldig lief Emmett wieder an die Seite von Rosalie. Seine Frau sah bestürzt aus, wie sollte es auch anders sein. Nessie war alles für sie gewesen. Ein Baby, ein Kind was sie immer gewollt hatte. Auch wenn es Bellas Kind ist, so war es für Rosalie doch das Kind was sie immer wollte und was sie niemals bekommen sollte. Sie war wie ihr kleines Happy End, selbst wenn sie wohl niemals wirklich glücklich in ihrem unendlichen Dasein sein würde, so hatte Emmett sie selten so glücklich erlebt wie wenn sie mit Renesmee zusammen war – und nun sollte alles verloren sein. Emmett hätte Rosalie gerne in den Arm genommen und sie getröstet, auf welche Art auch immer, aber er wusste das er im Moment dazu nicht in der Lage war und Rosalie wusste es sicherlich auch.
Jedoch sah Emmett in Rosalies Augen nicht nur Trauer sondern auch Entschlossenheit. Eine Entschlossenheit wie er sie selten in ihren Augen gesehen hatte. Dieser Ausdruck in ihrem Gesicht erinnerte ihn an die Zeit in der Bella schwanger war – Rosalie hatte sie und das Baby in ihrem Bauch beschützt, egal wer sich ihr entgegen gestellt hatte. Nun sah sie aus wie in diesen Tagen – sie würde alles dafür tun um Nessie zurück zu holen, ebenso wie sie alles dafür getan hatte das sie das Licht der Welt erblicken konnte.
Schon damals hatte Nessie ihr einiges bedeutet. Emmett hingegen hatte sie nichts bedeutet, er hatte sie verabscheut und sie für ein Monster gehalten. Ein Widerwillen der Natur der ihre Familie und das Glück seines Bruders zerstören sollte. Er hatte sich wie Edward gewünscht dass Bella den Fötus hätte entfernen lassen, damit sie leben konnte und Edward leben konnte. Damals war ihm das alles so unendlich falsch vorgekommen und er hatte nur auf Bellas Seite gestanden, weil Rosalie auf ihrer Seite stand und er sie vor Edward und seinen Wutanfällen beschützen wollte und nun – nun liebten sie alle Nessie. Alle waren sie hin und weg von ihr, wie sollte man sie auch nicht lieben?

Genervt verdrehte Emmett die Augen, als er weiterhin auf Carlisle Worte lauschte. Warum wollten sie dass alle nun durchdiskutieren? Ihnen blieb keine Zeit um zu planen! Sie mussten sofort los und sie konnten auf den Weg nach Volterra noch genug bereden. Wieso brachen sie nicht einfach auf?
Ein paar Minuten später tauchte Seth auf. Anscheinend hatte er den Geruchscocktail von Renesmee, Jacob und den Volturi aufgenommen. Jedoch wollte er nicht mit nach Volterra kommen. Vermutlich hatte er Recht und er konnte dort wirklich nicht besonders viel ausrichten, aber das einzige was Emmett dachte war „Feigling!“
Brauchten sie nicht alle Freunde um da raus zu kommen? Das war kein Sonntagsspaziergang, dessen war sich selbst Emmett bewusst und das zeigte das es wirklich ernst war. Er grummelte leise und blickte alle anwesenden Familienmitglieder an. Innerlich wünschte er sich das Edward zurück kam – vielleicht konnte er ihn überzeugen sofort aufzubrechen?
„Wir müssen sie retten. Ich helfe auf jeden Fall mit, sie da rauszuholen!“, sagte Rosalie mit entschlossener Stimme und Emmett nickte ihr zu. Es wäre ihm lieber wenn sie nicht mitkommen würde, damit er wusste dass sie in Sicherheit war. Aber sie war keine schlechte Kämpferin, sie wusste durchaus sich zu wehren und letztendlich brauchten sie jeden Mann, oder jede Frau um auch jeden einzelnen Volturi in den Boden zu stampfen. Auch wenn er am liebsten alle für sich selbst hätte … Und Emmett wusste das er Rosalie niemals davon abhalten konnte in Fort William zu bleiben, wenn sie eins war dann ziemlich stur.
Die Augenblicke flogen dahin und Emmett wurde immer ungeduldiger. Er hörte einige Sätze die ihm so nicht zusagten, denn er wollte einfach nur loslaufen und seine Nichte retten. Wieso planen, was sollte man daran auch planen? Sie wussten doch eh nicht was auf sie zukommen würde!
Auf keinen Fall dürfen wir jetzt aus Wut und Angst handeln. Das würde nur in einem Kampf enden, den wir unmöglich gewinnen können.“, hatte Jasper vor einigen Momenten gesagt und auch Carlisle hörte sich so an als würde er gerne alles ins kleinste Detail durchsprechen.
Und irgendwann war es genug und Emmett knurrte wütend auf. Nun hatte er sich das wirklich lange genug angehört. Ungeduldig schob er sich vor Rosalie in den Raum. „Wir sollten sofort aufbrechen! Jede Sekunde in der wir hier bleiben, ist Nessie näher an Volterra. Vielleicht sind sie schon längstens da. Planungen bringen hier nichts mehr, wir müssen diesen verfluchten Volturi die Köpfe einreißen …“
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Esme Cullen
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Di Apr 03, 2012 11:19 am


cf.: Fort William – Anwesen der Cullens Carlisle und Esme’s Zimmer

Nach dem sie nur noch das Ende der Stunden fertigstellen musste, hörte sie, wie unten die Tür aufging und zwei Personen das Haus betraten. Dann nur wenige Sekunden später flog die ohne hin schon angeknackste Haustür förmlich auf und sie hörte die Stimme ihrer jüngsten Schwiegertochter. „Nessie... Jake... Die Volturi... Sie sind weg“, stammelte Bella verwirrt und verzweifelt. Besorgt blickte die Mutter von den Unterlagen auf zu ihrem Ehemann, der ebenfalls verwirrt zu sein schien. Zwar konnte sich Esme nichts aus dem Gestammel schließen – oder wollte es nicht wahrhaben – aber das alles konnte nichts Gutes bedeuten.
„Das sind die Kinder. Irgendwas muss passiert sein“, bestätigte er ihre Vermutung, während er sein Hemd falsch knöpfte, und verschwand nach unten. Edward hatte in demselben Moment, indem Carlisle unten an der Treppe hielt, ebenfalls das Haus betreten. Die Vampire Mommy wurde immer besorgter und ließ alles stehen und liegen, um sich um ihre Familie zu kümmern. In wenigen Millisekunden stand auch sie neben ihrem Seelenverwandten, mit dem sie die Nacht verbracht hatte, und griff nach seiner Hand.
Nur für einen kurzen Augenblick sah sie den Gesichtsausdruck Bellas, bevor sie aus dem Haus stürmte und im Wald verschwand, aber das reichte vollkommen, um zu sehen, wie sehr Bella und auch Edward litten. Edward blickte seiner Frau ungläubig und angsterfüllt hinterher. Dann wandte er sich noch kurz an Emmett und folgte ihr: "Emmett, ich muss zu Bella. Ruft alle hier zusammen. Wir brauchen Alice, sie muss uns sagen was sie sieht. Ich bringe Bella so schnell ich kann zurück."
Es folgte eine nie endende Stille, die von ihrem Ehemann neben ihr gebrochen wurde: „Tu was Edward gesagt hat und such Alice und Jasper, dann kommt ins Wohnzimmer und sobald Edward und Bella zurück sind, werden wir uns dann darüber beraten, wie wir handeln. Wir brauchen dringend einen Plan, wir können nicht einfach nach Volterra gehen und dann sagen 'Hallo, hier sind wir und wir hätten gerne Renesmee und Jacob zurück', sie werden sicherlich damit rechnen, dass wir auftauchen und es wird nicht einfach werden, die Beiden wieder daraus zu holen.“ Immer wieder war Esme überrascht über den Durchblick, den Carlisle in Notsituationen pflegte. Ein wunderbare Eigenschaft, die sie sehr an ihm schätzte, da ihr Ehemann immer wusste, was zu tun war. Doch zu ihrem Verdruss löste er sich aus dem Händedruck und ging zum Fenster und blickte in die Dunkelheit.
Doch Esme brauchte im Moment ein bisschen Halt. Deshalb folgte sie ihm und griff sofort wieder nach seiner Hand. Die Sorgen, die den letzten Tag Urlaub gemacht hatten, nahmen wieder Anspruch auf ihre Gedanken. Ihre Vergangenheit, die immer noch etwas im Hintergrund stand, der Besuch von Demetri und die daraus folgende Entführung zwei ihrer Familienmitglieder und die Tatsache, dass sie in wenigen Stunden bei den ganzen Problemen unterrichten musste, ohne es sich anmerken zu lassen. Erschöpft fiel ihr Kopf auf Carlisles Schulter.
Na toll, die Sorgen hatten sie also wieder. All die Freude und Glückseligkeit, die vor wenigen Minuten noch ihr Gesicht erhellt hatten, war verschwunden. Selbst die Anwesenheit ihres Seelenverwandten konnten das nicht mehr ändern und wiedermal hoffte sie sich Jasper und seine wunderbare Gabe mehr denn je herbei.
Irgendwas musste sich finden lassen, um sich abzulenken, sodass sie nicht den mit Sorgen geimpften Gedanken ausgeliefert war. Vorsichtig entzog sie sich diesmal dem Händedruck ihres Ehemannes und lief durchs Haus auf der Suche nach Zafrina. Natürlich müsste sie nur ihr Gehör verwenden, um sich über die Anwesenheit der Amazone in kürzester Zeit zu vergewissern, aber dabei würde sich zu schnell herausfinden lassen, dass ihre gute Freundin wieder abgereist war. Doch wollte sie es nicht wahrhaben. Darum lief sie weiter durchs Haus.
Von der Küche, ins Badezimmer, dann in die Garage. Dort verweilte sie ein bisschen und dachte wieder über die Unsinnigkeit von Autos nach – gerade wenn man ein Vampir war. Mit den Gedanken konnte sie wieder ein bisschen Zeit totschlagen. Im Hintergrund bekam sie mit, wie Edward und Bella wiederkamen und hörte Schritte auf der Treppe, die von Alice und Jasper zu stammen schienen. Dann ging sie die Hintertreppe hinauf zu den „Schlafräumen“ und fand sich schließlich in ihrem eigenen wieder. Ihr Blick fiel auf die durcheinander geworfenen Lacken auf dem Doppelbett und tatsächlich schummelte sich kleines Lächeln auf ihr Gesicht, welches nur von kurzer Dauer war.
Dann wanderten ihre Augen hinüber zum Schreibtisch, wo ihre Unterlagen für die Schule geordnet ausgebreitet lagen. Mit einem Seufzen setzte sie sich wieder auf den Stuhl und machte sich die letzten Stichpunkte für die Stunde. Unten hörte sie viel Gemurmel, aber genaue Worte verstand sie nicht. Ihre zarten Hände wanderten gerade zu ihrer Tasche, um dort die Mappe heraus zu holen, in die die Unterichtsunterlagen kommen sollten, als die Tür erneut aufging und wieder eine Person eintrat. Mit einem weiteren Seufzen brachte die Lehrerin ihre Aufgabe noch zu Ende und ging samt gepackter Tasche wieder die Treppe hinunter.
Im Wohnzimmer hatte sich viel getan. Selbst Seth war zu ihnen gestoßen. Doch sie ging an allen vorbei in den Flur und bemerkte mit einem weiteren bedauernden Blick das Fehlen der Kommode. Betrübt ging sie wieder ins Wohnzimmer und legte ihre Tasche über die Sofalehne. Mit dem aufgesetztesten Lächeln der Welt überbrückte Esme die letzten Meter bis zu ihrem Mann, nach dessen Hand sie wieder Hilfe suchend griff. Im Vordergrund stand nun die Rettung ihres Enkels und Jacob, da sollte der Kopf der Familie nicht abgelenkt sein von ihren nebensächlichen Problemen.
Seth fing gerade an zu erklären, dass er bei der der geplanten Rettungsaktion in Fort William bleiben würde, was die Vampire Mommy ehrlich gesagt erstaunte, da der junge Quileute sonst keine Chance auf einen ordentlichen Kampf abgeschlagen hätte. Kurz darauf entschied sich Rosalie dazu mit nach Volterra zukommen. Doch so wie Nessie ihr in den letzten Jahren ans Herz gewachsen war, wunderte Esme das gar nicht.
Alice verabschiedete sich kurzzeitig und ging durch die Haustür, um eine bessere Sicht auf die Zukunft zu bekommen. Währenddessen strömte eine Welle von Ruhe durch den Raum. Sofort ging ihr Blick zu Jasper und am liebsten hätte sie ihm gedankt, denn es tat unglaublich gut. Dann meldete er sich mit genauso ruhigen Worten: „Alice hat Recht. Wir werden sie uns zurückholen. Wir haben es schon einmal geschafft, die Volturi soweit zu verunsichern, dass sie uns in Frieden ließen … Dazu müssen wir nur ruhig bleiben und einen Plan machen. Auf keinen Fall dürfen wir jetzt aus Wut und Angst handeln. Das würde nur in einem Kampf enden, den wir unmöglich gewinnen können.“ Ihr blonder Sohn ähnelte Carlisle wohl am meisten, was einen klaren Kopf bewahren anging. Außerdem war er nicht so impulsiv, wie Emmett, sondern plante genauso, wie ihr Ehemann, lieber voraus. Mittlerweile sah sich die kleine Cullen dazu gezwungen auch darüber nach zu denken, ob sie mitgehen sollte oder nicht.
Doch bevor sie dazu kam, unterbrach ich temperamentvollster Sohn ihre Gedanken: „Wir sollten sofort aufbrechen! Jede Sekunde in der wir hier bleiben, ist Nessie näher an Volterra. Vielleicht sind sie schon längstens da. Planungen bringen hier nichts mehr, wir müssen diesen verfluchten Volturi die Köpfe einreißen …“ Das war wieder so typisch Emmett, das sich ein ganz kurzes, kleines Lächeln auf ihrem Gesicht bildete.
„Das, Emmett, ist das Dümmste, was wir machen könnten. Unvorbereitet haben wir noch weniger Chance Nessie und Jacob vor den Volturi zu retten. Außerdem hat dich deine Leichtsinnigkeit erst vor wenigen Stunden in Gefahr gebracht. Und nicht nur dich, sondern auch Teile deiner Familie und tot können wir für Renesmee und Jake auch nichts tun“, hielt sie ihn auf, denn so sehr sie auch wollte, dass ihre Enkelin und der Gestaltenwandler gerettet wurden, so sehr wollte sie ihre Familie nicht verlieren. Allein der Gedanke daran, schien ihr die Beine unter ihr wegzuziehen.
Nachdem sie sich nach dem kleinen Gefühlsausbruch wieder gefasst hatte, fügt sie ruhiger hinzu: „Ich denke jedoch, ich werde hier zu Hause bleiben. Schließlich habe ich hier gerade erst einen Job bekommen, den ich nicht gleich wieder verlieren möchte. Denn ich muss meine Pflicht als Lehrerin erfüllen. Außerdem muss sich ja auch jemand um Seth kümmern.“ Ein nicht ganz aufrichtiges Lächeln bildete sich auf dem Gesicht der Cullen, als sie neben Seth trat und ihm eine Hand an seinen Arm legte. Und wäre ich in eine Auseinandersetzung, wenn nicht sogar Kampf, involviert, würde ich mit den Gedanken in meinen Sorgen festhängen und alle in Gefahr bringen, fügte sie noch in Gedanken hinzu und sofort verschwand ihr Lächeln wieder.
Dann blickte sie wieder zu Carlisle, der immer noch nicht verraten hatte, ob er mitgehen würde. Doch war sich Esme sicher, dass er, als Oberhaupt der Cullens und Freund Aros, die anderen nicht alleine gehen lassen würde. So sehr es sie auch schmerzte ihn in große Gefahr laufen zu lassen, genauso wie den Rest ihrer Familie, wusste sie doch, dass es das Richtige war.
(((Hab ihn mir auf den Fingern gesaugt...entschuldigt mich, wenn er schlecht ist und das am Jubiläum..peinlich)))
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Di Apr 10, 2012 1:34 pm

Leere. Unfassbare Leere erfüllte Bella. Man hatte ihr alles genommen. Sie hatte nichts mehr. Ihre Tochter, ihr Leben, war entführt worden. Vom schlimmsten Albtraum ihrer schlaflosen Nächte.
Sie hörte ein Knacken und Schritte, doch sie hob nicht den Kopf. Es war ihr egal. Es war ihr egal, ob da ein Freund oder ein Feind kam. Es war ihr egal, ob sie lebte oder starb. Die Schritte kamen näher und nun nahm sie den Geruch Edwards wahr. Ihr Anker. Das letzte, was sie noch daran hinderte einfach loszustürmen, zu den Volturi. In den sicheren Tod. "Bella? Liebling ich....es tut mir so leid. Ich weiß wie du dich fühlst. Ich...Wir werden sie finden und ich verspreche dir, du bekommst sie wieder. Sie werden sie nicht behalten. Ich ....wir werden alles tun, damit Renesmee so schnell wie möglich da raus ist, aber du musst versuchen stark zu sein. Wir können nicht unvorbereitet losrennen. Nicht zu den Volturi." ‚Gar nichts verstehst du!’, hätte sie ihn am liebsten angeschrien. ‚Dir hat man nicht dein Ein und Alles weggenommen. Deinen Lebensinhalt. Das Kind, für das du dein Leben gegeben hättest.’ Doch sie konnte es nicht. Bella konnte sich nicht bewegen, es war als wäre sie eingesperrt in ihrem Körper. "Komm, ich bringe dich zurück ins Haus." Bella spürte, wie sie hochgehoben wurde. Dankbar schlang sie ihre Arme um seinen Hals und ließ sich tragen. Es war nicht so, dass sie nicht hätte laufen können, doch körperlich bestimmt, doch es wahr ihr rein psychisch nicht möglich auch nur einen Muskel zu bewegen. Edward lief ruhig, viel ruhiger als es Bella in dieser Situation geschafft hätte. Nach einer Ewigkeit, so schien es ihr, kamen sie am Haus an. Vorsichtig ließ Edward sie hinunter und sie sah ihn an. Eine Grimasse verzog sein Gesicht, es sollte wohl ein Lächeln sein. Sie wünschte sich von ganzem Herzen, er würde sie einfach in den Arm nehmen, sie fest an sich drücken und nie mehr loslassen. Doch das Einzige was er tat, war ein leichtes Streichen über ihre Wange. Dann nahm er ihre Hand: "Lass uns hineingehen Liebste, sie werden schon auf uns warten." Langsam folgte sie Edward zurück ins Haus.

Das Bild hatte sich in ihrer Abwesenheit komplett geändert. Alle waren da, alle außer Renesmee. Rosalie und Emmett standen beieinander und Bella sah in Rosalies Augen eine schwache Version dessen was *sie* gerade fühlte. Carlisle und Esme standen dort und Seth dazwischen. Alice und Jasper kamen gerade die Treppen hinunter. Alice sah schlimm aus, insofern dass sie überhaupt schlimm aussehen konnte, doch sie sah müde aus. Ein bisschen wie sie sich selbst fühlte. „Ihr müsst nichts sagen. Die Volturi, nicht wahr? Aber ich kann so nichts sehen, nicht einmal ansatzweise.“ Bella hatte es gewusst, doch trotzdem zerbrach etwas in ihr. Ein kleines Stückchen Hoffnung. Alice hatte Nessie noch nie wirklich sehen können, doch tief in ihrem Herzen hatte sie gehofft, gefleht, es möge sich etwas verändert haben. „Es tut mir so leid… Wir werden sie wieder zurück holen. Das Recht ist immerhin auf unsrer Seite.“ Das Recht. Als ob Aro sich darum kümmern würde. Aro. Es tat schon weh nur seinen Namen zu denken. Es tat weh und schürte eine Glut in ihr. Dieser Mistkerl war an allem Schuld! Sie spürte noch, wie ihre beste Freundin ihr die Hand drückte, doch dann sah sie buchstäblich rot. Dieser Mistkerl, mit seiner elenden Habgier. Nur weil er etwas haben wollte, etwas was er nicht notwendigerweise brauchte, sondern nur um seine „Sammlung“ zu vergrößern, nahm er ihr ihr Kind weg. Das Kind das *sie* brauchte. Nur um sein Gefühl der Überlegenheit und Macht nicht zu verlieren. Bella grub ihre Finger in die Kommode neben sich. Ihre Finger glitten durch das Holz wie durch Butter, doch sie konnte sich nicht mehr halten. Die Volturi hatten es schon einmal fast geschafft ihr Leben zu zerstören, damals war sie bereit gewesen zu sterben, mit der Gewissheit, dass Nessie in Sicherheit war. Doch dass sie nun versuchten ihr Leben durch ihre Tochter zu ruinieren, das brachte das Fass zum überlaufen. Mit einer kurzen Bewegung ihrer Hand war die Kommode zerbrochen und die Aufmerksamkeit der Anwesenden sicher. „Mir reichts! Ich kann hier nicht länger rumstehen. Mit Planung kommen wir hier nicht weit. Aro hat sicher schon alles vorausgeplant. Er wird es als Angriff auf die Volturi hinstellen, etwas Unrechtes, weil Renesmee ja „freiwillig“ bei ihnen ist.“ Keiner sagte etwas. Sie packte einen Stuhl und schleuderte ihn von sich, ein Krachen sagte ihr, dass sie die Scheibe getroffen hatte, doch das kümmerte sie nicht. Bella wollte ihre Tochter zurückholen und sie würde jeden der sich ihr in den Weg stellte beiseite räumen. „Ist euch klar, was sie ihr antun? Dass sie sie im Augenblick wahrscheinlich sogar foltern? Wir müssen los, sofort, es gibt nichts zu planen, weil wir sie überraschen müssen. DIESE DRECKSKERLE HABEN MEINE TOCHTER UND IHR WOLLT PLANEN?“ Ihre Augen funkelten. Sie war innert einer Zehntelsekunde an der Tür. „Entweder ihr kommt mit, oder nicht, aber entscheidet euch. Ich laufe *jetzt* los und wir haben verdammt nochmal genug Zeit über irgendwelche sinnlosen Manöver zu diskutieren, während wir laufen!“ Sie blickte aufgebracht in die Runde.

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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Mi Apr 11, 2012 2:41 am

Wie in Trance schob Edward Bella in das bereits mit seiner Familie gefüllte Wohnzimmer. Bella lehnte sich an ihn, vergrub ihren Kopf vor Verzweiflung bebend an seine Brust, doch die Angst, die sich seiner bemächtigt hatte lähmte ihn, machte ihn starr und taub. Er hatte einen Arm schützend um sie gelegt, doch er brachte die Kraft nicht auf sie an sich zu drücken.
Was konnte er nur tun, was sollte er tun?
Die Flut der Gedanken seiner Familie brach über ihn ein. Am liebsten hätte er laut geschrien, hätte ihnen gesagt sie sollen still sein, denn ihre Gedanken und die damit verbundenen Bilder schwelten wie ein stetig sich steigerndes Feuer in ihm.
Renesmee – was geschah gerade in diesem Moment mit ihr? Was würde Aro mit ihr tun, würde er sie als sein persönliches Kleinod ansehen und sie gierig vor den Augen der anderen Wachen verbergen, oder würde er sie seinem sadistischen Bruder ausliefern. Caius, diesem monströsen Tier, den nichts anderes in seiner Existenz mehr freute als andere Kreaturen zu quälen und zu erniedrigen.
Die Gedanken an seine kleine Tochter brachten Edward an den Rand des Erträglichen. Die Stimmen um ihn herum bestätigten ihm, dass seine Familie ausnahmslos in einem ähnlichen Gemütszustand war und er zwang sich ihnen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Alice versuchte verzweifelt ihre Gedanken zu sammeln, doch auch sie war zu verwirrt, zu sehr von den vielfältigen Eindrücken, die auf sie einstürmten gefangen und verzweifelt rannte sie hinaus, um im Wald Ruhe und Konzentration zu finden.
‚Oh Gott, wenn sie nichts sehen kann – was um alles in der Welt können wir tun?’ Edward wusste worauf sie sich einließen. Er war bereits in Volterra gewesen, hatte sich ihnen freiwillig ausgeliefert – Damals – hatte ihre Übermacht gespürt, ihre abartigen und beeindruckend organisierten Gedanken gehört. In diesen Hallen hätten sie keine Chance, die Volturi waren zu viele, mit zu mächtigen Gaben ausgestattet, als das er sich einer trügerischen Hoffnung hingeben konnte.
„Dazu müssen wir nur ruhig bleiben und einen Plan machen. Auf keinen Fall dürfen wir jetzt aus Wut und Angst handeln. Das würde nur in einem Kampf enden, den wir unmöglich gewinnen können.“ Dankbar sah Edward in Jaspers entschlossene, ehrliche Augen. Ja, auch er hatte große Zweifel, ob der Stärke ihrer kleinen Familie. Edward wusste, dass Jasper es lieber sehen würde, wenn Alice nicht mit nach Volterra ginge. Gerade sie, die Aro so sehr begehrte, wollte er so weit wie möglich von diesem Ort entfernt wissen.
Edward hörte Seth Gedankenstimme. Er hatte bereits die Fährte im Wald gefunden und die richtigen Schlüsse gezogen und die tiefe Sorge um seinen Anführer und um Nessie und die gleichzeitige Erkenntnis, dass er in diesem Gefüge keine Hilfe sein konnte, sondern eher Ballast zerrissen Edward erneut. Seth Schmerz über seine Hilflosigkeit und sein gleichzeitiges rationales Überlegen, womit er eine wirkliche Hilfe wäre, beeindruckten Edward tief und beschämt versuchte er seine eigene Unfähigkeit einen klaren Entschluss zu fassen, ruhiger zu sein und das Richtige für seine Tochter und seine Familie zu tun in den Griff zu bekommen.
„Wir sollten sofort aufbrechen! Jede Sekunde in der wir hier bleiben, ist Nessie näher an Volterra. Vielleicht sind sie schon längstens da. Planungen bringen hier nichts mehr, wir müssen diesen verfluchten Volturi die Köpfe einreißen …“, polterte Emmett aufgebracht. Edward hätte fast hysterisch gelacht. Natürlich wählte Emmett die ihm einzig einleuchtende Möglichkeit des brachialen frontalen Angriffs. Als wenn es ein Footballspiel wäre, mit ihm als Quarterback!
„Das, Emmett, ist das Dümmste, was wir machen könnten. Unvorbereitet haben wir noch weniger Chance Nessie und Jacob vor den Volturi zu retten.“ Die sanfte, leicht zitternde Stimme seiner Mutter Esme, die seinen impulsiven Bruder auf den Boden zurückholte legte sich wie Balsam auf seine angespannten Nerven. Esme hatte beschlossen hierzubleiben und er hörte Seth Entschluss Sie, seine neue Mutter und alle Cullens die hierbleiben würden zu schützen. Denn da gab es immer noch Gefahren, die sie nicht außer Acht lassen durften. Ein Gefühl der Erleichterung und tiefen Dankbarkeit durchdrang Edward und er nickte Seth tief bewegt zu.

Der Gedankenleser sah in den Raum und wurde sich bewusst, was sie aufs Spiel setzen würden. Esme, Carlisle, Emmett, Rosalie sie alle hatten zwar Kampferfahrung, aber auf keinen Fall mehr als die Volturiwachen. Sie alle besaßen keine weiteren Gaben und wären ihnen unendlich unterlegen.
Alec, der ihnen ihre Sinne abschneiden würde, Chelsea, die ihnen den Willen und die Verbindung zu ihrer Familie nahm und nicht zuletzt Jane, die sie foltern würde.
Wie ein stumpfes Eisen rammte sich die Erinnerung an seine eigene Erfahrung mit Jane in seinen Leib und er dachte erneut an Renesmee. Würde Aro zulassen, dass Jane ihr das antat? Sie war doch so zart, so jung, sie war – menschlich! Edward ließ seinen Arm sinken und erneut fühlte er die Machtlosigkeit, die Verzweiflung und gleichzeitig den Keim der Entschlossenheit seine Tochter zu befreien und seine Familie zu schützen.

Erinnerungen an die Planung für die letzte Begegnung mit den Volturi kamen ihm in den Sinn. Bella war bereit gewesen ihren Schirm so lange über ihre Familie zu halten, bis sie es geschafft hätten die maßgeblichen Wachen – Alec, Demetri, Jane und Chelsea – auszulöschen. Er hatte zugelassen, dass Bella damit in den Focus des Hauptangriffes der Volturi gerückt war. Damals wussten die Volturi nicht, dass Bellas Schirm ein rein gedankliches Abwehrmittel war, in das sie problemlos körperlich eindringen konnten und der seine Wirkung sich umkehrte, für alle die darunter waren.
Heute wussten sie es – sie würden sich kein zweites Mal lange davon aufhalten lassen und es wäre Bella, die sie als erstes auslöschen würden.
NEIN – NIEMALS! Er würde es nicht zulassen, dass sie sich zur Zielscheibe machte!

Es waren nicht mehr als fünf Minuten seit ihrem Eintreten in das Wohnzimmer vergangen und doch erschien es ihm wie eine Ewigkeit. Bella hatte sich von ihm gelöst, aufgebracht und angespannt hatte ihr vorwurfsvoller Blick ihn getroffen.
Ja, sie hatte recht. Er trug ein großes Maß an Schuld für diese Situation. Er sollte mehr tun, als in Angst zu verfallen. Sie erwartete mehr von ihm – und er würde immer alles für sie geben, das war leicht, denn sie war sein Leben.

Ein kreischendes, schleifendes Geräusch entstand, als Bella ihre Hand in die Kommode bohrte. Sie atmete aufgebracht und außer Kontrolle schrie sie ihre Familie an:
„Mir reichts! Ich kann hier nicht länger rumstehen. Mit Planung kommen wir hier nicht weit. Aro hat sicher schon alles vorausgeplant. Er wird es als Angriff auf die Volturi hinstellen, etwas Unrechtes, weil Renesmee ja „freiwillig“ bei ihnen ist.“
Starr vor Überraschung fuhren die Köpfe zu ihr. Edward stöhnte auf, er kannte Bellas impulsives Temperament, mit dem sie sich und alle Beteiligten in Forks mehr als einmal in höchst zweifelhafte Situationen gebracht hatte.

Bella packte einen Stuhl und schleuderte ihn mit voller Wucht in eine Fensterscheibe, die krachend zersplitterte. Bella raste vor verzweifelter Wut und irrationalem Aktivismus. Sie stand völlig neben sich und gefährdete sich selbst mehr als sie ermessen konnte.
„Ist euch klar, was sie ihr antun? Dass sie sie im Augenblick wahrscheinlich sogar foltern? Wir müssen los, sofort, es gibt nichts zu planen, weil wir sie überraschen müssen. DIESE DRECKSKERLE HABEN MEINE TOCHTER UND IHR WOLLT PLANEN?“

Edwards Innerstes brodelte bei ihren Worten gefährlich auf. Ja natürlich, sie sah wieder einmal nur sich, ohne Rücksicht auf das, was sie damit anrichtete. ‚Ihre Tochter! Aha.’ Es war so typisch für Bella nicht sehen zu wollen, dass alle Anwesenden an Nessies Schutz gelegen war, ganz zu schweigen von ihm, ihrem Vater.
Ihre Augen funkelten ihn kampflustig an. Sie war absolut außer sich und weit ab jeder Selbstbeherrschung.
„Entweder ihr kommt mit, oder nicht, aber entscheidet euch. Ich laufe *jetzt* los und wir haben verdammt nochmal genug Zeit über irgendwelche sinnlosen Manöver zu diskutieren, während wir laufen!“ Aufgebracht blickte sie in die Runde. Wäre die Situation nicht so verzweifelt, hätte man glatt lachen können.
Sie war drauf und dran, blindwütend loszustürmen und mit dieser trotzigen unüberlegten Reaktion ihre Tochter womöglich dem Tod näher zu bringen, als sie auch nur erahnen konnte. Edward war sich sicher, das Caius Nessie lieber zerstören würde, als sie Bella zurückzugeben, denn diese ganze Aktion verfolgte nur ein Ziel – die Zerstörung von ihm Edward und vor allem Bella. Selbst wenn Aro Nessie behalten wollte, als kostbares Kleinod in seiner Sammlung, so verfolgte Caius andere Ziele – ganz andere!

