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Twilight & Harry Potter Crossover
 


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 Vor den Häusern

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Filch der Hausmeister
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BeitragThema: Vor den Häusern    Mo Aug 01, 2011 6:48 am

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Seth Clearwater
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Do Aug 11, 2011 5:39 am

Einstiegspost

Etwas gelangweilt saß der Quileute vor seinem kleinen Bungalow und starrte auf den See direkt davor. Er war erst vor einer Stunde aufgewacht und Jacob war nicht da. Natürlich wusste Seth wo er war - bei den Cullens. Er schmunzelte und schüttelte den Kopf. Hätte man ihm vor 4 Jahren gesagt, dass er einmal seine Heimat gemeinsam mit Vampiren verlassen würde, hätte er denjenigen für verrückt erklärt.
Die letzten paar Wochen waren vergangen wie im Flug und es kam dem Clearwater immernoch wie ein Traum vor.
War er wirklich gemeinsam mit Jake und den Cullens nach Schottland gezogen? Das klang so seltsam und doch war es real. Es war die Wirklichkeit. Doch wie kam es dazu?

Nachdem die Sache mit den Volturis erledigt gewesen war, lebten alle ihr Leben ganz normal weiter. Die Cullens lebten weiterhin in Forks und ihre Verbündeten wie die Denalis und die anderen Nomaden verließen die Stadt und kehrten in ihre Heimat zurück. Das Rudel der Wölfe blieb getrennt. Jacobs Rudel pflegte einen guten Kontakt zu den Cullens - Zumindest Jake selbst und Seth. Leah war verbockt wie eh und je, wobei sie sich mit den Jahren damit abfand, dass die Cullens zu ihnen gehörten. Embry und Quil akzeptierten sie ebenfalls, waren aber nicht sonderlich scharf darauf so viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Ganz im Gegensatz zu den beiden anderen. Jacob besuchte sie regelmäßig - schon allein wegen Renesmee, die sehr schnell heran wuchs. Zwischen Seth und Edward war schon seit dem gemeinsamen Kampf gegen die Neugeborenen eine Freundschaft entstanden und mittlerweile hatte er sich bei allen Cullens wie zu Hause gefühlt.
Doch schließlich kam der Moment an dem die Cullens abreisen mussten. Sie hatten sich für Schottland entschieden, da dies wohl zu lebzeiten Emmetts Heimat war. Natürlich wusste jeder, dass Jacob die Familie begleiten würde. Er war auf Nessie geprägt. Es war unvorstellbar, dass sie sich trennten.
Seth war zu diesem Zeitpunkt gerade 19 geworden. Er hatte die Schule beendet und nebenbei in einem kleinen Kiosk gejobt um selbst Geld zu verdienen. Er hatte gelernt, selbstständig zu sein und war viel reifer geworden. Nach langen Überlegungen hatte er sich dafür entschieden mit Jake und den Cullens zu gehen. Er war erwachsen und wollte mehr von der Welt sehen. Mehr als LaPush und er wollte seinen besten Freund nicht verlieren. Natürlich würde er seine Familie und seine Freunde besuchen. Er musste auch versprechen sich einmal in der Woche mindestens bei seiner Mutter zu melden, aber schließlich hatte sie ihn ziehen lassen und auch Leah hatte sich wohl oder übel damit abgefunden.

Ein Fisch sprang plötzlich aus dem Wasser und Seth schreckte auf. Er war so tief in seinen Gedanken versunken gewesen, dass er alles um sich herum vergessen hatte. Er lachte über sich selbst und schüttelte erneut den Kopf. "Das war vielleicht ein riesen Teil..." Er stand auf und lief zum Wasser um den großen Fisch noch einmal ins Auge zu fassen. Nach einigen Sekunden hatte er ihn in der Mitte des See's entdeckt.
Obwohl Jacob und er mit den Cullens gereist waren, hatten sie darauf bestanden, ihr eigenes Heim zu haben. Schließlich mussten sie ja auch mal schlafen. Bei den Vampiren gab es doch ständig irgendwelchen Radau.
Selbstverständlich wohnten sie nicht weit von einander entfernt. Für einen normalen Menschen war es ein Fußweg von ca einer halben Stunde. Die Quileute hatten sich einen Ort ausgesucht, der etwas mehr in den Wäldern lag. Das erinnerte sie einfach an zu Hause. Während die Cullens eine Art Villa bezogen hatten.
Seth beobachtete noch eine Zeit lang den riesen Fisch, bis er schließlich aufsprang. "So, dann machen wir uns mal auf den Weg." Mit diesen Worten zog er Shirt und Hose aus und band sich beides um den Knöchel. Dann setzte er zum Sprung an.
Kurze Zeit später landete ein großer sandfarbener Wolf auf allen vieren und rannte strikt in Richtung des neuen Cullen-Anwesens.

tbc: Anwesen der Cullens - Vor dem Haus
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Elena Wilson
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Mo Jun 25, 2012 9:25 am

Cf.: Anwesen der Cullens – Wohnzimmer

Ohne den Blick vom Boden zu wenden, der plötzlich wirklich interessant aussah, wartete, dass er ihr antwortete. Und damit ließ Seth sich wirklich viel Zeit. Jede Sekunde verstrich wie eine Stunde und je länger er stumm blieb, desto nervöser wurde sie, bis sie schließlich doch den Kopf hob und ihn anblickte. Er lächelte verschmitzt und hatte den Kopf schief gelegt. Hatte er überhaupt eine Ahnung wie sie sich fühlte, wenn er sie so ansah, sie einfach nur betrachtete … vermutlich wusste er es. Er musste doch dasselbe fühlen, oder etwa nicht? Wie gerne würde sie gerade in seinen Kopf schauen. Warum nur fühlte sie sich so unsicher, wie ein kleines Schulmädchen, das zum ersten Mal mit einem ihrer Klassenkameraden spricht. So hatte sie sich nicht einmal gefühlt, als sie neu an die High School hier in Fort William gegangen war. Damals war ihr alles egal gewesen. Sie hatte die kühlen Blicke mit noch mehr Kälte pariert, die seltenen Lächeln kurz erwidert, als würde es sie nicht einmal interessieren. Und jetzt, wenn es hart auf hart kam, da zog sie den Kopf ein wie ein scheues Reh. Dabei war sie doch ein Panther! Eine Raubkatze! Die fürchteten sich höchstens vor Wasser, aber sonst empfanden diese Tiere keine Angst. Selbst als Tier versagte sie auf ganzer Linie.
Ihre Gedanken brachten sie zum Schmunzeln. Jeder, der sie jetzt hören könnte würde sie für vollkommen übergeschnappt erklären. Aber so war ihr ganzes Leben gewesen. Immerhin hatte sich das nicht verändert. Sie war immer noch der Freak. Jetzt noch ein viel größerer. Was aber anders war, war, dass sie jetzt jemanden gefunden hatte, der genauso war wie sie. Vielleicht hatte sie sich deswegen gleich zu Seth und auch den Cullens hingezogen gefühlt. Weil sie anders waren, nicht so wie die normalen Durchschnittsbürger. Ganz und gar nicht so wie normale Menschen. Erneut schmunzelte sie. Ja, dieses Leben hatte doch gewisse Vorzüge. Und wenn das bedeutete, dass sie ihre restliche Zeit mit Seth verbrachte…
Ein Glück unterbrach Seth in dem Moment den Blickkontakt und versicherte ihr, dass er im Moment nichts Besseres zu tun hatte. Sie verdrehte die Augen über die Lässigkeit, mit der er das vortrug.
"Ich kann dir zeigen wie es geht, wenn du möchtest. Aber... wir sollten vielleicht wo anders hingehen. Wenn du jetzt gleich auf einen fremden Vampir stößt ist das vielleicht etwas.. ungünstig." Kurz betrachtete sie ihn skeptisch, zuckte dann aber mit den Schultern, als er ihr zeigte, wohin sie gehen würden. Ein wenig gespannt war sie schon. Wohin er sie wohl führen würde? Natürlich wäre es sicher nicht dienlich, wenn sie sich verwandelte und dann auf diesen fremden Vampir traf, der auch noch so vollkommen anders roch als die Cullens. Sie war sich zu einhundert Prozent sicher, dass sie sich dann nicht unter Kontrolle hatte. Oder besser gesagt das Wesen in sich, das Tier. Ob sie sich irgendwann daran gewöhnte, dass da diese neue Seite in ihre war? Seth hatte damit anscheinend keine Probleme. Und wieder kam die Frage auf, wie alt er eigentlich war. Wie lange er schon gewandelt war. Aber sie wollte die Stille nicht unterbrechen.
Leise folgte sie ihm durch den Wald, streifte mit ihren Händen die Blätter und Baumstämme, fuhr über die raue Oberfläche. Sie hörte so viel, was ihr früher verborgen geblieben war. Das leise Rascheln der Tiere, wenn sie sich bewegten. Der Wind, der durch die Baumkronen strich. Seths regelmäßiger Atem. Und ihr eigener, der sich kein bisschen veränderte, trotz ihres langen Laufs. Vielleicht war sie ab jetzt ja auch im Sportunterricht besser. Zwar war sie niemals schlecht gewesen, aber auch nie die Beste. Das sollte sich wohl jetzt ändern. Sie grinste kurz, bevor sie zu Seth aufholte, der ein paar Meter vor ihr lief. Trotz der Dunkelheit konnte sie noch immer den Wald um sie herum erkennen, schemenhaft zwar, aber ein Mensch wäre schon längst gegen irgendeinen Baum gerannt. Wow. Jetzt bezeichnete sie sich nicht einmal mehr als Mensch. Wo sollte das nur hinführen?
Um sich von ihren Gedanken abzulenken wandte sie sich an Seth, der sie lächelnd betrachtete. Sofort wurde sie rot und hoffe so sehr, dass er es wegen der Dunkelheit nicht sah. „Wo gehen wir denn jetzt hin?“ Er erklärte ihr, dass sie zu ihm gingen. Aufmerksam lauschte sie seinen Worten, als er sagte, dass er nicht viel Zeit dort verbrachte, außer zum Schlafen. Als er von Jacob, seinem Rudelführer sprach bemerkte Elena die Traurigkeit, die sich in seinen Blick mischte. Was war mit ihm passiert? Ihn hatte sie noch nicht gesehen, nicht gestern in der Schule und auch heute nicht. War er etwa mit den anderen Cullens fort gegangen. Oder war ihm etwa etwas zugestoßen? Sie wollte nicht, dass Seth diesen Ausdruck in den Augen hatte. Er ging ihr näher, als es normal wäre. Am liebsten hätte sie ihn in die Arme geschlossen, doch das kam ihr taktlos vor. Er sah nicht so aus, als wollte er darüber reden. Und als er weiter sprach verfolg dieses Gefühl auch wieder.
„Eigentlich bin ich Tag und Nacht bei den Cullens, aber sein eigenes Heim zu haben ist dann doch wichtig." Er zwinkerte und Elena musste ein Kichern unterdrücken. Ihre Wangen brannten nur noch mehr und sie wandte den Blick ab. Das war wirklich nicht mehr normal. Überhaupt nicht! Schnell schaute sie auf den kleinen See, der sich vor ihnen erstreckte und die zwei Häuser, die an dessen Ufer standen. Es war eine wundervolle Szenerie und hätte ein perfekter Moment eines romantischen Liebesfilms sein können… wäre das hier nicht ein halber Albtraum, in dem sie sich befand. Immer wieder wurde sie sich dem Grund bewusst, wegen dem sie zu diesem Tier geworden war, mit dem sie jetzt leben musste. Ihre wundervolle kleine Schwester. Sie hatte dieses Schicksal nicht verdient. Sie am allerwenigsten. Seufzend wandte sie sich um und fuhr sich über die Augen, um die Spuren der Tränen zu vertreiben, die sich ihr in die Augen geschlichen hatten.
„Wenn es dir nichts ausmacht, würde ich gerne anfangen“, sagte sie lächelnd. „Ich werde schon schreien, wenn ich verdurste.“ Lächelnd wandte sie sich vollends zu ihm um, blendete die wunderschöne Umgebung aus, sah Seth tief in die Augen. Was verbarg sich hinter diesem schönen Braun? Welche Geschichten und Geheimnisse. Wie lange würde es dauern, bis sie davon erzählt bekam?
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Seth Clearwater
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Mi Jun 27, 2012 11:07 pm

cf: Anwesen der Cullens - Wohnzimmer

„Wenn es dir nichts ausmacht, würde ich gerne anfangen. Ich werde schon schreien, wenn ich verdurste.“ Sie lachte während sie sprach und auch Seth konnte nicht anders als ihr Lachen zu erwiedern. Obwohl für sie beide das alles so neu war, fühlte es sich so verdammt gut und richtig an. Dieses Gefühl war einfach unbeschreiblich. Jeder der nicht geprägt war würde es nicht verstehen können. Er hatte früher immer geglaubt diese Beschreibung das man nicht mehr von der Erde angezogen wurde sondern von ihr wäre etwas übertrieben. Doch je mehr Zeit er mit Elena verbrachte desto mehr wurde ihm bewusst das diese Erklärung durchaus zutraf. Sein Umfeld interessierte ihn nicht. Es gab nur noch eines was wichtig war - Elena.
Und nun wollte sie also wissen wie man sich wieder verwandelte und dieses Zittern in seinem Körper unterdrücken konnte beziehungsweise lernte damit umzugehen. Wieder überlegte sich der Clearwater wo er am besten anfangen sollte. Wollte sie sich wirklich wieder verwandeln oder interessierte es sie einfach nur wie es ging.. Vielleicht wollte sie ja auch ihn sehen? Bei diesem Gedanken flogen ihm wieder zig Schmetterlinge im Magen herum und er räusperte sich verlegen. Spinn hier nicht schon wieder rum Clearwater! Der Quileute sah der braunhaarigen tief in die Augen und merkte jetzt erst, dass sie ihren Blick ebenso intensiv auf ihn gerichtet hatte. Erst wollte er wieder wegblicken doch ihre Augen faszinierten ihn jedesmal ums neue und er konnte nicht anders als sie einfach nur zu betrachten während er mit ihr sprach.
"Ok.. du erinnerst dich an das Feuer bei der Rückverwandlung? Es ist jetzt immernoch in dir, nur schlafend. Eine kleine lodernde Flamme die bereit ist sich zu entfachen, wenn du es willst. Das Prinzip ist das selbe wie bei der Rückverwandlung. Du breitest es in dir aus, bis du es überall spüren kannst - selbst in den Zehen und Fingerspitzen, dann beginnt das Zittern und es passiert. Gerade am Anfang - wenn du noch keine Kontrolle und kein richtiges Gefühl dafür hast - breitet sich dieses Feuer in sekundenschnelle in dir aus, ohne dass du es merkst. Darum hat dein Körper vorhin im Wohnzimmer auch leicht angefangen zu zittern verstehst du?"
Elena nickte und ihr Gesichtsausdruck wurde etwas ernster. Sie schien sich bei diesem Gedanken unwohl zu fühlen. Seth verstand den Grund ohne nachzufragen, darum überging er es einfach und sprach weiter.
"Hast du einmal den Bogen raus, wirst du es nicht mehr vergessen. Bei manchen dauert es länger und manche sind Naturtalente. Wie gesagt, gerade am Anfang ist es schwer damit umzugehen und nicht bei jeder Kleinigkeit auszurasten oder sich zu verwandeln. Aber du bekommst das sicher hin." Er grinste ihr aufmunternt zu und blickte dann auf seine Schuhe. Normalerweise trug er ja immer kurze Hosen, doch ausgerechnet heute hatte er längere an. Daher fasste er sich an den Stoff unterhalb vom Knie und zog es ein wenig hoch.
"Dieses Lederband hier tragen wir als Gestaltenwandler immer bei uns. Bevor wir uns verwandeln binden wir dort unsere Shorts um - damit wir wieder etwas zum Anziehen haben, wenn wir wieder Menschen sind." Er ließ von dem Stoff ab und richtete sich wieder auf. Dieses Thema war ihr anscheinend ein bißchen unangenehm, aber ihm ging es definitiv genauso. Er fasste sich unsicher an den Hinterkopf und begann sich einmal durch die Haare zu wuscheln. "Tja ehm.. meine Schwester Leah hat immer noch ein Bikinioberteil mit genommen... Aber genug davon. Ich wollte dir nur.. ehm.. nichts vorenthalten." Wie bescheuert war das denn? Nichts vorenthalten.. Er ärgerte sich kurz über seine eigenen Worte und zog einen Schmollmund, bevor er sich wieder dem Mädchen vor sich zuwand. Er musterte sie kurz und ohne es wirklich so wollen sah er sie schon vor sich. Mit kurzen Hotpants und einem süßen Top. Ihre wunderschönen Haare die im Wind wehten. Ihre leuchtenden Augen die ihn ansahn. Ihr bezauberndes Lächeln... Seth atmete tief die Luft ein und schüttelte unmerklich den Kopf. An was dachte er denn da? Das durfte doch einfach nicht wahr sein. Seit wann hatte er so viele Probleme seine Gedanken im Zaum zu halten. Was machte dieses Mädchen nur mit ihm? Klar war er ein Junge und hatte sich durchaus schon seine Gedanken über Frauen gemacht. Aber das hier war was anderes! Das hier war real und Wirklichkeit! Und die Tatsache, dass sie ihn manchmal ebenso fasziniert ablickte wie er sie half nicht gerade diese Gedanken etwas auf Eis zu legen! Aber er musste sich zusammenreißen. Sie brauchte ihn doch jetzt.. Ob sie möglicherweise auch solche Gedanken hatte? Verdammt Seth!!! Wieder tadelte ihn seine innere Stimme und er wusste genau, dass sie Recht hatte.
Reiß dich zusammen, du wirst früh genug noch wissen was sie über dich denkt, wenn.. Und dann ging ihm erst einmal ein Licht auf. An diese Sache hatte er die ganze Zeit noch gar nicht gedacht. Wenn sie sich verwandelte und er sich auch dann.. würde sie seine Gedanken hören können und er die ihren. Er schluckte und wand sich etwas von Elena ab. Er musste jetzt wirklich nachdenken.. obwohl - musste er das? Immerhin hatte er doch nicht wirklich eine Wahl. Es gab nur zwei Möglichkeiten. Er konnte sie ins kalte Wasser werfen und sie es einfach von selbst merken lassen oder er erklärte ihr vorab was geschah, wenn sie sich verwandelten und ein "Rudel" bildeten. Wirklich lange brauchte er für die Entscheidung wirklich nicht. Er seufzte und blickte Elena wieder an. Doch das was nun folgte gefiel ihm nicht. Noch weniger, als die Sache mit den Klamotten. Wie sie wohl darauf reagieren würde? Sicherlich würde ihr das die Sicht auf die Dinge nochmal komplett umwerfen.
"Ok, eine Sache gibt es da noch. Du hast es zwar nicht ausgesprochen, aber ich denke mal du spielst mit dem Gedanken, dass wir uns beide verwandeln könnten oder?" Er wartete einen Moment ab, bevor er ein leichtes Zucken ihrer Mundwinkel sah und leicht lächelnd weiter sprach. "Ok pass auf, es gibt da nämlich noch etwas was ich dir vorab sagen muss. Wenn wir beide verwandelt sind, dann wirst du dich sicher automatisch mir ehm... ja anschließen. Einfach weil du mir vertraust und eben in dieser Form nicht alleine gelassen werden willst. Das ist bei jedem von uns so. Von daher werden wir wirklich so ne Art... naja *Rudel* bilden." Er wollte schon weiter sprechen doch in Elenas Blick spiegelte sich eine Veränderung. Eine Veränderung die Seth nicht gefiel. Glaubte sie vielleicht dass er das nicht wollte? Ohne noch weiter daran zu denken ging er sofort auf sie zu und wunk ab. "Denk jetzt nicht das ich da was dagegen hätte! Das.. ist nicht das Problem. Problem ist auch das falsche Wort ehm.. es ist nur sicher merkwürdig und gewöhnungsbedürftig und..-" Anhand von Elenas Gesichtsausdruck der immer fragender wurde merkte er wieder einmal das er zu viel redete und vorallem das ihm wohl doch noch öfter die richtigen Worte fehlten, als es ihm lieb war. Er blickte entschuldigend drein und strich ihr vorsichtig eine Haarsträhne die sich gelockert hatte hinter das Ohr. Sie erschauderte ein wenig bei der Berührung und auch ihm lief ein wohliger Schauer über die Haut.
"Wenn wir verwandelt sind können wir unsere Gedanken lesen. Wir sind wie ein Rudel gedanklich miteinander verbunden. Alles was du denkst werde ich hören können und umgekehrt genauso. Im Kampf durchaus praktisch, aber für das privat Leben manchmal wirklich unangenehm.. Wir waren ein Rudel von über zehn Wölfen. Nach der Spaltung nur noch zu fünft, aber dennoch waren da noch genug Gedanken zu hören. Ich habe mich mitlerweile daran gewöhnt. So gibt es immerhin im Rudel keine Geheimnisse und jeder weis alles vom anderen. Man kann zwar versuchen seine Gedanken für sich zu behalten, aber die Erfahrung hat gezeigt das je mehr du nicht an etwas denken willst, desto schneller wirst du sie den anderen unbewusst preisgeben." Er sah ihr direkt in die Augen die ihn ungläubig anblickten und er merkte wie sie mit sich haderte.
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Elena Wilson
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Mo Jul 02, 2012 9:09 am

