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Twilight & Harry Potter Crossover
 


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 Vivre la Révolution

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Salazar Ceberus
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BeitragThema: Vivre la Révolution   So Aug 12, 2012 3:27 am

es spielen:

Claire
und Aro

Die Geschichte handelt von der ersten Begegnung Claires und Aros. Beide treffen in Frankreich zur Zeit der französischen Revolution aufeinander. Fasziniert von Claires Gabe übernimmt Aro bald eine Art Mentorenrolle. Gemeinsam agieren sie während der Revoltution und versuchen die politische Lage nach ihren Vorstellungen zu manipulieren.
Als Aro Frankreich verlässt, folgt Claire ihm kurze Zeit später, ohne allerdings zu ahnen, welche Rolle der Volturimeister in Italien spielt und welches Amt er dort bekleidet.
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Aro
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   So Aug 12, 2012 11:28 am

Der schmale feingliedrige Mann lächelte den kleinen Jungen an, der ihm keck sein von mehreren Gebrauchsspuren gekennzeichnetes Holzgewehr entgegenhielt. Der Kleine war ärmlich gekleidet, wie die meisten der zahlreichen Kinder, die hier in den erbärmlichen, heruntergekommenen Unterschlüpfen des Pont Neuf ihr elternloses Leben meisterten.
Im Gegensatz zu dem vielleicht zehnjährigen war der Mann von tadelloser Erscheinung. Seine gelben Kniehosen steckten in blankgeputzten Umschlagstiefeln. Er trug einen schwarzen einfachen Tuchrock und darüber einen weiten, knöchellangen schwarzen Reiseumhang, an dessen Revers eine hübsche blau-weiß-rote Kokarde prangte. Der Mann hatte außergewöhnlich gepflegtes langes schwarzes Haar, dass er im Nacken mit einem schwarzen Tuch zusammengebunden hatte. Seine fast schwarzen Augen, die einen ungewöhnlichen rötlichen Schimmer hatten, ließen darauf schließen, dass er trotz seiner hellen Haut aus einem der südlichen Länder stammte.

„Nun, willst du mich aufschlitzen mein kleiner Jakobiner. Du bist ein wahrhaft furchteinflößender Soldat!“ Der Mann schmunzelte über das grimmige Gesicht des Kleinen.
„Ja, du bist böse, du bist keiner von uns. Ich darf keine Fremden vorbeilassen.“ Der Herr lachte amüsiert und zog wohlwollend seinen Mantel nebst Frack zur Seite. Darunter lugte ein grobes Seil hervor, dass er sich wie einen Gürtel um die Taille geschlungen hatte.
„Siehst du das mein kleiner Freund. Ich bin ein Mitglied der Cordelies, ich bin ein guter Freund von Monsieur Marat.“ Der Kleine machte große Augen und starrte den fremden Mann ehrfürchtig an. Der Mann lachte leise, sah sich kurz um und nahm dann die Hand des Jungen, um ihn ein Stück mit sich in eine der engen Gassen zu ziehen. Niemand interessierte sich für sie, beobachtete die kurze Szene. Niemand hörte den überraschten hohen Aufschrei des Kindes und sah, wie der Mann seine Zähne in den Hals des Kindes schlug und begierig sein Blut aussaugte. Niemand interessierte sich in diesen Junitagen im Paris des Jahres 1793 für das Schicksal der Kinder des Pont Neuf.

Lässig und selbstgefällig richtete sich der Mann in dem dunklen Mantel von dem leblosen Körper des Kindes auf. Sein Gesicht spiegelte Begeisterung und absoluten Genuss und Zufriedenheit wieder. Keinerlei Spuren, nicht ein einziger Tropfen Blut an seinen Lippen zeugten von der Tat, die er soeben begannen hatte. Stolz warf er seinen Haarzopf nach hinten und schlenderte lässig in Richtung Hotél de Ville. Er zog einen kleinen Packen Briefe aus seinem Mantel und lächelte freundlich.
Sie waren so einfältig, so von ihrer Großartigkeit überzeugt. Es war ein Leichtes gewesen mit diesem machtgierigen Marat und seines Freundes Robespierre in Kontakt zu treten und mit ihnen eine nun bereits jahrelange Korrespondenz zu führen. Sie waren blind in ihrer Arroganz und blind gegenüber dem Niedergang ihres Volkes, den sie provoziert hatten. Pah! Sie predigten Freiheit, dabei dürstete es sie nach der gleichen Macht, dem gleichen Reichtum, den sie ihrem Herrscher hinterhältig geraubt hatten. Sie waren nichts – Bauernlümmel – dumme menschliche Maden.

Aro Volturi leckte sich einletztes Mal über seine schmalen Lippen. Seine feinen aristokratischen Züge spiegelten seine Emotionen wieder. Wie er ihn liebte, diesen unvergleichlichen Genuss, den ihm nur das frische Blut eines Kindes bereiten konnte. So rein, so unschuldig, so süß! Goldene Zeiten für Seinesgleichen wo und wann immer die menschliche Rasse beschloss im Krieg gegeneinander aufzumarschieren. Zu keinen Zeiten wurden ihnen, den Vampiren dieser Welt, so uneingeschränkte Quellen frischen Blutes, mannigfaltiger Opfer dargeboten wie in den Tagen des Krieges.
Aro liebte es – er liebte es, sich in ihre dummen Auseinandersetzungen einzumischen, sie aufzuwiegeln und ihre Zwistigkeiten nach Möglichkeit zu verlängern. Es gab keine Vernunft im Krieg und er tat alles dafür, die wenigen Vernünftigen zu dezimieren. Schnell waren ihre anfänglichen Zweifel in den Wind geschlagen und sie hatten ihren König hingerichtet. Das laute, amüsierte, fast gackernde Lachen Aros schallte durch die engen Gassen.
Sie schlugen dem einen Diktator den Kopf ab, um den nächsten auf den Thron zu setzen. So vorhersehbar, so machtbesessen – so menschlich! Ah, das Blut des Kleinen hatte ihm gut getan. Er würde sich morgen einen weiteren ‚Kleinen Snack’ gönnen. Vielleicht wäre er unmäßig und würde sich einen Säugling besorgen. Aro schloss genießerisch die Augen. Niemand hielt ihn auf, niemand erkannte ihn, es war berauschend.
Seit über drei Jahren war Frankreich sozusagen die Futterkammer der Volturi, denn Heidi eine ihrer besten Jägerinnen organisierte seit vielen Monaten Flüchtlingskaravanen durch die Alpen von Frankreich nach Italien. Unter der Versprechung ihren Kindern Obdach und Arbeit zu geben, schickten die Bauern, Bürger, ja selbst Adlige ihre Sprösslinge über die weite Route gen Süden. Sie würden sie nie wiedersehen, warum auch – sie produzierten zuverlässig neue! Aro hatte schon immer den Willen der Menschen bewundert, diesen Globus mit ihren Nachkommen zu übervölkern.
Es erschien ihm geradezu als Segen, dass er und seine Familie dieser Entwicklung so effektiv entgegenwirken konnten.

Mit schnellen, fast schwebenden Schritten strebte Aro auf den Versammlungsort der ‚Cordelieres’ in der Rue de Dauphine hin.
Ein Schatten passierte seinen Weg. Ein Mensch hätte es nicht bemerkt, hätte geglaubt es wäre ein Wind, ein Lufthauch gewesen, doch Aro wusste es besser. Eine Kreatur, die in rasender Geschwindigkeit aus einer Seitenstraße gelaufen war, verschwand in südlicher Richtung. Aro schnupperte. Hmm, was mochte die Kreatur jagen? Wer auch immer diese Kreatur war, sie hatte einen angenehmen Duft.
Aro hatte schon immer Begeisterung dafür empfunden anderen bei der Jagd zuzusehen. Die brachiale Macht, die bei diesem Akt freigesetzt wurde erfüllte ihn mit Stolz. Wie der Stolz eines Vaters, der seinen Kindern bei den ersten Gehversuchen zusehen darf.
Natürlich waren sie nicht alle folgsam und vor allem vorsichtig. Diese mussten diszipliniert werden, doch im Großen und Ganzen machten sie ihn stolz – seine Artgenossen, seine Kinder.
Erneut zog er den unbekannten süßen Duft ein und entschloss sich ihm zu folgen. Ein weiteres kleines Vergnügen in dieser Nacht. Wer sollte es ihm verwehren?
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Claire
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   So Aug 12, 2012 11:43 am

Paris. Eine Stadt voller Leben, voller Hoffnung und voller Träume. Das galt zumindest für all Jene, die das nötige Kleingeld hatten sich das zu erkaufen. Denn gleichzeitig glich sie einem Ungeheuer, welches nur darauf wartet, eben all das Gute und Schöne zu verschlingen, in seinem grausamen Schlund aus dreckigen Gassen, leblosen Straßen und hässlichen Fassaden, bis nichts außer Mord, Verrat und Tod übrig blieb. Die Stadt war so zerspalten wie eh und je. Die Revolution war im vollen Gange, überall wurden Menschen hinterrücks umgebracht, hingerichtet. Die Menschen hatten eine Tötungsmaschinerie in Gang gesetzt. Eben jener würden sie selbst zum Opfer fallen. Sie predigten wie der Messias von Gleichheit, Freiheit und vom Frieden, während sie herumzogen und sich gegenseitig niedermeuchelten. Der König war hingerichtet, die Republik lebte und das Volk erstickte an seinem selbst gewählten Schicksal. Das Chaos und Schrecken hielt Einzug in den Straßen und Gassen der gespaltenen Stadt.

Eben dort in diesen Gassen, die nichts von der Schönheit des Palastest zu sehen bekommen hatten, nie zu sehen bekommen würden, schlich eine Gestalt umher. Wie ein Gespenst jagte sie durch die dreckigen Gassen, die voller Schmutz waren. Überall tummelten sich Ratten und schlimmere Viehzeug. Es stank erbärmlich, doch diese Kreatur, es war kein Mensch, störte das alles nicht. Auch wenn ihr Sinn für Gerüche stärker ausgeprägt war, als bei einem Menschen, so hielt sie sich nicht daran auf, dem allgegenwärtigen Gestank Beachtung zu schenken. Lieber rannte schnell und immerhin schnell durch das Labyrinth aus Straßen. Sie folgte einer unsichtbaren Spur. Eine Spur, die für sie so hell und klar erkennbar war, dass sie sich kaum konzentrieren musste um sie nachzuvollziehen. Wie ein helles Band leuchtete sie vor ihren Augen auf und kennzeichnete ihr so den Weg. Immer weiter jagte sie durch die Nacht und den Nebel auf der Suche nach der Quelle des Geruches. Es war nicht leicht in dieser Zeit etwas zu finden, dass nicht krank und verkrüppelt war. Die Gestalt, zweifelsohne eine Frau vielleicht eher ein Mädchen, fand es zwar wunderbar, dass Mord zu etwas alltäglichen geworden war, doch hatte sie auf keinesfalls vor ihren Standard den Gepflogenheiten der Menschen anzupassen und den Schmutz der Straße zu nutzen. Nein ihr reichten die die Krüppel und Huren, die räudigen Diebe und Hehler nicht, die krank und dreckig in den dunklen Ecken saßen. Sie wollte das Reine und Gute. Etwas, was nur noch wenigen Leuten anzuhaften schien. Dabei ging es vorrangig nicht um das äußere Erscheinungsbild dieser Person, sondern um ihren Geruch. Der Geruch ihres Blutes.

Das Wesen stoppte vor einem Eingang einer Gasse. Sie war komplett in schwarz gehüllt und fast schien es, als wäre sie eins mit der Dunkelheit. Die zarten Füße steckten in schwarzen Stiefeln, die bis zu den Knien reichten. Untypisch für eine Frau und fast schon ketzerisch anmaßend trug, was auch immer es oder sie war, Männerhosen. Enganliegend und schwarz schmiegten sie sich perfekt an ihre Beine. Ein Gürtel hielt sie an Ort und Stelle. Ordentlich war ein schwarzes Hemd in den Bund der Hose gesteckt. Es war bis nach oben hin zugeknöpft, verbarg aber nicht die zarte Weiblichkeit darunter. Um die Schultern hing ihr ein schwarzer Reiseumhang, der fast den Boden berührte. Zusammengehalten wurde er von einer wunderschönen, filigranen Spange, zwei Schwalben, die die Flügel spreizten und fast davonflogen. Das war das einzige, das nicht schwarz sondern silbern war. Auf dem Kopf der Gestalt thronte ein schwarzer Dreispitz, der die blonden Locken, die sich normalerweise auf dem Kopf des Wesens ringelten, gut verbarg. Zu auffällig wäre der weizenfarbene Ton in einer Nacht wie dieser gewesen.

In der besagten Gasse befand sich nur eine Person. Ein Mädchen, vielleicht 13,14 Jahre alt, welches hektisch versuchte die Tür zu einem kleinen Zimmer aufzuschließen. Sie trug einen zerschlissenen Rock und eine kaputte Jacke. Es war frisch draußen, obwohl es Sommer war. Die Gestalt am Ende der Gasse legte ihr raubtierhaftes Grinsen ab und setzte ein sonniges, nettes, freundliches dafür auf. Rasch war sie lautlos hinter das junge Ding getreten. „Kann ich dir helfen junges Fräulein? Du solltest so spät nicht alleine draußen sein. Haben dir das deine Eltern nicht gesagt?“

Ein Schrei durchriss die Stille die sie alle umgab. Das Mädchen dreht sich zitternd um. „Verzeihung. Ich habe sie nicht gesehen. Und meine Eltern sind tot, sie können mir nichts mehr sagen. Und nein, sie können mir nicht helfen.“ Trotzig regte die kleine ihr Kinn hervor und machte sich wieder daran ihre Tür zu öffnen. Genervt verdrehte Claire die Augen. Natürlich war es gut für sie, dass diese Göre eine Waise war. Und das hatte sie sicher der Revolution zu verdanken, doch die Kinder wurden immer selbständiger und hielten sich für Marat persönlich. Aber die blonde Vampirin schenkte dem Mädchen ein wunderschönes Lächeln. Zu schade, dass weibliche Menschen nicht wie die meisten ihrer männlichen Opfer unter Tränen zusammenbrachen und etwas von der Erlösung stammelten. Die junge Dame vor ihr begnügte sich damit, ihre Augen aufzureißen und ein Gebet zu murmeln. Claire war das nur recht. Angst im Blut schmeckte nicht.

Schnell und geschickt zog der blonde Engel das Mädchen zu sich und biss ihr in den Hals. Sobald der erste Tropfen Blut über ihre Kehle rann, konnte sich Claire nicht länger beherrschen wie ein Tier biss sie wieder und wieder zu, bis kein Schluck des Lebensnecktar mehr in dem kleinen, nun halb zerfetzten, Körper mehr übrig war. Zufrieden mit sich und der Welt schleuderte sie die Leiche in eine Ecke und konzentrierte sich kurz.

Alles um sie herum verschwamm und begann sich zu bewegen. Jedes einzelne Molekül trat auf ihren Radar, auch die ihres Opfers. Innerhalb einer Sekunde hatte sie die Bestandteile ihrer Mahlzeit dazu gebracht, sich unheimlich schnell zu bewegen. So schnell das die Reibung dazu führte, dass das die Hitze die Leiche selbstverbrannte. Und schon gab es für Claire keinen Grund mehr länger hier zu verbringen. Gerade als sie weiter laufen wollte, merkte sie, dass sie beobachtete wurde. Jemand stand hinter ihr, am Ende der Gasse und betrachtete sie. Claire wusste nicht, wie sie reagieren sollte. Sicherheitshalber erstarrte sie und begab sich in einer für Menschen unsichtbaren Bewegung in eine Verteidigungshaltung.

Ihren Hut hatte sie beim Speisen verloren, er war ihr vom Kopf gefallen und nun bewegten sich ihre Haare sanft im Wind. Sie waren das einzige, was sich jetzt an ihrem Körper noch bewegte. Gleich einer Statue stand sie in der Gasse und wartete geduldig auf eine Reaktion.
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Aro
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   So Aug 12, 2012 10:23 pm

Eine angstvolle Stimme war das erste, dass Aro ankündigte, dass die kleine Unterhaltungseinlage bereits begonnen hatte. Er huschte schnell in einen Türeingang, von dem aus er das Szenario bestens beobachten konnte. Der süße Duft des Vampires, der seinen Weg gekreuzt hatte war dominant über die Straße verteilt. Er war ganz in schwarz gekleidet, mit einem Dreispitz auf dem Kopf. Aro verzog leicht schmollend seinen Mund. Er hätte zu gerne das Gesicht des Mannes gesehen, die Gier in seinen Augen, der Moment in dem er zubiss, sich gehen ließ. Spannung ergriff Aro und seine Hände vergruben sich leicht in den weichen Sandstein der Türeinfassung.
‚Hmm, ob er erst mit der Kleinen spielen wird?’ Er sah, wie der Vampir dem Mädchen, dass vor Angst erstarrt schien noch näher kam. Kein Schrei, kein Versuch zu fliehen ging von dem Kind aus, nur die leisen hastigen Worte eines Gebetes entflohen ihren zitternden Lippen. Wie ausgesprochen überflüssig und banal. Als ob ihr irgendeine Gottheit helfen konnte, als ob es einen Gott gäbe, der ihr helfen wollte! Aro lehnte sich erwartungsvoll zurück und spürte, wie die Lust sich ebenfalls an dieser Mahlzeit zu beteiligen von ihm Besitz ergriff. Doch er würde diesem Jäger nicht seinen Spaß verderben. Das hatte er wahrlich nicht verdient.

Da! Mit einer schnellen Bewegung lag seine schmale weiße Hand am Hals des Kindes, zog versiert ihren zitternden Körper an sich und vergrub sein immer noch abgewandtes Gesicht in der nun frei dargebotenen Halsbeuge des nur kurz aufschreienden Mädchens. Sofort erfüllte der Duft ihres frischen, rasenden Blutes die Luft und legte sich köstlich auf Aros Zunge und Geruchsnerven. Begeistert verfolgte der Beobachter wie der schwarz gekleidete Vampir seiner Natur freien Lauf ließ, wie er die Halsschlagader mit mehreren Bissen geradezu aufriss, um gierig und brutal das schwallartig hervortretende Blut aufzusaugen, zu lecken und bis zum letzten Tropfen in sich aufzunehmen. Einige benommen klingende Seufzer der Wonne entwichen dem Jäger und Aro konnte ihn nur zu gut verstehen. Es gab nichts berauschenderes, als das frische Blut eines jungen Menschen. Das Menschlein hatte mit seinen Armen einen kläglichen Versuch unternommen seinen Angreifer von sich zu stoßen, erreichte damit allerdings lediglich, dass der elegante Dreispitz von seinem Kopf gestoßen wurde.
Aros Augen weiteten sich und die Freude der Erkenntnis durchströmte ihn.
Eine Frau, ein Mädchen mit geradezu goldenen, wunderschönen Locken verbarg sich hinter der schwarzen Verkleidung.
„Piccolo Angelo! Che Commovente!“ Aro hauchte die Worte so leise, dass die junge Vampirfrau ihn nicht hören konnte, schon gar nicht solange sie in ihrem eigenen animalischen Rausch gefangen war. Er stand völlig reglos und beobachtete ihre Anmut und den so unvergleichlichen Kontrast, den ihre goldenen Locken gegen den blutüberströmten Hals und das bleiche Decolletè der Sterbenden bildete. Sie hatte sich absolut gehen lassen, hatte ihr Mahl mehr als genossen und auch das gefiel Aro über die Maßen. Sie liebte es – so wie er.