Er knurrte leise und sprach so ruhig wie es ihm möglich war.
„Bella bitte überleg was du da tust! Du setzt das Leben UNSERER Tochter aufs Spiel, nur weil du glaubst einer Sache gewachsen zu sein, die du absolut falsch einschätzt. Glaubst du ernsthaft ich mache mir keine Sorgen um Renesmee? Glaubst du wirklich ich bin bereit sie länger als nötig bei diesen Tieren zu lassen? Ich lasse nicht zu, dass du dich, UNS und vor allem Nessie aus einer Rage heraus in Gefahr bringst. Hab Vertrauen Bella. Alice kann und wird sehen, was in Volterra sein wird. Auch wenn sie Nessie und Jake nicht sehen kann, sie kann die Stadt und den Palazzo sehen und kann uns sagen, was außerhalb auf uns wartet, oder bist du der Meinung die hocken in ihren Gewölben und bohren in der Nase, bis wir an ihre Tür klopfen?
Ich bin mir nicht sicher, ob Alice uns begleiten wird und ehrlich gesagt ist mir jeder der hierbleibt lieber, da ich es nicht ertragen kann zu wissen, dass sie sich für uns und unsere Tochter der Vernichtung ausliefern. Aber wir sind eine Familie und wir werden diesen Weg gemeinsam gehen – nach reiflicher Überlegung. Renesmee ist jetzt in diesem Moment in den Hallen der Volturi und ich bin davon überzeugt, dass ihr Leben derzeit sicherer ist, als du vielleicht glaubst. Ich baue darauf, dass Aro es nicht zulassen wird, das jemand seinem „Neuen Schatz“ etwas antun wird. Also versuche bitte um ihrer und unserer Willen deine Gefühle in den Griff zu bekommen, denn so nützt du niemandem!“ Sein Blick wurde zärtlicher, flehender und er wollte sie an sich ziehen, um sie tröstend in seine Arme zu schließen, doch mit einem letzten aufgebrachten Blick stürmte sie aus dem Haus. Edward schüttelte enttäuscht den Kopf und sah zu seinem Bruder.
„Jasper bitte versuche mit Alice zu sprechen. Wir sollten wissen, was sie gesehen hat, bevor wir in Volterra eintreffen.“ Sein Blick glitt über die Gesichter der anderen und sich innerlich aufrichtend nickte er ihnen zu.
„Ich möchte von keinem von Euch verlangen mir zu folgen, aber ich muss zu Bella. Wie immer ihr entscheidet, es ist das Richtige was ihr tut. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.“

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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Mi Apr 11, 2012 3:14 am

Seth achtete nicht weiter auf die Reaktionen der anderen Cullens auf seine Worte. Für ihn zählte nur eine Meinung - Edwards. Es lag nicht daran, dass er einer Seths bester Freunde war oder das sie schon einmal im Kampf Gefährten gewesen waren. Viel mehr lag es daran, dass er ihm einfach vertraute und er Dinge wusste, die den meisten hier anwesenden auf ewig verborgen bleiben würden. Sicher wusste er in einer Situation wie diesen auch nicht hundertprozentig was er tun solle. Immerhin hatten sie seine Tochter entführt. Aber Seth wusste, dass er gerade jetzt einen kühlen Kopf behalten würde. Seth selbst glaubte nicht, dass die Volturi Renesmee irgendwas antun würden. Nein, dass hätten sie auch hier machen können. Sicherlich wollten sie die Cullens schon allein auf Grund der Tatsache, dass sie ihnen genommen wurde - direkt vor ihren Augen - einen Schlag versetzen. Dass hatte ja gut funktioniert. Doch so schnell gaben sie sich nicht geschlagen. Sie hätten es besser wissen müssen. Die Cullens würden um ihre Familie kämpfen. Und wieder kochte im Gestaltenwandler kurz die Wut auf nicht dabei sein zu können. Doch er unterdrückte dieses Gefühl und sah zurück zu Edward. Dieser erfasste jeden seiner Gedanken genau und nickte ihm bestimmend zu. Also stand es fest. Der Clearwater würde hier bleiben und er würde diejenigen die dies ebenso taten beschützen. Mit allen Mitteln. Sobald es ging, würde er sich auf dem Weg zum Gestaltenwandler in der Schule machen.
Er sah kurz aus dem Fenster und stellte fest, dass sich die Nacht bereits dem Ende neigte. Der nächste Tag war schon angebrochen. Die letzten Stunden hatten einfach alles verändert. Von dem Glück vor einigen Stunden war nicht mehr viel übrig geblieben. Kurz hing er seinen Gedanken nach, als Emmett sich in den Vordergrund der Diskussion stellte und typisch offensiv und selbstbewusst verkündete, dass es am besten war jetzt gleich los zu gehen. Seth legte die Stirn in Falten und überlegte. Einerseits konnte er Emmett total verstehen und ihm ging es ähnlich. Auch er würde am liebsten gleich los laufen. Aber wie sich bei den meisten Geschichten heraus stellte, war das immer ein Fehler. Doch dies hier war keine Geschichte, es war Wirklichkeit. Abwartend sah der Quileute von Carlisle zu Edward hin und her. Wer von beiden würde dem aufgebrachten Cullen wohl als erstes sagen, dass es eine schlechte Idee war?
Doch zu seiner Überraschung war es Esme, die ihren Sohn versuchte zur Besinnung zu bringen.
Außerdem hat dich deine Leichtsinnigkeit erst vor wenigen Stunden in Gefahr gebracht. Autsch das saß aber. Mütterlicher Tadel. Ob das in der momentanen Lage so ratsam war? Seth würde gerade jetzt nicht auf die Idee kommen Emmett reizen zu wollen. Er sah ja jetzt schon aus, als würde er jeden Moment aus dem Haus stürmen. Er war überrascht als Esme neben ihn trat und verkündete, dass sie hier bleiben würde. Natürlich brachte sie wieder das Beispiel, dass sie sich auch um Seth kümmern müsse. Er schenkte ihr zwar ein Lächeln, doch ein unwichtiges Thema wie Essen oder der Gleichen spielte hier nun wirklich keine Rolle. Auch, wenn er ihr natürlich für all das sehr dankbar war.
Ein ziemlich lautes Geräusch drang an die Ohren des Wolfsjungen, als Bella wütend ihre Hand in eine Holzkommode bohrte. Seth schluckte hart. So einen hasserfüllten Gesichtsausdruck hatte er an seiner Stiefschwester noch nie gesehen. Doch er konnte sie nur zu gut verstehen. Es ging um Nessie. Ihre Tochter. Ihr ein und alles.
„Mir reichts! Ich kann hier nicht länger rumstehen. Mit Planung kommen wir hier nicht weit. Aro hat sicher schon alles vorausgeplant. Er wird es als Angriff auf die Volturi hinstellen, etwas Unrechtes, weil Renesmee ja „freiwillig“ bei ihnen ist.“ Seth sah weg und ballte die Hände zur Faust. Natürlich würden sie das tun. Die Volturi legten sich immer alles so wie es passte. Diese Drecksäcke. Es wäre besser für die ganze übernatürliche Welt wenn diese *königsfamilie* endlich ausgerottet werden würde. Seth würde nur zu gerne dabei helfen. Ein weiterer heftiger Klang ertönte als die Kommode schließlich in die Brüche ging. Doch dies allein reichte nicht. Die Augen des Gestaltenwandlers sahen ihr zu wie sie einen Stuhl nahm und ihn mit voller Wucht durch ein Fenster im Wohnzimmer warf. Das Glas zersplitterte in tausend winzige Teile und draußen konnte man auch das Material des Stuhles zerbersten hören. Der Quileute atmete tief ein und versuchte sich nicht von Bella anstecken zu lassen. Er blickte kurz zu Emmett und meinte einen zufriedenen Gesichtsausdruck bei ihm zu erkennen. Sicherlich sagte ihm das Verhalten seiner jüngsten Schwester mehr als zu. Edwards Frau erhob die Stimme und schrie ihrer Familie Worte entgegen die schmerzten. Glaubte sie wirklich, niemand dachte so weit? Doch Seth versuchte diese Gedanken zu verdrängen. Versuchte nicht daran zu denken was Jacob in Italien passierte. Was sie mit ihm anstellten. Irgendwelche kranken Experimente. Der Clearwater schüttelte den Kopf und versuchte die schmerzenden Bilder vor Augen wieder los zu werden. An so etwas durften sie nicht denken. Dass würde ihnen allen nur noch mehr schaden und es würde sie wahnsinnig machen und von innen heraus irgendwann zerbrechen. Bella schrie weiter und ihre Augen funkelten als sie in sekundenschnelle die Haustür erreicht hatte.
Ich laufe *jetzt* los und wir haben verdammt nochmal genug Zeit über irgendwelche sinnlosen Manöver zu diskutieren, während wir laufen!“ Doch es sah nicht so aus, als würde sie wirklich auf eine Antwort warten. Noch bevor Seth ausatmete, war sie verschwunden. Er sah machtlos zu der Stelle an der sie eben noch gestanden hatte. Hoffentlich geschah ihr nichts. Jetzt wo sie weg war, schien alles nur noch realistischer zu sein als vorher.
Edwards Versuch sie zu beruhigen war vergebens. Seth konnte den Schmerz in seinen Augen sehen. Sicherlich war er innerlich genau so zerissen wie sie alle hier. Er wollte ganz sicher auch nichts anderes als seine Tochter so bald wie möglich aus den Fängen der Volturi zu befreien, doch er wusste, dass es nichts brachte jetzt blind drauf los zu stürmen. Edward wand sich an Jasper mit der Bitte das dieser versuchte Alice zu finden. Damit hatte er Recht. Alice konnte vielleicht irgendetwas wichtiges sehen. Ein Ereignis was für die Cullen-Familie (und Seth zählte sich mitlerweile wirklich dazu) von Bedeutung war.
Danach verabschiedete auch er sich von seiner Familie. Immerhin war noch nicht genau geklärt wer den nun alles mit kam oder nicht. „Ich möchte von keinem von Euch verlangen mir zu folgen, aber ich muss zu Bella. Wie immer ihr entscheidet, es ist das Richtige was ihr tut. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.“ Seth biss die Lippen fest auf einander und nickte seinem Freund zu. "Wenn ihr mich doch braucht, werde ich kommen ohne zu Zögern. Ich hoffe du weist dass." Er ignorierte wieder die Blicke der anderen. Ihm war klar, dass seine Haltung nicht unbedingt als Reif sondern auch als Feige anerkannt werden konnte. Doch er wusste, dass es richtig war wie er sich verhielt und alles andere nur vergebene Liebesmüh.
Er war sich sicher weder Edward noch Bella noch einmal zu sehen bevor sie aufbrachen und das selbe Galt sicherlich für Emmett und somit auch für Rosalie.
Aber er würde nicht tatenlos zu sehen wie sie einer nach dem anderen das Haus verließen um für die Familie zu kämpfen.
Die Zeit verging immer mehr und bald war der späte Morgen angebrochen. Er musste ebenfalls jetzt etwas tun und handeln. Schon allein um nicht noch mehr das Gefühl zu bekommen nutzlos zu sein.
Er wand sich den anderen kurz zu bevor er den Raum verließ. "Ich gehe auch. Ich versuche etwas über die Gestaltenwandler hier raus zu bekommen." Er sah nur kurz zu den übrig gebliebenen *Kinder* der Cullens. "Ich gebe euch mein Wort. Ich werde auf Esme aufpassen." Mit diesen Worten schritt auch er zur Tür und atmete den kühlen Morgenluft ein. Er nahm den Geruch von Edward und Bella deutlich wahr. Es wäre ein Kinderspiel ihnen zu folgen. Doch er hatte sich entschieden. Mit gemischten Gefühlen machte der Quileute sich auf in die andere Richtung. Er versuchte die Gedanken an Volterra, an Jacob und an Nessie auszublenden.

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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Do Apr 12, 2012 6:38 am

Nachdem Emmett lautstark seine Meinung gesagt hatte zählte er innerlich bis drei. Eins … zwei … drei … und schon hatte er eine Gegenstimme. Warum hörte eigentlich nie jemand auf ihn? Damals als die Volturi sie das erste Mal bedroht hatten war es seine Idee gewesen Zeugen für Nessie auf ihre Seite zu ziehen – und hatte er nun irgendetwas davon? Nein! Es war eine tolle Idee gewesen – die, oh Wunder, auch funktioniert hatte und trotzdem behandelte seine Familie ihn meistens wie ein kleines Kind und nahmen ihn nie wirklich ernst.
Der Cullen verdrehte nur genervt die Augen, als Esme ihn mit leiser Stimme tadelte.
„Das, Emmett, ist das Dümmste, was wir machen könnten. Unvorbereitet haben wir noch weniger Chance Nessie und Jacob vor den Volturi zu retten. Außerdem hat dich deine Leichtsinnigkeit erst vor wenigen Stunden in Gefahr gebracht. Und nicht nur dich, sondern auch Teile deiner Familie und tot können wir für Renesmee und Jake auch nichts tun.“
Seine Leichtigkeit hatte die Familie in Gefahr gebracht? Nun war sie viel mehr in Gefahr, wenn Seth und Jasper ihn nicht beschwätzt hätten und er Demetri wirklich einen Kopf kürzer gemacht hätte, würden sie vielleicht nicht in der aktuellen Lage stecken.
Einerseits konnte er es verstehen das die restlichen Cullen Angst hatten Hals über Kopf nach Volterra zu marschieren und das zu fordern was zu ihnen gehörte – vielleicht waren sie einfach nicht so sehr von sich selbst überzeugt? Aber hier ging es doch um etwas!
Emmett merkte wie die Wut weiter in ihm brodelte und er ballte seine Hände zu steinernen Fäusten. “Nur nicht ausrasten … damit hilfst Du niemanden und am wenigsten Nessie …“, redete er sich in Gedanken zu, aber seine Wut wollte trotzdem nicht abschwellen. Er meinte gleich rot sehen zu müssen, wenn noch irgendjemand weiter diskutierte. Egal wie lange sie darüber reden würde, es gab keine glorreiche Möglichkeit Nessie da raus zu holen ohne sich in Gefahr zu begeben. Die Volturi herauszufordern ging damit einfach Hand in Hand. Und es würde immer ein Risiko geben, aber weiterhin nichts zu tun war einfach keine Option.
Emmett streifte seine Brüder und Schwestern mit aufmerksamen Blicken. Er sah die verschiedenen Emotionen in ihren Gesichtern, aber er konnte nur seine eigene Wut wirklich nachempfinden. Alice sah aus als würde sie sich schreckliche Selbstvorwürfe machen, vermutlich weil sie Nessies Zukunft nicht sehen konnte und sie wusste das die Cullens sich immer auf sie verließen – das sie nun blind war, ließ sie alle um einiges schlechter aussehen.
Jaspers Gehirn arbeitete augenscheinlich auf Hochtouren. Wenn es jemand schaffen würde möglichst schnell irgendeine ausgeklügelte Strategie zu entwickeln, dann wohl er. Aber Emmett wünschte sich er würde seine Bedenken einfach mal über Board werfen und auf die Schnelle aufbrechen – vollkommen ungeplant, aber das verstieß vermutlich gegen seine Natur. Wenn man so lange ein Soldat und einem der größten Kriege der Geschichte gekämpft hatte, war es wohl ziemlich schwierig unbewaffnet und ohne Strategie in ein feindliches Gebiet einzudringen. Aber Emmett war viel mehr der Meinung das Jasper ihre Stärke und ihre Gaben falsch einschätzte, sie hatten alle eine Chance und sie würden diese verfluchten Italiener dem Erdboden gleich machen!
Emmetts Blick huschte weiter zu Edward, dem man den Schmerz ansehen konnte, aber auch er schien von der Idee einfach aufzubrechen nicht besonders viel zu halten. Machte er sich Sorgen alle in Gefahr zu bringen? Sollte er sich nicht lieber darum sorgen was Nessie derweilen aushalten musste? Jede Sekunde in der sie in den Händen der Volturi war, war zu lange …
Bella sah sehr, sehr wütend aus. Und sehr traurig, es tat beinahe weh sie anzusehen. All die Cullens waren geschockt von ihrem überraschenden Verlust, alle konnten es nicht verstehen und vermutlich hatten sie nicht einmal annähernd begriffen welche Konsequenzen auf sie zukommen könnten, aber was war das im Vergleich zu der Trauer einer Mutter? Bella hatte so viel mehr verloren und sie war auch die Einzige die ihren Schmerz nicht hinter einer Maske der Geschäftigkeit versteckte. Nein, sie schaute ihre Familie mit wütendem Blick an … und irgendwann schien sie es nicht mehr auszuhalten.
Mit der fließenden Handbewegung zerschmetterte sie die hölzerne Kommode – Emmett wollte gar nicht wissen wie alt sie wohl gewesen und wie viel Geld Esme für sie ausgeben hatte – und begann zu schreien. Emmett hätte sich wohl über ihren Ausbruch erschreckt, wenn er sie nicht bereits einige Sekunden beobachtet hätte:
. „Mir reichts! Ich kann hier nicht länger rumstehen. Mit Planung kommen wir hier nicht weit. Aro hat sicher schon alles vorausgeplant. Er wird es als Angriff auf die Volturi hinstellen, etwas Unrechtes, weil Renesmee ja „freiwillig“ bei ihnen ist.“
Dann packte sie einen Stuhl und schmetterte ihn durch die Glasscheibe, die in winzigkleine Einzelteile zerbrach. Emmett spürte nur wie sich ein leichtes Lächeln auf seine Lippen legte. Er hatte immer gewusst dass aus Bella ein wunderbarer Vampir werden würde!
Die Cullens hörten wohl nicht darauf wenn er laut wurde, aber sie würden doch wohl auf Bella hören, oder nicht? Immerhin hatte sie bei dieser Sache einen Großteil mitzureden, sie war die Mutter, was hieß das sie am meisten verlieren würde, wenn sie nun eine falsche Entscheidung treffen würden. Und nach Emmetts Meinung sah es so aus als würden sie diese gerade fällen …
„Ist euch klar, was sie ihr antun? Dass sie sie im Augenblick wahrscheinlich sogar foltern? Wir müssen los, sofort, es gibt nichts zu planen, weil wir sie überraschen müssen. DIESE DRECKSKERLE HABEN MEINE TOCHTER UND IHR WOLLT PLANEN?“
Mit abwesendem und auch etwas bewundernden Blick nickte Emmett … Sie hatte vollkommen Recht und waren das nicht aus seine Gedanken und Worte gewesen? Mittlerweile war es mucksmäuschenstill im Raum – niemand wagte es etwas zu sagen, vielleicht hatten sie Angst dass Bella ansonsten noch mit mehr Möbel werfen würde. Vielleicht verstanden sie aber auch endlich was Bella ihnen sagen wollte.
Aufgebracht wandte sich die Vampirin um und meinte dass sie nun loslaufen würde, und es sah ganz danach aus als würde sie es im Zweifelsfalle auch alleine tun.
Bella wollte gerade – dem Stuhl folgend – herausstürmen, als Edward zu sprechen begann. Unwillig blieb sie stehen und lauschte den Worten ihres Mannes.
Edward war der Meinung das Bella sie alle und auch Nessie in Gefahr bringe würde, wenn sie nun einfach davoneilte. Er wollte darauf hoffen und warten dass Alice sehen würde was in Volterra vor sich geht.
Also versuche bitte um ihrer und unserer Willen deine Gefühle in den Griff zu bekommen, denn so nützt du niemandem!“, sagte Edward noch aufgebracht und vielleicht waren das nicht die Worte die Bella erhofft hatte, denn sie stürmte mit Zornesfalte im Gesicht aus dem Raum.
Emmett wusste das Edward ihr in den nächsten Sekunden nachlaufen würde, also drehte er sich schnell um und packte Rosalie bei den Schultern. Sanft drehte er ihr Gesicht seinem zu.
„Hör zu! Ich weiß Du willst mitkommen …“ sagte er leise, denn er sah die kalte Entschlossenheit noch immer in ihrem Blick. Kurz sah Emmett ihr tief in die Augen. Er wünschte sich sie würde nicht mitkommen, sie würde hierbleiben damit er sich keine Sorgen um sie machen musste. Er wünschte es wirklich und er hätte Rose das gerne alles gesagt, aber die Worte wollten nicht wirklich aus seinem Mund kommen. Aber vielleicht sah sie an seinem Blick was er eigentlich sagen wollte. Emmett nahm ihr Gesicht zwischen seine Hände und drückte ihr einen Kuss auf die Lippen. „Ich geh Edward nach – und Du kommst mit den anderen nach, ja? Vielleicht gibt es noch etwas was wir mitnehmen sollten …“ Er zuckte unwissend die Schultern und warf einen Blick über seinen Rücken. Edward war seiner Frau bereits nachgestürmt und aus seinem Sichtfeld verschwunden, nachdem er Jasper noch ein paar Anweisungen gegeben hatte. Klar, es wäre nicht Edward wenn er nicht versuchen würde die Situation unter Kontrolle zu halten. Aber Emmett wusste auch das er im Moment über nichts Kontrolle hatte und er wollte ihn ungern mit einer stinkwütenden Bella alleine lassen und er wollte ihn auch davon überzeugen nicht wieder zurück zu gehen und weiter zu „planen“, falls sie das was sie eben als getan hatten, so nennen wollten.

Emmett warf einen letzten Blick zurück ins Wohnzimmer und sprang dann aus dem Loch in der Glasscheibe, welches Bellas Wutattacke hinterlassen hatte. Schnell flitze er durch das hohe Gras in ihrem Garten und dem Geruch von Edward und Bella hinterher.
Schon nach wenigen Augenblicken wurde Edwards Duftmarke intensiver und Emmett drückte fest seine Füße in die Erde um seinen Bruder einzuholen. Mit raschen Bewegungen kletterte er einen nahen Baum hoch und schwang sich an einem dicken Ast wieder hinab. Durch den Schwung und die Kraft seiner Arme wurde er etliche Meter katapultiert und nach einem kurzen Augenblick hing er Edward an den Fersen.
„Nen bisschen langsamer machen kannst Du auch nicht?“, fragte Emmett genervt, aber er sah dass Edward nicht wirklich reagierte. Er machte sich vermutlich viel zu viele Sorgen über Bella, aber die hatten sie nach wenigen Metern so gut wie eingeholt.
„Du weißt ich würde dich niemals alleine gehen lassen, Bruder. Und ich bin mir sicher wir schaffen das alle. Die Italiener werden noch ihr blaues Wunder erleben. Die mach ich alle dem Erdboden gleich“, brummelte er leise und bei seinem letzten Satz schlich sich ein böses Lachen in seine Stimme.
Kurze Augenblicke liefen die beiden Brüder noch hinter Bella her – wusste sie eigentlich in welche Richtung sie musste? Wäre doch zu doof, wenn sie in ihrer Eiligkeit in die falsche Richtung aufgebrochen war, zuzutrauen wäre es ihr. Zu mindestens wäre es typisch für die alte, für die menschliche Bella gewesen … Aber Emmett konnte es kaum glauben, endlich waren sie auf dem Weg, sicherlich würden sie nun nicht mehr umkehren. Endlich, konnte er etwas Nützliches tun und Rosalie und wer sonst noch mitwollte würden sie bald erreichen und dann konnten sie endlich Nessie das raus holen und den Volturi ordentlich eins auf die Mütze geben!
„Hey Bella .. krasse Aktion im Wohnzimmer. Ich bin voll deiner Meinung“, grinste er seine Schwester an als sie sie endlich eingeholt hatten. „Warum hört auf mich eigentlich niemand wenn ich wütend bin … Naja, ich schmeiß auch nicht mit Stühlen. Keine Ahnung wie Esme das erklären will, dass war doppeltes Panzerglas …“

tbc: England ; Umgebung

// ²Bella & Edward: Wenn das Ende nicht passt und i.was anderes geplant habt, einfach Bescheid sagen! Wink //
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Fr Apr 13, 2012 11:49 pm

Seth kam herein, doch Rose war viel zu sehr mit ihren Gedanken beschäftigt, um sich wie sonst über den Geruch zu ärgern.
Er sah ziemlich geschockt aus und sagte, er wisse schon ungefähr, was passiert war.
Er entschied sich, hier in Fort William zu bleiben, und sich um die Gestaltenwandler, die sie in der Schule kennengelernt hatten, zu kümmern.
Rosalie hatte nicht damit gerechnet, dass auch nur einer zu Hause bleiben würde, sie hatte gehofft, dass, jetzt wo sie schon mit den Wölfen verbündet waren, alle gemeinsam die Rettungsaktion starten würden.
Emmett schien genauso aufgebracht wie sie zu sein, er lief im Zimmer hin und her und schnaubte. Schließlich rief er:
„Wir sollten sofort aufbrechen! Jede Sekunde in der wir hier bleiben, ist Nessie näher an Volterra. Vielleicht sind sie schon längstens da. Planungen bringen hier nichts mehr, wir müssen diesen verfluchten Volturi die Köpfe einreißen …“

Rosalie teilte seine Meinung nicht hundertprozentig, denn einfach planlos auf Volterra zuzurennen und zu hoffen, dass alles klappt war sehr leichtsinnig, doch auch sie konnte und wollte nicht länger warten.
Sie riss sich zusammen und setzte sich aufrecht hin.
Doch Esme versuchte Emmett schnell wieder zur Vernunft zu bringen.
Auch sie beschloss, zu Hause zu bleiben.
"Schließlich habe ich hier gerade erst einen Job bekommen, den ich nicht gleich wieder verlieren möchte. Denn ich muss meine Pflicht als Lehrerin erfüllen. Außerdem muss sich ja auch jemand um Seth kümmern.“

Plötzlich rastete Bella aus.
Sie schrie, sie könnten mit Recht sowieso nicht viel erreichen, und warf mit ihrer Vampirkraft den Stuhl, der in ihrer Nähe stand, durchs Zimmer. Ein paar Familienmitglieder konnten ihm grade noch ausweichen, bevor er das Fenster zerstörte.
„Ist euch klar, was sie ihr antun? Dass sie sie im Augenblick wahrscheinlich sogar foltern? Wir müssen los, sofort, es gibt nichts zu planen, weil wir sie überraschen müssen. DIESE DRECKSKERLE HABEN MEINE TOCHTER UND IHR WOLLT PLANEN?“

Außer sich rannte sie zur Tür, so schnell, dass menschliche Augen ihren Bewegungen nicht hätten folgen können.
Edward redete auf sie ein.
„Bella bitte überleg was du da tust! Du setzt das Leben UNSERER Tochter aufs Spiel, nur weil du glaubst einer Sache gewachsen zu sein, die du absolut falsch einschätzt. Glaubst du ernsthaft ich mache mir keine Sorgen um Renesmee? Glaubst du wirklich ich bin bereit sie länger als nötig bei diesen Tieren zu lassen? Ich lasse nicht zu, dass du dich, UNS und vor allem Nessie aus einer Rage heraus in Gefahr bringst. Hab Vertrauen Bella. Alice kann und wird sehen, was in Volterra sein wird. Auch wenn sie Nessie und Jake nicht sehen kann, sie kann die Stadt und den Palazzo sehen und kann uns sagen, was außerhalb auf uns wartet, oder bist du der Meinung die hocken in ihren Gewölben und bohren in der Nase, bis wir an ihre Tür klopfen?
Ich bin mir nicht sicher, ob Alice uns begleiten wird und ehrlich gesagt ist mir jeder der hierbleibt lieber, da ich es nicht ertragen kann zu wissen, dass sie sich für uns und unsere Tochter der Vernichtung ausliefern. Aber wir sind eine Familie und wir werden diesen Weg gemeinsam gehen – nach reiflicher Überlegung. Renesmee ist jetzt in diesem Moment in den Hallen der Volturi und ich bin davon überzeugt, dass ihr Leben derzeit sicherer ist, als du vielleicht glaubst. Ich baue darauf, dass Aro es nicht zulassen wird, das jemand seinem „Neuen Schatz“ etwas antun wird. Also versuche bitte um ihrer und unserer Willen deine Gefühle in den Griff zu bekommen, denn so nützt du niemandem!“

Seine Worte waren einleuchtend, doch Bella stürmte aus der Tür in den Wald hinein.
Edward bat Jasper, mit Alice zu sprechen.
Dann verabschiedete er sich von seiner Familie und folgte seiner Ehefrau.
Emmett kam auf Rosalie zu und griff nach ihren Schultern.
„Hör zu! Ich weiß Du willst mitkommen …“
, flüsterte er.
"Ich will und werde auch mitkommen, ich könnte es mir nicht verzeihen wenn ihr etwas passiert und ich nichts getan habe um sie zu retten!", sagte sie aufgebracht.
Er versuchte, sie zu übereden, hier zu bleiben.
"Na gut", willigte sie ein. "Aber wir kommen so bald wie möglich nach!"
Sie sagte es, um ihn zu beruhigen, doch ihr war klar, dass sie ihnen folgen würde, wenn die Familie nicht bald auf einen vernünftigen Plan kam.
Sie küssten sich noch einmal, dann sprang er durch die kaputte Scheibe, seinen Geschwistern hinterher.
Rosalie sah die anderen an.
"Ihr wisst, dass ich nicht gut planen kann. Bitte einigt euch darüber was wir machen können.
Ansonsten werde ich Bella, Edward und Emmett folgen und mit ihnen in Volterra auf euch warten."
Sie wäre mit jedem Plan zufrieden, der logisch und effektiv war.
Sie vertraute Jasper, sich bald einen auszudenken.
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Sa Apr 14, 2012 1:56 am

come from: Das Anwesen der Cullens :: Carlisle und Esmes Schlafzimmer

Worte, deren Bedeutung ihm nicht klar war, drangen an die Ohren des Clanoberhaupts. Zwar verstand er was gesagt wurde, aber nicht was es zu bedeuten hatte, sein Gehirn wollte die Informationen nicht verarbeiten, für den Vampir waren es bloß Buchstaben, die sinnlos aneinandergereiht wurden und keinen Sinn ergaben. Dann war da plötzlich eine Hand, deren Finger sich zart um seine schloss, jemand lehnte sich an seine Schulter, doch die warme Berührung war innerhalb von ein paar Sekunden wieder verschwunden und so war sich Carlisle nicht sicher ob er es sich nur eingebildet hatte - ob er nicht bloß geträumt hatte. Aber das Alles war natürlich Schwachsinn, wenn man wie er nie schlafen konnte, dann konnte man noch weniger Träumen. Das war das schreckliche am Vampirdasein - man konnte sich nicht, wie die meisten Menschen es taten, selbst belügen, indem man sagte, dass alles bloß ein schlechter Traum war. Das einzige was man tun konnte, war hoffen, hoffen, dass man irgendwann aufwachen würde und die Augen, sobald man in den Spiegel schaute, nicht mehr von diesem Goldton waren, die Haut nicht mehr in der Sonne glitzerte und das man nie wieder den Wunsch verspürte Blut zu trinken.