Während sie Seths leiser Stimme lauschte, blickte sie ihm tief in die braunen Augen, die ihr Leuchten wieder zurückerlangt hatten. Glück. Das war es, was in seinem Gesicht geschrieben stand. Der Ausdruck in seinen Augen, wenn er sie ansah und wie jetzt über das Wesen, das er war – das auch sie war – erzählte. Und in diesem Moment fielen die Zweifel von Elena ab. Es schien ihm wirklich nichts auszumachen, hier mit ihr zu stehen und ihr jedes noch so kleine Detail zu erläutern. Er schien es mit Freuden zu machen. Das Gefühl, welches er ausstrahlte, ließ sie entspannen und einfach nur aufmerksam zuhören. Er sprach wieder von diesem Feuer, der Flamme, die in ihr schlief und die sie jederzeit erwecken konnte. Seth sagte ihr, dass sie es in ihrem Körper ausbreiten musste, bis in die letzte Faser ihres Körpers. Vollkommen musste es sie einnehmen. Erst dann begann das Zittern und sprengte sie aus ihrem Körper heraus. Er sagte ihr auch, dass es vorhin geschehen war, ohne dass sie etwas davon mitbekommen hatte. Erst, als sie zu zittern angefangen hatte, war ihr aufgefallen, dass sich etwas verändert hatte. Aus irgendeinem Grund gefiel es Elena ganz und gar nicht, dass sie ab sofort immer die Kontrolle über sich behalten musste. Sie konnte nicht einfach ihrer Wut nachgehen, wie sie es früher gemacht hatte. Ihr Vater hatte sie immer als temperamentvoll bezeichnet, ihr Bruder neckend als jähzornig. Doch egal, welche Beschreibung man verwendete, Tatsache war, dass sie sehr schnell wütend geworden war. Ab sofort müsste sie sich zügeln. Denn jedes Mal, wenn sie die Fassung verlor, würde sie sich in ein übergroßes Tier verwandeln. Und das wäre nicht wirklich gut. Weder in der Schule, noch sonst irgendwo. Denn sie konnte sich nicht wirklich vorstellen, dass es irgendeinem Mensch gefallen würde zu wissen, dass es so was wie Gestaltwandler gab. Und wenn dann auch noch herauskam, dass sie nur dazu da waren, um Vampire zu vernichten … dann wäre das Chaos perfekt. Vermutlich würde man sie wegsperren und zu Versuchszwecken verwenden. Irgendjemand würde bestimmt irgendeine grandiose Idee haben, zu welchen Waffen man sie umfunktionieren könnte… Ein eiskalter Schauer lief Elena den Rücken herunter, als sie daran dachte wie sie mit Seth und etlichen anderen Wandlern in großen Käfigen saß und ihnen nacheinander zahlreiche Medikamente und Chemikalien eingeflößt wurden. Wie Mutationen …
Schnell vertrieb sie die Gedanken daran und konzentrierte sich wieder auf Seth. Sie dachte wieder an das Feuer, welches sie von innen heraus verbrannte, jede Faser ihres Körpers einnehmen würde… war die Verwandlung schmerzhaft? Als es das erste Mal geschehen war, hatte sie nichts gespürt, aber das hatte doch nichts zu heißen. Sie war vollkommen ausgelaugt vom Rennen gewesen und hatte sowieso kaum etwas gespürt. Wenn es ihr nun Schmerzen bereitete? Wer wusste schon, ob es nicht anders war, als Seth sagte. Schließlich war er ein Wolf und sie ein Panther. Da musste es doch irgendwo einen Unterschied geben. Und wenn es nur dieser Eine war. Irgendetwas gab es, da war sie sich sicher.
Aber als sie jetzt Seths beruhigende Stimme hörte, die sanfter als ein Sommerwind zu ihr herüberwehte, konnte sie nicht anders, als zu lächeln. Er gab sich solche Mühe die richtigen Worte zu finden und ihr alles haarklein zu erklären… Es verschlug ihr schlicht den Atem. Diese Selbstlosigkeit und Sanftheit, mit der er ihr begegnete. Dabei hatten sie sich gestern kennengelernt… Sie wusste, dass es der Prägung zuzuschreiben war, aber es war ihr trotzdem zu fremd, so überwältigend. Es ließ ihr Herz schmelzen, wenn sie seinem Blick begegnete, in dem so viel ungesagte Worte lagen, so viele Gefühle, die doch nicht ausgesprochen werden mussten. Egal ob Prägung oder nicht, sie fühlte sich unglaublich wohl in seiner Nähe und konnte sich nicht vorstellen auch nur eine Minute von ihm getrennt zu sein. Er war ihr Strick, an dem sie sich festhalten konnte. Ihr Rettungsring, der sie über Wasser hielt. Wenn Seth sie nun nicht im Wald gefunden hätte, wenn Alice nicht da gewesen wäre. Was wäre ihr dann zugestoßen? Läge sie nun immer noch da, ohne eine Ahnung, wie sie wieder zu einem Mensch werden sollte? Hätte sie dann überhaupt jemals wieder lachen können?
Hier, bei Seth, da konnte sie für einige Minuten vergessen, was sie in den letzten Stunden verloren, wie viel sich geändert hatte. Sie konnte vergessen, dass sie irgendwann einmal allein war und mit dem Schmerz zu kämpfen hätte. Und sie musste sich keine Gedanken machen, irgendetwas Falsches zu sagen. Hier konnte sie fragen, was sie wissen wollte, konnte sagen, was ihr durch den Kopf ging. Ohne dafür verurteilt zu werden. Endlich konnte sie einmal sie selbst sein und dafür ein Lächeln ernten.
Interessiert beobachtete sie den Jungen vor sich nun, wie er den Stoff seiner langen Hose fasste und ein wenig hoch krempelte. Zum Vorschein kam ein Lederband, welches locker um seinen Knöchel hing. Er erklärte, dass jeder der Gestaltwandler es umhatte, um nach der Verwandlung etwas zum Anziehen zu haben. Sofort spürte Elena, wie ihr das Blut in den Kopf schoss, als sie an ihre Rückverwandlung denken musste. Als dann Seth auch noch von seiner Schwester sprach machte es das Ganze nicht unbedingt besser. Mein Gott! Was soll das denn? Du bist doch sonst nicht so prüde! Das war gelogen. Sie hatte zwar ein großes Mundwerk und keine Skrupel sich vor irgendwelchen Idioten zu verteidigen. Aber wenn es um solche Themen ging zog sie ihren Kopf ein. Das war eben doch anders als Sexualkunde im Biologieunterricht. Vor Emmett hatte sie gestern in der Schule ganz groß tun können. Aber hier…
Schnell schluckte sie ihre Gedanken herunter und wandte ihren Blick auf den See, der jetzt im Mondlicht schimmerte. Alles lag ganz still da. Kaum ein Geräusch war zu hören. Nur das leise Plätschern des Wassers und fern ein Käuzchen im Wald. Gedankenverloren lächelte sie ins Nichts hinein und musste an die Frühlingsabende in ihrer alten Heimat denken. Früher hatten sie mit der ganzen Familie dagesessen und den Himmel betrachtet. Ihre Großmutter hatte alte Geschichten erzählt, Sagen und Legenden. Ganz fasziniert war sie davon immer gewesen und es hatte eine gewisse Magie gehabt, wenn die alte Frau einmal wieder in die Vergangenheit gereist war. Sie vermisste diese Momente. Aber sie nahm sich vor schon bald dorthin zu reisen. Denn wenn jemand wusste, wie ihr das hier passieren konnte, dann waren es ihre Großeltern. Ja, vielleicht würden sich dann die allerletzten Puzzelteile zusammensetzen. Aber erst einmal musste sie selbst lernen mit ihrem neuen Leben klar zu kommen.
Seths Seufzen riss sie von dem idyllischen Anblick los. Skeptisch betrachtete sie ihn, als er ansetzte, ihr noch etwas zu sagen. "Ok, eine Sache gibt es da noch. Du hast es zwar nicht ausgesprochen, aber ich denke mal du spielst mit dem Gedanken, dass wir uns beide verwandeln könnten oder?" Langsam nickte sie. Was würde er ihr jetzt eröffnen? Was war der Haken an der ganzen Geschichte? Gab es irgendetwas, was sie noch nicht wusste? Was es auch war, sie würde nicht darauf kommen. Ihr kamen die haarsträubendsten Geschichten in den Kopf, eine unwahrscheinlicher als die andere. Vielleicht sagte er ihr jetzt, dass sie sich in ihrer tierischen Gestalt nicht ausstehen könnten? Immerhin waren sie Wolf und Panther – Hund und Katze. Zwei Feinde. Elena konnte nicht anders, als ein Grinsen zu unterdrücken. Das war doch idiotisch! Sie würde nie darauf kommen, wenn sie Seth jetzt nicht zuhörte. Er erklärte ihr, dass sie sich ihm anschließen würde, seinem Rudel, wenn sie zusammen verwandelt wären. Ohne dass sie etwas dagegen machen könnte, würde sie zu ihm gehören, sich ihm unterordnen. War es das, was ihm Sorgen bereitete? Dass sie eine Last für ihn würde? Das wollte sie nicht! Lieber verwandelte sie sich niemals mit ihm als ihm ein Klotz am Bein zu sein! Vielleicht sollte sie ihm doch lieber nicht erzählen, dass Alice ihr das von der Prägung gesagt hatte. Am Ende hasste er sie dafür, dass sie es wusste. Und vermutlich wollte er auch gar nicht auf sie geprägt sein. War so etwas möglich? Dass man diesem Gefühl unterlag obwohl man es nicht wollte? War er nur hier, weil ihn eine höhere Kraft dazu zwang? Hart schluckte sie ihre Zweifel herunter und wandte ihren Blick ab.
Ihr Blick war anscheinend eindeutig genug zu werden, denn schnell versicherte Seth ihr, dass er nichts dagegen hatte, sondern dass es sich um eine andere Sache handelte. Hastig haspelte er ein paar Worte hin und mit jeder Sekunde verwirrte es Elena mehr. Was zum Teufel wollte er ihr sagen?
"Wenn wir verwandelt sind können wir unsere Gedanken lesen. Wir sind wie ein Rudel gedanklich miteinander verbunden. Alles was du denkst werde ich hören können und umgekehrt genauso.“
Sie konnten was?? Nein. Nein, nein. Das war nicht möglich. Sie würden nicht ihren Gedanken lesen. Auf keinen Fall. Das war erstens sicher ein mieser Scherz und zweitens … wenn Seth die Wahrheit sprach dann war sie ab jetzt ihrem Untergang geweiht. Er hätte freien Zugang zu all ihren Geheimnissen. Zu allem, was sie die letzten Stunden gedacht hatte, denn unaufhörlich kreiste das durch ihren Kopf. Die Gefühle und Gedanken zu Seth. Dieser Wirrwarr an Empfindungen. Das konnte sie ihm doch nicht preisgeben. Er würde sie auslachen! Nein, unmöglich.
Mach dich nicht lächerlich. Das würde er nicht machen und das weißt du genau. War es im Endeffekt wirklich so? Würde er einfach darüber hinwegsehen? Hatte er nicht ähnliche Gedanken zu ihr, wie sie zu ihm? Hatte er nicht auch Geheimnisse, die er lieber geheim halten wollte? Waren da nicht sicher auch Dinge, die niemand sehen sollte? Es zeugte doch von wahrer Größe, dass er ihr all das nun gesagt hatte. Er hatte sich Gedanken darum gemacht, wie sie sich fühlte und hatte nicht riskieren wollen, dass sie es nachher zu spät erfuhr. Ein seichtes Lächeln schlich sich auf Elenas Lippen, als sie ihren Blick hob und Seth ansah. Ohne darüber nachzudenken ging sie zwei Schritte auf ihn zu und schlang ihre Arme um ihn, vergrub ihr Gesicht an seiner Schulter. „Danke, dass du mir das gesagt hast, Seth. Jetzt bin ich wenigstens vorgewarnt“, lachte sie leise und löste sich wieder von ihm, um ihn anzugrinsen. Dann holte sie tief Luft. „Okay … also, wollen wir’s versuchen?“
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Seth Clearwater
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Mo Jul 09, 2012 4:43 am

Nachdem er ausgesprochen hatte, was er sagen musste wünschte er sich sofort er hätte es nicht getan. Er konnte in ihren Augen die Verwirrung erkennen. Die Fassungslosigkeit über all das stand ihr ins Gesicht geschrieben. Sein Blick füllte sich mit Traurigkeit und er wand seinen Blick etwas ab. Er wollte ihr das Alles doch so gern ersparen. Er sorgte dafür das sie eine böse Überraschung nach der anderen erlebte und das machte ihn wahnsinnig. Natürlich wollte sie alles wissen und es war gut, dass er es ihr sagte. Aber war es wirklich gut für sie? Es reichte. Es war genug. Wie viel konnte sie noch ertragen bevor sie erneut vor ihm zusammen brach? Er war innerlich krank vor Sorge. Und das erschreckende daran war, dass er sich mehr um Elena sorgte als um Jacob. Noch eine Tatsache die ihn schwer im Magen lag, doch er konnte nichts machen. Sie war das wichtigste für ihn. Und würde die Welt um ihn zerfallen, es wäre ihm egal solange sie in Sicherheit war. Er lebte nur noch für sie. Wäre sie nicht mehr, wöllte er nicht mehr sein. Er würde für sie alles und jeden aufgeben. Und so seltsam dieses Gefühl war, so schön war es auch irgendwo. Er hatte das Gefühl von Vollkommenheit wenn sie bei ihm war. Als wären sie nur gemeinsam komplett. Er liebte sie so sehr. Er würde alles dafür geben sie endlich wieder lächeln zu sehen. Er wollte das sie glücklich war. Von jetzt an bis in alle Zeit. Gerade als dieses Gefühl der Ohnmacht immer mehr von ihm Besitz ergriff und er langsam glaubte durch zu drehen, erlöste sie ihn mit einer einzigen Bewegung.
Er fühlte ihre Arme die sich um seinen Körper legten. Roch den süßen Duft ihrer Haare. Sie schmiegte sich an ihn und sofort durchströmte ihn eine wohltuende Wärme. Bei ihren Worten begannen seine Wangen leicht zu glühen. Das Gefühl in ihm war unbeschreiblich. Sein Blick musterte sie und er hob die Hand ein klein wenig an. Er wollte sie ebenso umarmen. Wollte sie an sich drücken und niemals wieder los lassen. Ihre Worte waren Balsam für seine Seele. Sie taten ihm so gut. Gerade nach den Gedanken die er sich selbst gemacht hatte, fand sie die richtigen Worte um ihn wieder aufzumuntern. Als könnte sie seine Gedanken jetzt schon lesen. Immernoch hatte er seinen Arme etwas angehoben und wollte ihn gerade um Elenas Rücken legen als sie schon wieder von ihm abließ. Sofort nahm er seine Hand wieder nach unten und sah sie einfach nur an während sie leiste lachte. „Okay … also, wollen wir’s versuchen?“ Auch wenn er immernoch nicht überzeugt war, dass das ganze eine gute Idee war nickte er und versuchte ihr Lächeln zu erwiedern. Eigentlich fiel ihm das leicht, wenn sie ihn so ansah, aber er hatte Angst. Er wollte sie nicht noch mehr verwirren und verletzten. Es war nicht nur die Frage wie viel er ihr noch zumuten konnte, sondern auch wie viel Kraft er noch aufbringen konnte. Aber er musste sich zusammen reißen. Er hatte versprochen ihr beizustehen, und wenn sie jetzt meinte bereit für den Schritt zu sein, musste er darauf vertrauen. Die Sache mit dem Lesen der Gedanken hatte sie auch schneller verkraftet als er angenommen hatte.
Eigentlich hatte er damit gerechnet, dass sie nach dieser Offenbarung doch einen Rückzieher machte. Doch sie war taff und stark.. und neugierig. Er lächelte und schüttelte die Gedanken ab.
"Na schön, dann.. werde ich mich mal als erstes verwandeln. Du wartest kurz hier ja?" Er grinste und wand sich dann ab. Es war schon seltsam. Jetzt lief er extra hinters Haus um sich zu verwandeln.. Aber was sollte er anderes machen? Vor ihr würde er sich jetzt sicher nicht ausziehen.
Seth überlegte ob er seine Klamotten einfach im Gras liegen lassen sollte, aber er entschied sich seine Hose vorsichtshalber doch ums Bein zu binden - man wusste ja nie. "Erschrick jetzt bitte nicht, wenn du gleich ein reißendes Geräusch hörst!" rief er ihr noch zu und dann schloß er die Augen. Er kontrollierte das ihm so vertraute Feuer in sich und tat genau das, was er Elena die ganze Zeit erklärt hatte. Nur, dass es bei ihm innerhalb von Sekunden ging. Und dann explodierte etwas in ihm auch schon. Als er seine braunen Augen wieder öffnete, sah er wesentlich schärfer, seine Ohren hörten besser, sein tierischer Instinkt war erwacht. Er schüttelte sich einmal kräftig bevor er langsam hinter dem Haus hervorkam.
Er fixierte Elena genau. In ihrem Blick spiegelte sich Verwunderung, Begeisterung, Alles - nur keine Furcht oder Angst. Er kam noch ein Stück weiter auf die Wiese bevor er sich niederließ. Er setzte sich und sah sie einfach nur an. Irgendwann machte sie einen Schritt auf ihn zu. Der sandfarbene Wolf gab ein wohliges Knurren von sich und legte sich schließlich hin. Er lag mit aufgestellten Ohren auf dem Bauch und schnupperte interessiert. Elena kam immer näher, bis sie kurz vor seiner Schnauze inne hielt. Sie streckte ihre Hand aus und fuhr ihm durch das dichte Nackenfell. Seth schloß die Augen und drückte sich ein wenig gegen ihre Hand. Für sie musste das alles so absolut komisch sein.. Aber sie schlug sich wirklich gut.
Die Zeit verging und irgendwann nahm sie ihre Hand weg und der Wolf öffnete seine braunen Augen. Sie sagte ihm, dass sie es nun auch versuchen würde. Seth grummelte und legte seinen Kopf mit geschloßenen Augen auf den Boden. Er lauschte ihren Schritten die sich langsam entfernten.
Mittlerweile war es schon wieder recht dunkel geworden. Man konnte einen Uhu im nahegelegenen Wald schreien hören und auch andere Vögel zwitscherten ihr letztes Lied bevor die Nacht sich gänzlich über das Land legte. Seth lauschte aufmerksam den Geräuschen um sich herum, bis plötzlich ein reißender Knall zu hören war.
Automatisch sprang er auf und öffnete seine Augen. Er sah in die Richtung in die Elena verschwunden war. Noch war er in seinen Gedanken allein.
Doch schon bald konnte man in der Dämmerung umrisse von einem großen Tier erkennen. Der schwarze Panther kam vorsichtig und mit eleganten Bewegungen auf ihn zu. Ihre Ohren waren ebenso wie seine wachsahm aufgerichtet. Ihre Augen glühten in der Dunkelheit. Geschmeidig bahnte sie ihren Weg mehr und mehr durch das Dickicht bis sie nur noch ein paar Meter voneinander getrennt waren. Seth musterte das weibliche Tier vor ihm. Er sah wie ihr Schwanz voller Spannung hin und her schlug. Sie hatte es also geschafft. Aber daran hatte er auch nie wirklich gezweifelt. Er legte spielerisch den Kopf etwas schräg und gab ein Knurren von sich, welches sie erwiederte. Ihre weißen Zähne blitzten auf und standen im starken Kontrast zu ihrem schwarzen Fell.
"Elena? Elena kannst du mich hören?" Gerade als er sich darüber wunderte, dass er sie noch nicht hören konnte, geschah es auf einmal. Er fühlte so vieles gleichzeitig, dass er kurz glaubte sein Kopf würde zerspringen. Da war so viel. Angst, Wut, Trauer, Verwirrung, der Wunsch nach Akzeptanz, ein Schrei um Hilfe, das Anziehungskraft die sie spürte wenn sie ihn ansah. Er hatte kurz die Augen geschloßen und als er sie wieder öffnete um sie anzusehen, hörte er ihre Stimme und es geschah einfach. Er wusste nicht ob sie es ihm freiwillig zeigte, oder ob sie einfach nur verwirrt war und es ohne ihre Zustimmung geschah.
Er sah Bilder vor sich. Bilder von einem jüngeren Mädchen das Elena sehr ähnlich sah. Sah sie lachen und scherzen. Er sah ein weites Land und eine rot glühende Sonne. Fühlte eine warme Briese auf der Haut. Er fühlte Heimweh... *ihr* Heimweh. Und dann sah er das schmerzhafte Gesicht ihres großen Bruders Jared. Hörte seine Worte die ihm sagten, dass Cathy tot war. Jetzt fühlte er die Trauer, die Wut, die Verzweiflung. Dann ein Schmerz. Er fühlte die Qualen die sie in sich trug. Fühlte ihren innigen Wunsch das sie einfach nur aufwachte und alles vorbei war. Ihr Schmerz war sein Schmerz. Es war als würden sie beide in ein tiefes Loch gezogen werden. Ihre Trauer verband sich mit der seinen und automatisch gab er ihr Bilder zurück.
Bilder von einer Nacht in der er mit seiner Schwester vor dem Krankenhaus stand. Seine Mutter die mit Tränen in den Augen auf ihn zuging um ihnen zu sagen das ihr Vater tot war. Der Schock über die Verwandlung seiner Schwester. Die Erschütterung über einen weiblichen Gestaltenwandler hatten doch die Legenden nur von Männern gesprochen. Der enorme Druck und die Trauer die letztendlich dazu führte das er sich selbst auch verwandelt hatte. Neue Verwirrung - nie hatte es so einen Jungen Gestaltenwandler gewesen. Er war doch erst 15. Noch ein Kind.
Der sandfarbene Wolf schüttelte sich heftig und versuchte sich gegen diese schmerzlichen Gedanken zu wehren. Doch das war leichter als getan. Er dachte an die Selbstvorwürfe die er sich machte, weil er hier war. Hier und nicht in Volterra. Er dachte an Jacob und Renesme. Spürte die Trauer, dass er jetzt alleine war und dennoch die Kraft weil er jetzt sein eigener Herr war. Und er fühlte die Liebe. Die unbeschreiblich intensive Liebe die er für Elena empfand. Das Gefühl für sie bis an die Grenzen seines eigenen Möglichen zu gehen.
In seinem Kopf herrschte ein Dröhnen und Brummen. Es war als hätte ihn irgendetwas mit aller Kraft durchgeschüttelt und dann wieder los gelassen. Er stand aufrecht, aber vor ihm drehte sich alles. Er wagte es fast nicht die Augen auf zu machen. Doch als er es tat, stellte er mit überraschen fest, dass sich die beiden einander noch mehr genähert hatten. War sie zu ihm gegangen oder er zu ihr? Er wusste es nicht und es war auch im Moment nicht wichtig.
Obwohl in Seth sich gerade alles danach sehnte ihr einfach nur als Mensch nahe zu sein, überwand er die letzte Entfernung zu ihr und drückte sich mit seinem Körper an ihren. Er schmiegte seinen Kopf an ihrem Hals und fühlte wie sie den Druck erwiederte. Seine Gedanken wanderten weiter und er stellte sich ihr wunderschönes Gesicht und ihr Lachen vor. Und dann sah er, wie sie *ihn* sah und lächelte innerlich. Das Gefühl war dem seinen absolut gleich.
Er gab ein wohliges Brummen von sich und ließ sich auf die Seite fallen. Er vermochte im Moment nichts weiter zu sagen oder zu denken. Er wollte nicht, dass seine Gedanken ihn noch weiter auf eine Reise schickten auf die er möglicherweise keinen Einfluss hatte. Er versuchte einfach an nichts zu denken und lauschte dem Geräuschen und Tönen um sich herum.


((Erstens - Entschuldigung das es so lange gedauert hat T-T Zweitens - Entschuldigung das der Post nicht so gut ist wie er hätte werden sollen, aber ich hab grad echt Kopfweh und schwindlig is mir auch Oo Ich glaub ich leg mich jetzt erst mal hin x_x))
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Mi Jul 11, 2012 1:20 pm