Interessiert sah er zu, wie sie in einer flüssigen Bewegung den nutzlosen Körper von sich warf und für einen Moment konzentriert vor ihm stehen blieb. Den Regeln entsprechend, würde sie sicher überlegen, wie sie den Kadaver entsorgen konnte. Die Regeln der Vampire waren einfach aber notwendig. Sie durften nur im Verborgenen jagen, kein Aufsehen erregen und vor allem mussten sie die Spuren ihrer Tat verwischen. Aro war gespannt, wie dieser blonde Engel das zu tun gedachte und freute sich insgeheim darauf Zeuge ihres Erfindungsgeistes zu werden.

Die Vampirfrau starrte den leblosen Körper an, der eigenwilliger weise zu dampfen begann. Fasziniert und innerlich jubelnd wurde Aro Zeuge, wie der Körper sich selbst entzündete und von den lodernden Flammen verzehrt wurde, um in wenigen Minuten zu Asche zu zerfallen.
Die Vampirfrau löste ihren Blick und schien sich abwenden zu wollen, als sie ihres Beobachters gewahr wurde. Sie erstarrte augenblicklich, blieb immer noch mit dem Rücken zu ihm gewendet stehen und spannte ihren ganzen jetzt reglosen Körper kampfbereit an. Sie war sicher keine Neugeborene, denn sie verhielt sich absolut geschult. Aro musste sich ihr zeigen, musste ihr offenbaren wie sehr sie und ihr Tun ihm gefiel. Beglückt klatschte er lässig in seine Hände und lachte leise.
„Che mozza il respiro! Welch ein Talent, welch eine unverhoffte Freude.“ Er schwebte leise um die schmale Statur und sah ihr trotzdem genügend Abstand gebend in das konzentrierte, jedoch entspannte fast puppenhafte Gesicht. Sie war für eine solch junge Kreatur – Aro schätzte sie nicht älter als 17 zur Zeit ihrer Verwandlung – recht groß und die Silhouette ihres Körpers verriet eine sehr zarte, zierliche Statur unter diesen Männerkleidern. Ihr Blick war distanziert aber offen und entschlossen. Ja, sie war schon seit langem in dieser Existenz. Ob sie immer allein gewesen war? Ob sie einen Gefährten hatte, oder zu einem Zirkel gehörte?
‚So jung, so inspirierend – so schön!’ Aro fühlte sich beschenkt, glücklich und voller Dankbarkeit ob diesen Treffens.

Er verneigte sich hoheitsvoll, nicht ohne sein Gegenüber aus den Augen zu lassen und funkelte sie mit seinen dunkelroten Augen freudig an.

„Ich bitte vielmals um Verzeihung, doch ich wanderte allein durch diese Straßen und wurde deiner gewahr. Ich wollte dich sicher nicht stören, doch du jagtest mit einer solchen Intensität, das hat mir sehr gefallen. Auch dein kleines ….Talent….du scheinst sehr außergewöhnlich zu sein. Ich bin erst heute nach Paris gekommen und suche ein wenig Zerstreuung. Die Umstände sind derzeit recht hübsch für unsereins in dieser Stadt, findest du nicht auch. Ich dachte ich sollte mich beeilen um auch ein wenig daran teilhaben zu können, nicht dass sie ihren dummen Krieg beenden, das wäre doch wirklich zu schade. Erlaube mir, dass ich mich dir vorstelle. Ronaldo – für gewöhnlich wandere ich in Italien.“ Er lächelte sie hoheitsvoll jedoch freundlich an. „Was hältst du davon meine Liebe, wenn wir ein wenig plaudern?“
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Claire
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Mo Aug 13, 2012 12:15 am

Ein Vampir, dass hatte sie schon vorher erkannt trat aus dem Schatten der Gasse. Er war edel gekleidet und bewegte sich mit einer lockeren Selbstsicherheit, die fast an Arroganz grenzte. Dabei merkte man, dass er keinesfalls ein Neugeborener war. Dafür hatte er viel Zuviel Selbstbeherrschung. Er schein fast zu schweben, ein weiterer Indikator für sein hohes Alter, als er langsam auf sie zu kam und sie umkreiste. Dabei war es nicht unangenehm, er warte immer den richtigen Abstand. Seine Stimme füllte leise die Stille der Nacht aus. Mit engelsgleicher Zunge machte er ihr ein Kompliment für ihre Gabe.

Sie wusste, dass sie etwas wundervolles ihr eigen nennen konnte. Viele anderen Vampire, die sie zusammen mit Silas getroffen hatte, waren ebenfalls mit solchen Geschenken ausgezeichnet gewesen, auch wenn sie persönlich noch nie eine solch machtvolle wie die ihre gesehen hatte. Es erfüllte Claire mit Stolz sich von der Masse abheben zu können. Es hielt sie gewissermaßen bei Verstand und gab ihr die Energie, die sie brauchte um weiter zu existieren. Der Mann blieb nachdem er seinen Zirkel um sie beendet hatte, stehen und verbeugte sich leicht. Natürlich war es eine Geste des Respekts, auch wenn er sie dabei mit seinen dunklen, roten Augen fixierte.

Auch er schien von der Jagd zu kommen, denn seine Augen schimmerten in der Dunkelheit und ihn umgab ebenjene Aura, die Vampire ausstrahlen, wenn sie gerade ein Opfer niedergestreckt hatten. Falls es möglich war strahlten sie noch mehr aus ihrem Inneren heraus. Fast war es so, als würden sie leuchten. Andererseits konnte es Claire auch nur so vorkommen, denn dieser Vampir war faszinierend. Anderes als alle ihrer Art, die bis jetzt kennen lernen durfte. Normalerweise hätte sie feindselig reagiert, wenn ein Fremder sie bei der Jagd gestört hätte, doch hier passierte etwas. Das spürte sie ganz deutlich. Etwas umgab diesen Fremdling, dass sie neugierig machte. Außerdem war sie nun fast ein ganzes Jahr allein. Nach all den Dekaden mit Silas hatten sie beschlossen, dass es das Beste sei, wenn sie sich trennen würden. Claire hatte ihn nicht geliebt, auch wenn sie es gesagt hatte. Sie hatten das Bett wie Mann und Frau geteilt und waren unter falschen Namen als Eheleute gereist. Doch tief in ihrer Seele wusste die blonde Vampirin, dass es eine reine Symbiose gewesen war. Eine Zweckgemeinschaft, die sie beide am Leben gehalten hatte. So sehr ihr das bewusste war, so sehr und so schmerzlich vermisste sie die Gesellschaft eines anderen.
Zu dieser Zeit wüteten viele Neugeborene durch das Land. Zweifelsohne Produkte von Älteren, die einfach zu dumm und leichtsinnig gewesen waren. Aber dieser Verantwortung wollte sich Claire nicht stellen. Zu schnell war ein Unglück passiert und sie würde die Rechenschaft dafür ablegen müssen. Das wollte Claire genau so wenig, wie allein sein.

Aus diesem Grund hörte sie dem Fremden, der sich als Ronaldo, vorstellte zu. Er sei erst heute nach Paris gekommen, sei eigentlich aus Italien. Ihr Talent und ihre Jagd haben ihn angelockt und sie etwas Besonderes. Seine Stimme hauchte jedem seiner Worte Leben ein und fast schien es Claire, als würde Honig aus seinem Mund tropfen anstatt der leblosen Worte, die er eigentlich verlauten ließ. Er lud sie ein, ein wenig zu plaudern. Ein Angebot, dass Claire, einsam wie sie sich fühlte, dankend annahm. Ihrerseits knickste sie nun höflich, tat es ihm jedoch gleich und wandte nicht die Augen ab.
„Bonjour, oder besser bonsoir, Ronaldo. Mein Name ist Claire. Einst lebte ich hier, in Paris. Doch ich wanderte viel um her. Schlussendlich bin ich meiner nun so zerrütteten Heimatstadt treu geblieben und kehrte vor ein paar Jahren zurück. Natürlich kommt unsereins die neue politische Situation zu Gunsten. Keinem fällt mehr auf, wenn ein dummes, kleines Menschlein verschwindet.“

Hell wie eine Glocke schimmerte der Klang ihrer Stimme umher und Claire konnte nicht umhin sie wieder zu bewundern. Sie war genau so perfekt wie alles andere an ihr. Jeden Tag aufs Neue wurde ihr bewusst, wie gottgleich sie war. Nein sie glich nicht nur einer Göttin, sie war eine. Sofern man davon ausging, dass es so etwas wie Götter gab. Vielleicht waren sie auch schlichtweg die Interpretation der Menschen für Dinge, die ihr beschränkter Verstand nicht begreifen konnte oder wollte. Claire erschien es sinnlos, sich Dinge ausdenken zu müssen, wenn man der Realität nicht klar kam. Aber für sie war alles leicht. Zusammenhänge erschlossen sich ihr nicht erst, sondern sie wusste gewisse Dinge einfach. Sie waren ihr logisch und vollkommen klar.
Sie musste sich allerdings eingestehen, dass das nicht immer so gewesen war. Sie selbst hatte schließlich immerhin 16 Jahre zu der Rasse gehört, die ihr nun als Nahrung diente.

Gedanken, die ihr nicht oft kamen und sie schnell wieder verwarf. Sie war makellos und dabei würde es auch bleiben. Claire konzentrierte sich wieder auf ihren Gegenüber. „Auch wenn es mich betrübt zu sehen, wie die glorreiche Stadt in Dreck verfällt. Außerdem sind die Ratten eine wirklich Plage.“ Sie seufzte theatralisch, sie liebte dramatische Auftritte und trat um ihrer Aussage Kraft zu verleihen auf eins dieser scheußlichen Viecher. Knackend zerbrach das Genick des Tieres und es blieb leblos unter ihrem Schuh liegen. Ohne groß darüber nachzudenken schnippte der blonde Todesengel mit den zarten Fingern und die Ratte loderte kurz auf und war kurz darauf nur noch Asche. Natürlich hätte sie auch einfach liegen bleiben können. Tierkadaver waren keine Seltenheit mehr auf den Straßen Paris, doch wie gesagt liebte Claire Dramatik.

Auch wenn sie gekleidet wie ein Mann vor Ronaldo stand änderte das nichts an ihrem Vorzug für divenhaften Verhalten. Kannte man Claire erst einmal wirklich, verbrachte man etwas Zeit mir ihr, so wurde man gewahr, dass sie in ihren Verhaltensweisen selbst Marie Antoinette übertrumpfen konnte. Sie hatte sich, auch wenn es unüblich war, dafür entschieden eine Wohnung zu kaufen, in der sie all ihren Besitz aufbewahren konnte. Bezahlt hatte sie selbstverständlich dafür nichts, warum auch. Der Verkäufer hatte sie ihr sogar geschenkt. Hierhin nahm sie manchmal einen Jüngling mit, den sie entweder besonders attraktiv oder gutriechend fand. Und für gewöhnlich verließ diese Wohnung kein Mensch lebend.

Die Wohnung lag in einem der reicheren Vierteln Paris, nahe dem ehemals so königlichen Palast. Sie war geräumig, luxuriös dekoriert und mit allen Schikanen ausgestattet, die einem Menschen ein rundum sorgenfreies Leben ermöglicht hätten. Auch wenn Claire die Wohnung kaum nutzte, sie schlief nicht, sie kochte nicht, so fand sie es wundervoll einen Ort zu haben, an dem sie die zahlreichen Bücher, Gemälde und vor allem die unzähligen Kleider aufbewahren konnte. In jedem Schrank türmten sich Kleider aus Seide, Brokat, Chiffon und teuersten Stoffen. Perlen schmückten die Säume der unbezahlbaren Kleidungsstücke. Spitze veredelte die kostbaren Stoffe und zu jedem Kleid fand sich ein paar ebenso kostbare, bestickte Schuhe. So sehr Claire die Einfachheit der Menschen verachtete, so sehr liebte sie ihre dekadenten Fest und Bälle.

Jedes Mal berauschte sie die Atmosphäre der Abende und die Musik, so schief sie sein mochte, machte Claire glücklich. Außerdem fand sie dort leichter Beute als irgendwo anders. Sie hatte vor Ronaldo in eben jene Wohnung einzuladen, denn sie war keinesfalls gewillt länger an diesem stinkenden Ort zu verweilen.

„Nun. Ihr wünschtet zu plaudern, nicht wahr? Zufällig kenne ich einen Ort an dem wir dies tun können, ohne dabei das Gefühl zu haben im Darm eines Menschen zu stehen. Meine Wohnung wäre ein geeigneterer Ort, meint Ihr nicht? Ich hoffe allerdings, dass ich Euch nicht zu nahe trete, wenn ich einlade.“ Sie lächelte strahlend, wie sie es immer tat. Sie wollte, dass er sie mochte. Sie wusste nicht warum, aber sie wollte es unbedingt. Desweitern erhoffte sie sich einen Nutzen daraus zu ziehen, wenn sie sich um den Fremdling kümmerte. Vielleicht war es nützlich in solchen unsteten Zeiten einen Mann an ihrer Seite zu wissen, noch dazu einen solch charismatischen.
Lächelnd neigte sie den Kopf zur Seite und blickte Ronaldo fest in die strahlenden Augen.
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Mo Aug 13, 2012 9:32 pm

Mit einem entzückenden, leicht koketten Knicks bei dem ihre üppigen Locken lustig wippten stellte sich die talentierte junge Dame vor. „Bonjour, oder besser bonsoir, Ronaldo. Mein Name ist Claire…“ Ihre hübsche helle und wohlklingende Stimme sang wie Musik in Aros Ohren. Er betrachtete dieses ausgesprochen hübsche Gesicht mit größtem Wohlwollen. Claire also – eine Französin also. Sie unterbracht ihren Redefluss ein wenig um selbstvergessen zu lächeln. Sie schien von ihrer eigenen Stimme fasziniert.
Hmm, sie war nicht nur kokett – sie war sich ihrer Wirkung gegenüber anderen auch vollauf bewusst. Ein Umstand, der Aro gleichermaßen amüsierte als auch freute. Er hatte nie nachvollziehen können, dass es Exemplare unter Seinesgleichen gab, die ihre Existenz als unrecht oder gar verachtenswert ansahen. Welch ein Hohn von diesen Mutanten, die Aro nur angewidert betrachtete in ihrer Dummheit, ihrem Willen der Selbstzerstörung und diesem elenden Selbstmitleid in dem sie sich zu suhlen pflegten. Doch meist nahmen diese Existenzen ein schnelles Ende, unterlegen im Kampf oder aber seine Wachen waren ihnen dabei behilflich ihren so heiß ersehnten Seelenfrieden wider zu finden.
Seele! Welch eine Verschwendung über dererlei menschliche Bedürfnisse zu sinnieren. Warum bedurfte es einer Seele, wenn man unsterblich war, wenn man sich nicht selbst in den beschränkten Grenzen einer beschränkten Existenz bewegen musste und täglich das Damoklesschwert einer eventuellen Vergeltung in einem imaginären Jenseits über sich schweben sah. Diese irrationale Lust der Menschen sich selbst klein zu halten, den manipulativen Reden ihrer Pfaffen und politischer Führer zu folgen erschienen Aro schon immer wie eine gute Komödie! Selbst die trefflichen, zeitgenössischen Beispiele der Literatur belegten zweifelsfrei, dass sogar Moliere und Shakespeare ihren Erfolg darauf begründeten, dass sie eben diesen Spiegel den Menschen vorhielten und diese lachten amüsiert und blöde ohne zu erkennen wie beschränkt ihre Sichtweise doch war.
Jenseits – Pah! Es gab kein Jenseits – es gab nur ein Ende!

Die süße Stimme von Claire ließ ihn in seinen Überlegungen innezuhalten. „Auch wenn es mich betrübt zu sehen, wie die glorreiche Stadt in Dreck verfällt. Außerdem sind die Ratten eine wirklich Plage.“ Mit einem theatralischen Seufzer und einem mehr als hingebungsvollen unschuldigen Augenaufschlag zertrat sie blitzschnell eines dieser Tiere und ließ auch es mit einem Fingerschnippen – welches sie sicherlich nur als Stilmittel benutzte um ihren Auftritt dramaturgisch noch wirkungsvoller zu gestalten – in Flammen aufgehen.

Sie war hinreißend! Aro strahlte vor Begeisterung und kicherte leise über ihre schauspielerischen Qualitäten. Oh welch ein wunderbares Zusammentreffen. Hatte er beim Verlassen seiner Heimstadt noch geglaubt sich höchstens ein oder zwei Tage in Paris aufzuhalten, so wischte er diese Gedanken entschlossen weg. Nein, er würde es genießen Claire sehr sehr gut kennenzulernen. Er würde sie an sich binden und sie würde ihm folgen. Sie war ein solcher Gewinn! Es drängte ihn danach mehr von ihr zu erfahren, ihre Hand zu nehmen, doch gleichzeitig genoss er die Spannung des Unbekannten, der Koketterie dieser engelsgleichen Brandstifterin. Ja, sie schien eine kleine süße Sadistin zu sein.
Sein Innerstes spannte sich an in der Erkenntnis, dass sie ihn mehr als ansprach. Sie würde eine wunderbare Ablenkung sein in den nächsten Tagen, vielleicht Wochen. Schon lange hatte er nicht mehr dieses Verlangen gespürt einen anderen zu erkunden, ihn langsam in jeder Hinsicht in sich aufzunehmen und an sich zu binden. Eine Bindung, die nicht auf der Manipulation von außen beruhte, sondern ganz anderer Natur war.
Ja, er würde es genießen – und sie würde zweifellos ein weiterer großer Gewinn für seine Familie sein.

Mit einem glücklichen Strahlen in ihren jetzt hell leuchtenden roten Augen eröffnete sie ihm, dass sie eine Wohnstätte ihr Eigen nannte, in die sie ihn unverholen einlud. Er war mehr als gespannt darauf zu sehen, wie diese kleine Verführerin wohnte. Es gab nicht viele ihrer Art, die sich einen derartigen Luxus leisteten und es zeugte von einer gewissen Kultiviertheit, wenn ein Vampir das Verlangen hatte sich eine Wohnung zu leisten. Schließlich brauchten sie derartige Stilmittel nun wirklich nicht, es sei denn man legte Wert auf gewisse Annehmlichkeiten. Aro war gespannt auf was Claire Wert legte.

Er nickte ihr freundlich zu und schmunzelte.
„Es wird mir eine wirkliche Freude sein meine liebe Claire!“
Leichtfüßig lief sie vor ihm und er folgte ihr lautlos durch die Gassen zum Faubourg St. Germain, wo sich die früheren Villen und Paläste der Aristokratie arrogant aneinanderreihten. In deines dieser herrschaftlichen Häuser führte ihn seine junge Begleitung, strebte durch den prachtvollen Innenhof über eine Treppe hinauf in den zweiten Stock. Vor einer schweren Mahagonitür blieb das Engelsgesicht stehen und zwinkerte ihm herausfordernd zu. Aro lachte leise und nickte aufmunternd.
„Nun Piccolina – ich fühle mich geehrt, dass du mir deine Heimstätte zeigen willst. Wollen wir?“
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Claire
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Sa Aug 25, 2012 4:31 am

Piccolina.
Wie schön das klang. Entzückt kicherte Claire über den Kosenamen, den Ronaldo ihr einfach so gab. Dabei hörte es sich nicht einmal lächerlich an, nein viel eher natürlich. Als würde er sie seit Anbeginn so nennen.

Sie lächelte immer noch, als sie die dunkle Tür zu ihrer Wohnung aufschloss. Leichtfüßig trat sie ein, öffnete die Schnalle ihres Umhangs und warf ihn über den dafür vorgesehen Hacken, der sich direkt neben ihr befand. Noch lag die Wohnung in einem diffusen, dämmrigen Licht. Es war kein Problem für sie, und sicher auch nicht für Ronaldo und doch geboten es die gängigen Höflichkeitsregeln, dass sie Licht machte. Schneller als ein Blinzeln hatte sie Mittels ihrer Gabe die zahlreichen Lampen erhellt, die sich überall im Raum verteilt vorfanden.