Polternde Schritte rissen den blonden Vampir aus seinen Gedanken und er wandte sich von dem Fenster ab, weg von der Dunkelheit, zurück in das hell erleuchtete Wohnzimmer. Inzwischen waren fast alle Familienmitglieder wieder da; Edward hatte Bella wieder zurück gebracht und auch Emmett, Alice und Jasper traten nun ins Wohnzimmer, selbst Seth war hier, wahrscheinlich angelockt von den Gerüchen draußen im Wald, die Gerüche, die das einzige Beweismittel waren, dass die Volturi Renesmee und Jacob hatten.
„Ihr müsst nichts sagen. Die Volturi, nicht wahr? Aber ich kann so nichts sehen, nicht einmal ansatzweise.“
Alice hatte das Wort ergriffen und schaute sich in dem großen Wohnzimmer um, sie schaute hinüber zu Bella und setzte dann noch hinzu:
„Es tut mir so leid… Wir werden sie wieder zurück holen. Das Recht ist immerhin auf unsrer Seite.“ Dann erklärte sie noch, dass sie Ruhe brauchte und verschwand dann durch die große Haustür in Richtung Wald. Kurz darauf betrat Esme wieder das Wohnzimmer, sie ging hinüber zu ihrem Ehemann und ergriff erneut seine Hand. Er erwiderte den Druck sanft, er war dankbar für den Halt den sie ihm gab und ihr schien es genauso zu gehen. Sie beide stützten sich gegenseitig, so war es schon immer gewesen. Er beobachtete gespannt die Szene die sich in dem Raum abspielte, manche gingen nervös auf und ab, andere standen angespannt in einer Ecke, aber ein was, war bei jedem der Vampire (und auch bei dem einem Gestaltenwandler) gleich: Die Sorge, um Nessie und Jake, die sich in jedem der Gesichter widerspiegelte.
"Alice hat Recht. Wir werden sie uns zurückholen. Wir haben es schon einmal geschafft, die Volturi soweit zu verunsichern, dass sie uns in Frieden ließen … Dazu müssen wir nur ruhig bleiben und einen Plan machen. Auf keinen Fall dürfen wir jetzt aus Wut und Angst handeln. Das würde nur in einem Kampf enden, den wir unmöglich gewinnen können“ , meinte Jasper und durchbrach somit die Stille, die sich kurzzeitig breit gemacht hatte. Dankbar blickte Carlisle zu seinem Sohn - Jasper war der beste Stratege der Familie und meistens war er auch, zusammen mit ihm selbst, mit einer der einzigen der in so einer Situation einen kühlen Kopf bewahrte.
Währenddessen hatte Seth verkündet, dass er in Fort William bleiben würde und Rosalie hatte bekannt gegeben, dass sie unbedingt mit gehen wollte. Verständlich, Renesmee war ihr wahrscheinlich genauso wichtig, wie sie es auch Bella war. Durch Renesmee hatte sie das, was sie sich immer gewünscht hatte, bekommen, zwar war es nicht ihr eigenes Kind, aber damals als Bella geschwächt war und alle dachten, dass es bereits zu spät war, hatte sie sich um sie gekümmert, also war es ganz klar, dass sie mitko...
Eine laute Stimme riss den Doktor aus seinen Gedanken, verwirrt blickte er sich um und sah Emmett, dem die ganze Situation nicht zu passen schien, so überraschten seine Worte vermutlich keinen von den Anwesenden.
„Wir sollten sofort aufbrechen! Jede Sekunde in der wir hier bleiben, ist Nessie näher an Volterra. Vielleicht sind sie schon längstens da. Planungen bringen hier nichts mehr, wir müssen diesen verfluchten Volturi die Köpfe einreißen …“
„Das, Emmett, ist das Dümmste, was wir machen könnten. Unvorbereitet haben wir noch weniger Chance Nessie und Jacob vor den Volturi zu retten. Außerdem hat dich deine Leichtsinnigkeit erst vor wenigen Stunden in Gefahr gebracht. Und nicht nur dich, sondern auch Teile deiner Familie und tot können wir für Renesmee und Jake auch nichts tun“, erwiderte Esme und anscheinend hatten ihre Worte ihn wieder etwas beruhigt. Zumindest für den Moment.
„Ich denke jedoch, ich werde hier zu Hause bleiben. Schließlich habe ich hier gerade erst einen Job bekommen, den ich nicht gleich wieder verlieren möchte. Denn ich muss meine Pflicht als Lehrerin erfüllen. Außerdem muss sich ja auch jemand um Seth kümmern“ , fügte sie noch hinzu, als niemand etwas sagte und wandte ihren Blick Carlisle zu.
Das Cullenoberhaupt war froh, dass er wenigstens seine Frau in Sicherheit wissen konnte, denn wenn ihr etwas passieren würde, würde er sich bis an den Rest seines Vampirdaseins Vorwürfe machen, er wollte sich nicht vorstellen, wie es wäre, wenn sie nicht mehr da war. Die ganzen Dinge die mit ihr verschwinden würden und seien es nur die kleinen Details, wie die Blumenvase auf der Kommode, in der immer ein paar frische Blumen waren oder die kleinen Zierdeckchen über den Beistelltischen. Wenn Esme nicht mehr da wäre, da war sich der blonde Cullen sicher, wäre in ihm nichts mehr als gähnende Leere.
Doch bevor Carlisle sich noch weiter in seine Gedanken hineinsteigern konnte, wurde er von einem knarrenden Geräusch abgelenkt.
Er blickte nach rechts, Bella stand neben der Kommode, ihre Finger hatte sich in das dunkle, frisch polierte Holz gekrallt und mit einer fließenden Bewegung ihrer Hand, zersplitterte die Kommode, die darauf stehende Blumenvase fiel zu Boden und verteilte das Wasser und die Tulpen quer über dem Wohnzimmer Boden und der Inhalt der Schubladen flog ebenfalls auf den Teppich.
Alle Blicke waren nun bei Isabella, die mit bebender Stimme anfing zu sprechen.
„Mir reichts! Ich kann hier nicht länger rumstehen. Mit Planung kommen wir hier nicht weit. Aro hat sicher schon alles vorausgeplant. Er wird es als Angriff auf die Volturi hinstellen, etwas Unrechtes, weil Renesmee ja „freiwillig“ bei ihnen ist.“
Sie machte eine kurze Pause, griff sich den erstbesten Gegenstand in ihrer Umgebung - ihre Wahl traf auf einen antiken Stuhl, den Esme für viel Geld bei einem Antiquitätenhändler erstanden hatte - und schleuderte ihn quer durchs Zimmer. Der Stuhl traf mit einer riesigen Wucht, gegen die große Fensterscheibe, die sofort zerbarst und die winzigkleinen Glassplitter wurden im gesamten Wohnzimmer verteilt.
„Ist euch klar, was sie ihr antun? Dass sie sie im Augenblick wahrscheinlich sogar foltern? Wir müssen los, sofort, es gibt nichts zu planen, weil wir sie überraschen müssen. DIESE DRECKSKERLE HABEN MEINE TOCHTER UND IHR WOLLT PLANEN?“ Sie schrie sich die Seele aus dem Leib und für einen Moment glaubte der blonde Cullen schon, dass sie ein weiteres Stück der Wohnzimmereinrichtung zerstören würde, stattdessen sprach sie aufgebracht weiter.
„Entweder ihr kommt mit, oder nicht, aber entscheidet euch. Ich laufe *jetzt* los und wir haben verdammt nochmal genug Zeit über irgendwelche sinnlosen Manöver zu diskutieren, während wir laufen!“
„Bella bitte überleg was du da tust!“, begann Edward auf sie einzureden. „Du setzt das Leben UNSERER Tochter aufs Spiel, nur weil du glaubst einer Sache gewachsen zu sein, die du absolut falsch einschätzt. Glaubst du ernsthaft ich mache mir keine Sorgen um Renesmee? Glaubst du wirklich ich bin bereit sie länger als nötig bei diesen Tieren zu lassen? Ich lasse nicht zu, dass du dich, UNS und vor allem Nessie aus einer Rage heraus in Gefahr bringst. Hab Vertrauen Bella. Alice kann und wird sehen, was in Volterra sein wird. Auch wenn sie Nessie und Jake nicht sehen kann, sie kann die Stadt und den Palazzo sehen und kann uns sagen, was außerhalb auf uns wartet, oder bist du der Meinung die hocken in ihren Gewölben und bohren in der Nase, bis wir an ihre Tür klopfen?
Ich bin mir nicht sicher, ob Alice uns begleiten wird und ehrlich gesagt ist mir jeder der hierbleibt lieber, da ich es nicht ertragen kann zu wissen, dass sie sich für uns und unsere Tochter der Vernichtung ausliefern. Aber wir sind eine Familie und wir werden diesen Weg gemeinsam gehen – nach reiflicher Überlegung. Renesmee ist jetzt in diesem Moment in den Hallen der Volturi und ich bin davon überzeugt, dass ihr Leben derzeit sicherer ist, als du vielleicht glaubst. Ich baue darauf, dass Aro es nicht zulassen wird, das jemand seinem „Neuen Schatz“ etwas antun wird. Also versuche bitte um ihrer und unserer Willen deine Gefühle in den Griff zu bekommen, denn so nützt du niemandem!“
Doch Bella schienen diese Worte nicht ein Mal ansatzweise zu interessieren, viel zu sehr hatte sie sich reingesteigert und jeden in dem Raum war klar, dass man ihre Meinung nicht ändern würde. Sie hatte ihren Standpunkt klar gemacht und bevor noch jemand etwas sagen konnte, war sie auch schon nach draußen verschwunden, sie rannte geradewegs in die Ungewissheit - ohne das sie jemand aufhalten konnte.
Edward sah ihr einen Moment lang hinterher und schüttelte dann ungläubig den Kopf, er wandte sich an Jasper und bat ihn nach Alice zu suchen - auch wenn klar war, dass sie nichts sehen konnte, man klammerte sich trotzdem an jeden kleinen Hoffnungsschimmer, der ihnen helfen würde, Renesmee und Jacob zu retten.
„Ich möchte von keinem von Euch verlangen mir zu folgen, aber ich muss zu Bella. Wie immer ihr entscheidet, es ist das Richtige was ihr tut. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder“, sagte er noch und schon war er, seiner Frau hinterher, in die Nacht gestürmt.
Nun begann Emmett auf Rosalie einzureden, doch der blonde Cullen achtete nicht auf die Beiden da Seth jetzt das Wort erhob.
„Ich gehe auch. Ich versuche etwas über die Gestaltenwandler hier raus zu bekommen“, sagte er und sah jeden der Verbliebenen kurz an. „Ich gebe euch mein Wort. Ich werde auf Esme aufpassen“, sagte er und ging durch die Tür.
Ich werde auf Esme aufpassen, die Worte hallten im Kopf des Vampirs nach. Er hasste sich selbst dafür, dass er nicht auf sie aufpassen konnte, denn auch wenn er es noch nicht gesagt hatte, er würde mitgehen, wahrscheinlich war es auch den Anderen bereits klar gewesen, sonst hätte Seth das nicht so gesagt und trotzdem - am liebsten würde er hier bei seiner Frau bleiben, aber hier würde er nichts nützen und die Anderen brauchten ihn womöglich, er musste also mitgehen. Deswegen war er dankbar für die Worte Seth's, weil sie ihm wenigstens einen kleinen Teil seiner Sorge nehmen konnten.
"Aber wir kommen so bald wie möglich nach", drangen Rosalie's Worte nun in das Unterbewusstsein des Vampirs.
Er blickte hinüber zu seinen Kindern und sah gerade noch rechtzeitig, wie Emmett aus dem großen, klaffendem Loch in der Wand sprang, wo einst Mal das Fenster war, sprang.
"Ihr wisst, dass ich nicht gut planen kann. Bitte einigt euch darüber was wir machen können. Ansonsten werde ich Bella, Edward und Emmett folgen und mit ihnen in Volterra auf euch warten", sagte Rosalie und wandte ihren Blick von dem Loch ab, durch welches ihr Mann gerade verschwunden war.
Einen Plan, dass war der springende Punkt - sie hatten keinen Plan. Und wer weiß, was jetzt passieren wird, wenn Bella, Edward und Emmett jetzt blind nach Volterra marschieren, dass konnte doch gar nicht gut ausgehen.

Carlisle fiel es schwerer denn je, jetzt einen ruhigen Gedanken zu fassen, er hatte noch nie so arge Probleme damit gehabt, wie gerade. Er lehnte sich gegen die kühle Wand und versuchte seine Gedanken zu ordnen.
"Ich glaube, wir sollten den Anderen hinterher gehen", er machte eine kurze Pause und schaute in die verwirrten Gesichter seiner Familie. Es sah ihm nicht ähnlich, ohne Plan zu handeln, aber er wusste nicht, was er sonst tun sollte, es schien ein aussichtloses Unterfangen zu sein, jetzt noch zu planen.
"Wir können sie nicht alleine nach Volterra einmarschieren lassen und wie sollen sie bitte in Volterra auf uns warten? Die Volturi werden überall Wachen postiert haben, sobald sie die Grenze der Stadt überschreiten, werden sie wissen, dass sie da sind und sie werden auch wissen, dass sie bloß zu dritt sind. Sie haben keine Chance, das alleine zu packen, sie sind in der Unterzahl", er machte eine kurze Pause. Selbst wenn wir mitgehen, sind wir in der Unterzahl, dachte sich der Cullen und auch wenn er die Worte nicht laut aussprach, schienen sie im Raum zu hängen.
"Auf jeden Fall müssen wir die Anderen einholen, etwas anderes bleibt uns nicht übrig."
Und der blonde Vampir stellte fest, dass sein Leben anscheinend doch ein Traum war - ein Albtraum.

to be continued :: England :: Umgebung

// Ich hoffe, dass das okay so ist, aber ich mein was sollen sie noch planen, sie wissen ja sowieso nix und da hab ich meinen Cal einfach Mal unvernünftig werden lassen, der darf das auch mal :3 Aber wenn das nicht in Ordnung ist, kann ich's auch noch Mal ändern (: //


Zuletzt von Carlisle Cullen am Sa Apr 14, 2012 3:39 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : to be continued ergänzt)
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Sa Apr 14, 2012 3:37 am

cf. Das Anwesen der Cullens - Jasper und Alice's Zimmer

Die Minuten verstrichen, während jeder seine Meinung äußerte. Selbst für einen Vampir war das Durcheinander hier zu chaotisch. Es fiel dem blonden Vampir schwer, einen klaren Gedanken zu fassen, bei all den Gefühlen, die den Raum durchströmten. Wie nicht anders zu vermuten, brachte ihn seine Gabe hier kein Stückchen weiter. Es schien gar niemand wahr zu nehmen, dass er versuchte, alle zu beruhigen. Ganz im Gegenteil, die Stimmung heizte sich immer weiter auf und schließlich rastete auch Emmett aus. Wenn es nach ihm gehen würde, so wären sie schon lange zur Tür hinaus und auf dem Weg nach Volterra. Doch bevor der blonde Cullen das Wort erheben konnte, hatte Esme das schon für ihn getan. Auch sie war der Meinung, dass es nichts brachte, Hals über Kopf loszulaufen in den dann sicheren Tod. Als Esme dann verkündete, dass sie allerdings in Fort Williams bleiben würde, war Jasper ein wenig beruhigter. Es stand nicht zur Debatte, ob er mitgehen würde, natürlich würde er das. Genauso sicher war er sich, dass Alice nicht mitkommen würde und dieser Gedanke erleichterte ihn. Wenn er bei dem Versuch, Renesmee zu befreien, vernichtet wurde, dann…ja was dann? Es würde Alice nicht leichter fallen und er wollte gar nicht darüber nachdenken, wie es ihr gehen würde. Doch er wollte sich einfach nicht dabei haben. Allein die Vorstellung, dass sie erneut in den Händen der Volturi wäre, bereiteten ihm Schmerzen.
Ein Knacken riss Jasper aus seinen Gedanken, beinahe wäre er erschrocken, so plötzlich kam es. Als er aufblickte sah er, dass Bella ihre Hände in eine Kommode aus dunklem Holz gegraben hatte. Krachend brach die Kommode in sich zusammen. Die zweite Kommode an einem Tag, schoss es dem Cullen durch den Kopf. Dieser Tag war verhext, er wollte einfach nicht enden und so wie es aussah, würde er das auch nicht. Kein Tag hatte richtig geendet in den letzten Jahren. Es bestand nicht die Chance, den Tag zu beenden, in dem man sich unter einer Decke verkroch und die Augen schloss. Es war ihnen nicht vergönnt, sich in diese andere Welt, die Welt der Träume, zu verkriechen.
„Mir reichts! Ich kann hier nicht länger rumstehen. Mit Planung kommen wir hier nicht weit. Aro hat sicher schon alles vorausgeplant. Er wird es als Angriff auf die Volturi hinstellen, etwas Unrechtes, weil Renesmee ja „freiwillig“ bei ihnen ist“, erklang die Stimme Bella’s und man hörte an dem Zittern, dass sie voller Zorn war. Verständlich, wie Jasper fand, doch es brachte sie nicht weiter. Er sorgte sich um Renesmee und Jacob, doch es war niemandem geholfen, am wenigsten den beiden, wenn sie planlos in Volterra ankamen. Ein erneutes Krachen und Splittern, als Bella sich einen Stuhl schnappte und ihn durch die Scheibe des Fensters war. „Ist euch klar, was sie ihr antun? Dass sie sie im Augenblick wahrscheinlich sogar foltern? Wir müssen los, sofort, es gibt nichts zu planen, weil wir sie überraschen müssen. DIESE DRECKSKERLE HABEN MEINE TOCHTER UND IHR WOLLT PLANEN?“, fuhr sie schreiend fort und ihre Stimme überschlug sich beinahe. „Entweder ihr kommt mit, oder nicht, aber entscheidet euch. Ich laufe *jetzt* los und wir haben verdammt nochmal genug Zeit über irgendwelche sinnlosen Manöver zu diskutieren, während wir laufen!“ Die Worte hingen in der Luft und für einen kurzen Moment sagte niemand etwas. Schließlich erhob Edward das Wort: „Bella bitte überleg was du da tust! Du setzt das Leben UNSERER Tochter aufs Spiel, nur weil du glaubst einer Sache gewachsen zu sein, die du absolut falsch einschätzt. Glaubst du ernsthaft ich mache mir keine Sorgen um Renesmee? Glaubst du wirklich ich bin bereit sie länger als nötig bei diesen Tieren zu lassen? Ich lasse nicht zu, dass du dich, UNS und vor allem Nessie aus einer Rage heraus in Gefahr bringst. Hab Vertrauen Bella. Alice kann und wird sehen, was in Volterra sein wird. Auch wenn sie Nessie und Jake nicht sehen kann, sie kann die Stadt und den Palazzo sehen und kann uns sagen, was außerhalb auf uns wartet, oder bist du der Meinung die hocken in ihren Gewölben und bohren in der Nase, bis wir an ihre Tür klopfen?
Ich bin mir nicht sicher, ob Alice uns begleiten wird und ehrlich gesagt ist mir jeder der hierbleibt lieber, da ich es nicht ertragen kann zu wissen, dass sie sich für uns und unsere Tochter der Vernichtung ausliefern. Aber wir sind eine Familie und wir werden diesen Weg gemeinsam gehen – nach reiflicher Überlegung. Renesmee ist jetzt in diesem Moment in den Hallen der Volturi und ich bin davon überzeugt, dass ihr Leben derzeit sicherer ist, als du vielleicht glaubst. Ich baue darauf, dass Aro es nicht zulassen wird, das jemand seinem „Neuen Schatz“ etwas antun wird. Also versuche bitte um ihrer und unserer Willen deine Gefühle in den Griff zu bekommen, denn so nützt du niemandem!“
Jasper blieb nichts anderes, als Edward mit einem Nicken zuzustimmen. Jedoch wäre es nicht Bella, wenn sie auf ihn hören würde. Diese ganze Situation war typisch, doch nun ging es um weitaus ernstere Dinge. Die Schritte die sie jetzt taten bestimmten über Leben und Tod aller Beteiligten. Von Wut getrieben war Bella aus dem Wohnzimmer verschwunden und Edward folgte ihr, mit der Anweisung an Jasper, nach Alice zu sehen. Kopfschüttelnd sah er den beiden hinterher. Auch Alice würde hier nicht weiterhelfen können, dazu ging es ihr einfach zu schlecht. Selbst wenn sie es schaffen würde, auch nur etwas zu sehen, so waren damit große Schmerzen verbunden, die der Cullen ihr nicht antun wollte. So oder so brachte es niemanden etwas und er beschloss, sie allein zu lassen. Gern hätte er sich verabschiedet, doch ihm war klar, auch wenn er zu gern nachsehen wollte, wie es ihr ging, dass sie jetzt lieber für sich war. Doch wenn sie nun scheiterten und nicht zurückkehrten? Wenn dieser Tag heute der letzte war, den sich gemeinsam verbrachte hatten? Gewiss waren es glückliche Stunden gewesen, doch es waren einfach zu wenige gewesen.
"Aber wir kommen so bald wie möglich nach“, rief Rosalie den anderen hinterher und brachte Jasper mit diesen Worten ins Hier und Jetzt zurück. Er hatte nicht bemerkt, dass auch Seth verschwunden war, so sehr war er mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt gewesen. Er schüttelte seinen Kopf um die Gedanken zu vertreiben, die ihm innerlich schmerzten. "Ihr wisst, dass ich nicht gut planen kann. Bitte einigt euch darüber was wir machen können. Ansonsten werde ich Bella, Edward und Emmett folgen und mit ihnen in Volterra auf euch warten", fuhr Rosalie fort, nun an die Verbliebenen gewandt.
Der Cullen überlegte nun krampfhaft, wie sie vorgehen sollten. Es war eine Schande, dass er hier stand und nichts sagte, sondern nur seinen Gedanken nachhing. Es war egoistisch und trug nur dazu bei, dass sie jetzt schon getrennt waren. "Ich glaube, wir sollten den Anderen hinterher gehen“, begann Carlisle. "Wir können sie nicht alleine nach Volterra einmarschieren lassen und wie sollen sie bitte in Volterra auf uns warten? Die Volturi werden überall Wachen postiert haben, sobald sie die Grenze der Stadt überschreiten, werden sie wissen, dass sie da sind und sie werden auch wissen, dass sie bloß zu dritt sind. Sie haben keine Chance, das alleine zu packen, sie sind in der Unterzahl" Wieder nickte Jasper nur bestätigend. Er hatte immer noch keinen Plan, doch er wusste, dass Carlisle recht hatte. Sie mussten den anderen folgen und zwar jetzt.
„Richtig. Und wir werden jetzt auch gehen.“, begann der blonde Vampir. „Zuerst sehen wir zu, dass wir die anderen einholen. Wir müssen zusammenbleiben, anders geht es nicht. Wenn wir sie eingeholt haben, geht es darum, sie zu überzeugen, nicht Hals über Kopf weiterzulaufen und in Volterra einzumarschieren, als hätten wir auch nur die leiseste Chance, gegen die Volturi anzukommen.“ Wieso drum herum reden? Es war sowieso klar, dass sie so enden würden, so enden konnten, wenn es so weiter ging. „Wir können den Volturi nicht entgegentreten, dazu sind wir zu wenige. Es ist vielleicht kein Plan und es wird uns so noch nicht zum Erfolg bringen, doch wir müssen jetzt gehen und die anderen zurückhalten…dann sehen wir weiter.“ Schwache Worte, wie Jasper fand, doch eine andere Möglichkeit gab es nicht. Im Vorbeigehen legte er Esme eine Hand auf die Schulter und nickte ihr zu. Dann sprang auch er aus dem Fenster, die Schritte der anderen im Nacken und folgte dem Geruch, der in den Wald führte.

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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Sa Apr 14, 2012 5:00 am

Urplötzlich wurde die kurz aufkommende Stille von einem krachenden Geräusch unterbrochen. Bella, deren Gesicht von Hass, Verzweiflung und Wut gezeichnet war, hatte ihre Hand in die Kommode neben ihr gebohrt, die mit einem ächzenden Geräusch unter der Vampirkraft nachgab. „Mir reichts! Ich kann hier nicht länger rumstehen. Mit Planung kommen wir hier nicht weit. Aro hat sicher schon alles vorausgeplant. Er wird es als Angriff auf die Volturi hinstellen, etwas Unrechtes, weil Renesmee ja „freiwillig“ bei ihnen ist“, fing sie an lauter zu werden. Keiner konnte darauf etwas antworten, denn niemand wollte ihr in diesem Moment widersprechen, nicht mit diesem Ausdruck auf ihrem Gesicht. Gepackt von ihren Gefühlen griff sie nach dem ersten Gegenstand in ihrer Nähe – ein antiker Stuhl aus dunklem Holz, den Esme vor einigen Jahren für viel Geld gekauft hatte – und schleuderte ihn durch den Raum durch das Fenster, durch das ihr Ehemann vor wenigen Augenblicken noch geschaut hatte. Das Fenster zerbrach in kleine Scherben, die sowohl nach draußen, als auch in den Raum flogen, aber von dem Rücken der Cullen abprallten, die noch nahe genug stand. In der Dunkelheit hörte sie noch, wie auch der Stuhl kaputt ging.
Doch Bella war noch lange nicht fertig. All die Emotionen, die zuvor noch in ihrem Gesicht abgezeichnet waren, schienen nun in Worte verwandelt zu werden: „Ist euch klar, was sie ihr antun? Dass sie sie im Augenblick wahrscheinlich sogar foltern? Wir müssen los, sofort, es gibt nichts zu planen, weil wir sie überraschen müssen. DIESE DRECKSKERLE HABEN MEINE TOCHTER UND IHR WOLLT PLANEN! Entweder ihr kommt mit, oder nicht, aber entscheidet euch. Ich laufe *jetzt* los und wir haben verdammt nochmal genug Zeit über irgendwelche sinnlosen Manöver zu diskutieren, während wir laufen!“ Ihre Worte trafen die Vampirmutter mehr, als den Verlust der läppischen Möbel an diesem ganzen Tag.
Verletzt wandte sie ihren Blick ab. Wie konnte ihre Stieftochter glauben ihnen allen würde Renesmee nicht am Herzen liegen? Verstand sie denn nicht, dass wir all das planen wollten, um eine noch größere Chance auf eine Rettung zu haben? Glaubte sie wir würden uns nicht um die beiden sorgen, nicht das Beste versuchen sie zu retten? Bella machte ihrer Familie starke Vorwürfe und Esme sah in jedem Gesicht den Schmerz, der diese Worte auslöste, aber es war nicht sie, die da sprach. Eigentlich war sie wahrscheinlich nicht mal sauer auf ihre Familie, sondern auf die Volturi, doch konnte sie die Wut in diesem Moment nicht anders rauslassen.
Während ihrem Gedankengang hatte die neueste Cullen sich der Tür zugewandt und wollte aufbrechen, doch Edward tat alles in seiner Macht stehende seine Frau aufzuhalten, doch seine Worte schienen sie vollkommen kalt zu lassen. Ohne einen weiteren Blick zu ihrer Familie oder zumindest ihrem Ehemann verschwand sie in der Nacht und rannte in den sicheren Tod. Edwards Gesichtsausdruck verschlimmerte sich, denn nun waren die beiden wichtigsten Personen in seinem Leben in Gefahr und dass er überhaupt noch im Raum stand, verwunderte seine Mutter. Allerdings drehte sich ihr Sohn noch einmal um und sagte: „Ich möchte von keinem von Euch verlangen mir zu folgen, aber ich muss zu Bella. Wie immer ihr entscheidet, es ist das Richtige was ihr tut. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.“ Dann folgte auch er seiner Frau ins Ungewisse und die offensichtliche Gefahr.
Alle Familienmitglieder nacheinander gehen sehen zu müssen, fiel ihr schwer und beinahe überdachte sie ihren Entschluss hier zu bleiben. Doch als sie ihrem Ehemann ins Gesicht sah, da wusste sie, dass er nicht wirklich bei der Sache sein würde, wüsste er seine Frau nicht in Sicherheit. So war er nun mal, immer besorgt, und um nichts in der Welt wollte Esme ihm dies antun.
Plötzlich unterbrach Seth ihre Gedanken: „Ich gehe auch. Ich versuche etwas über die Gestaltenwandler hier raus zu bekommen“, sagte er und sah jeden der Verbliebenen kurz an. Was meinte er mit weiteren Gestaltenwandler? Doch sie verwarf diesen Gedanken sofort. Darüber konnte sie auch in den nächsten Stunden nachdenken. „Ich gebe euch mein Wort. Ich werde auf Esme aufpassen“, verabschiedete sich der junge Quileute und ging aus dem Zimmer. Ein kleines, rührendes Lächeln bildete sich auf dem Gesicht der Cullen. Seth war einfach goldig und sie spürte, wie Carlisle neben ihr erleichtert seufzte. Wieder drückte sie leicht die Hand ihres Ehemannes, als Zeichen dafür, dass sie es mitbekommen hatte.
Ihr Blick wanderte zu dem Rest ihrer Familie. Emmett verabschiedete sich gerade von Rose. "Aber wir kommen so bald wie möglich nach", waren die letzten Worte, die sie wechselten, bevor Emmett, ganz in seinem Element, durch das zerbrochene Fenster sprang und Edward und Bella folgte.
"Ihr wisst, dass ich nicht gut planen kann. Bitte einigt euch darüber was wir machen können. Ansonsten werde ich Bella, Edward und Emmett folgen und mit ihnen in Volterra auf euch warten", wandte sich die blonde Cullen kurz darauf an ihre Familie. Esme konnte sich nur zu gut vorstellen, dass ihre Tochter am liebsten schon über alle Berge gegangen wäre, doch genauso gut wusste sie vermutlich, dass das ohne Plan recht schwierig werden würde. Allerdings war die Vampire Mommy genauso wenig talentiert Pläne zu schmieden, wie Rose und blickte Jasper und Carlisle, die Strategen der Familie, nacheinander an.
„Ich glaube, wir sollten den Anderen hinterher gehen“, fing Carlisle an, "Wir können sie nicht alleine nach Volterra einmarschieren lassen und wie sollen sie bitte in Volterra auf uns warten? Die Volturi werden überall Wachen postiert haben, sobald sie die Grenze der Stadt überschreiten, werden sie wissen, dass sie da sind und sie werden auch wissen, dass sie bloß zu dritt sind. Sie haben keine Chance, das alleine zu packen, sie sind in der Unterzahl. Auf jeden Fall müssen wir die Anderen einholen, etwas anderes bleibt uns nicht übrig." Erstaunt blickte sie ihren Ehemann an. Ein aufgebender Ausdruck war in seinen golden leuchtenden Augen zu sehen. Ihm schien nichts wirklich nichts besseres einzufallen.
Dann schwang ihr Blick zu Jasper, der seinem Vater beipflichtete: „Richtig. Und wir werden jetzt auch gehen. Zuerst sehen wir zu, dass wir die anderen einholen. Wir müssen zusammenbleiben, anders geht es nicht. Wenn wir sie eingeholt haben, geht es darum, sie zu überzeugen, nicht Hals über Kopf weiterzulaufen und in Volterra einzumarschieren, als hätten wir auch nur die leiseste Chance, gegen die Volturi anzukommen.“ Ihr blonder Sohn war der erste der die Worte aussprach, den jedem einzelnen von ihnen durch den Kopf gegangen war. Auf keinen Fall hatten die Cullens eine Chance gegen die Volturi. Nicht umsonst waren sie die Königsfamilie. Es würde schwere Verluste geben, wenn überhaupt jemand ihrer Familie zurückkommen würde. Diese Tatsache war das, was die Vampirmutter am meisten schmerzte. Das Wissen, das einige ihrer Kinder vielleicht gar nicht mehr wiederkommen würden – an Carlisle wollte sie gar nicht erst denken, wollte sich das Szenario nicht vorstellen.
„Wir können den Volturi nicht entgegentreten, dazu sind wir zu wenige. Es ist vielleicht kein Plan und es wird uns so noch nicht zum Erfolg bringen, doch wir müssen jetzt gehen und die anderen zurückhalten…dann sehen wir weiter“, beendete Jasper seine kleine Ansprache. Die Erste, die die Wahrheit beinhaltete. Es war an der Zeit sich von den letzten zu verabschieden. Jasper war der auch wieder der Erste, der an ihre Seite trat. Seine Hand lag auf ihrer Schulter, während er ihr zunickte und dann ebenfalls durchs Fenster sprang. Kurz darauf folgte Rosalie, die sie noch kurz umarmte.
Als hätten beide das Gleiche gedacht, fanden ihre Lippen sofort die ihres Ehemannes. Am liebsten hätte sie ihn nie wieder losgelassen. Doch mit einem tiefen Seufzen löste er sich von ihr, aber hielt ihr Gesicht mit beiden Händen fest, während er flüsterte: „Ich liebe dich.“ Mit dem bekannten Gefühl von vampirischen „Tränen“ in den Augen antwortete Esme fast heiser: „Ich liebe dich auch. Versprich mir, dass du wieder nach Hause kommst. Und bring unsere Familie wieder.“ Sein Gesicht verzerrte sich zu einer grausam verletzten Maske. Sofort wandte er sein Gesicht ohne weitere Worte ab und verschwand so wie der Rest ihrer alles geliebten Familie.