Elena bemerkte das kurze Zögern, bevor Seth nickte und sich ein Lächeln abrang. Doch diesmal ließ sie sich nicht von ihrer Entscheidung abbringen. Sie wollte sehen, wie er als sein Wolfs-Ich aussah, welche Farbe sein Fell hatte und ob in seinen Augen dann immer noch dieses warme Leuchten lag. Sie wollte wissen, wie es sich anfühlte, die Finger durch seine weichen Haare zu fahren. Und sie war vor allem neugierig darauf, wie es war, wenn sie wirklich gedanklich verbunden waren. So erschreckend der Gedanke war, nichts verstecken zu können, wenn sie beide verwandelt wären, so verlockend war es doch auch. Sie würde Dinge sehen, Dinge, die Seth im Kopf herum gingen. Seine Gefühle erfahren und endlich versichert bekommen, dass er genauso empfand wie auch sie in dem Moment. Aus all diesen Gründen blieb sie standhaft und machte keinen Rückzieher. Wenn es wirklich keine gute Idee war, so würde sie es spätestens im Nachhinein merken. Aber manchmal musste man auch etwas wagen, um glücklich zu werden. Und sie war sich sicher, dass dies so eine Situation war, in der man einmal wagemutig sein musste.
Elena lächelte, als sie ihre alte Sturheit in ihrem Handeln erkannte. Ja, sie würde nicht von ihrem Plan abweichen. Nicht dieses Mal.
Seth bedeutete ihr, dass sie warten sollte, bis er sich verwandelt hatte und verschwand sogleich hinter dem kleinen Haus, was sich sein eigen nannte. Kurz schnaubte sie und legte den Kopf schief. Wenn er sich vor ihr verwandelt hätte, wären sie wenigstens quitt gewesen. So schuldete er ihr noch etwas. Ein Grinsen schlich sich auf ihre Lippen, doch schnell schüttelte sie den Kopf. Diese Gedanken würde Seth sicherlich gleich in ihrem Kopf sehen und das wollte sie eigentlich vermeiden. Wer wusste schon, was er alles sehen und hören würde, da musste sie solche Gedanken nicht auch noch provozieren. Aber könnte sie es überhaupt unterdrücken? Sie war nie gut darin gewesen ihre große Klappe zu halten und hatte meist immer das ausgesprochen, was ihr gerade in den Sinn kam. Wie sollte sie da jetzt verhindern etwas zu denken? Das war wirklich unmöglich. Vor allem wenn man sich anstrengte etwas ganz Bestimmtes nicht in seinen Kopf zu lassen. Dann war es doch noch viel schneller da. Wie sie es auch drehte, es würde ihr nicht gelingen, so viel stand fest.
"Erschrick jetzt bitte nicht, wenn du gleich ein reißendes Geräusch hörst!", hörte sie Seth rufen und Elena nickte zu sich selbst. Sie erinnerte sich dunkel an dieses reißende Geräusch, als sie durch den Wald gerannt war. Aber sie hatte es nicht einordnen können. Jetzt wusste sie genau, was es war. Und da war es auch. Wie ein Donnerschlag hallte es zu ihr herüber. Nur Sekunden nachdem Seth seinen Satz beendet hatte. Elena lächelte kurz. Sie war sich sicher, dass sie es beileibe nicht so schnell hinbekommen würde. Und wieder fragte sie sich, wie alt Seth war.
Doch diese und alle anderen Gedanken waren wie aus ihrem Kopf gefegt, als sie eine große Gestalt auf sich zutrotten sah. Auch wenn sie nicht gewusst hätte, dass es Seth war, sie hätte ihn überall erkannt. Seine braunen Augen waren immer noch erfüllt von einer unendlichen Wärme und ihr war, als lächle er sie an. Langsam kam er auf sie zu, ließ nicht eine Sekunde seinen Blick von ihr ab. Seine Gestalt war viel größer als die normaler Wölfe und seine scharfen Eckzähne, deren Ansatz sie sehen konnte, erschienen ihr weitaus gefährlicher. Und doch konnte sie keine Angst empfinden. Nein, im Gegenteil. Der Drang, ihm nah zu sein und sein Fell unter ihren Fingern zu spüren war nur noch viel größer geworden. Und als er sich vor ihr niederließ ging sie vorsichtig auf den sandbraunen Wolf zu und streckte ihre Hand aus, bis sie die weichen Haare seines Nackens spüren konnte. Sie spürte, wie er sich in ihre Berührung schmiegte und konnte nicht anders, als zu lächeln. Wie bizarr das alles war. Sie streichelte einen Wolf, der ja eigentlich ein Mensch war und ihm schien das auch noch zu gefallen. Jeder, der jetzt zufällig hier vorbeikam musste denken, sie wäre vollkommen übergeschnappt. Vielleicht war sie das ja auch, wer wusste das schon. Sie am allerwenigsten. Aber wenn sie ehrlich war, wollte sie das auch gar nicht wissen. Was zählte war, dass sie sich seit Stunden endlich einmal wieder geborgen fühlte.
Nach einer Weile stoppte sie in ihren Bewegungen und ging einige Schritte zurück. Erst, als Seth seine Augen wieder öffnete, erhob sie ihre Stimme. „Warte hier auf mich, ich denke, ich werde die Verwandlung auch einmal versuchen.“ Damit drehte sie sich um und verschwand im Wald. Die Blätter raschelten unter ihren nackten Füßen und der Geruch von Harz stach ihr in die Nase. Als sie sich sicher war, dass Seth sie nicht mehr sehen konnte, schlüpfte sie aus dem weichen Pullover und der Jeans, die Alice ihr gegeben hatte. Vorsichtig legte sie die Kleidungsstücke in eine kleine Kuhle an einen Baumstamm. Kurz blickte sie sich um, prägte sich die Umgebung ein, in der sie sich befand. Ja, sie würde die Stelle definitiv wiederfinden. Dann erst schloss sie die Augen und atmete tief durch. Sie musste das Feuer in sich finden, hatte Seth gesagt, die Flamme entfachen und sich ausbreiten lassen. Sie erinnerte sich, wohin sie es verbannt hatte. An eine Stelle über ihrem Herzen. Instinktiv berührte sie die Stelle mit der Hand, doch sie spürte nichts. Kein Temperaturunterschied zu ihrem restlichen Körper, nichts, bis auf das Pochen ihres Herzens. Doch je länger sie das Schlagen spürte, desto deutlicher wurde auch die kleine Flamme, die dort brannte. Was sollte sie nun tun, um sie zum Brennen zu bringen? Sie konnte schlecht Holz in sich hineinwerfen, wie bei einem Ofen. Konzentrier dich gefälligst! Ruhig atmete sie durch, ratlos, was sie tun sollte. Seth hätte bestimmt gewusst, wie er es ihr zu erklären hatte. Aber der stand nun leider immer noch am See und wartete auf sie. Und sie hatte wirklich keine Lust wieder dorthin zurückzugehen und ihm zu sagen, dass sie es nicht schaffte, sich zu verwandeln. Aber was sollte sie denn bitte machen? Erst verwandelte sie sich und wusste nicht, was mit ihr geschehen war und jetzt kam sie nicht mehr dorthin zurück. Verdammt noch mal! Plötzlich merkte sie, wie die kleine Flamme anwuchs. Mit der Wut auf sich selbst breitete sich auch das Feuer aus. Kurz lächelte sie, was alles wieder zunichte machte. Cathy hätte dieser Anblick bestimmt gefallen. Wie sie hier stand und verzweifelt versuchte irgendeine ‚Flamme’ in ihrem Innern dazu zu bringen, sie zu verbrennen. Elena konnte sich bildlich das breite Grinsen ihrer Schwester vorstellen. Cathy… „Oh Cathy, wenn du nur hier wärst.“ Warum hatte man sie ihr weggenommen? Wer war zu einer so grausamen, schrecklichen und barbarischen Tat fähig? Sie hatte niemandem etwas getan. Sie war einer der wundervollsten Menschen auf diesem Planeten gewesen. Nicht schlimm genug, dass sie tot war, nein, es wusste auch niemand, was man ihr unmittelbar vor ihrem Tod angetan hatte. Wie hatten ihre Eltern sie nur allein lassen können? Warum? Warum war sie fort? Unermessliche Wut stieg in Elena auf. Auf sich, auf ihre Eltern und vor allem auf den gesichtslosen Mörder. Wenn sie ihn jemals finden sollte… Und wieder geschah etwas mit ihr. Das Feuer breitete sich aus, rasend schnell, wie bei einem Waldbrand. Es verschluckte sie, bis…
Diesmal bemerkte sie, als sich ihre Gestalt veränderte. Ihre samtenen Pfoten berührten nun den Boden, ihre Krallen gruben sich in die Erde und als sie ihre Augen öffnete, sah sie alles viel schärfer, viel klarer. Unruhig zuckte ihr Schwanz umher. Musste sie es jetzt immer so machen? Die Wut auf Cathys Mörder hervorrufen, um sich verwandeln zu können? Bestimmt nicht. Wenn sie erst einmal das Feuer unter Kontrolle hatte, würde sie es schon schaffen. Irgendwie…
Langsam streckte sie ihren filigranen Körper und schnupperte. Sie erfasste ihren eigenen Geruch und wusste, dass sie selbst blind diese Stelle wiederfinden würde. Ihre Sinne waren zu gut, um es nicht zu schaffen.
Selbst in der Dunkelheit konnte sie alles perfekt erkennen und als sie am Waldrand stand, konnte sie Seth schon von Weitem sehen. Er war aufgestanden und blickte direkt in ihre Richtung. Noch hatte sie nicht das Gefühl, zu ihm zu gehören, zu seinem Rudel oder wie auch immer man es nennen sollte. Ein Wolf und ein Panther in einem Rudel. Was ein verrückter Gedanke. Ob sich das auf Dauer verstand? Wenn man zwei echte Tiere zusammenwarf bestimmt nicht. Dazu waren sie zu unterschiedlich. Es würde bloß in einem Kampf um die Oberhand enden. Aber sie und Seth … niemals könnte sie ihm etwas antun. Wenn sie nur daran dachte, schauderte sie.
Als sie wenige Meter von ihm entfernt stand, legte er den Kopf schief und knurrte dunkel, jedoch nicht bedrohlich. Sie tat es ihm gleich und bleckte die Zähne. Sie tat noch einen Schritt und dann, als sie tief seinen Geruch einzog, passierte es. Mit dem Gefühl der Geborgenheit und dem Wissen, dass sie bei Seth sicher aufgehoben war, veränderte sich schlagartig alles. Sie spürte schnell, dass sie nun mit ihm verbunden war. Ihr Kopf drohte zu bersten, als sie die Flutwelle von tausend Gedanken und Gefühlen spürte. Unmöglich konnte sie etwas davon erkennen. Es waren Millionen und Abermillionen von Bildern aus der Vergangenheit, der Gegenwart, aus seinen Träumen. Selbst die Erinnerungen anderer schienen darin verwoben zu sein. Gedanken seiner alten Packmitglieder, wie er es nannte, Bilder, die sie gesehen und die er dann durch sie erfahren hatte. So viele Empfindungen, dass Elena sich plötzlich ganz klein vorkam. So klein wie damals, in Tansania, als ihre Eltern sie mit Cathy allein zu Hause gelassen hatten. Sie war mit ihren zehn Jahren unglaublich stolz gewesen, die Verantwortung über alles zu haben. Ihre Schwester und sie hatten lange einfach nur im Garten gespielt, bis die kleine, tollpatische Cathy hingefallen war und sich das Knie aufgeschürft hatte. In diesem Moment, als Elena ihre Tränen gesehen hatte, hatte sie nicht mehr weiter gewusst und war sich bewusst geworden, dass sie eben doch noch ein kleines Mädchen war, das auf keinen Fall alles allein machen konnte. Ein Glück war ihre Mutter dann schnell nach Hause gekommen. Aber seitdem hatte Elena es nie gut gefunden, wenn sie allein daheim gelassen wurde.
Mit dieser Erinnerung kamen auch alle anderen hoch. An ihre Heimat, die so warm und wunderschön war, mit ihren Wüstengegenden und langen Nächten. Mit feuerroten Sonnenuntergängen und Sandstränden und dem seichten Wind, der vom Meer über ihre Haut strich. Und dann war da Cathy mit ihren hellen Haaren und den strahlend blauen Augen. Elena sah sie vor sich, lächelnd und fröhlich über ihren Kurzurlaub in London. [/i]„Pass auf dich auf.“ Dann ein Lachen. „Du kennst mich doch, El.“ Sie verdrehte die Augen. „Deswegen mach’ ich mir ja auch Sorgen um dich!“[/i] Sie vermisste all das. Tansania und Cathy. Die alten Momente, die Tage, an denen sie einfach in der Sonne gelegen hatten und jedes Wort überflüssig gewesen war. Manchmal wünschte sie sich, die Zeit zurück drehen zu können. Auch wenn sie diesen Moment gerade um nichts in der Welt eintauschen wollte. Doch der heutige Morgen war so schmerzhaft gewesen. Selbst die Erinnerungen trieben ihr die Tränen in die Augen. Sie sah das Gesicht ihres Bruders vor sich, die Enttäuschung in den Augen ihrer Eltern und der Kummer. Auch sie hatten eine Tochter verloren. Aber Elena hatte sie nicht hören wollen. Stattdessen hatte sie sie lieber beschuldigt, dass sie Schuld an Cathys Tod hatten. Und immer noch glaubte ein Teil von ihr, dass es so war. Warum hatten sie die kleine Cathy allein gelassen? Warum…? Sie wollte so sehr glauben, dass alles nur ein Traum war. Ein langer, schrecklicher Alptraum. Dass sie morgen früh aufwachte und derselben grauen Wetterfront entgegenstarrte wie jeden Tag. Und dass Cathy in der Küche saß und sie grinsend mit einer Tasse heißen Schokolade begrüßte. Doch Elena wusste, dass dies alles kein Traum war. Auch wenn sie so sehr daran festhielt.
Und dann, als war es Seths Absicht, konnte sie die Bilder in seinen Gedanken erkennen. Sie erkannte sein jüngeres Ich, wie er von seiner Mutter gesagt bekam, dass sein Vater verstorben sei. Er hatte ihre Augen und Elena hatte vorhin denselben Schmerz entdeckt, als er von seiner Verwandlung gesprochen hatte. Dann erkannte sie das Bild eines grauen Wolfes. Er sah anders aus, als die anderen in Seths Gedanken. Zierlicher, schlanker und auch kleiner. Es war seine Schwester, Leah. Sie sah ihrem Bruder unglaublich ähnlich, doch ihr Charakter schien genau das Gegenteil zu sein. Elena erfuhr einen kleinen Bruchteil ihrer schrecklichen Geschichte. Von Sam, den sie liebte, der sich jedoch auf Emily geprägt hatte. Es war nur ein kurzer Gedankensprung gewesen und sie würde Seth nicht danach fragen. Vielmehr verfolgte sie weiter den Bildern, die er ihr schenkte. Sie spürte seinen Schmerz, der ihrem so nahe kam, erfuhr seine Verwandlung, die durch die unendliche Trauer und Wut bedingt war. Auch er hatte jemanden verloren, der ihm wichtig war und sein Fortgehen hatte Seth schließlich zu dem gemacht, was er jetzt war.
Er versuchte, den Schmerz zu verbannen, den er empfand, doch das einzige, was er schaffte war, einen anderen hervorzurufen. Bilder von einem ihm unbekannten Land, einer Stadt namens Volterra. Er dachte an die Volturi und sofort blitzten Bilder von bleichen Gestalten in dunklen Kutten auf. Gefahr ging von ihnen aus, das merkte Elena an Seths Reaktionen. Und nicht nur das. Er hasste sie. Die Wucht dieses Gefühls ließ sie zusammenzucken. Sie erkannte ein kleines Mädchen, sie konnte nicht älter als dreizehn Jahre sein. Als sie die Augen aufschlug, knurrte Elena unwillkürlich. Sie waren blutrot. War es das, was Seth gemeint hatte, als er sagte, dass nicht alle Vampire gut waren? Waren sie diejenigen, die Menschen töteten? Sogleich folgte die Antwort. Ja. Sie waren es. Und nicht nur das. Es waren die so genannten Könige in dieser übernatürlichen Welt. Falsch und hinterlistig. Elena sah, wie Seth und etliche andere Vampire ihnen gegenüberstanden, auf einer schneebedeckten Lichtung. Der Grund warum sie da waren war Bellas Tochter – Renesmee. Ein bildhübsches Mädchen mit braunen Augen und bronzefarbenen Haaren. Sie war die leibliche Tochter von Bella und Edward. Innerhalb weniger Sekunden bekam Elena Antworten auf etliche ihrer Fragen, die sie sich kaum gewagt hätte, zu fragen. Die kleine Nessie war ein Halbvampir. Halb Mensch, halb Vampir und unsterblich, so wie auch Vampire und Wandler, sofern sie sich regelmäßig verwandelten.
Sofort blitzte eine weitere Erinnerung auf. Jacob, Seths Anführer, der zusammen mit Renesmee von den Volturi entführt worden war. All das war begleitet von Vorwürfen und Schuldgefühlen. Seth wollte bei den anderen Cullens sein, die versuchten, die beiden zu retten und ihr Leben riskierten. Die unterschiedlichsten Gefühle durchströmten Seth und somit auch Elena. Hass, Wut, das Gefühl, verlassen zu sein und doch Stärke und Durchhaltevermögen. Glück, weil er nun nicht mehr allein war und Liebe. Eine Liebe, die alles überwiegte und jede Emotion in den Hintergrund rückte. Elena war überwältigt von diesem Gefühl, welches sich mit dem ihren vermischte und umso größer wurde. Ihr war, als wäre das zu viel Liebe für einen Menschen. Niemals hatte sie so empfunden und auch nicht gedacht, es je zu tun. Was war diese unbeschreibliche Kraft, die sie mit Seth verband? Welches Schicksal hatte entschieden, dass er derjenige war, der für die Ewigkeit an ihrer Seite bleiben sollte?
Langsam verklangen die Bilder und Emotionen, flauten zu einem leisen Strom ab, aus dem Elena Seths Stimme vernehmen konnte. Langsam wurden die Konturen ihrer Umgebung wieder klarer. Bilder aus vergangenen Zeiten waren verschwunden, stattdessen sah sie sich Seth gegenüber, ganz nah, sodass sich ihre Schnauzen fast berührten. Aus gelb glühenden Augen blickte sie ihn an, beobachtete, wie er einen Schritt nach vorne trat und seinen Kopf an ihren Hals lehnte. Ohne darüber nachzudenken, tat sie es ihm gleich, vergrub ihre Schnauze in seinem dichten Fell und sog seinen berauschenden Geruch ein. Er schenkte ihr einen Frieden, den sie niemals gedacht hatte, zu erlangen. Vor weniger als vierundzwanzig Stunden hatte sie von ihrem größten Verlust erfahren, doch Seth schaffte es, diesen Schmerz zu betäuben. Er war immer noch da, schwelte unter der Oberfläche, aber für den Moment war er verdrängt.
Elena erinnerte sich an den gestrigen Tag, als sie ihn zum ersten Mal gesehen hatte. Sein Lachen zu hören war das Schönste, was sie je erfahren hatte. Und sie sah sich selbst, in Seths Gedanken. Mit schief gelegtem Kopf beobachtete sie, wie sich Seth auf die Seite fallen ließ und die Augen schloss. Mit einem Lächeln ließ sie sich an seinen Vorderläufen nieder und kuschelte sich in seine Halsbeuge, rollte sich zusammen und legte ihren Kopf an sein ‚Kinn’.
Ruhig lauschte sie ihren regelmäßigen Atemzügen, beobachtete die Sterne, die über ihnen zum Vorschein kamen und ihr mattes Licht auf die Erde warfen.
Sie hatte nicht gewusst, dass man auch einfach nichts denken konnte, doch so war es. Während sie beide dort lagen und einfach nur der Natur zuhörten, wie sie langsam in einem tiefen Schlaf versank, waren die Stimmen in ihrem Kopf stumm. Dort war nichts. Einfach nur eine wohltuende Stille. Aber nach einer Weile konnte Elena nicht anders, als leise zu schnurren.
Danke, hauchte sie in Gedanken und rief das Gefühl hervor, welches sie empfunden hatte, als Seth sie im Wald gefunden hatte. Noch immer spürte sie die Erleichterung, ihn getroffen zu haben. Weil er das Beste war, was ihr jemals passieren konnte.

((tut mir leid, dass da nicht wirklich was Neues dabei ist, auch wenn's so lange ist. Und für die Fehler hafte ich nicht, weil ich jetzt nicht nochmal über alles drüber gelesen habe xD))
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Mi Jul 11, 2012 9:34 pm

Seth war völlig geschafft von den ganzen Gedanken-Wirr-Warr. Es tat gut zu liegen und die Augen einfach zu schließen.. Aber vielleicht sollte er sie lieber öffnen um durch irgendwelche ländliche Eindrücke abgelenkt zu werden?
Er hatte ihr alle Fragen beantwortet.. Fragen die sie nicht einmal gestellt hatte. Sie wusste jetzt so gut wie alles über ihn. Kannte sein innerstes, was normalen Menschen verborgen blieb und andersrum ebenso. Er hatte eine junge Elena gesehen die ebenso bezaubernd war wie die Jetzige. Hatte Bilder geschenkt bekommen an denen niemand sonst hatte teilhaben dürfen. Diese Fähigkeit war ebenso wie das gestaltenwandeln an sich zugleich Fluch und Segen. Seth war nicht naiv. Er wusste dass irgendwann die Zeit kommen würde in der sie beide es sicher verfluchen würden gegenseitig ihre Gedanken zu lesen. Und sei es nur weil der Eine eine Überraschung geplant hatte. Aber hauptsächlich würden sie es einfch genießen können. Denn sie waren eins. Es gab kein sie und er. Es gab sie beide. Sie waren zusammen, aber trotzdem auch ungebunden. Er würde ihr sicherlich ihren Freiraum lassen und er war sich sicher, dass sie das Gleiche tun würde. In ihnen steckte trotzdem etwas animalisches das auch mal für sich sein wollte, dass würde Elena auch irgendwann merken. In ihren Gedanken hatte er gesehen das sie oftmals in ihrer Heimat allein unterwegs war und einfach nur der Natur gelauscht hatte. Er lächelte innerlich. Sie ähnelten sich in so vielen Dingen.
Doch sie wusste nun nicht nur über all das schöne bescheid, sondern auch über die Schattenseiten ihres Daseins. Sie kannte nun alle Cullens sowie die Geschichte wann Edward und er so gute Freunde geworden waren. Sie kannte seine Gedanken und wusste um die Bewunderung für diese Vampire die er von Anfang an gehegt hatte. Sie kannte jetzt einen Teil von Bellas Geschichte. Das sie erst kürzlich zum Vampir gemacht wurde. Renesmee, Jacob, die Volturi. Sie wusste nun einfach alles. Und wenn sie noch irgendwelche Fragen hatte, würde Seth sie ihr in diesem Zustand einfach beantworten. Es war so leicht. Er brauchte gar nicht über die Antwort nachdenken, weil er automatisch die Geschehnisse vor Augen hatte - und somit hatte es Elena auch.
Er seufzte tief und streckte sich ein wenig, als sich der schwarze Panther an ihn kuschelte und ihren Kopf unter den seinen legte.
Wieder gab er ein wohliges Knurren von sich und sog die kühle Nachtluft ein.
Eine sanfte Briese wehte von Westen daher und bließ ihnen durchs Fell. Elena schien ganz ruhig zu sein. Sie dachte an nichts. Ja, dass war auch möglich. Gerade wenn eine Welle von Informationen die Köpfe völlig in Anspruch genommen hatte war es nicht unüblich das man sich eine kurze Denkpause verschaffte. Das war leichter als gedacht. Würde man Seth fragen wie genau man es machte an *nichts* zu denken, würde er es sicherlich nicht erklären können. "Kopfabschalten" würde er sagen und sich dafür wahrscheinlich nur seltsame Blicke einfangen. Aber wer sollte ihn auch schon nach sowas fragen?
Für einen Moment wollte er auch einfach nur diese Ruhe genießen. An nichts denken. Einfach nur atmen.. inneren Frieden finden. Nur für diesen Moment.

Als er das nächste Mal seine Augen öffnete, sah er das Elena zu den Sternen hoch blickte. Er tat es ihr gleich, auch wenn er es in ihren Gedanken bereits sehen konnte. Die Sterne leuchteten und es schien als lächelten sie zu ihnen herunter. Fast ein bißchen kitschig, aber warum nicht. Seth hatte nie irgendeinen Sinn für Romantik an den Tag legen müssen. Doch jetzt hatte er gegen so etwas nichts einzuwenden. Es war schon seltsam.. Andere mussten schon etwas um ein Mädchen kämpfen und sich anstrengen. Aber bei ihnen beiden würde das vollkommen anders laufen. Sie wussten bereits jetzt, dass sie zueinander gehörten. Kurz fragte er sich, wie es jetzt wohl zwischen ihnen war.. Wie würde es weiter gehen?
"Danke" Ihre Gedanken die eindeutig an ihn gerichtet waren lösten seinen vorherigen Denkfaden auf. Und es war nicht nur das Wort an sich, sondern auch ihre Gedanken dabei.
Sie zeigte ihm Bilder von dem Wald in der er ihr als Panther begegnet war. Er sah sich selbst wie er auf Elena gewirkt hatte, als er auf sie eingesprochen hatte und auf sie zugegangen war. Sie hatte Angst, aber sie hatte sich ab dem Zeitpunkt als er erschienen war wohl gefühlt. Sie fühlte sich sicher bei ihm und sie war ihm so dankbar für all das. "Du bist das Beste, was mir passiert ist." Wäre er ein Mensch, wären seine Wangen nun mehr als gerötet. Sie dachte es nicht wörtlich, doch ihre Gedankengänge spannten sich immer wieder zu dieser Bedeutung. Er war das Beste, was ihr passiert war. Er gab erneut einen tierischen Ton von sich und rappelte sich ein wenig auf. Er schüttelte sich und blickte sie an. Als Mensch hätte er sich nervös durch die Haare gefahren, so musste er sich eben schütteln.
Er drückte seinen Kopf an den ihren und stupste mit der Schnauze an ihre Wange. "Du musst dich nicht bedanken. Das war das mindeste was ich für dich tun konnte. Ich hätte gern noch mehr getan.. Du bist schließlich... Alles für mich." Normalerweise sagte man so etwas ja nicht so schnell, aber in der übermenschlichen Liebe lief eben alles etwas anders. Was sollte er ihr was vor machen? Sie hatte in seinen Gedanken gesehen wie er für sie fühlte und er ebenso. Also hatte er auch keine Angst davor es aus zu sprechen. Was nicht hieß, dass er nicht nervös war! Auch wenn er um ihre Gefühle wusste, war es dennoch neu für ihn. Noch nie hatte er für ein Mädchen so gefühlt. Er hatte noch nie eine Beziehung gehabt. Und auch wenn ihre Schicksale verbunden waren, sollten sie es vielleicht langsam angehen lassen... oder? Seine Gedanken wanderten weiter bis ihm erst auffiel, dass sie ebenfalls daran beteiligt war. "Entschuldige.. Manchmal gehn die Gedanken etwas mit mir durch.."
Er tappste kurz um Elena herum und streckte sich um sie dann aufgeweckt anzublicken. "Was willst du jetzt machen? Dir als Tier etwas die Beine vertreten oder dich zurück verwandeln? Wir sind in diesem Zustand ganz schön schnell weist du." Er legte die Ohren an und ging ein Stück auf sie zu. Jetzt musste er schnell handeln, bevor sie in seinen Gedanken sah was er vor hatte.
Er beugte sich zu ihr herunter und schleckte ihr einmal komplett übers Gesicht. Sie knurrte und er rannte davon. "Na, komm schon!" lachte er in Gedanken und sofort konnte er ihre Schritte hinter sich ausmachen.
Er kannte dieses Gebiet mittlerweile ziemlich gut und wusste wo die Wälder waren in denen sich so gut wie nie ein Mensch aufhielt - vorallem nicht Nachts um diese Uhrzeit. Er trieb seine Beine immer mehr an und sah in Elenas Gedanken die Begeisterung wie schnell sie doch waren. Und wie scharf ihre Sinne und Instinkte waren. Eigentlich meinte man hatten so große Tiere Schwierigkeiten in solch dichten Wäldern genug Platz zu finden. Aber sie sahen so viel mehr und waren wahnsinnig gut im einschätzen von Distanzen oder Abständen zwischen den Bäumen. Sie sprinteten durch den Wald als gäbe es gar keine Hindernisse. Die anderen Tiere in den Wäldern fühlten sich sichtlich gestört. Einige Vögel protestierten, während die anderen Geschöpfe auf der Erde schnell das Weite suchten. Seth erkannte vor sich eine große Felswand und sammelte kurz die Kraft in seinen Hinterläufen. Er sprang auf die Steinwand vor ihm zu und nahm sie als Stütze um wieder in die Richtung zu laufen aus der sie gekommen waren. Kurz dachte er darüber nach etwas mit ihr herum zu balgen, aber das hatte schon irgendwie was von - König der Löwen - darum ließ er es lieber. Das sie auch *das* wieder in seinen Gedanken lesen konnte ignorierte er erst mal.
Elena war wirklich schnell und ihre Bewegungen blieben anmutig egal wie sie sich bewegte. Das war wohl typisch für diese afrikanischen Tiere. Der Wolf und der Panther. Hund und Katze, na das konnte sicher noch heiter werden. Er lachte in sich hinein und nach kurzer Zeit waren sie schon wieder am See vor den Häusern angekommen.
"Und? Nicht schlecht oder?"
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Elena Wilson
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Do Jul 12, 2012 5:35 am