Denn wenn man in die Tür trat, so stand man direkt in einer Art Wohnzimmer. Ein edles Sofa und ein ebene so edler Tisch befanden sich in der Mitte des Raumes. Davor lag ein dicker Teppich, der aus Persien zu stammen schien. An den Wänden hingen nebeneinander Gemälde zeitgenössischer Größen als auch Werke längst vergangener Künstler. Die Tapete war in matten Rosè- und Goldtönen gehalten. Passend dazu fügte sich der Bezug des Sofas in einem kräftigen Rotton ins Gesamtbild. Abgerundet wurde das Ganze durch einen riesigen Kronleuchter, der von der Decke hing. Das Zimmer war nicht sehr groß, dennoch wirkte es nicht überladen sondern stimmig. Am anderen Ende des Zimmers befanden sich 2 große Fenster, die einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt zuließen.

Grinsend drehte sich Claire auf den Zehenspitzen zu Ronaldo und mit einer ausschweifenden Geste sagte sie: „ Nun Ronaldo, was sagen Sie?“. Sie hatte registriert, dass er sie duzte, aber solange er es ihr nicht anbot, würde sie ihn siezen, wie es sich für eine Dame gehörte. Zumal sie sich ihm untergeordnet fühlte. Claire konnte das Gefühl nicht beschreiben, dass sie heimsuchte, wenn sie den stattlichen Vampir ansah. Zweifelsohne war er attraktiv, aber das war Silas auch gewesen. Es war etwas anderes. Eine Art Präsenz umgab ihn, die es ihr schwermachte ihn einzuschätzen. Trotzdem fühlte sie sich in seiner Gegenwart sicher und wohl, was komisch war, denn eigentlich fühlte sie sich nie wirklich sicher. Nicht seit das mit ihrer Schwester passiert war.

Doch STOPP.

Jetzt nicht darandenken. Tapfer weiter lächeln und unbeschwert sein. Das war ihr Mantra. Rasch war sie hinter Ronaldo getreten und hatte ihm den Umhang angenommen. Sie hängte ihn auf und trat wieder vor ihn.
„Fühlen Sie sich wie zu Hause. Ich werde nur schnell meine Sachen in etwas Angemesseneres eintauschen. Ich bin gleich wieder zurück.“

Mit diesen Worten ließ sie ihn im ersten Zimmer zurück und verschwand durch eine Tür an der Westseite des Zimmers. Sie führte in ihren Kleiderschrank. Claire schloss die Augen und atmete tief ein. Sie liebte den Geruch ihrer Kleider. Es war wie ein Aphrodisiakum für sie. Zielstrebig tänzelte sie zu einem bestimmten Kleid. Es war ihr Lieblingskleidungsstück. In schlichtem Blau gehalten passte es perfekt zu ihren blonden Haaren. Auch sonst war es eher schlicht, als üppig. Doch man sah ihm an, dass es teuer war. Flink schlüpfte sie auch Hemd und Hose und kletterte wohl oder übel in das Meer aus Brokat und Seide. Dass es schlicht war hieß nicht, dass es wenig Stoff hatte oder einfach zu tragen war. Für die damaligen Verhältnisse war ein Kleid schon schlicht, wenn es nicht über und über mit Perlen besetzt war und weniger als 6 Unterröcke hatte.

Trotzdem brauchte Claire nur wenige Sekunden um jede Öse und jeden Knopf zu schließen. Sie strich ihren Rock glatt und betrachtete sich im Spiegel. Dieser war am anderen Ende des, nun ja man konnte es Schrank oder Raum nennen, hing. Er nahm fast den ganzen Platz an der Wand ein und ein goldener Rahmen schmückte ihn. Kichernd betrachtete sie ihr Spiegelbild vollends zufrieden damit.

Lächelnd drehte sie sich im Kreis und lies die Röcke aufbauschen. Glücklich wie ein kleines Kind wirbelte sie herum und war einfach nur froh. Immer noch kichernd stoppte sie und griff wahllos zwei Spangen aus einer Box. Schnell steckte sie ihre blonde Mähne hoch und war nun bereit Ronaldo erneut gegenüber zu treten. Sie raffte ihre Röcke und öffnete die Tür. Fast dramatisch betrat sie das Wohnzimmer.
Strahlend fixierte sie Ronaldo.

„Nun, wie finden Sie mein kleines Reich. Und geizen Sie nicht mit Kritik.“ Kokett neigte sie den Kopf und wartete auf eine Antwort.
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Aro
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Di Aug 28, 2012 6:21 am

Gespannt folgte der Mann dem jungen Mädchen und blieb in der Mitte des Raumes stehen, um die Eindrücke, die sich ihm boten in sich aufzunehmen.
Sie hatte Geschmack – die Kleine, ohne Frage.
Eine moderne Chaiselonge aus hellem Holz, mit edlem burgunder und beigefarbenen Bezugsstoff mit üppigen floralem Muster passte sich dem Tisch, der im gleichen Stil gehalten war und den eine helle Marmorplatte krönte hervorragend an. Der sehr dunkle, vermutlich ebenhölzerne Fußboden war makellos, wie auch der schwere Tabriz Teppich, der die Sitzgruppe abrundete.
Doch am meisten zogen Aro die Gemälde an. Keine der ganz großen, jedoch einige von durchaus bekannten Meistern, zierten die hellen Wände. Die Motive stellten meist üppige Gruppen, Damen besserer Gesellschaft oder barocke Landschaftsaufnahmen dar. Meist französische Maler hatte seine junge Freundin ausgewählt. Überhaupt reflektierte diese Wohnung sehr ihre Weiblichkeit, ihre Jugend und ein wenig zeugte sie auch von ihrer Selbstverliebtheit.
Claire mochte sich und ihr Leben, dass wurde deutlich. Sie schien ihre Existenz zu genießen und belastete sich mit nichts, was ihren Geist in negative Bahnen hätte lenken können.
Der fünfarmige Lüster mit den unzähligen raffiniert geschliffenen Anhängern aus Bleikristall reflektierte arrogant schillernd das Kerzenlicht, welches sie erneut mit einem herablassenden Fingerschnippen entzündet hatte, wie auch die dazu passenden Leuchten an den Wänden. Aro schmunzelte über ihre kindliche Begierde ihn beeindrucken zu wollen. „ Nun Ronaldo, was sagen Sie?“ Sie starrte ihn fragend und gleichzeitig herausfordernd an. Aro ließ seinen Blick über die schmale Gestalt wandern und lächelte erneut. Sie schien ihn zu beobachten, ihn zu erforschen und er hatte das deutliche Gefühl, dass er ihr gefiel.
Ob sie sich oft Artgenossen mit in dieses heimelige Nest nahm, um ein wenig Spaß zu haben? Er spürte ihre schmalen Hände auf seinen Schultern, als sie seinen Mantel kurzerhand an sich nahm.
‚Hmm, man konnte sicher viel Spaß mit ihr haben!’ Ihr süßer Duft umhüllte ihn für einen kurzen Moment.
„Fühlen Sie sich wie zu Hause. Ich werde nur schnell meine Sachen in etwas Angemesseneres eintauschen. Ich bin gleich wieder zurück.“

Aro sah ihr kurz nach und grinste. ‚Ja, tu das Schätzchen. Diese Verkleidung ist in der Tat unvorteilhaft für dich.’ Was sie wohl wählen würde. Aro liebte die Mode der Damen. Es war so anregend spannend und langwierig sie auszupacken. So viele kleine Barrieren, wie Haken und Ösen und Unterkleider und Korsagen und diese unglaublich vielen verschiedenen Röcke. Er lachte befreit über den Gedanken, wie gut es doch war, dass Vampire nicht schwitzten. Menschliche Weiber fielen reihenweise in Ohnmacht wegen ihrer Modesucht und dem Bestreben sich noch raffinierter und enger zu verschnüren, als ihre Rivalinnen. Aro trat an das einladende Sofa und legte sich lasziv darauf. Seine wachsamen Augen maßen die Buchrücken der wenigen Bücher in Claires Sammlung ab. Es waren nicht mehr als hundert, vorwiegend romantische Werke der letzten Jahrhunderte. Sie schien sich nach Zuwendung zu sehnen, nach einem Zufluchtsort, einer Familie! Aro schnalzte zufrieden mit seiner Zunge. ‚Das kann ich dir bieten Piccolina. Und wer weiß, vielleicht findest du unter uns den einen, der dir mehr bedeuten wird. Man kann nie wissen!’
Seine Gedanken schweiften ab, weg von Claire und hin zu dem Treffen mit seinen ‚Brieffreunden’ am nächsten Morgen in der Rue de Dauphine. Dieser Danton schien sich von ihrem Gedanken zu entfernen. Er gab zu viele Widerworte, arbeitete nicht mehr mit ganzem Herzen mit. Aro mochte es nicht, wenn Menschen ihre Meinung änderten. Sie brachten die Dinge nur durcheinander. Wäre es nach diesem Georges gegangen, hätten die Partei mit diesem König verhandelt. Er hatte Bedenken, dass das Volk hungern müsste im Winter. Gefährliche Gedanken, die in die falsche Richtung gingen. Aro wollte keinen Frieden, er wollte aufwieglerische Auseinandersetzungen. Er musste diesen Danton und seine neue Partei beobachten. Die Quelle, aus der er seine Lieben in Volterra speiste würde ansonsten sehr schnell versiegen und das wäre ganz und gar inakzeptabel.

Das Rascheln aufbauschender Röcke näherte sich und schon stand Claire mit funkelnden Augen vor ihm. Sie trug ein azurblaues Kleid, ohne großen Schmuck, lediglich einige weiße Litzen und Passen verzierten das üppige Kleid, dass ihre schmale Figur umschmeichelte. Ihre wilden strahlenden Locken hatte sie in einer lockeren Frisur hochgesteckt und offenbarte ihren schwanengleichen Hals.
„Nun, wie finden Sie mein kleines Reich. Und geizen Sie nicht mit Kritik.“ Sie kokettierte offen mit ihm, was ihn erneut mehr als erregte. Aro spürte sein Verlangen sie zu berühren, mehr von ihr zu erfahren, aber er liebte gleichzeitig dieses Spiel. Er wollte sich Zeit lassen, wollte die Flut im richtigen Moment auskosten und egoistisch genießen. Er wollte sie mit voller Absicht erst dann mit seinen Händen berühren, wenn er bis zum Zerreißen gespannt wäre. Ahh, wie es bereits jetzt vor Spannung in seinem Innersten kribbelte!
Er streckte seine Hand aus und zog sie kurzerhand an ihren Röcken zu sich auf das Möbel, so, dass sie mit ihrem Rücken zu ihm saß. Wie zufällig ließ er seine Finger über ihren stolzen Rücken gleiten.
„Ich finde deine Heimstätte ganz bezaubernd Claire. Sie reflektiert dich. Zart, hell und sehr weiblich. Du besitzt ausnehmend schöne Bilder und scheinst eine recht eindeutige Vorliebe zu haben, was die Wahl deiner Literatur angeht. Ich muss sagen, du hast einen ausgezeichneten Geschmack. Mein Kompliment Claire.“ Seine Finger fuhren spielerisch über den Stoff ihres Kleides und er zwinkerte ihr freundschaftlich zu.
„Sag mir meine Kleine, wie sehr beschäftigst du dich mit den Geschehnissen in der Menschenwelt. Interessieren dich ihre Ränkespiele, ihre Auseinandersetzungen und ihre derzeitigen Überlegungen? Wärest du gerne ein Teil dieser Geschichte?“ Er setzte sich hinter ihr auf konnte der Versuchung nicht länger widerstehen. Leicht und wie zufällig lies er seine Lippen auf ihren Halsansatz gleiten und küsste sie auf ihre bloße Schulter. Dieser Duft war in der Tat sehr aromatisch. Nach Honig, Zimt und einen Hauch von Koriander und grünem Pfeffer. Süß und sündhaft - Heiß und abenteuerlich. Aro freute sich bereits darauf gemeinsam ihr zu jagen. Es würde berauschend werden.
„Ich möchte, dass du mich begleitest Claire. Ich möchte dich mitnehmen zu diesen Führern der Revolution und das du lernst, wie sehr sie uns ausgeliefert sind. Würdest du das gerne Piccolina?“
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Mi Aug 29, 2012 7:20 am

Sie sah, dass er seine Hand nach ihr austreckte. Dennoch erschrak sie ein wenig, als er sie berührte. Wiederstandlos ließ sie sich auf das Sofa ziehen. Jeden Muskel angespannt, saß sie mit dem Rücken zu ihm. Sie war nicht gewillt ihm auch nur einen Zentimeter kampflos zu offenbaren. Sollte er sich ruhig abmühen. Sie wusste immer weniger, weshalb er hier bei ihr war. Falls er dachte, er hätte ein leichtes Spiel mit ihr, dann hatte er sich getäuscht. Sie keuchte leise auf, als er fast zufällig ihren Rücken streifte.

Claire sehnte sich nach der Berührung so sehr, dass es ihr fast schon Angst machte. Denn eigentlich war dass, das letzte was sie wollte. Sie wehrte sich mit aller Macht gegen sein Charisma und sie sträubte sich damit gegen ihr Innerstes. Trotzdem entspannte sie sich ein wenig, als er mit seiner samtweichen Stimme zu sprechen begann. Seine Worte liefen wie Honig aus seinem Mund. Wie ein Schwarm Schmetterlinge flogen sie durch den Raum, um flatterten sie. Die Komplimente für ihre Wohnung, die Komplimente, welche er ihr machte. All das versetzte sie fast schon in eine Art Trancezustand. Wie schwer musste es dann wohl für einen Menschen sein, diesem Mann zu widerstehen.
„Ich finde deine Heimstätte ganz bezaubernd Claire. Sie reflektiert dich. Zart, hell und sehr weiblich. Du besitzt ausnehmend schöne Bilder und scheinst eine recht eindeutige Vorliebe zu haben, was die Wahl deiner Literatur angeht. Ich muss sagen, du hast einen ausgezeichneten Geschmack. Mein Kompliment Claire.“

Zärtlich spielte er mit dem Stoff ihres Kleides und als sie ihm zu nickte um ihn für diese kleine Lobeshymne zu danken, sah sie, dass er ihr zu zwinkerte. „Sag mir meine Kleine, wie sehr beschäftigst du dich mit den Geschehnissen in der Menschenwelt. Interessieren dich ihre Ränkespiele, ihre Auseinandersetzungen und ihre derzeitigen Überlegungen? Wärest du gerne ein Teil dieser Geschichte?“

Auf diese Frage war sie nicht vorbereitet. Um genau zu sein, hatte sie nie viel für Menschen an sich übrig gehabt. Sie wusste fast nichts über Politik, hatte sich nie damit beschäftigt. Es beschämte Claire, dass Ronaldo anscheinend viel darüber wusste. Jetzt kam sie sich unwissend und dumm vor. Sie neigte leicht den Kopf um etwas zu sagen, doch bevor sie ein Wort über die Lippen bringen konnte, tat er etwas, was sie komplett aus dem Konzept brachte. Federleicht berührten seine Lippen ihre Haut. Er war nah an sie heran gerutscht. Sie konnte seinen herben und doch feinen Geruch wahrnehmen. Er umhüllte sie, machte ihr das Denken schwer. Sie seufzte leise, als er ihre Schulter küsste. In ihr brannte das Verlangen nach mehr. Am liebsten hätte sie ihm sein Hemd zerrissen und ihr Kleid gleich mit, aber das war gegen ihre Prinzipien. Sie würde diesem so menschlichen Verlangen nicht nachgeben. Das machte sie stark, wiederstehen zu können.

„Ich möchte, dass du mich begleitest Claire. Ich möchte dich mitnehmen zu diesen Führern der Revolution und das du lernst, wie sehr sie uns ausgeliefert sind. Würdest du das gerne Piccolina?“ Er wollte sie. Er wollte sie wirklich. Nicht nur im Sinne des Körperlichen. Er würde sie mitnehmen. Dann wäre sie nicht länger allein. Allein, solange schon. So einsam. Claire riss sich zusammen und nicht ausgerechnet jetzt in die Depression zu verfallen, die sie ab und zu heimsuchte. Manchmal kam es ihr dann so vor, als wär sie nicht länger Claire sondern Louise. Denn sie wusste, dass ihre Zwillingsschwester zur Schwermut und Melancholie neigt. Neigte. Schnell fokussierte sie ihre Gedanken wieder auf das Wesentliche.

Ronaldo und sie. Auf dem Sofa. So nah bei einander. Man konnte die Spannung zwischen ihnen nicht leugnen. Ein Knistern lag in der Luft, dass es ihr schwermachte sich zu konzentrieren. Sie hatte den Kopf immer noch von ihm weggeneigt, die Hände lagen auf ihrem Schoss, locker in einander gefalltet.
„Nun, ich würde Sie nur zu gerne begleiten. Es wäre mir eine Ehre von Ihnen zu lernen.“ Mit belegt der Stimmer sprach sie zu ihm. Sie blickte auf ihre Hände, die sich ohne, dass sie es gemerkt hatte, verkrampft hatten, während sie sprach. Sie zwang sich, sich zu lockern. Es war immerhin nicht das erste Mal, dass ein Mann diese Wohnung betreten hatte und es war auch nicht das erste Mal, dass sie mit einem Mann auf diesem Sofa gesessen hatte. Doch war es nie so starke Persönlichkeiten gewesen, wie Ronaldo. Claire musste ein gutes Drittel ihres Denkvermögens aufbringen, sich zu konzentrieren und nicht über Ronaldo herzufallen, wie eine läufige Hündin.

So sehr sie ihr Verhalten einerseits faszinierte, so sehr beschämte es sie auch. Sie war ihm fast ausgeliefert und wenn sie seine Blicke spürte, so fühlte sie sich, als säße sie ohne das Kleid vor ihm. Wäre sie noch ein Mensch gewesen, wäre sie rot angelaufen. Sie biss sich auf die Lippen, unsicher wie sie dieser Situation begegnen sollte. Schließlich besann sie sich auf das, was ihr Gefühl ihr sagte. Sie biss die Zähne zusammen und bevor sie sich es anderes überlegen konnte, drehte sich rasch um, so dass sie direkt vor ihm saß. Ronaldos Gesicht war nur wenige Zentimeter von dem ihren getrennt. Schnell und leicht küsste sie ihn auf seinen perfekten Mund. Der Kuss dauerte nur für den Bruchteil einer Sekunde an und doch spürte sie ihn auf ihren Lippen brennen, als ein Stück zurück rutschte. „ Es wäre wirklich eine Ehre, Sie zu begleiten.“ Sittsam und etwas beschämt über diesen, für sie stürmischen, Ausbruch sengte sie ihr Haupt.
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Aro
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Sa Sep 01, 2012 6:04 am

Ihre Verunsicherung und gleichzeitiges zügelloses Verlangen waren spürbar. Ohne seine Gabe auch nur einsetzen zu müssen konnte Aro ihre Begierde am Vibrieren von Claires Körper fühlen, wenn er sie nur leicht berührte. Der Kuss auf ihre Schulter hatte ihr einen leisen sehnsüchtigen Seufzer entlockt, der maßlose Belohnung und größere Freuden versprach, als er sich hatte träumen lassen. Gab es etwas besseres, als zwei Kreaturen, die sich einander freiwillig und voller Begierde schenkten?
Doch die Zeit bis zur Dämmerung war zu kurz, würde ihm nicht ausreichen und so beschloss Aro erst die Pflicht zu ihrem Recht kommen zu lassen, bevor er sich dem Vergnügen widmen würde.
Ihre Stimme drang leise, aber rau und verlangend an sein Ohr. „Es wäre wirklich eine Ehre, Sie zu begleiten.“
Sichtbar beschämt über ihr nur all zu offensichtliches Verlangen senkte sie ihren hübschen Lockenkopf und vermied ihn anzusehen. Aro lachte leise, doch ebenso verlangend und zog ihren Körper näher an sich heran, näher in seinen eigenen Schoß, um ihre Gegenwart, das erwartungsvolle Zittern, dass sie erbeben lies, zu genießen.
„Du hast recht Piccolina. Wir sollten nicht ganz so stürmisch sein, obschon es mich sehr danach verlangt, deine Begierden zu stillen und dir größte Freuden zu bereiten. Sei geduldig meine Kleine, alles geschieht zu seiner Zeit. Claire, ich bitte dich mich Ronaldo zu nennen. Benutze nicht das Sie – hörst du? Es würde mich freuen, wenn du das vertrautere Du wählen würdest. “
Aro atmete tief ein, um sich ein wenig zu fassen und schob Claire behutsam neben sich. Er betrachtete freundlich ihr hübsches, puppenartiges Gesicht, das jetzt ein wenig enttäuscht aussah.
‚Sie schmollt die Kleine – so jung – so kindlich in ihren Reaktionen!’