Bestimmt stand sie noch fast eine weitere Stunde vor dem Fenster und blickte den wichtigsten Menschen ihres Lebens nach, während ihr Herz vor Trauer zu zerbersten drohte. Langsam sah sie, wie der Himmel fast alle Farbfacetten durchlebte, bis die ersten Sonnenstrahlen ihr Gesicht bedeckten. Erst dann fand sie ihren Körper wieder, der sich endlich mit ihrer Seele verbunden hatte. Ohne darüber nachzudenken, bewegten sich ihre Beine zu ihrer Tasche, nach der sie reflexartig griff. Betäubt nahm sie war, dass die Kommode verschwunden war. War Alice wieder im Haus gewesen? Aber vielleicht hatte sie sich das auch nur eingebildet. Ihre Beine trugen sie zur Garage und wie automatisch setzte sie sich in den schwarzen Mercedes.
Kurz bevor sie den Motor startete, atmete sie noch einmal tief ein. Der Geruch ihres Ehemannes belebte dieses Auto. Er war im Sitz, im Lenkrad, einfach überall. Die Gerüche der anderen Familienmitglieder waren nur dezent wahrnehmbar. Oder Esme konzentrierte sich bloß zu sehr auf ihren Seelenverwandten.
Nachdem sie langsam ausgeatmet hatte, setzte sie ein emotionsloses Gesicht auf und sagte zu sich selber: Carlisle erwartet von dir, dass du den Schein einer menschlichen Familie bewahrst. Du musst stark sein und dir nichts anmerken lassen. Für deine Familie, für deinen Ehemann. Keiner erwartet von dir ein Lächeln aufzusetzen. Du darfst nur nicht tottraurig aussehen. Seth und Alice schafften das auch. Ihr würdet es zusammen durchstehen zurück zu bleiben. Die Gedanken halfen ein wenig die Maske aufrecht zu erhalten. Dann startete sie den Motor und verließ das Grundstück mit dem Ziel stark zu bleiben, bis sie auf den Highway fuhr.

tbc.: Fort William - High School - Kursraum 014-Französisch


Zuletzt von Esme Cullen am So Apr 15, 2012 3:15 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : tbc.: verändert)
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Mo Mai 07, 2012 5:49 am

Cf.: Außerhalb - der Wald

Das Haus so völlig leer zu sehen, war ungewohnt für Alice. Zumindest einer war immer Zuhause, egal, wo sie gerade wohnten. Doch Fort William schien ihnen nicht viel Glück zu bringen. Schon in ihrer ersten Woche kam Demetri, und davor hatten sie festgestellt, dass es Zauberer gab, und jetzt das. Sie konnte sich kaum vorstellen, dass andere Vampire genauso viel Pech hatten wie sie, wobei, was heißt Vampire, selbst Menschen hatten nicht so viel Pech. Ein kleines Lächeln schlich sich auf Alice‘ Gesicht, als sie weiter darüber nachdachte. Einen Menschen hatte es gegeben, der so viel Pech hatte: Bella. Wobei die, wie passend natürlich, jetzt zu ihrem Clan gehörte…
Ihre Schritte hallten durch das Haus, erschienen unnatürlich laut. Während sie langsam die Treppen zu den Zimmern hochging, fragte sie sich, welche Kleidergröße Elena haben könnte, welche Haarfarbe sie hatte und welche Hautfarbe, immerhin hatte sie sie noch nie als Mensch gesehen. Bei der Größe bleib ihr eigentlich nichts anderes übrig, als zu schätzen und Bella als Vorbild zu nehmen, denn sie war immerhin ein gesundes Mittelmaß und normal groß, das würde schon passen. Außerdem würde sie damit einverstanden sein, Elena zu helfen, bei Rosalie wäre das anders gewesen. Sie hätte selbst ihre ausrangierten Sachen nicht an Elena weitergegeben. So war Rosalie nun mal, aber sie war kein schlechter Mensch… nur etwas eigensinnig.
Edwards und Bellas Zimmertür stand ein Stück offen, und als Alice die Tür ein Stückchen weiter aufstieß, schwang diese mit einem lauten Knarzen auf. Wieder kam Alice in den Sinn, wie alt dieses Haus war. Es passte gewissermaßen zu ihnen, es war auch aus einem völlig anderem Jahrhundert, schien in die moderne Welt irgendwie nicht so richtig reinzupassen und stach immer aus der Menge heraus. Denn egal, wohin sie gingen, die Cullens waren immer eine Kuriosität. Alice machte das Gestarre der Leute nichts aus, sie hatte sich mit der Zeit damit abgefunden, doch es gab immer die Gefahr, dass jemand hinter ihr Geheimnis kam – Bella hatte es immerhin geschafft.
Der Schrank in Bellas und Edwards Zimmer war gigantisch, genauso, wie Alice es gewollt hatte. Als sie jetzt die Türen aufzog, sah sie sich ihrer Aufteilung gegenüber; Bellas Kleider machten sicherlich ¾ des Platzes aus, wobei Edwards Sachen eine absolute Minderheit besaßen. Das muss sich ändern, dachte Alice mit neuem Enthusiasmus und zog eine einfache Jeans und einen Pulli aus Bellas Kleidungsstapeln. Sorgfältig verschloss sie die Türen wieder, dann ging sie mit schnellen Schritten wieder hinunter, verharrte dann aber einen Moment reglos auf dem dunklen Parkett. Sie war sich nicht sicher, wann sie wieder erscheinen sollte, sie wollte nicht in irgendetwas reinplatzen, das sie nicht verstand. Und auch wenn sie viel verstand, angefangen bei den menschlichen Rätseln und Geschichte bis hin zur neuesten Mode, so verstand sie nicht, wie es sich anfühlte, die Körper zu wechseln und von einem Mal aufs andere nicht mehr derselbe zu sein wie vorher. Natürlich, in einer kleinen, beschränkten Weise konnte sie auch das Nachvollziehen, denn auch sie hatte ein Leben vor ihrem Vampirdasein, und auch, wenn sie sich nicht daran erinnern konnte, war sie verwirrt gewesen, doch sich in ein Tier zu verwandeln, ist dann doch ein Stückchen anders. Alice hatte keine Ahnung, wie sie sich verhalten musste, was sie noch verwirrter machte, als sie schon war.
Nach einer kleinen Weile sagte Seth etwas davon, dass er Elena nicht noch mehr beunruhigen wollte, als sie schon war, doch Alice war sich nicht so sicher, ob ihm das so wirklich gelungen war. Vorsichtig trat sie schließlich hervor und reichte Elena die Sachen. "Gerade richtig. Vielen Dank Alice.", sagte Seth. Alice lächelte ihn an und zuckte mit den Schultern. „Kein Problem.“
Als Elena sich die Sachen angezogen hatte, konnte Alice auch endlich das Mädchen genauer ansehen. Sie war vielleicht etwas größer als Bella, hatte schöne dunkle Haare und große, herausstechende Augen. Sie war sehr hübsch. Doch dann brach Elena direkt vor ihren Augen zusammen und murmelte ein paar Worte auf Suaheli, die Alice nur mäßig verstand. Bisher hatte sie sich nicht wirklich für die afrikanischen Sprachen interessiert, die einzige, die sie verstand und sprechen konnte, war Afrikaans. Nach einigen Minuten wurde ihre Atmung ein bisschen ruhiger und sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Dann blickte sie nach oben zu den beiden. „W- warum bin ich so… das hier geworden?“, fragte sie stockend. Alice warf einen hilflosen Blick auf Seth, der mäßig überlastet mit dieser Situation zu sein schien. Etwas unbeholfen streckte Alice eine Hand nach Elena aus, die sie für einen Moment zögernd über ihr schweben ließ, doch dann ließ sie sie sanft über ihren Rücken streichen.
Wie gesagt: Alice war haltlos überfordert.


((sorry für dieses nicht helfende etwas, aber ich wollte euch nicht weiter warten lassen >.<))
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Mi Mai 09, 2012 9:20 pm

Postingpart 2/2

cf: Außerhalb - der Wald

Als die drei im Haus angekommen waren, setzte er Elena behutsam auf die Couch im großen Wohnzimmer. Er wusste nicht ob er kalt war oder nicht, aber er nahm sich dennoch eine von den Decken aus dem Schrank und legte sie um das Mädchen.
"Alice, kannst du ihr bitte was warmes zu Trinken machen?" Die Cullen nickte lächelnd und verschwand in der Küche. Wahrscheinlich war sie froh, dass er so etwas von ihr verlangte. Sicherlich wusste sie auch nicht, wie sie sich jetzt verhalten sollte. In dieser Sache konnte Alice ihr leider nicht weiter helfen. Dabei tat sie mit all dem hier mehr als sie dachte. Er war wirklich froh die kleine Vampirin an seiner Seite zu haben.
Kurz wunderte er sich tatsächlich wo der Rest der Familie war, bis ihm wieder einfiel was vor einigen Stunden geschehen war. Sicherlich waren sie schon auf dem Weg nach Volterra.. Er schüttelte den Kopf um die Gedanken los zu werden. Nicht jetzt... es war der falsche Zeitpunkt. Elena brauchte ihn jetzt. Und allein seine Gedanken an die anderen würden ihnen nicht helfen. Er konnte nur hoffen, das alles gut gehen würde. Es musste einfach. Er biss sich auf die Unterlippe und versuchte die schmerzlichen Gedanken zu unterdrücken. Genau in dem Moment trat Alice mit zwei Tassen hervor. Sie stellte auch vor ihm eine ab und Seth sah sie dankend an. Wie eigensinnig war er eigentlich? Kein einziges Mal hatte er sich gedacht wie Alice sich fühlen musste. Immerhin war ihr Geliebter Jasper auch fort. Sie musste sich ebenso wie er... nein, noch mehr Gedanken und Sorgen machen.
"Danke Alice. Wenn ich dich nicht hätte." Er lächelte und drückte kurz ihre Hand bevor er sich neben Elena setzte. Er nahm ihre Tasse und hielt sie ihr hin. Ihr Körper zitterte immernoch leicht. Sei es durch äußerliche oder innere Kälte. "Trink was Elena. Das wird dir sicher gut tun.. bitte."
Sie war etwas zaghaft doch schließlich nahm sie einen kleinen Schluck und stellte die Tasse wieder auf dem Tisch ab.
Der Blick des Quileute wanderte zur großen Uhr die im Wohnzimmer stand und mit erschrecken stellte er fest, das es schon Nachmittag war.. Wie schnell die Zeit heute vergangen war.. Wann war er noch gleich bei Elenas Wohnhaus gewesen?
"Hör mal Elena.. Ich weis du hast noch viele Fragen und ich schwöre dir, ich werde dir Rede und Antwort stehen. Egal wann. Du musst keine Angst haben, das du irgendwann aufwachst und ich bin verschwunden. Ich werde immer da sein, wenn du mich brauchst. Du kannst natürlich auch jetzt noch weiter Fragen.. aber ich würde es auch verstehen, wenn du zu deiner Familie willst."
Er machte eine kurze Pause, damit sie ihre Gedanken sammeln konnte. Sicherlich war sie unsicher. Einerseits wollte sie bestimmt zu ihrer Familie zurück nach dem sie einfach in den Wald gerannt war. Aber sie wollte auch noch mehr Antworten haben. Das war beides nur verständlich.
"Ich hab einen Vorschlag. Wenn du lieber hier bleiben möchtest, dann rufen wir kurz bei dir zu Hause an ja? Damit dein Bruder und deine Eltern wissen, das es dir gut geht. Wenn du nicht mit ihnen reden willst, kann ich das auch für dich machen.. Ich tue wirklich alles was du möchtest. Du musst es mir nur sagen."
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Mi Mai 16, 2012 7:03 am

Cf.: Fort William – Außerhalb – Der Wald

Lautlos weinend schlug sie die Augen nieder, heftete ihren Blick auf den durchnässten Waldboden. Jetzt hatte sie sogar etwas zum Anziehen von Alice bekommen und dann ruinierte sie die schöne Hose gleich, indem sie einfach auf die Knie fiel. Elena fühlte sich einfach hundeelend. Gern hätte sie sich entschuldigt. Weil sie weinte. Weil sie keine große Hilfe bei alledem war. Weil sie einfach diese kleine Familie störte… sie wusste selbst nicht recht, wohin sie gehen sollte. Ob sie weg sollte oder hier bleiben, um von Seth all ihre Fragen beantwortet zu bekommen. Wo sollte sie auch sonst hin? Zurück zu ihrer Familie konnte sie unmöglich gehen. Nicht nachdem das hier passiert war! Wie sollte sie ihren Eltern das erklären? Und entschuldigen konnte sie sich auch noch nicht. Dafür saß der Schmerz zu tief. Ja, es war unrecht gewesen, sie so anzufahren, ihnen die Schuld dafür zu geben, aber sie war weit weg davon, ihnen zu vergeben. Dazu war sie zu selbstsüchtig und stolz. Und auch zu verletzt.
Elena seufzte leise und spürte, wie die Tränen versiegten, als sie eine kühle Hand auf ihrem Rücken spürte. Auch wenn sie Alice nicht kannte und von ihr dieser seltsam beißende Geruch ausging, so war sie doch dankbar dafür, dass sie hier war, ihr zeigte, dass sie sie nicht allein lassen würde. Das war mehr, als sie sich wünschen konnte. Und auch Seth, der jetzt langsam auf sie zuging, wie auf ein verschrecktes Reh, konnte sie nicht genug danken. Dass er sie hierher mitgenommen hatte und einfach so beschützte…
Sie beobachtete ihn, wie er sich zu ihr auf den Boden hockte und sie ansah. Seine Züge ließen sie zurückschrecken. Es war, als zeichnete sich in seinen wunderschönen Augen all die Traurigkeit ab, die sie selbst fühlte. Ganz genau konnte sie sich darin wieder erkennen und es brach ihr das Herz, ihn so zu sehen. Warum hatte sie zugelassen, dass er sie erkannte und war nicht einfach davongelaufen? Dann hätte sie ihm diesen Schmerz erspart.
Erneut sammelten sich die Tränen in ihren Augen und drohten überzuschwappen, doch sie hielt sie zurück. Sie spürte den Regen, der wieder leise auf das Blätterdach prasselte, auf die Ziegel des großen Hauses und den Boden durchweichte. Kleine Pfützen bildeten sich überall auf der Wiese, ertränkten Blumen und Grashalme. Sie konnte alles viel schärfer sehen, so viel klarer. Vielleicht gab es noch mehr Dinge, wie diese, die das Wandlerdasein erträglicher machten? Vielleicht war es nicht so schlimm, wie es schien. Seth hatte doch so glücklich gewirkt, oder nicht? Sie horchte seinen leisen, beruhigenden Worten, die gar nicht tröstend, sondern vielmehr erklärend klangen. Genau das, was sie brauchte. Sie wollte nicht hören, dass es ihm leid tat, dass er sich wünschte, die Zeit zurückdrehen zu können. Solche Sachen sagte sie sich schon selbst und konnte damit genauso wenig anfangen, wie wenn es von jemand anderem kam. Er sagte, dass das Gen für das Gestaltenwandeln vererbt wurde. Also musste jemand vor ihr in der Familie schon diese Fähigkeit gehabt haben. Fieberhaft überlegte sie, ob ihr damals in Tansania irgendwelche Legenden erzählt worden waren, doch sie konnte sich nicht daran erinnern. Sie war zu klein gewesen, um irgendetwas davon zu behalten oder für wahr zu empfinden. Selbst mit zwölf Jahren hatte sie es bestimmt noch als eine schöne Geschichte angesehen. Vielleicht wenn sie Jared fragte, oder Mum … schnell schüttelte sie den Kopf. Das musste sie auf später verschieben. Viel später. Sie konnte doch nicht einfach nach Hause gehen und sagen, dass sie sich jetzt in ein Tier verwandeln konnte. Das wäre zu viel für sie. Gerade jetzt, wo Cathy…
Ruhig blieb sie sitzen, genoss einfach nur das Gefühl von Seths warmer Hand auf ihrer Wange, der ihr die Tränen fortwischte, sie sachte anlächelte. Ein Kribbeln ging von der Stelle aus, an der er sie berührte und kurz schmiegte sie sich an ihn, als die Wärme auch schon verschwand.
"Dieses Gen das wir in uns tragen ist nicht von Geburt an aktiv. Es ist zwar da, aber wir merken davon nichts, bis... Naja bis es sich bedroht fühlt. Das heißt, wenn andere übernatürliche Wesen sich in unserer Nähe aufhalten. Welche übernatürlichen Wesen meinte er? Solche wie er? Andere Wandler? Aber warum sollten sie Gefahr bringen, wenn sie doch so waren wie sie selbst? Und vor Seth hatte sie schließlich auch keine Angst gehabt, sie hatte ihn auf Anhieb gemocht. Und jetzt wünschte sie sich nichts sehnlicher, als in seinen Armen zu liegen, um vor den bösen Geistern beschützt zu werden. Und was war wirklich untypisch für sie! Sie war niemand, der schnell aufgab oder sich fürchtete. Sie hatte nie Schutz gewollt, sie hatte immer für sich selbst gekämpft. Oftmals hatte Jared im Scherz gesagt, dass er sie gerne ein wenig verletzlicher hätte, um seiner Rolle als großen Bruder gerecht werden zu können. Sie hatten sich immer damit geneckt, dass sie viel eher ihn beschützen musste, als umgekehrt.
Und jetzt saß sie hier. Verängstigt und gebrochen auf dem durchweichten Boden, mitten im Wald vor einem Haus, das sie nicht kannte mit zwei Menschen, die sie ebenfalls kaum kannte. Gerne hätte sie ihren Bruder hier gehabt, der sie in die Arme schloss, ihr sagte, dass alles wieder gut wurde, ihr alle Lügen erzählte, die er sich ausmahlen konnte, nur um sie zu beruhigen. Ihm hätte sie alles geglaubt. Aber er war nicht da. Er würde nicht kommen. Wer wusste schon, was er jetzt für sie empfand. Enttäuschung? Wut? Trauer? Vielleicht war es ihm ja auch egal, dass sie nun schon den ganzen Tag fort war, war froh darum. Nein! Das würde er nie tun. Die Stimme in ihrem Kopf hatte Recht. So war er nicht. Er machte sich bestimmt die größten Sorgen, genau wie ihre Eltern.
“Wenn wir dann den nächsten starken Gefühlsausbruch haben.. dann bricht es aus und es kommt zur ersten Verwandlung. So läuft es meistens ab un die Beweggründe sind von Mensch zu Mensch verschieden. Manch einer hat ohnehin schon ein sehr aufbrausendes Gemüt, da kommt es dann sicher schneller zur Verwandlung. Bei anderen passiert es wegen einer unglücklichen Liebe oder... eben wie bei dir und mir wegen dem Verlust eines geliebten Menschen.." Schnell ruckte Elenas Kopf hoch und sie schreckte zurück, als sie Seths Worte hörte. Also war Cathys Tod daran schuld, dass sie nun so war? Weil sie gestorben war und Elena es auf diese Weise erfahren musste, war sie zu dem geworden. Bedeutete das, wenn Cathy noch am Leben wäre … Wie gerne hätte sie wieder angefangen zu weinen, sich einfach in die Tränen geflüchtet. Es war einfach, ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Aber es wollten keine Tränen mehr kommen. Sie waren versiegt, getrocknet. Fort. Auf Traurigkeit und Verzweiflung folgte immer die Taubheit. Und die war es nun, die Elenas Körper ausfüllte. Mit den Tränen waren auch ihre Gefühle verschwunden. War sie vor wenigen Minuten noch aufbrausend und rachsüchtig gewesen, ängstlich und verwirrt, so spürte sie jetzt nichts mehr. Sie war sich nicht sicher, ob es vielleicht so besser war.
Willenlos ließ sie sich von Seth in die Arme nehmen, hochheben und ins Haus tragen. Sie vergrub ihren Kopf in seinem durchnässten TShirt, atmete seinen unbeschreiblichen Geruch ein, der sie an den Wald erinnerte und doch wieder nicht. Jetzt, wo sie sich verwandelt hatte, duftete er nach so viel mehr. Dinge, die sie nicht erfassen konnte und es auch nicht wollte. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass irgendetwas dem hier gleichkam.

Sobald sie die Schwelle der Tür überschritten, war ihr, als würde ihre Kehle zugeschnürt. Alle Sinne – die menschlichen und die neu entdeckten, animalischen – rieten ihr, so schnell wie möglich von hier zu verschwinden. ‚Gefahr’ schrien sie laut und deutlich. War es das, wovon Seth gesprochen hatte? Von diesem Ausbruch des Gens? War die Familie, mit der er hier lebte … die Cullens … waren sie diese Wesen, die ihre Feinde waren? Aber *was* waren sie? Als Mensch hatte sie noch nicht so auf sie reagiert. Einzig Edward war ihr seltsam vorgekommen. Gut, die anderen auch mit ihren Augen, dem Geruch und der unnatürlichen Schönheit und Grazie, mit der sie sich bewegten. Aber nie als gefährlich. War das die Naivität der Menschen, die sie es nicht erkennen ließ? Oder einfach nur eigene Dummheit? Und wenn sie gefährlich waren, warum lebte Seth mit ihnen zusammen? War er mit ihnen auf einer Seite? Oder hatte er die Wahrheit gesprochen, als er sagte, dass sie ihr nichts Böses wollten… Nur eine Sekunde lang überkam Elena das Verlangen, aus Seths Armen zu springen und davonzulaufen. Doch erstens reichte ihre Kraft dazu nicht aus, zweitens würde sie sowieso nicht weit kommen, wenn sie überlegte, wie schnell diese Alice war und drittens siegte der Teil in ihr, der mehr über ihr eigenes Leben erfahren wollte. Nur Seth konnte ihr dies erzählen. Also musste sie bleiben.
Bereitwillig ließ sie sich auf die Couch setzen und kuschelte sich in die Decke, die der Wandler ihr gab. Auch sie stank nach diesen Wesen, doch es war ihr egal. Interessiert sah sie sich im geräumigen Wohnzimmer um. Es war wunderschön eingerichtet, fast schon zu perfekt. Alles stimmte zu 100 Prozent überein, nichts schien fehl am Platz. Kein bisschen Chaos oder Willkür war zu sehen. Nirgendwo lagen offene Bücher, einzelne Socken und benutztes Geschirr herum. Es war ein helles Zimmern mit hölzernen Akzenten hier und dort und die Tür durch die sie gekommen waren war groß und eine Glasfront nahm die restliche Wand ein, sodass an schönen Tagen die Sonne hinein schien. Erst jetzt bemerkte sie, dass ein Fenster zerbrochen war. Nicht einfach durch einen Stein, nein das gesamte Glas war zersplittert. Ein riesiges Loch klaffte in der Scheibe und am Rand war sie geborsten. Als hätte irgendein Irrer darauf eingeprügelt oder einen Baumstamm hineingeschlagen. Ein Stuhlbein lag auf der Wiese, nicht weit davon entfernt. Sofern es eines war? Vielleicht auch bloß ein einfacher Stock… doch dafür schien es zu künstlich mit seiner Maserung und Schnitzereien. Hatte jemand einen Stuhl durch dieses Fenster geworfen? Das war doch unmöglich. Die Scheibe war viel zu dick. Selbst Elena erkannte, dass es nicht einfach eine normale Fensterscheibe war. Das war mindestens dreifach verglast! Wer hatte so viel Kraft etwas Derartiges zu zerstören? Als sie weiter ihren Blick durch das Zimmer wandern ließ, erkannte sie eine hölzerne Kommode gegenüber der Glaswand. Oder zumindest das, was davon übrig war. Sie war nämlich fast gänzlich entzweigebrochen. Wäre es eine Knetfigur gewesen, so hätte Elena es so beschrieben, dass ein Kind mit einem seiner großen Patschehändchen einfach draufgedrückt hatte. Denn genauso sah das Stück Holz aus. Als hätte ein Riese mit der Faust draufgedrückt und es zerquetscht. Sie zitterte bei der Vorstellung, was so stark und mächtig war, eine mindestens vierzig Kilo schwere Kommode zu zerknicken wie ein Streichholz.
Erst als Seth sie ansprach, bemerkte sie, dass er neben ihr saß und sie die ganze Zeit beobachtet haben musste. Aber er schien nicht zu verstehen, was sie so verschreckt hatte und reichte ihr einfach eine Tasse Kakao. Der Geruch ließ sie ihre Überlegungen vergessen und mit einem vorsichtigen Lächeln nahm sie einen kleinen Schluck von dem warmen Gebräu. Sie liebte den Geschmack von geschmolzener Schokolade und warmer Milch. An kalten Tagen setzte sie sich immer gerne damit ins Bett und las ein gutes Buch oder träumte vor sich hin. Jetzt jedoch war keine Zeit zu träumen! Sie musste alles über das Ganze hier wissen. Und wenn es die ganze Nacht dauerte. Schnell stellte sie die warme Tasse wieder auf den Tisch und lächelte Alice dankbar an, die sie gebracht hatte. Dann folgte ihr Blick dem von Seth. Es war schon später Nachmittag und jetzt, wo sie die Uhrzeit sah bemerkte sie, dass der Himmel sich verdunkelt hatte. Nicht nur wegen der Gewitterwolken. Aber ihre Eltern machten sich sicher Sorgen, oder nicht? Suchten sie vielleicht schon verzweifelt nach ihr, ohne eine Aussicht darauf zu haben, sie je wiederzufinden? Das konnte sie ihnen nicht antun! Sie sollten nicht mit der Angst leben, noch eine Tochter verloren zu haben. Auch Seth kam dieser Gedanke und nachdem er versprochen hatte, ihr alle Fragen zu beantworten, egal wann, sagte er, dass sie sicher wieder zurück wollte. Schnell schüttelte Elena energisch den Kopf. Nein. Nein das konnte sie nicht. Unmöglich. Sie wusste selbst nicht genau, was mit ihr passiert war, wie sollte sie das ihrer Familie erklären? Doch Seth sprach schon weiter, indem er vorschlug, dass sie einfach anrufen konnte.
“Damit dein Bruder und deine Eltern wissen, das es dir gut geht. Wenn du nicht mit ihnen reden willst, kann ich das auch für dich machen.. Ich tue wirklich alles was du möchtest. Du musst es mir nur sagen." Sie lächelte und ganz kurz war es ein echtes, verschmitztes Lächeln. Seth war wirklich süß, wie er sich um sie sorgte. Doch als sie sich daran erinnerte, warum sie hier war und dass es sicher keine Zeit war, um über so etwas zu lachen, verschwand es wieder aus ihrem Gesicht. Stattdessen schüttelte sie erneut den Kopf. „Danke Seth, ich weiß das wirklich zu schätzen. All das. Und auch danke dir, Alice. Ihr habt keinerlei Grund, mich hierher mitzunehmen, mir zu helfen und all meine Fragen zu beantworten. Und trotzdem tut ihr es. Danke. Aber ich denke … ich rufe wirklich zu Hause an. Sie sollen wissen wo ich bin. Aber … zurück kann ich nicht. Noch nicht.“
Sie folgte Alice, die ihr das Telefon zeigte und sie dann im Flur allein ließ. Kurz schloss Elena die Augen und lehnte sich an die Wand, tapste unruhig von einem nackten Fuß auf den anderen. Dann fasste sie sich ein Herz und tippte die Nummer von zu Hause ein. Nach drei Anläufen hatte sie endlich die richtige gewählt und wartete das Tuten ab. Einmal, zweimal. „Wilson?“, erklang die erstickte Stimme ihres Bruders am anderen Ende der Leitung. Sie ließ Elena zusammenzucken. „Jared … i-ich bin’s. Elena.“ – „Oh Gott sei Dank. Wir haben uns solche Sorgen gemacht, Kleine. Bitte mach so etwas nie wieder. Wir sind krank vor Sorge. Wo bist du? Wann kommst du zurück? Es ist so …“ – „Jared? Hör zu … bitte. Ich … mir geht’s gut. Wirklich. Es tut mir so leid, was ich gesagt habe und dass ich einfach weggerannt bin. Aber ich konnte einfach nicht glauben, dass sie … ich wollte das nicht. Aber…“ Schnell atmete sie durch, drängte die Tränen zurück, die schließlich doch beschlossen hatten, wieder zu kommen und sie zu piesacken. „Hey… es wird alles gut, okay?! Einfach tief durchatmen. Wir bekommen das schon hin. Zusammen. Ich versprech’s dir.“ Elena nickte, mehr für sich, als für ihren großen Bruder. Wie sehr hatte sie diese Worte doch gebraucht. „Danke. Aber… ich kann noch nicht zurück. Ich bin bei Seth, er hat mich gefunden, also macht euch keine Sorgen. Ich werde bald wieder kommen. Ich brauche nur … ein wenig Abstand. Ich hoffe ihr versteht das?!“ Sie hasste es, ihn anlügen zu müssen. Denn eine Lüge war es, dessen war sie sich bewusst. Sie brauchte keinen Abstand, sie musste sich klar werden, wer oder was sie war. Und warum. Sie sah dem Problem direkt ins Gesicht. Eigentlich müsste Jared wissen, dass das nicht sie war. Sie lief nicht einfach vor Dingen davon. Doch der Schreck raubte ihm das Urteilsvermögen. „Natürlich, Kleine. Lass dir Zeit. Wir sind nur froh, dass es dir gut geht. Bis bald, Elena.“ Dann Stille. Und mit ihr ein schlechtes Gewissen. Aber sie hatte ihm nichts sagen können. Noch nicht. Dazu wusste sie zu wenig. Sie würde ihm nur Sorgen bereiten. Und das war das letzte, was sie wollte. Ein paar Minuten lehnte sie sich noch an die Wand, starrte auf eine wunderschöne Ölmalerei, die ihr gegenüber in einem schlichten, weißen Rahmen hing. Dann stellte sie den Hörer wieder auf die Ladestation und ging zurück ins Wohnzimmer. Als Seth und Alice sie bemerkten, verstummten sie in ihrem Gespräch. Vielleicht hatte es sich um sie gedreht? Wer wusste das schon. Ihr war es egal. Sie ließ sich wieder in die weiche Decke sinken und zog sie bis zum Kinn hinauf. Viel lieber hätte sie sich an Seth angelehnt, seine starken Arme um sich gespürt, seinen beruhigenden Duft eingeatmet – und dieses Gefühl machte ihr Sorgen. War das normal, dass man als Wandler stärker empfand? Schließlich hatte sie sich von Anfang an von ihm angezogen gefühlt. Sie konnte Seth ja nicht einfach danach fragen! Das war unmöglich. Wie sah das denn aus.
Schnell räusperte sie sich und senkte den Blick. „Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll“, murmelte sie leise, doch als sie den aufmunternden Blick von Seth und Alice auf sich spürte, fing sie einfach an. „Ich … mir wurden nie irgendwelche Geschichten von Menschen erzählt, die sich in Tiere verwandeln. Nicht von meinen Eltern und auch nicht von den Leuten in Tansania. Und ich glaube nicht, dass man es mir verschwiegen hatte. Warum passiert so was? Wie ist das überhaupt möglich? Das kann doch nicht irgendein … Gendefekt sein, der dazu führt? Weißt du … wie das bei dir war, Seth?“ Jetzt wandte sie sich direkt an ihn, forderte eine Antwort und würde erst gehen, wenn sie sie bekam. Sie musste alles wissen, nicht nur oberflächliche Dinge. Details wollte sie hören. Alles. Am besten jedes noch so winzige Puzzlestück seines Lebens. Und dann sollte Alice weitermachen. Denn langsam aber sicher drang noch eine weitere Frage in Elenas Bewusstsein: Was waren die Cullens und warum bedeuteten sie Gefahr?
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Fr Mai 18, 2012 4:51 am

cf.: Fort William - High School - Kursraum 014 Französisch

Es war noch sehr lange still und bereits Nachmittag, bis sich die Tür unten öffnete, sich getänzelte Schritte nach oben bewegten, im Raum an anderen Ende des Flures verschwanden und dann wenige Sekunden später das Haus auf demselben Weg wieder verließen. Esme wusste sofort, dass es sich um Alice gehandelt hatte. Es wunderte sie bloß, dass ihre Tochter nicht nach ihr gesehen hatte, obwohl die Musik ihr doch verraten haben musste, dass jemand zuhause war. Doch vermutlich hing Alice ebenfalls zu sehr in Gedanken an ihrer Familie und an Jasper. Andererseits wollte sie auch nicht, dass sie so gesehen wurde. Verletzlich, mit den Nerven am Ende.
Plötzlich ging die Tür erneut auf, aber mehr Schritte betraten das Haus. Es waren Alice und Seth. Sofort fragte sie sich, wo die beiden die ganze Zeit gewesen waren? Schließlich hatten sie die Schule geschwänzt – an ihrem ersten Schultag. Doch Esme freute sich zu sehr, dass Seth überhaupt noch in Fort William war, als das sie sich wirklich darüber ärgern konnte. Sie wollte nur noch nach unten stürmen und beide umarmen. Die Vampirmutter raffte sich auf, schaltete die Musik aus und rannte die Treppe runter.
Abrupt blieb sie stehen, als ihr ein unbekannter Geruch ins Gesicht schlug. Erst nachdem sie das Mädchen gerochen hatte, sah sie es. Es lehnte an der Wand und telefonierte gerade mit einem jungen Mann. Doch der Geruch, der so unbekannt war, aber doch vertraut - handelte es sich, wie Seth und Jacob um einen Gestaltenwandler? Ihr kam das Gespräch in Erinnerung, indem der Quileute gesagt hatte, er würde sich um andere Gestaltenwandler kümmern. Das hübsche, schmale Mädchen schien sie die ganze Zeit über nicht zu bemerken, da sie zu sehr in das Telefonat vertieft war.
Esmes Blick glitt zum Fenster hinter dem Kopf des Mädchens und fast hätte sie bei dem Anblick aufgeschrien. Ihre Haare standen in alle Richtungen ab, waren vollkommen zerzaust. Ihre Haut schien noch blasser als sonst, sodass ihre honigfarbenen Augen noch mehr herausstachen. Die Vampirmutter sah grausam aus. Sofort senkte sie ihren Blick. Sie wollte sich nicht mehr sehen, wollte nicht mehr die Folgen sehen, die das Verlassen ihrer Familie mit sich brachte. Würde sie immer so aussehen, wenn ihre Familie, Carlisle, nie wieder zurückkommen würden? Schnell vertrieb sie den Gedanken und konzentrierte sich auf die geliebten Personen, die ihr noch geblieben waren.
Nachdem sie sich wieder gefasst hatte, rannte sie erschrocken wieder die Treppen hinauf und auf geradem Weg ins Badezimmer. Ihre Kinder sollten nicht sehen, wie schlecht es ihr ging. Selbst Alice würde trotz ihrer Trauer zumutbar aussehen. Ihr Spiegelbild könnte sich als Vogelscheuche auf ein Feld stellen und würde selbst einen Löwen verjagen. Eine Hand griff automatisch nach der Bürste und bändigte das Gestrüpp auf ihrem Kopf. Danach legte sie ein wenig Make-up auf, sodass wenigstens ein bisschen Farbe ihr Gesicht erhellte. Noch nie zuvor war sie von Carlisle getrennt gewesen, geschweige denn beinahe ihrer ganzen Familie und es zerbrach ihr förmlich das tote Herz.
Nach dem sie sich ihrer emotionalen Maske versichert hatte, die ihr Gesicht bereits in der Schule geziert hatte, ging sie wieder hinunter. Das Mädchen stand nicht mehr im Flur, sondern war wieder ins Wohnzimmer gegangen, wo sie in eine Decke gehüllt in Seths Armen auf dem Sofa saß. Erst jetzt fiel der Vampire Mommy auf, dass die Brünette leicht Bellas Geruch an sich trägt. Alice stand unschlüssig daneben und blickte ihre Mutter an, als diese durch die Tür trat. Das Mädchen blickte den Quileute gerade erwartungsvoll an, als wäre er ihr eine Antwort auf eine Frage schuldig, die sie nicht mitbekommen hatte. Ihr Blick ging zu Seth, dann wieder zu Alice und blieb danach auf dem Mädchen liegen.
Früher oder später würde einer von ihnen schon aussprechen, was hier los war. Und früher oder später würde sie die Chance haben ihre beiden Kinder doch noch zu umarmen, aber sie musste Prioritäten setzen und momentan war es wichtiger die Sache mit dem möglichen Gestaltenwandler zu klären.
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Fr Mai 18, 2012 6:09 am