Es war alles so verwirrend. Die Bilder, die immer noch in ihrem Kopf waren. Ereignisse, die sie niemals erlebt hatte und doch fühlte es sich an, als wäre sie dabei gewesen. Legte sich das Gefühl irgendwann? Oder wäre es immer noch etwas Neues und Aufregendes sein? An Seths Reaktionen konnte sie ablesen, dass sie ihn überrascht hatte. Im positiven Sinne. Sie konnte den leisen Stolz aus seinen Gedanken heraushören, als er daran dachte, wie viel sie ihm gezeigt hatte. Dinge, die niemand sonst je zu Gesicht bekommen würde. Die nur für ihn bestimmt waren. Es war nicht unbedingt ihre Absicht gewesen, all diese Erinnerungen zuzulassen, aber im Nachhinein war es das Richtige gewesen. Das einzig Richtige, was sie hätte machen können. Wenn sie versucht hätte, all das zu unterdrücken wäre es nur schief gegangen. Und sie vertraute Seth, dass er mit diesem neuen Wissen gut umging. Genauso wie sie seine Gedanken bewahren würde.
Sie lächelte, als sie merkte, wie verlegen Seth plötzlich wurde, als sie ihm dankte. Sie hatte nicht vorgehabt, so direkt zu werden. Aber wie sie richtig erkannt hatte, konnte man solcherlei Dinge einfach nicht aufhalten. Eine Sekunde genügte, um Seth an ihren Gedanken teilhaben zu lassen. Und Elena war erstaunt darüber, wie leicht ihr es viel, diese Tatsache zu akzeptieren. Es tat ihr gut, jemanden an ihrer Seite zu haben. Vor allem jemand wie Seth.
Neugierig beobachtete sie ihn, wie er aufsprang und sich energisch schüttelte. Als wolle er die Verlegenheit von sich abschütteln. Das Kichern, was ihr als Mensch normalerweise entwichen wäre, entpuppte sich als Glucksen, was sich zu einem Schnurren wandelte, als sie seine kühle Nase an ihrer Wange spürte. “Du musst dich nicht bedanken. Das war das mindeste was ich für dich tun konnte. Ich hätte gern noch mehr getan.. Du bist schließlich... Alles für mich." Jetzt war es an ihr verlegen zu sein. Schnell senkte sie den Blick und schluckte. Es war verrückt wie schnell sie sich so nahe kamen. Normalerweise müssten jetzt schon zwei, wenn nicht sogar mehr Wochen vergangen sein in ihrer ‚Beziehung’ – oder was auch immer sie teilten. War das hier richtig? Es fühlte sich unglaublich gut an. Nie hatte sie sich so gefühlt. Nie hatte Elena sie selbst sein können in der Anwesenheit eines anderen. Bei Seth konnte sie es. Und trotzdem wehrte sich der kleine, menschliche und sture Teil in ihr gegen all das. Vielleicht sollten sie es langsam angehen lassen?
Elena wusste nicht, ob der letzte Gedanke von ihr oder Seth kam, doch sie war sich sicher, dass sie beide gleich empfanden. Es war neu und aufregend, aber gleichzeitig auch beängstigend. Zusammen konnten sie diese neuen Hürden jedoch bewältigen. Sicherlich würden sie nicht jede Minute miteinander verbringen – das wollte Elena auch gar nicht und Seth sicherlich genauso wenig. Aber der Gedanke, dass sie immer zu ihm gehen könnte war seltsam beruhigend.
Als Seth sich für seine Gedanken entschuldigte, zuckte Elena nur mit den Schultern. Man konnte manche Gedankenflüsse eben einfach nicht aufhalten. Es war nicht seine Schuld.
Ungeduldig zuckte ihr Schwanz umher, als der große Wolf sie umkreiste. Noch immer lag sie eingerollt am Boden und hatte nur ihren Kopf gehoben, um ihn zu beobachten.
“Was willst du jetzt machen? Dir als Tier etwas die Beine vertreten oder dich zurück verwandeln? Wir sind in diesem Zustand ganz schön schnell weist du." Sie wollte schon zu einer Antwort ansetzen, um ihm klar zu machen, dass sie sich so schnell nicht wieder zurückverwandeln wollte, als sie etwas in seinen Gedanken sah. Doch sie realisierte es viel zu spät. Noch bevor sie aufspringen und ihm ausweichen konnte, schleckte eine große Zunge über ihr Gesicht. Bedrohlich fauchte Elena und sprang auf. Knurrend sah sie ihm hinterher, wie er vor ihr davonrannte und setzte zum Sprint an. Schnell verfolgte sie seine Fährte wie die echten Raubkatzen ihre Beute in der Savanne. Wieder einmal war sie fasziniert davon wie viel sie sehen und hören konnte. Sie erinnerte sich an den Unterricht in der Grundschule, in der sie ein Referat über die schönen Tiere halten musste. Dort hatte sie unter anderem herausgefunden, dass Panther – oder Leoparden, die sie eigentlich waren – bei Nacht bis zu sechsmal besser sehen konnten als ein Mensch. Und genau das erfuhr sie nun am eigenen Leib. Es war faszinierend, wie viel ihren Augen früher verborgen geblieben war. Die Nacht war unglaublich. Begeistert blickte sie umher, bis sie merkte, dass sie ihr Tempo verringert hatte. Erst dann setzte sie wieder zum Sprint an, sodass die Bäume und Büsche an ihr vorbei flogen. Der Wind zischte über ihren Körper hinweg und machte ein pfeifendes Geräusch. Es war wunderbar.
Rasend schnell hatte Elena zu Seth aufgeschlossen und war ihm dicht auf den Fersen, als er an eine hohe Felswand sprang, sich dort umdrehte und auf sie zugeschossen kam. Ein Bild aus ‚König der Löwen’ schoss ihm durch den Kopf, was Elena so sehr ablenkte, dass sie beinahe gegen den Felsen gerannt wäre. In letzter Sekunde bremste sie ab und drehte sich um, schnupperte in der Luft und nahm seine Fährte wieder auf. Sie rannten gemeinsam durch den Wald, bis Elena wieder eine Idee kam. In dem damaligen Referat war auch noch etwas anderes vorgekommen. Etwas, das sie zu gerne ausprobieren wollte. Also blickte sie sich nach einer geeigneten Stelle um, die sie auch sogleich fand. Ein großer Baum mit rauem Stamm und tief hängenden Ästen. Blitzschnell ging sie in die Hocke und sprang an den Baumstamm, rammte ihre Krallen in das weiche Holz und zog sich behände daran nach oben, bis sie den untersten Ast erreicht hatte und sich darauf niederließ. Zufrieden überblickte sie die Umgebung von ihrem Ausguck aus und blickte schelmisch nach unten, als Seth stehen blieb und zu ihr aufschaute. “Na hier kannst du wohl nicht hoch, was, Hundchen?“ Sie konnte sich den kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. Also hatte sie doch einen Zufluchtsort, falls er ihr mal auf den Geist gehen sollte.
Sanft sprang sie wieder von ihrem Ast und landete weich auf ihren Pfoten. Gemeinsam legten sie die letzten Meter bis zu ihrem Ausgangspunkt am See vor Seths Haus zurück. Elena bleckte ihre Zähne und grinste als Antwort auf Seths unausgesprochene Frage.
Verrückt. Es war einfach verrückt. All das. Und doch so wunderbar. Hätte jemand sie in diesem Moment gefragt, wie es ihr ging, so hätte sie keine Antwort darauf gefunden. Da war die Trauer und der Schmerz, weil sie Cathy verloren hatte. Die Wut auf den Gesichtslosen, der sie ihr gestohlen hatte. Die Selbstvorwürfe und die Schuld, weil sie ihre Eltern dafür verantwortlich gemacht hatte und sich bisher nicht gemeldet hatte. Weil sie hier bei Seth war und ihrer Schwester nicht gedachte. Und dann war da noch die Freude, die sie empfand, weil sie nicht allein war. Angst vor Zurückweisung und Furcht vor diesem neuen Leben. Begeisterung und Neugierde. Und vor allem Liebe für Seth. Dankbarkeit und Erleichterung. Diese und noch viel mehr Empfindungen kreisten durch ihren Kopf, ließen ihn fast platzen. Dazu noch die Gedanken von Seth und das Echo ihrer Gefühle, das durch ihn hervorgerufen wurde machten die Verwirrung perfekt.
Genüsslich streckte sie sich, spürte all die Muskeln ihres tierischen Körpers, bevor sie Seth anblickte. “Vielleicht sollten wir uns zurückverwandeln. Ich muss meiner Familie irgendwann einmal erklären, was mit mir los ist und mich vor allem entschuldigen. Und ich glaube du solltest auch bei deiner … Familie sein. Gerade jetzt.“ Seth nickte und beide begaben sie sich zu ihren Plätzen, an denen sie sich verwandelt hatte. Wie Elena vorausgesagt hatte, war es ihr nicht schwer gefallen, die Stelle wieder zu finden. Wieder schloss sie die Augen, blendete alle Gedanken, Gerüche und Geräusche aus, die sie hörte. Es gab nur noch sie und das Feuer, das in ihr brannte. Sie spürte es ganz deutlich. Doch sie war nicht mehr so aufgebracht wie vor wenigen Stunden, als sie nicht wusste, was mit ihr passiert war. Es war ganz leicht, ihren Herzschlag zu beruhigen, ihm einfach zu lauschen. Langsam, ganz vorsichtig verdrängte sie die ausschlagenden Flammen zu ihrem ursprünglichen Punkt. Es dauerte seine Zeit, doch es gelang ihr, das Feuer zu ersticken, bis nur noch die kleine Flamme vom Anfang da war.
Der Unterschied zwischen ihrer menschlichen und ihrer tierischen Gestalt war deutlich. Zwar waren ihre Sinne immer noch schärfe als die eines normalen Menschen, doch es stand in keinem Vergleich zu ihrem Panther-Ich. Sie fühlte sich, als hätte man sie in Watte gepackt und ließe sie alles durch einen nebligen Schleier sehen. Doch was am schlimmsten war, war die endlose Stille in ihrem Kopf. Dort waren keine Gedanken mehr, keine Bilder und keine Gefühle. Nichts. Mit der Verwandlung war auch die Verbindung zu Seth gekappt worden. Seufzend klaubte Elena ihre Sachen zusammen und zog sich an. Dann lehnte sie sich stumm an den Baumstamm und lauschte den Geräuschen der Nacht. Sie hatte so viel erfahren und musste alles erst einmal ordnen.
Sie wusste nun, dass sie unsterblich war. Solange sie nicht getötet wurde – und auch das wäre für einen normalen Menschen schwieriger zu bewerkstelligen – und sofern sie sich weiterhin verwandelte könnte sie ewig leben. Auch heilten Verletzungen viel schneller als normalerweise. Das hatte sie bemerkt, als sie sich bei den Cullens im Bad geschnitten hatte. Die Cullens hingegen waren genauso unsterblich und alle – bis auf Bella und Renesmee – schon über 100 Jahre alt. Eine unglaublich lange Zeit. Sie hatten beschlossen unter Menschen zu leben und tranken Tierblut. Sie töteten keine Menschen, bloß Tiere. Was bedeutete, dass sie keine Angst vor ihnen haben musste. Auch hatte sie erfahren, dass man die Art der Ernährung an der Augenfarbe der Vampire ablesen konnte. Golden für Tierblut, rot für Menschenblut. Rot, so wie diese Volturi sie hatten. Sie waren stark, unsterblich, unzerstörbar. Marmorkörper hatte Elena in Seths Gedanken gehört. Nur der Biss eines Gestaltwandlers konnte sie verletzen, oder aber ihre eigene Art. Durch einen Biss eines Vampirs bekam ein Mensch Gift injiziert und verwandelte sich über drei Tage lang. Qualvoll starb sein Körper, doch der Geist blieb. Gestaltwandler starben jedoch durch das Vampirgift. Neugeborene waren gefährlicher als die älteren Vampire, da sie keine Kontrolle über sich hatten und viel mehr Blut brauchten. In einem Kampf mit einem von ihnen und einem älteren Vampir namens Viktoria, die versucht hatte, Bella zu töten, waren Seth und Edward die besten Freunde geworden. „Das bedeutet dann wohl, dass ich ihn auch mögen muss“, sagte Elena lachend zu sich selbst. Sie kam sich vor, als würde sie für eine Schularbeit etwas auswendig aufsagen. Rasend schnell huschten ihr die neu erlernten Dinge durch den Kopf, wie von einem Steckbrief abgelesen. Was gab es noch zu wissen?
Ach ja. Einige Vampire hatten Fähigkeiten. So genannte Gaben. Alice zum Beispiel konnte in die Zukunft sehen. Eine Sache, die Elena mehr als nur beängstigte. Ihr Glück war es, dass Alice die Gestaltwandler nicht ‚sehen’ konnte. Also war ihre Zukunft weiterhin ungewiss. Etwas, das Elena wirklich zu schätzen wusste. Sie wollte nicht erfahren, was ihr widerfuhr, ohne dass sie es selbst schon wusste. Diese Gaben jedenfalls waren auch das, was die Volturi so gefährlich machte. Die drei Anführer von ihnen sammelten Vampire mit solchen Talenten und hatten über die Jahrtausende – unbegreiflich, wie lange diese Kreaturen schon lebten – angesammelt. Es waren zu viele gewesen, als dass Elena sich etwas davon hätte merken können. Was ihr aber in Erinnerung geblieben war, war, dass es sehr viele schmerzhafte Gaben waren. Wenn sie länger darüber nachdachte war es doch dieses kleine Mädchen gewesen, das allein durch ihren Blick foltern konnte? Sie war sich nicht mehr sicher. Aber wenn dem so war, dann wollte sie niemals auf einen von ihnen treffen.
Tief holte sie Luft. Das war das Wichtigste – fürs Erste. Denn die wichtigste Frage, der sie sich jetzt stellen musste, war, was erzählte sie ihrer Familie? Sie konnte ihnen doch nicht verschweigen, dass sie sich verwandeln konnte, oder etwa doch? Musste sie das etwa? Seth hatte etwas von einem Geheimhaltungsabkommen erwähnt. Kein Vampir darf sich einem Menschen offenbaren. Wenn doch, wurde er von den Volturi getötet. Der Grund warum die Cullens mit ihnen verfeindet waren. Edward hatte Bella von Vampiren erzählt. Oder sie hatte es rausgefunden.
Was, wenn ein solches Gesetz auch für die Wandler galt? Konnte sie das alles vor ihrer Familie verstecken? Niemals würde sie ihnen von Vampiren erzählen. Sie würden sich nur die größten Sorgen machen. Es reichte, wenn Elena diesen Teil übernahm. Auch wenn sie sich sicher war, dass die Cullens und auch Seth nicht hier wären, wenn irgendwelche gefährlichen Vampire hier hausten. Und da Elena diese Kreaturen ab sofort schon allein an ihrem Geruch erkennen würde…
Energisch stieß sie sich von dem Baum ab, an dem sie noch immer lehnte und ging zurück zu Seth. Dieser stand schon wieder neben seinem Haus und blickte wartend in die Richtung, aus der sie kam. Sie lächelte schief und holte tief Luft, um eine letzte Frage zu stellen. „Ich weiß, es ist nicht deine Aufgabe, meinen Eltern gegenüberzutreten und ich würde das niemals von dir verlangen, aber ich möchte nur eins noch wissen. Wie viel darf ich meiner Familie von alledem hier erzählen?“
Gespannt wartete sie auf seine Antwort, die ihr hoffentlich das Kommende erleichtern würde.
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Do Jul 19, 2012 9:51 pm

Nachdem Seth in Elenas Gedanken las wie sie all das hier fand war seine Frage schon beantwortet. Er lächelte still in sich hinein. Er hatte sich doch gleich gedacht dass ihr das gefiel. Anscheinend hatte er wirklich einen guten Draht was solche Dinge anging. Allerdings gab er sich jetzt Mühe nicht mehr zu sehr auf ihre Gedanken zu achten. Sie brauchte sicher nach all dem eine ruhige Minute für sich.
Die beiden Gestaltenwandler trennten sich also um sich in Ruhe zurückverwandeln zu können. Seth sah ihr noch kurz nach wie die elegante Panthergestalt hinter den dunkelen Wäldern verschwand. Eigentlich ging er nicht davon aus, dass sie spitzen würde aber er verschwand trotzdem sicherheitshalber hinter seinem Haus. Man konnte ja nie wissen. Wenn sie genauso an ihm interessiert war wie er an ihr.. Aber er verwarf den Gedanken und eilte sich in seinen menschlichen Körper zurück zu gelangen um seine Gedanken für sich zu haben.
Nach kurzer Zeit stand er bereits wieder angekleidet vor seinem Haus und starte auf die Stelle an der Elena als Panther verschwunden war. Er war sich sicher, dass sie ebenfalls wieder ein Mensch war aber sicherlich brauchte sie wirklich einen Moment für sich.
Seth nutzte die Chance um selbst ein wenig nach zu denken. Aber er wollte sich jetzt nicht schon wieder Gedanken über Vergangenes machen sondern eher über das was vor ihm lag. Wie würde es jetzt weiter gehen? Und damit meinte er nicht nur heute sondern die nächste Zeit. Was würde ihnen die Nacht noch bringen? Für Elena war es sicher langsam an der Zeit nach Hause zu gehen - ob sie wollten oder nicht. Sie musste das tun was ihr sicherlich Bauchschmerzen bereitete. Ihrer Familie gegenübertreten. Ihre Familie der sie Sorgen bereitet und auch noch so viel Schuld zugewiesen hatte. Natürlich war ihr unwohl dabei. Aber Seth war sich sicher, dass ihre Eltern und auch ihr Bruder sie mit offenen Armen empfangen würden. Sie haben schließlich eine Tochter verloren, da würden sie jetzt auf ihre verbliebenen Kinder aufpassen als wären sie das heiligste. Der Quileute verschrenkte die Arme vor der Brust und grübelte vor sich hin. Er hatte in ihren Gedanken gesehen und gehört welche Worte sie ihrer Familie an den Kopf geworfen hatte. Das ganze war eine absolute Außnahmssituation gewesen. Elena musste sich irgendwo ihrem Frust freien Lauf lassen und wer trug in ihren Augen wohl mit am meisten Schuld daran? Natürlich - ihre Eltern. Ihre Eltern die nicht auf Cathy aufgepasst haben. Wie wohl Seth reagiert hätte? Wie hätte er reagiert wenn Leah mit seiner Mutter irgendwo unterwegs gewesen wäre und sie dann einem Verbrechen zum Opfer gefallen wäre? Sicherlich hätte er auch einen Schuldigen suchen wollen. Ob er natürlich seiner Mutter dafür die Schuld gegeben hätte... Wahrscheinlich eher nicht, zumindest hätte er ihr es nicht vorgeworfen. Aber das war auch kein Vergleich zu Elena. Leah war ein starkes, erwachsenes Mädchen und konnte auf sich selbst aufpassen. So viel wie er gesehen hatte war Cathy viel jünger und zierlicher gewesen. Er seufzte und fuhr sich unsicher durchs Haar. Das war sicherlich etwas an dem sie noch lange zu nagen hatte. So etwas beschäftigte einen bei Tag und bei Nacht und in jeder freien Sekunde.
Bei Seths Vater kannten sie wenigstens die Todesursache und wussten was geschehen war. Aber in Cathys Fall... Wem war sie zum Opfer gefallen, was wurde ihr angetan? Wobei letzteres Dinge waren, die man vielleicht gar nicht so genau wissen wollte.
Alles was er hoffte war, dass Elena bald darüber hinweg kam. Er würde er auf jeden Fall helfen so gut er konnte.
Nach einiger Zeit kam sie wieder auf ihn zu. Sie setzte ein schiefes Lächeln auf und sog Luft ein. Seth schmunzelte in sich hinein. Er kannte sie langsam schon gut genug um zu wissen, dass jetzt wieder eine Frage kam. Es fiel ihr vielleicht nicht selbst auf, aber wenn sie neugierig war und ihr eine Frage auf den Lippen lag hatte sie immer so eine bestimmte Mimik im Gesicht. „Ich weiß, es ist nicht deine Aufgabe, meinen Eltern gegenüberzutreten und ich würde das niemals von dir verlangen, aber ich möchte nur eins noch wissen. Wie viel darf ich meiner Familie von alledem hier erzählen?“
Ok, mit dieser Frage hatte er ganz und gar nicht gerechnet. Er zog die Augen brauen hoch und überlegte kurz. "Ehm.. letztendlich ist es deine Entscheidung, aber.. ich würde dir raten es vorerst nicht zu tun. Nicht gerade jetzt. Möglicherweise... nein, ganz sicher steckt in deinem Bruder ebenfalls dieses Gen. Wenn du ihnen davon erzählst, glauben sie dir vielleicht nicht und denken du hast dich in eine Art Scheinwelt zurück gezogen." Er redete da jetzt so ruhig vor sich hin, doch mit jedem Wort das er sprach begriff er erst mal selbst was er sagte. Natürlich hatte Jared auch das Gen in sich. Vielleicht war es besser, wenn er es erfuhr, bevor er irgendwann anders.. "Wie konnte mir das nur die ganze Zeit entgehen.." Er kickte einen kleinen Ast vor sich mit dem Fuß, dieser flog im hohen Bogen über den See und hinterließ irgendwann ein plätscherndes Geräusch. Er war die ganze Zeit so mit Elena beschäftigt gewesen, dass er gar nicht an ihren Bruder gedacht hatte. Wie hatte das Sam damals gemacht? ... Er seufzte und verschrenkte die Hände an seinem Hinterkopf, während er überlegte. In einer Situation wie diesen war wohl klar, dass er noch nicht genügend Erfahrung als leitende Person hatte. Gerade jetzt wünschte er sich wirklich einen Leitwolf an seine Seite der ihm sagen konnte, was sie zu tun hatten.
"Ganz ehrlich... Ich weis es nicht Elena. Das musst du selbst entscheiden. Wenn meine Vermutung stimmt und irgendwer in deiner Familie schon mal die Fähigkeit hatte sich zu verwandeln, dann weis einer von deinen Eltern vielleicht ein wenig Bescheid. Hat mal Legenden gehört ohne wirklich zu zu hören.. Vielleicht solltest du, wenn bei euch wieder etwas Ruhe eingekehrt ist, mal nachfragen ob deine Mom oder dein Dad mal irgendwelche Geschichten gehört hat. Und wegen deinem Bruder.. Unser früherer Leitwolf Sam hat niemanden von uns vorher etwas über das Gestaltenwandeln erzählt. Aber er war stets auf der Hut und hat abgewartet bis Anzeichen entstehen.. Vielleicht solltest du das bei deinem Bruder auch machen. Einfach etwas auf ihn achten. Anzeichen für eine Verwandlung sind wie du ja jetzt weist häufige Wutausbrüche, unkontrolliertes Verhalten, Fieber. Deine Körpertemperatur ist jetzt auch wesentlich höher als bei normalen Menschen." Er wartete kurz ab und ging dann wieder ein Stück auf sie zu, ließ seine Arme jetzt wieder normal hängen. "Tut mir Leid. Das ist wohl eine Frage die ich dir nicht wirklich beantworten kann. Entscheide selbst nach deinem Gefühl. Ich werde hinter dir stehen egal wie du dich entscheidest."


(((Er ist nicht gut, aber ich wollte dich nicht länger warten lassen. Nächstes Mal wirds wieder besser *knutschi*)))
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    So Jul 22, 2012 2:42 am

Elena sah sofort, dass sie Seth mit dieser Frage überrumpelt hatte. Hatte er nicht damit gerechnet? Dass sie sich über so etwas Gedanken machte? Oder war er einfach selbst zu sehr versunken gewesen, dass ihn jetzt dieses direkte Vorgehen von ihr überraschte? Trotzdem lächelte sie ihn weiter an, wartete ruhig auf seine Antwort, was auch immer sie ihr bringen mochte. Dennoch hatte sie mit dem Kommenden niemals gerechnet.
"Ehm.. letztendlich ist es deine Entscheidung, aber.. ich würde dir raten es vorerst nicht zu tun. Nicht gerade jetzt. Möglicherweise... nein, ganz sicher steckt in deinem Bruder ebenfalls dieses Gen.“ Weiter hörte sie kaum zu. Sie riss ihre Augen auf und spürte den kurzen Schwindel, der sie für einen Sekundenbruchteil übermannte, ihr die Sicht raubte. Jared … auch ein Wolf? Das durfte nicht passieren. Das konnte sie nicht zulassen. Was, wenn er sich auch verwandelte? Wenn er das gleiche durchleiden musste, wie sie? Das wollte sie ihm nicht antun. Sie hatte doch schon genug damit zu kämpfen – obwohl Seth seine Sache gut machte und sie ihm unendlich dankbar dafür war. Der Gedanke daran, ein Tier zu sein, unsterblich in gewisser Weise. All das bereitete ihr Kopfschmerzen. Früher hätte sie über solche Dinge mit Cathy geredet. Denn sie hatten alles geteilt. Jedes noch so schlimme Vergehen, jede Lüge, die sie jemandem aufgetischt hatten und vor allem ihre Ängste. Und Elena konnte nicht verbergen, dass sie Angst hatte. Was, wenn sie ihre neue Seite nicht verbergen konnte? Würde Jared dann so schockiert sein, dass er auch die Kontrolle über dieses … dieses DING in sich verlor? Schnell schüttelte sie den Kopf, verdrängt den Gedanken daran mit ihm Seit an Seit durch die Wälder zu streifen. Das konnte sie nicht machen.
Ein lautes Platschen riss sie aus ihren abstrusen Gedankengängen und sie ruckte mit dem Kopf hoch, sah gerade noch, wie der vorher ruhige See wilde Wellen schlug. Dann sah sie in Seths verzweifeltes Gesicht. Er schien angestrengt nachzudenken und in diesem Moment hätte sie viel dafür gegeben, einmal kurz in seinen Kopf zu blicken. Vielleicht hätte sie so Antworten auf ihre Fragen bekommen, die anstatt weniger, immer mehr wurden.
Dann erhob er wieder die Stimme und sagte ihr ehrlich, dass er nicht wusste, was sie tun sollte. Elena nickte stillschweigend. Sie hatte auf keine Lösung gehofft, nicht wirklich. Seth riet ihr, dass sie ihre Eltern nach Legenden und Geschichten fragen sollte, die sie vielleicht aufgeschnappt hatten, in ihrer alten Heimat.
„Unser früherer Leitwolf Sam hat niemanden von uns vorher etwas über das Gestaltenwandeln erzählt. Aber er war stets auf der Hut und hat abgewartet bis Anzeichen entstehen.. Vielleicht solltest du das bei deinem Bruder auch machen. Einfach etwas auf ihn achten. Anzeichen für eine Verwandlung sind wie du ja jetzt weist häufige Wutausbrüche, unkontrolliertes Verhalten, Fieber. Deine Körpertemperatur ist jetzt auch wesentlich höher als bei normalen Menschen." Wieder ein Nicken. Es war wohl das Beste, wenn sie Jared nichts davon erzählte. Er hatte bisher sein Leben unbeschwert fortgeführt. Er war nie ein besonders hitziger Charakter gewesen und selbst heute war er ruhig und in sich gekehrt geblieben. Vielleicht musste das Gen nicht ausbrechen. Vielleicht machte sie sich zu viele Sorgen und wenn sie ihm davon erzählte, überstürzte sie vielleicht etwas und machte es nur schlimmer? Denn zweifellos würde er sich Sorgen machen und das führte sicher dazu, dass er sich früher oder später verwandelte. Jetzt jedoch konnte sie nur abwarten. Ihn beobachten.
Elena lächelte, als Seth sich bei ihr entschuldigte, dass er keine große Hilfe war, doch sie schüttelte nur den Kopf. „Du hast mir schon genug geholfen, Seth. Das werde ich dir niemals vergessen.“ Erneut folgte sie einfach ihrem Gefühl und überbrückte die letzten Meter, lehnte sich an seine Brust und atmete seinen beruhigenden Duft ein. „Ich denke ich folge deinem Rat und warte einfach ab. Irgendwann wird sich schon ergeben, was zu tun ist.“ Sie hob den Kopf und sah ihn an. „Sag bitte auch Alice und Esme danke dafür, dass sie mich so herzlich aufgenommen haben. Das hätten sie nicht tun müssen.“ Dann seufzte sie, schloss kurz die Augen und schluckte hart. Sie musste sich verabschieden. Es war spät genug, sie musste nach Hause. „Ich denke … ich werde dann mal gehen. Ich finde schon nach Hause, jetzt, wo ich weiß, wo ich hier bin.“ Sie rang sich zu einem Lächeln ab und drückte ihn noch einmal, bevor sie sich von ihm löste. Wer wusste, wie lange sie dem Gedanken widerstehen konnte, einfach die ganze Nacht so in seinen Armen zu liegen. „Ich… vielleicht…“ Entschlossen holte sie Luft und lächelte Seth dann ehrlich an. „Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.“