„Also – ans Werk, meine Liebe! Es sollte dir nicht entgangen sein, dass die Franzosen ihrem König den Kopf abgeschlagen haben. Sagen wir er hatte es vielleicht verdient, aber im Grunde genommen ist es egal. Wichtig für uns ist, dass sie jetzt nicht beginnen Friedenswünsche zu hegen, dass würde uns den Spaß verderben und hätte für unseresgleichen wirklich ganz dumme Auswirkungen.
Sie haben sich, ganz nach der Art der Menschen, in neuen Gruppen zusammengetan. Sie nennen es Parteien. Die für uns am wirkungsvollste sind die Jakobiner. Sie sind sehr machbesessen, stark und vor allem bedingungslos in ihrer Art zu regieren. Im letzten Jahr konnte ich sie dahingehend beraten, wie gut es doch wäre die Feinde ihrer Revolution ein für allemal zu bekämpfen.
Sie einigten sich darauf, predigten diese Erkenntnis in ihren Pamphleten und Versammlungen und – Voilá – der September wurde ein wahrhaft Goldener September. Viele unserer Artgenossen jagten ungeniert und ungehindert in diesen Wochen, in denen es den Bürgern dieser Stadt gefiel mordend in Gefängnisse und Häusern einzufallen und die sogenannten Revolutionsgegner niederzumetzeln. Ahh es war ein wahres Fest! Ich hatte mir erlaubt einige meiner engsten Freunde dazuzuladen und ich kann dir sagen, wir hatten eine unvergleichliche Woche in dieser Stadt.“ Aro lachte befreit und genießerisch in der Erinnerung an die kleine Mission, bei der er es einigen seiner verdientesten Wachen erlaubt hatte, sich mit ihm und Caius an diesen Septembermassakern zu laben. Sich derart im Blutrausch gehen zu lassen, war Vampiren für gewöhnlich nicht gestattet und stellte eine wirklich große Belohnung dar, wenn sie eine solche Gelegenheit bekamen. Ein derartiges Gemetzel nährte sie nicht nur, sondern sie konnten ihrer Natur dabei ungezügelten Lauf lassen, wodurch sie ihre sonst so streng auferlegte Beherrschung für einige Stunden oder Tage ruhen ließen und es genossen Bestien zu sein.
Aro war sich sicher, dass sich in dieser Revolution noch mehrere solche Gelegenheiten böten. Er musste nur geduldig sein, und sich im richtigen Moment anbieten.
Hmm – allein die Aussicht darauf ließ seine Kehle hell auflodern. Er schluckte beherrscht und schloss für einen Moment die Augen, um sich erneut zu fassen.

„Es sind einige sehr starke Persönlichkeiten unter ihnen. Allen voran die Messieurs Danton, Marat und Robespierre. Letzterer ist mir der Liebste, da er gleichzeitig der skrupelloseste ist. Danton macht mir ein wenig Sorgen, er scheint zu beginnen ihre Mission in einem anderen Licht zu sehen. Er wird weich, was nicht gut ist. Marat ist der Mann im Hintergrund. Er publiziert in den Gazetten die Parolen und Ideen der Partei und manipuliert den Pöbel mit seinen Artikeln. Sehr wirkungsvoll!
Claire, es ist wichtig, dass du bei diesem Treffen lernst. Du solltest erkennen lernen, wer die Fäden spinnt, wer sie aufnimmt und wen wir stören sollten, damit sie uns kein Durcheinander machen. Wir werden keinen dieser Gruppe töten – jedenfalls nicht heute oder morgen. Wir werden präsent sein, aber im Hintergrund bleiben. Ich selbst spreche nie in der Versammlung immer nur später in einzelnen Gesprächen. Wir dürfen nicht auffallen, das ist unser oberstes Gebot!“ Er sah wohlwollend auf ihre wirklich unaufdringliche Erscheinung. „Eine gute Wahl dieses Kleid. Wirkungsvoll und doch sehr dezent. Eine sehr gute Wahl!“ Aro stand auf und schlenderte ein wenig durch das Zimmer, während er sprach. Er wollte ihr Zeit geben, dass was er ihr zu sagen hatte in sich aufzunehmen und zu verstehen. Es bestand kein Zweifel darin, dass Claire jedes seiner Worte begriff und richtig verstand. Sie machte auf ihn nicht nur einen reizenden sondern ebenso den Eindruck einen wachen, hellen Verstand zu haben. Sie würde die richtige Partnerin für ihre Vorhaben sein.

Sanfte Helligkeit strömte durch das Fenster. Die Geräusche morgendlicher Betriebsamkeit, die die Stadt erwachen ließ drang durch die Flure zu ihnen hoch. Aro nahm seinen Umhang und schwang ihn um seine Schultern. Dann streifte er sich seine schwarzen ledernen Handschuhe über und sah Claire zu, wie sie in ihr Schlafzimmer verschwand, um wahrscheinlich ebenfalls einen Mantel zu holen.
Schmunzelnd folgte er ihr und blieb in der Tür zu dem großen Raum stehen, der von einem großen einladenden Bett dominiert wurde. Der blonde Lockenschopf sah ihn irritiert an und schloss flink die hübsche Schnalle ihres weiten Mantels. Ob sie wohl annahm, er wolle sie verführen? Aro lachte angeregt und ging mit wenigen Schritten auf sie zu. Schwebend, wie ein Nebel, der sich heran schiebt.
Seine Handschuhe boten ihm den Schutz, den er sich wünschte und besitzergreifend zog er sie an sich um sie verlangend und dominant zu küssen.
Sie schmeckte würzig, bot einen leichten Widerstand, was Aro nur noch mehr erregte. Ihre Lippen öffneten sich und er konnte noch das Aroma des Blutes erhaschen, dass sie vor wenigen Stunden genommen hatte. „Ahhh“ Der Mann stöhnte erregt und lies die junge Frau los.
„Du bist äußerst verführerisch Piccolina. Bellissima!“ Er drehte sich ab und ging zur Tür, um sie ihr mit einer einladenden Geste auf zu halten. „Dai Ragazza!“
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Sa Sep 01, 2012 8:27 am

Zurück gewiesen.

Er hatte sie tatsächlich abgewiesen. Auch wenn er die Ablehnung in bittersüße Wort gepackt hatte, schob er sie für den Moment von sich. Enttäuscht lies den Kopf hängen. Sie wollte jetzt nicht geduldig warten und lernen, was in der stupiden Menschenwelt vor sich ging. Viel lieber wollte sie dem Verlangen nach gehen, dass in ihrem Inneren loderte. Sie hatte keine Lust ihre Gedanken mit anderen Dingen außer mit ihm und sich zu beschäftigen. Trotzdem hörte sie aufmerksam zu, als er begann die vorherrschende Situation vor ihr auszubreiten.

„Also – ans Werk, meine Liebe! Es sollte dir nicht entgangen sein, dass die Franzosen ihrem König den Kopf abgeschlagen haben. Sagen wir er hatte es vielleicht verdient, aber im Grunde genommen ist es egal. Wichtig für uns ist, dass sie jetzt nicht beginnen Friedenswünsche zu hegen, dass würde uns den Spaß verderben und hätte für unseresgleichen wirklich ganz dumme Auswirkungen.
Sie haben sich, ganz nach der Art der Menschen, in neuen Gruppen zusammengetan. Sie nennen es Parteien. Die für uns am wirkungsvollste sind die Jakobiner. Sie sind sehr machbesessen, stark und vor allem bedingungslos in ihrer Art zu regieren. Im letzten Jahr konnte ich sie dahingehend beraten, wie gut es doch wäre die Feinde ihrer Revolution ein für allemal zu bekämpfen.
Sie einigten sich darauf, predigten diese Erkenntnis in ihren Pamphleten und Versammlungen und – Voilá – der September wurde ein wahrhaft Goldener September. Viele unserer Artgenossen jagten ungeniert und ungehindert in diesen Wochen, in denen es den Bürgern dieser Stadt gefiel mordend in Gefängnisse und Häusern einzufallen und die sogenannten Revolutionsgegner niederzumetzeln. Ahh es war ein wahres Fest! Ich hatte mir erlaubt einige meiner engsten Freunde dazu zuladen und ich kann dir sagen, wir hatten eine unvergleichliche Woche in dieser Stadt.“


Voller Passion sinnierte er über politische Situationen und Personen. Es war wahrlich faszinierend ihm zu zuhören, wie ein General, der seinen Truppen den Schlachtplan erläutert. Vergnügt hörte sie sein Lachen, dass glasklar durch die Wohnung schallte. Scheinbar in Erinnerungen schwelgend verlor sich Ronaldos Blick in der Ferne.

Wenn Claire an die Vergangenheit dachte, so sah sie nur Leid und Elend. Sie hatte es zwar geschafft große Teile ihrer Emotionen zu töten, doch die Erinnerungen an den Schmerz würden sie immer begleiten und immer Teil von ihr sein. Aber das war ein Preis, den sie zu zahlen bereit war. Sie hatte Stücke ihrer selbst umgebracht um weiter existieren zu können, ein fairer Tausch, wie sie fand. Dennoch wollte sie ihr Gemüt jetzt nicht mit philosophischen Grübeleien betrüben. Lieber widmete sie sich wieder der Gegenwart, sie musste einfach lernen, dass das Hier und Jetzt lebenswerter war als das vergangene.

Es sind einige sehr starke Persönlichkeiten unter ihnen. Allen voran die Messieurs Danton, Marat und Robespierre. Letzterer ist mir der Liebste, da er gleichzeitig der skrupelloseste ist. Danton macht mir ein wenig Sorgen, er scheint zu beginnen ihre Mission in einem anderen Licht zu sehen. Er wird weich, was nicht gut ist. Marat ist der Mann im Hintergrund. Er publiziert in den Gazetten die Parolen und Ideen der Partei und manipuliert den Pöbel mit seinen Artikeln. Sehr wirkungsvoll!
Claire, es ist wichtig, dass du bei diesem Treffen lernst. Du solltest erkennen lernen, wer die Fäden spinnt, wer sie aufnimmt und wen wir stören sollten, damit sie uns kein Durcheinander machen. Wir werden keinen dieser Gruppe töten – jedenfalls nicht heute oder morgen. Wir werden präsent sein, aber im Hintergrund bleiben. Ich selbst spreche nie in der Versammlung immer nur später in einzelnen Gesprächen. Wir dürfen nicht auffallen, das ist unser oberstes Gebot! Eine gute Wahl dieses Kleid. Wirkungsvoll und doch sehr dezent. Eine sehr gute Wahl!“


Erfreut darüber, dass sie etwas richtig gemacht hatte lächelte sie lieb. Sie wusste, dass es Männer, insbesondere die, die Macht hatten, freute wenn man genau das war. Lieb und folgsam. Währenddessen war er aufgestanden und durchmaß mit seinen kraftvollen Schritten das Zimmer. Er griff nach seinem Mantel und warf ihn über seine Schultern, während draußen das Leben von neuem zu erwachen schien. Die ersten Kutschen rollten über die Straßen, Hunde bellten, Menschen schrien. Es wurde schlicht weg laut auf den Straßen Paris. Sich schwarze Lederhandschuhe überziehend beobachtete ihr Gast, wie sie selbst ebenfalls aufstand und ins Schlafzimmer ging. Sie hatte nicht vor denselben Umhang zu tragen, wie in der letzten Nacht. Das war Stillos.

Deshalb wandte sie sich in ihrem Schlafzimmer suchend um, bis sie ihr Lieblingsstück gefunden hatte. Sie zog den dunkelblauen, weitgeschnittenen Mantel aus dem Schrank und warf ihn mit einer ausladenden Bewegung über ihre schmalen Schultern. Schnell klopft sie ein paar Flusen ab, sie wollte, dass alles perfekt war, auch wenn ein menschliches Auge diese Schandflecke nicht vernommen hätten. Als Claire merkte, dass Ronaldo in der Tür ihres Zimmers stand, sah sie ihn irritiert an. Warum beobachtete er sie, wie sie ihren Mantel anlegte? Gefiel er ihr nicht? War er zu auffällig oder wunderte er sich einfach nur, warum ein riesiges Bett in dem Raum stand? Natürlich schlief sie darin nicht, aber gewisse andere Dinge konnte man einfach nur im Bett vollziehen, dass müsste er doch wissen. Inzwischen hatten ihren Finger schnell die bronzene Schnalle ihres Mantels geschlossen. Den Kopf leicht schräg geneigt betrachtete sie ihren Gast.

Erwartete er etwas Bestimmtes von ihr? Wenn, dann konnte es nicht von großer Wichtigkeit sein, denn er ergriff nun seinerseits die Initiative und schwebte durch den Raum auf sie zu. Er zog sie zu sich und begann sie leidenschaftlich zu küssen. Etwas zu drängend und dominant wie Claire fand, deshalb leistete zaghaft Widerstand, sich nicht ganz sicher ob sie es nicht doch vielleicht genoss. Ihm schien es jedenfalls sehr zu gefallen, denn seinen Lippen entwischte ein leises Stöhnen, bevor er von ihr abließ. „Du bist äußerst verführerisch Piccolina. Bellissima!“ Unentschlossen was sie darauf antworten sollte, wartete sie, bis er zur Tür gegangen war um sie schwungvoll mit den Worten „Dai Ragazza!“ zu öffnen.

Sie knickste aufreizend, als sie an ihm vorbei ins Freie trat. „Nun Ronaldo ist an dir die Führung zu übernehmen, da ich nicht weiß, wo dieses kleine Treffen von dem du sprachst stattfinden wird. Du solltest also voraus gehen.“ Sie lächelte ihn freundlich an und überließ ihm die Führung.
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Mi Sep 05, 2012 9:21 am

Aro schmunzelte als Claire ihn aufforderte die Führung zu übernehmen. Wie unberechenbar sie sein konnte in ihren Reaktionen, ihrem Tun. Eine junge Frau, dem Leben entrissen gerade als sie ihre Reife erlangt hatte, auf der Schwelle vom Fräulein zur Frau. Doch da war etwas schwermütiges an ihr, das an ihr zu nagen schien. Sie schien sich immer wieder selbst aus einer Art Tief herausreißen zu müssen und legte dann eine Maske der Wohllaunigkeit auf. Sie war interessant. Erneut verlangte es den alten Vampir seinen Handschuh abzustreifen und ihre Haut zu berühren, ihre Wange zu streichen, seine Hand in ihre Halsbeuge zu legen, während er sie küsste. Ahh, er konnte sie noch auf seinen Lippen schmecken.
Dieser Kuss war ihr offenbar etwas unangenehm gewesen. War er zu dominant, zu fordernd? Hatte er sie verschreckt? Aro hatte angenommen, dass eine Vampirin wie Claire genügend Erfahrung hatte, um sich im Spiel der Liebe auszukennen. Doch offenbar hatte Claire auch darin Geheimnisse. Er war versucht, sie bei der Hand zu nehmen und in ihre hübsche Wohnung zurückzukehren, um dem allen auf den Grund zu gehen, doch nein – es gab andere Dinge, wichtigere Dinge, die vorrangig behandelt werden mussten. Er wollte sie erst besser kennenlernen, sie langsam an seine Gegenwart gewöhnen. Sie sollte ihm freiwillig folgen. Er wollte, dass sie ihn schätzte. Nicht nur sein Urteil, sondern auch ihn als der, der er war. Der, den er nur sein konnte, wenn er alleine unterwegs war. Er wollte, dass sie ihm folgte ohne manipuliert zu sein. Er sehnte sich nach dieser Ehrlichkeit, Offenheit, die er gleichzeitig fürchtete.

Das erwachende Leben in dieser Stadt am Morgen widerte Aro an. Allein der Gestank der überpräsenten Kloakekutscher, die mit ihren mittelalterlichen Karren die Latrinen der städtischen Häuser täglich leerten und für einen Hungerlohn die Fäkalien und Abfälle zu den Außenbezirken karrten, wo der menschliche Dreck in die unschuldige Natur gekippt wurde. Dieses nichtsnutze, wohlständige Pack, diese Menschen die achtlos ihre Hinterlassenschaften der Natur aufbürdete – wie er sie verachtete!
Da waren die lauten Rufe der Marktweiber, die begannen den Markt an den diversen ausgewiesenen Plätzen zu eröffnen und lauthals um Kundschaft buhlten. Da war das panische Quieken der Schweine und Lämmer, die von den Metzgern geschächt wurden, um das noch warme Fleisch an Haken vor ihren Geschäften feilzuhalten.
Bald würden die Köche und Bediensteten der nur noch spärlichen wohlhabenden Oberschicht erscheinen und für ihre Herren einkaufen. Bald würden die, die sich jetzt für die Reichen und Schönen hielten Hof halten auf diesen Märkten, mit üppigen Perücken ihre fehlende Noblesse kaschierend, eingepudert und parfümiert, um ihre übelriechenden Leiber darüber hinweg zu trösten, dass sie keine Möglichkeit hatten sich anständig zu waschen.

In Aros Heimat, in seiner menschlichen Zeit, war es eine Selbstverständlichkeit gewesen den Körper bei einem täglichen Bad zu pflegen und zu reinigen, doch die heutigen Menschen erachteten dererlei Gepflogenheiten als krankheitserregend und zogen es vor den Dreck von gestern mit dem Puder von heute zu überkleistern. Wenn sie nur wüssten, wie sie stanken!
Oh ja, Gestank.
Dieser Gestank, besonders am Morgen machte es Aro unmöglich, auch nur in Erwägung zu ziehen, eine dieser Kreaturen zu seiner Mahlzeit zu machen. Die einzigen, die noch einen halbwegs erträglichen teilweise geradezu bezaubernden reinen Duft versprühten waren ihre Kinder. Wie er sie liebte, die Kleinen Plagegeister! Hmmmmm….