Natürlich konnte Alice Elenas Fragen nicht beantworten. Sie hatte keine Ahnung, wie sich eine Verwandlung anfühlte oder wieso alles so war wie es nun mal war. Alles, was sie wusste, war das, was Jacob und Seth erzählt haben, und das war wahrlich nicht alles was sie wussten. Denn auch wenn sie jetzt alle eine Familie waren, war da eine natürlich Barriere, die ein paar in der Familie vor allen Details der zurückschrecken ließ. Und Alice hatte nie nachgefragt; jetzt, im Nachhinein fragte sie sich, warum eigentlich. Immerhin liebte sie Jake und Seth wie Brüder, und von ihren Vampir-Brüdern wusste sie ja auch alles. Vielleicht war einfach noch nicht die Zeit dafür gewesen.
Generell war es aber natürlich auch besser, die ganze Sache von einem Gestaltwandler erklärt zu kriegen, als von einem Vampir. So konnte Alice Elena nur traurig ansehen und immer wieder über ihren Rücken streichen. Vielleicht spendete es ihr ja Trost – obwohl sie das wirklich bezweifelte. Alice erinnerte sich noch an den ersten Tag nach ihrer Verwandlung. Sie war in einem verschmutzten, aber ehemalig weißem Kittel aufgewacht, ihre Haare ein völliges Chaos, teilweise mit Blut befleckt und völlig hysterisch. Als sie das erste Mal in eine Siedlung mit Menschen kam, haben sie sie für eine Sekunde mitleidig angesehen. Das Mitleid von Fremden, das einem völlig sinnlos vorkam, und doch irgendwie gut war. Doch dieses Mitleid hatte nur kurz gehalten, gleich danach kam der Schrecken. Und die Schreie, als sich Alice auf einen von ihnen stürzte. Letztendlich konnte sie das Mitgefühl der fremden Leute nicht beruhigen, nicht im Geringsten, denn schließlich hatte sie sie umgebracht. Alice zuckte zusammen. Elena würde sie nicht umbringen, aber sie wusste auch nicht, wie sie in Zukunft zueinander stehen würden. Bei Bella hatte sie es gewusst, ihre Zukunft hatte sie sehen können. Sie hatte schon damals gewusst, dass sie beste Freunde werden würden. Alles hatte darauf hinausgeführt. Aber Elena? Die war so durchsichtig wie eine Betonmauer. Das Gestaltwandler-Gen verhinderte das Voraussagen ihrer Zukunft. Aber immerhin wusste Alice, was sie demnächst in ihrer Freizeit machen würde: Ihre Gabe weiter ausbauen, damit sie auch endlich ein bisschen was von den Wölfen und ihrer Zukunft mitbekam. "Das Gestaltenwandler-Gen ist erblich bedingt. Jemand von deinen Vorfahren hat es durch deine Eltern an dich weitergegeben.
Nicht in jeder Generation bricht das Gen aus. Und wenn man von seinen Verwandten keine Geschichten oder Legenden darüber hört, erfährt man davon sein ganzes Leben nichts."
, fing da Seth an zu erzählen. Jacob und wahrscheinlich auch Seth hatten die alten Legenden als Märchen abgetan, als alte Geschichten, die man sich am Lagerfeuer erzählte und von der man danach träumte. Doch diese alte Legende von den Gestaltwandlern und den Vampiren war so wirklich wie das Leben auf der Erde, das hatten sie selbst herausgefunden. Bei der ersten Begegnung von den Cullens und den in den La Push ansässigen Wölfen waren sie und Jasper noch nicht dabei gewesen, doch Carlisle hatte von ihr erzählt. Es gab so viele Geschichten, die sich als wahr entpuppten, da hätte es Alice nicht gewundert, wenn gleich ein Troll um die Ecke gebogen wäre. Doch nichts geschah. Kein Füßetrampeln war zu hören, nur Seths leise Stimme, die Elena alles erzählte, was sie wissen musste. Als er geendet hatte, sah er unsicher zu Alice, doch die war genauso ratlos wie er. Wenn nicht noch ratloser. Bei einem Thema nichts sagen zu können, hatte ihr noch nie behagt, aber bei einem solchen Thema nicht zu wissen, was sie sagen sollte, war ihr wirklich unangenehm. Als Seth schließlich seine Arme um Elena schlang und sie sanft drückte, musste Alice lächeln. "Wir sollten rein gehen. Es reicht wenn einer von uns durchnässt ist." Alice nickte, und Seth hob Elena vorsichtig hoch. Im Wohnzimmer angekommen setzte er sie auf der Couch ab und wickelte sie in eine der warmen Decken ein, die in einem der hellen Schränke gelegen hatte. "Alice, kannst du ihr bitte was Warmes zu Trinken machen?", fragte Seth sie dann. „Natürlich“, sagte sie. Sie war wirklich froh, dass sie so etwas machen sollte, dann musste sie nicht mehr unschlüssig neben den beiden stehen. Mit schnellen Schritten ging sie in Richtung Küche, in Gedanken alle Heißgetränke durchgehend, die sie konnte. Tee war kein Problem, aber dann war da die Frage, welche Geschmacksrichtung Elena mochte und welche nicht. Das war ein klares Defizit, Alice hatte keine Ahnung, was die Menschen gerne aßen oder tranken. Für sie würde Schokolade genauso widerwärtig schmecken wie Sauerkraut. Allerdings wusste sie wenigstens, dass eigentlich jeder Mensch Schokolade mochte, und deswegen entschied sie sich für Kakao. Mit einer schwungvollen Bewegung riss sie die Kühlschranktür auf und holte die Milch raus. Sie goss sie in eine Tasse und stellte diese dann in die Mikrowelle, um die Milch zu erwärmen. Die Schokolade lag im Schrank, erinnerte sie sich dann und unterdrückte ein wütendes Schnauben. „War ja wieder klar“, brummte sie. Mit ihren 1.48 m war eigentlich ALLES zu hoch. Und vor allem das oberste Regal im Schrank. Wäre Jasper da gewesen, hätte er gelacht und ihr dann das gewollte heruntergereicht, aber so… Ihr blieb also nichts anderes übrig, als auf die Tresen zu steigen. Mit einem Seufzer zog sie sich hoch und holte die Schokolade aus dem Regal. In dem Moment verkündete die Mikrowelle mit einem kleinen Pling, dass die Milch fertig war, und Alice holte sie heraus. Dann warf sie ein paar Stückchen Schokolade hinein und begann zu rühren. Auf der Oberfläche bildeten sich braune Strudel, die sich mit der Milch vermischten. Während sie kontinuierlich weiterrührte, summte das Handy in ihrer Tasche. Stirnrunzelnd holte sie es heraus. Wer konnte das schon sein? Sie endsperrte das Handy und riss überrascht die Augen auf. Die Nachricht war von Jasper. Er schrieb, dass er sich gerne noch verabschiedet hätte und dass er sie liebte. Er hoffte, dass sie bald zurückkommen würden. Alice musste lächeln. Sie wäre nie darauf gekommen, dass er ich eine SMS schreiben würde! Sie hatte fast vergessen, dass es Handys überhaupt gab – immerhin hatte sie den Großteil ihres Lebens ohne eines verbracht. Ihre Finger flogen förmlich über die Tasten, um Jasper zu antworten.

Hey Jazz,
ich liebe dich auch!
Ich glaube an euch, ihr schafft das, und ich bin mental bei euch!
Und natürlich werdet ihr bald zurück kommen, Baby. Wie auch nicht? (:
xxx Alice


Einen Moment hielt sie inne. So sicher, dass sie zurück kamen, war es gar nicht… Doch dass sie das dachte, musste er nicht wissen. Er würde sich nur noch mehr Sorgen machen, und von denen hatte er so und so genug. Also drückte sie auf senden und sah die Nachricht verschwinden. Dann steckte sie das Handy wieder weg und rührte ein letztes Mal prüfend im Kakao, um sicherzugehen, dass sich auch alle Schokostückchen restlos aufgelöst hatten. Dann ging sie mit der Tasse in der Hand wieder ins Wohnzimmer, wo Seth sie entgegen nahm und sie dann Elena reichte. "Danke Alice. Wenn ich dich nicht hätte.", sagte er lächelnd und Alice lachte. „Dann wärt ihr ganz schön aufgeschmissen, was?“, fragte sie grinsend. Seth wandte sich an Elena und bat sie, etwas zu trinken, und zufrieden bemerkte Alice, dass sie nicht das Gesicht verzog, als sie an ihrem Getränk nippte. Das war doch schonmal was. "Hör mal Elena.. Ich weis du hast noch viele Fragen und ich schwöre dir, ich werde dir Rede und Antwort stehen. Egal wann. Du musst keine Angst haben, das du irgendwann aufwachst und ich bin verschwunden. Ich werde immer da sein, wenn du mich brauchst. Du kannst natürlich auch jetzt noch weiter Fragen.. aber ich würde es auch verstehen, wenn du zu deiner Familie willst.", sprach er dann weiter. Alice wurde immer klarer, dass da zwischen den beiden Gestaltwandlern etwas war. Etwas, das auch Jasper und sie hatten, nur in einer anderen Form. Als er Elenas zögern merkte, fügte er hinzu, dass sie auch einfach zuhause anrufen könnte. „Danke Seth, ich weiß das wirklich zu schätzen. All das. Und auch danke dir, Alice. Ihr habt keinerlei Grund, mich hierher mitzunehmen, mir zu helfen und all meine Fragen zu beantworten. Und trotzdem tut ihr es. Danke. Aber ich denke … ich rufe wirklich zu Hause an. Sie sollen wissen wo ich bin. Aber … zurück kann ich nicht. Noch nicht.“, erdwiderte Elena. „Okay, das ist kein Problem. Hier ist genug Platz für uns alle.“ Alice lächelte das Mädchen an und bedeutete ihr dann, ihr in den Flur zu folgen, in dem das Telefon stand. Dann ging sie wieder zu Seth ins Wohnzimmer zurück und setzte sich neben ihn auf die Couch. „Du und Elena…“, fing sie lächelnd an, „du hast dich auf sie geprägt, nicht wahr? Das ist nämlich deutlich zu spüren. Das freut mich!“, rief sie und knuffte ihn freundschaftlich in den Arm. „Sie ist wirklich nett. Sie scheint nur wirklich durcheinander… Ich hoffe, das regelt sich alles…“, fügte sie dann nachdenklicher hinzu.
Ein bisschen später kam Elena wieder ins Wohnzimmer, und die beiden verstummten. Alice rutschte von Seth weg, damit Elena dazwischen passte. „Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll“, sagte diese dann und senkte verlegen den Blick. Doch dann schien sie es zu wissen und fing an: „Ich … mir wurden nie irgendwelche Geschichten von Menschen erzählt, die sich in Tiere verwandeln. Nicht von meinen Eltern und auch nicht von den Leuten in Tansania. Und ich glaube nicht, dass man es mir verschwiegen hatte. Warum passiert so was? Wie ist das überhaupt möglich? Das kann doch nicht irgendein … Gendefekt sein, der dazu führt? Weißt du … wie das bei dir war, Seth?“, fragte sie ihn. An ihrem Blick konnte Alice ablesen, dass sie nicht eher gehen würde, bevor sie eine Antwort bekam. Das brachte Alice zum Grinsen. Elena wusste, was sie wollte, das war gut!
Seth wollte gerade ansetzen, als Alice Schritte im Flur hörte. „Was…“, fing Alice kaum hörbar an, als auch schon die Tür aufging und eine schlanke Vampirfrau vor ihnen stand. Esme! Esme war gar nicht mit den anderen nach Volterra gegangen? Sie war die ganze Zeit oben gewesen? Alice wunderte sich, dass sie sie gar nicht bemerkt hatte. Aber wahrscheinlich war sie einfach zu sehr in Gedanken gewesen. In Esmes Augen spiegelten sich Trauer, Verwirrtheit und eine Spur Verunsicherung. Einen Moment war alles still, dann sprang Alice auf und lief zu ihr, um sie stürmisch zu umarmen. „Esme! Ich hab gedacht, du wärst mit den anderen mitgegangen!“ Alice war unglaublich froh, dass Esme noch da war. Als sie sich wieder von ihr löste, trat sie einen kleinen Schritt zurück. „Das ist Elena, ich hoffe, es macht dir nichts aus, dass wir sie mitgebracht haben. Und Elena, das ist Esme… meine Mutter.“
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   So Mai 20, 2012 11:44 pm

Geduldig wartete Seth die Antwort seines Mädchens ab. Es war ein seltsames Gefühl. Auch wenn man es ihm vielleicht nicht anmerkte, er war wirklich unsicher. Er hatte Angst nicht die richtigen Worte zu finden, Angst sie zu verletzen. Er wollte einfach nur alles richtig machen. Ihr jeden Wunsch von den Augen ablesen, ihr das geben was sie brauchte. Wenn sie glücklich war, wollte er sich mit ihr freuen, wenn sie traurig war wollte er ihre Tränen trocknen. Er wollte wie ein Wind für sie sein. Ein Wind der sie immer zu umhüllen konnte und immer an ihrer Seite war. Die Luft die sie zum Atmen brauchte, die Sonne die sie von innen heraus wärmte. Er wollte ihr alles geben was er hatte und noch viel mehr. Es war, als hätte er seine eigene Bestimmung für dieses Leben gefunden. Seine ganz persönliche Aufgabe. Für immer und ewig an der Seite dieses Mädchens zu sein und sie glücklich zu machen.
Er seufzte leise und versuchte sich wieder auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Diese Gedanken waren ebenso schön wie auch beängstigend. So viel Hingabe und Aufopferung für einen Menschen, den man gerade mal zwei Tage kannte. Ging es ihr wirklich genauso? Prüfend sah er sie an und presste die Lippen aufeinander als ihre Mundwinkel plötzlich - ganz kurz - nach oben wanderten. Sie lächelte ihn verschmitzt an und für einen kurzen Moment kehrte das Leuchten in ihre Augen zurück. Seth's Herz machte einen Sprung und dann verschwand das Lächeln auch schon wieder. Der Glanz in den gelblichen Augen verlor sich und die Traurigkeit in ihrem Blick kehrte zurück. Doch das machte nichts. Seth erwartete keine Wunder. So naiv war er dann doch nicht. Seine Worte konnten ihr vielleicht helfen und ihr ein klein wenig von der Last nehmen die auf ihr lag. Aber endgültig heilen würde er sie nicht.. noch nicht. Dafür war es noch viel zu früh. Es reichte ihm, dass sie ihm kurz ein Lächeln geschenkt hatte. Das allein war Belohnung genug für ihn. Er war auf dem richtigen Weg.
Elena zog etwas Luft ein und fing an sich bei Seth und auch Alice zu bedanken. Er lauschte aufmerksam ihrer Stimme die immernoch nicht so fest war wie sie sein sollte, aber immernoch wunderschön war. Sie sagte, dass es besser war wenn sie selbst zu Hause anrufen würde und Seth nickte zustimmend. Sofort stand Alice auf um sie in den Flur zum Telefon zu führen. Der Clearwater achtete genau auf die Bewegungen der jungen Gestaltenwandlerin. Sie war noch ziemlich schwach auf den Beinen und er machte sich wirklich Sorgen, dass sie wieder zusammenbrechen würde. Als er hörte wie sie am Telefon die Nummer wählte, wurde er etwas ruhiger und atemte erleichtert aus. In dem Moment setzte sich Alice zu ihm und grinste ihn breit an.
"Du und Elena… du hast dich auf sie geprägt, nicht wahr? Das ist nämlich deutlich zu spüren. Das freut mich! Sie ist wirklich nett. Sie scheint nur wirklich durcheinander… Ich hoffe, das regelt sich alles…" Sie umarmte den Wolfsjungen herzlich und er kam nicht drum rum etwas aufzulachen. Er war im Moment wirklich recht angespannt, umso wohler fühlte er sich jetzt nach ihren Worten. Das er hier nicht allein stand, sondern Alice an seiner Seite hatte bedeutete ihm wirklich viel. Natürlich konnte sie derzeit nicht sehr viel tun, aber wen kümmerte das schon? Sie tat mit ihrer Anwesenheit mehr als ihr bewusst war. Schon immer hatte Seth Alice gemocht. Sie war so klein und niedlich und immer gut drauf - eben fast so wie Seth selbst. Die beiden verstanden sich einfach und sie war wirklich wie eine Schwester für ihn. Nicht nur einmal hatte er sich lieber Bella oder Alice als Schwester gewünscht als seine leibliche Schwester Leah. Natürlich liebte er sie, doch sie war wirklich anstrengend.. verdammt anstrengend. Es war eine gute Entscheidung gewesen mit den Cullens nach Fort William zu ziehen. Und jetzt wo es Elena in seinem Leben gab, wusste er auch das es sowieso sein Schicksal gewesen war hier zu landen.
Er lächelte Alice dankend an. Seine Wangen hatten sich leicht rot gefärbt als sie ihn nach der Prägung gefragt hatte. Benahm er sich wirklich so auffällig? Wahrscheinlich schon. Er lachte wieder kurz auf und fuhr sich etwas unsicher durchs Haar als er seinen Blick von Alice abwand. "Wow echt jetzt? Bin ich wirklich so durchschaubar? Mann bin ich schlecht."
Kurz lauschte er den Worten Elenas. Dank seines guten Gehörs würde er jedes Wort mit anhören können was sie sagte, doch er ließ es bleiben. Elena sprach mit ihrem Bruder und das ging ihn jetzt nichts an. Doch wenn er jetzt ruhig hier sitzen bleiben würde, würde er automatisch zu hören. Also nutzte er die Gelegenheit Alice seine Gefühle und Gedanken zu offenbaren die ihn derzeit so sehr beschäftigten.
"Ich.. hätte niemals gedacht, dass es sie *so* anfühlt. Ich meine, ich hab es so oft gesehen. In Sams Gedanken.. in Jake's.. aber das dieses Gefühl so intensiv ist und mann... so neben der Spur ist hätte ich echt nicht gedacht." Er lächelte verschmitzt und blickte Alice jetzt wieder in die Augen. "Ich frage mich die ganze Zeit, ob sie.. naja ob sie auch auf mich geprägt ist. Ich meine.. ich denk schon das sie mich mag, aber.. ob sich das wirklich genauso anfühlt?" Er wusste eigentlich nicht genau warum er mit ihr darüber sprach, aber es tat einfach gut einmal auszusprechen was in ihm vorging. Auch wenn Alice das Gefühl der Prägung nicht kannte, so wusste sie wie sich wahre Liebe anfühlte. Seth glaubte nämlich in keinster Weise, dass die Gestaltenwandler mit ihrer Prägung irgendwelche Vorteile hatten oder das diese Kraft stärker war als die anderen Arten von Liebe. Man musste sich nur einmal die Cullens ansehen. Rosalie und Emmett, Esme und Carlisle, Bella und Edward und auch Alice und Jasper. Das war echte und starke Liebe. Er konnte sich nichts vorstellen das irgendjemand die Kraft hatte sie zu trennen. Also standen sie ihm in nichts nach. Also wusste die kleine Cullen sehr wohl, wo von er hier sprach und das er einfach unsicher war. Geprägt oder nicht er wollte sich darauf nicht verlassen. Er wollte nicht das sie ihn liebte, weil sie auf ihn geprägt war. Er wollte das sie ihn liebte, weil er einfach er selbst war.
Doch mehr Zeit darüber nachzudenken hatte er nicht. Elena kam zurück und Alice machte sofort Platz, damit sie sich wieder setzen konnte. Er zwinkerte Alice noch einmal zu und schenkte dann wieder seine gesamte Aufmerksamkeit dem Mädchen das neben ihm saß. Sie war so nah und sah noch immer so verletzlich aus. Sie war verletzlich. Und wieder hatte er das Bedürfnis sie in den Arm zu nehmen und nie wieder los zu lassen. Kurz zuckte sein Arm doch er ließ es bleiben. Das war sicherlich zu voreilig..
Er seufzte in sich hinein und nahm noch einen Schluck von dem warmen Kakao.
"Ich weis gar nicht wo ich anfangen soll.. Ich … mir wurden nie irgendwelche Geschichten von Menschen erzählt, die sich in Tiere verwandeln. Nicht von meinen Eltern und auch nicht von den Leuten in Tansania. Und ich glaube nicht, dass man es mir verschwiegen hatte. Warum passiert so was? Wie ist das überhaupt möglich? Das kann doch nicht irgendein … Gendefekt sein, der dazu führt? Weißt du … wie das bei dir war, Seth?"
Während Seth immernoch die Tasse in der Hand hielt und in Ruhe trank lauschte er jedem einzelnen ihrer Worte genau. Er versuchte sich alles zu merken, dass er auf alles Antwort geben konnte. Langsam und Stück für Stück klang sie wieder normal. Das Gespräch mit ihrem Bruder hatte ihr sicher gut getan. Jetzt hatte sie auch nicht mehr ihre Familie im Hinterkopf die sich Sorgen um sie machte und konnte sich voll und ganz auf sich konzentrieren. Er stellte die Tasse auf dem Tisch ab und lehnte sich wieder zurück. Ein Gendefekt? Das hörte sich irgendwie... krank an... wie etwas Böses. Aber wahrscheinlich war es in dieser Sekunde auch etwas Böses für sie. Unnatürlich. Falsch. Er überlegte sich, wie er ihr am besten vermitteln konnte, dass es nicht so schlimm war wie sie vielleicht dachte. Andererseits waren das seine Gedanken. Er hatte noch nie ein Problem mit der Verwandlung gehabt. Er hatte es immer mehr als Segen als Fluch angesehen. Aber nicht jeder Mensch war gleich. Er wollte ihr nicht seine Meinung aufzwängen. Aber sie sollte versuchen der ganzen Sache neutral gegenüber zu stehen.
Just in dem Moment als er das dachte, bemerkte er eine Regung im Raum. Er sah überrascht auf als er plötzlich Esme bemerkte die zu ihnen gestoßen war. Seit wann war sie denn hier? War er so in seinen Gedanken vertieft gewesen, dass er sie gar nicht bemerkt hatte?
Naja, zumindest schien es nicht nur ihm so zu gehen. Alice sprang auf und lief auf ihre Mutter zu um sie in die Arme zu schließen. Über ihre Worte wunderte er sich dann doch ein wenig. Warum hatte sie gedacht Esme währe mit den anderen... Doch dann fiel ihm ein, dass Alice vorher gar nicht anwesend gewesen war. Von Bellas Wutausbruch und der Planung in diesem Raum hatte sie gar nichts mit bekommen. Sie schien überglücklich zu sein, dass ihre Mutter noch hier war. Hätte Seth davon gewusst, hätte er der Cullen schon vorher davon berichtet.
Das schwarzhaarige Vampirmädchen ließ von Esme ab und wand sich dann Elena zu die das Geschehen fragend beobachtete. Sie stellte Esme als ihre Mutter vor und zauberte wieder ihr elfenhaftes Lächeln aufs Gesicht.
"Japp, dass ist sozusagen meine Zweitmutter. Ohne sie wäre ich schon längst verhungert." Er lachte wieder und diesmal war es zum ersten Mal wirklich unbeschwert. Irgendwie hatte Esme eine beruhigende Wirkung auf ihn. Auch dann, wenn sie traurig war - so wie jetzt. Er wusste sie machte sich Sorgen um ihren Mann und ihre Kinder. Doch auch sie wusste - wie alle Anwesenden hier - dass es keinen anderen Weg gab. Also nahm sie es tapfer hin und schenkte ihre Liebe den verbliebenen Kindern. Denn Seth wusste, dass er für die Vampir-Mommy schon längst wie ein eigener Sohn war. Ihr mütterlicher Instinkt war einfach unverkennbar. Für diesen kurzen Augenblick fühlte er sich wohl und geborgen und so kam es auch, dass er ohne nachzudenken einfach den Arm um Elena legte. Als er bemerkte was er da tat, war es auch schon zu spät und er hatte sie sanft an sich gedrückt.
Leichte Panik machte sich in ihm breit und er überlegte was er nun tun sollte. Möglichkeit A - Arm wegnehmen und sich entschuldigen. Möglichtkeit B - So tun als ob nichts wäre. Möglichkeit C - Sie einfach fragen ob ihr das Recht war und irgendeine Ausrede erfinden.. Er haderte mit sich doch je mehr Zeit verging, desto peinlicher würde das ganze werden. Er schluckte und hoffte nur, dass sein Gesicht nicht ganz so rot war wie es sich anfühlte.
"Ist.. das ok?" fragte er dann etwas unsicher. Als er auch bei ihr eine Rötung auf den Wangen feststellte und ihr zögerndes Nicken sah versuchte er dem Vorfall keine weitere Beachtung zu schenken und rief sich ihre Frage zurück in den Kopf. "Alice, vielleicht magst du Esme kurz erklären was los ist?" Und kaum war der Satz ausgesprochen fühlte er sich schon wieder wohler in seiner Haut. Er konzentrierte sich jetzt wieder voll und ganz auf Elena und ihre momentane Lage. Sie hatte ihm eine Frage gestellt doch noch war er sich nicht so sicher wo er jetzt überhaupt anfangen sollte.
"Also... ob das Ganze ein Gendefekt ist weis ich nicht.. Aber ich kann dir gern erzählen, wie es bei mir war. Wenn ich dich langweile, musst du mich unterbrechen ok?" Er schenkte ihr ein ehrliches Lächeln und begann dann zu erzählen. "Also ich komme aus LaPush das ist ein Indianer-Reservat. Unser *Stamm* nennt sich Quileute und existiert schon sehr lange. Man hat uns als Kinder immer die Legende erzählt, dass wir Quileute von den Wölfen abstammen und mit ihnen verbunden sind. Das wurde uns immer zu eingetrichtert. Natürlich haben wir früher nie gedacht, dass das Ganze der Wahrheit entspricht. Wie gesagt das Gen ist erblich. Ich hab es wohl von meinem Vater und meiner Mutter geerbt - obwohl keiner der beiden sich jemals verwandelt hatte. Naja dann gab es eine Zeit lang ziemlich viel Aufruhr in LaPush und näheren Umgebung.. Das führte dazu das in vielen von uns das Gen aktiviert wurde. So auch bei mir. Meine große Schwester Leah verwandelte sich als Erstes, nachdem unser Vater an einem Herzinfarkt gestorben war. Durch diese beiden Ereignisse habe ich mich auch verwandelt. Ich war ne Zeit lang der Jüngste von allen. Ich war erst fünfzehn. Dadurch das schon viele vor uns verwandelt waren, war es für uns einfach. Wir bekamen sofort alle Fragen beantwortet. Wir waren ein großes Rudel. Es gibt immer einen Anführer. Einen Leitwolf also. Das war damals Sam. Was er beschließt ist Befehl. Niemand hat die Kraft sich diesem Willen zu unterwerfen. Naja irgendwann spaltete sich das Rudel in zwei. Ich folgte Jacob, weil ich seine Ansichten besser vertreten konnte. Ich war mit Sams Entscheidungen nicht einverstanden und hatte mich für meinen eigenen Weg unter Jake entschieden um die zu beschützen die mir wichtig waren." Sein Blick huschte kurz zu Esme und Alice und ein Lächeln schlich sich auf sein Gesicht. Er bereute seine Entscheidung bis heute nicht. Doch er spürte auch deutlich einen Blick auf sich selbst ruhen. Nämlich Elenas. Er wusste das es das nicht gewesen sein konnte. Sie wusste, dass er ihr etwas wichtiges verschwieg. Etwas, dass sie brauchte damit die Geschichte endlich einen Sinn ergab. Und auch er wusste das es nun langsam an der Zeit war ihr die Wahrheit zu sagen, sonst brauchte er gar nicht weiter zu erzählen. Es war einfach zu verwirrend.
"Weist du, uns wurde damals immer gesagt. Der Wolfskrieger hat nur einen Feind. Und dieser Feind ist der einzige Grund, weshalb wir uns verwandeln. Wenn er in unsere Nähe kommt erwacht das Gen und macht sich bereit für den Kampf.. Dieser Feind wurde bei uns - die kalten Wesen - genannt. Doch heut zu Tage sagt man wohl eher... Vampir dazu." Er wartete kurz ab, damit Elena ihre Gedanken fassen konnte... oder zumindest versuchte sie es.
"Es gibt Vampire Elena. Und viele sind auch wirklich unsere Feinde. Es ist unsere Pflicht als Gestaltenwandler die Menschen vor ihnen zu schützen. Aber nicht alle Vampire sind gleich. Es ist wie bei den Menschen. Da gibt es die Guten und die Schlechten. Genauso ist es bei Vampiren und sicher auch bei uns Gestaltenwandlern." Er wusste nicht ob sie selbst wirklich wusste wo hin sie nun blickte. Das letzte Puzzelteil war gesetzt. Sie war nicht dumm. Vielleicht konnte ihr Verstand es jetzt noch nicht wirklich begreifen doch ihr Körper hatte es längst gewusst und gespürt. Dies allein war wohl der Grund warum sie jetzt mit großen Augen zu Alice und Esme sah.
"Ja, sie sind Vampire Elena. Und gleichzeitig sind sie auch die liebevollste und herzlichste Familie die ich jemals kennen gelernt habe."
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Sa Jun 02, 2012 6:47 am

Alice brach die Stille, indem sie aufsprang und auf ihre Mutter zustürmte. Sofort zog sie Esme in eine innige Umarmung und rief freudig: „Esme! Ich hab gedacht, du wärst mit den anderen mitgegangen!“ Seit Stunden bildete sich endlich ein seliges Lächeln auf dem Gesicht der Lehrerin. Esme erwiderte den Druck und hörte die Erklärung ihrer Tochter an, die ihre Mutter mit dem typischen Lächeln vorstellte: „Das ist Elena, ich hoffe, es macht dir nichts aus, dass wir sie mitgebracht haben. Und Elena, das ist Esme… meine Mutter.“ "Japp, dass ist sozusagen meine Zweitmutter. Ohne sie wäre ich schon längst verhungert“, fügte auch Seth lachend hierzu. Erneut zierte ein Lächeln das Gesicht der Vampire Mommy.
Sie war froh doch nach unten gegangen zu sein, da die Anwesenheit von ihren herzlichen und immer fröhlichen Kindern sie aufheiterte. In ihrer Umgebung wurde ihr Schmerz ein wenig gedämpft, als wäre die Trauer sorgfältig in Watte eingepackt. Die Vampirmutter ging auf Elena zu und reichte ihr die Hand: „Schön dich kennen zu lernen, Elena. Ich hoffe die beiden hier haben dich nicht zu sehr verschreckt. Falls du irgendwas brauchst, sag Bescheid. Freunde von meinen Kindern sind hier immer willkommen.“ Ihr Mutterinstinkt wollte das zerstreut und verletzt wirkende Mädchen am liebsten in den Arm nehmen und trösten. Die Lehrerin beschloss also all die Kraft, die sie noch aufbringen konnte, für Seth, Alice und Elena aufzubringen. Egal in welcher Weise sie ihre Hilfe brauchen würden.
Nachdem sich Esme vorgestellt hatte, setzte sie sich in den Sessel neben dem Sofa und blickte erstaunt, als Seth plötzlich seinen Arm, um Elena legte. Auch die Art und Weise, wie er sie ansah, war ihr zu vertraut. Dieser Hundeblick, gefüllt von Verehrung und völliger Hingabe, Aufopferung, hatte sie schon etliche Male bei Jake gesehen, wenn er Renesmee ansah. Der junge Quileute hatte sich geprägt und somit seine bessere Hälfte gefunden. Mit einem Lächeln beobachtete sie, wie sich die Köpfe der beiden Verliebten rot färbten und er sie schüchtern fragte, ob es okay war. Die Vampire Mommy warf Alice einen verschmitzten Blick zu und auch Alice konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
Um die peinlich berührte Situation zu lösen, bat er Alice ihr alles zu erklären. Doch Esme schüttelte nur den Kopf und wandte sich an Alice: „Ich kann mir eh schon denken, was hier los ist.“ Die Antworten und Dinge, die der Quileute versuchte Elena zu erklären, bestätigten ihre Vermutungen nur noch, dass sie ebenfalls ein Gestaltenwandler war – vermutlich hatte sie sich sogar gerade das erste Mal verwandelt.
Esme konnte es sich vorstellen, wie es war nicht mehr zu wissen, wer oder was man war, wenn man plötzlich kein Mensch mehr war. Jeder von ihnen hatte dieses Gefühl durchmachen müssen und jeder hatte es anders aufgenommen. Einige brauchten länger ihre Verwandlung – egal in was – zu verstehen, realisieren und zu akzeptieren. Auch die Einstellung dies gegenüber war unterschiedlich. Für manche ist es ein Segen, für andere eine Qual. Auch sie hatte sich in der ersten Zeit den Tod gewünscht. Schließlich wurde ihr diese Möglichkeit genommen, obwohl sie das Bedürfnis danach hatte, schon in den letzten Monaten ihres Menschenlebens, aber nachdem sich die Cullen immer mehr in den Arzt verliebt hatte, fand sie gefallen an dem Vampirdasein. Eine Ewigkeit mit Carlisle. Ewige Schönheit. War das nicht, was sich jede Frau Mitte 20 wünschen würde? Auch wenn viele Vampire über Langeweile klagten, konnte sie es sich nicht mehr besser vorstellen mit einer Familie, wie dieser.
Seth erzählte ihr von La Push und dem Quileutestamm, wie und warum er sich verwandelt hatte und von der Rudeltrennung mit Anspielung auf die Rettung seiner Familie, worauf Seth die beiden Cullens lächelnd ansah. Doch sofort wurde er ernster und suchte kurz nach den richtigen, vorsichtigen Worten, bis er den Schlüssel zum Verstehen der Vorgeschichte preisgab. "Weist du, uns wurde damals immer gesagt. Der Wolfskrieger hat nur einen Feind. Und dieser Feind ist der einzige Grund, weshalb wir uns verwandeln. Wenn er in unsere Nähe kommt erwacht das Gen und macht sich bereit für den Kampf.. Dieser Feind wurde bei uns - die kalten Wesen - genannt. Doch heut zu Tage sagt man wohl eher... Vampir dazu. Es gibt Vampire Elena. Und viele sind auch wirklich unsere Feinde. Es ist unsere Pflicht als Gestaltenwandler die Menschen vor ihnen zu schützen. Aber nicht alle Vampire sind gleich. Es ist wie bei den Menschen. Da gibt es die Guten und die Schlechten. Genauso ist es bei Vampiren und sicher auch bei uns Gestaltenwandlern“, erklärte er und machte eine Pause, damit sie alles verdauen konnte.
Elena schien schlau und setzte alles zusammen, bis sie zu verstehen schien. Erstaunt, erschrocken und ein bisschen ängstlich blickte sie die beiden Vampirfrauen an. Beschämt senkte Esme ihren Blick. Den Blick hatte sie bei Bella ebenfalls schon öfters gesehen, als diese noch ein Mensch war. Alle reagierten bei dieser Äußerung gleich. Angsterfüllt. Überrascht. Geschockt. Sofort versuchte Seth seine Geprägte wieder zu beruhigen: "Ja, sie sind Vampire Elena. Und gleichzeitig sind sie auch die liebevollste und herzlichste Familie die ich jemals kennen gelernt habe." Ihren Blick wieder auf Elena gerichtet setzte sie ihr liebstes Lächeln auf und versuchte das Mädchen in Sicherheit zu wissen.
Vermutlich war dies ein harter Tag für alle von ihnen. Elena hatte sich zum ersten Mal verwandelt und von der Existenz von Vampiren erfahren. Auch die anderen im Raum mussten von ihrer Familie Abschied nehmen, die gerade in Lebensgefahr schwebte. Esme wollte keineswegs, dass sich der Besuch bedrängt fühlte und sicherlich brauchte sie ein bisschen Pause, um alles zu verdauen, deshalb stand die Vampirmutter seufzend auf und entschuldigte sich. „Ich geh draußen ein bisschen frische Luft schnappen. Ich bin mir sicher, Elena braucht ein bisschen Denkzeit“, erklärte sie.
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Do Jun 07, 2012 10:35 am