Elena hatte sich an den schmalen Feldweg gehalten, der sich durch den Wald von Seths Haus fortschlängelte. Dank ihrer neugefundenen Sehkraft konnte sie alles erkennen, was sie sehen musste. Also dauerte es auch nicht so lange, bis sie am Stadtrand angekommen war. Sofort wusste sie, wo sie war, nämlich gar nicht allzu weit von ihrem zu Hause entfernt.
Erst bemerkte sie ihr Zittern nicht, doch als eine kühle Brise aufkam, schlang sie schnell ihre Arme um sich. Jetzt, wo sie nicht mehr bei Seth war, kroch die Angst durch ihre Glieder. Die volle Wucht des Schmerzes, den er gelindert hatte, kam zurück, traf sie mitten ins Gesicht, sodass sie dreimal tief ein- und ausatmen musste, bis sie weitergehen konnte. Das Zittern aber blieb. Gedanken um Gedanken wirbelten durch ihren Kopf, Bilder von Cathy, Erinnerungen. Die Worte ihrer Eltern am Morgen schossen ihr wieder durch den Kopf. „Die Polizei hat gesagt, dass man sie … verbrannt hat. Man hat sie in einer Gasse gefunden, abseits ihres Weges.“ Verbrannt. In einer Gasse. Hatte man sie auch dort ermordet? Oder war sie nur dorthin verschleppt worden? Wie lange hatte es gedauert? Zwei Tage hatte die Polizei nach ihr gesucht. Was war in diesen zwei Tagen geschehen? Wie sehr hatte sie leiden müssen? Da war keine Wut mehr in Elena, kein Hass auf den Mörder. Nur unendliche Schwärze. Eine große Wunde klaffte in ihrem Herzen, welche nie mehr verheilen würde. Auf ewig würde dort etwas fehlen. Und sie war sich sicher, dass sie den Täter niemals finden würde. Es war unmöglich. Es gab keine Ahnhaltspunkte. Nichts. Jetzt, da sie von Vampiren und Gestaltwandlern erfahren hatte, wer sagte ihr nicht, dass es ein solches Wesen war, das ihrer Schwester das Leben geraubt hatte? Es könnte alles und jeder gewesen sein. Gerade in einer Stadt wie London, wo Menschen aller Welt herumliefen und genauso leicht wieder untertauchen konnten. Und der Gedanke daran machte Elena Angst. Dass sie niemals Vergeltung verüben könnte. Sie konnte den Gesichtslosen weder töten, noch hinter Gitter bringen. Sie wusste nichts über ihn. Es war einfach ein schwarzes Loch. Nicht mehr.
Als sie vor ihrer Haustür angekommen war, zeichneten Tränenspuren ihr Gesicht und noch immer flossen sie ihr heiß über die Wangen. Zitternd betätigte sie die Klingel. Durch das Küchenfenster drang noch Licht nach draußen. Sie hatte auch nicht geglaubt, dass irgendjemand von ihnen hätte schlafen können. Das konnte sie auch nicht.
Als die Tür aufging und ihr die blutunterlaufenen Augen ihres Vaters entgegenblickten, konnte sie nicht anders, als in seinen Armen zusammenbrechen. Hilfesuchend klammerte sie sich an seinen Hemdkragen, verbarg ihr Gesicht an seiner Brust und schluchzte. Einmal ließ sie ihrer Trauer freien Lauf. Sie spürte kaum, wie er sie in die Arme nahm und ins Wohnzimmer trug, um sich sanft mit ihr auf die Couch zu setzen. Er ließ sie keine Sekunde los, schloss sie fest in die Arme und ließ sie weinen.
„Es tut … mir so … leid“, brachte sie zwischen ihren Schluchzern hervor. „Scht, es ist alles gut. Keine Sorge, wir sind bei dir, Elena.“ Seine Worte, die er immerfort in ihr Ohr murmelte, taten ihre Wirkung. Langsam ließ ihr Zittern nach und auch die Tränen versiegten. Ihr leiser Atem war irgendwann das einzige Geräusch, was an ihre Ohren drang. Sie lockerte ihren Griff und spürte, wie sie auf die Couch gelegt wurde, in eine Decke gehüllt. Sie ergriff das Taschentuch, das ihr stumm von ihrem Bruder, der ihr gegenübersaß, gereicht wurde und wischte die verbliebenen Tränen fort. Dann erst blickte sie sich um, sah Jared. Dunkle Ringe lagen unter seinen Augen, er wirkte erschöpft und müde. Doch was Elena beinahe das Herz brach, war ihre Mutter. Kani war eine wunderschöne Frau. Dunkle Locken umrahmten ihr Gesicht und ihre haselnussbraunen Augen leuchteten immer, wenn sie ihre Kinder oder ihren Ehemann ansah. Sie war immer eine starke Frau gewesen, hatte sich ihren eigenen Weg gebahnt, durch alle Probleme, die sie hatte. Elena hatte sie bewundert für ihre Unabhängigkeit, die sie jedoch mit der Liebe für Robert vereinen hatte können und nie verloren hatte.
Jetzt jedoch war ihr Blick stumpf, die Augen sahen ins Leere. Tränen schimmerten darin. Tief lagen sie in ihren Höhlen. Ihre Haare, die sie sonst so pflegte, standen ihr wild vom Kopf ab und von dem ursprünglichen Glanz war nichts mehr zu sehen. Sie hatte ihre Tochter verloren. Und sie gab sich die Schuld.
Was hatte Elena nur angerichtet? Mit ihren Worten hatte sie alles nur umso schlimmer gemacht. Schuldgefühle übermannten sie und sie sprang auf, ergriff die Hände ihrer Mutter. „Ich habe das nicht gewollt“, wisperte sie leise, „Ich hätte euch niemals vorwerfen sollen, dass ihr… es war so falsch von mir. All das. Dass ich weggelaufen bin. Es tut mir ehrlich leid. Ich habe einfach nicht sehen wollen, dass … dass auch ihr Cathy verloren habt.“ Ihre Stimme brach. Es war schwer genug, darüber nachdenken zu müssen, es auszusprechen war eine reinste Qual. Als Elena aber Cathys Namen ausgesprochen hatte, regte sich zum ersten mal etwas in Kani. Sie strich ihrer Tochter sanft über die Wange und in ihren Augen blitzte etwas von der Liebe auf, die sonst an der Stelle der Trauer saß. „Ich vergebe dir, Elena“, sagte sie in ihrer Muttersprache Suaheli. „Aber bitte, tu mir das nie wieder an. Ich will nicht noch ein Kind verlieren.“ Elena nickte und senkte den Blick. Dann sah sie ihrer Mutter hinterher, die die Treppen hinaufstieg. Vermutlich, um ein wenig Schlaf zu bekommen. Robert nickte seinen Kindern noch einmal zu, dann verschwand auch er. Zurück blieben Jared und Elena. Er hatte die Augenbrauen zusammengezogen, in seinem Blick lag stummer Vorwurf. „Du hast ihnen den größten Kummer bereitet. Ich hoffe, dir ist das klar.“ „Ich weiß“, murmelte sie leise. „Ich habe nicht nachgedacht.“ Das hatte sie wirklich nicht. Doch jetzt wusste sie, wie falsch das alles gewesen war. Sie mussten jetzt zusammenhalten. Wer wusste schon, was sonst geschah. „Gut“, antwortete Jared irgendwann und musterte sie kritisch. Dann wurden seine Gesichtszüge wieder weicher. „Ich glaube, wir haben alle genug zu leiden. Da muss ich dir nicht noch zusätzlich Vorwürfe machen.“ Kurz stand Elena auf und umarmte ihren Bruder, glücklich, dass auch er ihr zu vergeben schien. „Gott, Elena, du hast ja Fieber“, rief er dann aus und löste sich von ihr, nur um ihre Stirn besorgt zu befühlen. Panisch riss sie sich von ihm los, wich seinem Blick aus. „Ich … ehm … es war ein langer Tag. Vermutlich bin ich nur erschöpft“, sagte sie schnell. Vielleicht ein wenig zu schnell. Doch er schien es ihr abzukaufen. „Geh ins Bett. Versuch zu schlafen. Morgen reden wir weiter.“ Sie nickte erschlagen und beeilte sich, in ihr Zimmer zu kommen. Doch dort dachte sie nicht daran, ins Bett zu gehen. Sie saß vielmehr im Dunkeln und kramte ein Fotoalbum hervor, blätterte durch die Seiten und rief jeden Moment hervor, in dem die Bilder entstanden sind. Ein trauriges Lächeln schlich sich auf ihre Lippen und irgendwann schlief sie einfach ein.

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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Mi Aug 01, 2012 1:02 am

Postpart 1/2

Seth fühlte sich wirklich nicht gut dabei ihr nicht wirklich weiter helfen zu können. Zu gerne hätte er ihr die Antwort gegeben, die sie sich wünschte. Doch das konnte er jetzt nicht. Aber er kam gar nicht dazu sich mehr Gedanken darüber zu machen als Elena auf ihn zukam und sich an seine Brust lehnte. Sein Herz machte einen gewaltigen Sprung und auch ihre Worte ließen seine Wangen noch mehr erröten. Er lächelte und legte einen Arm um ihren Rücken, mit der anderen Hand fuhr er ihr über ihr seidenes, weiches Haar und sog ihren verführerischen Duft ein. Sie war so bezaubernd. Das Schönste was er je gesehen hatte. Ein Engel... ein Engel der jetzt in seinen Armen lag. Wie gerne würde er sie für immer so halten und vor allem Übel der Welt schützen. Wer brauchte schon die Luft zum Atmen um Leben zu können, wenn es doch Elena gab.
Sie sagte ihm er solle sich in ihrem Namen auch bei Alice und Esme bedanken die sie so herzlich aufgenommen hatten. Er würde es ausrichten und schon genau wissen wie seine Freunde die Cullens reagieren würden - Nichts zu danken - würden sie sagen. So waren sie nunmal und dafür liebte er sie. Sie nahmen Elena genauso liebevoll auf wie sie damals auch Bella aufgenommen hatten und auch Jake, Leah und ihn als sie kein richtiges zu Hause mehr hatten. Sie opferten so viel für andere und Seth war glücklich ihnen wenigstens ein Teil davon wiedergeben zu können. Jetzt, da er mit ihnen gekommen war.
„Ich denke … ich werde dann mal gehen. Ich finde schon nach Hause, jetzt, wo ich weiß, wo ich hier bin.“ Sie löste sich von Seth und er versuchte sein Lächeln aufrecht zu erhalten.
Er wusste das es an der Zeit war zu gehen. Sie musste zu ihrer Familie. Sie brauchten jetzt einander. Bei ihnen war es damals nichts anderes gewesen, als Harry gestorben war. Es war gut, dass sie jetzt die Stärke und den Mut aufbringen konnte ihnen gegenüber zutreten. Nachdem was vor einigen Stunden geschehen war. Seth wusste das es richtig war. Aber der Gedanke an einen Abschied schmerzte ihn trotzdem. Jetzt da sie hier war schien er so vollkommen zu sein. Wenn sie weg war, würde die Leere wiederkehren. Die Leere und die Gewissheit, dass er im Moment allein war. Nicht wirklich allein, weil er Alice und Esme noch hatte. Aber Jacob war fort. Er seufzte innerlich und versuchte jetzt nicht daran zu denken. Nicht jetzt. Wo sie noch hier war.
"Ich hab dir gern geholfen und ich werde es immer wieder tun. Pass bitte auf dich auf." Letzteres meinte er wirklich ernst. Die Sorge um sie machte ihn fast wahnsinnig. Es machte ihn unsicher und nervös sie nicht mehr an seiner Seite zu wissen.
Das wunderschöne Lächeln welches sie ihm jetzt schenkte machte es auch nicht gerade leichter. Doch er musste automatisch mitgrinsen. Fast zeitgleich nahmen sie sich noch einmal in die Arme und ein letztes mal schloß er die Augen und genoss diesen kurzen Moment in dem er sie einfach nur halten konnte. Er drückte sie fest an sich, ehe sie sich für heute Nacht zum letzten Mal voneinander lösten. „Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.“ Seth sah das Leuchten in ihren Augen und hoffte das sein Blick ebenso ausdrucksstark wie der ihre war. "Das hoffe ich auch." Für einen kurzen Moment lag sein Blick auf ihren wundervollen, perfektgeformten Lippen, bis sie sich umwandte und in Richtung der Wälder lief.
Es kam ihm so falsch vor sie alleine gehen zu lassen und er musste den Drang unterdrücken ihr einfach nach zu laufen und sie zu umarmen. Bleib hier. Verlass mich nicht. Immer wieder hallten diese Worte in ihm und verursachten einen inneren Zwiespalt. "Jetzt stell dich nicht so an Clearwater! Du siehst sie ja bald wieder!" Er murmelte sich selbst die Worte zu, aber es war immernoch nicht einfach.
Mittlerweile konnte man sie schon gar nicht mehr sehen. Sie war in der Dunkelheit der Wälder verschwunden und hatte nur ihren süßen Duft zurück gelassen. Seth seufzte und setzte sich ans Ufer um ein paar kleine Steine über den See springen zu lassen.
Was sollte er jetzt machen? Hier bleiben? Zurück zu den Cullens gehen? Wann würde er sie wieder sehen? Vielleicht schon Morgen? Aber sie würde sicherlich Zeit brauchen. Zeit um mit iherer Familie über den Verlust zu trauern.. Irgendwann musste auch die Beerdigung statt finden. Bis dahin konnte er nicht davon ausgehen das sie Zeit für ihn hatte und das erwartete er auch nicht. Auch wenn sich natürlich alles in ihm danach sehnte sie so bald wie möglich wieder zu sehen. Er würde ihr die Zeit geben die sie brauchte und ihr den nächsten Schritt überlassen. Sie wusste ja jetzt, wo sie ihn finden würde.
Er richtete sich wieder auf und blickte in die Richtung in der das Anwesen der Cullens lag.
Er hatte versprochen auf Esme und Alice aufzupassen und das tat er auch. Das so ein komischer Unbekannter bei ihnen war hatte ihm schon vorher nicht gefallen und jetzt würde er auch nicht länger tatenlos hier rumsitzen. Wenn er sich doch als Feind oder Gegner entpuppte würde er zur Stelle sein.
Schnell verwandelte er sich wieder und rannte dann so schnell es ging zurück zu den Cullens. Schon allein um Ablenkung von seinen düsteren Gedanken zu finden.

tbc: Anwesen der Cullens - Der Garten
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Elena Wilson
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Sa Okt 13, 2012 5:52 am

Cf.: Umgebung – Der Wald

Elena wusste nicht, was auf einmal geschehen war. Plötzlich fiel es ihr schwer, sich auf Jacobs Worte zu konzentrieren, ihm überhaupt auch nur ansatzweise zuzuhören. Ihre Gedanken drifteten ab, fokussierten sich niemals auf einen Punkt sondern flogen von einem Punkt zum nächsten. Selbst wenn sie logisch hätte denken wollen, es wäre ihr nicht möglich gewesen. Zu viele Eindrücke schwirrten durch ihren Kopf, prasselten auf sie nieder wie ein Hagelsturm. Ihre neuen Sinne erfassten so viel, dass sie gar nicht wusste, worauf sie zuerst achten sollte. In den letzten Tagen war so viel geschehen, dass sie nicht wusste, worüber sie zuerst nachdenken sollte. Es war einfach zu viel und es bereitete ihr Kopfschmerzen. Kurz verzog sie das Gesicht, bevor sie sich ermahnte, auf Jacobs Worte zu achten. Wenn sie ihm nur gut genug zuhörte könnte sie alles andere vielleicht ausblenden. Und wirklich, seine Geschichte fesselte sie. Es war einfach, nur noch auf ihn zu achten, seine Erzählungen mit Seths Erinnerungen zu verbinden. Manche Stellen seiner Geschichte waren ihr neu, andere wiederum so bekannt, dass sie kaum wusste, ob sie es selbst erlebt hatte oder nur gestern gesehen hatte.
Jacob erzählte ihr von der Tochter von Bella und Edward und wieder einmal fragte sich Elena, wie alt diese Vampire wirklich waren. Definitiv älter als sie sich ausgaben. Als der Wolf von seiner Prägung sprach, bemerkte sie sofort die Veränderung in ihm. Seine Augen begannen zu leuchten und ein Lächeln schlich sich auf seine Lippen. Er sprach mit einer solchen Leidenschaft von Nessie und ihrem Leben, dass Elena sich selbst in ihm wiedererkannte. Sie wusste genau, wie er sich jetzt fühlte, so voller Glück und Zufriedenheit. Als könnte ihm nichts in der Welt etwas anhaben, wenn er nur bei ihr war. Als wäre mit ihr alles möglich. Er würde für sie bis ans Ende der Welt gehen wenn es sein musste, nur um zu wissen, dass sie sicher und beschützt war. Er musste allein an sie denken und schon fühlte er sich befreiter. Genau das sah Elena in Jacob in diesem Moment und genau so fühlte auch sie sich, wenn sie an Seth dachte. Sie hoffte wirklich, dass er bald von seinem Ausflug mit Edward wiederkam und derweil nichts Dummes anstellte. Kurz musste sie lächeln, bevor sie Jacob wieder ihre Aufmerksamkeit schenkte. Es war eine phantastische Geschichte, die er ihr erzählte. Von dem Wolfsrudel und den Cullens, die verfeindet waren, von Bella und Edward dessen Liebe alle Grenzen überschritt und all die Strapazen, die sie auf sich nahmen, um sich zu retten. Kurz fühlte sie einen Funken Sympathie für Edward in sich aufkeimen, als Jacob ihr erzählte, dass er sie eines Tages verließ und Bella damit in eine nicht enden wollende Verzweiflung riss. Und doch entschied sich Bella für ihn, als er zurückkehrte und heiratete ihn. Ein Streit zwischen dem damaligen Rudelführer und den Cullens entbrannte und Elena erfuhr, wie Jacob zu seinem Posten als Alphawolf kam. Er hatte es nie gewollt. Erst, als er mit den Entscheidungen seines Anführers nicht mehr klar kam, wollte er gehen. Er hatte nie ein Rudel anführen wollen und Elena bewunderte ihn dafür, dass er sich nicht in den Vordergrund gedrängt hatte. Vielleicht war er doch nicht ganz so übel, wie er anfangs erschienen war. Vielleicht war er auch einfach nur überfordert mit allem.
Elena lauschte weiter der Erzählung von Jacob stillschweigend. Weniger, um ihn nicht zu unterbrechen, sondern weil es einfach so viel war, das sie zu verstehen versuchte. Nessie, die ihre eigene Mutter getötet hatte, Edward und Jacob, die sie hatten töten wollen bevor sich Jacob auf sie geprägt hatte und sie somit vor allem Übel rettete. Sie hatte kaum gemerkt, dass sie schon bei den Häusern angekommen waren und folgte dem Wolf einfach, um sich neben ihn auf die kleine Holzbank zu setzen.
„Elena ich bin mir nicht sicher, was du in Zukunft vorhast, wie du dir das vorstellst. Seth gehört zu meinem Rudel und ich fände es gut, wenn du …sagen wir, dich nicht zwischen uns stellst…“ Elena zog eine Augenbraue in die Höhe. Er hatte wirklich Angst, dass sie sich einfach zwischen Jacob und sein Rudel stellen würde? Dass sie Seth von ihm wegziehen wollte? Wow, er musste eine wirklich hohe Meinung von ihr haben, wenn er so dachte. Ein wenig ärgerte es sie zwar, andererseits war es mutig von ihm, seinen Stolz zu vergessen und sich bei ihr zu entschuldigen.
“…Glaub mir, der Wahnsinn, den du gerade auf dich zukommen siehst ist nichts gegen meine persönliche Freakshow! Manchmal wünschte ich es wäre so einfach und ich könnte mir so sicher sein wie Seth es mit dir ist. Bei euch beiden ist das Alles so natürlich, so richtig. Bei mir....ich bin mir da nicht....ich beneide Seth Elena. Um dich - um das, was er dadurch gewinnt. Ich möchte ihn nicht verlieren Elena, nicht als Bruder." Ein ehrliches Lächeln schlich sich auf ihre Lippen, als sie Jacob ansah. Jetzt, wo sie verstand, was in ihm vorging, war es einfach, seine Unfreundlichkeit vom Anfang zu vergessen. Er war auch einfach nur besorgt und hatte seine Probleme – so wie sie alle. Dass er sich ihr geöffnet hatte respektierte sie und es erfüllte sie auch ein wenig mit Stolz. Er schien ihr also zu vertrauen. Also sollte sie ihm dieses Vertrauen auch zurückgeben. Deswegen holte sie einmal kurz Luft, bevor sie ihm antwortete. „Ich hatte nie vorgehabt, euer Rudel zu trennen, Jacob. Seth hat hier seine Familie und seine Freunde, das sehe ich. Selbst wenn ich es wollte, ich könnte ihn nie von euch trennen. Das würde ihm das Herz brechen – und mir auch. Er ist glücklich hier und ich will es nicht anders. Ich bin diejenige, die in diese neue Welt eingetaucht ist und ich muss mich einfach dem anpassen, was da ist“, sagte sie ruhig und ehrlich. Allein der Gedanke Seth von allen zu trennen, die er liebte war unvorstellbar. Niemals könnte sie so etwas über ihr Herz bringen. Sie würde sich ewig Vorwürfe machen. Seth könnte unmöglich glücklich sein. Das wäre wie wenn man sie zwang, sich von ihrer Familie loszusagen. Es war einfach unmöglich. „Ich respektiere euer Rudel und kann auch verstehen, warum du Angst hast, dass ich es entzweien könnte. Aber ich verspreche, dass ich nichts tun werde, was etwa deinen Anweisungen widerspricht. Ich weiß nur nicht, ob ich mich dir jemals anschließen kann. Weißt du … Hund und Katze verstehen sich nicht allzu gut.“ Jetzt musste sie grinsen, wobei auch eine Spur Ernsthaftigkeit in ihrer Stimme lag. Sie wusste wirklich nicht, ob sie in einem solchen Rudel zufrieden wäre. Und hätte sie sich einmal angeschlossen konnte sie nicht einfach gehen, oder etwa doch? Sie wusste nicht, wie das mit Panthern war. Sie waren in der Natur Einzelgänger, würde sie also einfach die Wahl haben, zu gehen? Oder müsste sie sich dann ewig Jacobs Befehlen unterwerfen? Und was würde Seth davon halten? Hatte sie überhaupt eine Wahl? Oder war es ihr bestimmt, sich dem Rudel anzuschließen? Fragen über Fragen auf die sie wieder einmal keine Antwort wusste. Das Lächeln auf ihrem Gesicht verblasste und abwesend fuhr sie sich eine Haarsträhne hinters Ohr. „Es tut mir leid, dass die Prägung für dich nicht so einfach ist, Jacob, glaube mir. Aber du musst wissen, dass es alles andere als einfach für mich ist. Du und Seth … ihr hattet beide Menschen, die wussten, was mit euch geschieht, die euch alles erklären konnten. Ich habe Seth, das stimmt schon, aber es ist anders. Ich bin kein Wolf, so wie ihr. Ich weiß nicht, was mit mir geschehen ist. Ich weiß nur, dass ich mich verwandelt habe, weil meine Schwester … weil … sie getötet wurde.“ Es hatte eine bittere Endgültigkeit, es auszusprechen und Elena hatte es schwer, die Tränen zurückzuhalten, die in ihre Augen stiegen. Schnell wandte sie den Blick von Jacob ab und starrte in den Wald. Sie schluckte schwer und wartete, bis sie glaubte, ihre Stimme sei wieder fest genug, um weiterzusprechen. „Es ist schwer, sich mit allem zurechtzufinden. Eine Vampirfamilie, die kein menschliches Blut trinkt, Gestaltwandler, diese Volturi … all das ist einfach zu viel, um es auf einmal zu verstehen. Vielleicht ist es euch damals ganz leicht gefallen weil ihr ein Rudel hattet und Gleichgesinnte, mit denen ihr eure Gedanken teilen konntet aber für mich ist es einfach absurd. Diese Gruselgeschichten von damals sind wahr. Und ich bin jetzt ein Teil von ihnen.“ Wieder lachte sie, diesmal jedoch verzweifelt. Schnell blickte sie Jacob an und lächelte ehrlich. „Danke, dass du mir alles erzählt hast. Das hat immerhin einen Teil meiner Fragen beantwortet.“

Als der Wind sich drehte, ruckte Elenas Kopf in die Höhe. Sie würde diesen Geruch überall erkennen. Unbeschreiblich und einzigartig. Sofort konnte sie ihr Lächeln nicht mehr zurückhalten. Seth kam zurück. Unbewusst stand sie von ihrem Platz auf und blickte in die Richtung, aus der er auf sie zukam. Aber er war nicht allein. Der penetrante, beißende Gestank eines Vampirs vermischte sich mit seinem Duft. Elena erinnerte sich an diesen Geruch, genau an diese Note, aber sie wusste nicht genau, woher. Es musste wohl Edward sein, immerhin hatte Jacob gesagt, er wäre mit Seth unterwegs. Kurz verzog sie das Gesicht. Na toll. Gerade wo ihr der Wolf sympathischer geworden war tauchte ein neuer Freund von Seth auf den sie nicht leiden konnte. Vielleicht war sie zu vorschnell mit ihren Urteilen, aber da war etwas an Edward, das sie absolut nicht abkonnte. Und doch wusste sie nicht, was genau es war. Vielleicht einfach die Tatsache, dass er ein Vampir war? Aber das hielt sie ja auch nicht davon ab, Alice und Esme zu mögen. Von den anderen Cullens ganz zu schweigen. Doch schnell verdrängte sie die Gedanken, als Seth aus dem Schatten der Bäume auf sie zuging. Langsam lief sie ihm entgegen, ermahnte sich, nicht loszurennen und blieb irgendwann auf halber Strecke stehen. Als er nur noch zwei Meter von ihr entfernt war, ließ sie alle Gedanken links liegen und schmiss sich ihm regelrecht in die Arme, atmete tief seinen beruhigenden Duft ein und genoss das Gefühl seiner Arme, die sie festhielten. Viel zu kurz währte der Moment und sie lösten sich wieder voneinander. Erneut strich sich Elena durch die Haare und lächelte Seth an. „Hey“, flüsterte sie leise und blinzelte die letzten Tränen aus ihren Augen. Ja, es war erschreckend, dass sie sich auf einmal wieder geborgen und sicher fühlte. Doch sie wollte nicht, dass sich dieses Gefühl jemals änderte.