Er hatte Claires Arm in seinen gelegt und wie ein junges Paar durchquerten sie rasch die überfüllten Straßen, überquerten den Pont Neuf und liefen zielstrebig auf das Haus in der Rue de Dauphine an.
Es hatten sich bereits einige versammelt. Er wurde mit einem Kopfnicken hie und da begrüßt. Niemand sprach viel, es herrschte rege Geschäftigkeit. Noch immer waren die Massaker des vergangenen Septembers nicht vergessen, noch immer wurden täglich von ihren Führern Dutzende von Todesurteilen unterschrieben. Aro lächelte zufrieden. So viele Weisen….so viele Schutzsuchende…so viele Aufträge für Heidi!
Georges Danton war bereits da, mit seinen Gefolgsleuten und sah sich beifallssüchtig um. Sie brauchten das, dieses Schulterklopfen, diesen Zuspruch. Dabei war es verlogen, der Beginn des Verrats.
„Dieser beleibte, bereits alternde und ermüdende Perückenträger ist Danton. Merk dir sein Gesicht Piccolina, er ist wichtig. Er ist dabei das Schiff zu verlassen und wir müssen sehr darauf achten, dass er keine Gegenbewegung ins Leben ruft. Sie beginnen damit, sich nicht länger einig zu sein.“ Immer mehr Männer und einige wenige weibliche Begleitungen strömten in den großen Saal. Man setzte sich auf die Stühle vor der langen Tafel an der die führenden zehn Personen der Jacobinerpartei niederließen, um ihren Anhängern die heutige Marschrichtung bekannt zu geben. Aro hatte zwei Sitzplätze in einer Ecke in der hintersten Reihe gewählt. Er hörte besser als diese Maden und er sah auch besser als sie alle. Nichts würde ihm und Claire entgehen und sein scharfer Verstand registrierte jedes Wort und würde es nie wieder vergessen. Versonnen nahm er Claires Hand und hauchte eine flüchtigen Handkuss darauf. Er lächelte zufrieden und zwinkerte ihr schelmisch zu als er ihr ins Ohr raunte: „Ich hoffe du wirst es nicht bereuen mir gefolgt zu sein, diese Versammlung wird ohne Zweifel bis heute Nachmittag andauern. Also pass auf und wenn du Fragen hast, dann frag mich. Wenn es dich aber nach etwas anderem verlangt, dann lass es mich wissen. Ich möchte, dass du dich wohl fühlst und werde dir jeden Wunsch erfüllen. Ich möchte, dass du dir dessen sicher bist Piccolina.“ Mit einem weiteren Handkuss und einem strahlenden Lächeln, suchte er ihr zauberhaftes Gesicht zu erforschen, darin zu lesen. Ohne Zweifel, Claires Erscheinen hatte die richtige Wirkung bei diesen minderwertigen Kreaturen gezeigt. Sie waren von ihr geblendet, verunsichert und Aro machte sich einen Spaß daraus, diese Menschen, die sich für Führer hielten, noch mehr zu verunsichern.
Er liebte seine Existenz!
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Claire
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Mo Sep 10, 2012 5:32 am

„Ich hoffe du wirst es nicht bereuen mir gefolgt zu sein, diese Versammlung wird ohne Zweifel bis heute Nachmittag andauern. Also pass auf und wenn du Fragen hast, dann frag mich. Wenn es dich aber nach etwas anderem verlangt, dann lass es mich wissen. Ich möchte, dass du dich wohl fühlst und werde dir jeden Wunsch erfüllen. Ich möchte, dass du dir dessen sicher bist Piccolina.“ Der Handkuss und das Erforschen ihres Gesichts seinerseits unterstrichen die Aufrichtigkeit seiner Worte.

Claire verfolgte gespannt das Treiben um sie herum. Nicht gerade viele Menschen waren in dem schäbig wirkenden Raum. Danton sah alt und müde aus, so wie eigentlich jeder in diesem Raum. Die wenigen Frauen fächerten sich Luft zu, auch wenn sie lange nicht so zugeschnürt waren, wie zum Beispiel Claire gerade. Auch sonst, waren hier keine Schönheiten zu betrachten. Gegen Claire sah niemand schön aus, aber diese Damen waren nun wirklich nicht hübsch. Der Puder verklebte ihre Gesichter, die Schminke für Augen und Lippen waren ein wenig zu sehr verschmiert um akkurat zu sein. Das alles ließ Claire nur noch mehr strahlen, aber das fand Claire nicht schlimm, sie war zu eingebildet um sich um die anderen zu kümmern. Viel eher war sie interessiert zu sehen, was an der langen Tafel vor sich ging. Die Männer, ausschließlich Männer, hatten sie zusammen gefunden und sortierten einige Papiere. Sie lächelte glücklich.

Sie wusste nicht warum, aber sie fühlte sie gerade mehr als wohl. Hier, in diesem stickigen Raum, neben Ronaldo. Sie bemerkte, dass er sie anstarrte, auf ein gute Art und Wiese, und versuchte in ihrem Gesicht zu lesen. Ihm schien wirklich etwas daran gelegen zu sein, dass es ihr gut ging. Ein liebevoller Zug schlich sich in ihr Lächeln. Schnell streifte sie den rechten Handschuh ab und strich ihm schnell und zart über die Wange. „Mir geht es wirklich ausgezeichnet. Wirklich.“ Sie ließ ihre Hand sinken und sah ihm fest in die roten, tiefen Augen. Sie waren wunderschön und wirkten so weise. Gleichzeitig sah sie einen sadistischen und grausamen Zug. Diese Augen hatten so viel erblickt, sicher auch grausame Sachen. Sie wirkten, als ob sie gewöhnt waren zu herrschen. Man wiedersprach diesen Augen nicht. Ursprünglich musste sie frösteln. Sie brach den Augenkontakt ab und fixierte wieder die lange Tafel. Den Handschuh wieder überziehend rutschte sie ein Stück von ihm ab.

Zu verwirrend waren die Gefühle in ihr. Auf der einen Seite wollte sie ihn. Nur die besetzten Plätze in diesem Saal hielten sie davon ab sich auf Ronaldo zu stürzen und sich das blaue Kleid vom Leib zu reißen. Doch dann, sie wusste nicht wie sie es anders sagen sollte, fürchtete sie ihn. Da war etwas an seiner Aura, dass sie an einen römischen Kaiser erinnerte. Grausam und schön. Oder Luzifer- die Figur, die so viele Menschen abschrägte und faszinierte. Die blonde Vampirin konzentrierte sich nun ganz bewusst darauf, nicht über ihn nachzudenken. Auch wenn sie daran längst keinen Gedanken mehr daran verschwenden musste, so versuchte sie sich so menschlich wie möglich zu verhalten. Das Heben und Senken der Brust, regelmäßig, so dass die dummen dummen Menschen tatsächlich dachten, sie würde atmen. Als wären ihre Lungen nicht schön längst verdorrt. Als würde sie noch an Sauerstoff angewiesen sein. Sie waren so ahnungslos. Es war lächerlich, dass sie diese kleine Regung über alles andere hinwegsehen ließ. Jeder männliche Gast hier starrt sie an. Sie waren alle verunsichert und das war allein ihrer Anwesenheit verschuldet.

Die weiblichen Anwesenden hatten nur Augen für Ronaldo. Überrascht stellte Claire fest, dass sie unwillkürlich wieder an ihn herangerutscht war. Sie legte ihre Hand auf seinen Arm, fast als wollte sie sagen, dass er Ihrs war. Sie war nicht gewillt ihn mit diesen nichtigen Maden zuteilen. Dachten diese hässlichen Weiber tatsächlich, dass dieser Todesengel auch nur einen Gedanken an sie verschenkte mit ihr an seiner Seite. Sie war tatsächlich eifersüchtig. Dieser Ronaldo hatte eine immer undurchsichtigere Wirkung auf sie und sie wusste nicht, ob sie das mochte oder nicht. Es war verstörend, dass sie am liebsten jeder Frau die Augen auskratzen würde. Sie sandte giftige Blicke quer durch den Saal. Die Fräuleins, die schlau genug waren, um sie wahrzunehmen, drehten sich schnell um und starrten nach vorne. Zufrieden lehnte sie sich zurück.

Ein Blick zur Seite sagte ihr, dass Ronaldo sehr wohl von ihrer kindischen Reaktion Notiz genommen hatte. Ein belustigter Zug hatte sich in seine Augen geschlichen. Trotzig schob sie ihre Unterlippe hervor. Daran war nun wirklich nichts lustig. Sie versuchte nur klarzumachen, dass er zu ihr gehörte. Wenigstens für diese Versammlung. Das war ihr gutes Recht.
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Aro
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Do Sep 13, 2012 7:22 am

Aro lauschte den aufgesetzten gegnerischen und kampfeslustigen Reden der Jakobiner. Danton hatte seinen Rücktritt verkündet. Er distanzierte sich deutlich von den Methoden Robespierres und sprach somit eine unterschwellige Anklage gegen ihn aus. Dieser Drückeberger bekam wohl kalte Füße. Aro lächelte arrogant. Sie würden bald noch kälter werden, sehr kalt, das konnte er ihm schwören. Marat schien sich auf die Seite der Jakobiner zu schlagen, was den guten Danton gänzlich aus der Fassung brachte. Marat fixierte bereits seit Stunden Claire – sehr zur Freude von Aro. Sie waren so einfach zu verwirren, so einfach zu beeinflussen. Aus seinen Augenwinkeln beobachtete er die Kleine, die die Atmosphäre wie einen Schwamm in sich aufsaugte. Sie hatte unverhohlenen Spaß an diesem Treffen.
Sie war so begabt, so wissbegierig und so liebreizend und unschuldig in ihrer Erscheinung. Ihr Blick traf sich und er sah die Freude in ihren Augen, als sie ihm ein mehr als zufriedenes und liebes Lächeln schenkte. „Mir geht es wirklich ausgezeichnet. Wirklich.“ Sie hatte ihm bei diesen Worten sanft über seine Wange gestrichen. Aro gab sich völlig dieser verwirrend zarten Liebkosung hin. Für einen winzigen Moment war er versucht auf der Stelle den Raum mit ihr zu verlassen. Seine Sinne schrien laut nach mehr – mehr von dieser Berührung, mehr von ihr, doch er durfte sich nicht gehen lassen.

Er beobachtete seine betörende Begleitung und wurde Zeuge, wie sie sich provokant in Pose setzte, ihre Wirkung und Ausstrahlung genießend. Die Männer hatten sie natürlich bemerkt und so mancher konnte seine Aufmerksamkeit nicht mehr gänzlich auf die Versammlung richten. Was bildeten sie sich eigentlich ein, diese Bauern? Aro lächelte amüsiert, fixierte den Blick einiger Damen, die ihn anstarrten und in dem Moment wo er ihrem Blick standhielt verunsichert die Augen niederschlugen. Es war so lustig, so schmeichelhaft und so dumm von ihnen. Claire hatte es auch gemerkt und reagierte mit ….kindlicher Eifersucht. Sie war tatsächlich eifersüchtig, rückte näher an ihn heran und legte besitzergreifend und demonstrativ ihre Hand auf seinen Arm. Sie WOLLTE ihn. Aro erkannte es an jeder ihrer Regung, an jedem Blick mit dem sie ihn streifte. Ja, sie sehnte sich danach, dass er ihr beiwohnte. Sie wollte ihn so sehr, dass sie sich zwingen musste, sich nicht durch Gesten oder Fauchen zu verraten.
Seine Gedanken schweiften ab, erinnerten sich an ihre Reaktionen auf seinen Schulterkuss und auch den anderen Kuss in ihrem Zimmer und freute sich darauf sie zu erkunden, herauszufinden, wie er sie erfreuen konnte, was ihr gefallen würde um sich schlussendlich ihm auszuliefern und ihm zu unterwerfen. Der Vampir jubelte innerlich und freute sich ungemein darüber, dieses wunderbare Wesen so unverhofft getroffen zu haben. Sie würde seine Zeit in Paris bereichern und vielleicht würde er seinen ursprünglichen Plan nicht mehr als zwei Wochen hierzubleiben noch einmal überdenken und seinen Aufenthalt verlängern.

Claire hatte seinen amüsierten Blick bemerkt und schob pikiert und schmollend ihre Unterlippe vor. Er hatte sie verärgert und schmunzelte nur noch mehr. So erfrischend jung. Er fühlte sich wahrlich beschenkt und bereichert. Sanft strich er über ihre Hand und lehnte sich dicht an ihr Ohr.
„Nicht Claire, ich lache nicht über dich. Du erfreust mich, durch deine Ungeduld. Ich fühle mich geschmeichelt. Leider müssen wir noch ein wenig hier verharren und danach möchte ich kurz mit jemandem sprechen. Du wirst sehen, es wird noch interessant werden. Aber dann würde ich mich mehr als glücklich schätzen, wenn wir in dein schönes Schlafgemach zurückkehren würden und du mir gestatten wolltest dir und deinem schönen Körper zu huldigen. Ich gestehe, ich bin mehr als ungeduldig und verzehre mich ebenso danach dir beizuwohnen. Du bist wunderschön Piccolina.“ Seine Nase strich spielerisch an ihrem Ohr vorbei, den Hals hinab zu ihrer Halsbeuge. Er hauchte einige kleine flüchtige Küsse dorthin und fuhr mit seiner Zunge spielerisch ihren Schulterbogen nach. Vor Verlangen leise seufzend richtete er sich wieder auf und wendete seinen Blick nach vorne.

Die kleine Episode war nicht aufgefallen denn Danton hatte sich erhoben und verließ mit seinen Gefolgsleuten demonstrativ die Versammlung. Einige der Zuschauer waren empört aufgesprungen, riefen und schimpften durcheinander und bezichtigten ihn des Verrats, der Sympathie mit den Königstreuen und verlangten seine Inhaftierung. Aro stimmte mit gezielt eingesetzten unterschwelligen Zwischenrufen diesem Begehren bei und hätte am liebsten laut gelacht, als er merkte, dass sie diese Aufforderungen wie ihre eigenen Ideen aufgriffen und lauthals bestätigten. Robespierre wurde wie ein Held gefeiert und man versicherte ihm in unzähligen Händen, die die seinen und die der an der langen Rednertafel Verbliebenen schüttelten, ihre Loyalität und bedingungslose Treue. Sie feierten ihre Dummheit dem selbsternannten neuen Diktat zu folgen, welches sie bereits jetzt tiefer in Armut und Unterdrückung drängte. Aro war wirklich gespannt, welcher Diktator sich am Ende dieser unwägbaren Zeit durchsetzen würde.

Die Menge drängte sich hinaus in den sich bereits leicht bedunkelnden Abend. Aro hielt Claire dicht an sich gedrängt und lehnte sich in den Schutz einer dunklen Ecke an einer Wand des Gebäudes. „Ah, da kommt er. Sie dürfen sich nicht an uns erinnern also versuche nicht aufzufallen meine Kleine.“ Aro musste nicht flüstern. Seine Stimme klang sanft und für menschliche Ohren ohnehin viel zu leise. Dann lehnte er sich ein wenig vor und sprach sehr deutlich den Herrn vor ihm an. „Ihr werdet nicht umhin kommen Monsieur so bald wie möglich eine Entscheidung zu treffen. Ihr könnt es euch nicht leisten, Danton die Gelegenheit zu geben eine Gegenpartei aufzustellen und zu festigen. Solange er noch nicht so viele Gefolgsleute hat, solltet ihr sie festsetzen. Habt ihr sie erst in der Bastille, so wird Anklage und Vollzug ein Leichtes sein. Glaubt meinen Worten mein Guter, er wird euch keine Ruhe lassen, er wird versuchen euch wegen der Geschehnisse im September zur alleinigen Verantwortung zu ziehen. Dem müsst ihr euch entziehen. Ihr seid im Krieg Monsieur, da könnt ihr auf alte vergangene Freundschaften keine Rücksicht nehmen. Zum Wohle des Volkes Robespierre – zum alleinigen Wohle des Volkes!“ Aro hatte eindringlich gesprochen – hatte den Mann vor ihm wie ein Schatten von hinten eingehüllt und seine Einflüsterungen wie Honig in sein Ohr geträufelt. Er zeigte sich ihm nicht, verbeugte sich und zog Claire eilig mit sich fort. Niemand hatte ihn in dem Trubel bemerkt, niemand würde sich an ihn erinnern. Aber seine Worte, dessen war er sich sicher, würden ihre Wirkung nicht verfehlen.

Geschmeidig bog er in eine Seitenstraße ein, ging sie ohne Eile entlang, Claire immer noch an seinem Arm. Wie ein Paar, das sich auf den nach Hause Weg gemacht hatte. Als die Stimmen der Menschenansammlung fast verklungen waren hielt er an und wendete sich der blonden jungen Frau zu, strich ihr eine Strähne hinter ihr wohlgeformtes Ohr und lächelte sie vielsagend an. Seine Lippen näherten sich ihren, legten sich sanft darauf und küssten sie ohne Drängen, verführerisch und mit seiner Zunge um Einlass bittend. „Hmm du schmeckst unvergleichlich Piccolina. Sag mir, wie hast du dich entschieden?“
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   So Sep 16, 2012 1:02 pm

Sein Kuss war so verführerisch und süß. Seufzend ließ sie sich komplett auf ihn ein. Sie schlang ihre Arme um seinen Nacken und zog sich etwas näher an ihn heran. Es gab diese Momente von denen man sich wünschte, sie würden nie enden. Das war so ein Moment. Alles war perfekt. Die Luft roch noch Regen und Frische, sie zirkulierte angenehm um sie herum. Die Stadt kam langsam aber sicher wieder zur Ruhe. Claire spürte die Wand in ihrem Rücken und Ronaldos starken Körper an ihren gepresst.
„Hmm du schmeckst unvergleichlich Piccolina. Sag mir, wie hast du dich entschieden?“

Sie wusste, welche Antwort Ronaldo von ihr erwartete. Doch sie bediente sich keinerlei Wort um ihm genau das zu geben. Viel verlangender als er stürzte sie sich förmlich auf ihn. Fordernd erforschte ihre Zunge seinen Mund. Sie drückte sich so nah wie möglich an seinen marmornen Körper. Zitternd löste sie sich von ihm. „Reicht dir das als Antwort?“ So wie sie ihm diese Frage stellte, so wusste sie, dass sie es nicht tun würde, die Nacht mit ihm verbringen. Es war nicht, dass sie noch nie mit einem Mann geschlafen hätte.

Es war, mal wieder, wie so oft, Louis die es verhinderte. Auch wenn es schizophren klang. Es gab immer die andere Seit in ihr. Die Seite, die alles kommentierte. Es war schwierig zu erklären. Als ihre Zwillingsschwester starb, wurde der zweite Teil ihrer Persönlichkeit geboren. Manchmal, in extremen Situationen switchte ihre Persönlichkeit. Meistens behielt Claire die Oberhand. Sie hatte gelernt das alles zu kontrollieren. Zeit ihres Daseins war genug um es zu lernen, aber nicht genug um es zu perfektionieren. Es passierte also ab und zu. Und von allen möglichen Zeitpunkten musste es ausgerechnet jetzt geschehen. Es war nicht, dass Claire nicht wusste was geschah oder der Louis plötzlich die Leute nicht kannte. Es änderten sich lediglich signifikante Züge ihrer Persönlichkeit. So auch das Verlangen nach Ronaldo.

Sie versteifte sich, schob ihn von sich und sah zu Boden. Es war ihr peinlich, dass sie sich erst so nach ihm verzehrt hatte und nun seine körperliche Nähe fast unerträglich fand. Es war nicht so, dass Claire ihn nun weniger attraktiv oder anziehend fand. Der blonde Vampir war einfach nur nicht mehr an physischen Kontakt zum anderen Geschlecht, viel mehr am geistigen Austausch. Sie drehte ihm den Rücken zu atmete tief durch um sich zu sammeln. Sie konnte es nicht steuern. Sobald sie sich sicherer fühlte, würde es von allein passieren. Das härteste jetzt war es Ronaldo zu erklären, ohne ihn zu verschrecken. Sie dreht sich wieder zum ihm und sah ihn an. Claire bemerkte, dass es ihn verwirrte. Sie wäre auch verwirrt, würde sich jemand ihr gegenüber so verhalten.

„Hör zu Ronaldo.“, nervös biss sie auf ihrer Unterlippe herum, eine typische Verhaltensauffälligkeit Louis`. Das war ein weiteres Merkmal eines Wechsels. Ihre Körpersprache und Verhaltensmuster änderten sich. War Claire zuerst locker, gelöst und offenherzig gewesen, so war sie nun zurückgezogen, v erschlossener und steifer in ihrer Körperhaltung.