Sekunden vergingen. Tick, Tack. Tick, Tack. Nur die wunderschöne Standuhr hörte man in ihrem gleichmäßigen Takt schlagen. Das Pendel beobachten, wie es hin und her schwang. Immer wieder, unbeirrt. Beständig lief die Uhr mit der Zeit ohne sich um die Menschen zu kümmern, die sie betrachteten. Diese Vorstellung ließ Elena lächeln, als sie plötzlich Schritte hörte und die Wohnzimmertür, die aufgemacht wurde. Herein kam eine junge Frau, vielleicht Mitte zwanzig mit langen, braunen Harren und dieser blassen Haut wie auch Alice und der Rest der Cullens sie hatten. Und diese Augen … dieses Helle, ja fast Goldfarbene. Woher kam es? Erneut fragte sie sich, welche Wesen so aussehen konnten. So perfekt, ohne jeden Makel.
Doch das verdrängte Elena schnell als sie sah, wie glücklich Alice und auch Seth auf die Anwesenheit der ihr fremden Frau reagierten. Die kleine Cullen sprang sofort auf und schloss sie in die Arme. Esme nannte sie die Frau. Ein seltsamer Name. Woher er wohl stammte?
„Das ist Elena, ich hoffe, es macht dir nichts aus, dass wir sie mitgebracht haben. Und Elena, das ist Esme… meine Mutter.“ Ihre … Mutter? Zwar sahen sie sich unglaublich ähnlich, aber vom Alter her schienen sie sich höchstens um 5 Jahre zu unterscheiden. Das konnte doch gar nicht sein. Aber dann erinnerte sich Elena wieder an die Worte von Rosalie in der Schule. Sie seien nicht alle blutsverwandt. Aber wer waren denn dann ihre Eltern wenn nicht Esme hier? Die haarsträubendsten Theorien kamen Elena in den Sinn, eine idiotischer als die andere und vermutlich keine der Wahrheit entsprechend. Vielleicht sollte sie einfach warten, dass Seth es ihr erklärte? Und wenn er es nicht von selbst tat dann würde sie ihn einfach fragen… Kurz schüttelte sie den Kopf. Ihre Gedanken fühlten sich an wie die eines kleinen Kindes. Aber genauso empfand sie auch gerade. Ängstlich, verunsichert, verloren und vor allem schwach. Doch zu sehen wie schnell sich Seth bei dem Anblick von Esme entspannte, ließ auch Elena kurzzeitig ihre Angst verlieren.
„Schön dich kennen zu lernen, Elena. Ich hoffe die beiden hier haben dich nicht zu sehr verschreckt. Falls du irgendwas brauchst, sag Bescheid. Freunde von meinen Kindern sind hier immer willkommen.“ Sie hatte eiskalte Hände. Das war das erste, was Elena auffiel. Dann lächelte sie. „Freut mich, Esme. Danke, dass ich so freundlich aufgenommen werde.“
Dann wandte sie sich wieder Seth zu, doch bevor sie ihn daran erinnern konnte, dass er ihr noch eine Antwort schuldete, legte er wie von selbst einen Arm um sie. Ungläubig verharrte sie in ihrer Position, verwirrt von den Gefühlen, die auf sie einstürzten. Dieses Kribbeln, welches ihren ganzen Körper einnahm, die Anspannung, die sie plötzlich überkam, ohne dass sie wusste, warum. Ihr Herz, welches auf einmal doppelt so schnell schlug, ihr Atem, der ihr knapp wurde und das seltsame Gefühl einer nahenden Ohnmacht. Und andererseits auch das Gefühl, sich vollkommen fallen lassen zu können. Wie sie hier in seinen Armen lag war ihr, als könne ihr nichts etwas anhaben. Er würde sie beschützen. Woher sie das wusste, das war ihr selbst nicht wirklich klar. Aber sie war sich sicher, dass sie recht damit hatte. Der Blick, mit dem er sie bedachte sagte genau das aus.
Aber warum schaute er sie so an? Sie kannten sich doch gar nicht! Sie hatten sich gestern kennengelernt. Und überhaupt … seit wann empfand sie so schnell und so intensiv für irgendjemanden? War das einfach eine Nachwirkung der Wandlung? Wurden dann Gefühle einfach stärker? Oder war es Einbildung? Ja, das musste es sein, weil Cathy fort war klammerte sie sich jetzt an Seth fest… Fast hätte sie sich aus seinen Armen gelöst, als sie Alice und Esme einen Blick zuwarf. Beide hatten ein wissendes Lächeln aufgelegt, schmunzelten in sich hinein und sahen sich bedeutungsschwer in die Augen. Was zur Hölle…? Wussten sie etwa mehr als Elena selbst? Was zum Teufel ging hier vor sich! Beinahe wäre das junge Mädchen aufgesprungen und hätte gefordert, dass ihr das hier verdammt noch mal erklärt werden sollte, doch dann hörte sie eine leise Stimme nahe an ihrem Ohr. Seth fragte sie, ob es okay war… Was? Die Umarmung? Oder … sie wusste nicht recht, ob sie ihrem Kopf befohlen hatte, zu nicken, doch er tat es einfach. Automatisch schmiegte sie sich an Seths Seite und merkte, wie ihre Wangen heiß wurden. Oh nein, nicht auch noch das! Schnell vergrub sie ihr Gesicht an Seths Brust und hoffte, dass sich ihre Gesichtsfarbe irgendwann wieder normalisierte. Aber andererseits … wenn sie hier so saß, umgeben von seinem bezirzenden Duft … Hör auf damit! Schnell schüttelte sie den Kopf und blickte wieder auf, noch röter als ohnehin schon. Das konnte doch alles nicht wahr sein …
Langsam erinnerte sich Elena wieder, weswegen sie überhaupt hier war. Sie hatte Seth ja eine Frage gestellt … was war es noch gleich? Es hatte irgendetwas mit seiner Verwandlung zu tun gehabt. Genau, wie es bei ihm angefangen hatte, was er wusste. Schnell räusperte sie sich und atmete tief durch. Dann blickte sie den Wandler an und wartete auf die Erklärung, die sogleich folgte.

Elena hing Seth förmlich an den Lippen. Sie lauschte jedem einzelnen Wort, und wenn es auch noch so bedeutungslos erschien, ihr war es wichtig. Sie wollte alles wissen, nicht nur über die Wandler, auch über ihn. Alles wollte sie über sein Leben erfahren, über seine Freunde, über die Cullens und den Grund, warum er von seiner alten Heimat, LaPush, fortgezogen war. Interessiert hörte sie ihm zu, wie er davon sprach, dass seine Vorfahren einst Wölfe gewesen waren, wie er von seiner Schwester und seinem Vater sprach. Auch er hatte also einen geliebten Menschen verloren und war doch erst fünfzehn Jahre alt gewesen. Nun, da sie wusste, dass auch er ein ähnliches Schicksal erlitten hatte, fühlte sie sich elend. Die Tatsache, dass auch er vor wenigen Jahren all diesen Schmerz durchlitten hatte und nun mit ansah, wie sie sich fühlte … es müsste alle alten Gefühle wieder aufwirbeln. Wie er sich jetzt wohl fühlte? Und wie schaffte er es, diese Trauer nicht zum Vorschein zu bringen, wie schaffte er es, so ruhig und gefasst zu wirken?
Sie hörte ihm weiter zu, wie er davon sprach, dass sie in ihrer Heimat in einem Rudel unterwegs waren. Ja, für Wölfe passte es. Sie waren Rudeltiere. Sie jagten zusammen, in großen Gruppen. Panther dagegen hielten sich zwar auch in Rudeln auf, jedoch traf man sie beim Jagen oft allein an, auch wenn sie angriffen, ob Menschen oder andere Tiere. Sie teilten ihre Beute nicht gern. Trotzdem hätte Elena nichts dagegen gehabt, wenn irgendein Gleichgesinnter bei ihr gewesen wäre, als sie sich verwandelt hatte. Dass Seth auch in gewisser Weise wie sie war, beruhigte sie zwar ungemein, trotzdem war es etwas anderes. Katzen und Hunde verstanden sich nicht unbedingt gut. Der Gedanke ließ sie kurz schmunzeln, bis sie darüber nachdachte, wie Seth wohl in seiner Tiergestalt aussah. Welche Fellfarbe er wohl hatte? Und ob er auch so groß und muskulös war, wie jetzt als Mensch? Kaum war der Gedanke in ihr Bewusstsein gedrungen, spürte sie auch schon wieder, wie ihre Wangen sich rosa färbten.
Schnell lenkte sie sich damit ab, ihm wieder mehr Beachtung zu schenken, doch es brachte nicht viel. Zwar erreichten sie seine Worte, wie er von dem Alpha Sam sprach und der Spaltung des Rudels, doch dabei seine Lippen zu betrachten, diese schmalen und doch schönen Lippen, die die Worte formten, die er sagte, das Glitzern in den Augen, wenn er von Jacob sprach, dem neuen Anführer… Elena schluckte hart und wandte den Blick von ihm ab und fand den modernen Wohnzimmertisch plötzlich unglaublich interessant. Doch sie bemerkte, wie liebevoll er die beiden Cullens anblickte, als er davon sprach, seine Liebsten zu beschützen. Er mochte sie wirklich, sie waren seine Familie. Und sie erkannte denselben Ausdruck in seinem Gesicht, wie er auch in Bellas Augen gelegen hatte, wenn sie ihre ‚Geschwister’ angesehen hatten. Sie verband etwas ganz Besonderes. Es war stärker, als das Blut, welches eine Familie aneinander band. Stärker als einfache Freundschaft. Es war Liebe. Tiefe und bedingungslose Liebe, die man für einen Bruder und eine Schwester empfinden konnte und doch viel mehr als das. Es ließ Elena wieder an Cathy und sie denken und daran, dass sie alles füreinander getan hatten, einander beschützt und getröstet hatten. Sie waren immer füreinander da gewesen, hatten einander nie allein gelassen. Auf sie hatte sie vertrauen können, bedingungslos. Natürlich gab es manchmal Streit, doch das war nie wichtig gewesen. Nach wenigen Minuten hatte man es schon wieder vergessen gehabt. Und nun war sie einfach fort … für immer. Niemals wieder würde sie ihre kleine Schwester wiedersehen. Und das brach ihr das Herz.
Dann aber musste sie daran denken, wie sie sich in der Anwesenheit von Seth fühlte und dass er trotz dem Tode seines Vaters hier saß und glücklich war. Also ging der Schmerz vielleicht vorbei? Er würde vermutlich ewig bleiben, aber sie könnte wieder wahres Glück empfinden. Und irgendetwas sagte ihr, dass Seth ihr dabei zur Seite stand.
Doch trotz alledem war klaffte noch eine große Lücke in seiner Erzählung. Er hatte ihr gesagt, dass das Gen nur aktiv wurde, wenn Feinde in der Nähe waren, wenn Aufruhr herrschte und Gefahr lauerte. Was war die Gefahr? Woher kam sie? Und wen musste Elena nun beschützen? Irgendetwas verschwieg Seth ihr doch! Den Schlüssel zu all ihren Fragen. Er konnte ihr doch nicht das wichtigste Detail vorenthalten. Sie musste wissen, mit was sie es zu tun hatte, wovor sie sich in Acht nehmen musste und wovor sie ihre Familie beschützen musste! Auch Seth schien das einzusehen, denn langsam sprach er weiter.
Zuerst dachte sie, dass er sich nur wiederholte. Sie wusste, dass es diesen Feind gab, weswegen sie sich verwandelt hatte… Doch dann:
„Dieser Feind wurde bei uns - die kalten Wesen - genannt. Doch heut zu Tage sagt man wohl eher... Vampir dazu."

Zwei Sekunden. Länger hatte Elena nicht gebraucht, um zu verstehen. Doch sie wollte es nicht wahrhaben. Vampire? Kalte Wesen? Unsterbliche? Kreaturen der Nacht? Egal wie man sie nannte … es waren Fabelwesen! Monster, die man benutzte, um Kindern Angst zu machen. Keine Realität! Das konnte nicht sein. Wie konnte es sie geben ohne dass die Menschen von ihnen wussten? Aber sie hatte auch nichts von Gestaltwandlern gewusst und das obwohl sie selbst einer war! Warum sollte es also diese Wesen nicht auch geben? Aber was hatte das mit *ihr* zu tun? Wo waren diese Vampire?
Es war zu viel für sie. Sie merkte, wie all das ihre Vorstellungskraft überstieg. Sie sollte die Menschen vor diesen … diesen unsterblichen Steinen beschützen? Wie denn? Sie kam doch überhaupt nicht einmal selbst mit ihrer Verwandlung klar. Da konnte sie doch nicht in irgendeine Art Krieg ziehen! Und jetzt sprach er auch noch davon, dass sie gut sein konnten. Vampire! Gut? Sie tranken Blut! Sie töteten Menschen und verwandelten sie in Ihresgleichen. Was bitte war daran gut? Und warum verteidigte er sie? Konnte es etwa sein, dass …
Automatisch fuhr ihr Kopf herum, zu diesen zwei seltsamen Menschen – nein, nicht Menschen – mit der hellen Haut, diesen verrückten Augen, dieser Schnelligkeit und Stärke, dass sie sogar Panzerglas zerstören konnten. Dieser Schönheit und Grazie. Das letzte Puzzleteil hatte sich in ihr Bild gesetzt und nun wurde alles ganz klar. Sie spürte, wie ihr Körper zu zittern begann, wie sich die Hitze in ihr ausbreitete und zu verschlingen drohte. Ein Knurren stieg ihre Kehle empor und ein Teil von ihr versuchte es zu stoppen. Sie hörte nur leise die Erklärung von Seth, bekam kaum mit, wie er davon sprach, dass sie liebevoll waren. Vielmehr stach ihr der beißende Geruch in die Nase. Sie hatte es von Anfang an gewusst. Seitdem sie Bella das erste Mal gesehen hatte, war es ihr aufgefallen. Nur hatte sie ihre herzliche Art erblinden lassen. Aber war es nicht bei Edward so gewesen, dass sie vor ihm zurückgeschreckt war? Etwas hatte sie vor ihm warnen wollen und sie war so dumm gewesen, es zu ignorieren. Und jetzt saß sie hier, umrundet von zwei Vampiren und einem Wandler, der sich mit ihnen eingelassen hatte. Konnte sie hier überhaupt lebend herauskommen? Es war ein Versuch wert, oder etwa nicht? Aber dazu brauchte sie einen Plan und das schnell. Wenn sie sich verwandelte, wen könnte sie am leichtesten überwältigen? Seth … unmöglich. Er war ein Wandler und tausendmal stärker als sie. Außerdem konnte sie ihn nicht verletzen … war das vielleicht eine Art Trick? Man sagte doch immer, dass Vampire irgendwelche übernatürlichen Fähigkeiten hatten… hatte diese Alice sie so manipuliert, dass Elena nun keinem von ihnen etwas anhaben konnte? Und hatten sie Seth womöglich auch unter ihre Fichtel gezogen? Deswegen dieses wissende Lächeln. Deswegen die Blicke. Es war alles geplant!
Panik stieg in Elena auf und sie fasste den Entschluss, Alice zuerst anzugreifen. Vielleicht ließ dann die Wirkung dieser … Fähigkeit nach und Seth würde mit ihr zusammen Esme überwältigen. Ja… das würde klappen.
„Ich geh draußen ein bisschen frische Luft schnappen. Ich bin mir sicher, Elena braucht ein bisschen Denkzeit“ Es dauerte einige Sekunden, bis sie realisierte, was gerade geschehen war. Esme lächelte beschämt und erhob sich langsam, vorsichtig, und verließ dann den Raum.
Schnell stieß Elena die Luft aus, die sie unbewusst angehalten hatte und versuchte einen klaren Kopf zu bewahren. Das war doch irre! Sie wollten ihr nichts Böses. Sonst hätte Seth ihr das alles nicht erklärt, sondern einfach so manipuliert und weiß Gott was getan. Sie wollten wirklich, dass sie verstand. Und vermutlich hatte Seth recht, wenn er sagte, dass sie die Guten waren.
„Ich … ich brauche kurz Zeit, um das alles zu verstehen“, murmelte Elena leise und senkte den Kopf. Ihre Wangen wurden rot, doch diesmal vor Scham. Sie hatte gerade überlegt Alice umzubringen. Wahrscheinlich hätte sie es nicht einmal geschafft, doch der Gedanke zählte. Sie hatte sie beruhigt, als sie sie im Wald gefunden hatte, sie hier her gebracht, etwas zum Anziehen gegeben und war so fürsorglich gewesen und alles woran Elena dachte war, wie sie Alice schnellstmöglich töten könnte? Als Dankbarkeit konnte man das auch nicht wirklich bezeichnen.
„Alice…?“ Sie wartete auf das Nicken der zierlichen Vampirin. „Darf ich vielleicht euer Bad benutzen?“ Ihre Stimme war nur ein Flüstern und beschämt wandte sie sich aus Seths Umarmung und trottete Alice hinterher. Sie wirkte so zerbrechlich, wie konnte sie da ein Vampir sein? Und was unterschied sie von normalen Menschen? Anscheinend konnten sie am Tage ja auch raus gehen ohne zu verbrennen, schließlich waren sie in der Schule gewesen und auch jetzt … und in Särgen schliefen sie anscheinend auch nicht. Zumindest war das hier ein Haus, was vollkommen offen war, verglast und definitiv sonnendurchlässig. Es sah wie ein normales Familienhaus aus. Um einiges teurer zwar, aber an sich war es nicht auffällig.
Im Bad angekommen drehte sich Elena noch einmal zu Alice um. „Tut … tut mir leid, dass ich dich angeknurrt habe. Ich wollte das nicht, wirklich. Es ist nur … irgendwie viel zu viel zu verarbeiten. Und dann ist da auch noch dieses, dieses Tier in mir, das ich nicht kontrollieren kann…“ Fahrig strich sie sich durch die verknoteten Haare. Sie musste schrecklich aussehen. Gerade wenn sie sich mit Alice verglich oder Esme oder überhaupt einem der Cullens. Sie waren perfekt. Das musste es sein, was sie auf die Menschen so anziehend wirken ließ. Sie bezirzten sie mit ihrer Schönheit und saugten dann ihr Blut. Kurz schluckte sie. „Seth meinte, ihr gehört zu den Guten … heißt das, ihr tötet die Menschen nicht, wenn ihr deren Blut trinkt?“
Sie hörte wie Alice lachte und kurz überkam sie der Neid. Es klang wie ein helles Glockenspiel im Wind, zart und wunderschön. Sie erklärte ihr, dass Vampire die Menschen töten mussten, wenn sie von ihnen tranken, da sie sonst auch zu Unsterblichen würden.
„Aber wir – und ein anderer Clan in Denali, die wir als Familie ansehen – sind anders. Wir haben uns dazu entschieden, Tierblut zu trinken. Das erfüllt den gleichen Zweck, ist aber kein Vergleich zu menschlichem. Und doch… wollen wir es. Es ist, als wären wir Vegetarier, das ist unser kleiner Insider. Aber weißt du, auch wenn es schwer für uns ist, dem Menschenblut zu widerstehen, macht uns das ein bisschen weniger… monsterhaft.“
Sie tranken Tierblut? Wie war so etwas überhaupt möglich? Das war doch vollkommen … bescheuert. Aber andererseits bewunderte sie die Cullens dafür. Auf Menschenblut zu verzichten und dafür unter den Menschen zu leben, ja sogar wie echte Menschen in die Schule zu gehen. Wie alt sie wohl waren? Und zogen sie deswegen um? Weil sie sich nicht mehr veränderten? Weil sie nicht älter wurden, zumindest nicht körperlich? Es war doch einfach zu verwirrend… tausend Fragen schossen Elena in den Kopf die sie am liebsten gleich alle stellen wollte, doch sie musste erst einmal mit dem klar kommen, was sie erfahren hatte. Schließlich hatte sie noch einige Zeit, mehr zu erfahren. Denn aus irgendeinem Grund wusste sie, dass sie die nächsten Wochen oft hier verbringen würde. Allein schon wegen Seth … Wieder überkamen sie diese seltsamen Gefühle, diese Abhängigkeit, als würde sich ihre Welt nur noch um ihn drehen. Und dann erinnerte sie sich an Alice’ und Esmes Blicke und sie fasste einen schnellen Entschluss.
„Alice? Ich habe eine Frage. Ich weiß nicht, ob ich mir das alles einbilde, aber … weißt du, was mit mir los ist? Sobald ich Seth ansehe oder nur an ihn denke, da fühle ich mich … als wäre ich verrückt! Es fühlt sich an, als wäre er alles für mich, als könnte ich ohne ihn nicht mehr glücklich sein und wenn er mich ansieht, dann würde ich ihm am liebsten in die Arme springen und nie mehr loslassen. Als wäre ich an ihn gebunden, einfach so. Ich kenne ihn doch kaum und dann sind da trotzdem diese Gefühle die ich nicht kontrollieren kann. Und ich weiß nicht, was das soll, aber ich glaube, du weißt es genau. Ich werde noch wahnsinnig, wenn das so weitergeht und dabei ist das doch erst seit einigen Stunden so. Also … bitte sag mir, was mit mir los ist.“ Tatsächlich hatte Elena das Gefühl früher oder später den Verstand zu verlieren, wenn ihr nicht sofort jemand erklärte, was mit ihr los was. Das war doch nicht normal! Niemals konnte das normal sein. Das war nicht nur einfach eine kleine Schwärmerei. Das fühlte sich an wie Liebe. Aber das konnte nicht sein! Sie kannte diesen Jungen nicht. Sie wusste nichts über ihn, außer dass er ein Wolf war und mal in LaPush gewohnt hatte. Das war doch einfach…
„Naja…“ Alice sah nicht so aus, als ob sie diese Worte gerne loswurde. Sie schien sich sichtlich unwohl in ihrer Haut zu fühlen. Weswegen? War das, was nun folgte, wirklich so schlimm? Vielleicht sollte sie es lieber gar nicht erst erfahren. Bevor Elena sich dazu entscheiden konnte, Alice zu stoppen, war es aber auch schon zu spät.
„Es ist Liebe, tiefer als menschliche Liebe je sein kann, im Grunde genauso wie bei uns Vampiren – nur, dass eure Liebe euch für euer ganzes Leben verbindet. Seth hat sich auf dich geprägt, er hat dich als seine Seelenverwandte erkannt. Er wird ab jetzt alles für dich tun, egal was es ihn kosten würde. Zwischen euch hat sich ein Band entwickelt, das nicht gebrochen werden kann – zumindest ist mir das nicht bekannt. Und du liebst ihn genauso sehr, weil er auch für dich der Richtige ist.“
Schon nach den ersten Worten hatte Elenas Hirn ausgesetzt. Da war nichts mehr als gähnende Leere, bis … Liebe? Geprägt? Verbunden? Was sollte das denn bedeuten? Hieß das etwa, dass sie jetzt für immer an seiner Seite sein musste? Oder wollte… oder… „Oh Gott.“ So wie Alice das beschrieben hatte, hörte es sich an, als wäre Seth nun der Eine. Kein anderer Junge würde jemals ihre Aufmerksamkeit bekommen, niemand sie mehr interessieren – bis auf ihn. Und bei ihm wäre es nicht anders. War das jetzt gut? Oder schlecht? Immerhin war nun alles vorbestimmt. Alles. Ihr gesamtes Leben.
Langsam ließ sie sich auf den Rand der Badewanne sinken, starrte ins Leere. „Das ist … oh Gott. Ich …“ Sie schüttelte den Kopf. Immer wieder. Am liebsten hätte sie ihn irgendwo gegen gedonnert. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Sie war ein Panther, die Cullens Vampire, Seth ein Wolf und gleichzeitig die Liebe ihres Lebens. Das war zu viel für einen Tag. Eindeutig zu viel.

Als sie schließlich allein im Badezimmer war, von Alice noch ein Handtuch und Shampoo bekommen hatte, kam wieder Leben in Elena. Langsam zog sie die ihr fremden Kleidungsstücke aus und ließ sie achtlos auf den Boden fallen. Als sie ihr Spiegelbild aus dem Augenwinkel sah, verzog sie das Gesicht. Kleine Äste und Blätter hingen in ihren Haaren, die ihr wild vom Kopf abstanden. Ihre Augen waren rot und geschwollen von den vielen Tränen, ihre Lippen brüchig und rau. Wie konnte Seth sie da bitte hübsch finden? Oder überhaupt mit diesem speziellen Ausdruck in den Augen ansehen? Würde das nun immer so sein? Egal wie sie aussah und wie schrecklich sie sich verhielt, dass er ihr immer verzieh, sie immer liebte? Wollte sie das überhaupt? Sie war niemand, der gerne mit anderen Menschen stritt oder auf stur schaltete, aber mit dieser Verliebtheitsnummer kam sie auch nicht wirklich klar. Bisher hatte ihr das zwar wenig ausgemacht, die Blicke, die Berührungen. Im Gegenteil, sie hatte es genossen, dieses Kribbeln in ihrem Körper. Es war aufregend, neu und irgendwie faszinierend. Und auch jetzt wo sie wusste, was dahintersteckte, war der Zauber des Ganzen nicht verloren gegangen. Es war auf irgendeine Weise doch noch viel spannender geworden. Aber wenn das auf Dauer so weiterging … würde sie das ertragen können? Oder wollte sie das etwa, weil jetzt bei ihr auch irgendein Schalter umgelegt war, der ihr sagte, dass sie jetzt lieb und nett war? Würde Alice Seth sagen, dass sie ihr von der Prägung erzählt hatte? Oder sollte Elena das lieber selbst tun? Wann hätte Seth es ihr gesagt? Hätte er es überhaupt getan? Wenn sie so darüber nachdachte dann war es ihr lieber, dass sie es von Alice erfahren hatte und nicht von Seth. Sie war froh, dass sie es überhaupt erfahren hatte. So herrschte wenigstens Klarheit. Ja, all das war neu und verwirrend und kompliziert, aber sie würde es schaffen. Vor allem wenn alle Cullens ihr gegenüber so aufgeschlossen waren, wie Alice und auch Esme. Die Vampirmutter war ihr irgendwie sympathisch – nachdem sie den Drang unterdrückt hatte, sie zu töten. Noch eine Sache, mit der sie klar kommen musste. Dieser animalische Trieb in ihr. Den musste man doch unterdrücken können, oder nicht? Genauso wie dieses Zittern, welches die Verwandlung ankündigte. Hoffentlich konnte Seth ihr das zeigen. Er schien damit klar zu kommen, mit seinem Tierwesen. Da sollte sie das doch auch schaffen, oder nicht?
Seufzend stellte sie sich in die Badewanne und drehte das Wasser auf, ließ das heiße Wasser ihren Körper herunter fließen, bis es sich braun verfärbt am Boden sammelte und in den Abfluss gluckerte.
Mühsam pflückte sie sich die Hinterlassenschaften des Waldes aus ihren Haaren und entknotete sie. Mit geschlossenen Augen tastete sie nach dem Shampoo, als ein stechender Schmerz durch ihren Zeigefinger fuhr. „Mist!“ Ein schmaler Schnitt zeichnete sich auf ihrer Fingerkuppe ab, aus der langsam das Blut hervorquoll und vom Wasser fortgespült wurde. Schnell wischte sie darüber und wollte schon nach dem Handtuch greifen, als er auch schon verschwunden war. Mit großen Augen blickte sie auf ihren Finger. Der Schnitt war verschwunden. Weg. Vollkommen verheilt.
Irgendwie hatte sie das Gefühl, dass sie noch einiges über dieses Leben erfahren musste…
Kopfschüttelnd und lachend wusch sie schließlich das Shampoo aus ihren Haaren und stieg aus der Wanne, hüllte sich in ein flauschiges, weißes Handtuch und grinste ihr Spiegelbild an. Waren das Vorstufen von Hysterie? Oder war das Teil der Prägung? Denn sie fühlte sich, als hätte sie drei Tage nicht geschlafen und gleichzeitig so aufgedreht, als ob man ihr Adrenalin gespritzt hätte.