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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Do Okt 18, 2012 6:45 pm

cf: Fort William - Der Wald

Just in dem Moment als Seth mit Edward gemeinsam aus den Wäldern hervortrat erfasste sein Blick den von Elena. Jetzt war das Pochen seines Herzens wirklich nicht mehr im Zaum zu halten. Er wollte einfach nur zu ihr. Jede Sekunde länger die diese paar Meter jetzt noch zwischen ihnen waren schien zur Qual zu werden. "Gehts Kumpel?" murmelte Seth Edward kurz zu der immernoch leicht von ihm gestützt wurde. Der Vampir machte schon den Eindruck als wäre er zumindest vorerst in der Lage kurz selbstständig zu stehen. Der Gestaltenwandler hoffte natürlich, dass es seinem Freund bald besser ging. Aber die Gefühle für Elena von denen er mal wieder völlig überrannt wurde waren einfach stärker. Er konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. In dem Moment als er Edward los ließ um sich voll und ganz auf sein Mädchen zu konzentrieren stellte er auch schon fest, dass sie mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht in seine Richtung lief. Automatisch wanderten seine Mundwinkel auch nach oben und in seine Augen kehrte der sonnige Glanz zurück. Jetzt war alles gut. Alle Sorgen schienen wieder Meilenweit fort zu sein. Vergessen waren die Sorgen um seinen vampirischen Freund. Ausgelöscht die Frage wie er Jacob am besten gegenüber treten sollte. Er war frei. Seine Gedanken waren frei, oder vielmehr - kreisten sie nur um eine einzige Person und dass reichte vollkommen.
Elena blieb auf halben Weg stehen und lief Seth ihr etwas schneller entgegen. Natürlich versuchte er sich zurück zu halten, aber dass war wirklich nicht einfach. Je näher er kam, desto wärmer wurde ihm. Jetzt, da er sie sah merkte er erst wie sehr sie ihm wirklich gefehlt hatte. Diese leichte Röte auf ihren Wangen, ihre einzigartigen Augen die ihn förmlichst verschlangen. Ihr bezauberndes Lächeln. Es war unfassbar wie schön sie war. Nun trennten sie nur noch ein paar Meter. Seth verlangsamte seinen Gang und blieb vor ihr stehen. Gerade war er dabei sich zu überlegen ob es übertrieben wäre sie zu umarmen? Auch wenn er ein starkes Verlangen danach hatte sie ganz nah bei sich zu haben. Doch Elena nahm ihm diese Entscheidung ab indem sie plötzlich nach vorne ging und sich in seine Arme warf, die er wie von selbst für sie ausbreitete um sie dann einfach nur zu halten.
Er schloß kurz die Augen und sog den süßen Duft ihrer Haare ein. Jetzt war wirklich alles in Ordnung. Es fühlte sich so gut an. So vollkommen. Er gehörte zu ihr und sie zu ihm. Es war so einfach, und doch war da dieses Kribbeln und die Euphorie weil es so neu und unbekannt war. Sein Herz klopfte ihm bis zum Hals und er konnte spüren, dass es ihr genauso ging. Er grinste in sich hinein, als sie sich leicht von ihm löste und sich unsicher eine Haarsträhne hinters Ohr strich. Ihre Stimme als sie ihn begrüßte war nicht mehr als ein süßes Flüstern und führte nur noch mehr dazu, dass er kaum einen klaren Gedanken fassen konnte. "Hi Elena.." sagte er dann kurz und knapp um sie dann nur noch für ein paar Sekunden einfach nur an zu sehen. Danach ergriff er ohne viel darüber nach zu denken ihre Hand und streichelte mit seinem Daumen sanft über ihren Handrücken. "Wie gehts dir? Ist alles in Ordnung?" Sie nickte still und kurz glaubte er, dass ihre Wangen noch etwas dunkler geworden waren, aber er wollte gar nicht wissen wie rot er im Gesicht war.
Jetzt blickten seine Augen kurz an ihr vorbei zu Jacob der abwartend etwas weiter abseits saß und sie beobachtete. "Du hast Jake also schon kennen gelernt? Ich hoffe er war anständig." Er lächelte neckend, doch es lag auch ein wenig Wahrheit in seinem Ton. Er kannte seinen Leitwolf schließlich. Dass war keinesfalls böse gemeint. Jacob war ja ein total unkomplizierter, netter Kerl. Nur wenn Seth so daran dachte wie er sich damals einfach vor Charlie verwandelt hatte... Manchmal war er schon sehr direkt.
Jetzt blickte er nach hinten zu Edward, der immernoch etwas entfernt von ihnen stand. Kurz überlegte er zu wem von beiden er nun gehen sollte, entschied sich dann aber für Jake. Er hatte ihn schon vorhin als er mit Edward gegangen war etwas stehen lassen und er hatte deswegen immernoch ein leicht schlechtes Gewissen. Er musste ihn wohl einiges erklären, aber ob dass jetzt der richtige Moment war wusste er auch nicht wirklich. Jedoch fühlte er sich - jetzt da er seine Liebste an seiner Seite hatte - zuversichtlicher und stärker als vorher. Es war als wurden die Gedanken in seinem Kopf neu zurecht gelegt. Plötzlich wirkte all dies nicht mehr so kompliziert. Er drückte die Hand Elenas nochmal festern und grinste sie dann liebevoll an. Während sie gemeinsam auf Jacob zugingen beugte er sich nochmal kurz zu ihr herunter. "Du hast mir gefehlt, weist du das?"
Und dann hatten sie die wenigen Meter zu Jake auch schon überwunden.
"Hey Jake. Sorry für vorhin. Edward hat auch ein wenig Ablenkung gebraucht... Und sie auch bekommen." Er verengte kurz die Augen und schüttelte dann ungläubig seinen Kopf.
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Jacob Black
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Fr Okt 19, 2012 8:41 am

Jake sah, wie Elena mit sich kämpfte. Sie holte tief Luft. Jake hatte etwas Angst vor der Antwort, die sie ihm geben würde. Als sie dann aber sagte, dass sie das Rudel nicht trennen würde, fiel ihm ein großer Stein vom Herzen. Es breitete sich langsam, aber unaufhörlich ein freundliches, warmes Lächeln in seinem Gesicht aus. Sein ganzer Ausdruck schien zu leuchten, zu pulsieren geradezu. Er strahlte jetzt eine freundliche Wärme aus.
„Ich weiß nur nicht, ob ich mich dir jemals anschließen kann. Weißt du … Hund und Katze verstehen sich nicht allzu gut.“ 

Er konnte sich ein trockenes Lachen nicht verkneifen. „Hund und Katze verstehen sich nicht gut... Elena, willst du mich grad auf den Arm nehmen? Du widersprichst dir gerade selber, oder willst du mir erzählen du verstehst dich nicht mit deinem Liebsten?“
Er verstummte aber sofort wieder, als Elena erneut zum Sprechen ansetzte.

„Es tut mir leid, dass die Prägung für dich nicht so einfach ist, Jacob, glaube mir. Aber du musst wissen, dass es alles andere als einfach für mich ist. Du und Seth … ihr hattet beide Menschen, die wussten, was mit euch geschieht, die euch alles erklären konnten. Ich habe Seth, das stimmt schon, aber es ist anders. Ich bin kein Wolf, so wie ihr. Ich weiß nicht, was mit mir geschehen ist. Ich weiß nur, dass ich mich verwandelt habe, weil meine Schwester … weil … sie getötet wurde.“
Ihre Stimme brach, und sie sah weg. Jake merkte, dass sie das noch nicht verarbeitet hatte, und wusste, dass sie dafür Hilfe brauchen würde – und nicht nur von Seth. Er würde für sie da sein, genauso wie er für Seth da war, wenn er Hilfe brauchte, und umgekehrt. Sie war jetzt ein Teil von Seth´s Leben, und somit auch für ihn.

 „Es ist schwer, sich mit allem zurechtzufinden. Eine Vampirfamilie, die kein menschliches Blut trinkt, Gestaltwandler, diese Volturi … all das ist einfach zu viel, um es auf einmal zu verstehen. Vielleicht ist es euch damals ganz leicht gefallen weil ihr ein Rudel hattet und Gleichgesinnte, mit denen ihr eure Gedanken teilen konntet aber für mich ist es einfach absurd. Diese Gruselgeschichten von damals sind wahr. Und ich bin jetzt ein Teil von ihnen. Danke, dass du mir alles erzählt hast. Das hat immerhin einen Teil meiner Fragen beantwortet.“

Jake nickte, als er gerade zu einer Antwort ansetzte, drehte der Wind. Diesen Geruch würde er unter tausend anderen wiedererkennen. Seth. An Elenas Reaktion sah er, dass sie ihn auch bemerkt hatte.

„Elena, du bist bei mir immer herzlich willkommen. Ob mit oder ohne Rudel – das bleibt dir überlassen.“
Er hoffte, dass sie das noch aufgenommen hatte, weil sie doch mit ihren Gedanken jetzt ganz bei Seth war. Er lächelte. Er gönnte Seth und Elena ihr Glück.
Ein stechender Geruch kam zu Seth´s hinzu. Edward. Jake runzelte die Stirn. Edward roch anders als sonst. Und er lief auch komisch.

Als Seth Edward losließ, schwankte der bedrohlich. Jake beobachtete ihn argwöhnisch. `Was ist denn mit dem los?`

"Hey Jake. Sorry für vorhin. Edward hat auch ein wenig Ablenkung gebraucht... Und sie auch bekommen." 

Seth schüttelte den Kopf. Jake beobachtete weiterhin den Blutsauger. „Hey Kleiner“ grinste er und nahm ihn kurz in den Arm, Elena steckte für einen kurzen Moment halb zwischen den beiden Wölfen. Der Black ließ Edward zu keinem Zeitpunkt aus den Augen. Zu der Entschuldigung von Seth schüttelte er nur den Kopf. „Schon okay... ich glaub ich hab da etwas überreagiert. Was ….“ Er brach abrupt den Satz ab, spurtete die letzten paar Meter zu Edward und fing ihn auf, gerade als der sich nicht mehr halten konnte. Der Wolf lehnte den kalten Kerl an einen Baum und sah zu Seth. „Was ist denn mit dem los? War wohl zu lange nicht jagen?“ `Oder Edward, fehlt dir etwas anderes?` Er versuchte, Edward in die Augen zu sehen, doch dessen Blick ging in die Ferne, als ob er gar nicht da wäre. `Ed? Träumst du von nackigen Vampirinnen?`spottete Jake in Gedanken. Edward reagierte nicht.
`Hallo?` Also so ein bisschen Sorgen machte sich Jake schon, so kannte er Edward gar nicht. Er sah wieder fragend zu Seth. „Was hast du denn mit dem gemacht?“ fragte er grinsend.
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    So Okt 21, 2012 8:36 am

cf: Hogwarts - Außerhalb - der verbotene Wald

Sie liefen nicht wirklich schnell und Seth sah immer wieder besorgt zu seinem jungen Freund hinüber. Edward hasste es so ausgliefert zu sein. Dieser Zustand war ihm absolut fremd und zum ersten Mal in dieser Existenz fühlte er sich unbeholfen, unkoordiniert und vor allem taub. Nicht nur sein zusätzliches Gehör, auch seine Glieder fühlten sich taub an, als gehöre sein Körper ihm nicht wirklich. Sie funktionierten, bewegten sich so wie er es von ihnen wollte, aber er fühlte sie nicht. Ein wirklich beängstigender Zustand.
Er hoffte nur, dass es schnell vergehen würde.
Edward stöhnte innerlich auf. Er würde Carlisle davon erzählen müssen. Es wäre gar nicht gut, wenn er es über jemand anderes erfahren würde und früher oder später würde er es erfahren. Er war in einer wirklich verdammt miesen Situation.
Er roch sie bereits bevor er sie sehen konnte. Den bekannten Duft von Jake und dieser etwas beißendere, schärfere Geruch von Elena. Er war seit sie sich verwandelt hatte noch intensiver geworden und erinnerte jetzt wirklich stark an den Geruch eines Pumas. Hmmm! Edwards Kehle meldete sich, sein Durst meldete sich verlangend und dominant. Auch das noch – er fand die Freundin seines besten Freundes lecker!
Der junge Vampir blieb stehen und lotete sein Gleichgewicht aus. Er wollte ihr nicht zu nahe kommen, aus mehreren guten Gründen! Zum einen um sie nicht zu sehr zu reizen, schließlich war sie noch sehr jung in dieser Existenz, zum anderen um nicht vor Verlangen zu knurren, denn er war sich nicht sicher, ob er seinen Durst und seine damit verbundenen Reaktionen im Moment wirklich im Griff hatte. Und natürlich und das vor allem wollte er Seth diesen Moment mit Elena alleine lassen. Er wollte kein Störfaktor sein, nicht zwischen ihnen stehen. Edward wusste ja bereits aus der Schule, dass Elena ihn nicht gerade ins Herz geschlossen hatte, ein Umstand den er heute sicherlich nicht verbessern konnte, nicht in diesem Zustand!

„Geht’s Kumpel?“ raunte Seth ihm leise zu und Edward nickte dankbar lächelnd. Natürlich ging es.
Wie auf Kommando liefen die beiden aufeinander zu, nicht fähig Distanz voneinander zu halten. Edward freute sich unglaublich über das Glück, dass Seth gefunden hatte. Er sah wie dessen Gesicht vor Freude überwältigt strahlte und auch Elena schien ihre Umgebung und alles um ihn herum völlig vergessen zu haben und schmiegte sich in Seths Arme.
‚Bella!’ Edward schloss seine Augen und spürte in sich hinein, suchte dieses überwältigende Gefühl, dass nur sie in ihm auslösen konnte und fühlte sich, als schlinge seine Frau ihre zarten Arme um ihn, als läge auch ihr Kopf an seiner Brust und er würde jeden Moment sein Gesicht in ihren dunklen schönen Haaren verbergen.
Edward hörte nicht auf das was um ihn gesprochen wurde und gab sich ganz seinen Gefühlen hin. Genoss einmal mehr diese absolute Stille, die ihn seit er diesen Saft getrunken hatte umgab. Stille, absolute Stille. Die Erinnerung verschwand plötzlich. Edward riss seine Augen auf. Das Gefühl, dass Bella ihn hielt war wie weggeblasen und der Boden kam bedrohlich näher ohne das er reagieren konnte. Zwei heiße Arme schlangen sich um ihn wie stählerne Klammern, zogen ihn nach oben und schoben seinen Rücken gegen eine dicke Buche, als wäre er eine Schaufel, die man anlehnen müsste. Jake sah ihm in die Augen und Edward versuchte krampfhaft diesem Blick auszuweichen. Er wusste genau, dass Jake versuchte in Gedanken mit ihm zu kommunizieren, aber er war sich sicher, dass er ihm nicht einmal ansatzweise erklären konnte, geschweige denn wollte was mit ihm los war. Seine Miene wurde erst skeptisch und dann grinste er breit und sah zu Seth. „Was hast du denn mit dem gemacht?“

Edward stöhnte innerlich. ‚Ja Seth, sag ihm was du mit mir gemacht hast, was ich mit mir gemacht habe.’ Eigentlich war es ja zum lachen, obwohl dem jungen Cullen das Lachen zwischenzeitlich vergangen war. Ausgerechnet Jake! Ausgerechnet der Kerl, vor dem er sich nie hatte eine Blöße geben wollen, dem gegenüber Edward immer versucht hatte überlegen zu sein und es auch eigentlich geschafft hatte stets sein Gesicht zu wahren; Ausgerechnet vor dem, der sich auf seine kleine Tochter geprägt hatte und in ihm ein Gefühl der tiefsten Wut und der absoluten Ohnmacht gegenüber dieser Tatsache erzeugt hatte; Ausgerechnet vor dem, an den er immer befürchtet hatte das was ihm das Wichtigste und Liebste auf dieser Welt war zu verlieren, Ausgerechnet von dem musste er sich an einen Baum lehnen lassen, weil er selbst nicht in der Lage war sich auf seinen zwei Beinen zu halten, weil er aus einer bescheuerten Stimmung heraus dem Drang gefolgt war etwas völlig Irrationales tun zu müssen, um dem Wahnsinn der sein Dasein gerade jetzt wieder in seinen Krallen hielt für eine kleine Auszeit zu entkommen. Er stöhnte laut und senkte seinen Kopf.
Noch dazu vor Elena!
Er wollte viel lieber ihr gegenüber zeigen, dass man mit ihm sehr wohl auskommen konnte, dass er nicht der unsympathische Idiot war, für den sie ihn hielt. ‚Toll Edward, das hast du dann ja wohl zu 150 Prozent vermasselt! Ganze Arbeit Cullen!’ Edward sank innerlich zusammen und beschloss erst gar nicht zu versuchen sich zu rechtfertigen. Er hatte diese Geister bewusst gerufen und jetzt schwappte das Wasser über seinem Kopf zusammen – genau wie in diesem Gedicht – genau wie bei diesem Zauberlehrling!
Resignierend ließ er sich an dem Baumstamm hinabgleiten und blieb davor sitzen, seine Arme um seine Knie geschlungen und ergab sich in sein Schicksal.

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Elena Wilson
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Sa Okt 27, 2012 5:03 am

Elena lächelte über die kurz angebundene Begrüßung, die sie sich gaben. Ihre Blicke sagten mehr als alle Worte, die sie sich sagen konnten. Und sie konnte sich in seinen dunklen Augen verlieren, wenn sie konnte, für immer. Ein Stromschlag fuhr durch ihren Körper, als Seth ihre Hand ergriff und selbst wenn sie gewollt hätte, könnte sie ihr Lächeln nicht zurückhalten. Plötzlich war wieder alles ganz einfach, ganz unkompliziert. Einfach so, wie es sein sollte. Sie nickte nur auf seine Frage, ob alles in Ordnung war. Sie brachte keinen Ton heraus und fühlte sich einmal mehr wie ein kleines, verliebtes Teenagermädchen, das es endlich geschafft hatte, die Aufmerksamkeit ihres Schwarms zu ergattern. Sie spürte, wie ihre Wangen erröteten und hätte am liebsten ihr Gesicht an Seths Brust vergraben, doch sie hielt ihren Kopf oben und lächelte nur leise vor sich hin. Sollte es ihr doch egal sein, dass Jacob und Edward sahen, wie wohl sie sich bei Seth fühlte. Wenn es sein müsste, würde sie es vor der ganzen Welt herausschreien.
Elena verzog das Gesicht, als Seth auf Jacob anspielte und zuckte die Schultern. Sie wusste nicht recht, was sie darauf antworten sollte, schließlich wusste sie selbst noch nicht ganz, was sie von ihm halten sollte. Deswegen lehnte sie sich ein wenig mehr an Seth und erwiderte sein Grinsen. „Sagen wir mal so … er war seiner Natur entsprechend.“ Kurz grinste sie und schüttelte dann lachend den Kopf, um Seth zu zeigen, dass sie nicht verletzt war. Schließlich konnte sie Jacob es kaum übel nehmen, dass er so reagiert hatte. Naja, ein bisschen schon, aber darüber sollte sich Seth keine Gedanken machen. Das war eine Sache zwischen ihr und dem Leitwolf. Zumindest bis jetzt. Spätestens bei ihrer nächsten Verwandlung würde sich das ändern. Es war immer noch seltsam, immer daran denken zu müssen, dass sie nicht mehr allein in ihrem Kopf war – zumindest teilweise nicht mehr. Es war wirklich verwirrend und gleichzeitig magisch.
Elena folgte Seths Blick und runzelte die Stirn, als sie Edward sah, der wirklich aussah, als hätte ihn ein Pferd überrannt. Was war bitte mit ihm geschehen? Nicht, dass sie Mitleid mit ihm hatte, es war nur wirklich ein … witziger Anblick, wie er dort gegen einen Baum lehnte und aussah, als hätte er sich mit Drogen nur so vollgepumpt. Konnten Vampire etwa high werden? Hatte Alkohol vielleicht sogar eine viel stärkere Wirkung als bei Menschen? Elena konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Edward Cullen, der ihr so steif und altmodisch vorgekommen war, schien also so betrunken, dass er nicht mehr gehen konnte. Geschah ihm vermutlich recht.
Kurz zuckte sie vor ihren gehässigen Gedanken selbst zurück. War sie nicht ein wenig unfair? Vielleicht. Aber sie musste zugeben, dass Edward auch nicht gerade der Netteste gewesen war, bei ihrer ersten Begegnung. Außerdem musste sie ihre Meinung ja nicht laut aussprechen.
"Du hast mir gefehlt, weist du das?" Erneut spürte sie, wie die Hitze in ihre Wangen schoss und sie scheu den Blick senkte. „Du mir auch“, hauchte sie beinahe lautlos und blickte dann auf, nur um sich wenige Meter vor Jacob stehen zu sehen. Eine ungewohnte Spannung schien zwischen den beiden Männern zu herrschen, der schuldbewusste Blick auf Seths Gesicht bestätigte das nur. Was war zwischen ihnen vorgefallen? Und warum hatte sie das Gefühl, dass sie eine Mitschuld daran trug?
Sie musste an Jacobs Worte zurückdenken, als er ihr versichert hatte, dass sie jederzeit willkommen war, ob sie nun dem Rudel beiwohnte oder nicht. War das wirklich ernst gemeint oder nur eine Höflichkeitsfloskel? Sie konnte diesen jungen Mann unmöglich einschätzen. In einer Sekunde war er grob und unfreundlich und in der anderen besorgt und fast schon sanftmütig.
Ihre Gedanken wurden unterbrochen, als ihr die Luft wegblieb, da der Leitwolf Seth in die Arme nahm und sie leider Gottes zwischen den beiden steckte. Vergeblich versuchte sie sich aus dieser unfreiwilligen Umarmung zu winden und funkelte Jacob an, als der ein paar Schritte zurückging. Also wirklich, so winzig war sie nun auch wieder nicht, dass man sie einfach übersehen konnte! Sie wollte schon etwas sagen, zügelte aber ihre Zunge, als Jacob die Entschuldigung – für was auch immer sie war – annahm und seinerseits seine Fehler eingestand. Er stoppte in seinem Redefluss und Elenas Kopf fuhr herum, als er zu dem Vampir sprintete und ihn gerade so auffing, da er wohl beinahe umgefallen war. Sie konnte ein leises Kichern nicht zurückhalten. Der Ärmste konnte einem fast schon leid tun. Leider aber nur fast. Sie wollte wirklich nicht wissen, was er getan hatte. Kurz verzog sie das Gesicht und sah Seth skeptisch an. „Was auch immer er genommen hat“, sie deutete auf Edward, „ich hoffe du hast nichts davon genascht.“ Sie verzog das Gesicht bei dem Gedanken daran, wie sich die beiden einen hinter die Binde kippten, aber Seth schien bei Sinnen zu sein und das beruhigte sie ungemein. Außerdem konnte sie sich ihn nicht vorstellen, wie er sich betrank. Seltsamerweise passte dieses Bild aber auch nicht zu Edward, zumindest nicht zu dem Teil, den sie bereits kennengelernt hatte. „Können Vampire … betrunken werden?“, fragte sie deswegen und fühlte sich seltsam dumm, so eine Frage zu stellen. War sie wirklich die einzig Unwissende hier? Anscheinend und es gefiel ihr ganz und gar nicht. Sie lehnte ihren Kopf gegen Seths Oberarm und blickte ihn neugierig an. Die sprichwörtlichen Schmetterlinge fingen in ihrem Bauch zu tanzen an und sie spürte eine Gänsehaut ihren Rücken herunterwandern. Ihre Knie wurden weich, als Seths Blick den ihren traf und sie war unglaublich froh, dass Seth noch immer ihre Hand hielt, weil sie sich selbst vermutlich nicht mehr allein auf den Beinen halten konnte… Wie konnte ein einzelner Mensch einen so großen Einfluss auf sie haben? Sie wusste es nicht und würde es sich nie erklären können. Sie wollte es auch nicht. Manchmal mussten Fragen unbeantwortet bleiben, damit man glücklich sein konnte. Und sie war froh darüber, ein paar Mysterien ihres Lebens nicht aufdecken zu können. Tatsache war nur, dass sie froh war, dass sie jetzt hier bei Seth war und das allein zählte.