„Es ist schwer zu erklären…“ Wieder hielt sie inne, nach den richtigen Worten ringend. Es wär so viel einfacherer, wenn er ihre Gedanken lesen könnte. Auch wenn sie vielleicht intelligenter war, so fehlten ihr doch manchmal die Worte im Vergleich zu Claire. „Es ist… schwierig zu erklären.“ Immer wenn das geschah, wurde sie frustriert und unzufrieden. Sie raufte sich die Haare und schrie leise auf. Aggressiv schlug sie mit der flachen gegen die Wand. Stücke brachen heraus und fielen auf den Boden.

Sie senkte ihren Blick und hoffte, dass sich einfach ein riesiges Loch vor ihr auftat und sie einfach verschwinden konnte. Verzweifelt sah sie zuerst zu Boden auf die Teile der Wand, dann in seine Augen. Sie fühlte sich wie ein kleines Kind.

„Es gibt etwas, dass du wissen solltest. Ich weiß aber nicht, wie ich es dir begreifbar machen kann. Es tut mir leid.“

Claire verschränkte die Hände und starte wieder zu Boden.
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Mo Sep 17, 2012 2:24 am

Der Vampir spürte wie sein Verlangen ihn einhüllte. Die Art wie sie ihn jetzt an sich zog, seine Nähe suchte, mit ihren Lippen ihm ihre Wünsche offenbarte, war mehr als erregend, mehr als ein simples ‚Ja’. Aro wollte es und er genoss es.
„Reicht dir das als Antwort?“ Sie löste sich von ihm und auch wenn ihre Worte im krassen Gegensatz dazu standen, straften ihre Augen diese Worte Lüge. Aro betrachtete sie verwirrt. Was geschah mit ihr?
Sie hatte sich völlig verkrampft und zog sich nun mehr als zurück. Sie floh geradezu vor seiner Nähe. Alles an ihr schien sich zu verfärben. Ihre ganze Aura, die er als leuchtend und fröhlich, bejahend erlebt hatte, verdunkelte sich und wurde zurückhaltend und verschleiert.
‚Tag und Nacht – wie Sonne und Mond. Wer bist du meine Kleine, was verbirgst du noch vor mir?’
Sie hatte sich von ihm abgewandt, drehte ihm den Rücken zu und er konnte an ihrer ganzen Haltung die immense innere Anspannung erkennen, die sie erfasst zu haben schien. Offenbar fand in ihrem Inneren ein Kampf statt. Ein Kampf, den sie kannte, den sie gewohnt war zu kämpfen, denn sie war nicht verstört oder verzweifelt über ihren Wandel. Nein, sie schien es bis zu einem bestimmten Grad kontrollieren zu können, doch was zur Hölle war das?
Seine Hände fanden zueinander und fast wie automatisch wollte er einen seiner Handschuhe abstreifen. Sein körperliches Verlangen war in den Hintergrund getreten. Das war nicht wichtig, er hatte Zeit. Er würde sie besitzen – nein, er besaß sie bereits. Sie war ihrem eigenen Verlangen so viel mehr ausgeliefert, wollte es selbst viel zu sehr. Aro war ein Mann mit viel Geduld. Es gab keinen Grund, sie unter Druck zu setzen, denn dadurch hätte er sie verschrecken oder gar verscheuchen können und dem alten Vampir war ihre Person und insbesondere ihre wunderbare Gabe um vieles wichtiger, als dem Verlangen eines dummen Momentes nachzugeben.
Die körperliche Vereinigung war etwas ungemein entspannendes, sehr befriedigendes, aber sie war eine vorübergehende Freude, die er jederzeit haben konnte. Claires Persönlichkeit und Treue würde er gewinnen und dann für immer sein eigen nennen dürfen, nur indem er sie hier und jetzt respektierte.
Aber ohne einen Hinweis darauf, was sie zu dem gemacht hatte, die sie war, ohne eine Andeutung auf die Ursache ihrer inneren Veränderung lief er Gefahr Fehler zu begehen, die er unter allen Umständen vermeiden wollte.
„Hör zu Ronaldo…“ Ihr ganzes Verhalten war nicht ihr eigenes, irgendetwas hielt sie gefangen. „Es ist schwierig zu erklären.“
Es bereitete ihr große Mühe über dieses Thema zu sprechen. Er sah wie sie mit sich rang.
„Es gibt etwas, dass du wissen solltest. Ich weiß aber nicht, wie ich es dir begreifbar machen kann. Es tut mir leid.“ Sie wollte, doch scheinbar konnte sie es nicht. Die Frustration darüber lies sie sich erneut von ihm abwenden und resignierend zu Boden starren.
Aro lächelte, streifte seinen rechten Handschuh ab und trat leise hinter sie. „Quäle dich nicht Piccolina. Was immer dich gefangen hält, ich versichere dir, ich werde dich nicht bedrängen. Obwohl wir uns erst seit wenigen Stunden kennen, muss ich gestehen, hast du großen Eindruck auf mich gemacht.“ Er umfasste ihre Taille mit seinem linken Arm und zog sie etwas dichter, jedoch nicht dominant an sich. Er wusste, die Erfahrung, die sie gleich machen würde könnte verwirrend sein, könnte ihre Beine einsacken lassen, oder aber dazu veranlassen sich von ihm loszureißen. Aro wollte beides nicht. Er wollte ihr Vertrauen.
„Schsch meine Kleine, keine Angst. Vertrau mir bitte. Ich werde dir nichts tun. Ich möchte dir nur helfen. Du musst mir nichts erklären hörst du. Ich werde es wissen. Schsch, alles wird gut. Vertrau mir.“ Er hatte nur geflüstert, hatte sanft mit seinen Lippen ihr Ohr berührt und spürte wie sie erregt ihren Körper in seinem Arm zu ihm hin presste. Ihre Hände umklammerten seine linke Hand, die flach auf ihrem Bauch lag. Schutzsuchend - nicht um sich von ihm zu lösen. Sanft küsste er ihren Halsansatz und legte seine freie Rechte auf ihre bloßen Hände.

Ahhhh! Aro schloss seine Augen, ließ sich überfluten von Gedanken, Erinnerungen, Visionen und saugte weiter liebkosend sanft an ihrer Schulter, ihrem schönen schlanken Hals. Er spürte wie sie erschauerte, sich in seinem Arm fallen ließ.

Die Flut ihrer Erinnerungen war gewaltig. Ja, sie war nicht mehr jung. Sie war bereits seit langem ein Vampir, dieses Kind eines Zirkus – die Tochter des Feuerschluckers, mit ihrer bereits damals sehr starken Affinität für das Element Feuer.
Sie war ein Zwilling, hatte eine Schwester mit Namen Louise! Aro dachte an seine beiden Adoptivkinder, ebenfalls Zwillinge und daran wie sehr sie durch die Verwandlung von einander abhängig waren. Sie konnten nicht getrennt leben und er war sich sicher auch für sie wäre der Tod des anderen gleichbedeutend mit der eigenen Zerstörung. Er wollte sich nicht ausmalen, wie Jane reagieren würde, stöße Alec etwas zu!
Claire hatte also Louise zu menschlichen Zeiten durch das von ihr heraufbeschworene Feuer getötet. Und als wäre das nicht genug der Schuld für ein 16jähriges Kind, an ihrer Stelle hängte man ihre Eltern für diese Tat. Aro fühlte tiefes Bedauern für diese zarte junge Frau. Sie war innerlich zerfressen von Selbstvorwürfen, hatte sich gespalten und lebte nun eine Existenz für sich und ihre Schwester, als könne sie den Verlust ihres Lebens damit sühnen, oder gar ungeschehen machen. In der langen Zeit des Alleinseins, war Louis ihr ständiger Begleiter geworden.
Aro konnte sehen, dass Claire es war, die trotzdem die Kontrolle über ihre Stimmungsschwankungen behielt, was gut war, denn ansonsten wäre sie ihnen schutzlos ausgeliefert, doch er sah auch, dass immer wenn sie sich unsicher war, wenn sie abgelenkt war, Louise eine Möglichkeit hatte für kurze Zeit zu dominieren.
Er sah in ihren Erinnerungen, wie sehr Claire es genoss sadistisch sein zu dürfen, ihre Natur auszuleben. Claire liebte ihre Gabe und sie liebte es zu zerstören. Louise war es, die sie in gewissen Momenten extremer werden ließ, sadistischer, doch Aro sah darin nun wirklich keinen Nachteil. Ganz und gar nicht, denn darin war diese kleine Puppe seiner kleinen Jane sehr ähnlich.
Aro lächelte selig. Claire würde perfekt zu seiner Familie passen. Sie würde seine Wache bereichern und wenn sie wollte, wäre sie seine Muse, wäre sie seine Schülerin, denn Claire liebte es zu lernen – eine außerordentlich wertvolle Charaktereigenschaft. Dieser kleine putzige Hand sich einen dramatischen Auftritt zu verschaffen, fand er ansprechend und mehr als befriedigend. Ja, Claire war entschieden die Art von Person, die er sich schon lange in seiner Nähe gewünscht hatte.

Aro strich erneut mit seinen Lippen ihren Hals entlang. „Es ist gut Piccolina. Alles ist gut. Ich denke, wir sollten uns ein wenig die Zeit vertreiben, was denkst du. Ich bin noch satt, also jagen wir heute noch nicht, aber ich möchte, dass du dich amüsierst. Hmmm – bitte folge mir und stelle keine Fragen. Ich hoffe, du wirst es genießen.“ Er drehte sie sanft zu sich um und versuchte zu erkunden, wer ihn ansah. Dann zog er seinen Handschuh wieder an, streichelte sanft über ihre Wange und lächelte sie belustigt an.
„Es wird Zeit in die Vergnügungen dieser Stadt einzutauchen meine Liebe. Schließlich werden wir niemals müde!“
Er ergriff ihre Hand und wendete sich rasch ab um in zwar angemessener aber trotzdem sehr schnellem Gang zur Rue du Faubourg du Temple zu eilen. Das Amphiethéatre Anglais hatte gerade die Kassen eröffnet und Aro kaufte Karten für eine der intimeren Logen, in denen sie sich verbergen und doch alles mitverfolgen könnten. Er war gespannt, wie Claire darauf reagieren würde. Er hatte gesehen, dass sie es liebte und hoffte, sie würde seine Geste richtig verstehen. Er wollte ihr damit sagen, dass er verstand, dass er wusste – aber dass er es nicht erklären wollte, warum. Claire ließ sich von ihm willig führen und ihre Augen verrieten Überraschung und Irritation. ‚Ahh, sie kennt Franconi also noch nicht. Wie überaus befriedigend.’
Er deutete auf die bequemen Stühle. Sie würden alleine bleiben in dieser Loge, da Aro alle Karten dafür gekauft hatte. Er duldete keine Indiskretionen und auch keine Ablenkungen durch schwitzende, nervige, quiekende Weiber und ihre dazugehörigen schnarchenden Gatten. Vielleicht würden sie sich zu späterer Stunde jedoch einen Snack gönnen. Wer wusste schon, welche Appetithappen ihnen auf den Straßen in Paris noch über den Weg laufen würden.
„Nimm Platz meine Liebe und genieße die Vorstellung der Kompanie des unvergleichlichen Antonio Franconi – des ambitioniertesten Zirkusdirektors unserer Zeit.“
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Do Sep 20, 2012 12:15 pm

Vertrau mir.

Die Worte wurden immer und immer wieder in ihrem Kopf abgespielt, als er so beschützend seinen Arm um sie legte. Sie drängte sich an ihn, umklammerte seine Hand. Sie hatte mehr und mehr vollends zusammen zu brechen. Wenn sie noch ein wenig Menschlichkeit in sich gehabt hätte, so wäre sie jetzt in Tränen ausgebrochen. Bevor sie ihre Gedanken sammeln konnte, sich beruhigen konnte, geschah etwas Komisches. Es war als würde jemand all ihre Gedanken durchforsten. Sie erlebte alles nochmal, wie ein Lauf durch ihre Erinnerungen. Es war so gleich beängstigend und berauschend. Ob das seine Gabe war, Gedankenlesen? Wer war dieser Mann, was machte er hier. Er wirkte so mächtig, so wahrhaftig um einfach nur ein Mann Frankreichs zu sein. Ronaldo Gedankenleser, welch Glück dich getroffen zu haben. Sie merkte, wie sie sich immer mehr entspannte. Zwar hatte immer Louis die Kontrolle über sie, aber es war nicht mehr diese Verstörtheit zu spüren. Sie hatte keine Angst mehr vor dem anderen Vampir, auch wenn sie immer noch nicht von dem brennenden Verlangen geführt wurde.

Als er geendet hatte sah er sie an, nicht verlangend eher erforschend. Er versuchte heraus zu finden, wer ihn anblickte, das spürte sie. Wie lange würde er wohl brauchen zu lernen, die beiden Persönlichkeiten auseinander zu halten. Belustigt griff er nach ihrer Hand und sie ließ sich führen. Angemessen schritten sie durch die dunkle Nacht Paris. Auch wenn Claire hier seit langer Zeit gelebt hatte, wusste sie nicht er vorhatte. Gelöst und belebt lachte sie. Erleichtert stellte sie fest, dass sie endlich wieder die Kontrolle über sich hatte. Es verlief nicht immer so, dass sie Panik bekam, wenn Louise da war. Manchmal half es, gab ihr einen anderen Blickwinkel, doch meist war es verstörend und unangenehm. Schließlich fand sich das junge Paar beziehungsweise die zwei Vampire, die wie ein junges Paar wirkten an der Kasse des Amphiethéatre Anglais`. Sie traten ein, fanden ihren Weg in eine der besseren Logen, als Ronaldo sagte:

„Nimm Platz meine Liebe und genieße die Vorstellung der Kompanie des unvergleichlichen Antonio Franconi – des ambitioniertesten Zirkusdirektors unserer Zeit.“ Zirkus. Aufgeregt wie ein Kind sah sie zu dem attraktiven Vampir.

„Wirklich, Zirkus? Das ist eine so fabelhafte Idee. Ich danke dir so sehr dafür.“ Überschwänglich warf sie sich an seine Brust, die Arme um seinen Hals schwingend. Seine Arme umfingen sie und wirbelten sie herum. Sie hauchte ihm flüchtig einen Kuss auf die Wange, dann flüsterte sie. „Das werde ich dir nie vergessen, Ronaldo lecteur attentif.“

Strahlend nahm sie Platz. Gerade rechtzeitig, denn der rote Samtvorhang war im Begriff sich zu öffnen und die verborgenen Geheimnisse preis zu geben. Ein großer, muskulöser Mann trat hervor und begann mit fester Stimme das Programm des heutigen Abends zu erklären. Bald darauf trat alles auf, was Claire so gut kannte. Tiger wurden dressiert, Frauen in wunderschönen Kostümen verengten sich, Illusionen wurden erzeugt. Alles war genauso, wie Claire es kannte und liebte. Doch dann kam das, wovor sie sich am meisten fürchtete und was sie am meisten faszinierte, der Feuerschlucker. Immer schneller und schneller ließ er Fackeln um sich herum tanzen, spie lodernde Flammen.

Claire konnte die pulsierende Energie fühlen, sie spürte wie die Intensität der Wärme sie nährte, ihr Kraft gab. Mit glitzernden Augen blickte sie zu Ronaldo. Die Glut der letzten Flamme erlosch und tosender Applaus um hüllte sie. Sie stand auf, ging auf ihn zu, setzte sich ohne Worte zu verlieren auf seinen Schoß und küsste ihn lange, länger als sie es zuvor getan hätte, gepusht von der Vorstellung, die man ihr soeben geboten hatte. „Es war so wunderbar. Danke.“
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Aro
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Do Sep 27, 2012 11:39 am

Der alte Vampir legte sich genießerisch zurück und genoss es seine schöne Begleitung in ihrer bezaubernden Begeisterung zu beobachten. Claires Augen saugten das Geschehen auf der großen Bühne geradezu auf. Ihr ganzer Körper schien mitzugehen, spannte sich an, löste sich wieder, beugte sich vor und schüttelte sich vor Lachen oder vor Spannung. Ihre Augen strahlten und ließen die Akteure keinen Moment aus den Augen. Aro genoss seinen kleinen Triumph und freute sich über die Maßen darüber, dass er ihr eine solche Freude machen konnte.
Als schussendlich Franconi selbst als Meister des Feuers in einer atemberaubenden Show, die Flammen um sich wirbelte, befürchtete er für einen winzigen Moment, sie könnte ihre Begeisterung nicht im Zaum halten und würde die Manege mit ihrer Gabe in Brand setzen. Aber sie hatte sich wieder ganz unter Kontrolle. Louise hatte sie verlassen, hatte keine Macht über sie. Aro hatte es geahnt. Der Ausdruck in ihren Augen hatte sich geändert, als sie sich ihm begeistert an den Hals geworfen hatte. Ihre Augen hatten ihn angestrahlt und die Worte, die sie ihm zuhauchte hatten ihn mehr als gerührt: „Das werde ich dir nie vergessen, Ronaldo lecteur attentif.“

Sie akzeptierte ihn ein Stück mehr. Sah in ihm mehr als nur einen einfachen Begleiter, sondern einen Mentor, einen Lehrer. Aro seufzte zufrieden und klatschte dem großen Franconi artigen Beifall, als Claire mit glühenden Augen auf ihn zukam, sich auf seine Schoß setze und ihn küsste. Dieser Kuss war von einer ungeahnten Intensität, von einer bisher nicht offenbarten Hingabe und Aro verlor sich darin, lies es zu, dass sie ihn dominierte und verführte und genoss es. Dieser Dank war mehr als er hatte erhoffen können. „Es war so wunderbar. Danke.“ Aro zog sie überwältigt an sich und erwiderte ihren Kuss, spürte ihren Körper an seinem und genoss es hier inmitten von über 300 Zuschauern völlig abgeschieden mit ihr so intim sein zu können. Claire schien alles um sich herum vergessen zu haben. Der Vampir ließ sich Zeit, wartete Zärtlichkeiten austauschend ab, bis die Zuschauer gegangen waren und lächelte Claire dann liebevoll zu. „Komm, lass uns den Rest der Nacht damit verbringen diese schöne Stadt zu beobachten.“ Er nahm ihre Hand und ging völlig ruhig, als wäre es das normalste der Welt, dass zwei Vampire durch die nächtlichen Straßen spazierten, durch die nun immer ruhiger und verlassener werdenden dunklen, von nur spärlichem Licht erleuchteten Straßen. Er strebte erneut der Ils de la Cite zu und steuerte Notre Dame an. Behende, leicht und absolut geräuschlos bezeichnete er mit einem Nicken die Fassade der Kirche hochzuklettern. Sein Ziel war der rechte Turm, auf dessen breiter, ausladender Plattform er sich niederließ und zufrieden auf die Stadt hinuntersah. „Komm zu mir Piccolina. Komm und lerne zu sehen, wie ich sehe.“

Er zog die kleine Gestalt zu sich, barg sie in seinen Arm und zeigte mit der freien Hand hinunter. Seine scharfen Vampiraugen sahen jede Kleinigkeit bis in weiteste Entfernungen innerhalb der Stadt. Er konnte die Personen, die sich jetzt auf den Straßen, Dächern und Hinterhöfen herumtrieben nicht nur als kleine Punkte ausmachen. Nein, ein Vampir sah ihre Gesichter, sah detailgetreu, was sie taten wohin sie zogen. Kleine Scharmützel von Straßenräubern; Kinder und Jugendliche, die für wache stehende Erwachsene in Fenster und schmale Öffnungen einstiegen, um Diebesgut herauszureichen; streunende Hunde und Katzen; Miliz Patroulien, die vergeblich versuchten ein Mindestmaß an Ordnung zu halten; Mörder, die Frauen und unbescholtenen Männern Gewalt antaten, aus welchem Grund auch immer. Das alles offenbarte sich den Augen der beiden ungewöhnlichen Beobachtern auf dem Turm der ehrwürdigen Kirche.
Aro lächelte als er eine kleine Gruppe von Menschen ausmachte, die mit ihren wenigen Habseligkeiten bepackt wie ein kleiner Wurm sich durch die Straßen in Richtung Süden schoben. Sie wurden von einer Gestalt in weitem, schwarzen Mantel angeführt. „Siehst du diese kleine nette Karawane Claire? Eine Angehörige meines Zirkels führt diese Weisen und Verzweifelten aus der Stadt hinaus. Sie haben keine Aussicht auf ein Auskommen in dieser Stadt, sind dem Hungertod ausgeliefert und wurden in nicht wenigen Fällen als Arbeitskräfte an einen Agenten in dieser Stadt verkauft, der sie an uns weiterverkauft in dem Glauben, wir würden sie in Brot und Arbeit nehmen.“ Aro lachte leise. „Nun, was das Brot angeht, hat er andeutungsweise recht. Wir führen sie in unsere Burg und nähren uns an ihnen. Ihr Elend und ihre Armut wird bald ein Ende haben. Niemand wird je nach ihnen fragen, wird sie je vermissen. Es ist eine ganz wunderbare Nebenerscheinung dieses ganz und gar herrlichen Krieges, dieser Revolution. Merke dir meine Liebe. Wir dürfen nicht offensichtlich jagen, damit geben wir uns der Entdeckung preis. Mein Zirkel lässt die Menschen glauben, wir täten ihnen etwas Gutes und nimmt die als unsere Speise, für die ihre eigene Rasse keine weitere Verwendung hat. Wir helfen ihnen sozusagen, sich ihrer Sorgen zu entledigen.“ Claire blickte stumm zu ihm auf und nickte wissbegierig. Aro lächelte und verstummte ebenfalls. Ab und an streichelte er sie wie zufällig, küsste ihren Nacken oder ließ seine Finger spielerisch über ihre schöne Brust wandern. Dann wiederum küsste er sie leidenschaftlich, jedoch ohne sie zu weiterem zu bedrängen immer darauf achtend ihr Freiheit zu lassen. Er wollte sie nicht in einen Zwiespalt ihrer Gefühle drängen, wollte nicht, dass Louis die Oberhand gewann. Claire erwiderte erst zurückhaltend, dann immer selbstverständlicher und fordernder seine Zärtlichkeiten.