Mit frisch geföhnten, seidig glatten Haaren, die sie stark an ihr Pantherfell erinnerten, stieg sie in dem weichen Pullover und der Jeans, die sie von Alice bekommen hatte, die Treppen hinunter. Sie fühlte sich gleich besser. Ihre Augen waren nicht mehr so geschwollen und ihr Herzschlag hatte wieder seinen normalen – ein wenig zu schnellen – Takt angenommen. Doch mit der Ruhe war auch die Müdigkeit gekommen. Gähnend ließ sie sich auf die unterste Stufe sinken und lehnte ihren Kopf an das Geländer. Nur eine Sekunde sitzen bleiben… dann konnte sie schauen, ob Seth und Alice noch im Wohnzimmer waren…
Doch auch nach zehn Sekunden konnte sie nicht aufstehen. Ihre Augen waren zugefallen und langsam driftete sie in einen sanften Schlaf.
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Di Jun 19, 2012 1:44 am

Seth beobachtete Elenas Regungen ganz genau. Vorher war sie einfach nur gebannt dort gesessen und hatte ihm aufmerksam zugehört. Sie hatte ihren Blick nicht von ihm gelassen während er erzählte, doch jetzt war alles anders. Ihre Augen hatten sich etwas verengt und sie starrte auf die beiden Vampire vor sich. Seth blickte nur kurz zu Esme und Alice und schenkte dann jedoch all seine Aufmerksamkeit dem Mädchen in seinem Arm. Er fühlte ihre Anspannung, sah wie sie die Luft tief einsog jedoch nicht mehr ausatmete. Er wollte sich nichts anmerken lassen, aber er war auf der Hut. In diesem Moment konnte alles passieren. Es war ihr natürlicher Instinkt dass sie Alice und Esme jetzt vielleicht als Feinde ansah. Vielleicht fühlte sie sich bedroht. Auch wenn er daran nicht denken wollte, er musste darauf gefasst sein dass sie möglicherweise aufsprang um die beiden anzugreifen. Aber er würde da sein. Er würde sie davon abhalten. Er wusste nur zu gut wie es sich anfühlte wenn man sich das erste mal richtig bewusst wurde was man selbst war und das es Vampire gab. Bei ihm war es natürlich etwas anderes gewesen. Er hatte von Anfang an eine Faszination für die Cullens entwickelt. Woher das genau kam und warum er so war wusste er nicht. Von allen Seiten wurde ihm versucht mitzuteilen, dass sie gefährlich waren, doch daran wollte und konnte er nicht glauben. Und sein Gefühl hatte ihn nicht getäuscht was das anging. Er war sich selbst treu geblieben und es war der richtige Weg gewesen. Dies war auch einer der Gründe, warum er mit ihnen nach Fort William gekommen war. Niemand außer Jacob konnte nachvollziehen wie Seth zu den Cullens stand. Sie konnten es nicht und wollten es auch nicht. Als Seth merkte das er langsam mit seinen Gedanken abdriftete mahnte er sich selbst gedanklich wachsahm zu sein. Er durfte es sich jetzt nicht leisten irgendwelchen vergangenen Dingen hinterher zu träumen.
Er sah Elena prüfend an und just in der Sekunde begann ihr Körper zu zittern. In ihrem Gesicht spiegelte sich Misstrauen wieder. Seth verengte ebenfalls die Augen und drückte sie etwas näher an sich. Wahrscheinlich merkte sie es gar nicht. Ihr Blick war immernoch fest auf die beiden Cullens gerichet. Sollte er irgendetwas sagen? Sollte er versuchen sie mit Worten zu beruhigen? Doch was? Sie musste es von selbst verstehen und er wollte ihr keine Vorschriften machen. Natürlich würde er Esme und Alice beschützen! Aber er wusste das es in Elenas Kopf rattern musste! So viel Informationen! So viel war geschehen. Sie musste erst einmal verstehen um akzeptieren zu können. Sie brauchte einen Moment Zeit. Diese Zeit wollte er ihr geben.
Plötzlich regte sich etwas im Raum und Seth sah nun doch zu Esme die sich in Bewegung gesetzt hatte. Sie betonte, dass Elena sicherlich Zeit brauchte und etwas nach Draußen gehen würde. Seth nickte nur stumm und sah der braunhaarigen Vampirin wachsahm hinterher. Doch dann hörte er Elena neben sich ausatmen und spürte wie sich ihre Körperhaltung etwas entspannte. Auch das Zittern ließ ein klein wenig nach. Fühlte sie sich jetzt da nur noch ein Vampir anwesend war wohler, oder lag es einfach daran das ihr innerlicher Dialog zum Schluß gekommen war, dass sie ihnen vertrauen konnte? Er wusste es nicht, aber je entspannter sie wurde, desto erleichterter wurde er.
"Ich … ich brauche kurz Zeit, um das alles zu verstehen" sagte sie dann mit gedrückter Stimme. Sie hatte ihren Kopf gesenkt und schien sich äußerst unwohl zu fühlen. Und wieder überkam Seth das Gefühl das er am liebsten mehr für sie tun würde. Viel mehr. Doch im Augenblick war er machtlos. Er konnte nicht mehr machen als ihr beizustehen. Er richtete seinen Blick gen Boden und spürte dann, wie sie sich leicht aufrichtete. Elena fragte mit flüsternder Stimme ob sie das Bad der Cullens benutzen durfte. Ihre Wangen hatten sich wieder rosa gefärbt und Seth kam nicht drum rum leicht zu schmunzeln. Sie sah so verdammt süß aus, wenn sie so verlegen drein blickte. Doch wieder tadelte er sich selbst für seine Gedanken. Alice nickte natürlich und führte Elena aus dem Zimmer. Seth sah den beiden mit gekräuselter Stirn nach. War es gut die beiden alleine zu lassen? Er war sich ein bißchen unsicher, entschied sich dann aber dafür Elena zu vertrauen. Sie hatte Alice schließlich von selbst gefragt. Das war ein gutes Zeichen. Es gab keinen Grund zur Sorge.. Der Clearwater seufzte und blickte dann zur Seite wo eben noch Elena war. Sein Arm lag immernoch auf der Couchlehne. Mit ihr war die Wärme gegangen und er fühlte sich irgendwie leer. Und das obwohl sie ja nur einige Zimmer weiter im Bad war. Wieder seufzend fuhr er sich mit beiden Händen durchs Haar.
Hatte er alles richtig gemacht? Hätte es Jacob genauso gemacht? Die Gedanken an seinen Leitwolf schmerzten ihn. Schließlich war er sicherlich immernoch in Gefangenschaft von diesem Italienischen Haufen! Er wusste von Edward, dass Chelsea die Gabe hatte Bände zu brechen und neue zu knüpfen. So musste sie es mit Nessie und Jake gemacht haben! Als Seth verwandelt war hatte er keinerlei Bindung mehr zu Jacob gefühlt. Durch Chelsea musste Jake also seine Rudelverbindung zu ihm getrennt haben. Im Moment war er also allein. Es gab kein Rudel. Das war wohl auch der Grund warum er sich kurz danach auch so... anders gefühlt hatte. Irgendwie stärker und noch selbstbewusster. Vielleicht war der Wolf in ihm ja der Meinung, dass er jetzt selbst der Anführer war. So war es bei Wölfen in der freien Natur schließlich auch.. Wurden sie vom Rudel ausgeschloßen suchten sie sich ihr eigenes und waren ihr eigener Herr. Natürlich würde Seth wenn Jacob zurück kam sich sofort wieder mit dem Zweitposten zufrieden geben! Aber... so lange er fort war?

Je mehr er darüber nachdachte, desto mehr schmerzten ihn seine Gedanken. Er dachte an LaPush und an seine Geschwister. Was würden sie wohl tun wenn sie wüssten, dass Jake bei den Volturi war und er einfach in Fort William geblieben war. Was wohl seine Schwester dazu sagen würde? Sie würde ihn auf jeden Fall verurteilen. irgendetwas reden von wegen - Du kümmerst dich lieber um deine Allerliebste als Jacob zu retten - Oder sowas in der Art. Doch das stimmte so nicht. Er wäre doch nur ein Klotz am Bein gewesen. Wie hätte er den Cullens denn helfen können? Er war hier besser aufgehoben. Hier wo er auf Esme und Alice aufpassen konnte. Und es war wichtig gewesen hier zu bleiben. So hatte er Elena helfen können. Was wäre passiert wenn sie auf Alice getroffen wäre und Seth nicht dazu gekommen wäre? Oder wenn dieser Emilio auf die Idee kam die beiden doch anzugreifen. Vielleicht hätte sich Elena dann ihm angeschloßen und sie hätten die Cullens gemeinsam attackiert. Nein Seth.. es war gut das du hier geblieben bist.. Es war richtig so.. Er versuchte es sich beim besten Willen so einzureden und irgendwo tief in ihm wusste er auch, dass es richtig so war. Doch das Gefühl der Ohnmacht und der Nutzlosigkeit waren dennoch vorhanden. Und das Schuldbewusstsein, wenn doch etwas passierte. Ach verdammt! Schließlich sprang er von der Couch auf und lief etwas im Wohnzimmer umher. Versuchte die Gedanken los zu werden. Jetzt konnte er eh nichts mehr daran ändern. Plötzlich kam Alice durch die Tür und er atmete erleichtert aus. Sie kam genau richtig.
"Und Alice? Gehts ihr gut?" Die kleine schwarzhaarige ging mit einem zufriedenen Lächeln auf ihn zu. Dieses Gesicht kannte er. Es war also alles in Ordnung. "Danke nochmal Alice. Ich kann nur nochmal sagen das ich echt froh bin, dass du hier bist." Für einen Augenblick wurde ihr grinsen noch breiter, bevor es plötzlich verschwand und sie ruhig ansetzte - "Hör mal Seth, ich.. habs ihr gesagt." Der Gestaltenwandler blinzelte ein paar Mal und setzte dann einen fragenden Blick auf. Was meinte sie damit? "Ich hab ihr gesagt, das du auf sie geprägt bist." ... ... ... Eins, Zwei, Drei... Die Sekunden vergingen und mit jeder Sekunde wurden seine braunen Augen größer, bis er endlich begriffen hatte was dieser Satz für eine Bedeutung hatte.
"Du... Du hast *was*?! Alice!" Er sprach ihren Namen stöhnend aus und zog ihn in die Länge. Er konnte es immernoch nicht glauben. Das hieße ja... Elena wusste nun ganz genau wie er empfand und... Er lief mit hochrotem Kopf und zerzausten Haaren durch den Raum und versuchte ruhig zu bleiben, was wirklich schwierig war.
"Sie hat es gut aufgenommen Seth. Wann hättest du ihr es denn gesagt?" Er blieb stehen und sah sie an - ringend nach Wörtern. "Ich eh... keine Ahnung. Irgendwann. Irgendwann wenn sie genug Zeit hatte zu verstehen und.." "Sie ist doch nicht blind Seth. Glaubst du sie hat nicht gemerkt wie du sie ansiehst? Und sie selbst fühlt für dich genauso. Das hat sie verunsichert und sie hat gefragt. Wäre es dir lieber gewesen ich hätte sie angelogen?" Darauf konnte er jetzt wirklich nichts mehr erwiedern. Sie hatte schon recht damit was sie sagte. Elena war ein aufgewecktes, kluges Mädchen. Natürlich war ihr aufgefallen wie er sich ihr gegenüber verhielt. Natürlich hatte sie die Gefühle bemerkt die nun auf sie einströmten wenn sie *ihn* ansah. Es war wohl ganz natürlich, dass man so etwas lieber mit einem Mädchen besprach, als mit dem betreffendem Jungen.
Also gab er auf und versuchte sich wieder zu beruhigen. Er hockte sich auf eine Stuhllehne und sah die kleine Cullen entschuldigend an. "Nein.. entschuldige. Du hast ja Recht. Ich... hatte nur Angst es wäre zu viel für sie.. Und... sie hat es gut aufgenommen sagst du?" Er machte sich wirklich Sorgen. Was wenn sie das nur vorgetäuscht hatte und jetzt wo sie in Ruhe darüber nachdachte es einfach nur schrecklich findet.
Nicht jedem gefiel es wenn sein Liebesleben für die ganze Lebenszeit fest vorgeschrieben war. Aber eigentlich war es das ja gar nicht. Man war ja nicht anders. Man verhielt sich nicht anders. Man wurde einfach genauso geliebt und akzeptiert wie man war. Man musste sich nicht verstellen. Bei einer Prägung wusste man eben genau, dass man sein Gegenstück gefunden hatte. Zumindest sah Seth das so. Aber er war ja ein Spezialist dafür in allem das positive zu sehen.
Alice half ihm mit ihren Worten und sprach ihm gut zu, doch wirklich beruhigen konnte ihn das trotzdem nicht.

Nach einiger Zeit wurde es still im Wohnzimmer. Alice wuselte herum und brachte die Tassen in die Küche. Währenddessen lauschte Seth einfach nur den Geräuschen die vom Bad kamen. Hörte wie das Wasser auf den Badewannenboden prasselte, hörte wie sie aus der Wanne stieg, lauschte wie sie den Föhn anschaltete.. Er schloß die Augen und konzentrierte sich auf die Geräusche und Töne. Wie würde es jetzt weiter gehen? Wie würde der Tag heute verlaufen? Würde Elena noch länger hier bleiben? Hatte sie noch mehr fragen? Wollte sie jetzt überhaupt noch mit ihm reden oder lieber erst einmal auf Abstand gehen? Er wusste es nicht und diese Ungewissheit gefiel ihm überhaupt nicht. Dann hörte er wie die Badezimmertür aufging. Er hielt kurz die Luft an als er ihren Schritten folgte. Dank seines gutem Gehörs war das kein besonders großes Problem. Doch zu seiner Überraschung kam sie nicht sofort wieder ins Wohnzimmer. Sie hielt irgendwo inne und ließ sich nieder. Er wartete einige Minuten ab. Wartete sie darauf das er kam oder... Noch eineige Sekunden überlegte er hin und her was er machen sollte. Sollte er ihr sagen, dass Alice ihm berichtet hatte das sie es nun wusste? Nein, es war wohl besser das Thema erst einmal nicht anzusprechen... Wenn sie darüber reden wollte, würde sie ihn schon selbst fragen - oder eben Alice.
Weitere Minuten verstrichen und schließlich kam Alice wieder ins Wohnzimmer getänzelt. "Sieht aus als wäre sie eingeschlafen. War wohl alles ziemlich anstrengend für sie." Seth nickte und ein warmes lächeln lag auf seinen Lippen. Eingeschlafen.. so war das also. Er folgte Alice in den Flur und schmunzelte noch mehr. Sie saß auf der untersten Treppenstufe, den Kopf an das Geländer gelehnt. Ihre langen dunkel braunen Haare fielen ihr über Schulter. Sie standen im Kontrast zu dem hellen Pullover den sie von Alice bekommen hatte. Sie Schwellung an ihren Augen war zurück gegangen und sie wirkte nicht mehr allzu blass. Das warme Wasser hatte seinen Zweck erfüllt. "Willst du sie vielleicht zur Couch tragen?" fragte Alice leise doch Seth schüttelte sofort den Kopf. "Nein, so fest schläft sie sicher nicht. Ich will nicht, dass sie aufwacht." Stattdessen näherte er sich ihr und setzte sich vorsichtig neben sie. Er nahm sie ganz sachte in den Arm, so dass sie mit dem Kopf an ihm lehnte und nicht mehr am Geländer. Er wusste nicht ob das jetzt so gut war, nachdem sie Bescheid wusste. Vielleicht war es ihr unangenehm. Aber wenn sie die ganze Zeit mit dem Kopf an dem harten Geländer hing würde ihr das sicherlich Kopfschmerzen bereiten. "Ich spiel ne Weile Kissen." sagte er breit grinsend zu Alice die sein Lächeln erwiederte.
Während er Elena so betrachtete und sich fragte in welche Traumwelt sie wohl verschwunden war bemerkte er langsam aber sicher, dass sich seine Augen auch recht schwer anfühlten. Auch er hatte seit Stunden keinerlei Schlaf abbekommen und die Nacht zum Tage gemacht. Er unterdrückte ein Gähnen und zog es vor ebenfalls die Augen ein bißchen zu schließen. Nur für ein paar Sekunden.. oder Minuten... Er lauschte ihrem ruhigem Atem. Passte seine Atmung der ihren an und irgendwann driftete auch er ab in eine andere Welt. Eine Welt in der alle Ängste und Sorgen vor erst keine Rolle mehr spielten.

((Süßes Pummeluff <3 Wenn ich Alice i-wie falsch dargestellt habe oder i-was nicht passt sag bitte Bescheid :3))
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Mo Jun 25, 2012 6:11 am

Die Sonne schien, so hell und warm, wie man es gar nicht von hier kannte. Ein leichter Wind wehte, ließ das hohe Gras rascheln. Sanft strich es ihr um die nackten Beine, kitzelte auf ihrer Haut. Langsam lief sie über die weite Ebene. So weit das Auge reichte konnte man nichts als das grüne Gras entdecken. Nur am Horizont, weit entfernt, stand ein einsamer Baum, der seine kahlen Äste in die Luft reckte. Irgendetwas sagte ihr, dass dort etwas auf sie wartete. Was es auch war, sie konnte sich dem Drang nicht entziehen, der sie dorthin zog. Ihr Füße wollten ihr nicht gehorchen, bewegten sich immer weiter auf den Baum zu. Je näher sie ihm kam, desto dunkler wurde der Himmel. Bedrohlich wirkende Wolken türmten sich am Himmel auf, verschlossen die Sonne und mit ihr die Wärme. Der Wind blies nun heftiger, schnitt ihr über die Wangen und brachte sie zum Zittern.
Zwei Schritte noch, dann blieb sie stehen. Wenn sie jetzt die Hand ausstreckte, könnte sie den toten Stamm der Eiche berühren. Sie war vollkommen schwarz, wie von Ruß überzogen. Als läge kein Leben mehr darin. Es war so dunkel, dass sie die Hand vor Augen kaum noch sehen konnte und doch sah sie das Blitzen eines Augenpaars unweit vor ihr. Eine Gestalt kam auf sie zu, gehüllt in schwarzen Gewändern. Sie steckte die Hand nach ihr aus, lächelte, doch es erreichte seine Augen nicht. Augen, so schwarz wie die Nacht, die über sie hereingebrochen war. Es war nicht länger die Kälte, die sie zittern ließ, es war die Angst. Sie wollte fliehen, wieder in die Sonne laufen, aber sie konnte keinen Muskel rühren. Die Augen des Fremden hielten sie gefangen. Eiskalt legte sich seine Hand auf ihre Wangen. „Hab keine Angst“, flüsterte er leise und beinahe hätte sie ihm geglaubt. Sie wollte einen Schritt auf ihn zugehen, sich in seine Arme flüchten, die plötzlich gar nicht mehr gefährlich wirkten, vielmehr einladend und warm.
„NEIN, ELENA! NICHT!“ Eine vertraute und doch so fremde Stimme ließ sie zurückschrecken, einen Schritt zurücktaumeln. „Was…?“ Eine helle Gestalt hatte sich auf den Fremden gestürzt, blendete ihn mit ihrem Licht. Er schrie, kreischte, bis er schließlich zu Asche zerfiel. Und mit ihm wich auch die Dunkelheit. Doch das interessierte sie nicht. Vielmehr beobachtete sie das Mädchen, welches sie gerade gerettet hatte. Es betrachtete sie mit einem wissenden Lächeln. Ihre blauen Augen leuchteten und irgendetwas in ihnen kam Elena seltsam bekannt vor. „Erkennst du mich denn nicht mehr?“, fragte das Mädchen verschmitzt. „C-Cathy?“ Tränen sammelten sich in ihren Augen, rannen über ihre Wangen. „Ich bin hier, um dich zu warnen. Diese Wesen bringen Tod.“ Elena schüttelte den Kopf. „Aber sie haben mir geholfen!“ Cathy legte ihre Hand auf Elenas Kopf, strich seicht über ihre Haare. „Achte auf ihre Augen, in ihnen erkennst du die Wahrheit.“ Langsam verblasste ihre Gestalt, wurde immer durchscheinender. „Nein, Cathy, bleib hier. Wer hat dir all das angetan? Cathy!“ „Erkenne die Wahrheit, Elena. Nur so kannst du die Vergangenheit erfahren.“ Ein letzter Windstoß hatte sie fortgeweht, ihre Gestalt zerstoben. Und Elena mit nichts als Fragen zurückgelassen.
Blinzelnd schlug Elena die Augen auf, spürte die noch nicht getrockneten Tränen auf ihren Wangen, die sie tatsächlich geweint hatte. Schnell wischte sie sie weg. War sie tatsächlich eingeschlafen? Kurz lächelte sie. Ja, das sah ihr ähnlich, einfach vor Erschöpfung zusammen zu brechen. Mit einem unterdrückten Gähnen kuschelte sie sich näher an Seth, bis …
Schnell schreckte sie auf und sog scharf den Atem ein. Was zum Teufel tat sie hier? Und vor allem was machte Seth an ihrer Seite. Skeptisch blickte sie ihn an, bis sie bemerkte, dass auch er eingeschlafen war. Ruhig atmete er ein und aus, nur seine Augenlider zuckten hin und wieder. Er murmelte leise Worte im Schlaf und zog sie unbewusst näher zu sich, als er merkte, dass sie fortgerutscht war. Elena konnte nicht anders, als leise zu kichern und lehnte sich wieder an den Wolf. Tief sog sie seinen beruhigenden Duft ein, der die Schmetterlinge in ihrem Bauch flattern ließ. Sein Lächeln, welches er auf dem Gesicht trug, diese Ruhe, die er ausstrahlte, all das ließ ihr Herz schneller schlagen. Er hatte seinen ernsten Gesichtsausdruck verloren, diese Besorgnis, mit der er sie die ganze Zeit betrachtet hatte, als hätte er Angst, sie könnte zerbrechen. Dieser innere Friede stand ihm viel besser.
Es war so verrückt. Sie wusste, dass es diese Prägung war, auf die sie ihre Gefühle schieben musste und trotzdem konnte sie nichts dagegen tun. Sie wollte es auch gar nicht. Selten hatte sie sich so wohl gefühlt bei irgendjemandem. Und das war es auch, was ihr ein wenig Angst machte. Der Gedanke, dass sie Seth schon so viel erzählt hatte hätte sie erschrecken sollen, aber alles, was sie dachte war, dass es noch lange nicht genug war. Sie wollte ihm noch so viel von ihrem Leben berichten und genauso viel von seinem hören. Hörte das jemals auf, dieses Gefühl? Oder blieb es auf ewig? Und was war ewig? Lebte sie nun für immer in diesem Körper, würde sie überhaupt noch altern und ewig jung bleiben wie diese Vampire? Wie alt war Seth denn dann? Was hatte sich an ihr verändert? Wieder waren da diese Fragen, die auf sie einstürzten und ihr Kopfschmerzen bereiteten. Und die wichtigste Frage von allen war: Was hatte Cathy in ihren Träumen gesucht?
Sie hatte so anders ausgesehen, so glücklich. Ihre Augen hatten gestrahlt voll Freude, genau so, wie es Elena in Erinnerung hatte. Sie war immer ein aufgewecktes Mädchen gewesen, ganz anders als ihre große Schwester. Sie hatten sich in vielem einfach perfekt ergänzt. Doch sie so zu sehen war schmerzhaft. Hatte sie es doch endlich geschafft, nicht mehr gleich in Tränen auszubrechen, wenn sie an ihre Schwester dachte. Und wovor hatte sie sie warnen wollen? Vor den Vampiren? Aber warum nur, anscheinend schienen die Cullens doch wirklich aufrichtig zu sein. Wenn man ihren Worten Glauben schenken konnte dann töteten sie nicht. Zumindest keine Menschen. Und seitdem sie hier aufgetaucht waren, hatte Elena noch von keinen seltsamen Todesfällen oder Vermissten gehört.
Die junge Wandlerin seufzte. Vielleicht machte sie sich zu viele Gedanken. Vermutlich war Cathy in ihrem Traum gewesen, weil sie sie vermisste. Und ihre Worte waren nichts weiter als Elenas eigene Angst und Verwirrung. Sie wollte wissen, wer ihrer geliebten Schwester das Leben genommen hatte, auf so schreckliche Art und Weise. Wer war zu so etwas fähig?
Es gibt Vampire Elena. Und viele sind auch wirklich unsere Feinde. Da gibt es die Guten und die Schlechten. Waren es diese Worte, die sie so zweifeln ließ? Ihr Instinkt, der ihr sagte, dass Vampire Feinde waren. Was unterschied die Cullens von anderen Vampiren außer ihre Ernährung? Mussten diese Wesen wirklich töten, um an Blut zu kommen? Wie viele von ihnen lebten wirklich unter der Bevölkerung und was machte sie so gefährlich? Elena hatte die Schnelligkeit und die Stärke gesehen und dazu die unglaubliche Schönheit von ihnen. War da vielleicht noch mehr? Etwas, was sie noch nicht wusste?
Es spukten zu viele Fragen in ihrem Kopf herum, als dass sie sich jetzt noch weiter entspannen konnte. Und als sie aus einem naheliegenden Fenster blickte, sah sie, dass der Himmel sich merklich verdunkelt hatte. Es musste schon Abend sein. Sollte sie nach Hause gehen und die Dinge auf sich beruhen lassen? Oder konnte sie von Seth verlangen, dass er ihr weiter von dieser großen, unbegreiflichen Welt erzählte? Sie hatte ihm so viel verdanken, konnte sie dann weiter seine Zeit beanspruchen? Er hatte doch sicher besseres zu tun, als sich mit ihr zu befassen. Sie sah doch, dass es ihn auch auslaugte, so tief wie er gerade schlief. Sie wollte seinen Frieden und den dieser Familie nicht stören. Denn eine Familie waren sie, das konnte sie sehen, wenn auch eine recht seltsame. Eine Vampir-Gestaltwandler-Familie. Wenn sie das jemandem erzählen würde… niemand würde ihr Glauben schenken und vermutlich in irgendeine Anstalt einweisen lassen. Und sicherlich durfte sie auch niemandem davon erzählen. Was sollte sie nur ihren Eltern sagen? Dass sie sich jetzt in ein Panther verwandeln konnte, sie sich aber keine Sorgen machen müssten, weil das anscheinend vollkommen normal in ihrer Familie war? Das war doch bescheuert! Aber sie konnte ihnen doch auch nicht alles verschweigen und so tun als wäre alles in Ordnung. Früher oder später würden sie es herausfinden. Und dann…?
Verzweifelt vergrub Elena ihr Gesicht in Seths Shirt und schloss die Augen. Würde das jetzt immer so sein? Dass sie solche Träume hatte? Oder würde es mit der Zeit nachlassen? Seth hatte es geschafft, wieder glücklich zu sein, obwohl er seinen Vater so früh verloren hatte. Und nun war er fort von seinen Eltern, hier mit den Cullens. Er hatte nicht aufgegeben. Also würde sie das auch nicht tun!
Als sie sich wieder aufsetzte sah sie, dass er die Augen geöffnet hatte und sie verschlafen anblinzelte. „Tut mir leid“, wisperte sie leise und senkte den Blick. „Ich wollte dich nicht wecken.“ Trotz der Tatsache, dass er jetzt wach war, wollte Elena auf keinen Fall von ihm abweichen. Sie wollte diese Nähe nicht aufgeben, sich nicht von ihm trennen. Fahrig strich sie sich durch die Haare. Es würde sicherlich noch dauern, bis sie damit zurecht kommen würde. Wenn das überhaupt möglich war. Sollte sie Seth davon erzählen, dass sie von der Prägung wusste? Oder warten, bis er es ansprach? Sie hatte keine Ahnung, wie sie anfangen sollte. Hey Seth, Alice hat mir erzählt, dass du die Liebe meines Lebens bist, auch wenn wir uns gar nicht wirklich kennen. Ich meine … da wir sowieso den Rest unseres Lebens zusammen sein werden, wollen wir vielleicht gleich heiraten oder verschieben wir das auf später? Sicher. Das wäre bestimmt die beste Methode damit umzugehen. Kurz kicherte sie leise, als sie sich sein Gesicht vorstellte. Das war alles viel zu kompliziert! Gestern noch war sie das einfache Mädchen aus Tansania gewesen, das die Schule und ihre Mitschüler hasst und am liebsten wieder in die Vergangenheit reisen würde. Und jetzt? Jetzt war sie Elena, der Gestaltwandler Schrägstrich Panther, die ihre Schwester an einen unbekannten Killer verloren hatte und nun nicht mehr ohne Seth, der zufällig auch ein Gestaltwandler war, leben konnte, obwohl sie ihn erst gestern kennengelernt hatte. Ach und seine Familie waren alles Vampire, die aber keine Menschen töteten sondern sich von Tierblut ernährten und anscheinend vollkommen ungefährlich für die Leute aus Fort William waren, von denen sie aber keine Ahnung hatte, woher sie kamen und was sie hier zu suchen hatten.
Wenn man das nicht eine hundertachtzig Gradwendung in ihrem Leben nennen konnte dann wusste sie auch nicht mehr weiter. Oh ja, der Sarkasmus ihrer Gedanken war deutlich hörbar. Aber andererseits hatte das alles ja vielleicht auch was Gutes. Wer wusste schon, ob sie Seth sonst jemals so nah gekommen wäre und von den Cullens erfahren hätte. Vermutlich nicht. Und so hatte sie immerhin Klarheit. Oder Ansätze davon.
Sie wollte sich gerade wieder zu Seth wenden, als eine Windböe durch die offene Terrassentür hereinwehte. Ein beißender Geruch stach ihr in die Nase und brannte in ihren Augen. Er war anders als der der Cullens. Deutlich hob er sich davon ab. All ihre Sinne schlugen Alarm und wieder musste sie leise knurren. Verschreckt schlug sie sich die Hand vor den Mund und zuckte vor sich selbst zurück, doch sie sah Seth an, dass auch er alarmiert war. „Was ist das?“, presste sie hervor. Er konnte es ihr nicht beantworten, sagte aber, dass sie dort bleiben sollte, wo sie war. Eine Hälfte von ihr wollte protestieren und sagen, dass sie verdammt noch mal nicht hier blieb, doch die Furcht war größer, als bewegte sie sich nicht und beobachtete Seth, wie er fort ging. Du bist so ein Weichei!, hörte sie sich selbst in Gedanken schelten. Sie hatte ja recht. Seit wann verhielt sie sich wie ein schwächliches Püppchen das vor allem davonrannte? So war sie nicht gestrickt! Sie ging Konfrontationen nicht aus dem Weg, sie mischte sich immer ein. Das hatte sie schon immer getan, ob es nun in der Schule war oder in der Familie. Niemals lief sie davon. Erst seit Cathy nicht mehr da war schien sie auch ihr Mut verloren zu haben. Kopfschüttelnd stand sie auf und verschränkte die Arme vor der Brust. „Verdammt noch mal!“, fluchte sie aufgebracht und schlug mit einer Faust auf das Geländer, wo eine tiefe Kuhle zurück blieb, dort, wo sie es getroffen hatte. Erschrocken riss sie die Augen auf. Das war gerade nicht passiert! Sie schaffte es doch nicht einmal im Sportunterricht einen Ball mehr als zwanzig Meter zu schmeißen, wie sollte sie da die Kraft haben eine Eisenstange zu verformen? Das war doch nicht möglich. „Finde dich damit ab… unmöglich ist hier Normalität“, murmelte sie und lehnte sich an die Wand, um auf Seth zu warten.
Es dauerte nur wenige Minuten, da war er wieder bei ihr und schien erleichtert. Er erklärte ihr, dass von dem fremden Vampir keine Gefahr ausging. Sie hatte nicht wirklich Lust zu erfahren, warum er so anders roch als die Cullens, denn irgendetwas sagte ihr, dass es nichts Gutes war, was dahinter steckte. Aber wenn Seth sagte, dass er nicht gefährlich für sie war, dann würde sie ihm glauben. Dass er so ruhig und sachlich hatte bleiben können überraschte sie. War er schon so lange Wandler, dass er seinen Körper unter Kontrolle hatte? Und wie lernte man das? In dem Moment kam ihr eine Idee.
„Ich … ich weiß nicht, ob du mich noch länger hier haben willst oder nicht etwas anderes zu tun hast. Also schmeiß mich ruhig raus, wenn ich dir auf die Nerven gehe…“, begann sie nur halb im Spaß, „Aber … du hast eine so große Kontrolle über dieses … Wesen in dir. Kannst du mir zeigen, wie das funktioniert? Denn um ehrlich zu sein hätte ich nicht einmal eine Idee, wie ich mich wieder verwandeln sollte, wenn ich es wollte.“ Sie lächelte ihn schief an und fühlte sich vollkommen bescheuert ihn das zu fragen, aber andererseits wollte sie sehen, wie er aussah als Wolf. Sie wollte wissen, wie er all das schaffte. Er schien so glücklich mit diesem Leben zu sein und Elena wünschte sich das Selbe.

Tbc.: Quileute Quartier – Vor den Häusern
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   Mo Jun 25, 2012 7:54 am

Es tat dem Quileute gut zu schlafen. Er war schließlich lang genug auf den Beinen gewesen und hatte viel erlebt. Und so viel Verantwortung wie in den letzten Stunden hatte er noch nie gehabt. Das war alles so neu für ihn und dennoch schlug er sich verdammt gut. So kam es ihm zumindest vor. Dies war wohl auch einer der Gründe warum er so leicht eingeschlafen war. Hätte er irgendwelche größeren Bedenken oder Zweifel gehabt wäre ihm das sicherlich nicht so schnell geglückt.
Es war ja nicht so, dass er schlafen wollte. Vielmehr war es wirklich die Erschöpfung die ihn dazu trieb. Umso erschrockener war er als er langsam wieder in die Realtität zurück fand. Es war ein absolut traumloser Schlaf gewesen. Zumindest konnte sich der Gestaltenwandler an nichts besonderes erinnern. Er blinzelte nur ein einziges Mal um festzustellen das Elena immernoch in seinen Armen lag und... auch noch wach war. Er kniff kurz die Augen zu um sich wieder schlafend zu stellen um zu überlegen wie er sich jetzt verhalten sollte. Was sie sich wohl dachte? Wie lang war sie denn schon wach? Ob es ihr unangenehm war? Alice hatte ihr von der Prägung erzählt, also wusste sie *alles*.. und trotzdem war sie noch hier an seiner Seite. Vielleicht war sie auch eben erst aufgewacht und würde sich gleich erschrocken aufrichten. Möglicherweise hielt sie ihn für unverschämt. Nur weil sie die Liebe seines Lebens war sollte er nicht so aufdringlich sein! .. Er schluckte und kräuselte die Stirn nur um gleich wieder eine neutrale Mimik aufzulegen. So würde sie sofort merken das er wach war! Und das war schließlich noch viel schlimmer. Er ärgerte sich über seine eigenen Gedanken die auf ihn einströmten und nur für mehr Verwirrung sorgten! Er war ja noch nicht mal richtig wach. Der Schlaf lag ihm noch in den Augen und am liebsten würde er sich die feinen Körnchen hinfort streichen. Doch dann schmiegte sich das braunhaarige Mädchen noch näher an ihn heran und er spürte wie sie ihr Gesicht an seiner Brust versteckte. Unweigerlich musste er lächeln und er wusste das es nun langsam an der Zeit war für ihn - auf zu wachen - ansonsten würde sie es bemerken. Also tat er so als müsste er sich ein wenig strecken und verkrampfte seine Muskeln. Diese Aktion diente seinem Zweck und Elena sah ihn mit großen Augen an als er sie müde anblinzelte.
„Ich wollte dich nicht wecken.“ hauchte sie ihm dann entgegen und Seth konnte endlich die Sandkörner aus seinen Augen reiben. Er schüttelte leicht den Kopf und streckte sich jetzt wirklich ausgiebig. "Hast du nicht, keine Angst. Außerdem wollte ich eigentlich eh nicht schlafen.." Sie lächelte leicht und fuhr sich durch ihre Haare. Es wunderte ihn wirklich ein bißchen das sie nicht von ihm fortwich, aber es gefiel ihm natürlich. Es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl sie so nahe bei sich zu haben. Ob sie wohl bemerkte das ihm wegen ihr ein wohlinger Schauer über den Körper lief? Er sah sie an während ihre Augen zwar auf ihm lagen aber ihre Gedanken wo anders zu sein schienen. Sie überlegte... dachte über irgendetwas nach. Ein warmes Lächeln umspielte seine Lippen als er die Chance nutzte um sich ihr wunderschönes Gesicht genau anzusehen - nicht, dass er das nicht schon oft gemacht hätte. Aber so nahe wie sie ihm jetzt war... ihre schöne Haut, diese einzigartigen gelbgrünen Augen.. die bezaubernd geformten rosa Lippen.. Er merkte wie ihm die Röte in die Wangen schoß und sog tief die Luft ein während er seinen Blick anbwandte. Was machte er hier eigentllich? Hatte er sich nicht vorhin schon ermahnt, dass er dies nicht tun sollte! Und außerdem - doch weiter kam er mit seiner innerlichen Selbstprädigt nicht.
Ein unbekannter, beißender Geruch schoß ihm in die Nase und unweigerlich verkrampfte er sich. Das konnte einfach nicht wahr sein. Was war zur Zeit denn nur hier los? Nur ein paar Sekunden später fühlte er auch die Veränderung von Elenas Körperhaltung. Ein Knurren verließ ihren Mund und sofort schoß eine Hand von ihr nach oben und wunderte sich abermals um ihr eigenes Verhalten. Er verübelte es ihr nicht. Es war ganz normal, aber er musste wissen was da los war. *Wer* das war. Gerade als er sich aufrichtete fragte ihn Elena was das war. Er war sich sicher, dass sie die Antwort längst selbst wusste und genaueres konnte er ihr leider noch nicht sagen. "Bleib bitte kurz wo du bist. Ich bin gleich wieder da." Er versuchte ein Lächeln zustande zu bringen und ging dann den Flur entlang.
Es war mittlerweile dunkler geworden. Wie lange hatten sie denn geschlafen? Und was noch wichtiger war - Wer war dieser Vampir von dem dieser Geruch ausging? Seth ballte die Fäuste und blickte kurz aus dem Fenster. Dort im Garten stand Esme und unterhielt sich mit einem männlichen unbekannten Vampir. Seth hatte ihn nie zuvor gesehen und auch der Geruch war ihm völligst unbekannt.
Er verengte seine Augen und fixierte den Fremden ganz genau. Doch nur nach kurzer Zeit spürte er wie sich Alice ihm näherte bis sie auch schon an seiner Seite war. "Wer ist das Alice?" "Ich hab ihn nie zuvor gesehen. Aber.. ich denke nicht das eine Gefahr von ihm ausgeht." Seth presste die Lippen aufeinander und sah die kleine Cullen ernst an. "Glaubst du? Ist es nicht des Zufalls etwas *zu* viel, dass gerade *jetzt* ein fremder Vampir hier auftaucht? Jetzt wo... die anderen weg sind.." Er wollte es eigentlich nicht aussprechen. Immerhin wusste Alice genau was er meinte. Aber ihm kam das wirklich etwas spanisch vor. Er hatte Carlisle ein Versprechen gegeben. Er würde auf Esme und auch Alice aufpassen. Und daran würde er festhalten.
Alice legte ihre weißen Hände auf seine Handgelenke und zog ihn leicht mit sich - zwang ihn ihr ins Gesicht zu sehen. "Seth. Ich habe es gesehen. Von ihm geht keine Gefahr aus. Mach dir keine Gedanken. Er hat absolut nichts mit den Volturi zu tun. Er ist ein Reißender und wirklich durch Zufall hier gelandet.. Mehr seh ich im Augenblick nicht." Er zog eine Augenbraue nach oben, gab sich dann doch geschlagen. Wenn Alice das sagte, dann vertraute er ihr. Ganz geheuer war ihm der Typ immernoch nicht, aber er wollte jetzt nicht unnötig Ärger machen. "Ein äußerst ungünstiger Zeitpunkt mein Lieber..." es war mehr ein flüstern, aber er war sich sicher das Alice jedes Wort verstanden hatte. Sie legte ein Grinsen auf und plötzlich hallte ein dumpfer Schlag durch den Gang. Seth sah die Cullen vor sich fragend an und lief dann zurück zu Elena.