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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Sa Okt 27, 2012 5:59 am

Noch etwas unsicher blickte Seth zu seinem Leitwolf, der aber prompt sein typisches breites Lächeln auflegte. Und dann wieder dieser Kosename. Doch was sollte man tun? Den wurde Seth wahrscheinlich eh nie mehr los, von daher hatte er sich eigentlich schon daran gewöhnt. Jake ging auf ihn zu und nahm ihn kurz in die Arme. Seth erwiderte die Umarmung. Zumindest bis er merkte, dass Elena mehr oder weniger von ihm gedrängt wurde. Bevor er sich aber von Jacob löste, tat dieser dass schon und meinte nur dass er wohl auch etwas überreagiert hatte. Seth dachte zurück an den Moment als er vom Anwesen der Cullens gestürmt war. Tja, so war er eben. Impulsiv und direkt... Wahrscheinlich hatte Elena genau dieses Bild auch schon von ihm. Während der Black auf Edward zuging fragte sich der Jüngere was sie wohl vorhin gemeint hatte. Seiner -Natur- entsprechend? Er hatte doch nicht irgendwelche komischen Dinge vorgeschlagen oder sie mit einem Knurren oder sowas begrüßt.. Wenn er so genau drüber nachdachte wäre dass bei Jacob schon möglich. Aber sie hatte gelacht, also konnte es ja nichts allzu schlimmes gewesen sein. Im Augenblick machte der Clearwater sich wieder ein bißchen mehr Sorgen um Edward der überhaupt nicht mehr fähig war sich selbst irgendwo zu halten.
"Was hast du denn mit dem gemacht?" Jacob sah ein wenig belustigt aus, als er Seth diese Frage stellte. Dieser stand immernoch Hand in Hand mit seinem Mädchen einige Meter abseits der beiden. Edward hatte sich inzwischen von Jake losgesagt und war auf den Boden der Tatsachen gerutscht. Jetzt saß er da wie ein kleines Häuf'chen Elend und versuchte wohl sich in Luft auf zu lösen. "Komm schon Kumpel... Reiß dich mal zusammen." Seth verengte die Augen und sah von Elena zu Jacob. "Ich hab gar nichts gemacht. Dass war er schon selbst." Er wusste natürlich, dass er mit dieser Aussage das Interesse seiner Mitmenschen... oder vielmehr Mitwandlern geweckt hatte und überlegte ernsthaft ob es Edward gegenüber fair wäre ihnen zu erzählen was passiert war. Andererseits würden sie es ja sowieso heraus finden. Gerade als er erklären wollte lenkte die liebliche Stimme neben ihm all seine Aufmerksamkeit auf sich. Er musste über ihre Worte fast lachen. "Nein nein, keine Angst. Sowas is echt nicht mein Ding." Als ob er von Pflanzen naschen würde... Er war ja schließlich ein Wolf und keine Kuh. Natürlich sah er seinen Cullen Freund nicht als Kuh, aber so schnell wie er diese Teile in sich rein gestopft hatte, hatte es schon etwas ähnliches... oder so wie bei einem Meerschweinchen. Jetzt musste er echt seine Lippen aufeinander pressen um nicht los zu lachen. Es tat ihm ja schon Leid sowas zu denken und er hoffte, dass Edwards Fähigkeiten immernoch etwas blockiert waren. Früher oder später würde er es eh erfahren, aber dann konnten sie hoffentlich alle darüber lachen.
„Können Vampire … betrunken werden?“ Wieder war sie der Mittelpunkt seiner Gedanken. Er hatte Jacob fast vergessen der immernoch dastand und abwartete, dass Seth endlich erklärte was passiert war.
"Tja... bis vor ein paar Stunden wussten wir dass selbst noch nicht so genau. Edward hat eine interessante Pflanze gefunden die ihm wohl... naja vom Geruch her eben zugesagt hat. Er wollte mal probieren ob er sich auch von was anderem außer Blut ernähren kann." Er hielt kurz inne und musste feststellen, dass sich das echt mega bescheuert anhörte. Er war ein Vampir! Da gab es eben nunmal nur Blut.. Er konnte natürlich die Gedanken des Cullens schon verstehen, aber ein bißchen eigenartig war die ganze Aktion schon gewesen. Aber er gönnte es ihm eigentlich auch. Er wollte was verrücktes machen und dass hatte er ja jetzt bekommen. Wahrscheinlich reichte dass erst mal für die nächsten Jahre.
"Ich hoffe es geht ihm bald wieder besser. Der komische Saft von der Pflanze hat ihn ganz schön umgehauen.." Er spürte die fragenden Blicke der anderen beiden auf sich und war hin und her gerissen. Außerdem machte ihn Elena ganz schön nervös wie sie ihn so von unten anblickte und ihren Kopf an seinen Arm schmiegte. Er schluckte und sah kurz über die Wälder bis er ihr ein Lächeln schenkte. Es fühlte sich wirklich schön an sie so nah bei sich zu haben. Und wie sie hier herum standen mit verschrenkten Fingern... Eigentlich schon wie ein Paar. Bei dem Gedanken schlich sich eine leichte Röte auf seine Wangen und er fing an leicht mit den Füßen vor und zurück zu wippen. So, wie er es immer tat wenn er nervös oder ungeduldig war. Seine Freunde kannten diese Eigenschaft an ihm schon. Elena würde es früher oder später auch noch bemerken.
Dennoch konnte er die Frage in ihrem Kopf hören ohne, dass sie die Wörter aussprach. Was für eine Pflanze konnte denn sowas bewirken? Tjaha... Sollte er ihr wirklich davon erzählen? Von diesem Zauberwald? Dass war doch wirklich noch etwas zu früh für sie. Sie musste sich doch erst mal damit zurecht finden in einer Welt von Gestaltenwandlern und Vampiren zu leben. Und dann wollte er ihr was von Hexen und Zauberern erzählen? Von einer Schule die gar nicht so weit von ihrem zu Hause weg war? Von einem mystischen Wald in dem *alles* lebte? Ehm... nein... Oder doch? Er wusste es nicht. Verdammt, es war alles so kompliziert!
Er sah hilfesuchend zu Jacob, wusste aber nicht so Recht ob er verstehen würde was Seth meinte. Manchmal funktionierte es ja mit der Gedankenübertragung bei den beiden ganz gut, aber manchmal ging es auch voll daneben. Er seufzte kurz, bevor er nochmal ansetzte. "Ich weiß auch nicht, was das für ne Pflanze war. Wir waren erst auf dem Ben Navis und sind dann einfach in den nächstbesten Wald gelaufen. Is ja eigentlich auch egal." Er sah wieder zu seiner Elena und grinste dann. "Und was ist mit euch? Wartet ihr hier schon lange?" Er drückte ihre Hand ein wenig fester. Genau in dem Moment bließ der Wind ein paar Blätter durch die Luft und ein kleines landete in ihrem Haar. Noch bevor sie was machen konnte strich er mit seiner noch freien Hand über ihre braunen, seidigen Haarsträhnen und entfernte es. Danach strich er ihr kurz über die Wange was dazu führte das sein Herz einen kleinen Sprung machte. ".. Jetzt stell dich nicht so an Clearwater! Du bist doch kein Teenager mehr.."
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    So Okt 28, 2012 11:15 am

Edward beobachtete die anderen und versuchte sich zu sortieren. Dieser Trip, wie er es bei den Menschen immer wieder gehört hatte, war wirklich unglaublich und absolut unberechenbar, beängstigend und alles andere als lustig. Wie konnte man, nach einer solchen Erfahrung, auf die Idee verfallen das noch mal zu machen. Er verstand die menschlichen Jugendlichen nicht, die sich Wochenende für Wochenende in einen derartigen Zustand soffen, die sich irgendwelche Pillen einverleibten oder gar giftige Substanzen spritzten um sich derart zu schädigen. Das war nicht wie bei ihm, das Ergebnis einer aus Neugierde entstandene Unbedachtheit, das war einfach nur bodenlose Dummheit. Edward konnte derartiges nicht nachvollziehen und bereitete sich auf die Lacher und das fröhliche Gequieke vor, dass sie jeden Moment ablassen würden, wenn Seth erst einmal erzählt hätte, wie dumm er selbst gewesen war.

Dem jungen Clearwater schien die Situation ebenso peinlich zu sein, wie ihm selbst.
‚Gott Seth, du hast doch gar keinen Anteil daran. Ich bin hier der Esel, also erzähl es schon. Ich weis, dass ich euren Spott mehr als verdiene!’ Edward fuhr sich mit seiner Hand unschlüssig durch seine Haare. Irgendwie begann es in seinem Inneren komisch zu drücken. Er kannte dieses Gefühl nicht, aber es war als versuchte eine Faust aus dem Inneren seines Unterleibes nach oben zu stoßen. Er versuchte sich zu erinnern, ob er bereits früher einmal etwas derartiges gefühlt hatte, aber wenn, dann war es viel zu lange her. Er atmete tief ein und versuchte dieses eigenwillige Gefühl zu unterdrücken. Seth sah ihn skeptisch an und konnte ein leichtes Grinsen nicht verhindern, dass Edward mit leichter Verzweiflung erwiderte.
"Tja... bis vor ein paar Stunden wussten wir dass selbst noch nicht so genau. Edward hat eine interessante Pflanze gefunden die ihm wohl... naja vom Geruch her eben zugesagt hat. Er wollte mal probieren ob er sich auch von was anderem außer Blut ernähren kann." Seth sprach leise und ernst. Er lachte nicht. Scheinbar war auch ihm das Lachen vergangen. Elena grinste immer noch. Klar, an ihrer Stelle hätte Edward das auch getan. Dann begann etwas zu zischen, erst leise und dann wurde es immer lauter, als käme etwas näher, ein scharfer Wind, ein Schnellzug oder gar ein Flugzeug. Es wurde immer lauter und Edward konnte zwar sehen, dass Seth und die anderen sich weiter unterhielten und immer wieder zu ihm sahen, aber er verstand sie nicht mehr. Dieses Geräusch war viel zu laut. Er hatte das Gefühl, es würde sich in seinem Kopf aufbauen um ihn langsam aber sicher zu zersprengen. Gleichzeitig kam die Faust von unten wie ein penetranter Hammer immer höher, schubste immer öfter und mächtiger nach oben. Etwas bitteres, zitroniges lief in seinen Mund und legte sich klebrig auf seine Zunge, die begonnen hatte wie wild zu gribbeln. Er konnte sie wieder spüren und auch bewegen, hatte aber genug damit zu tun, dieses klebrige Zeug wieder in seinen Rachen zurückzubekommen, aus dem der nächste Schwall nach oben gestoßen wurde.
Übelkeit – das war es. Dieses Faustgefühl war ein Zeichen von Übelkeit.
Panik überkam den jungen Vampir.
Nein, er konnte ihren Spott ertragen, aber er würde sich sicher nicht hier vor ihren Augen übergeben. DAS wäre zuviel. Seine Kräfte entschlossen zusammenraffend rappelte er sich auf und verschwand blitzschnell zwischen den Bäumen, als der jetzt unangenehm brennende Saft unaufhaltsam nach oben drängte und schwallartig seinen Körper wieder verließ.

Edward lehnte sich an einen Baum und blieb nach vorne gebeugt, bis er sich sicher war, das auch der letzte Tropfen dieser Höllenbrühe ihn verlassen hatte. Das Zischgeräusch war in ein dumpfes, lautes Pochen übergegangen, dass nun von mannigfaltigen Stimmen langsam aber stetig übertönt wurde. Vollkommen orientierungslos und benommen strauchelte er einige Schritte zurück, um erneut auf die Knie zu fallen und seine Hände auf seine Ohren zu pressen.
„Arrghh Verdammt!“ Er schrie geradezu. Schrie laut, wie die wütenden Stimmen in seinem Kopf, die er nicht verstand, die nur völlig durcheinander und zusammenhanglos in seinen Kopf strömten. Diese Stimmen waren so unangenehm, dass er versuchte sich dagegen zu wehren, was sie nur verstärkte. Warum war das alles so laut? Er wusste was mit ihm geschah. Er hatte es schon einmal erlebt, damals nach seiner Verwandlung, als er seine Gabe das erste Mal gespürt hatte. Auch damals hatte er diese Stimmen nicht gleich zuordnen, verstehen können. Auch damals hatte ihn diese Erfahrung völlig überrannt.
Der Preis der Stille, die ihn für kurze Zeit so wunderbar umgeben hatte. Keuchend lies er sich ganz auf den Boden fallen und schloss seine Augen. Beachtete nicht die näherkommenden Personen und ergab sich der Disziplin, die er in vielen Jahren sich selbst auferlegt hatte. Ergab sich diesem Gehör, dass ihn nie in Ruhe ließ und sortierte mechanisch die verschiedenen Gedankenstimmen, die verschiedenen realen Stimmen seiner Freunde und blendete alles aus. Er wollte gar nicht wissen, was sie jetzt dachten, er wollte einfach nur das dieses penetrante Pochen aufhören würde, durch das alles noch viel lauter erschien und ihn einfach nur zermürbte. Er hätte alles dafür gegeben, wenn sie einfach weggegangen wären und ihn hier liegenließen, bis er wieder in Ordnung war. Die Wirkung des Saftes war verschwunden, er spürte, dass er wieder der Alte war, doch die Nachwirkungen würden ihm sicher noch einige Zeit wirklich unangenehm aufstoßen. ‚Im wahrsten Sinne des Wortes – du Vollidiot!’

Edward wusste, er musste sich aufsetzen und ihnen sagen, dass er in Ordnung war, aber das hieße die Augen zu öffnen und sich ihren anklagenden und vor Belustigung lachenden Gesichter auszusetzen. Er hörte sie, hörte sie näherkommen, hörte ihre Worte und hörte jeden einzelnen Gedanken. Vorbei der kurzweilige Ausflug in die Welt des verbotenen Abenteuers. Die Welt hatte den vernünftigen, reservierten zu zurückhaltenden Edward Cullen wieder. Wie er es hasste!
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    So Okt 28, 2012 10:44 pm

"Ich hab gar nichts gemacht. Dass war er schon selbst.“ Darauf folgte ein kurzes Gespräch mit Elena, das Jake nur halb verfolgte. Er beobachtet noch immer den Cullen und versuchte, gedanklich Kontakt mit ihm aufzunehmen.
‚Edward? Ist alles okay?` oder `Musst du jagen gehen?` Der Black stellte im Geist immer wieder die gleichen Fragen, in der Hoffnung, dass der Vampir in irgendeiner Form reagieren würde.
"Tja... bis vor ein paar Stunden wussten wir dass selbst noch nicht so genau. Edward hat eine interessante Pflanze gefunden die ihm wohl... naja vom Geruch her eben zugesagt hat. Er wollte mal probieren ob er sich auch von was anderem außer Blut ernähren kann." Er brach seine Kommunikationsversuche ab. `Was?!` Hatte er da gerade richtig gehört? Ein Vampir, der sich nicht von Blut ernähren will? Das wäre ja wie… ein See ohne Wasser. Er verzog das Gesicht. Das musste Carlisle erfahren. Also nicht, dass der junge Cullen diese Pflanze… na ja, gefressen hatte, aber dass der Wunsch existierte, als Vampir ohne Blut zu leben. Vielleicht gab es ja ne Möglichkeit.. Er wurde abrupt aus seinen Gedanken gerissen, als Seth weitersprach.
"Ich hoffe es geht ihm bald wieder besser. Der komische Saft von der Pflanze hat ihn ganz schön umgehauen.."
Jake nickte. „Ja, das sieht man.“ Aus seiner Stimme sprach echte Sorge. Er fand das selber merkwürdig, dass er sich Sorgen um den Blutsauger machte… Aber es war einfach so. „Seth, meinst Du, wir sollten Carlisle holen?“

Der Wolf wusste nicht, ob sein Rudelmitglied ihn überhaupt gehört hatte, so vertieft war er in Elena. Jake zuckte die Achseln und wollte gerade wieder versuchen, mit Edward Kontakt aufzunehmen, als dieser aufsprang und blitzartig zwischen den Bäumen verschwand.
Jake hörte ihn würgen und folgte ihm etwas langsamer. `Das war eigentlich klar` dachte der Black, `Er kann ja nix anderes außer Blut behalten.. oder doch?` Er wusste es nicht genau, meinte aber dass einer der Cullens mal so etwas in der Art gesagt hätte.

Edward strauchelte zurück und fiel auf die Knie, presste sich die Hände auf die Ohren. Der Wolf hielt vorsichtshalber etwas Abstand, ein Vampir mit Halluzinationen oder was auch immer Eddi hatte, konnte gefährlich sein, selbst für einen Wolf. „Arrghh Verdammt!“ Jake erschrak etwas, fing sich aber gleich wieder. Er sprang herbei, als der Cullen einfach umfiel, kam aber einen Schritt zu langsam. Der Wolf kniete sich neben ihn. „ Hey, was ist los?“ Jake sah sich um, Seth und Elena waren noch ein ganzes Stück entfernt. „Edward, wann warst du das letzte Mal jagen?“ Er rüttelte den Vampir an der Schulter. „Komm schon, reagier wenigstens in irgendeiner Art!“ Der Black klang verzweifelt. Dann fiel ihm etwas ein, was auch Edward bestimmt nicht wollen würde. „Sonst muss ich Carlisle holen!“
Er schnappte sich den bewegungsunwilligen Edward und schleifte ihn zu einem Baum. Er legte ihn bequem hin und setzte sich neben ihn.
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Seth Clearwater
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Fr Nov 09, 2012 12:21 am

Seth versuchte wirklich sich ein wenig zusammen zu reißen. Klar waren seine Gefühle für dieses Mädchen überwältigend und in ihrer Gegenwart hatte er echt Probleme sich zu konzentrieren, aber jetzt gerade ging es um einen seiner besten Freunde. Und disem ging es im Moment wirklich schlecht. Er sah Elena leicht entschuldigend an und wand sich dann Jacob zu. Dieser hatte wohl irgendwie auf die Worte des Jüngeren reagiert, aber er musste sich eingestehen, dass er eben nicht zugehört hatte. Er musste zukünftig wirklich darauf achten nicht zu sehr abzudriften wenn Elena da war. Auch wenn sie natürlich Diejenige war über die er sich am meisten und auch gerne Gedanken machte - "Verdammt Seth! Jetzt drifte nicht schon wieder ab!" Er schüttelte seinen Kopf und versuchte so das Chaos in seinem Kopf aus zu löschen. Er ging ein Stück mehr auf Jacob zu. Vielleicht half es ja, wenn er näher an ihm dran stand. Sein Mädchen hatte er natürlich immernoch an der Hand - und er hatte nicht vor allzu schnell was daran zu ändern. Glücklicherweise schien dass, was Jake vorher gesagt hatte nicht so wichtig gewesen zu sein. Er fragte den Clearwater ob es ratsam war Carlisle zu holen.
Seth zog die Brauen zusammen und blickte auf Edward der wirklich schlecht aussah. "Naja... keine Ahnung. Wenn sich an seinem Zustand nichts ändert vielleicht schon. Auch wenn ich glaube, dass ihn dass echt.. unangenehm wäre. Ist ungefähr so als würde dich dein Vater Nachts von einer Party abholen nachdem deine Freunde ihn infromiert haben, dass du nen üblen Rausch hast." Er lächelte ein wenig und dachte kurz an die Zeiten in LaPush. Solche Probleme hatten die Quileute eigentlich nie. Und Edward bis zum heutigen Tage auch nicht.
Plötzlich sprang der Cullen auf und war innerhalb einer Sekunde in den Wäldern verschwunden. Seth war schon kurz davor sogleich nach zu rennen, bis er einige eindeutige Würgetöne vernahm und leicht das Gesicht verzog. "Na lecker..." Er versuchte krampfhaft sich auf etwas anderes zu konzentrieren und blickte auf den kleinen Teich vor ihren Häusern. Elena hatte noch nicht auf seine Frage geantwortet ob sie hier schon lange gewartet haben, aber dass war wohl gerade etwas unwichtig. Zu gern würde er jetzt wissen was in ihrem Kopf herum ging. Er brauchte ihr wohl nicht erklären, dass das eine ganz neue Situation war und sowas sonst nicht vorkam. Dass hatte sie anhand des Gespräches von Jacob und ihm sicher schon selbst raus hören können. Während er sich so seine Gedanken machte, machte sich der Black schon langsam auf dem Weg zu Edward. Es war ja mal was ganz Neues, dass Jake so fürsorglich dem Vampir gegenüber war. Wollte er sich bei Schwiegerpapa einschleimen, oder machte er sich wirklich sorgen?
Seth - der immer an das Gute im Menschen glaube - schloß jetzt einfach mal auf letzteres. Eigentlich mochten die beiden sich ja, dass wusste der Clearwater gut genug. Manchmal hatten sie eben ihre Launen und Zickereien, aber letztendlich hielten sie zusammen. Seit dem es Renesmee gab war das Verhältnis ohnehin besser geworden.

Ein lauter Schrei hallte plötzlich durch die Wälder und riss ihn erneut aus seinen Gedanken. Jacob war inzwischen schon nicht mehr zu sehen. Seth legte die Stirn in Falten und sah Elena an. "Willst du lieber hier warten?" Er fragte dass aus reinem Anstand! Konnte ja sein, dass sie lieber hier blieb, anstatt noch mehr zu sehen. Doch sie schüttelte den Kopf und drückte seine Hand noch etwas festern. Schien so, als wollte sie seine Hand auch nicht so schnell los lassen. Er lächelte und war erleichtert, da er sich diese Antwort natürlich gewünscht hatte. Die beiden stiegen über ein paar Büsche und Äste, bis sie nur noch ein paar Meter von Edward und Jake entfernt waren. Seth hatte Dank seines guten Gehörs, schon vernommen dass sein Leitwolf dem Cullen damit drohte Carlisle zu holen, weil er offensichtlich nicht reagierte. Der Black packte sich den Vampir und lehnte ihn wie eine Puppe an einen Baumstamm. "Lass mal gut sein Jake, ich glaube die Aktion eben war echt nötig. Wenn der komische Saft draußen ist gehts ihm vielleicht gleich besser." Jacob sah wirklich sehr besorgt aus, wie er da so neben Edward saß und ihn mit faltiger Stirn anblickte.
"Frag ihn lieber nicht nach - jagen - Wenn ihm schlecht ist wird er gerade sicherlich keine Lust verspüren seine Zähne irgendwo rein zu hauen." Er vermied den Ausdruck *Blut zu trinken* mit Absicht, um ihm keinen weiteren Grund zum Brechreiz zu beschaffen. Abwartend blickte er auf den regungslosen Körper seines vampirischen Freundes. Wenn sich an seinem Zustand demnächst nichts änderte würden sie vielleicht doch Carlisle holen müssen..
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Elena Wilson
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Fr Nov 09, 2012 6:03 am