Als die Nacht langsam wich und der Morgen begann sich gegen die Schwärze durchzusetzen beobachtete Aro einen Mann, der ihm bereits vor zwei Nächten aufgefallen war. Es war ein Vampir, der mit brutaler Gewalt in dieser Nacht zwei Menschen in ihrem Haus geschlachtet hatte. Arrogant und anmaßend verließ er die Stätte seiner Tat, ohne seine Spuren zu verwischen, ohne sich darum zu scheren sich selbst nicht verdächtig zu machen oder gar im Verborgenen zu halten. Blutbefleckt und weit sichtbar verließ er das Haus, wohl wissend, dass die von den Schreien seiner Opfer aufgescheuchte Nachbarschaft ihn angstvoll beobachtet hatten. Am Ufer der Seine angekommen setzte er sich auf den Kai, keine 200 Meter von der Kirche entfernt und begann sich seelenruhig zu waschen. Aro sah mehrere Frauen hinter den dichten Gardinen ihrer Fenster kauernd und betend und knurrte ungehalten. Warum konnten sie sich nicht an die Regeln halten, war das etwa zuviel verlangt?
Claire sah in die gleiche Richtung und Aro spürte, wie sie sich in seinen Armen verspannte. „Du hast es auch gesehen, nicht wahr Piccolina?“ Er strich ihr besänftigend über ihren Arm. „Ja, du hast Recht. Dieser ist ein recht schlechter Vertreter unserer Rasse. Er achtet unsere Gesetze nicht und somit ist er eine Gefahr für uns alle, denn er bringt uns alle in Gefahr. Mein Liebling, ich bitte dich, zeig mir wie weit deine Gabe reicht. Bist du in der Lage dieses Subjekt von hier aus zu verbrennen? Oder sollen wir uns zu ihm hinab begeben. Ich versichere dir, wir sind auf der Seite des Rechts. Niemand wird es wagen, dich anzuklagen, denn ich bitte dich ihn zu töten. Verwandle ihn in Asche - Lass ihn in Flammen aufgehen! Jetzt!“ Begierig und voller Erwartung tauchte sein Blick in ihren. Er war gespannt, wie effektiv ihre Fähigkeiten waren.
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Claire
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Sa Sep 29, 2012 12:13 pm

Sie schloss die Augen, konzertierte sich vollkommen auf ihre Umgebung und versuchte all ihre Gedanken auf die Welt um sie herum zu fokussieren.

Alles um sie herum begann zu pulsieren, sich zu bewegen. Jeder noch so kleine Bestandteil wurde lebendig und bestand aus sich bewegenden Molekülen. Sie spürte, wie sich Ronaldos Partikel unfassbar schnell bewegten, die Steine verharrten unter ihnen fast bewegungslos. Sie konnte alles fühlen, dieses Gefühl war so überwältigend, dass es sie immer wieder aufs Neue. Auch wenn sie damit lebte, tagein tagaus, so war es immer wieder überraschend, wenn man sich darauf konzentrierte. Den Großteil der Zeit verdränget sie das stäte Pulsieren um sie herum. Sie hatte gelernt damit zu leben. Doch nun versuchte sie angestrengt etwas an dem Zustand des Mörders zu verändern. Es war schon immer schwierig für sie gewesen bewegte Gegenstände oder sogar Lebewesen zu verbrennen. Der Vampir, den sie versuchte in Flammen auf gehen zu lassen, war ein Vampir und bewegte sich noch dazu. Das hieß für sie doppelt so viel Anstrengung für Claire.

Da sich die Moleküle ihres Opfers eh schon ziemlich schnell bewegten, war es extrem anstrengend sie dazu zubringen sich noch schneller zu bewegen. Eine kleine Falte bildete sich zwischen ihren Augenbrauen, als sie mit alle ihrer ihr zu Verfügung stehenden Kraft versuchte ihre Gabe dort anzuwenden. Es war nicht so sehr die räumliche Distanz, es war die Bewegung und der Zustand dieses ungehobelten, dummen Vertreters ihrer eigenen Rasse, der ihr zu schaffen machte. Die blonde Vampirin wollte unbedingt beweisen, zu was sie fähig war. Sie zwang sich dazu sich noch mehr zu konzentrieren. Cece merkte schon nicht mehr, wie ihr Körper begann langsam zu zittern.

Doch es mochte ihr einfach nicht gelingen.

Frustiert merkt sie sie, wie ihr ihre Konzentration langsam entglitt. Sie musste einsehen, dass sie ihn nicht in Brand stecken konnte. Sie knirschte mit den Zähnen um es ein letztes Mal zu probieren. Und tatsächlich, diesmal gelang es ihr. Es war keine spektakuläre Explosion, es war ruhig, fast geräuschlos, dafür aber schnell und effizient. Sie keuchte auf, als endlich vorbei. Ihr ganzer Körper schmerzte, sie fühlte sich plötzlich so unendlich gealtert, ja fast schon menschlich. Sie sackte förmlich zusammen, doch trotzdem lächelte sie Ronaldo stolz und erschöpft zu gleichen Teilen zu.

„Was sagst du?“ mit großen erwartungsvollen Augen sah sie ihn an. Ihr war klar, dass es wenig glorreich war, dass sie ihn hatte spüren lassen, wie viel Anstrengung es sie gekostet hatte.

Sie hoffte, es würde sein Urteil über ihre Fähigkeiten nicht schmälern. Claire versuchte die Reaktion abzuschätzen.
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Fr Okt 12, 2012 10:00 am

Gespannt hielt Aro die schmale Frauengestalt in seinem Arm, darauf bedacht sie nicht einzuengen. Er hätte zu gerne seine ungeschützte Hand an ihren Arm gelegt, doch er verbot es sich. Es hätte sicherlich viel zu sehr abgelenkt, denn das, was er von ihr verlangte, war kein Kinderspiel. Er hatte in ihrer Erinnerung gesehen, wie ihre Gabe funktionierte und dass sie sie seit vielen Dekaden geschult hatte und immer noch schulte.

Immer wieder spannte sie sich in völliger Konzentration an, erzitterte leicht um immer wieder abzubrechen. Sie war hartnäckig – sie hatte einen zähen Willen und setzte alles daran ihm zu beweisen, zu was sie fähig war. Es war keine Dankbarkeit, die den alten Vampir in diesem Moment durchflutete, sondern ein unbeschreibliches Gefühl der Genugtuung und der Begierde für diese so ungewöhnliche Frau. Er wollte sie mit allem was sie ausmachte. Er wollte ihr Talent in den Reihen seiner Familie, er wollte ihre Stärke im Kampf gegen ihre Widersacher und er wollte SIE, wie er selten eine Frau gewollt hatte.
Ab und an nahm er sich wonach es ihm gelüstete, außerhalb der Mauern ihres Palazzos. Er war einer der Meister, ein Herrscher und er hatte das Privileg dies zu tun und nutzte es nach seinem Gutdünken. Seine Achtung und sein Respekt galten seiner Partnerin. Sulpizia, seine Frau, seine Vertraute. Sie kannte fast alle seine Gedanken, seine Erlebnisse und vor allem kannte sie seine Wünsche. Sie wusste, er würde sie niemals bloßstellen, dafür liebte er sie zu sehr, doch sie respektierte auch, dass für einen mächtigen Mann eine Frau niemals genug sein konnte. Er würde ihr Claire vorstellen und wenn die Kleine einwilligte, sollte sie seine Gespielin sein. Sollte sie einen anderen erwählen, dann würde er ihr nicht im Wege stehen, doch bis dahin…..
Er musste sie an sich binden, musste auch in ihr dieses unvergleichliche Verlangen wecken und darauf hoffen, dass sie ihm folgen würde.
Aro war niemand, der eine Frau jemals zwingen würde sich ihm zu unterwerfen, obwohl er es zuweilen liebte, wenn sie alles für ihn taten. Er würde ihr die Wahl lassen. Vielleicht würde sie auch mit der Zeit einen der Wachen als Gefährten erwählen, wer konnte das wissen. Aro lächelte freundlich. Sie alle verdienten es Zuflucht in einer Partnerschaft zu finden. Dieses Gefühl zu jemandem zu gehören, dass sie aufrichten konnte, stärken auf eine Weise, wie es einfach unvergleichlich war.

Claire begann stärker zu zittern, richtete ihren Oberkörper leicht auf und lehnte sich unmerklich nach vorne. Sie war unvergleichlich in ihrer Verbissenheit. Beglückt und mit unverhohlener Begeisterung sah der Vampir, wie sich der Körper des Mannes an der Seine von einer auf die andere Minute zu entzünden schien und in einer berstenden, fast geräuschlosen Explosion in tausende winziger glühender Teile zersprengte, die wie ein Funkenregen in das träge dahin fließende Wasser des Flusses ergossen.
Dieses so unschuldig aussehende junge Wesen hatte eine unvergleichlich starke Gabe. Geradezu erschöpft, von ihren eigenen Kräften aufgezehrten brach sie in seinen Armen zusammen und ließ sich an seinen Körper fallen. Aro zog sie näher an sich heran, küsste zärtlich ihren Nacken und versuchte seinerseits seiner Begeisterung Ausdruck zu verleihen als ihre schönen Puppenaugen ihn fragend anstarrten. „Was sagst du?“ Eine einfache Frage, die so viel implizierte.
Sie war schwach und schon zu lange alleine, als das sie es nicht brauchte gelobt zu werden. Und sie hatte es sich verdient – dieses Lob – dass er ihr geben würde.

„Nur sehr, sehr selten, um nicht zu sagen nie habe ich eine Gabe wie deine kennengelernt Piccolina. Die Art, wie du sie mir zeigtest, der Wille mit dem du mir beweisen wolltest, zu was du fähig bist erschüttert und beschämt mich. Claire, du bist unvergleichlich, inspirierend und ich weis nicht, wie ich es dir erklären soll, aber meine Gefühle für dich werden von Stunde zu Stunde, von Minute zu Minute stärker. Du verdienst so viel besseres als dieses unnütze Nomadendasein, darauf ausgerichtet auf die nächste Jagd zu gehen, sich von einem auf den anderen Tag ernähren zu müssen und das wirkliche Leben, zu dem wir fähig sind, an sich vorbeifließen zu lassen, um nicht aufzufallen, sich selbst nicht zu gefährden.
Du verdienst so viel Besseres meine Kleine. Du bist viel zu schade für eine derartig dumme Existenz.“ Er hatte sie vorsichtig in seinem Arm gedreht, so dass sie über seinem angewinkelten Bein in seinem linken Arm lag und zu ihm aufsehen konnte. Er beugte sich zu ihr herab und küsste sie innig, zärtlich und ohne Eile.
„Hmm, du schmeckst gut meine kleine Feuerschluckerin. Mein kleines Zirkuskind. Sag mir, womit ich dir huldigen kann. Sag mir, welche Belohnung du dir wünschst und ich werde dir geben wonach du verlangst, was es auch sei. Sag mir was ich tun kann, um dein Vertrauen und deine Treue zu erwidern.“

Er streichelte über ihre porzellanartigen Wangen und fuhr durch ihre schönen wilden Locken. Ja er wollte ihr huldigen, auf jede denkbare Art. Er würde Paris nicht verlassen, bevor er sich nicht ihrer sicher war. Er wollte sie – mehr als das Erfüllen der kleinen Mission, die er sich selbst gesetzt hatte. Er wollte sie – Jetzt!
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Sa Okt 20, 2012 6:06 am

Nur sehr, sehr selten, um nicht zu sagen nie habe ich eine Gabe wie deine kennengelernt Piccolina. Die Art, wie du sie mir zeigtest, der Wille mit dem du mir beweisen wolltest, zu was du fähig bist erschüttert und beschämt mich. Claire, du bist unvergleichlich, inspirierend und ich weiß nicht, wie ich es dir erklären soll, aber meine Gefühle für dich werden von Stunde zu Stunde, von Minute zu Minute stärker. Du verdienst so viel besseres als dieses unnütze Nomadendasein, darauf ausgerichtet auf die nächste Jagd zu gehen, sich von einem auf den anderen Tag ernähren zu müssen und das wirkliche Leben, zu dem wir fähig sind, an sich vorbeifließen zu lassen, um nicht aufzufallen, sich selbst nicht zu gefährden. Du verdienst so viel Besseres meine Kleine. Du bist viel zu schade für eine derartig dumme Existenz.“

Sie fühlte sich geborgen in seinen Armen, auf seinem Schoß. Sein Kuss schmeckte so bittersüß, so verführerisch.

Hmm, du schmeckst gut meine kleine Feuerschluckerin. Mein kleines Zirkuskind. Sag mir, womit ich dir huldigen kann. Sag mir, welche Belohnung du dir wünschst und ich werde dir geben wonach du verlangst, was es auch sei. Sag mir was ich tun kann, um dein Vertrauen und deine Treue zu erwidern.“

Seine Hand war so sanft und zart. Sie schloss die Augen und schnurrte wie ein Kätzchen, als er über ihre Wange und ihre Haare strich. Sie wusste, was er wollte, wusste aber nicht was sie wollte. Nun ja, eigentlich schon. Doch sie wusste nicht, ob sie sein Verlangen stillen konnte. Sie schmiegte sich an seine Brust und vergrub ihr Gesicht in seinem Umhang. Sie wollte ihn nicht ansehen, wollte nicht, dass er ihre Schüchternheit mitbekam. Claire entschied für den Moment einfach nur zu genießen, dass sie ihm so nah sein konnte. Doch schließlich entschloss sie sich zu ihm auf zusehen.

Langsam und vorsichtig begann sie ihn zu küssen, nicht stürmisch und leidenschaftlich. Es war ein bittersüßer Kuss, voller Sehnsucht und Verlangen. Sie hoffte so sehr, er würde verstehen. Sie löste sich von ihm, sah ihm in die Augen. Sie versuchte in ihnen zu lesen, in diesen schimmernden Rubinen. Wie Edelsteine lagen sie in den perfekten Augenhöhlen, umrahmt von der so weißen Haut und den schimmernden Haar. Er war wahrlich perfekt, aber auf eine so tiefere Art als alle, die sie bisher gekannt hatte.

Sie legte ihre zarte Hand auf seine starke Brust und zeichnete verschnörkelte Muster auf seine Muskeln. Sie wusste nicht warum sie das tat, sie wusste nur das sie es mochte. Sie mochte es seine Stärke zu spüren und sich auch mal schwach zu fühlen. Denn das war der große Nachteil an ihrer Gabe. Auch wenn es eigentlich auf einer rein mental Basis passierte, so zahlte sie dennoch den Preis dafür und der war für sie nun einmal körperliche Erschöpfung. Claire konnte nicht einmal abschätzen, ob sie in der Lage wäre auf zustehen oder gar herunter zukommen würde er sie genau jetzt darum bitten.
„Mach die keine Gedanken um mich. Mir geht es gut und ich brauche keine Belohnung, dass einzige was ich jetzt brauch...“ Sie stockte. Zögernd, um abzuschätzen ob sich das jetzt dumm und naiv anhören würde, sagte sie schließlich. „Alles was ich jetzt brauche bist du.“ Sie hielt den Atem an, versuchte nicht zu verletzlich und unsicher zu wirken. Sie wollte nicht, dass er dachte, sie wäre sich ihrer Sache nicht sicher.

Auch wenn sie tief in ihrem Inneren nicht ganz wusste, was sie wollte und es störte sie. Aber das war das Unvorteilhafte daran, jung verwandelt zu werden. Sie hatte sich das Wissen ganzer Dekaden, ja ganzer Jahrhunderte zu Eigen gemacht. Sie konnte Gleichungen im Kopf lösen, Melodien singen, die die Grenzen menschlicher Vorstellungskraft sprengten, aber sonst. Sie musste manchmal ewig darüber nachdenken, was sie wollte. Sie glaubte nicht an ihre eigene Verletzbarkeit, sie war überheblich und sie ging Risiken ein, die sie eigentlich gar nicht bereit war einzugehen.

CeCe war mental auf dem Stand eines Vampires ihres Alters, aber psychologisch würde sie immer 16 sein. Unfähig sich weiter zu entwickeln. Es störte sie nicht großartig, sie lernte es zu kontrollieren, aber dennoch wünschte sie sich manchmal weiter zukommen, sich zu verändern, auch körperlich. Doch das hatte man ihr genommen, als man ihr alles andere gegeben hatte. Wieder schmiegte sie sich an Ronaldo, diesmal drängte sie sich förmlich an ihn, als hätte sie Angst er würde verschwinden, könnte sie ihn nicht neben sich wissen und ihn fühlen.
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Di Okt 23, 2012 10:11 am

Er spürte ihre Schwäche, ihre Verletzlichkeit in diesem Moment. Die Aufgabe war schwer gewesen, vielleicht zu schwer, doch sie hatte sich ihr gestellt. Sie lag entspannt aber matt in seinen Armen und reagierte sehnsüchtig auf seinen Kuss, auf seine Berührungen, erwiederte ihn verzweifelt und ihre großen schönen Augen starrten zu ihm hoch, voller Traurigkeit, voller Fragen. Sie war so ausgelaugt, in jeder Hinsicht. Ihr fehlte es sich selbst in Sicherheit zu wissen, ihr fehlte ein Platz, an dem sie sich fallen lassen konnte. Sie war noch so jung, so verschwendet jung.