Sie lehnte mit verschrenkten Armen an der Wand und sah leicht verärgert aus. Als Seths Blick aufs Geländer fiel musste er sich ein Lachen verkneifen. "Gefällt dir die Einrichtung nicht?" fragte er breit grinsend als er auf sie zuging und sich fragte was sie wohl so wütend gemacht hatte. Die Tatsache das er sie einfach so hatte stehen lassen ohne ihr zu sagen was los war vielleicht? Sie schien auf seine "Frage" nicht eingehen zu wollen und so kam er gleich auf das andere Thema zu sprechen und erklärte ihr, dass von diesem anderen Vampir keine Gefahr ausging. Elena musste sich wirklich wundern... wahrscheinlich fragte sie sich nicht zum ersten Mal wo sie hier nur reingerutscht war. Die Frage war jetzt nur, wie es weiter gehen sollte. Wollte sie jetzt nach Hause oder hatte sie noch mehr Fragen? Der Gedanke sich von ihr zu trennen gefiel ihm natürlich nicht, aber irgendwann würde der Augenblick kommen. Zumindest für einige Zeit auf Wiedersehen zu sagen. Er seufzte in sich hinen und lehte sich ebenfalls an die Flurwand gegenüber.
„Ich … ich weiß nicht, ob du mich noch länger hier haben willst oder nicht etwas anderes zu tun hast. Also schmeiß mich ruhig raus, wenn ich dir auf die Nerven gehe… Aber … du hast eine so große Kontrolle über dieses … Wesen in dir. Kannst du mir zeigen, wie das funktioniert? Denn um ehrlich zu sein hätte ich nicht einmal eine Idee, wie ich mich wieder verwandeln sollte, wenn ich es wollte.“ Er sah sie an und sofort begann er wieder zu lächeln. Sie wollte sich noch nicht von ihm trennen. Ging es ihr ähnlich wie ihm? Wollte sie auch nicht das er fort ging? Dass sie all das so gut aufnahm war wirklich faszinierend. Sie machte sich wirklich verdammt gut, dafür das ihre Welt komplett auf den Kopf geworfen worden war. Aber ihr erster Satz brachte ihn wirklich zum schmunzeln. Du weist doch wie ich für dich empfinde. Du weist ganz genau, dass ich dich am liebsten für immer bei mir hätte. Er lachte leise auf schlug das linke vors rechte Bein.
"Mach dir mal um mich keinen Kopf. Ich hab überhaupt nichts anderes zu tun - zumindest nicht im Moment." Er ging ein Stück auf sie zu und überlegte. "Ich kann dir zeigen wie es geht, wenn du möchtest. Aber... wir sollten vielleicht wo anders hingehen. Wenn du jetzt gleich auf einen fremden Vampir stößt ist das vielleicht etwas.. ungünstig." Er beobachtete ihre Mimik und deutete ihr mit einer Kopfbewegung an ihm zu folgen.
Er ging mit ihr zu Alice um ihr zu sagen, dass sie sich etwas entfernen würden um die Verwandlung zu üben. "Wenn der Typ sich irgendwie komisch verhält, dann sag mir Bescheid Alice. Ich bin sofort da, wenn was ist!" Er war wirklich ein wenig besorgt und etwas unwohl war ihm schon Esme und Alice zurück zu lassen. Aber er hatte Vertrauen in Alilce's Worte und so ging er mit Elena zur Hinterseite raus um dem Unbekannten nicht zu begegnen.
"Ich weis einen guten Ort an dem wir ein bißchen.. naja *üben* können." Und außerdem hab ich da wenigstens gleich frische Klamotten.. fügte er gedanklich noch hinzu. Natürlich hatte er keinesfals vor sich direkt vor ihr zu verwandeln! Das ging ja mal gar nicht. Aber dennoch war es beruhigend zu wissen das Klamotten in der nähe waren, wenn etwas schief ging.
Hoffentlich dachte sie nichts falsches von ihm, wenn er ihr sagen würde das sie zu ihm gingen würden.

Sie liefen die Wälder entlang und es wurde immer dunkler. Bald würde die ganze Natur in Dunkelheit und Nacht gehüllt sein. Vom Cullenanwesen bis zum Quartier der Quileute war es nicht sehr weit. Was sie wohl sagen würde? Etwas komisch war das Gefühl schon. Schließlich lebte er eigentlich mit Jacob dort. Jake... doch er wollte jetzt nicht wieder daran denken. Wie oft musste er sich noch dran erinnern, dass all seine Gedanken an der Sache nichts änderten? Schnell blickte er zu Elena um sich abzulenken. Und bei ihr klappte das zu 100 Prozent. Sofort schlich sich ein liebevolles Lächeln auf seine Lippen wenn er sie ansah. Sie tat ihm so unglaublich gut. Die Gewissheit sie endlich gefunden zu haben machte ihn so glücklich. Am liebsten hätte er jetzt angehalten und sie einfach nur in den Arm genommen um sie nie wieder los zu lassen. Doch die Frage ihrerseits wo sie denn nun hin gingen riss ihn aus dieser Illusion.
"Wir gehen zu mir. Also, dort wo Jake und ich sonst wohnen. Eigentlich bin ich Tag und Nacht bei den Cullens, aber sein eigenes Heim zu haben ist dann doch wichtig." Er zwinkerte ihr zu und dann konnte man auch schon von weitem ein wasserplätschern hören. Der kleine See der vor den Häusern lag war voll mit Fischen und Abends wenn die Insekten sich auf der Wasseroberfläche tummelten wurden sie erst so richtig aktiv.
Und dann konnte man die zwei Häuser auch schon sehen. Sie waren nicht gerade im besten Zustand und das Innenleben war auch nicht der Brüller. Aber zum Schlafen reichte es vollkommen. "Tja... da wären wir Elena.. willst du gleich anfangen oder möchtest du erst was trinken oder so? Esme versorgt uns zwar hauptsächlich mit Essen, aber Trinken hab ich im Kühlschrank."

Tbc.: Quileute Quartier – Vor den Häusern
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BeitragThema: Re: Das Wohnzimmer   So Jul 01, 2012 3:31 am

Alice bemerkte glücklich, dass sich Esme über diese Worte freute. Dass sie selbst Esme als Mutter ansah, war nichts neues, doch Seth war noch nicht lange bei ihnen, und dass er sie als Zweitmutter ansah, machte sie glücklich. Dann ging Esme auf Elena zu reichte ihr die Hand und begrüßte sie auf die herzliche und einnehmende Weise, die für sie so typisch war. Selbst jetzt, als sie selbst genauso traurig wegen des Aufbruchs der Familie war wie Alice, sorgte sie sich immer noch um die anderen.
Esme war wirklich ihre Mutter geworden. Von Anfang an hatte sie diese Rolle übernommen und alle umsorgt, das hatte sie selbst wirklich überrascht. Alice, die sich an ihre wirkliche Mutter nicht erinnern konnte, hatte Esme schon immer als perfekte Mutter empfunden. Auch hatte sie wohl die mütterlichsten Eigenschaften der Familie; niemand war so selbstlos wie sie oder so umsorgend oder liebevoll wie sie. Und sie musste wirklich tausendmal besser sein als ihre frühere Mutter, denn diese hatte immerhin zugelassen, dass sie in eine psychische Anstalt gekommen war.
Dieser Tag war offiziell ihr Todestag gewesen, Alice hatte vor ein paar Jahren ihr Grab besucht. Es war makaber, seinen Namen auf einem Grabstein zu sehen, irgendwie unwirklich, denn man wusste ja, dass man dort unten nicht lag. Immer wieder hatte sie sich gefragt, was ihre Eltern dazu gebracht hatte, sie wegzugeben, doch sie kam zu keiner zufriedenstellenden Antwort. Vielleicht war es ihr Ruf, der mit einer In-die-Zukunft-sehenden-Tochter ruiniert gewesen wäre, oder es hat ihnen an Geld gemangelt und da kam ihre Gabe ganz recht? Was wäre besser, eine Familie, die sie nicht geliebt hatte, oder eine Familie, die sie bereitwillig für eine Geldersparnis weggeben hatte? Und wie hatte ihre jüngere Schwester auf diese Veränderung reagiert?
Das alles waren Fragen, die Alice nie würde klären können. Je länger sie lebte, desto unwahrscheinlicher war es, dass sie irgendwann einmal noch etwas über sich heraus fand. Wobei… vielleicht war es gar nicht so unmöglich. Wie alle Mädchen früher konnte Cynthia ein Tagebuch geschrieben haben, und in dem konnte doch auch etwas über sie vermerkt sein. Vielleicht hatte Cynthia sie geliebt und ihre Gedanken und Erinnerungen in das Buch geschrieben und es anschließend ihrer Tochter vermacht. Wenn diese also noch in Biloxi lebte und es aufbewahrt hat, standen die Chancen ganz gut, mehr zu erfahren…
Am liebsten wäre Alice zum nächsten Computer gerannt und hätte ein bisschen nach Cynthias Tochter gesucht, doch sie riss sich zusammen und schwor sich, zu recherchieren, sobald alles wieder in Ordnung und Jasper wieder da war. Über das wenn wollte sie gar nicht nachdenken, in manchen Fällen war Verdrängung der beste Weg glücklich zu sein.
Und darum konzentrierte sie sich wieder auf das hier und jetzt, und musste prompt grinsen, als sie sah, dass Seth einen Arm um Elena gelegt hatte und jetzt ein bisschen hilflos dreinsah. Esme und Alice tauschten ein Lächeln aus, und da meldete sich Seth wieder zu Wort. Peinlich berührt bat er Alice, Esme alles zu erklären, doch diese lächelte nur wissend und sagte, dass sie schon wüsste, was los war. Und dann fing Seth an, Elenas Frage zu beantworten, ihr alles über die Gestaltwandler zu erzählen, was er wusste, und wie es bei ihm gelaufen war. Und schließlich kam er zu dem Warum. Dort wurde Alice wieder hellhörig und richtete ihren Blick auf Elena, um ihre Reaktion abschätzen zu können – etwas, das sie von Jasper gelernt hatte. Seine skeptische Einstellung hatte ihnen schon oft das Leben gerettet und ihnen mehr geholfen, als er sich wahrscheinlich bewusst war. In ihren ersten gemeinsamen Jahren hatte er ihr viel beigebracht, auch wenn es nicht halb so viel war wie er wusste. Er würde sich immer vor sie stellen, wenn Gefahr drohte, das wusste und hatte sie schon öfters erlebt, und genau deswegen wollte sie ihn vor allem schützen, was Gefährlich sein könnte. Denn er war zu selbstlos in dieser Sache, zu sehr Gentlemen des alten Südens.
Bei ihr war nicht alles hängen geblieben, und vor allem war sie keine gute Kämpferin, doch diese Sache mit dem Augenkontakt und die Lektion „Drehe deinem Feind niemals den Rücken zu“ hatte sie verinnerlicht. Nicht, dass sie dachte, dass Elena sie anfallen würde, aber man konnte nie sicher genug sein. "Es gibt Vampire Elena. Und viele sind auch wirklich unsere Feinde. Es ist unsere Pflicht als Gestaltenwandler die Menschen vor ihnen zu schützen. Aber nicht alle Vampire sind gleich. Es ist wie bei den Menschen. Da gibt es die Guten und die Schlechten. Genauso ist es bei Vampiren und sicher auch bei uns Gestaltenwandlern.", sagte Seth vorsichtig, und in dem Moment blitzte etwas in Elenas Augen auf; darauf hatte Alice gewartet und es doch nicht gehofft. Panik. Entsetzen. Wut. Verwirrung. Und der alles übertrumpfende innerste Instinkt. Esme ging nach draußen um Elena ein bisschen Denkzeit zu gewähren, und Alice konnte nur denken, dass sie daran gut tat. Gerade jetzt war sich Alice nämlich nicht mehr sicher, dass Elena sie nicht angreifen würde. Seths rasch hinzugefügte Worte, in denen er sagte, sie seien liebevoll und gutmütig, schien Elena gar nicht zu hören. Ein Knurren entstieg ihrer Kehle, doch dann schienen Esmes Worte auf sie zu wirken und sie stieß die angehaltene Luft in einem großen Schwall wieder aus.
Und auch das gefährliche Funkeln in ihren Augen war verschwunden, ihre Muskulatur entspannte sich wieder, und jetzt sah sie einfach nur noch verwirrt und beschämt aus. „Ich … ich brauche kurz Zeit, um das alles zu verstehen“, sagte sie, und Alice konnte spüren, wie ihre Wangen sich rot verfärbten, auch wenn sie sie nicht sehen konnte; Elena hatten den Kopf gesengt und ihre Haare über das Gesicht fallen lassen. Alice runzelte die Stirn und wünschte sich nur einmal Edwards Gabe zu besitzen, nur zu gern hätte sie jetzt gewusst, was in Elena vorging. Hätte Esme nichts gesagt, was wäre dann passiert? Wäre es tatsächlich in einen Kampf ausgeartet? „Alice…?“ Alice‘ Blick zuckte zurück zu der Gestaltwandlerin, die sie zögerlich ansah und scheinbar auf eine Reaktion von ihr wartete. Alice nickte aufmunternd. „Darf ich vielleicht euer Bad benutzen?“ „Natürlich“, sagte Alice schlicht und schenkte ihr ein kleines Lächeln. Ein Bad würde ihr guttun und sie entspannen, das war das, was jetzt wichtig war. Alice ging voraus, die Treppen nach oben und in das hell geflieste Bad, in das durch ein großes Fenster das Licht des Sonnenuntergangs fiel. Gerade als sich Alice wieder zum gehen wenden wollte, hielt sie Elena zurück und Alice drehte sich wieder um. „Tut … tut mir leid, dass ich dich angeknurrt habe. Ich wollte das nicht, wirklich. Es ist nur … irgendwie viel zu viel zu verarbeiten. Und dann ist da auch noch dieses, dieses Tier in mir, das ich nicht kontrollieren kann…“ Sie strich sich mit einer Hand über ihre Haare und schien sich erst jetzt bewusst zu werden, wie sie aussah, denn eine verdächtige Röte stieg in ihr Gesicht. Alice war ihr nicht böse, immerhin wusste sie, wie verwirrend es sein konnte, sich plötzlich fremd zu sein. Sie sah Elena zögern, schließlich fügte sie noch etwas hinzu: „Seth meinte, ihr gehört zu den Guten … heißt das, ihr tötet die Menschen nicht, wenn ihr deren Blut trinkt?“ Alice lachte. „Wenn Vampire Menschenblut von Menschen trinken, dann müssen sie sie zwangsweise töten – oder sie werden zu Vampiren.“ Sie wartete einen Augenblick, dann lächelte sie. „Aber wir – und ein anderer Clan in Denali, den wir als Familie ansehen – sind anders. Wir haben uns dazu entschieden, Tierblut zu trinken. Das erfüllt den gleichen Zweck, ist aber kein Vergleich zu menschlichem. Und doch… wollen wir es. Es ist, als wären wir Vegetarier, das ist unser kleiner Insider. Aber weißt du, auch wenn es schwer für uns ist, dem Menschenblut zu widerstehen, macht uns das ein bisschen weniger… monsterhaft.“ Elena schien darüber nachzudenken und bedachte sie dann mit einem Blick, der nur bedeuten konnte, dass sie an Alice‘ Gesundheitszustand zweifelte. Dann folgte eine kurze Pause und dann fragte sie vorsichtig, was zwischen ihr und Seth war, sie beschrieb ihre Gefühle zu ihm und dass sie glaubte, dass Alice ihr eine Antwort auf ihre Fragen geben konnte. Alice zögerte – sie konnte ihr tatsächlich eine Antwort darauf geben, doch sie hätte sich gewünscht, dass Elena nicht sie gefragt hätte. „Naja…“ Alice biss sich auf die Lippe, sie hatte keine Ahnung, wie sie anfangen sollte. Sie seufzte und setzte dann zu einer Antwort an. „Es ist Liebe, tiefer als menschliche Liebe je sein kann, im Grunde genauso wie bei uns Vampiren – nur, dass eure Liebe euch für euer ganzes Leben verbindet. Seth hat sich auf dich geprägt, er hat dich als seine Seelenverwandte erkannt. Er wird ab jetzt alles für dich tun, egal was es ihn kosten würde. Zwischen euch hat sich ein Band entwickelt, das nicht gebrochen werden kann – zumindest ist mir das nicht bekannt. Und du liebst ihn genauso sehr, weil er auch für dich der Richtige ist.“ Alice verzog das Gesicht. „Tut mir leid, ich habe das sicherlich nicht besonders angenehm beschrieben, hm?“ Elenas geschocktes Gesicht sprach Bände, und Alice seufzte erneut. „Ich hab’s gewusst, frage mich niemals nach solchen bedeutenden und tiefen Dingen“, murmelte sie frustriert und beobachtete, wie Elena sich auf den Rand der Badewanne niederließ und weiter geschockte, unzusammenhängende Wörter murmelte. Alice blickte etwas ratlos zwischen ihr und der Tür hin und her, doch dann zuckte sie die mit den Schultern und lächelte Elena an. „Okay, hör zu, stell dir einfach vor, ich hätte das besser formuliert – das ist eine ganz wunderbare Sache, Süße! Ich werd dich jetzt alleine lassen, ruf einfach, wenn du was brauchst.“ Alice zwinkerte ihr zu. „Ich werd’s hören.“ Damit drehte sie sich um, griff ein Handtuch und Shampoo und stellte es auf das Waschbecken, dann ging sie hinaus und machte dabei die Tür hinter sich zu.
Langsam stieg sie die Treppen hinunter, versuchte sich ein paar Sätze bereitzulegen, wohl im Wissen, dass sie dann doch etwas anderes sagen würde. Denn sie würde Seth es sagen müssen – dass Elena es nun wusste. Vielleicht würde er es ja sogar gut verkraften, immerhin hätte sie es so oder so irgendwann mal rausgefunden, und je früher sie es wusste, desto früher konnte sie sich damit arrangieren. Als sie an der Wohnzimmertür war, war sie sich sogar sicher, dass Seth ihr dankbar sein konnte, und mit diesem Gedanken ging sie grinsend durch die Tür, und Seth, anscheinend mit unschönen Gedanken beschäftigt, atmete erleichtert auf als er sie sah. „Und Alice? Gehts ihr gut?“, fragte er hoffnungsvoll. Das war es wohl, besser als vorher zumindest, und das war doch auf jeden Fall positiv. Immer optimistisch bleiben… „Danke nochmal Alice. Ich kann nur nochmal sagen das ich echt froh bin, dass du hier bist“ Alice Grinsen wurde noch breiter, als sie diese Worte hörte, als ihr die Sache mit der Prägung wieder einfiel. Ihr Grinsen verschwand, und stattdessen sagte sie ernst: „Hör mal Seth, ich… habs ihr gesagt.“ Seth blinzelte, einmal, zweimal, dreimal und dann sah er sie fragend an. Alice verdrehte die Augen. „Ich hab ihr gesagt, dass du auf sie geprägt bist.“ Stille. Ohje, dachte Alice. Seth saugen wurden immer größer, und kurz starrten sie sich gegenseitig an, ohne irgendetwas zu sagen, dann riss sich Seth zusammen: „Du... Du hast *was*?! Alice!“ Wobei ‚Alice‘ eher wie ‚Aaaaaaaaaaaaaaaaaaliceeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee‘ klang, und dieser Ton bedeutete meist nicht Stolz oder Dankbarkeit, auf die Alice gehofft hatte, nein, das klang eher wie ‚Das ist ja wieder typisch‘, und das frustrierte sie zugegebenermaßen ein bisschen. Und als Seth mit hochrotem Kopf und wild zerzausten Haaren aufsprang und im Zimmer rumtigerte, hätte Seth am liebsten aufgeseufzt, denn solange das Mädchen seine Gefühle erwiderte war das doch alles gar kein Problem. „Sie hat es gut aufgenommen Seth.“, sagte Alice fröhlich, „Wann hättest du ihr es denn gesagt?“ Seth blieb stehen, starrte sie an und Alice konnte fast hören, wie es in seinem Kopf ratterte und er nach einer Antwort suchte. Ha. 1:0 für Alice!!!! „Ich eh... keine Ahnung. Irgendwann. Irgendwann wenn sie genug Zeit hatte zu verstehen und...“ Alice ließ ihn gar nicht erst ausreden. „Sie ist doch nicht blind Seth! Glaubst du sie hat nicht gemerkt wie du sie ansiehst? Und sie selbst fühlt für dich genauso. Das hat sie verunsichert und sie hat gefragt.“ Alice machte eine Pause und fügte dann hinzu: „Wäre es dir lieber gewesen ich hätte sie angelogen?“ „Nein... entschuldige. Du hast ja Recht. Ich... hatte nur Angst es wäre zu viel für sie… Und... sie hat es gut aufgenommen sagst du?“ Seth sah sie hoffnungsvoll an und Alice nickte, wenn auch ein bisschen zögerlich, was sie hoffte, dass er es nicht bemerken würde.

Während die Minuten verstrichen und Seth gedankenvoll vor sich hinstarrte, beschloss Alice, die Tassen wegzuräumen. In der Küche angekommen, lauschte sie den Geräuschen des menschlichen Alltags; das leise, kaum hörbare Blubbern der Kaffeemaschine, das leise Rauschen des Wassers, das durch die Rohre spülte, das gleichmäßige Ticken einer Uhr. Und sie hörte Elena, wie sie im Badezimmer herumhantierte, fast so laut, als würde sie direkt hinter ihr stehen – es war ein altes Haus und das Badezimmer lag direkt über der Küche, sodass selbst ein Mensch vereinzelt Geräusche aus den Bad würde wahrnehmen können. Das Gehör der Vampire war in manchen Sachen wirklich sehr vorteilhaft, doch meistens wollte Alice gar nicht hören, um was sich geflüsterte Gespräche drehten. Einmal hatten sie in der Schule mit anhören müssen, wie ein Mädchen ihrer Freundin zugeflüstert hatte, wie ihre Nacht mit ihrem Freund verlaufen war – in allen Einzelheiten. Emmett hatte nur schallend gelacht, doch der Rest von ihnen war nicht gar so amüsiert, vor allem Edward nicht, den Alice in solchen Momenten wirklich nicht beneidete. Im Nachhinein musste sie doch grinsen, Edwards Gesicht in diesem Augenblick war einfach unglaublich gewesen.
Die Zeiten hatten sich verändert, das konnte man immer wieder beachten. Als Alice das erste Mal mit den Cullens zur Schule gegangen war, herrschte noch strikte Geschlechtertrennung und jeder weite Ausschnitt vor dem Einbruch der Dämmerung war verpönt gewesen, und selbst die geflüsterten Gespräche drehten sich um brave Themen. Man sprach einfach nicht über so etwas. Doch über die Jahre hatten sich sowohl der Kleidungsstil sowie die Gesprächsthemen stark verändert. Nun war es in, zu zeigen, was man hatte, und Alice wünschte sich manchmal die alten Zeiten zurück.
Als sich Elenas Schritte aus dem Bad entfernten und sie anfing, die Treppe hinunter zu gehen, blickte Alice auf. Ein paar Augenblicke lauschte sie und hörte, wie Elena sich hinsetzte. Dann war da nichts mehr zu hören außer Seths kräftiger, regelmäßiger Herzschlag und sein etwas unregelmäßigeres atmen und Elenas gleichmäßige Atemzüge. Sie war eingeschlafen. Alice lächelte leicht und ging wieder ins Wohnzimmer, wo Seth immer noch auf der Couch saß. „Sieht aus, als wäre sie eingeschlafen. War wohl alles ziemlich anstrengend für sie.“, sagte sie zu ihm. In Seths Augen konnte sie nun ohne Zweifel die große Liebe sehen, die er zu Elena spürte, und zusammen gingen sie in den Flur, wo sein Lächeln nur noch breiter wurde. Alice Vorschlag, sie zur Couch zu tragen, wies er mit einem heftigen Kopfschütteln zurück und sagte dafür grinsend, dass er eine Weile Kissen spielen würde. Auch er sah müde aus, die letzten Stunden waren für keinen von ihnen besonders leicht gewesen, und so ging Alice mit einem kleinen, abschließenden Kopfnicken wieder zurück ins Wohnzimmer.

Allerdings blieb sie dort nicht. Sie wanderte durch das Haus in den hinteren Teil und von dort in die Bibliothek und gleichzeitig Carlisles Büro. Egal, wann und wo sie Zuhause waren, es gab immer eine Bibliothek, auch wenn die Größen variieren konnten. Auch wenn man jemanden an seiner Seite hatte, die Ewigkeit konnte wirklich sehr lange sein, wenn man nicht schlafen konnte, und so hatte jeder von ihnen die meisten dieser Bücher schon gelesen, ob sie das Thema interessierte oder nicht. Viele hatten medizinische oder geschichtliche Themen und manchmal gab es Fehler in ihnen, die sie jedoch für immer so belassen mussten, denn wer würde ihnen glauben, ohne dass dieser Jemand wusste, wer sie wirklich waren?
Es hatten sich auch viele Fotos angesammelt, die alle – fein säuberlich in Kisten gestapelt – nach den Jahresdaten in den Regalen befanden. Es gab alte Fotos, teilweise vergilbt und an manchen Stellen eingerissen und neuere, wie die von Edward und Bellas Hochzeit. Alice musste lächeln; dafür, dass sie ununterbrochen zusammen waren und die meisten von ihnen sich im Teenager- oder jungen Erwachsenenalter befanden, gab es erstaunlich wenig Streit. Aber vielleicht war das auch so, weil sie wussten, wie sehr sie sich brauchten und alles, was sie an den anderen zu bemängeln hatten, schon vor Jahren gesagt hatten.
Gerade, als sie eine der Kisten herausziehen wollte, verschwamm diese vor ihren Augen und ihr Garten erschien. Ein Mann, groß und mit einer stolzen Miene, stand dort. Er war ein Vampir, auch wenn seine Augen weder rot noch golden oder schwarz waren, und für einen Moment dachte sie, dass er gefährlich war, doch dann kam Esme hinzu und sie schienen sich gut zu unterhalten. Der Mann lächelte und Esme schien von ihrer Trauer abgelenkt. Er war kein Vergleich zu Eris – er schien sich beherrschen zu können, und der warme Schimmer, der in Eris‘ Augen gefehlt hatte, war bei ihm nur allzu deutlich zu erkennen. Er gehörte zu den Guten – er war nicht von den Volturi. Er war vielmehr ein Reisender, den es zufällig hierher verschlagen hatte… Und Alice sah sich selbst auf die zwei zukommen, auch dann gab es keinen großen Stimmungswechsel.
Alice‘ Blick klärte sich wieder und sie atmete tief durch. Diesen Mann kannte sie nicht, doch das musste ja nichts heißen. In dem Moment hörte sie erschrockene Stimmen, und lief wieder in Richtung Wohnzimmer, in dem Seth bereits zum Fenster gewandt stand. „Wer ist das Alice?“, fragte er, skeptisch die Augen auf den Garten gerichtet, wo Esme bei dem Fremden stand. „Ich hab ihn nie zuvor gesehen. Aber… ich denke nicht dass eine Gefahr von ihm ausgeht.“, antwortete sie, ebenfalls die zwei beobachtend. Doch Seth überzeugte diese Antwort nicht im Geringsten. „Glaubst du? Ist es nicht des Zufalls etwas *zu* viel, dass gerade *jetzt* ein fremder Vampir hier auftaucht? Jetzt wo... die anderen weg sind..“ Alice seufzte, denn das war wahr. Doch auch schon vorher war Eris aufgetaucht – und Viktoria. Sie schienen im Moment ein beliebtes Reiseziel darzustellen, doch Alice wusste, dass nur Eines ihn beruhigen konnte. Also griff sie nach seinen Handgelenken und zog ihn zu sich herunter, um ihren Worten mehr Wirkung zu verleihen. Mit ernster stimme sagte sie: „Seth. Ich habe es gesehen. Von ihm geht keine Gefahr aus. Mach dir keine Gedanken. Er hat absolut nichts mit den Volturi zu tun. Er ist ein Reisender und wirklich durch Zufall hier gelandet… Mehr sehe ich im Augenblick nicht.“ Das schien zu helfen, denn obwohl er eine Augenbraue hochzog, sagte er nichts mehr dagegen. Allerdings flüsterte er noch „Ein äußerst ungünstiger Zeitpunkt mein Lieber...“, was Alice zum Grinsen brachte. „Absolut“, stimmte sie ihm zu. Dann ertönten ein dumpfer Knall und ein leises Ächzen von Metall, aus dem sie schließ, dass etwas – oder jemand – gerade gegen das Geländer geschlagen war. Es war wie Vermutet Elena, und als Seth mit ihr zurückkam, sagte er zu Alice, dass er mit ihr ein bisschen weggehen wollte, um die Verwandlung zu üben. Allerdings fügte er noch besorgt hinzu, dass sie ihm sofort Bescheid sagen sollte, wenn der Fremde sich komisch verhält, was sie abwinkte. Trotzdem war sie froh, dass Seth es vorgeschlagen hatte. Es war immer beruhigend zu wissen, dass jemand da war, falls man jemanden brauchte. Als die beiden weg waren, öffnete Alice zögerlich die Tür und hörte gerade noch, wie der Vampir sagte, er sei ein guter Zuhörer. Sie wusste nicht, ob sie lieber zu ihnen gehen sollte oder nicht, wartete und ließ Esme Zeit zu antworten – doch schließlich trat sie ein paar Schritte näher und ihre Vision hatte sich erfüllt. Sie räusperte sich, obwohl sich die zwei sicherlich schon bewusst gewesen waren, dass sie zu ihnen getreten war. Sie warf Esme einen fragenden Blick zu, dann lächelte sie und wandte sich an den Fremden. „Hallo, ich bin Alice. Und Sie sind…?“

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