Elena bekam noch mit, wie Seth ihr erklärte, dass er selbst erst jetzt herausgefunden hatte, dass so etwas wie ein betrunkener Vampir möglich war und dass er wohl von irgendeiner seltsamen Pflanze gegessen hatte. Dann blendete sie das weitere Geschehen einfach aus und musterte den jungen Mann, dessen Hand sie hielt. Seine dunkle Haut stand immer noch in einem solchen Kontrast zu ihrer tristen Umgebung, dass man meinen könnte, er wäre ein Fremder. Aber war er das nicht auch? Ein andersartiges Wesen, dass eigentlich gar nicht hierher gehörte. So wie sie auch. Und wie Jacob und Edward. Etwas, das sie alle verband. Ein seltsamer Gedanke, dass sie nun zu dieser Welt gehörte. Und doch nicht ganz. Denn sie hatte im Gegensatz zu den anderen noch eine Familie. Eine Familie, die nichts von diesem Doppelleben wissen durfte. Es war zu ihrem eigenen Besten. Wenn sie ihnen von den Wandlern erzählte, müsste sie auch die Vampire erwähnen und das würde diesen Volturi wohl gar nicht gefallen. Zumindest nicht nach dem, was sie inzwischen mitbekommen hatte. Und sie würde niemals das Leben ihrer Liebsten riskieren, nur um es für sich selbst einfacher zu machen.
Elena schloss die Augen und genoss den Wind, der durch ihre Haare fuhr, lauschte den Blättern, die von ihm aufgewirbelt wurden und leise raschelten. Es war ein beruhigendes Geräusch. Und wie sie so dastand und einfach nur auf ihre Umgebung horchte, spürte sie eine Berührung in ihrem Haar. Ganz sanft nur und fast nicht zu bemerken. Als sie ihre Augen aufschlug sah sie noch, wie Seth das Blatt, das ihr ins Haar geweht worden war, beiseite strich und dann über ihre Wange strich. Lächelnd senkte sie den Blick und spürte, wie ihre Wangen sich erwärmten, als die Berührung auch schon fort war. Am liebsten hätte sie diesen Moment festgehalten und nie wieder losgelassen. Einfach im Augenblick verweilt. Aber sie wusste selbst, dass das nicht möglich war.
Als wollte man sie aus ihrer eigenen kleinen Welt herausreißen, sprang Edward plötzlich auf und verschwand blitzschnell zwischen den dicht stehenden Bäumen. Was war denn auf einmal in den gefahren? Elena wollte schon fragen, als sie leise Geräusche nicht weit von ihnen hörte und die Augen verdrehte. Na super, jetzt kotzte er sich also auch noch die Seele aus dem Leib weil er dieses Grünzeug nicht vertrug. War doch klar gewesen. Vampire und Pflanzen vertrugen sich eben nicht. Toll... aus irgendeinem Grund hatte Elena das Gefühl, als hätten sie es mit einem aufmüpfigen Teenager zu tun, der nicht auf seine Eltern hört, sondern einfach tat, wonach ihm der Sinn stand. Genauso verhielt sich Edward gerade. Wobei ... nicht gerade, sondern wohl einige Minuten vorher als er auf die glorreiche Idee gekommen war, diese Pflanze zu fressen... Sie wusste nicht genau war, aber durch diese Aktion wurde der Vampir ihr noch ein kleines Stück unsympathischer - auch wenn sie genau genommen wenig Grund zu diesem Gefühl hatte, das wusste sie selbst.
Sie seufzte leise und schüttelte einfach den Kopf, als Seth sie fragte, ob sie hier warten wollte. Das würde bedeuten, dass sie seine Hand loslassen und hier allein warten müsste. Und das wollte sie auf jeden Fall vermeiden. Selbst wenn sie dabei einem Vampir beim Kotzen zusehen musste. Und Seth lächeln zu sehen machte das Ganze wieder wett. Scheu erwiderte sie es und folgte ihm durch den Wald, bis sie bei Edward angekommen waren. Er sah wirklich kümmerlich aus, wie er dort mit geschlossenen Augen am Boden hockte. Aber andererseits musste er seine selbst verschuldete Dummheit ausbaden. Da konnte ihm keiner helfen. Da musste er durch. Und Elena wäre sicherlich eine der letzten, die ihm gut zureden würde.
Seufzend lehnte sie sich gegen einen Baumstamm und schloss erneut die Augen. Schließlich war es nicht so einfach, wie es aussah, mit allem klarzukommen. Natürlich in Seths Gegenwart wirkte es normal, der ganze Wahnsinn hier. Aber das war es faktisch nicht. Spätestens wenn sie heute Abend nach Hause kam würde alles über ihr zusammenbrechen und sie musste sehen, wie sie damit klar kam. Das war eine Sache, bei der Seth ihr nicht helfen konnte, so traurig es sich anhörte. Das musste sie ganz allein durchstehen. Genauso wie sie den Tod ihrer Schwester verarbeiten musste. Sie konnte nicht ewig davonlaufen. Irgendwann musste sie sich den Gedanken stellen, die hie und da an die Oberfläche kamen. Die Gedanken, die sie sich über ihren Tod machte. Sie wusste, dass der schlimmste Schmerz sie noch nicht ereilt hatte. Spätestens nach der Beerdigung, wenn alles endgültig wäre, würde sie erneut zusammenbrechen. Diese Erkenntnis war ernüchtern, aber eine Sache, die sie nicht ändern konnte. Wenn erstmal wieder der Alltag zu Hause eingekehrt war und sie merkte, was mit Cathy fehlte, wusste sie nicht, wie sie damit umgehen sollte. Noch war alles betäubt und wie in Watte gepackt. Das würde sich ändern.
Schnell vertrieb sie die dunklen Gedanken und richtete ihren Blick wieder auf das Geschehen. "So ungern ich das sage, aber ich würde Car...lisle? nicht dazu holen. Ich glaube nicht, dass er seinen 'Sohn' in dem Zustand sehen will..." Es ging ihr weniger um die Tatsache, dass Edward so einiges an Ärger erspart bliebe - das würde sie liebend gern sehen - aber sie glaubte ehrlich nicht daran, dass sein so genannter Vater begeistert wäre, seinen Schützling nach einem Rausch am Boden des Waldes liegen sehen wollte. Außerdem konnte er doch auch nichts gegen diesen Zustand machen ... oder?! Wieder eine Frage, die sie sich nicht selbst beantworten konnte, doch gerade wollte sie Seth und Jacob nicht damit belästigen. Die schienen selbst ganz schön überfordert von Edward zu sein. Also hielt sie sich wohl einfach aus der Sache heraus und mimte den stummen Beobachter. Früher oder später würde sie ihre Antworten bekommen. Sie musste nur Geduld haben und abwarten. So kam man immer irgendwie zum Ziel. Zumindest wusste sie, dass es diesmal so war, denn anscheinend kam Edward langsam aber sicher wieder zur Besinnung. Zumindest hatte sich sein Gesichtsausdruck von träumerisch und benebelt zu schmerzhaft und gequält verändert. Elena zuckte nur mit den Schultern. Sie konnte nicht unbedingt viel Mitleid für den Vampir empfinden.
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Fr Nov 16, 2012 8:49 am

Bilder und Stimmen durchzuckten seine Wahrnehmungen. Das Gesicht eines ihm unbekannten Mädchens…er sah sich selbst auf dem Boden liegend….Jake, der neben ihn niederkniete….das Gesicht von Seth ….das Gesicht von Elena. Und dann dieses laute Geplärre, durcheinander, konfus und ….nervig!
„Edward, wann warst du das letzte Mal jagen?.....’ bei Schwiegerpapa einschleimen’….Sonst muss ich Carlisle holen!... ‚der schlimmste Schmerz … nach der Beerdigung,…werde ich erneut zusammenbrechen’…Lass mal gut sein Jake…’Was wohl in ihrem Kopf los ist?’ ..’Cathy’….Ich glaube nicht, dass er seinen 'Sohn' in dem Zustand sehen will….’.an Ärger erspart bliebe - das würde ich liebend gern sehen..’…keine Lust verspüren seine Zähne irgendwo rein zu hauen.“ Oh Mann, Seth hatte ja keine Ahnung, wie gerne er seine Zähne in etwas schlagen würde. Das Einzige, was ihn jetzt beruhigen und stärken konnte war tatsächlich eine gute Portion Blut. Doch Edward durfte jetzt nicht jagen. Er musste zu Carlisle. Bei aller Dummheit, die er an den Tag gelegt hatte, hatte er doch etwas Entscheidendes entdeckt. Es gab Substanzen, die er aufnehmen konnte und die eine bestimmte Wirkung bei ihm erzielt hatten. Vielleicht konnte man darauf etwas aufbauen, vielleicht gab es die Möglichkeit so etwas wie Ersatzblut chemisch herzustellen, vielleicht könnten die Zauberer mit ihren komischen Pflanzen und ihrem eigenartigen Wald ihnen helfen eines Tages nie wieder töten zu müssen. Doch er hatte jetzt keine Zeit über das Für und Wieder dieses eigenwilligen Erlebnisses zu brüten, sondern wurde von den drei Gestalten, die ihn mehr als präsent umstanden in die Gegenwart zurückgeholt.

Jacob hatte ihn, hyperaktiv wie immer an irgendeinen Baum geschleift, um ihn daran zu lehnen. Edward wusste, er musste seine Augen öffnen, musste in diese drei Gesichter sehen, diesen sechs Augen begegnen und sich seine ganz persönliche Portion Häme, Mitleid und Anklage abholen. Aber das hatte er wohl verdient und eigentlich war es ihm egal.

Seine Existenz hatte ihn wieder. Jede einzelne reale Stimme, jede Gedankenstimme, nebst allen anderen Geräuschen rundherum konnte er nun wie gewohnt in sich aufnehmen, präzise zuordnen und verstehen. Er stöhnte innerlich und öffnete seine Augen. Das erste was er sah, war das wirklich besorgte und gleichzeitig skeptische Gesicht von Seth. Er hielt seine Elena an der Hand und Edward lächelte leicht. Wie schön wäre es, wenn Bella jetzt hier wäre. Es wäre ihm egal, wenn sie ihn beschimpfen würde, Hauptsache sie wäre hier. Obwohl diese ganzen verdammten Geschehnisse keine fünf Tage her waren, als man Nessie und Jake entführt hatte, so fühlte es sich für ihn an, als hätte er seine Frau seit Monaten nicht sehen, nicht sprechen und vor allem nicht in den Arm nehmen dürfen. Sehnsüchtig schnüffelte er an seinem Shirt in der Hoffnung eine Spur ihres Duftes darauf zu finden. Doch das Einzige was er roch war der beißende Geruch der Wölfe und dieser noch viel schärfere Katzengeruch von Elena. Er hätte fast gelacht. Sie konnte ihn wirklich nicht leiden, doch für ihn roch sie von all diesen Gestaltwandlern tatsächlich noch am leckersten. ‚Du bist wirklich ein Freak Edward’. Er sammelte sich kurz und starrte dann zu Jakob, der wie gewohnt seine Hände in seine Hüfte stämmte und ihn fragend und mit einer nicht geringen Anklage im Blick musterte.

„Hallo Jacob. Danke für deine guten Vorschläge, aber ich bin mir meines Verhaltens mehr als bewusst und werde so bald wie möglich zu Carlisle gehen, um mit ihm über DAS zu sprechen. Du musst ihn nicht hierherbemühen. Er hat sich sicherlich ein wenig Ruhe verdient, nach unserer erst kürzlichen kleinen Reise.“ Er wusste das er gerade recht mies war, aber Jake schaffte es einfach immer ihn zu reizen. „Ach und wenn du es bitte unterlassen würdest mich wie einen Besenstiel zu behandeln, wäre ich dir dankbar. Wenn ich auf dem Boden liegen will, dann fände ich es erfreulich, wenn du mich da einfach lässt.“ Er stöhnte innerlich. Kein guter Anfang – warum tat er das? Er suchte Seth Blick und sah die unterschwellige Anklage darin. Sein Kopf begann erneut leicht zu pochen und er hielt sich eine Hand an seine linke Schläfe, als könne er es damit eindämmen.
„Es tut mir leid – ich bin….arrgh…ich bin ein wenig aus den Fugen. Es tut mir leid Jake, ich wollte dich nicht so angehen. Seth ich denke, es ist das Beste, wenn ich nach Hause gehe. Du solltest hier bei Elena bleiben, sie hat dich sicherlich schon entbehrt.“ Er lächelte Elena entschuldigend und freundlich an.
„Entschuldige Elena, dieser Ausflug war ganz und gar meine Idee, ich habe Seth sozusagen genötigt mitzukommen. Ich bin mir sicher, du wirst es zu schätzen wissen, wenn ich jetzt verschwinde. Ich ….“ Er hörte eine neue Stimme, leise aber markant.

Verdammt, welche Höllentore hielt das Schicksal heute noch alles für ihn weit geöffnet? Edward stöhnte hörbar und lies den Kopf zurück gegen den Baumstamm fallen. 'Gibt es denn gar kein Entkommen heute?' Er sog den Geruch der Umgebung auf und jetzt bestand tatsächlich keinerlei Zweifel mehr. Das Achselshirt –Emilio der HighSchoolHottie – als ob es Edward nicht schon mies genug ginge, tauchte jetzt auch noch ein fremder Wolf hier auf. Seth hatte gesagt, er hätte mit ihm gesprochen, also konnte er nur hoffen, das dieser Kerl nicht auf Streit aus war. Er roch eigenwillig, nach Blut. Jedoch nicht nach rein menschlichem Blut. Ob er gekämpft hatte. Aber wenn – mit wem?
Edward sah sich in Emilios Gedanken, umringt von den Anderen, die ihm den Rücken zukehrten. ‚Sie scheinen ihn unter Kontrolle zu haben’ dachte Emilio. Edward hätte am liebsten gelacht – ‚Armleuchter!’ Jetzt hatten ihn auch die Übrigen bemerkt und der Mexikaner ging auf Seth zu, nickte und reichte Jake seine Hand. „Hey Seth – Ich bin Emilio McJason“ Edward schmunzelte – er hatte Elena noch nicht einmal angesehen, dieser Macho. Oh, sie würde ihn mögen! ‚Schade, aber das werde ich leider nicht miterleben’ Er stand entschlossen auf, klopfte sich seine Hose ab, nickte Emilio zu und lächelte freundlich. „Ja, und ich bin Edward. Edward Cullen, du erinnerst dich vielleicht. Ich geh dann jetzt wohl mal nach Hause. Jacob, das sind sicherlich erst mal eure Angelegenheiten.“ Sein Blick hatte Emilio innerhalb kürzester Zeit abgemessen. Sein Shirt war blutverschmiert und an der Schulter zerfleddert. Er hatte gekämpft, offenbar mit einem anderen Wandler. ‚Na, das kann ja heiter werden!’ Er reichte Elena seine Hand: „Auf Wiedersehen Elena, ich hoffe, du kommst uns bald mal mit Seth besuchen.“

tbc: FW - Anwesen der Cullens - die Küche



Zuletzt von Edward Cullen am Mo Dez 10, 2012 5:21 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Jacob Black
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    So Nov 18, 2012 5:58 am



Als Edward sich regte, stand Jake auf und stemmte die Hände in die Hüften, wartend, dass der Vampir sein seltsames Verhalten einstellen würde und normal mit ihnen reden könnte.
`Mann, was hat der nur gefressen` dachte sich der Wolf und stellte sich eine riesige, bunte Pflanze vor, an der Edward leckte, und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Da schlug Edward die Augen auf und betrachtete erst Seth und Elena, ja, irgendwie sehnsüchtig, dann richtete er seinen Blick auf den Black. Jake sah Edward missmutig an. So kannte er Edward gar nicht.

Hallo Jacob. Danke für deine guten Vorschläge, aber ich bin mir meines Verhaltens mehr als bewusst und werde so bald wie möglich zu Carlisle gehen, um mit ihm über DAS zu sprechen. Du musst ihn nicht hierherbemühen. Er hat sich sicherlich ein wenig Ruhe verdient, nach unserer erst kürzlichen kleinen Reise.“

`Welche Vorschläge?` dachte Jake verwirrt. Doch der Vampir sprach schon weiter.
„Ach und wenn du es bitte unterlassen würdest mich wie einen Besenstiel zu behandeln, wäre ich dir dankbar. Wenn ich auf dem Boden liegen will, dann fände ich es erfreulich, wenn du mich da einfach lässt.“
Der Wolf musste erst einmal setzen lassen, was Edward ihm gerade an den Kopf geknallt hatte. Da machte er sich Sorgen, zum ersten Mal seitdem er Edward kannte, machte er sich wirklich Sorgen um den gottverdammten Blutsauger, dann kam er ihm so! Er verengte die Augen und knurrte leise.
Es tut mir leid – ich bin….arrgh…ich bin ein wenig aus den Fugen. Es tut mir leid Jake, ich wollte dich nicht so angehen. Seth ich denke, es ist das Beste, wenn ich nach Hause gehe. Du solltest hier bei Elena bleiben, sie hat dich sicherlich schon entbehrt.“

Er sah Edward herausfordernd an und dachte: `So, nachdem Du mich ja anscheinend wieder hören kannst, kann ich mir ja denken, dass du das größte Rindvieh bist, dem ich je begegnet bin! Das ist wohl der Dank dafür, dass ich dir helfen wollte, nachdem der ach so intelligente, reservierte und Ich – seh – immer- alles – schwarz – Edward so einen Mist macht und irgendwelches Grünzeug frisst!`
Frustriert schnaubte er laut aus. `Entschuldigung vorläufig angenommen, aber wir müssen noch reden!`

„Entschuldige Elena, dieser Ausflug war ganz und gar meine Idee, ich habe Seth sozusagen genötigt mitzukommen. Ich bin mir sicher, du wirst es zu schätzen wissen, wenn ich jetzt verschwinde.“ `Nicht nur sie` dachte Jake.
„ Ich ….“ Edward stockte mitten im Satz, und in dem Moment hörte Jake im Wald jemanden laufen. Er sah in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war.
Da trat ein junger Mann zwischen den Bäumen hervor, das T – Shirt zerrissen und voller Blut. Na super! Wenn der auf Stress aus war, den konnte er gerne haben. Jake stellte sich vorsichtshalber einen halben Schritt vor Seth und Elena. Die beiden standen unter seinem persönlichen Schutz, und Jake war bereit, sich jederzeit zu verwandeln. Edward konnte ja anscheinend wieder auf sich selber aufpassen. Der Fremde nickte Seth zu und gab Jake die Hand. „Ich bin Emilio McJason.“ Der Neue streckte dem Black die Hand hin. Jake zögerte, bevor er einschlug. Mit wem hat er denn gekämpft? Gibt es hier noch mehr Wandler? Die Wunden stammten eindeutig von einem Wandler und nicht von einem Vampir.
Edward stand auf und mischte sich ein.
„Ja, und ich bin Edward. Edward Cullen, du erinnerst dich vielleicht. Ich geh dann jetzt wohl mal nach Hause. Jacob, das sind sicherlich erst mal eure Angelegenheiten. Auf Wiedersehen Elena, ich hoffe, du kommst uns bald mal mit Seth besuchen.“ Er schüttelte ihr die Hand.

„Ich bin Jacob Black, und das hier ist Elena Wilson.“ Der Black antwortete diesem Emilio vorsichtig und sah Seth fragend an, bevor er sich wieder an Emilio wandte. „Was führt dich zu uns?“
Er blieb den halben Schritt vor den anderen stehen, schon alleine um seine Leitwolfposition zu betonten. Denn eins hatte er in seinen Wandlerjahren schmerzhaft lernen müssen: Bist du ein Leitwolf, bleibst du ein Leitwolf, und das mach anderen Wandlern von Anfang an klar.
Er verschränkte die Arme vor der Brust und wartete auf eine Antwort von dem Fremden.
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BeitragThema: Re: Vor den Häusern    Mi Nov 21, 2012 10:03 am

Mit einem eher undurchsichtigen Gesichtsausdruck blickte Elena auf Edward hinunter, als dieser schließlich seine Augen öffnete. In seinen fast schwarzen Augen lagen eine Verzweiflung und noch etwas, was Elena nicht entziffern konnte. Es sah beinahe aus wie … ja wie Hunger. Konnte das denn sein? Skeptisch zog sie die Augenbrauen zusammen und ignorierte die Tatsache, dass es wirklich unhöflich war, jemanden derart anzustarren. Viel lieber konzentrierte sie sich jetzt auf das boshafte Gemurmel des Vampirs. Anstand hatte er wohl auch keinen mehr. Jacob hatte es schließlich nur gut gemeint. Elena hätte nur zu gerne trotzig die Arme vor der Brust verschränkt, aber das hätte bedeutet, dass sie Seths Hand loslassen musste und das wollte sie nun auch nicht. Also begnügte sie sich damit, Edward finster anzustarren. Er klang wirklich wie ein alter Greis, der gerade die Jugend von heute verfluchte. Aber wer wusste schon, wie alt er wirklich war. Vermutlich kam das sogar hin.
Elena konnte nicht anders als wütend zu schnauben. Hatte dieser alte Mann denn gar keinen Respekt? Anscheinend nicht. Seth und Jacob schienen genauso wenig begeistert von seiner Reaktion zu sein und der Alphawolf knurrte sogar verhalten. Dann aber veränderte sich etwas in Edwards Augen. Er hielt sich den Kopf, wie als hätte er Migräne. Verhalten entschuldigte er sich und sprach dann Elena selbst direkt an. Er sagte, dass der Ausflug ganz allein seine Idee war und Seth bloß um seinetwillen mitgekommen war. Was? Konnte der Kerl jetzt etwa ihre Gedanken lesen? Oder war es so offensichtlich, dass sie etwas gegen seine Anwesenheit hatte? Vermutlich letzteres, denn sie gab sich nicht gerade Mühe, es zu verbergen.

Erneut veränderte sich etwas in der Stimmung und sie spürte, wie sich ihre Nackenhaare aufstellten. Edward stockte mitten im Satz und auch Jacob und Seth spannten sich an. Irgendetwas ging vor sich, nur wusste sie nicht ganz, was es war. Erst, als sie die Ohren spitzte, hörte sie es. Schritte auf dem trockenen Laub, das Knacken von Ästen, Tiere die aufgescheucht wurden von einer Gestalt, die ihre Ruhe störte. Was auch immer es war, es bewegte sich auf sie zu, doch keiner der Anwesenden machte sich die Mühe, zu fliehen. Also mussten sie denjenigen kennen, oder?! Zumindest dachten sie, dass sie stärker waren, wenn sie nur gespannt darauf warteten, dass es sich offenbarte.
Je näher es kam, desto klarer wurde Elena, dass es sich um einen Menschen handelte. Sie konnte seinen Herzschlag deutlich vernehmen. Und als derjenige nur noch durch einige der Bäume von der Gruppe getrennt war, wusste sie auch, dass es sich um einen Wandler handelte. Sie erkannte den bekannten Geruch, der doch seine eigene Note trug. Sein Herzschlag war schneller als der von normalen Menschen. Aber da war noch etwas anderes, eine andere Note, die ihr beißend durch die Glieder fuhr. Und als schließlich eine bekannte Gestalt durch die Bäume trat wusste sie, dass es Blut war, dessen salzig, eisenhaltigen Geruch sie so abstoßend empfand. Sie hatte immer Wunden und Blut sehen können und sich nie irgendwie unwohl gefühlt, wenn sie eine der zahlreichen Verletzungen von Cathy hatte verarzten müssen. Aber jetzt, wo sie viel sensibler gegenüber solcherlei Gerüchen war, zog sich ihr fast leerer Magen schmerzhaft zusammen.
Sie kannte den Jungen, der ihnen gegenüberstand. Er war aus ihrer Schule und genau der Typ Mensch, den sie nicht leiden konnte. Aufgeschlossen, laut und der Meinung, sich jedem anderen mitteilen zu müssen, ob derjenige es nun hören wollte oder nicht. Sie wusste, dass er irgendeinen südländischen Namen hatte, mehr aber nicht. Erkennen blitzte auch in seinen Augen auf, doch mehr als einen kurzen Blick und ein schiefes Lächeln, dass wohl nett wirken sollte, bekam sie nicht von ihm. Es kostete Elena alle Mühe ein Fauchen zurückzuhalten. Erst jetzt merkte sie, dass sie ihre Hände zu Fäusten geballt hatte und dabei Seths Hand wohl schmerzhaft zusammendrückte. Schnell lockerte sie ihren Griff und schielte entschuldigend zu Seth auf. Der jedoch konzentrierte sich ganz auf den Eindringling, überließ das Reden aber Jacob, der inzwischen einen halben Meter vor Elena und Seth stand, vermutlich um seine Rolle in diesem Spiel deutlich zu machen. Doch im Gegensatz zu ihrer ersten Begegnung war sie ihm jetzt dankbar. Sollte er sich mit diesem Kerl herumschlagen. Sie selbst verspürte nicht wirklich den Drang, sich mit ihm diplomatisch zu unterhalten. Denn was anderes sollte das hier sein, wenn nicht ein Abstecken der Territorien. Eindeutig war er ein Wandler und entweder er wollte dem Rudel beitreten oder irgendwelche Rivalitäten klären. Was auch immer es war, Elena wollte nicht mit hineingezogen werden. Eigentlich hatte sie mit Seth allein sein wollen, weil ihr eine Idee im Kopf herumspukte, die sie mit ihm besprechen wollte. Aber das musste sie wieder auf später verschieben.
Mit zusammengekniffenen Augen beobachtete Elena, wie Emilio und Seth sich fast freundschaftlich begrüßten. Hieß das etwa die beiden kannten sich?? Na super, was Seths Freundeskreis anging musste sie sich wohl wirklich darauf einstellen, an ihrer Sturheit zu arbeiten, denn wenn das so weiter ging, hatte sie ein echtes Problem.
Seufzend lauschte sie den Worten der Anwesenden. Emilio, genau, so war sein Name. Sie erinnerte sich. Er war ihr oft in der Schule aufgefallen, natürlich war er das. Die Augen verdrehend lehnte sie sich an Seth, gelangweilt und nicht im Geringsten daran interessiert, hier länger als nötig zu bleiben.
Edward hatte jetzt das Wort ergriffen, der auf einmal genauso darauf brannte, zu verschwinden. Zum Abschluss reichte er ihr die Hand und sagte, dass er hoffte, sie bald wiederzusehen. Verblüfft konnte sie nichts anderes tun, als ihm die Hand zu schütteln und ihm hinterher zu sehen, wie er blitzschnell im Wald verschwand. Ein seltsames Wesen, dieser Edward Cullen… Nur mit halbem Ohr bekam sie mit, wie Jacob erst sich selbst und dann Elena vorstellte. Sie wollte nur, dass diese ganze Geschichte hier schnell vorbei ging. Was interessierte sie schon dieses Rudelgehabe? Noch gehörte sie keinem an und wenn sie Emilio so ansah wollte sie das auch nicht. Zumindest nicht, wenn er dazu gehörte.
Mensch, sie war wirklich wieder herzallerliebst. Sie musste aufpassen, dass sie nicht vollkommen verbittert wurde… Kopfschüttelnd verdrängte sie die aufsteigenden Gedanken an ihre Schwester, die immer einen perfekten Gegenpol zu ihr dargestellt hatte mit ihrer offenen, freundlichen Art. Das war nicht richtig. Nicht hier. Deswegen konzentrierte sie sich doch vollkommen auf die beiden Männer, die sich ansahen, beide abwartend, was als nächstes folgte. Sie konnte nur hoffen, dass sie nicht so stur waren, dass sie das hier unnötig in die Länge zogen.
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