„Mach die keine Gedanken um mich. Mir geht es gut und ich brauche keine Belohnung, dass einzige was ich jetzt brauch...“ Sie war tapfer! Voller Stolz über ihren Willen ihm nicht zu zeigen, wie wenig gut es ihr ging, lächelte er sie verständnisvoll an. „Alles was ich jetzt brauche, bist du.“ Ihre leisen Worte waren wie eine Offenbarung für ihn, waren eine weitere Tür, die sie ihm öffnete, um sein Ziel zu erreichen.

Die sternenklare Nacht funkelte wie ein Zelt über ihnen. Sie waren völlig allein auf diesem hohen Turm, auf den zu dieser nächtlichen Stunde niemand hinaufkommen würde. Und selbst wenn sich ein dummer Mensch hierher verirren würde, so hätte er keine Gelegenheit sie länger als wenige Sekunden zu stören, dafür würde der versierte Vampir schon sorgen. Vorsichtig zog er seinen Mantel aus und breitete ihn neben Claire auf den Boden, um sie behutsam darauf zu betten. Es war vorteilhaft, dass sie nicht frieren konnten, dass sie diesen Steinboden nicht als zu hart empfanden, …dass sie ihm hier und in dieser Nacht ganz und gar gehören würde.
Er hatte erkannt, dass sie – obschon sie durchaus erfahren war – trotzdem schüchtern war, unsicher in ihrer Art ihr Verlangen, ihre Begierlichkeiten zu zeigen. Sie war nicht versiert, keine geübte Kurtisane, sondern kannte offenbar nur das spontane, schnelle und mehr als unbefriedigende Zusammensein mit einem Mann. Aro lächelte und legte ihr einen Finger auf ihre Lippen als Zeichen, dass sie nicht sprechen sollte.
„Schließ deine Augen Piccolina und genieße deine Belohnung. Ich werde dir alles geben, was du verdienst und mehr. Hab keine Angst mia piccola Angelina, ich werde dir nicht wehtun.“ Er legte sich sachte neben sie und begann ihr Gesicht zu streicheln, mit den Fingern ihre Augenlieder zu schließen und vorsichtig die vielen Verschlüsse, Haken und Ösen ihres Kleides zu öffnen.
Seine Hände berührten sie sanft, streichelten jeden kleinen Zentimeter ihrer im Licht der Nacht seidig schimmernden Haut und hauchte Tausende sanfter Küsse auf sie. Nach anfänglicher Anspannung löste sich ihr Körper, begann sie sich seinen Händen und Lippen entgegenzurecken und leise Seufzer und glückselige leise Laute auszustoßen. Er steigerte seine Liebkosungen langsam und ließ seine Hände zwischen festem Druck und sanftem Streicheln abwechseln, küsste und saugte an ihren empfindlichen Hautpartien, küsste ihre Lippen, streichelte und verwöhnte sie, bis er merkte, dass sie mehr wollte, dass sie bereit war sich ihm mehr auszuliefern, diese Liebkosungen noch mehr zu genießen und zu verlangen. Seine wissenden Hände fanden die verborgenen Punkte, die ihre Lust entfachten, seine kundigen Finger brachten sie geschickt in einen Zustand des unruhigen Verlangens bis sie überwältigt aufschrie und sich ihm entgegen bog, ihren Körper an seinen presste und sich heftig entlud.
Er ließ ihr Zeit sich zu beruhigen, küsste sie besänftigend, sprach leise Worte der Hingabe zu ihr und begann erneut ihrem verführerischen Körper zu huldigen ums sie in nicht enden wollender Leidenschaft ganz in Besitz zu nehmen.

Als der Morgen graute und die letzten Sterne verloschen zog er sie etwas näher an sich heran, wo sie zufrieden, mit glänzenden Augen voller Vertrauen in seinen Armen lag. Er wusste, er hatte einen weiteren Sieg errungen. Er wusste sie war ein Stück mehr sein geworden.
Er hatte sie in dieser Nacht nach allen Regeln der Kunst in Besitz genommen, hatte ihr gezeigt, wie überaus befriedigend und wunderbar die körperliche Vereinigung sein konnte und hatte ihren Wissensdurst, ihre losgelöste Lust und köstliches Verlangen zu tiefst genossen. Sie war eine gute, eine außergewöhnliche Schülerin. Nur selten war ihm eine solche Frau begegnet und Aro beschloss ihr einen Platz in seinem Leben einzuräumen.

Zärtlich streichelte er über ihren Rücken.
„Guten Morgen meine kleine Muse. Es wird Zeit, wir müssen uns unseren Geschäften widmen.“ Er lächelte sie herausfordernd an. „Bist du bereit dich der Welt der Menschen erneut zu stellen?“


(öhm ja also ich habe mich bemüht Claires Vorstellungen gerecht zu werden und P16 einzuhalten. Sollte es doch zu stark sein, bitte melden Embarassed )
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Claire
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Mo Okt 29, 2012 2:00 pm

Als er sie am Rücken berührte, riss er sie wie aus einer Trance. Die ganze Nacht, oder war es die ganze Ewigkeit gewesen, hatte sie wie im Rausch verbracht, mitgerissen vom Strudel der Emotionen, Berührungen und der Leidenschaft. Sie fühlte sich gut, erfrischt und ein bisschen verwirrt. Normalerweise nahm sie Besitz von ihren Partnern, die meist nur allzu menschlich und allzu schnell tot waren. Normalerweise unterdrückte sie ihre Begierde um sie nicht zu schnell zu vernichten. Das Schwächere Glied der Kette zu sein, war fast schon neu für sie. Nicht, dass sie es nicht genoss, aber es war einfach nur neu für sie. Immer noch hörte sie seine Worte, mia piccola Angelina.

Es hatte so sanft geklungen und sie würde es nie wieder vergessen. „Guten Morgen meine kleine Muse. Es wird Zeit, wir müssen uns unseren Geschäften widmen.“ Er lächelte sie herausfordernd an. „Bist du bereit dich der Welt der Menschen erneut zu stellen?“

„Oui, je veux.“ Ja, ich will. Sie wollte so viel mit ihm erleben, wollte ihm ihre Stadt zeigen, all das Leben und alle das duftende Blut. Claire war so motiviert, dass sie kaum still sitzen konnte. Doch bevor sie aufspringen konnte sah sie an sich herab. Sie trug nichts und das was von ihrem Kleid übriggeblieben war, lag neben ihr. Ronaldo, der am Anfang so sanft und vorsichtig gewesen war, hatte es Sekunden später aufgeben und zerrissen. Sie konnte nicht behaupten, dass es sie nicht schmerzte es so zu sehen, es war ihr Allerliebstes gewesen, doch das war es ihr auf jeden Fall wert gewesen. Sie lächelte zu ihrem neuen Liebhaber, wer wusste schon, ob er es nicht heute Nacht geworden war,

„nun ja, solange ich den Tag mit dir verbringe, wird es nicht allzu schrecklich werden. Aber vorher müssen wir noch einen ganz speziellen Platz aufsuchen“, sagte sie. Sie schnappte sich ihren Umhang, der wie durch ein Wunder keinen Schaden davon getragen hatte und legte ihn sich um die Schultern, so dass niemand erahnen konnte, nunja, dass sie darunter nackt war. Claire wartete geduldig bis Ronaldo sich seine Kleider angelegt hatte und sie erwartungsvoll ansah. Sie grinste kichernd und nahm ihn bei der Hand. Ohne ein Wort der Warnung zog sie ihn mit sich und stürzte sich von dem Turm. Es war niemand auf der Straße oder in der Nähe um sie hätte sehen zu können und niemand vernahm das dumpfe Geräusch, das sie machten, als sie landeten. Sie lachte klingend als sie das Gesicht ihres Begleiters sah. Wie zwei Schatten rauschten sie nun durch den anbrechenden Tag. Sie sahen die Straßen, die sich langsam mit Menschen füllten, rochen den Gestank der Stadt. Der Geruch von Blut stieg ihr in die Nase, vernebelte ihren Geist für ein paar Sekunden, doch dann hatte sie sich wieder gefasst. Schnell erreichten sie einen kleinen Laden, auf den Claire zielstrebig zusteuerte.

Sie sah ein letztes Mal zu Ronaldo und zog ihn dann durch die Tür, die sie im Begriff war zu öffnen. Ein Duft wie im Traum umhüllte sie. Seide, Brokat, Spitze, all die Stoffe, die sie so liebte waren hier in einzigartigen Kreationen vereint und nur, um Frauen wie sie einzukleiden. Eine hutzlige Frau stand am anderen Ende des Ladens und sah zu ihnen als sie sie bemerkte. Grinsend trat Claire ein paar Schritte weiter in den Raum hinein. „Bonjour Madame, ich suche etwas angemessenes für jeden Tag.“ In schnellem französisch beschrieb sie genauer, was sie wollte und ein Lächeln trat auf das Gesicht der Schneiderin. Zielstrebig ging sie durch den Laden und deutete auf ein Kleid. Bevor sie es sich genauer ansehen wollte, schielte sie zu Ronaldo und prüfte seine Reaktion auf den Laden.
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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Mi Okt 31, 2012 10:16 pm

Der Volturimeister lächelte amüsiert über den verwirrten Ausdruck in Claires hübschem Gesicht, als sie bemerkte, dass ihr Kleid gänzlich unbrauchbar war, nachdem er es ein wenig zu ungeduldig geöffnet hatte. Das einzige manierliche Stück, welches sie noch tragen konnte, war der weite schwere Mantel, den sie sich nun mit funkelnden Augen um ihre Schultern warf und blitzschnell zuknöpfte und somit ihren köstlichen Körper vor seinen Augen verbarg.
„Oui, je veux!“
Diese Worte waren keine Antwort auf seine Frage. Diese Worte waren ihre Antwort auf diese Nacht. Sie wollte ihn, ihn und seine Existenz, seine Lebensart, seine Welt. Sie wollte sich ihm anschließen. Siegestrunken strahlte er sie an und ließ sich von ihr bereitwillig mitziehen. Unbeschwert und ihre Macht und Überlegenheit spürend, sprangen sie, als wäre es nur ein kleiner Absatz, vom Turm der Kirche herab und liefen pfeilschnell durch die Straßen. Anerkennend bemerkte der Vampir, dass sie trotz ihrer hell und berauscht auflachenden Stimme, trotzdem immer darauf bedacht war, den Menschen keinen Anlass zu geben, sich nach ihnen umzudrehen, sie überhaupt zu bemerken. Claire behandelte diese Stadt, als gehöre sie ihr, jedoch tat sie es unterschwellig genießend ohne sich in den Vordergrund drängen zu müssen. Sie kannte ihre Natur und sie liebte sie. Niemand könnte sie aufhalten, sie brauchte keine Beweise dafür, dass sie diesen kurzlebigen Existenzen mit einem Wimpernschlag ihr spärliches Lebenslicht aushauchen konnte, dass sie in der Lage war ihre hochfahrenden Bauten in wenigen Minuten in Trümmer zu verwandeln, dass sie diese Stadt mit ihrem Willen in Brand stecken konnte.

Voller Begierde betrachtete Aro die jugendlich schmale Gestalt, die ihn an der Hand ungestüm mit sich zog. Sie war Sein! Dieses unvergleichliche Talent, diese stürmische Ungeduld in ihrem zwie gespaltenen Geist und diese unverhofft trunken machende Wollust in der Art, wie sie sich ihm geschenkt hatte. Das alles war Sein!
Er würde sie nicht mehr loslassen. Er würde sie unterweisen, in allem, was sie zu wissen begehrte. Er würde ihr beiwohnen, so oft sie ihn empfangen wollte und darüber hinaus. Er würde ihr einen Platz im Palazzo einräumen und sie würde ein heller Stern an seiner Seite sein, der ihm aus freien Stücken folgte und der ihm treu sein würde, bis ans Ende seiner Tage. Aro wusste um die Bindungen, zu denen ihrer aller Natur fähig war. Er wusste, dass hatte ein Vampir einmal eine tiefere Bindung zu einem anderen gefasst, dann war sie unauflöslich, unveränderbar, so wie alles an ihnen unveränderbar war, wenn es sich einmal manifestiert hatte.
Er würde ihr den Wert, den sie für ihn darstellte erklären, langsam, behutsam und sie würde es akzeptieren. Sie würde ihn achten und bewundern, so wie er es von ihr erwartete.

Willig folgte ihr, verdrängte den leichten Druck in seiner Kehle, die hie und da herausfordernd brannte, wenn sie an einer sehr belebten Kreuzung oder einem überfüllten Haus vorbei passierten. Er hatte jetzt keine Zeit für Spielchen, kein Verlangen nach einem hastigen Mahl. Lust regte sich in ihm, bei dem Gedanken, dass sie unter diesem Mantel nackt war, bereit für ihn hier und jetzt erneut ihm unermessliche Freuden zu bereiten. Ja, er würde vielleicht heute jagen aber erst später – viel später!
Sie zog ihn ohne ein einziges Mal Halt zu machen in eine kleine hübsche Maßschneiderei. Claires Gesicht spiegelte jubelnde Freude und tiefste Verzückung wieder, ob der mannigfaltigen Eindrücke. Aro hätte am liebsten laut gelacht. Sie war so ….wunderbar harmlos, so einfach bescheiden in den Dingen, die ihr wirkliche Freude bereiteten. Sie war ein so dankbares Geschöpf. Ihre Blicke trafen sich und es schien als suche sie seine Zustimmung oder gar Erlaubnis. Er lächelte sie wohlwollend an und machte eine spielerische Geste mit seiner Hand, als wolle er sie verspielt anstoßen.
„Ich bin ganz und gar entzückt Claire. Bitte, nimm dir soviel Zeit wie du brauchst Piccolina.“ Er drehte sich der Schneiderin zu, die zusammenzuckte und ihren Blick unsicher nach unten senkte. „Madam ich gebe meine junge Freundin in ihre bewährten Hände. Bitte handeln sie ganz nach ihren Wünschen. Aber wenn ich einen Vorschlag machen dürfte, dieser nachtblaue Brokat kombiniert mit dieser indigo farbenen Wildseide, würde dich vortrefflich kleiden. Madam, ich vertraue auf ihren Geschmack. Der Preis spielt keine Rolle.“ Er sah sich in dem kleinen Geschäft um und entdeckte einen gemütlichen Sessel, der in einer Ecke für wartende Kunden bereitstand.
„Ich werde mich artig in diesen Sessel setzen und geduldig auf das Ergebnis ihrer Kunst warten. Bitte beachten sie mich gar nicht.“ Mit einem herausfordernden Blick ging er dicht an Claire vorbei, ließ seine Hand über ihren Rücken gleiten und verharrte für einen kleinen Moment auf ihrem süßen Po, um ihr für die Schneiderin nicht hörbar zuzuflüstern. „Ich freue mich schon darauf, wenn du diesen lästigen Mantel ablegen wirst meine Kleine.“ Dann lachte er leise und ließ sich süffisant lächelnd in dem schweren Sessel nieder.

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BeitragThema: Re: Vivre la Révolution   Di Nov 13, 2012 1:03 pm

Spielerisch schlug sie seine Hand von ihrem Rücken und kicherte. Claire kicherte und dreht ihm den Rücken zu um in den kleinen Raum zu schweben, in dem sie normalerweise ihre Kleider anprobierte. Im Vorbeigehen deutete sie auf ein paar Kleider, so dass die Schneiderin sie mitnehmen konnte.
Es waren größtenteils dunkelblaue Kleider, eins war schwarz und eins silbern. Auch wenn sie diese spezielle Modell eher aus Spaß ausgewählt hatte. Sie wollte nicht wirklich zu viel Aufmerksamkeit erregen. Sie tendierte ihre Garderobe in sanften, satten Tönen zu halten, wie zum Beispiel schwarz oder blau. Sie fühlte sich einfach wohler in dezenten Farben. Sie wusste, dass sie dadurch umso mehr strahlte als sonst schon, wenn das überhaupt möglich war.
Eigentlich liebte sie es einkaufen zu gehen, aber sie konnte es nicht leugnen, dass sie es dann doch recht anstrengend fand, dass die Schneiderinnen nicht erkannten, wenn sie in einem Kleid einfach nicht 100% gut aussah. Für sie war Claire immer ein wunderschöner blonder Engel, aber man musste es einfach sagen, manchmal fühlte es CeCe einfach nicht. Aber grundsätzlich hatte sie nichts gegen Anerkennung, sie lebte oder besser existierte dafür, dass andere sie anbeteten. Dann blühte sie auf. Beide, sowohl Claire als auch Louise liebten es im Mittelpunkt zu stehen. Auch wenn es Louise sich das vielleicht nicht eingestehen konnte, aber sie wollte, dass die Leute beachteten, zu lange hatte sie sich im Schatten ihrer aufblühenden Schwester versteckt als sie klein waren. Sie lächelte ein letztes Mal Ronaldo zu, bevor sie die Tür zu dem Umkleideraum schloss, nachdem die Schneiderin vor ihr eingetreten war. Sie befahl ihr sich umzudrehen, da sie keinerlei Verlangend danach spürte, dass sie sie nackt sah oder Fragen stellte, warum sie überhaupt nackt war.
Sie entledigte sich das Mantels und griff das erste Kleid. Es war schwarz, schlicht mit einem hoch geschlossenen Kragen. Die Ärmel waren etwas weit und umspielten ihre Handgelenke. Goldene Streifen durchzogen den edlen Samtstoff. Der Kragen hingegen und das Dekolleté waren mit feiner Spitze gesäumt. Sie schlüpfte hinein und natürlich passte es wie angegossen. Sie mochte wie sich das Fabrikat auf ihrer Haut anfühlte und wie die weiten, geschichteten Lagen raschelten. Sie signalisierte der Schneiderin die Knöpfe am Rücken zu schließen. Claire spürte, wie sie erschauderte als sie die eiskalte Haut der Vampirin berührte. Sie zitterte leicht als sie die Knöpfe schloss. Ehrfürchtig stammelte sie ungeschickte Komplimente. Lächelnd tätschelte sie den Kopf der Frau und erklärte, dass alles okay sei. Sie trat aus dem Raum und präsentierte sich Ronaldo.
Sie mochte das Kleid wirklich sehr, auch wenn sie nicht 100 Prozent damit zufrieden war.
„Ich weiß nicht, ob es wirklich das perfekte Kleid für mich ist.“ Sie drehte und wendete sich. Sie sah unsicher zu Ronaldo und sah an seinem Blick, dass er auch nicht wirklich überzeugt war. Seufzend und ohne eine Antwort abzuwarten ging zurück zu den anderen Kleidern. Diesmal wählte sie ein dunkelblaues. Einfacher Leinenstoff gemixt mit edlem Brokat war wahrlich eine interessante Mischung, aber es erweckte Ceces Interesse.
Sie streifte es über und auch hier saß alles perfekt. Sie Ärmel waren hier allerdings enganliegend und das Kleid war tiefer ausgeschnitten, ohne dabei nuttig zu wirken. Sie mochte die Kühle des Stoffes. Die Rücke waren etwas steifer und weniger beweglich, aber sie ließen ihre Taille dafür umso schmaler wirken. Das blau harmonierte perfekt mit ihren Haaren und sie mochte das ganze Kleidungstück jetzt schon fast sosehr wie ihr altes Kleid. Mit mehr Selbstbewusstsein trat sie nun wieder vor Ronaldo. „NA was sagst du?“ Sie drehte sich und wirbelte herum. Ein klingendes Lächeln kam über ihre Lippen. Kokett sah sie über ihre Schulter als sie ihm die Rückenpartie präsentierte. „Ich liebe es. Ich denke ich nehme es, wenn du es magst, natürlich.“ Neugierig wartete sie auf eine Wertung.
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